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Cinderella1412 Newbie


Anmeldungsdatum: 28.12.2006 Beiträge: 9
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Verfasst am: 28 Dez 2006 - 13:05:09 Titel: Erhöhung der Geldmenge |
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Hallo an alle,
ich bin absoluter Neuling und habe aber schon mal die erste Frage:
Die Keynesianische Theorie bezieht ja den Staat mit ein. Er wirkt durch Geldpolitik auf Angebot und Nachfrage ein.In meinem Buch steht, dass das erstens durch Senkung des Diskontsatzes und zweitens durch Erhöhung der Geldmenge passieren kann. Was bedeutet das: Erhöhung der Geldmenge und wie findet diese statt.
Wäre schön, wenn mir jemand eine plausible Antwort geben könnte.
Liebe Grüsse, Cin  _________________ 2.SemesterWW, Abenduni VWA |
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Schludrigkeit Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.06.2005 Beiträge: 1051
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Verfasst am: 28 Dez 2006 - 14:31:29 Titel: |
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Also ich kenne mich mit den einzelnen Theorien nicht wirklich aus, weil ich mich damit einfach zu wenig beschäftige.
Aber zu deiner Frage:
Die Geldpolitik wird heutzutage von der EZB (Europäische Zentralbank) als Instrument zur Verwirklichung wirtschaftspolitischer Ziele verwendet.
Grundsätzlich kann man denke ich sagen, dass die EZB im Rahmen der Wirtschaftspolitik immer versucht, auf die Geldmenge Einfluss zu nehmen, während der Staat versucht, unmittelbar auf die Nachfrage Einfluss zu nehmen (mir ist schon klar, dass beides zusammenhängt und dass das eine oft das andere bedingt...).
Wie kann die EZB nun also Einfluss nehmen auf die Geldmenge?
Folgende Möglichkeiten:
a) Leitzinsen
Durch die Erhöhung der Leitzinsen reduziere ich die Geldmenge. Denn die Erhöhung hat zur Folge, dass Kredite für Unternehmen teurer werden, so dass die Investitionsbereitschaft abnimmt. Wenn Unternehmen weniger Geld ausgeben, dann sinkt die nachfragewirksame Geldmenge.
Andererseits bedeuten eine Erhöhung des Leitzinses auch, dass die Konsumenten einen Anreiz haben, Ihr Geld verzinst anzulegen. Wenn ich für mein Konto erst 2% Zinsen bekomme und danach durch die Erhöhung 2,5% (imaginäre Werte...), dann lege ich mein Geld eher aufs Konto (um Zinsen einzustreichen) und gebe weniger davon aus, so dass die Konsumbereitschaft ebenfalls sinkt. In beiden Fällen sinkt also die Geldmenge.
Wenn ich die Leitzinsen reduziere erhöht sich die Geldmenge logischerweise, weil Kredite für Unternehmen wieder billiger werden (steigende Investitionsbereitschaft) und die Zinsen sinken, so dass Kosumenten ihr Geld eher wieder ausgeben (Konsumbereitschaft).
Das ist das wohl grundlegendste Ínstrument der EZB...
Gibt allerdings noch mehr:
Wenn die dich auch noch interessieren, dann google mal folgende Begriffe:
- Offenmarktgeschäfte
- Ständige Fazilitäten (Einlagenfazilität und Spitzenrefinanzierungsfazilität)
- Mindestreservepolitik |
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Cinderella1412 Newbie


Anmeldungsdatum: 28.12.2006 Beiträge: 9
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Verfasst am: 28 Dez 2006 - 16:14:37 Titel: |
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Danke Schludrigkeit,
das leuchtet mir schon ein, hast es mir sehr gut rübergebracht.
Das mit der Senkung der Leitzinsen verstehe ich, und die darüberhinaus folgende Geldmengenerhöhung auch, was mit nur unklar war oder ist, ist dass sowohl Geldmengenerhöhung, als auch die Senkung der Leitzinsen als zwei verschiedene Mittel dargestellt werden um in die Nachfrage einzugreifen. Deine, wie auch meine Interpretation lässt aber ein verschmelzen beider erkennen. D.h. die beiden Werkzeuge sind ja voneinander abhängig. Sehe ich das richtig, oder hab ich da den totalen denkfehler?
Danke und liebe Grüsse CIn _________________ 2.SemesterWW, Abenduni VWA |
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Mango Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.12.2004 Beiträge: 1168
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Verfasst am: 28 Dez 2006 - 16:51:06 Titel: |
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Die EZB kann beispielsweise diverse Wertpapiere kaufen und damit die Geldmenge erhöhen (sie bringt quasi "mehr Geld ins Spiel").
Auch kann sie z.B. den Mindestreservesatz der Banken (wieviel % ihrer Einlagen die Banken zur Sicherheit nicht weiterverleihen dürfen) variieren, wodurch auch die "tatsächliche" Geldmenge beeinflusst wird.
Es läuft also nicht nur alles direkt über die Leitzinsen (wenngleich das vermutlich das wichtigste Instrument sein dürfte). _________________ "Everything reminds Milton Friedman of the money supply. Well, everything reminds me of sex, but I keep it out of the paper." (Robert Solow) |
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Schludrigkeit Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.06.2005 Beiträge: 1051
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Verfasst am: 28 Dez 2006 - 23:30:45 Titel: |
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Also wie oben kurz von mir erwähnt (von mango natürlich auch ):
Die EZB hat verschiedene Instrumente um die Geldmenge zu beeinflussen.
In Bezug auf die Leitzinsen heisst das, dass die Änderung der Geldmenge eine Folge der Änderung der Leitzinsen darstellt. Es sind also in diesem Fall nicht zwei verschiedene Instrumente, sondern Ursache und Wirkung.
Du kannst dir das wirklich am besten so vorstellen, dass die Veränderung der Geldmenge das übergeordnete Ziel der EZB ist. Um dies zu erreichen, gibt es verschiedene Instrumente:
- Leitzinsen (oben beschrieben)
- Offenmarktgeschäfte
EZB kauft und verkauft Wertpapiere an die Geschäftsbanken und beeinflusst somit wieder die Geldmenge. Denn wenn die EZB Wertpapiere von den Banken kauft, dann bekommen sie Geld dafür, so dass die Geldmenge steigt. Dieses Mehr an Geld kann beispielsweise wieder als Kredit vergeben werden.
Wenn die EZB Wertpapiere an die Banken verkauft, dann zahlen die Banken für die Wertpapiere Geld an die EZB, so dass die Geschäftsbanken weniger Geld zur Verfügung haben und beispielsweise weniger Geld in Form von Krediten vergeben können.
- Ständige Fazilitäten
Geschäftsbanken können auf ihrem Konto verzinste Guthaben bilden. Dadurch sinkt die Geldmenge (Einlagefazilität)
Oder die Geschäftsbanken können ihr Konto gegen Sollzinsen überziehen. Dadurch steigt die Geldmenge (Spitzenrefinantzierungsfazilität)
- Mindestreservepflicht
Geschäftsbanken müssen Einlagen (Mindestreserven) bei der EZB halten, die mit dem Leitzins verzinst werden.
Eine niedrige Mindestreserve sorgt dann für eine steigende Geldmenge.
Eine hohe Mindestreserve sorgt für eine sinkende Geldmenge.
Das sind die Instrumente, die mir bekannt sind. Alles an sich unterschiedliche Instrumente, aber sie werden alle verwendet, um Einfluss auf die Geldmenge zu nehmen. |
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Cinderella1412 Newbie


Anmeldungsdatum: 28.12.2006 Beiträge: 9
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Verfasst am: 10 Jan 2007 - 00:20:05 Titel: |
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Bin überwältigt, vielen Dank für eure Hilfe!
Schreibe am Donnerstag meine VWL KLausur Mikro/Makro und glaube, dass ich inzwischen genug Input habe;-)).
Und dazu habt ihr im wesentlichen auch beigetragen.
Also Danke nochmal und freu mich wenn ihr mir mal wieder helft,
Grüsse aus Bayern Cin  _________________ 2.SemesterWW, Abenduni VWA |
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