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Formulierung im Gutachten - Mittelbare Täterschaft
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Tiia*
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Anmeldungsdatum: 22.03.2006
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 13:18:40    Titel: Formulierung im Gutachten - Mittelbare Täterschaft

Hallo zusammen!

Morgen schreibe ich StrafR und ich weiß immernoch nicht, wie ich die Geschichte mit der mittelbaren Täterschaft im Gutachten formulieren soll (ja, ich weiß, dass ich spät dran bin, aber ich hatte leider meine Gründe...)

Also wie schreibt man das im obj. Tb, dass der Hintermann das Delikt durch den Vordermann begangen hat? Ich war gerade schon in der Bibi, aber in den Fallbüchern dort hab ich auch nichts gefunden!

Vielen Dank schonmal!
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 13:37:18    Titel:

A. Strafbarkeit des Tatnächsten (also des Tatmittlers)

--> Strafbarkeitsmangel, d.h. TB (-) oder RWK (-) oder Schuld (-)
--> Erg.: Strafbarkeit (-)

B. Strafbarkeit des Hintermannes

I. Objektiver Tatbestand
--> Zurechnung der fremden Tathandlung
1) Verwirklichung des OTB durch Tatmittler (nach oben verweisen)
2) Werkzeugqualität des Tatmittlers (Strafbarkeitsmangel feststellen, d.h. nach oben verweisen)
c) Täterqualität des Hintermannes
(--> Beachte hier: Streit zw. subjektiver Theorie der Rspr. und Tatherrschaftslehre der Literatur)

II. Subjektiver Tatbestand
1) Vorsatz
2) Tatherrschaftsbewusstsein
= Wissen über die Tatherrschaft und Wollen der Tatherrschaft

III. Rechtswidrigkeit, Schuld

Das ist so der grobe Aufbau.

Allerdings findest du Prüfungsschemata zum Aufbau der mittelbaren Täterschaft 100 pro beim Googlen! (Kann mir keiner erzählen, dass man darüber nichts findet, hab ich schließlich auch.)
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 13:50:44    Titel:

Ich würde erstmal prüfen, sofern es nicht offensichtlich abwegig ist, ob der direkt Handelnde nicht selbst Täter ist. Wenn der selbst verstanden den objektiven Tatbestand verwirklicht und Vorsatz hat ist er (Allein-) Täter.

Wenn das offensichtlich ist, kannst de das natürlich in einem Satz feststellen.

Dann prüfst du den andern im Hinblick auf die mittelbare Täterschaft.

Im objektiven Tatbestand prüfst du, ob dieser Tatherrschaft hat.
Das ist dann der Fall, wenn er den Geschehensablauf kraft seines überlegenen Wissens oder seiner überlegenen Position in der Hand gehabt hat.

Du stellst fest, ob das menschliche Werkzeug den objektiven Tatbestand erfüllt und fragst dann, ob der andere diesen Geschehensablauf inder Hand gehabt hat.

Da mußt de denn ein bisschen frei argumentieren.

Beispiel : Die Krankenschwester S verabreicht dem Patienten P eine Spritze, die sie zuvor von dem Oberarzt mit der Bitte erhalten hat dieses Schlafmittel dem P zu spritzen. Die S weiß allerdings nicht, im Gegensatz zu O, daß kein Schlafmittel in der Spritze ist, sondern eine Zubstanz, die tödlich wirkt.

Du könntest dann folgendermaßen forumulieren...


Objektiver Tatbestand

Indem die S dem Patienten P die Spritze verabreicht, wird der Tod des P verursacht. Möglicherweise hatte aber nich S, sondern der O den Geschehensablauf in der Hand.

Der O ist Oberarzt im städtischen Krankenhaus. Als solcher ist er weisungsberechtigt. Folgt man den Weisungen des O´s nicht, so würde dies arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Ferner ist der O auch noch nie negativ in Erscheinung getreten und die Maßnahmen des O führten in der Vergangenheit meist zur Gesundung der Patienten.
Das die Verarbreichung der Spritze zum Tod des P führen sollte war für die S nicht erkennbar.

Demzufolge hatte der O die Situation aufgrund seiner überragenden Stellung in der Hand. Er konnte den Geschehensablauf nach seinen Willen steuern. O hatte Tatherrschaft.

subjektiver Tatbestand

O wußte über seine überlegene Position und daß er durch sein Wirken den Geschehensablauf steuern konnte. Dem Umstand, daß die S nur sein Werkzeug war, war er sich bewußt.
Er wollte auch, daß der P an der Spritze stirbt.
O hatte Vorsatz

Die Tat war rechtswidrig

O handelte schuldhaft.

O hat sich gemäß §212, 25 I Alt. 2 (wenn ich mich richtig erinnere)
strafbar gemacht.
Tiia*
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Anmeldungsdatum: 22.03.2006
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 13:52:54    Titel:

Danke dir für die Antwort!
Ich dachte, ich müsste das mit dem "Tat begehen durch den Vordermann" anders aufbauen.
Ich gerade noch etwas neben mir, sorry!
Jetzt ist es mir klar geworden!
Tiia*
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Anmeldungsdatum: 22.03.2006
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 13:55:49    Titel:

Hani125, dir auch vielen lieben Dank für die Antwort!
Ihr habt mir sehr geholfen!
Marina85
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2007 - 14:21:03    Titel:

Ist alles halb so schlimm. Klar, in einem Tag unzweifelhaft etwas knapp. Ich emfpehle dir, heute noch einen kurzen Fall zu machen, undzwar ausformuliert - dann sollte Bestehen möglich sein.
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