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Mythos Jesus und Christentum
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Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 05 März 2008 - 18:45:20    Titel:

Also darf ich dann nochmals meine Fragen an die EXPERTEN richten?
War der Kindesmord des Herodes wirklich wahr - im Kontext der historischen - zeitlichen Erfassung?

Danke!
MultiVista
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 07 März 2008 - 16:50:17    Titel:

"Was ist Wahrheit?" (Pontius Pilatus Very Happy )
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3493

BeitragVerfasst am: 07 März 2008 - 17:18:52    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
Also darf ich dann nochmals meine Fragen an die EXPERTEN richten?
War der Kindesmord des Herodes wirklich wahr - im Kontext der historischen - zeitlichen Erfassung?

Danke!
MultiVista

Der Kindermord von Bethlehem fand mit großer Sicherheit nicht statt. Es war ein beliebter Topos, dass der Held als Kind dem Untergang geweiht war und nur durch ein Wunder, göttliches Eingreifen etc. gerettet wurde. Man denke an den ausgesetzten Moses, Romulus und Remus, die nur dank der Wölfin überlebt haben, Aeneas, der aus Troja entkam etc. Der Kindermord (der selbst für damalige Verhältnisse ein Verbrecher erster Güte gewesen wäre, über den aber außerhalb der Bibel nicht berichtet wird) ist also ein Fiktion, um Jesus in das zeitübliche Bild des wunderbar überlebenden Kindes zu verpassen.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 08 März 2008 - 06:36:53    Titel:

multivista

Also darf ich dann nochmals meine Fragen an die EXPERTEN richten?
War der Kindesmord des Herodes wirklich wahr - im Kontext der historischen - zeitlichen Erfassung?


Natürlich darfst du nochmal fragen! Nur verstehe ich nicht, was an meiner Antwort oben unklar war?

Die Geburtsgeschichte Jesu ist in keinem Detail historisch! Was auch niemals das Anliegen des Autors war.

Den Kindermord gab es nicht. Weder im konkreten Kontext noch sonst.

Und die Rolle des Flavius Josephus? Na ja, über seine Glaubwürdigkeit kann man streiten. Wink

Aber sag mal, warum du so großen Wert gerade auf diese Frage legst (Kindermord)
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 13:50:04    Titel:

Warum er so großen Wert auf den Kindermord legt, ist relativ leicht zu erschließen. Es geht ausschließlich um antichristliche Polemik, schon die Formulierung "Jesusmythos" legt das nahe, auch ansonsten zeigt das seine Sprache ganz deutlich.
Die Methode, die dazu angewandt wird, ist nicht neu: man greife einen beliebigen Punkt heraus, erweise seine Unhaltbarkeit und verwerfe alles. Soweit so gut. Allerdings muss man diese Methode dann auch konsequent auf die antike Literatur in toto übertragen.
Die Geschichten von Romulus und Remus finden sich bei Livius. Folglich ist Livius als historische Quelle unbrauchbar.
Sueton berichtet von Wunden und Zeichen in all seinen Kaiserviten. Folglich ist auch Sueton unbrauchbar.
Plutarch erzählt gerne die Geschichte, daß Olympias den kleinen Alexander nicht von Philipp empfangen habe, sondern daß Zeus ihr in Gestalt einer Schlange beigewohnt habe. Also ist auch Plutarch unbrauchbar.
Die Reihe ließe sich fortsetzen.
Somit kommen wir also zu dem Schluß, daß die gesamte antike Geschichte am Ende ein Mythos ist. Hat Caesar vielleicht gar nicht gelebt? Oder Alexander? Oder Cicero? Gerade letzterer muß ein Mythos sein, weil wir über ihn nicht mal von seinen Anhängern informiert worden sind, sondern (horribile est auditu) von ihm selbst!!! Schlimmer gehts nimmer.

Und wo wir gerade bei den Mythen sind ... Buddha wurde seiner Mutter durch Beiwohnung eines weißen Elefanten "ans Herz gelegt."

Fazit: Die Aneignung gewisser Grundkenntnisse in antiker Geschichte, insbesondere Literaturgeschichte sind gewissen Eiferern anzuraten, bevor sie sich allzu leichtfertig zu Dingen äußern, von denen sie offensichtlich keine Ahnung haben.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 15:30:42    Titel:

Das ist ja ein Rundumschlag !
Geschichte also alles nur Legende, Mythos?
Ich denk mal, wer so spricht, will nur den christlichen Mythos retten - und übersieht, dass mit einem Rundumschlag auch die Jesus - und Herodes-Story, wie die gesamte Bibel nur Erfundenes ist. Marcel Reich Ranicki
- der zwar Jude ist, aber nicht rerligiös - meinte mal :
"Die Bibel? Große Literatur"

Aber ich denke, die Geschichte, Geschichtswissenschaft ist bei aller berechtigten Kritik, immer noch relativ objektiv. Relativ? Ja - vor allem im Vergleich zu Bivel oder anderen "legendären" Smile Büchern....

P.S.

Hier irrt der Papst mal nicht:

Eine Gesellschaft, die die eigene Vergangenheit nicht kenne, werde anfällig für ideologische Manipulationen, so der Papst. Sie verliere die Basis des Zusammenlebens und gemeinsamer Anstrengungen für die Zukunft.

Benedikt XVI. kritisierte, daß Lehrpläne mitunter erst bei der Französischen Revolution begännen und ganze Epochen ausblendeten.
Der Papst wörtlich an das vom deutschen Walter Brandmüller geleitete Gremium:

„Wie der Gedächtnisverlust bei einem Einzelnen zum Verlust der Identität führt, so vollzieht sich dieses Phänomen analog in der gesamten Gesellschaft.”

Die Kirche habe ein spezifisches Interesse an der Geschichtswissenschaft, so der Papst. Der historische Kontext bestimme das kirchliche Handeln mit. „Die Kirche ist nicht von dieser Welt, aber sie lebt in ihr und für sie”.
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 16:47:10    Titel:

Ja und was willst du mir damit sagen?
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 16:48:52    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
Geschichte also alles nur Legende, Mythos?


Das ist die logische Konsequenz aus Deiner eigenen Argumentation, nicht meine Laughing
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 09 März 2008 - 17:00:00    Titel:

Geschichtsschreibung ist immer fiktional und ideologisch geprägt. Ganz streng gesehen wird nur eine Aussage über die Zukunft überprüfbar und beweisbar sein, sie kann falsifiziert werden.

Die Geschichtsbücher der Bibel spiegeln das Geschichtsbild ihrer Autoren wider, ebenso die Geschichtsbücher unserer Schulen.

Wir können es wahrscheinlich nicht besser.
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 14 März 2008 - 14:47:54    Titel:

Wenn es nur so einfach wäre ... Leider spiegeln die Geschichtsbücher in unseren Schulen immer nur den Zeitgeist der jeweiligen Genehmigungsbehörde wieder. Man braucht nur einen Blick in die derzeitigen NRW Bücher zu werfen: Umweltgeschichte, Frauengeschichte usw. aber die politische Geschichte, das Wissen um Zusammenhänge wird völlig zurückgefahren, die Texte sind zu einem inhaltsleeren Blabla verkommen, obwohl die Autoren meist erfahrene Lehrer und renomierte Historiker sind.
Hat aber nicht primär mit dem Thema zu tun. Dennoch ist der Jesus Mythos, der hier von multivista vorgestellt wurde, ein sehr schönes Beispiel, denn die Terminologie war in der DDR für die Frühgrschichte des Christentums üblich.
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