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Mythos Jesus und Christentum
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Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Mythos Jesus und Christentum
 
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dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 15 März 2008 - 16:08:50    Titel:

Dennoch ist der Jesus Mythos, der hier von multivista vorgestellt wurde, ein sehr schönes Beispiel,...

Habe ich im Thread etwas überlesen? Wo war vom Jesus Mythos die Rede?
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 04 Apr 2008 - 12:24:18    Titel:

multivista, "die Bibel" ist ja ein Sammelband, zusammengestellt von vielen Autoren und Redakteuren und umfaßt etwa 1000 Jahre Literaturgeschichte.

Ob ein moderner Historiker die Bibel nutzen kann, hängt sehr von seiner Fragestellung ab. Da du Paulus erwähnt hast: seine Reiseberichte können dem Historiker Hinweise auf Städtenamen und Verkehrsverbindungen geben.
Die Wundererzählungen bei Matthäus sind für den Religionshistoriker interessant, denn er erfährt etwas über Wundererzählungen dieser Zeit.
Natürlich ist die Bibel kein Geschichtsbuch! Dennoch kann der Forscher eine Menge historische Hinweise finden, die Rückschlüsse auf die Zeit der Entstehung dieser Texte erlauben. Manchmal sind es eher Nebensätze, die aussagestark sind. Daß Wein auch in "Schläuchen" abgefüllt wurde, nicht nur in Ton-Amphoren z.B.

Auch die Geschichte vom Kindermord ist historisch wichtig. Sie belegt ganz einfach, daß der Autor des Textes zu einer Zeit und für eine Lesergruppe geschrieben hat, die keinerlei direkten Bezug zu Palästina um die Zeitenwende hatte. Offenbar mußte er keinen Widerspruch von Zeitzeugen oder von deren Erben fürchten.

Wenn sich der Historiker heute in eine Zeitmaschine setzen könnte und eine Reise nach Judäa zur Zeit Jesu unternähme, dann würde er keine Probleme haben sich zu orientieren. Er würde die Städte und Dörfer kennen, er wüßte um die Gepflogenheiten und Probleme ihrer Einwohner.
Sogar die politischen Parteien und ihre Gegener würde er kennen.
Den Christus dagegen würde er vergeblich suchen.

Gruß Dornbusch
Mindworm
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Anmeldungsdatum: 04.11.2007
Beiträge: 1064

BeitragVerfasst am: 04 Apr 2008 - 13:30:29    Titel:

Zitat:

Den Christus dagegen würde er vergeblich suchen.

Was du damit meinst, ist mir schleierhaft. Jesu Existenz ist zumindest historisch gesichert, d.h. den Menschen Jesus würde er sicher finden. Die Bibel sagt, dass Jesus mehr war, als ein Mensch, aber nicht, dass er nach mehr aussah.. auch ein heutiger Historiker würde also nur einen Menschen sehen. Ob die Wunder historisch sind, lässt sich allerdings nicht überprüfen.. ein Atheist wird sagen "nein", aber wenn es einen Gott gibt, warum sollte es dann nicht möglich sein?
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2008 - 05:50:57    Titel:

mindworm, du schreibst u.a.

Jesu Existenz ist zumindest historisch gesichert, d.h. den Menschen Jesus würde er sicher finden.

Da dies hier ein Geschichtsforum ist, frage ich dich, worauf du deine historische Sicherheit gründest? (lassen wir den geglaubten Jesus im Moment außer acht)

Daß der Zeitreisende einem Mann mit diesem Namen begegnen kann ist schon klar, ganz vielen sogar!
Da der Zeitreisende aber nicht weiß, wie alt der von ihm Gesuchte ist, wo er sich wann aufhält, wie er aussieht oder was er gerade tut, wird er ihn nicht finden können! Klar könnte er einige Fischer fragen, ob sie den Jesus von Nazaret kennen. Was glaubst du, wäre die Antwort? Bei Judas hätte er vielleicht eine Chance. Fall Judas historisch wäre Wink

Gruß Dornbusch
Mindworm
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Anmeldungsdatum: 04.11.2007
Beiträge: 1064

BeitragVerfasst am: 07 Apr 2008 - 22:19:06    Titel:

Zitat:

Da dies hier ein Geschichtsforum ist, frage ich dich, worauf du deine historische Sicherheit gründest? (lassen wir den geglaubten Jesus im Moment außer acht)

Zitat:
Erwähnt wird Jesus in der Antike nur sehr selten, bei Josephus Flavius zum Beispiel:

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch Heiden an sich. Er war Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies mit tausend anderen wunderbaren Dingen von ihm vorherverkündet hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort.

(Von S.1)
Wie gesagt, Jesus gilt als historisch gesichert. Dass seine Existenz wissenschaftlich bewiesen ist, habe ich absichtlich nicht gesagt...
Der_Neugierige
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Anmeldungsdatum: 03.10.2006
Beiträge: 802

BeitragVerfasst am: 09 Apr 2008 - 10:52:51    Titel:

Die Existenz Jesu wäre nur dann "historisch gesichert" (so wie man auch andere Gestalten der Antike als historisch gesichert annimmt), wenn es Aufzeichnungen zeitgenössischer Historiker gäbe, die ihn erwähnen, oder es klare archäologische Befunde gäbe (dies könnten z.B. römische Aufzeichnungen zu seiner Gefangenschaft oder Hinrichtung sein usw.).

Letztere sind trotz jahrhundertelanger Suche nicht vorhanden. Und was noch schlimmer wiegt: kein Historiker, der zur angeblichen Lebenszeit von Jesus Christus lebte, hat ihn je erwähnt. Dies ist äußerst erstaunlich - hat doch Jesus eine Reihe in damaliger Zeit nicht alltäglicher Wundertaten vollbracht, deren Kunde sich auch damals rasch verbreitet haben sollte. Auch seine Auferstehung war kein alltägliches Ereignis.

Der wohl einzige Historiker, der ihn etwas ausführlicher erwähnt, war der hier bereits genannte Flavius Josephus. Er wirkte allerdings, nachdem Jesus bereits einige Zeit tot war (ca. 40 Jahre) und wird als Quelle wegen späterer nachweisbarer christlicher Fälschungen allgemein nicht als ausreichend erachtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Flavius_Josephus

Interssant hierzu folgender Beitrag:
http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferchristliche_Notizen_zu_Jesus_von_Nazaret
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2008 - 17:51:55    Titel:

Na gut, Jesus war in der Antike... aber die HOCHzeit der Kirche im Mittelalter... wie komme ich darauf?

Multi fragte einst:

Comeback der Märchen-Literatur: Der Spiegel (18.3 05):

Nach "Der Herr der Ringe" und "Harry Potter" lockt der Märchenton immer mehr erwachsene Leser.

(Anm.: Und idese Titel waren denn auch letztes Jahr - neben der Bibel - "unsere Besten" der Literatur).

P.S.

Unsere Besten?
Der Spiegel: "Von Kitschnudeln und schwachsinnigen Erbauungsbüchern"

Hamburger Abendblatt: "Auf dem Pfad der Phantasie" u.s.w.
Die Menschen lieben nicht die Wahrheit - sondern
Illusionen, Sagen und Märchen.

Beleg:

Unsere Besten Bücher, ZDF:

"Herr der Ringe" und

Bibel

WAS denkt Ihr dazu?

Antworten:

a) Die Memnschen lieben nciht die Wahrheit, weil sie Angst vor der Wahrheit haben!

Lieber flüchten sie in Lügen und Legenden als die Wahrheit zu finden.

b) Und wer sagt mir, dass Illusionen nicht wahr sind?

c) Die Wahrheit müssen wir schon den ganzen Tag erleben,
weshalb dann auch in Büchern?

Das ZDF-nachtstudio am 14. April 2005 über die spürbare und anhaltende "Magie der Märchen" - mit Eugen Drewermann (Theologe, Religionswissenschaftler), Silke Fischer (Direktorin "Berliner Märchentage") und Thomas Macho (Philosoph).

Nur in den Märchen, so meint Andersen einmal, könne er, was er nicht sagen darf, "verblümt und doch frei" bekennen. Daraus folgt: Nicht nur Kinder, wir alle brauchen Märchen.

So ist auch die "Figur Jesus" (auch die anderer "Erlöser") eine menschliche, allzumenschliche Projektion. Und diese steht jedem Menschen "frei"...

das war 6. Apr. 05, MultiVista

Heute lese ich:
http://www.welt.de/kultur/article1901070/.html#reqNL
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2009 - 20:51:35    Titel:

Ratatoskr

Sind dir der Begriff "fiktionaler Text" und dessen Implikationen bekannt?
Der Schwerpunkt der NT Texte ist keineswegs die Vergangenheit - im Sinne eines Geschichtsbuches - sondern die Apokalyptik, die Zukunft.
Ein wissenschaftlich und sachlich richtiger Umgang mit Texten erfordert immer eine Besinnung auf den eigentlichen Charakter (Gattung) des untersuchten Textes.

Dies gilt z.B. für "Wundererzählungen". Diese sind eine eigene literarische Besonderheit. Auf der literarischen Ebene sind diese Erzählungen von historischer Bedeutung und durchaus aussagekräftig. Wer dann noch das eigentliche Wunder historisch verifizieren möchte, hat im zweiten Semester einfach nicht aufgepasst.

maik

Zitat:
und wie gesagt die menschen früher waren religiös und die haben jedes wort wörtlich genommen , die leute haben früher wie die schulkinder von heute gedacht.


Was bringt dich zu dieser Aussage?

Gruß Dornbusch
Totila
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Anmeldungsdatum: 27.01.2009
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 27 Jan 2009 - 22:43:47    Titel:

@ Snapdragon:
Ich denke, dem Text ist deutlich zu entnehmen, dass es zumindest in Bezug auf Jesus keine geeigneten Quellen gibt.

@ dornbusch:
Entweder behauptest Du jetzt, die Tempelreinigung, Speisung der 5000, Jesus Geburt und alles andere, was Ratatoskr schreibt, werde erst in der Zukunft stattfinden oder Dein Einwand ist völlig sinnlos, weil am Thema vorbei. Und wenn die biblischen Behauptungen nicht historisch verifizierbar sind, dann stimmst Du mit Ratatoskr ja sogar überein, dass die Bibel als historische Quelle unbrauchbar ist. Wer keine zweite Quelle zu Rate zieht, hat im ersten Semester nicht aufgepasst.
Ratatoskr
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Anmeldungsdatum: 08.12.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 02 Feb 2009 - 17:04:13    Titel:

Wie ereignislos muß das Leben von Jesus gewesen sein, wenn alle seine spannenden Abenteuer erfunden werden mußten? Und wenn die Tempelschändung usw. tatsächlich gar nicht stattgefunden haben, dann sind die kirchlichen Predigten nichts anderes als Märchenstunden. Spirituell Bedürftige könnten ebensogut Rotkäppchen, Rumpelstielzchen und den Froschkönig anbeten. Das wäre auch moralisch vertretbarer als einen "Allmächtigen" anzubeten, der nicht mal den Holocaust verhindern konnte -oder besser: WOLLTE! Denn schließlich WIRKT dieser "Gott" ja ALLES (siehe Jesaja 45,7)!
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