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Argumente für Inquisitionen
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lisl*
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 131

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2007 - 14:22:16    Titel: Argumente für Inquisitionen

hallo!Smile
ich suche argumente die für inquisitionen(lat.: Untersuchung, bezeichnet eine gerichtliche Institution der katholischen Kirche zur Reinerhaltung des Glaubens und zur Verfolgung von Häretikern) sprechen!

also wie konnte es dazu kommen, dass die kirche sowas zugelassen hat?

und wieso waren inquisitionen so interessant für die bürger,die zahlreich dran teilgenommen haben?

wäre für jede hilfe dankbar. lg Very Happy
Twain
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Anmeldungsdatum: 22.06.2006
Beiträge: 2680
Wohnort: Herts, U.K

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2007 - 14:31:02    Titel:

Es gibt keine Gründe pro Inquisition, jedenfalls nicht aus der heutigen Sicht.

Überleg doch mal, warum fanden die Leute das damals so "toll"?
Es war eine Abwechslung von ihrem sonst nicht so spannenden Leben. Zu sehen wie eine Hexe oder ein Häretiker verurteilt und verbrannt werden war die Show schlechthin! Und solange man nicht selbst betroffen war, war auch alles in schönster Ordnung. Später als die Prozesse immer weiter um sich gegriffen haben, fanden die Menschen das auch nicht mehr so toll, weil jeder Angst um sein Leben hatte.
lisl*
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 131

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2007 - 14:37:30    Titel:

ja ich mein ja auch aus damaliger sicht Smile

aus heutiger sicht is mir klar, dass das der absolute oberwahnsinn ist
hosenscheisser
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Anmeldungsdatum: 23.01.2006
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2007 - 23:18:36    Titel:

Immerhin gab es damals ein einigermaßen geregeltes Verfahren, in dem überprüft wurde, ob gegen den Kodex verstoßen wurde; das ist sicher kein "rechtsstaatliches" Gerichtsverfahren, aber immerhin keine Willkür.
Wenn ich mir unsere "Inquisition" betrachte - jede Woche wird eine Sau durchs Dorf getrieben - , dann wünsche ich mir manchmal die alte Zeit zurück.
Carcharoth
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 1536

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2007 - 02:02:07    Titel:

>>Es war eine Abwechslung von ihrem sonst nicht so spannenden Leben. Zu sehen wie eine Hexe oder ein Häretiker verurteilt und verbrannt werden war die Show schlechthin! Und solange man nicht selbst betroffen war, war auch alles in schönster Ordnung. Später als die Prozesse immer weiter um sich gegriffen haben, fanden die Menschen das auch nicht mehr so toll, weil jeder Angst um sein Leben hatte.<<

Der gesellschaftliche Voyeurismus war vielleicht ein Grund, dass Hexenschauprozesse und Hinrichtungen im Mittelalter bis ca. 1750 an der Tagesordnung waren. Mit der Inquisition hat diese Darstellung allerdings wenig zu tun, eine wenigstens ausreichende Kenntnis der Thematik wäre vor einer Äußerung hilfreich Wink

Es gab aus damaliger Sicht mit Sicherheit Gründe für die Einrichtung der Inquisition. Da aus der Sicht der Katholischen Kirche die Dogmen der katholischen Theologie eine entscheidende Rolle spielten und spielen, wurde und wird mit allen üblichen Mitteln der jeweiligen Zeit versucht, eine Erweiterung des Wissensstandes zugunsten einer Bewahrung des Wissens-Status-Quo einzudämmen. Wissenschaft, Theologie und Kunst, die den Dogmen nicht widerspricht, wird gefördert und belohnt. Wissenschaft, Theologie und Kunst, die den Dogmen widerspricht, wird verdammt. Die Katholische Kirche ist eine politische Institution - ihre Verfassung ist die Bibel und ihre Dogmen; ihre Iudikative (NICHT Exekutive, liebe Twain) war die Inquisition (heute die katholische Glaubenskongregation - immer noch sehr mächtig innerhalb der Kirche); ihre Exekutive war jedoch immer weltlich - und die Methoden sollten nicht ZU eng mit der Inquisition in Verbindung gebracht werden. Die so oft geäußerte Kritik der ausartenden und willkürlichen Grausamkeit trifft allenfalls auf die Spanische Inquisition zu.
Die ganz "normale" katholische Inquisition war und ist (wie gesagt, heute unter dem Namen "Glaubenskongregation") lediglich die Iudikative des Kirchenstaates, der eben im Mittelalter noch eine wesentlich größere Macht inne hatte und dem im übrigen auch von anderen weltlichen Herrschern außerhalb des Kirchenstaates weitreichende Kompetenzen zugedacht wurden - daher die berüchtigte Macht der Inquisition. Die heutzutage - wie es scheint - üblich gewordene Vorstellung von brutalen und mordlüsternen Folterknechten, die dem gemeinen Volk eine Schau bieten wollten, geht an der Realität weit vorbei.
hosenscheisser
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Anmeldungsdatum: 23.01.2006
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2007 - 23:30:50    Titel:

Mal eine ketzerische Frage: wie sieht es heute aus, wenn jemand gegen die Dogmen des Zeitgeistes (ich kann ihn nicht mehr als liberal bezeichnen - vielleicht libertär) verstößt??
-Andreas-
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 167
Wohnort: Hamminkeln (NRW)

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2007 - 00:49:47    Titel:

lisl* hat folgendes geschrieben:
ja ich mein ja auch aus damaliger sicht Smile

aus heutiger sicht is mir klar, dass das der absolute oberwahnsinn ist


naja aber so unrealistisch is das gar nicht, schau dir doch mal islamisten an, die kommen mit ihren glaubenstheorien schon sehr nah an die christliche inquisition heran

(soll keine generalverurteilung des islam sein, nicht missverstehen)
Carcharoth
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Anmeldungsdatum: 19.07.2006
Beiträge: 1536

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2007 - 00:55:30    Titel:

Dogmen des Zeitgeistes? Meinst du damit die Dogmen der Kirche? *nichtganzversteh* also ich würde das nicht gleichsetzen *lol*

Wenn ein nicht der Kirche Angehöriger gegen die Dogmen der Kirche verstößt, interessiert das die Kirche einen feuchten Kehricht.
Wenn ein der Kirche Angehöriger gegen die Dogmen der Kirche in Gedanken verstößt, kann die Kirche das natürlich nicht beurteilen.
Wenn ein der Kirche Angehöriger öffentlich (schriftlich oder anderweitig) gegen die Dogmen verstößt oder ihnen widerspricht, wird er vermutlich von dem Bischof oder obersten Geistlichen des jeweiligen Distrikts zu einem Gespräch geladen. Wenn sich sein Verhalten nicht bessert, kann er exkommuniziert werden (siehe z.B. Hans Küng), es sei denn die Kirche erkennt seine Gedanken an und nimmt sie in ihre Theologie mit auf.

Kenne mich aber auch nicht wirklich mit der innerkirchlichen Hierarchie aus, die hierbei natürlich eine große Rolle spielt.
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