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Stellvertreter oder Bote?
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JuraHilfe
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Anmeldungsdatum: 04.02.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2007 - 23:13:05    Titel: Stellvertreter oder Bote?

Folgendes Problem:

A will eine Skulptur ersteigern, kann jedoch selbst nicht zum Versteigerungstermin erscheinen. Sie erklärt dem Auktionator vor der Auktion, dass sie den B zur Auktion schicken werde, jedoch nicht bis zu welchem Gebot er bieten soll. Daraufhin beauftragt sie B die Skulptur zu ersteigern, lässt ihm freie Hand bei der Auktion, sagt ihm jedoch, er soll nur bis 40.000 Euro mitbieten.
Bei der Auktion jedoch bietet B 42.000 Euro und erhält dafür den Zuschlag.

Handelt es sich hier um den Fall des "Vertreters ohne Vertretungmacht" oder des "Boten ohne Botenmacht"?
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2007 - 23:28:50    Titel:

Er lässt ihm ja freie Hand bei der Auktion, nennt lediglich im Innenverhältnis eine Obergrenze. Daher eigene Willenserklärung des B. Wirksame Stellvertretung.
JuraHilfe
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Anmeldungsdatum: 04.02.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 06 Feb 2007 - 23:50:41    Titel:

Also kein Problem bzgl. Vertretungsmacht?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 07 Feb 2007 - 09:13:32    Titel:

Also, erstmal handelt es sich um einen Stellvertreter, da B in eigenem Namen handelt (darf Gebot selbst festlegen). Würde A ihn genau sagen, was er zu bieten hätte, dann wäre B nur Bote.

So, und zur Vertretungsmacht: Gem. § 167 I Alt. 1 BGB handelt es sich um eine Innenvollmacht. Ich sehe da allerdings schon ein Problem, da A dem B eine Obergrenze genannt hat und B diese überschritten hat... Da muss man auf jeden Fall mehr schreiben.

Fraglich ist dann, ob eine Abweichung von 2000 € noch von der Vollmacht gedeckt ist.
Maria1984
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Anmeldungsdatum: 10.02.2007
Beiträge: 112
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 11 Feb 2007 - 19:15:16    Titel:

Wenn B in eigenem Namen gehandelt hätte würden auch die Rechtsfolgen ihn treffen. B handelt im Namen des A kann aber eine eigene WE abgeben.

Wenn nur im Innenverhältnis eine Obegrenze gegeben ist dann glaube ich ist es so, dass A im Innenverhältnis von B etwas zurückverlangen kann.
Matthias104
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Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2007 - 10:48:19    Titel:

Es handelt sich hier um eine kundgegebene Innenvollmacht gem. § 171 I Var. 1.

Bei Gutgläubigkeit des Geschäftspartners hinsichtlich der Vertretungsmacht, wirkt das getätigte RG für und gegen den Vertretenen.

Vorliegend wurde durch Kundgebung der Innenvollmacht ein Rechtsschein erzeugt, der Auktionator kannte jedoch nicht die Beschränkung im Innenverhältnis und ist somit gutgläubig gewesen.
Das RG gilt also für und gegen den Vertretenen.

Der Vertetene hat jeodch einen Anspruch aus § 280 I ggü. dem Vertreter.

Matthias
JuraHilfe
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Anmeldungsdatum: 04.02.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2007 - 17:40:54    Titel:

Angnommen A würde jetzt den Vertrag über die Skulptur wg. Arglist des Auktionators wirksam anfechten. Hätte dann der Auktionator irgendwie noch einen Anspruch gegen den Stellvertreter B? Eigentlich nicht, oder?
Matthias104
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Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2007 - 22:23:27    Titel:

JuraHilfe hat folgendes geschrieben:
Angnommen A würde jetzt den Vertrag über die Skulptur wg. Arglist des Auktionators wirksam anfechten. Hätte dann der Auktionator irgendwie noch einen Anspruch gegen den Stellvertreter B? Eigentlich nicht, oder?


Nein. Wenn die Anfechtung wg. Arglist durchgeht (und nicht der Vertreter anficht, das wäre nämlich der übliche Fall).
JuraHilfe
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Anmeldungsdatum: 04.02.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2007 - 15:40:54    Titel:

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer nach außen kundgegebenen Innenvollmacht und einer Außenvollmacht?
Matthias104
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Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2007 - 16:27:40    Titel:

Bei der Außenvollmacht weiß der Vertreter nichts von seiner Vertretungsmacht.
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