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Gerichtsbarkeit?
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kendo
Gast






BeitragVerfasst am: 12 Dez 2004 - 19:05:19    Titel: Gerichtsbarkeit?

Hallo zusammen,

was kann ich unter Gerichtsbarkeit verstehen?

Bei Privat- und öffentlichem Recht?

Brauche dringend Info!

DANKE!
Steffi
kendo
Gast






BeitragVerfasst am: 12 Dez 2004 - 20:39:36    Titel: Gerichtsbarkeit

Hallo, was kann ich darunter verstehen?

Bitte Info. Diese Frage ist 100 % ernst gemeint! Danke!
Gast







BeitragVerfasst am: 13 Dez 2004 - 11:01:52    Titel:

Verwaltungsgerichtsbarkeit: das sind die Verwaltungsgerichte.
Zivilgerichtsbarkeit: das sind die Zivilgerichte.
Strafgerichtsbarkeit: das sind...
DerBuerger
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Anmeldungsdatum: 28.11.2004
Beiträge: 496

BeitragVerfasst am: 13 Dez 2004 - 13:26:32    Titel:

Die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Zweig der deutschen Gerichtsbarkeit, der der gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungshandelns dient. Die auf der Grundlage von Art. 95 des Grundgesetzes eingerichteten Verwaltungsgerichte gewährleisten in ihrem Zuständigkeitsbereich die von Art. 19 Abs. 4 des Grundgesetzes verlangte Überprüfbarkeit sämtlicher öffentlicher Akte. In erster Instanz sind in der Regel die Verwaltungsgerichte zuständig. In den meisten Ländern ist je Regierungsbezirk ein Verwaltungsgericht eingerichtet.

Zuständigkeit
Zuständig sind die Verwaltungsgerichte für die öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten nichtverfassungsrechtlicher Art (§ 40 VwGO). Die Abgrenzung zu den Zivilgerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit und zu der Sozialgerichtsbarkeit ist teilweise recht kompliziert und auch umstritten.

Aufbau
Die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist dreistufig aufgebaut. Für die meisten verwaltungsgerichtlichen Verfahren ist als erste Instanz das Verwaltungsgericht zuständig. Berufungs- und Beschwerdeinstanz der Verwaltungsgerichte sind die Oberverwaltungsgerichte (OVG) bzw. Verwaltungsgerichtshöfe (VGH) der Bundesländer. Jedes Bundesland hat ein OVG oder einen VGH, das oder der - außer in Bayern - seinen Sitz nicht in der Landeshauptstadt hat, um die Unabhängigkeit von der Verwaltung auch räumlich zu verdeutlichen. (Zur Liste der Sitze vgl. Oberverwaltungsgericht) Die Oberverwaltungsgerichte sind bei Normenkontrollen von Satzungen, landesrechtlichen Vereinsverboten und Genehmigungen von technischen oder verkehrlichen Großprojekten erste Instanz.

Revisions- und Rechtsbeschwerdeinstanz ist das Bundesverwaltungsgericht mit Sitz in Leipzig. Auch das Bundesverwaltungsgericht kann bei Streitigkeiten der Versicherungsaufsicht und übrigen nichtverfassungsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Bund und Ländern erste Instanz sein.

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Ordentliche Gerichtsbarkeit

Vor den ordentlichen Gerichten werden alle bürgerlich-rechtlichen Streitigkeiten zwischen Privatpersonen oder auch sogenannten "juristischen" Personen (z.B. GmbH, Aktiengesellschaft) verhandelt. Darunter fallen z.B. Streitigkeiten aus Kauf-, Miet-, Werk- oder Dienstverträgen, Unterlassungsansprüche, Schadensersatzforderungen, Erbschaftsangelegenheiten, Nachbarschaftsstreitigkeiten.
Beispiele:

Der Käufer eines Autos will sein Geld zurück haben, weil der Wagen nicht so läuft wie vereinbart. Der Verkäufer geht darauf nicht ein.
Der Vermieter fordert Mieterhöhung; der Mieter will aber nicht zahlen.
Das Opfer eines Verkehrsunfalles verlangt Schadensersatz; Schädiger und Versicherung lassen aber nichts von sich hören.
Der Erbe will nach dem Tod der Großmutter den wertvollen Schmuck in Besitz nehmen; die Verwandten geben diesen jedoch nicht heraus.
Ein defektes Abwasserrohr auf dem Nachbargrundstück führt zu Vernässungen und Geruchsbelästigung - der Grundstückseigentümer verweigert Abhilfe.

Ferner gehören auch die sogenannten Familiensachen vor die ordentliche Gerichtsbarkeit.

Beispiele:

Scheidungsverfahren.
Der Vater eines ehelichen Kindes will das alleinige Sorgerecht erhalten.
Der geschiedene Vater eines ehelichen Kindes will sich nicht damit abfinden, daß die sorgeberechtigte Mutter ihm jeglichen Umgang mit dem Kind verweigert.
Ein geschiedener Ehegatte ist der Ansicht, daß der ihm gezahlte Unterhalt zu niedrig ist.
Der Sohn möchte auswärts studieren; die Eltern weigern sich, die Studienkosten hierfür zu übernehmen.

An die ordentlichen Gerichte muss man sich auch wenden, wenn der in einem gerichtlichen Verfahren Unterlegene den Anspruch des obsiegenden nicht erfüllt (Zwangsvollstreckung).
Neben diesen "streitigen" Verfahren werden hier auch die Angelegenheiten der sogenannten "Freiwilligen Gerichtsbarkeit" behandelt. Hierzu zählen insbesondere die Vormundschafts-, Nachlass-, Grundbuch- und Registersachen.

Beispiele:

Die minderjährigen Kinder brauchen nach dem Tod der Eltern eine neue Bezugsperson, die alle Angelegenheiten der Kinder regeln darf. Es muss ein Vormund bestellt werden.
Ein Ehepaar möchte gern ein Kind adoptieren.
Der Erbe benötigt, um den Nachlass in Besitz zu nehmen (z.B. Sparguthaben, Grundstück), einen Erbschein.
Um einen Kredit abzusichern, soll für die Bank eine Grundschuld in das Grundbuch eingetragen werden.
Der Inhaber einer Firma möchte gern im Handelsregister eingetragen werden.

Weiterhin werden vor den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit alle Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren durchgeführt
Kendo
Gast






BeitragVerfasst am: 13 Dez 2004 - 19:02:01    Titel: Danke!

Vielen Dank für Eure Hilfe, hab mich sehr gefreut!

Ich mache gerade eine Weiterbildung zu Fachkauffrau für Einkauf & Logistik und quäle mich durch den Rahmenlehrplan...

Werde bestimmt noch öfer Fragen!

DANKE SCHÖN!!!

Viele Grüße
Kendo
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