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Anstiftung?
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Leilly
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Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 01 März 2007 - 13:23:50    Titel: Anstiftung?

Ich hab hier nen Problem, wo ich absolut nicht weiterkomme.

A und B wohnen zusammen. B lässt immer seine Sportsachen im Flur der Wohnung liegen, was A sehr stört und weswegen auch häufig Streit aufkommt. A lässt ihre Laune dann oft an C aus, ihrem Freund. Eines morgens, als A und B die Wohnung bereits verlassen haben, nimmt C die Sportsachen des B und verteilt sie im gesamten Flur und stellt einen Baseballschläger daneben, in der Hoffnung, dass A den B damit verprügelt.

Ist das nun Anstiftung oder Beihilfe? Ich komm absolut nicht zu einem eindeutigen Ergebnis.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 02 März 2007 - 00:57:51    Titel:

Hier ist der Streitklassiker gefragt, ob die Anstiftung eine kommunikative Beziehung zwischen Anstifter und Angestiftetem erfordert. Wenn du dieses Erfordernis nicht für nötig erachtest, kannst du einen Anstiftung annehmen. Ansonsten wird's wohl eher Beihilfe.
nalinco
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Anmeldungsdatum: 02.03.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 02 März 2007 - 04:40:05    Titel:

das du zu keinem eindeutigen ergebnis kommst, liegt daran, dass es umstritten ist, ob hier ein fall der anstiftung gegeben ist. In § 26 StGB wird der anstifter beschrieben als person, die einen anderen zur tat "bestimmt". was heißt nun bestimmen? reicht es aus, wenn jemand vorsätzlich eine tatanreizende situation schafft? das ist genau das problem, um das sich dein fall dreht. darüber wurden schon ganze bücher geschrieben (Christmann, zur strafbarkeit sogenannter tatarrangemants wegen anstiftung, 1997), einen guten überblick über die verschiedenen theorien gibt es bei "hillenkamp, 32 probleme aus dem strafrecht, allgemeiner teil". in der zehnten auflage ist es das 23. problem...viel glück
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 02 März 2007 - 10:55:07    Titel:

ah das si die Hausarbeit aus Bayreuth...ich hab den sachverhalt auch hie rliegen..komme zwar aus köln aber werd die wohl mal für mich auch probieren..gute übung...
Leilly
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Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 02 März 2007 - 13:21:54    Titel:

ja, so hatte ich das eigentlich auch gesehen,also das es sowohl anstiftung als auch beihilfe sein könnte, bis mir jemand erzählt hatte, dass es ganz klar beihilfe wäre, was mich dann etwas irritiert hatte.

kann man sagen welches von den beiden anzunehmen taktisch klüger wäre?
StR-Tobi
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 02 März 2007 - 13:50:15    Titel:

Ganz klar ist es gerade nicht, weil es umstritten ist. Ganz klar ist, das ein Fahrrad eine bewegliche Sache ist, aber da hört es ja beim Strafrecht meist schon auf.

Taktisch klüger... nun ja. Taktische Erwägungen kommen in einer Hausarbeit i.d.R. erst ins Spiel, wenn du dir durch die Annahme einer bestimmten (meist Minder-)Meinung nachfolgende Probleme abschneiden würdest. Gemäß dem Grundsatz "Keine Flucht vor Problemen!" ist davon absolut abzuraten. Ich denke aber nicht, dass du dir mit der einen oder anderen Auffassung irgendwelche Probleme abschneiden würdest. Denn sowohl Anstiftung als auch Beihilfe sind Teilnahmeformen und unterscheiden sich insoweit nicht. Anderes könnte höchstens dann gelten, wenn die Situation in ein Dreiecksverhältnis eingebettet wäre, aber das scheint hier nicht der Fall zu sein. Du kannst also ruhig danach gehen, welche Argumente dich mehr überzeugen. Überzeugender ist es m.E. - allein schon von dem natürlichen Sprachgebrauch des Wortes "Anstiftung" ausgehend - nur eine Beihilfe anzunehmen.
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