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Verführung von Minderjährigen?
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STEFANSTEFAN
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Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2007 - 21:23:51    Titel: Verführung von Minderjährigen?

Hey,
wenn Person A 13 Jahre alt ist und am Juni 14 wird, Person B 18 Jahre alt ist.
Beide sind zusammen und die Eltern sagen das Person B sich strafbar macht, stimmt das? Person A u. B wollen miteinander zusammen sein. Person B hat im Internet gelesen "so lange es beide von euch wollen (zusammensein), ist es nicht strafbar." Person B fragt sich ob das stimmt.
Kann Person B mit Person A zusammensein ohne das er sich strafbar macht?

LG Stefan
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2007 - 21:43:44    Titel:

Wenn A und B miteinander schlafen, gilt folgendes:

A. Strafbarkeit des A gem. §§ 176 I, 176a II StGB

I. TB
1. Objektiver TB
a) Grunddelikt
aa) Sexuelle Handlungen (+)
bb) an einem Kind (+)
b) Qualifikation d. § 176a II Nr. 1
Beischlaf vollziehen (+)

2. Subj. TB
a) Grunddelikt
aa) Sexuelle Handlungen (dolus directus II)
bb) an einem Kind (ebenso)
b) Quali
Beischlaf (dolus directus II)

3. Ein tatbestandsausschließendes Einverständnis scheidet wegen der unwiderleglichen Vermutung der sex. Unreife der B aus

II. RW
sind nicht ersichtlich

III. Schuld
A könnte gem. § 17 StGB einem unvermeidlichen Verbotsirrtum unterliegen. Dieser ist dann gegeben, wenn der Täter das Unrecht seiner Tat verkennt und dieser Irrtum unvermeidbar war.
A las im Internet, dass das Vollziehen des Beischlafs straflos sei, allerdings wiesen ihn die Eltern der B darauf hin, dass dem nicht so wäre. Allerdings gilt hier der Grundsatz in dubio pro reo, sodass von einer Fehlvorstellung auszugehen ist.
A hätte allerdings zum einen wissen müssen, dass es rechtliche Probleme in Bezug auf den GV mit einem Kind gibt und überdies hätte ihn bei äußerster Anspannung seines Gewissens der sittliche Appell, die sex. Unreife eines Kindes nicht auszunutzen von seiner Tat abgehalten.
Im Ergebnis ist daher allenfalls ein vermeidbarer Verbotsirrtum anzunehmen (§ 17 generell abzulehnen vertretbar).

B. Ergebnis
A hat sich des schweren sexuellen Missbrauch gem. §§ 176 I, 176a II Nr. 1 StGB strafbar gemacht.

Strafrahmen wäre hier (wenn nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt wird) 2-15 Jahren Haft. Eine Einstellung gem. § 153 StPO scheidet wegen des Verbrechenscharakters aus.
STEFANSTEFAN
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Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2007 - 21:50:18    Titel:

Wenn Person A und B zusammen sind aber nicht miteinander schalfen, ist das strafbar?
Wenn Person A 14 Jahre alt ist, ändert sich in Bezug aufs Gesetzt etwas?
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2007 - 22:00:07    Titel:

STEFANSTEFAN hat folgendes geschrieben:
Wenn Person A und B zusammen sind aber nicht miteinander schalfen, ist das strafbar?


Das hängt davon ab, ob A und B sexuelle Handlungen vornehmen (Petting etc.).
Ich habe aber schon gehört, dass auch Handlungen mit sex. Bezug unterhalb der Schwelle des § 176 I StGB als tätliche Beleidigung gem. § 185 StGB eingeordnet wurde, m. E. kann dies aber hier nicht einschlägig sein, da § 185 StGB damit systemwidrig und gegen den erklärten Willen des Gesetzgebers das auffinge, was § 176 ff. StGB ausdrücklich straflos lassen (vgl. nur BGHSt NStZ 1986, 453).

Zitat:
Wenn Person A 14 Jahre alt ist, ändert sich in Bezug aufs Gesetzt etwas?


Ja, dann entfiele ein Strafbarkeit des A.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 02 Mai 2007 - 22:34:08    Titel:

Jetzt mal ein Schmankerl der Teilnahme:

A und B verabreden, am kommenden Wochenende den Beischlaf zu vollziehen. Strafbarkeit der Beteiligten gem. § 30 II iVm §§ 176 I, 176a II Nr.1 StGB?
Labus
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Anmeldungsdatum: 28.09.2004
Beiträge: 2598
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 - 14:35:59    Titel:

Unter welcher Prämisse?

Das A 14 oder (noch) 13 Jahre ist?
Lord Pride
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Anmeldungsdatum: 04.08.2005
Beiträge: 221
Wohnort: Bei Frankfurt/Main

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 - 15:33:19    Titel:

Wohl unter der des Ausgangsfalles (also A ist 13 Jahre), da ansonsten die § 176 f. ohnehin nicht einschlägig wären.

Ganz abgesehen von der generellen Schuldunfähigfkeit unterhalb von 14 Jahren hätte sich A hier ohnehin nicht strafbar gemacht, da sie gar nicht tatbestandlich nach § 176 f. handeln kann.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 - 18:57:31    Titel:

Lord Pride hat folgendes geschrieben:
Wohl unter der des Ausgangsfalles (also A ist 13 Jahre), da ansonsten die § 176 f. ohnehin nicht einschlägig wären.

Ganz abgesehen von der generellen Schuldunfähigfkeit unterhalb von 14 Jahren hätte sich A hier ohnehin nicht strafbar gemacht, da sie gar nicht tatbestandlich nach § 176 f. handeln kann.


Notwendige Teilnahme wollte ich hören, die Schuldunfähigkeit der A ist auch irrelevant, wenn es um die Strafbarkeit des B geht wg. der limitierten Akzessorität.
Lord Pride
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Anmeldungsdatum: 04.08.2005
Beiträge: 221
Wohnort: Bei Frankfurt/Main

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 - 19:04:11    Titel:

Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Lord Pride hat folgendes geschrieben:
Wohl unter der des Ausgangsfalles (also A ist 13 Jahre), da ansonsten die § 176 f. ohnehin nicht einschlägig wären.

Ganz abgesehen von der generellen Schuldunfähigfkeit unterhalb von 14 Jahren hätte sich A hier ohnehin nicht strafbar gemacht, da sie gar nicht tatbestandlich nach § 176 f. handeln kann.


Notwendige Teilnahme wollte ich hören, die Schuldunfähigkeit der A ist auch irrelevant, wenn es um die Strafbarkeit des B geht wg. der limitierten Akzessorität.


Schon klar Wink Wie du das Beispiel formuliert hast, ist es allerdings kein Fall von Teilnahme, sondern von Mittäterschaft (A und B verabreden)
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 - 19:07:38    Titel:

Lord Pride hat folgendes geschrieben:
Schwarze Strümpfe hat folgendes geschrieben:
Lord Pride hat folgendes geschrieben:
Wohl unter der des Ausgangsfalles (also A ist 13 Jahre), da ansonsten die § 176 f. ohnehin nicht einschlägig wären.

Ganz abgesehen von der generellen Schuldunfähigfkeit unterhalb von 14 Jahren hätte sich A hier ohnehin nicht strafbar gemacht, da sie gar nicht tatbestandlich nach § 176 f. handeln kann.


Notwendige Teilnahme wollte ich hören, die Schuldunfähigkeit der A ist auch irrelevant, wenn es um die Strafbarkeit des B geht wg. der limitierten Akzessorität.


Schon klar Wink Wie du das Beispiel formuliert hast, ist es allerdings kein Fall von Teilnahme, sondern von Mittäterschaft (A und B verabreden)


Richtig, das ist mir entgangen.
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