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mal ne harte nuss zu ebay...
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> mal ne harte nuss zu ebay...
 
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yorel
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Anmeldungsdatum: 04.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2007 - 20:49:55    Titel: mal ne harte nuss zu ebay...

Hi ihr Juristen,


folgender Fall:



A versteigert bei Ebay einen neuen Computer. In der Auktion wird das Gerät explizit beschrieben und sämtliche Bauteile und viele Bilder dargestellt. Am Ende der Auktion steht jedoch: Auktion ist nur Werbung - Bei Interesse bitte Email an mich - Nicht Bieten! A diente diese Auktion lediglich als "Werbemassnahme" um neue Kunden zu gewinnen.

Jetzt wird es aber interessant: B ist mit über 60 Euro Höchstbietender - weit unter dem echten Verkaufspreis. B behauptet den kleinen Hinweis nicht gesehen zu haben und möchte den Computer nun haben. A weigert sich.



Und? Wie sieht es nun rechtlich aus? Hat der Käufer eine Chance? Was ist zu tun???


MFG
Yorel
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2007 - 20:57:16    Titel:

Die alleinige Frage ist hier, ob A ein Kaufangebot abgegeben hat, indem er das den Artikel wie beschrieben bei Ebay eingestellt hat. Dies ist wie üblich am obj. Empfängerhorizont gem. §§ 133, 157 BGB zu messen. Zwar liegt im Einstellen bei Ebay regelmäßig bereits ein Angebot, jedoch ist dies dann abzulehnen, wenn der Anbietende dem erkennbar widerspricht, wie hier geschehen. Es handelt sich in diesen Fällen dann lediglich um eine invitatio ad offerendum.
yorel
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Anmeldungsdatum: 04.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2007 - 21:02:18    Titel:

und das mal auf normalen deutsch das auch ein "nicht-jurist" weiß was sache ist?
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2007 - 21:07:00    Titel:

yorel hat folgendes geschrieben:
und das mal auf normalen deutsch das auch ein "nicht-jurist" weiß was sache ist?


Ich löse hier fiktive Fälle und erteile keine Rechtsberatung.
Netjerduai
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 228

BeitragVerfasst am: 04 Mai 2007 - 21:29:07    Titel:

invitatio ad offerendum: ein Angebot an eine vielzahl von personen, wobei sich der verkäufer den käufer vorbehalten will...
steiftier
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 06 Mai 2007 - 16:46:10    Titel:

Hi,
hab mich noch nie mit dem UWG beschäftigt, aber müsste so etwas nicht unter §4 Nr 3 UWG fallen ?
Zitat:
den Werbecharakter von Wettbewerbshandlungen verschleiert;

jedenfalls dann wenn es nicht deutlich zu erkennen ist ?

Würde das ähnlich wie bei den AGB behandeln. Wie eine unerwartete Vertragsklausel. Bestimmte Teile in den AGB's kleiner zu drucken als andere könne ja auch zum ausschluß führen. Wäre das so richtig ?
steiftier
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2007 - 18:14:39    Titel:

Das hab ich ja mit dem UWG gemeint. Gesetz über unlauterer Wettbewerb
Nina12122
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 02.11.2005
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2007 - 19:40:01    Titel:

Im Einstellen der Ware in die Online-Auktion verbunden mit dem Starten der Auktion durch den Verkäufer ist ein Angebot an diejenige Person zu sehen, die innerhalb der Laufzeit das höchste Gebot angibt.

Durch das Gebot wurde das Angebot angenommen, ein KV ist entstanden.

Oder seh ich das falsch? Das war ein Fall aus unserer Vorlesung.

Man kann doch nicht bei ebay was einstellen und damit nur Werbung betreiben wollen. Man wird doch vorher darauf hingewiesen, dass man sich dadurch verpflichtet, den Verkauf auch durchzuführen.
Vanessa S Fan Sarah
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 19.12.2006
Beiträge: 622

BeitragVerfasst am: 04 Jun 2007 - 23:29:22    Titel:

Nina12122 hat folgendes geschrieben:
Im Einstellen der Ware in die Online-Auktion verbunden mit dem Starten der Auktion durch den Verkäufer ist ein Angebot an diejenige Person zu sehen, die innerhalb der Laufzeit das höchste Gebot angibt.

Durch das Gebot wurde das Angebot angenommen, ein KV ist entstanden.

Oder seh ich das falsch? Das war ein Fall aus unserer Vorlesung.

Man kann doch nicht bei ebay was einstellen und damit nur Werbung betreiben wollen. Man wird doch vorher darauf hingewiesen, dass man sich dadurch verpflichtet, den Verkauf auch durchzuführen.


Das sehe ich genau so,ausserdem gibt ja e-bay die Chance,es zu umgehen,aber das tat A ja nicht,also ist A verpflichtetden Computer an B für diese Summe zu überlassen.B sollte schnell klagen,und A sofort mitteilen,das er klage erhebt
Ali G
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 117
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 19:17:35    Titel:

Nina12122 hat folgendes geschrieben:
Im Einstellen der Ware in die Online-Auktion verbunden mit dem Starten der Auktion durch den Verkäufer ist ein Angebot an diejenige Person zu sehen, die innerhalb der Laufzeit das höchste Gebot angibt.

Durch das Gebot wurde das Angebot angenommen, ein KV ist entstanden.

Oder seh ich das falsch? Das war ein Fall aus unserer Vorlesung.

Man kann doch nicht bei ebay was einstellen und damit nur Werbung betreiben wollen. Man wird doch vorher darauf hingewiesen, dass man sich dadurch verpflichtet, den Verkauf auch durchzuführen.


Im diesem Fall hat A aber schon bei Einstellen der Auktion deutlich gemacht, kein verbindliches Angebot abzugeben. Wie Schwarze Strümpfe schon sagte, konnte ein objektiver Empfänger deshalb auch nicht von einem wirksamen Angebot ausgehen.

Ebay kann durch seine AGB den Erklärungen seiner Nutzer nicht gegen deren geäußerten Willen eine bestimmte rechtliche Bedeutung beimessen. Im Verhältnis der Nutzer untereinander haben diese AGB gar keine Wirkung.
Das Einstellen einer Auktion bei Ebay ist nicht deshalb ein verbindliches Angebot, weil das so in den AGB steht. Es ist deshalb ein verbindliches Angebot, weil ein Bieter es prinzipiell nur als solches verstehen kann.
Das kann er aber dann nicht, wenn der Verkäufer die Verbindlichkeit seines Auktionsangebots ausdrücklich ausschließt.
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