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Das Christentum und seine Konfessionen – Fragen an Christen
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Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Das Christentum und seine Konfessionen – Fragen an Christen
 
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schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 14:53:49    Titel:

Henrique87 schrieb :

Zitat:
Ich hab da aus deiner Sicht argumentiert

Nein, eben nicht. Ich stellte den Begriff " Annahme " voraus - und diese Annahme bezog sich klar erkenntlich darstellend auf deine eigene Behauptung, es gäbe keinen Willen und kein Bewußtsein.
Zitat:
Zitat:
Meine Prämisse ist hingegen : Gehirn ist nur einerseits Laufwerk um Bewußtsein und Wille wiederzugeben. Andererseits enthält es ein Programm, auf welches wir keinen Zugriff haben - weil bestimmte Körperfunktionen auch außerhalb unseres Willens ablaufen müssen.


Sag ich ja: "Eine Entscheidung treffen kann nur, wer einen Willen hat. Wenn es ein Bewußtsein gibt, dann kann das Gehirn keine Entscheidungen treffen." Deswegen kannst du nicht mit der Annahme anfangen, dass das Gehirn eine Entscheidung trifft.

Das was du als Zitat kritisierst ist bereits die Antwort auf deine Kritik am Zitat. Öhm .. fällt dir dies nicht auf ?!
Zitat:
Es gibt kein reales Empfinden von Kälte...

Stell dich 10 Minuten bei - 20 Grad nackt vor die Haustür - und dann antworte bitte erneut ( ! )
Zitat:
.... auch das ist nur eine Illusion.

Klar doch, welche sich zwar ziemlich real anfühlt- allerdings dir als Illusion natürlich nix anhaben kann. Also bleib meinetwegen 2 oder 3 Stunden so draußen stehn .. Smile Pass aber auf, das du nicht real ( also körperlich bedingt ) erfrierst Exclamation
Zitat:
Es gibt die Messung der Temperatur, die Reaktionen triggern, wie eine Gänsehaut oder Muskelzittern um die Temperatur wieder zu erhöhen. Ganz genauso wie ein Wassertank, das bei einem bestimmten niedrigen Niveau ein Ventil öffnet, damit wieder Wasser reinfliesst, bis es auf sein höheres Niveau zurückgekehrt ist. Oder glaubst du, dass eine Klospülung ein reales Empfinden von Leere hat? Cool Laughing

Ich vermute sie hat es nicht. Der Mensch hingegen schon - sowohl körperlich ( z.B. leerer Magen ) als auch seelisch ( z.B. Depressionen )
Zitat:
Was meinst du, was keiner nachbauen kann? So etwas wie Bewusstsein und Wille? Wer sagt denn, dass keiner jemals in der Lage sein wird eine künstliche Intelligenz zu erschaffen? DU?

Ich glaube lediglich, das wir dies nicht wirklich können werden. Und sollten wir es schaffen - sagt dies nichts, aber auch überhaupt nichts über eine mögliche natürliche Ursprünglichkeit des Lebens aus, weil :

Gibt es Gott, so läßt er uns auch das Atom spalten und uns ggf. alle selbst vernichten - wenn wir dies ( zulasen ) wollen - warum sollte er uns nicht auch Frankenstein spielen lassen - besäßen wir das knowhow und den Willen dazu ?
Zitat:
Würdest du überhaupt eine künstliche Intelligenz erkennen können, oder würdest du nur sagen, dass es nur bestimmte Programme befolgt. Was müsste die künstliche Intelligenz machen, damit du sie anerkennen könntest?

Eine künstliche Intelligenz mußt du mit Prämissen programmieren - z.B. Priorität Effizenz oder Priorität Moral.

Die Unvollkommenheit zeigt sich dann wie im Filmbeispiel I - Robot - als selbige Intelligenz Will Smith rettete und das kleine Mädchen im untergehenden Auto ertrinken lies - weil es eine höhere Überlebenchance beim Erwachsenen kühl errechnete...

Eine künstliche Intelligenz müßte real gefühlsbefähigt sein, um dem Menschen typische, auch uneigennützige oder selbstzerstörende Entscheidungen für andere treffen zu können - oder es wäre nur so programmiert - damit allerdings keine Intelligenz mehr, sondern lediglich dumpfes Werkzeug.
Zitat:
Und muss nicht erst mal die Möglichkeit einer Möglichkeit geben? Und die Möglichkeit der Möglichkeit der Möglichkeit?

Hihi ... ( ich lache dich nicht aus ! ) das dachte ich zuerst auch. Bis mir klar wurde - lies es selbst nochmal - das man stetig vom selben in sich spricht ! Idea
Zitat:
Und was ist mit all den Möglichkeiten, die nicht real geworden sind? Anstatt der Statue hätte auch eine Badewanne aus dem Marmorblock entstehen können. Wo ist diese Möglichkeit geblieben?

Salopp gesagt : Sie " wartet " darauf realisiert zu werden. Wink
Zitat:
Kann ich sie mir nicht doch einfach wegdenken?

Klar, wenn du sie einfach ignorierst. Trotzdem bleibt die Möglichkeit bestehen, das du die Möglichkeit ignorierst oder nicht ignorierst.. hihi ...

Freundliche Grüße, schelm
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... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 17:22:57    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

Klar doch, welche sich zwar ziemlich real anfühlt- allerdings dir als Illusion natürlich nix anhaben kann. Also bleib meinetwegen 2 oder 3 Stunden so draußen stehn .. Smile Pass aber auf, das du nicht real ( also körperlich bedingt ) erfrierst Exclamation


wenn man es aufs Extrem treiben will: macht nichts, der Körper selbst ist auch nur eine Illusion. Und wen kratzt es schon, was mit Illusionen passiert...? Wink

grüsse, barbara
_________________
eritis sicut deus scientes bonum et malum
Kai-369
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
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BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 21:45:38    Titel:

Man kann ja auf zwei Beinen stehen und nicht gleich jede Materie mit dem einen heiligen Geist benetzen. Sprich man kann, aber man muss nicht.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2009 - 09:41:54    Titel:

Lieber Abdallah

Abdallah hat folgendes geschrieben:

eagle05 hat folgendes geschrieben:
@ Gil
Liebt jesus Hitler?

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Ich denke: Ja.

Erlaubt mir doch noch einige Fragen im Nachhinein zu stellen:

@GIL: du schriebst mal, du würdest alle Menschen lieben. Liebst du auch Hitler?

Hitler ist, wie Du und ich, ein Geschöpf Gottes. Darum sollte ich ihn eigentlich lieben, obschon es mir zugegebenermassen schwer fällt. Immerhin hasse ich ihn nicht, und vielleicht bedeutet das schon so viel Überwindung, dass es ein Zeichen der Liebe ist, ein Akt der Selbstüberwindung, da ich das, was Hitler tat, einfach nur grässlich finde. Die Frage, ob man alle Menschen liebt, ist letztlich eine Frage der Lebenseinstellung.

Frage an Dich:
Was ist für Dich Liebe? Welche Ebenen der Liebe kennst Du?

Gruss GIL
Erzkind
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Anmeldungsdatum: 13.04.2007
Beiträge: 859
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 31 Jul 2009 - 12:41:16    Titel:

Wo wir grad bei Hitler und Co sind:
Kann Gott eigentlich unbewusste Entscheidungen treffen? Oder anders und konkret: Wenn Gott z.B. in Auschwitz bei der Massenermordung nicht eingegriffen hat (denn diese haben ja definitiv stattgefunden), kann man dann sagen, dass es Gottes Wille war, dass dort nichts verhinderndes passiert ist?
Abdallah
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2009 - 20:03:53    Titel:

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Frage an Dich:
Was ist für Dich Liebe? Welche Ebenen der Liebe kennst Du?


Die Ebenen der Liebe würde ich so einteilen, dass Gott an oberster Stelle für mich steht, dann die Propheten und deren Gefährten, meine Familie und Freunde, allgemein die Liebe zu allen Muslimen, weil mich eine gewisse Brüderlichkeit mit ihnen verbindet und die Liebe zu gerechten und aufrichtigen Menschen, da ich solche Charaktereigenschaften sehr hochstufe. Und dann gibt es noch eine handvoll Menschen zu denen ich neutral stehe, da ich keine besondere Nähe zu ihnen habe und sie lediglich als Menschen respektieren kann, aber keine Liebe zu ihnen aufbauen kann, da einfach eine gewisse Verbindung fehlt. Und es gibt auch Menschen zu denen ich eine gewisse Abneigung bis Hass empfinde, da würden auch Hitler und Terroristen jeglicher Art unter dieser Kategorie fallen.

Viele Grüße,
Abdallah
_________________
Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran)
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 20 Aug 2009 - 16:27:35    Titel:

Lieber Abdallah

Abdallah hat folgendes geschrieben:
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Frage an Dich:
Was ist für Dich Liebe? Welche Ebenen der Liebe kennst Du?


Die Ebenen der Liebe würde ich so einteilen, dass Gott an oberster Stelle für mich steht, dann die Propheten und deren Gefährten, meine Familie und Freunde, allgemein die Liebe zu allen Muslimen, weil mich eine gewisse Brüderlichkeit mit ihnen verbindet und die Liebe zu gerechten und aufrichtigen Menschen, da ich solche Charaktereigenschaften sehr hochstufe. Und dann gibt es noch eine handvoll Menschen zu denen ich neutral stehe, da ich keine besondere Nähe zu ihnen habe und sie lediglich als Menschen respektieren kann, aber keine Liebe zu ihnen aufbauen kann, da einfach eine gewisse Verbindung fehlt. Und es gibt auch Menschen zu denen ich eine gewisse Abneigung bis Hass empfinde, da würden auch Hitler und Terroristen jeglicher Art unter dieser Kategorie fallen.


Jesus sagte zu diesem Thema: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40). Umgekehrt gesagt: Wer einen Menschen hasst, der hasst auch Gott.

Papst Benedikt sagte dazu: "Die Liebe ist nun dadurch, daß Gott uns zuerst geliebt hat , nicht mehr nur ein ,,Gebot’’, sondern Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht." In diesem Sinne ist diese Bibelstelle zu verstehen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst" (Luk. 10:27).

So viel zur spirituellen Seite des Liebesgebots. Es gibt auch eine philosophische bzw. psychologische: "Sich über einen andern Menschen ärgern, heisst, dessen Fehler an sich selber strafen."

Ich kann Dir nur raten: Liebe sie, die Menschen, alle ausnahms- und bedingungslos, sonst ist Deine Liebe zu Gott nichts weiter als ein hohles Versprechen.

GIL
Kai-369
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BeitragVerfasst am: 29 Aug 2009 - 23:31:40    Titel:

Ich hätte niemals geglaubt, dass ich den Islam jetzt doch in Schutz nehme, naja ich bin mit so einer Aussage gezwungen.

@ GIL
Zitat:
Ich kann Dir nur raten: Liebe sie, die Menschen, alle ausnahms- und bedingungslos, sonst ist Deine Liebe zu Gott nichts weiter als ein hohles Versprechen.

Es ist erstens seine Sache, zweitens macht er das richtige seiner Meinung nach und drittens kann man nicht jeden Menschen bedingungslos lieben.
Was bist du eine Liebessocke? Das was ich seltsam finde ist nicht dein kläglicher Versuch alle lieben zu wollen, obwohl du es nicht kannst, sondern auch noch deine anderen Gefühle zu unterdrücken. Wie sich das auf die Psyche ausdrückt will ich gar nicht wissen.
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Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
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BeitragVerfasst am: 31 Aug 2009 - 11:44:39    Titel:

Lieber Kai

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
Ich hätte niemals geglaubt, dass ich den Islam jetzt doch in Schutz nehme, naja ich bin mit so einer Aussage gezwungen.

Machst Du doch gar nicht.

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
@ GIL
Zitat:
Ich kann Dir nur raten: Liebe sie, die Menschen, alle ausnahms- und bedingungslos, sonst ist Deine Liebe zu Gott nichts weiter als ein hohles Versprechen.

Es ist erstens seine Sache, zweitens macht er das richtige seiner Meinung nach

Wenn's seine Sache ist, warum antwortest denn Du überhaupt für ihn. Merkst Du, wie widersprüchlich Du Dich verhälst? Mich rüffelst Du, dass ich mich in Abdallahs Dinge eingemischt und ihm einen Rat erteilt habe. Sollte ich Dich nun rüffeln, dass Du für Abdallah sprichst?

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
und drittens kann man nicht jeden Menschen bedingungslos lieben.

Dazu ist aber ein Christ verpflichtet. Zur Frage, was Liebe sei, siehe meine kürzlichen Ausführungen, auch unter dem Thread zu Mixa's Statement.

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
... sondern auch noch deine anderen Gefühle zu unterdrücken. Wie sich das auf die Psyche ausdrückt will ich gar nicht wissen.

Den Hass zu bezwingen ist einfacher, als Du denkst. Du beginnst mit einer Erhöhung Deiner Frustrationstoleranz, indem Du über die Dinge, die Dich am andern stören könnten, hinwegsiehst. Ich denke, dass Hass viel eher zu psychischen Störungen führt, als wenn man den andern einfach so leben lässt, wie er ist.

GIL
Kai-369
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BeitragVerfasst am: 31 Aug 2009 - 23:10:11    Titel:

Zitat:
Wenn's seine Sache ist, warum antwortest denn Du überhaupt für ihn.

Das ist ganz einfach zu erklären und zwar weil ich seine Meinung teile, dass es relativ besser für den Verstand ist die Menschen zu lieben, die einem etwas bedeuten, anstatt Liebe zu erzwingen. Ne, also wenn du mehr gescheite Bücher lesen würdest, dann würdest du mir vielleicht nicht mehr soviele Widersprüche zumuten. Wenn ich mir meine rosarote Brille aufsetzen würde, würde ich natürlich auch alle Farben rosa wahrnehmen.
Nein ich teile nur seine Meinung, ich spreche nicht für ihn.

Zitat:
Dazu ist aber ein Christ verpflichtet. Zur Frage, was Liebe sei, siehe meine kürzlichen Ausführungen, auch unter dem Thread zu Mixa's Statement.

Deshalb sind für mich solche Christen nicht ganz bei Trost. Was den anderen Post betrifft, antworte ich auch direkt dort.
Zitat:
Den Hass zu bezwingen ist einfacher, als Du denkst.

So ein Blödsinn, mann kann kein einziges Gefühl bezwingen, egal ob es Liebe, Hass oder jegliches ist. Wenn man einen Hass auf jemanden hat, dann nicht unbegründet. Dann muss man evtl Wege suchen, diesen rauszulassen ohne andere zu verletzen, da dies sonst Konsequenzen mit sich führt. Aber ihn sich reinstauen, verschlimmert meiner Meinung nach die ganze Situation. Das klingt ja richtig depressiv. Es ist schon klar, dass man nicht jeden hasst. Aber wenn dir einer etwas unrechtes getan hat, kannst du doch nicht dastehen wie ein Feigling und dir alles gefallen lassen. Wer alle liebt oder alle hasst, der hat meiner Meinung nach ein Rad locker. Wenn man jetzt einen Menschen hasst, ist das nicht der Weltuntergang. Wieviele Menschen hassen rein instinktiv evlt. andere Dinge, die sie nicht mögen? Man dein Glaube steigt dir zu Kopf hoch. Wink Die Realität ist hart, wie überlebst du in dieser? In dem du jedem alles gibst was du besitzt und dann nichts mehr von dir übrig bleibt? Das ist nämlich die Güte, auf die du beharrst.
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Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 01 Sep 2009 - 12:58:09    Titel:

Lieber Kai

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Kai-369 hat folgendes geschrieben:
Deshalb sind für mich solche Christen nicht ganz bei Trost. Was den anderen Post betrifft, antworte ich auch direkt dort.

Den Hass zu bezwingen ist einfacher, als Du denkst.

So ein Blödsinn, mann kann kein einziges Gefühl bezwingen, egal ob es Liebe, Hass oder jegliches ist.

Habe ich Dich richtig verstanden: Dann zählst Du Dich also zu den hormongesteuerten Wesen?
Sorry: Nur weil Du Dich nicht in den Griff bekommst, heisst das nicht, dass andere Menschen unter demselben Defizit leiden müssen.

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
Die Realität ist hart, wie überlebst du in dieser? In dem du jedem alles gibst was du besitzt und dann nichts mehr von dir übrig bleibt? Das ist nämlich die Güte, auf die du beharrst.

Nein, ich gebe das, worum ich gebeten werde, soweit ich mich davon trennen kann und es beim Nächsten einen Sinn macht. Beispiel: Ich unterstütze lieber diejenigen Hilfsorganisationen, die ihre Hilfe effizient leisten, beispielsweise das Kinderspital der Schweizer Katholiken in Bethlehem, das allen Kindern, egal welcher Herkunft, offensteht. So etwas zu unterstützen macht mir einfach unheimlich viel Spass.

GIL
Kai-369
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2009 - 16:18:55    Titel:

Zitat:
Habe ich Dich richtig verstanden: Dann zählst Du Dich also zu den hormongesteuerten Wesen?

Ach so, du bist also nicht hormongesteuert. Sehr amüsant. Betrachtest du dich als etwas besseres?
Nein, ich habe einen Willen, den ich nicht von einem höheren Wesen abhängig mache, nicht mehr und nicht weniger.
Von welchem Defizit sprichst du? Mir ist keines bekannt.
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knut hacker
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Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 1037
Wohnort: Hölle auf Erden

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2009 - 17:52:55    Titel:

Fragen an einen Christenmenschen

1) Warum gibt es Gott?

Warum gerade den, an den die Christen glauben?

Gibt es denn überhaupt etwas? Und wenn ja: Warum gibt es etwas und nicht nichts?Und warum gibt es gerade das, was es gibt und nichts anderes?
Könnte es auch nichts geben, obwohl das Nichts dann doch etwas wäre?Wenn es aber das Nichts nicht geben kann, ist es dann überhaupt sinnvoll, von einem Sein zu sprechen (ohne Dunkelheit gäbe es kein Licht)?

Ist der Gottesglaube nicht lediglich eine Ausflucht aus den Aporien unseres (selbstbezüglichen) Denkens ins Undenkbare?

Geht nicht die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, von der selbstbezüglichen Prämisse aus, dass es Gott nur geben kann oder nicht? Und schließt sie daher nicht die außerhalb des Verstandes liegende Möglichkeit aus, dass es einen Gott weder gibt noch nicht gibt, oder dass es einen Gott sowohl gibt als auch nicht gibt, das heißt dass Gott über Sein und Nichtsein erhaben ist? Wird daher Gott nicht durch den Verstand vergewaltigt?
Haben denn nicht sogar die verstandesdefinierten Naturwissenschaften längst (seit der Quantentheorie zu Beginn des letzten Jahrhunderts) erkannt, dass die von unserer alltäglichen Sinneserfahrung geprägten Vorstellungen und Begriffe unseres Verstandes kein geeignetes Erkenntnismittel für Forschungsbereiche außerhalb dieser unmittelbaren Wahrnehmung (nämlich hinsichtlich des Mikro – und des Makrokosmos) sind, insbesondere unser kontradiktorisches Denken versagt (Ein Elektron ist sowohl überall als auch nirgends)?Muss nicht diese in den Wissenschaften gewonnene Erkenntnis der Strukturdeterminiertheit unseres Denkens erst recht im Glaubensbereich gelten (nicht nur für Begriffe wie Sein und Nichtsein, sondern auch für die weiteren glaubensrelevanten Begriffe wie Wahrheit – Unwahrheit, Sinn – Sinnlosigkeit, Gut – Böse usw.)?


2) Stellt ein personifizierter Gott nicht lediglich eine Extrapolation unserer Vorstellungswelt ins Unvorstellbare dar? Liegt der Grund für den Glauben an einen solchen Gott nicht lediglich in der Verabsolutierung unserer Vorstellungen, insbesondere darin, dass wir uns das Nichts und das Unendliche nicht vorstellen können und in allem einen Sinn sehen (wollen)? Welchen Sinn sollte im übrigen Sinn haben?
Kann ein personifizierter Gott seinen Ursprung in sich selbst tragen, obwohl er als ein Wesen auf apriorische Eigenschaften angewiesen ist wie Allmacht, Allwissenheit ,Willen und Güte?
Widersprechen dabei nicht insbesondere die Willensunterlegenheit und das Attribut der Güte der Allmacht, indem sie Gott transzendieren (überbestimmen)?Ergeben sich dann denn nicht paradoxe Fragen wie diejenige, ob Gott in seiner Allmacht auch nicht allmächtig sein kann? Wird Gott durch Allmacht und Allwissenheit nicht mitschuldig an den Sünden der Menschen, indem er in seiner Allmacht die Möglichkeit hierzu geschaffen hat und in seiner Allwissenheit jede Sünde voraussieht?


3) Kann Gott allmächtig sein, wenn er existiert und daher selbst nur Teil des Seins ist (Dietrich Bonhoeffer: „Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht.“)?
Kann er in seiner Allmacht auch nicht existieren und daher nicht allmächtig sein?
Ist nicht die Allmacht letztlich lediglich Synonym für das Sein überhaupt?


4) Woran soll eine letzte Wahrheit als solche erkannt werden können, obwohl über ihr ja keine noch höhere Wahrheit mehr als Kriterium stehen kann?
Warum soll es überhaupt eine Wahrheit geben, und wenn es eine gibt: Warum gibt es dann gerade die, die es gibt?
Was soll an einer Wahrheit wahr sein?
Warum muss man sie erst suchen?
Wie kann man sie finden, wenn man sie nicht kennt?


5) Warum sollte der Unterschied zwischen Sein (unter Einschluss von uns selbst mit unserem Denken und Wahrnehmen) und Nichtsein, Wahrheit und Unwahrheit, Subjekt und Objekt, Teil und Ganzem, Sinn und Chaos usw. nicht nur in unserer Vorstellung (kontradiktorisches Denken) existieren?
Warum sollte es außerhalb unseres Gehirns etwas geben, wenn es genügt, dass wir es uns nur einbilden?


6) Wie kann unser raumzeitliches Universum eine Schöpfung Gottes sein, obwohl eine Schöpfung (Ursache – Wirkung) bereits Raum und Zeit voraussetzt?
Wer hat überhaupt das Sein und damit auch Gott geschaffen?

Wofür hat Gott das 14 Milliarden Jahre alte, unendliche Universum geschaffen, wenn es überhaupt erst seit 4 Millionen Jahren (nämlich durch das Leben, das sich seitdem entwickelt hat) wahrgenommen werden kann und auch heute noch sogar von der „Krone der Schöpfung“, dem Menschen, nur in einem quantitativ und qualitativ verschwindend winzigen Bereich mit ihren Sinnen erfasst und verstandesmäßig letztlich überhaupt nicht begriffen wird, obendrein als unvollkommen (Naturkatastrophen usw.) und ungerecht erlebt wird?
Warum hat Gott die Zeit geschaffen, um etwas zu verwirklichen (zum Beispiel die Evolution), statt das Ziel einfach sofort wirklich sein zu lassen?Warum bedarf es erst der Erlösung, statt dass es das Leid überhaupt gar nicht gibt?
Warum hat Gott diesen Aufwand einer ungeheueren Schöpfung für die wenigen Winzlinge im unendlichen All, die überhaupt über das Bewusstsein, dass es ein solches gibt, verfügen, betrieben, obwohl es genügt hätte, sie sich das All nur einbilden zu lassen und – hinsichtlich der Vortäuschung einer objektiven Realität -das Unwerturteil „Betrug“ erst gar nicht in die Schöpfung einzuführen?


7) Warum ist die Schöpfung Gottes so unvollkommen?

Warum wird sie immer wieder durch Naturkatastrophen beschädigt? Warum lassen sich Lebewesen täuschen?Warum täuschen sie sich untereinander und fressen sich gegenseitig auf? Warum leben sie in ständiger Angst um ihr Leben? Warum sind Computer dem menschlichen Gehirn partiell überlegen? Warum ist die Evolution noch längst nicht abgeschlossen und führt immer wieder in Sackgassen?

Hätte Gott überhaupt eine vollkommene Welt schaffen können, ohne dadurch sich selbst als das Vollkommene aufzugeben? Wäre nicht, wenn Gott eine perfekte Welt geschaffen hätte, diese er selbst, nicht mehr seine Schöpfung

Du lässt uns Gott trotz seiner Allmacht und seine Güte unschuldig leiden (Theodizeefrage; siehe gesonderte Abhandlung)? Ist er glücklicher als seine Geschöpfe; hat er diese also trotz seiner Güte weniger glücklich geschaffen?


8) Warum hat Gott das Böse geschaffen ? ((Jes.45.7;Jer.45.5;Ps.88.7;Kl.3.36,37,38;Spr,16.4;Am3.6;;Sach.3.1Hiob1.6,2.1;Mat5.45 10.29;Luk.12.6;1.Kor.4.7;Rö.8.20,22),
Warum hat er es geschaffen, obwohl er es nicht will und daher vom Menschen das Gute erwartet?

Warum hat er die Willensfreiheit des Menschen geschaffen, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden? Hat er nicht dadurch, dass er das Böse und die Willensfreiheit geschaffen hat, auch die menschliche Entscheidung für das Böse geschaffen? Wenn er in seiner Allmacht den Gegensatz von Gut und Böse und unsere Freiheit der Wahl zwischen beiden geschaffen sowie in seiner Allwissenheit jede Entscheidung für das Böse vorausgesehen hat, ist er an diesem dann nicht mitschuldig?

Warum verlangt Gott vom Menschen, das Gute zu tun, wenn er ihm das Böse (bei Reue) dann doch vergibt? Wie verträgt sich diese Allgütigkeit mit dem „Jüngsten Gericht“?Wie kann Gott die Menschen für etwas bestrafen, was er selbst erst ermöglicht hat?

Ist nicht auch die Unterscheidung zwischen Gut und Böse nur ein geistiges Konstrukt des Menschen? Eine Wertung?Warum wird sie in der außermenschlichen Natur nicht getroffen?Leben nicht die Tiere wertneutral?Ist nicht das Geschehen der unbelebten Natur (Naturkatastrophen usw.) wertneutral?

Im unermesslichen, unergründlichen Universum soll das winzig kleine bisschen Menschenleben auf dem Sandkorn „Erde“ für Gott so wichtig sein, dass er von ihm das Gute verlangt, obwohl sich im kosmischen Maßstab betrachtet selbst dann überhaupt nichts ändert, wenn der Mensch vor lauter Bosheit sich selbst und seine Erde zerstört?


9) Warum offenbart sich Gott nicht jedem jederzeit zumindest entsprechend dessen Erkenntnisfähigkeiten?

Warum verleiht er nur bestimmten Menschen religiöse Erfahrung, für die dann der Glaube natürlich nicht mehr schwer ist?

Warum hat er Wunder nötig? Ist ein darauf gestützter Glaube das, was er auch von denen verlangt, die nicht durch ein Wunder förmlich mit der Nase auf ihn gestoßen werden?Verlangt er blinden Glauben, obwohl er den Menschen mit einem sich dagegen sträubenden Verstand ausgestattet hat?

Warum verlangt er den Glauben an sich?
Warum gerade den anthropomorphen Glauben an einen personifizierten Gott? Widerspricht dieser Glaube nicht dem Zweiten Gebot, sich von Gott (und übrigens auch der Welt) kein Bildnis zu machen?
Warum verlangt Gott den Glauben an sich, obwohl er auch die Nichtgläubigen erlöst?

Warum hat er den Menschen mit dem Willen zum Guten und dem Drang zur Welterkenntnis ausgestattet, ohne ihm hierfür ausreichende Fähigkeiten verliehen zu haben? Warum lässt er ihn nach einem Lebenssinn suchen, der mikro – und makrokosmisch betrachtet offenbar nicht vorhanden ist (Welchen Sinn sollte ein solcher Sinn auch haben)?
Wenn man Gott nicht erfragen kann, warum lässt er uns dann fragen?
Wenn man ihn aber doch erfragen kann, warum gibt er uns keine Antwort?

Ist nicht überhaupt jede Frage sinnlos, weil sie lediglich der von der Vorstellungswelt unserer beschränkten Sinne geprägte Struktur unseres Denkens entspringt und Antworten erwartet, die ebenfalls dieser Struktur entsprechen ( Selbstbezüglichkeit des Denkens)?

Warum hat uns Gott mit dem Drang ausgestattet, nach dem „Warum“ zu fragen, obwohl wir nie eine letzte Antwort finden können, weil auch dann noch zu fragen bliebe, warum es eine solche Antwort gibt und warum gerade diese?


10) Hatte es Gott bei seiner Allmacht nötig, einen Erlöser auf die Erde zu schicken?

Offenbart nicht das Scheitern der Mission Christi – auch 2000 Jahre danach sind die Menschen nicht besser geworden – Gottes Ohnmacht?
Hat Christus denn nicht nur nichts bewirkt, sondern sogar viel Unheil gebracht?Haben wir ihm nicht die Glaubenskriege, die Verfolgung Nicht- oder Andersgläubiger, die in der Vergangenheit machtgierigen und blutrünstigen, heute noch überwiegend im Gegensatz zur Botschaft Jesu aufseiten der in Politik und Wirtschaft Mächtigen stehenden Kirchen zu verdanken?
Hatte es Gott nötig, sich überhaupt und erst durch Christus zu offenbaren?
Ist nicht auch diese Offenbarung Gottes durch seinen Sohn gescheitert, weil sich die „Missgeschöpfe“ Gottes, denen die Offenbarung gelten sollte, um diesen Sohn bis ins kleinste erbittert streiten (Zersplitterung des christlichen Glaubens)?

Warum hat Gott nicht für eine gesicherte Verbreitung des Evangeliums gesorgt, zum Beispiel durch eine schriftliche Niederlegung seiner Lehre durch Christus selbst? Warum hat er sich in Jesu nicht für die Nachwelt zweifelsfrei offenbart? Glaubenssache war Gott doch schon vorher! Der Glaube wird auch noch dadurch erschwert, dass die Berichte über Jesus und sein Wirken sowie seinen Tod und die Auferstehung insbesondere in den Evangelien unterschiedlich, widersprüchlich und nur zu einem geringen Teil authentisch sind.

Warum hat sich Gott in Jesu irrtümlich eschatologisch offenbart (Naherwartung des Reiches Gottes)?

Ist die Heilsbotschaft Christi nicht ungerecht adressiert? Sind nicht die Menschen, die vor Christus gelebt haben, diejenigen, die nicht von ihm erfahren, und überhaupt alle, die ihn nicht selbst erlebt haben, benachteiligt?
Ist es nicht ungerecht, dass Gott den wenigen Augenzeugen, denen der auferstandene Christus nach den Berichten von drei der vier Evangelien erschienen ist, den Glauben an diese Auferstehung durch diese Erscheinung so leicht gemacht hatte und von allen anderen Menschen fordert, diesen – zudem so wenig abgesicherten und widersprüchlichen – Augenzeugenberichten zu glauben?Warum brauchten die Menschen, die vor Christus gelebt hatten, nicht an einen Sohn Gottes glauben?
Warum war das Erscheinen Jesu einmalig und wiederholt sich nicht?

Warum bedarf es erst der Erlösung, statt dass das, wovon wir erlöst werden sollen, überhaupt nicht geschaffen worden ist?


11) Ist der Tod weniger Wunder als die Auferstehung?

Ist für uns nicht beides unbegreiflich, letztlich überhaupt alles? Bliebe nicht, selbst wenn alles erklärbar wäre, immer noch die Frage, warum und warum gerade so?

Warum ist der Auferstehungsglaube so zentral für die christlichen Religionen? Gibt es nicht ständig überall auf der Welt ähnliche und sogar noch besser verbürgte Wunder?Warum ist diese wichtige Botschaft Gottes so wenig abgesichert? Macht man es sich nicht zu leicht, nur aufgrund eines Wunderglaubens und der Erwartung einer Überwindung des Todes zu einer ethischen Überzeugung zu gelangen? Ähnlich wie eine Krankenhilfe in Erberwartung vordergründig ist?

Warum sind die biblischen Auferstehungsberichte so unterschiedlich und widersprüchlich? Zum Beispiel ist die Erscheinung des Auferstandenen nach dem ältesten Evangelium des Markus – 16. 9ff – nicht ursprünglicher Bestandteil dieses historischen Dokumentes. Magdalena hat der Auferstandene verboten, ihn zu berühren, Thomas hat er dazu aufgefordert. Der Fels vor dem Grab war zur Seite geschoben, die Wächter waren durch Blendung überwältigt worden: Hatten die Jünger den Leichnam nach Überwältigung der Wächter gestohlen? Der Fels war kein Hindernis, sonst hätte es der Wache nicht bedurft. Aber: wie lange hätte die Bewachung dauern sollen?Warum sollte der Auferstandene den Fels von innen mit seiner göttlichen Kraft zur Seite geschoben haben, statt einfach durch ihn hindurchzugehen, wie er später durch Wände hindurchwandelte?Dann wäre der Verdacht der Befreiung durch die Jünger vermieden worden!Die Evangelien unterscheiden sich vor allem auch darin , wer wie wann und wo dem Auferstandenen begegnet ist.


12) Ist der Glaube an das „Ewige Leben“ nicht lediglich eine naive Konsequenz aus der Unvorstellbarkeit des eigenen Nichtseins für sich ihrer selbst bewusste Lebewesen?
Fußt die Vorstellung vom „Ewigen Leben“ nicht lediglich auf einer Extrapolation der Vorstellung, dass es nur etwas geben kann oder nicht, in das Unvorstellbare, obendrein noch auf einer naiven Apriorisierung von Raum und Zeit (strukturdeterminiertes Denken)? Hat nicht die Quantenphysik gezeigt,dass Sein und Nichtsein nur zwei Aspekte Ein- und Desselben beziehungsweise nur zwei von unendlich vielen Grunddimensionen sind ?
Warum wird an ein ewiges Leben nach dem Tod und nicht auch vor der Geburt geglaubt?
Wieso quält uns Gott durch ein leidvolles Leben, über das wir uns dann doch durch die Verheißung eines paradiesischen ewigen Lebens hinwegtrösten sollen?


13) Entspringt die Bejahung der menschlichen Willensfreiheit denn nicht lediglich unserem kontradiktorischen Denken in den Gegensatzkategorien von Freiheit und Notwendigkeit?Ist dieses Denken denn nicht sogar in der Naturwissenschaft bereits längst überholt (Quantenphysik)?

Wie lässt sich die Willensfreiheit mit den kognitionswissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbaren, wonach bereits circa eine Sekunde, bevor wir uns einer „Entscheidung“ bewusst sind, alle hierfür erforderlichen Gehirnaktivitäten abgeschlossen sind?

Ist denn nicht jede „freie“ Entscheidung das subjektiv zwingende Ergebnis einer Abwägung(aufgrund genetischer Prägung, Erfahrung, Erziehung usw.)? Wovon soll denn der Wille frei sein?Doch nicht von den willensbildenden Faktoren ! Nach Schopenhauer können wir zwar etwas tun wollen, aber nicht etwas wollen wollen. Seinen Willen kann man sich nicht aussuchen, ohne ihn bereits zu haben .

Wäre andererseits nicht in einer determinierten Welt Gott alles und daher nur Synonym für das Universum?Wäre nicht die Zeit überflüssig, wenn das Ergebnis einer Entwicklung bereits von vornherein feststünde?

Widerspricht aber nicht die Willensfreiheit der Allmacht Gottes?

Machte sich Gott durch die Schaffung der Willensfreiheit und des Gegensatzes zwischen Gut und Böse nicht mitschuldig an der Sünde?

Warum verlangt Gott von uns etwas, was er ohne weiteres selbst verwirklichen könnte? Wozu bedarf er unser? Wozu bedarf er überhaupt der Schöpfung? Warum will er sie und uns?

Warum will er keine Sünden, die er dann aber doch vergibt?

Warum soll der Mensch so wichtig für ihn sein, obwohl dieses Geschöpf doch im All vollkommen bedeutungslos erscheint?


14) Warum hält die Kirche immer noch an so naiven Glaubensinhalten wie Riten (Beispiel: Sakramente usw.), anthropomorphen Vorstellungen (Beispiel: ewiges Leben für unendlich viele verstorbene Menschen, nicht auch für Tiere) fest?
Warum verabsolutiert sie die menschliche Vorstellungswelt, was seit den Erkenntnissen der Quantenphysik nicht einmal mehr die „realen“ Naturwissenschaften tun?
Ist es nicht naiv, von unseren Vorstellungen und mit unseren Denkstrukturen – beides von den Erfahrungen unserer beschränkten Sinne geprägt – auf eine „Wahrheit“ „außerhalb“ dieser Konstrukte zu schließen, die noch dazu diesen entsprechen soll (Beispiel: personifizierter Gott)?
Beweisen nicht die seit Zenon aufgedeckten Paradoxien unseres Denkens – auch die in die vorstehenden Fragen gekleideten – die Sinnlosigkeit von Überzeugungen?

Wie verträgt sich der Einmaligkeitsanspruch der Lehre Christi mit nahezu identischen vorchristlichen Religionen und Kulten?
Wie verträgt sich der Absolutheitsanspruch des christlichen Glaubens mit seiner Spaltung und der Existenz anderer Religionen, die ja entweder ebenfalls gottgewollt sind oder der Allmacht Gottes widersprechen?
Wie verträgt sich dieser Anspruch mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften, wonach es keine absolute Wahrheit gibt (komplementärer Wahrheitsbegriff in der Quantenphysik, relativer in der Relativitätstheorie, komplexer in der Chaostheorie, selbstbezüglicher in der Kognitionswissenschaft)?
dornbusch
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BeitragVerfasst am: 24 Nov 2009 - 04:52:22    Titel:

Hallo Knut Hacker

Auf den ersten Blick stellst du Fragen.

Beim Lesen deiner Sätze wird dann aber deutlich, daß das gar keine Fragen sind. In Wirklichkeit sind es Behauptungen über Gott und die Welt.

Beispiel?



Zitat:
Gibt es denn überhaupt etwas? Und wenn ja: Warum gibt es etwas und nicht nichts?Und warum gibt es gerade das, was es gibt und nichts anderes?


Hier beschreibst du ja sogar selbst, wie du das siehst:


Zitat:
Geht nicht die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, von der selbstbezüglichen Prämisse aus, dass es Gott nur geben kann oder nicht?



Du stellst Behauptungen auf und verkleidest sie als Frage.

Im Thread nebenan zeigst du auf dies:



Zitat:
Warum ist überhaupt etwas und nicht nichts?(Leibnitz) Auch diese Frage ist widersinnig, da ein Grund als etwas Seiendes das Sein bereits voraussetzt.
Damit aber ist ein Denkzirkel geschlossen. Denn die Ausgangsfrage setzt voraus – nämlich ein universales Kausalitätsprinzip -, was zu hinterfragen ist. Solche auf eine allgemeine, gar letzte Antwort abzielenden und somit immer abstrakter werdenden Fragen lassen schließlich für eine von ihnen intendierte, noch abstraktere Antwort keinen Raum mehr.
Letztlich führt jede Frage zu einem Zirkel, weil sie von Denkinhalten ausgeht und ausgelöst wird (Prämissen), die auch die Antwort bestimmen sollen, um begreiflich zu sein.


Was erwartest du nun wirklich als Antwort?

Gruß Dornbusch
knut hacker
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BeitragVerfasst am: 24 Nov 2009 - 17:19:37    Titel:

Als Antwort erwarte ich in aller Bescheidenheit das Eingeständnis von sogenannten Gläubigen,dass sie sich ihren Glauben viel zu leicht machen!

Apropos: zur Frage, ob ob es Gott gibt:
Bonhoeffer hat dies so beantwortet: " Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht!" Er wollte damit ausdrücken,dass Gott über Sein und Nichts, also über unser Gegensatzdenken, erhaben ist. Was einem Elektron nach der Quantenphysik recht ist, sollte doch Gott billig sein!
Der Grundirrtum des Atheismus liegt darin begründet,dass dieser von der falschen Prämisse ausgeht, Gott könne es nur entweder geben oder nicht geben. Das ist der aristotelische Fehler des " tertium non datur", der insbesondere durch die experimentell begründete mehrwertige Logik der Quantenphysik als solcher entlarvt worden ist.
Kai-369
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BeitragVerfasst am: 25 Nov 2009 - 23:57:42    Titel:

Ersetze Gott nun mit einer Variable X, diese kann für alles mögliche stehen z.B einen rosaroten Elefanten oder ein Einhorn, aber wir beschränken uns auf X. Ob man will oder nicht, bleibt X immer ein Teil deiner Vorstellung.
Ersetze X mit einer Idee oder mit Nichts oder irgendwelchen Wörtern die dir gerade einfallen....es läuft alles auf dasselbe hinaus. Es gibt keine ausreichende Antwort auf die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes, weil es vorstellungsabhängig ist, es sei denn man ist irgendwie in der Lage aus seinem subjektiven Denkmuster hinauszuspringen. Das letztere bezweifle ich jedoch, es sei denn jemand beweist mir das Gegenteil.
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BeitragVerfasst am: 26 Nov 2009 - 14:58:55    Titel:

Kai, nur unser Bewusstsein allein ist doch das Sein! "Esse est percipi" (Berkeley ; Vgl. auch die Quantenphysik ). Der Schluss von unserem Bewusstsein auf seine Inhalte wie zum Beispiel das Sein ist eine petitio principi.
Kai-369
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BeitragVerfasst am: 27 Nov 2009 - 01:05:41    Titel:

Dem widerspreche ich, da das Sein Gegenstand unserer menschlichen Vorstellung ist. Ein kleiner Hinweis -->(Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung). Außerdem macht es keinen Sinn, ein Mythos, innerhalb oder,( auf absurder Weise), außerhalb meines Vorstellungsbereiches, aufgrund der Quantenphysik anschaulich machen zu wollen. Die Quantenphysik ist vor allen Dingen undeterministisch und das korreliert wohl eher mangelhaft in Bezug auf den radikalen subjektivistischen Idealismus von Berkeley. Wenn du meinst du könntest mit der Wissenschaft einen Gott beweisen, der außerhalb unseres Infraschallbereichs umherschwirrt, dann nur zu. Durchstöbere die Quantenwelt. Wo stellst du den Bezug her, damit ich besser verstehe was du meinst oder worauf du mit der letzten Aussage hinauswillst? Ich habe noch eine Bitte! Anstatt wie ein Zufallsgenerator alle Würfel durcheinanderzumischen, könntest du dich bitte auf deine eigene Meinung beschränken? Ich habe nicht das Gefühl mich mit dir zu unterhalten, sondern mit vielen anderen, deren Philosophien ich größtenteils bereits kenne und mir deshalb die Zeit sparen will, alles doppelt und dreifach zu lesen.
Danke

Schönen Abend
Kai
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BeitragVerfasst am: 27 Nov 2009 - 14:14:34    Titel:

Kai,ich sehe keinen fundamentalen Unterschied zwischen deiner und meiner Meinung. Auch ich bin der Meinung, dass Aussagen über Gott sinnlos sind. Ich verweise auf meine wirklich eigenen Gedanken in der obigen Abhandlung über die Theodizee-Frage.Ich habe diese Gedanken sowohl meinen Zitaten hinzugefügt als auch zum Schluss systematisch dargestellt. Es gehört zur wissenschaftlichen Ehrlichkeit, dass man seine Meinung in den Zusammenhang mit dem bisher Gedachten stellt.so entgeht man insbesondere dem Plagiatsvorwurf.
Nicht nur die Quantenphysik, sondern bereits die Vorsokratiker und der Mathematiker Gödel haben doch aufgezeigt, dass all unser Denken selbstbezüglich ist und daher nie aus sich ausbrechen kann, da selbst ein solcher Ausbruch in eine Überebene nur ein gedankliches Konstrukte ist.Das ist heute auch herrschende Meinung in den Kognitionswissenschaften .Ich weise auf meine Ausführungen hier im Philosophieforum zum von mir noch einzufügenden Thema "Aporien des Denkens".
dornbusch
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BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 - 06:54:54    Titel:

Knut Hacker

Zitat:
Auch ich bin der Meinung, dass Aussagen über Gott sinnlos sind



Und was hat das mit Wissenschaft zu tun? Was mag in diesem Kontext eine "sinnlose Aussage" sein?

Gruß Dornbusch
knut hacker
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BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 - 18:10:20    Titel:

Dornbusch,deine Frage ist in meinem Beitrag "Aporien des Denkens" beantwortet.Sinn hat keinen Sinn. Mit "sinnlos" habe ich "sinnfrei" gemeint.Gott sitzt nicht in einem Sinngefängnis und wir - gottseidank!-auch nicht!
Kai-369
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BeitragVerfasst am: 02 Dez 2009 - 20:45:31    Titel:

@Dornbusch
Zitat:
Und was hat das mit Wissenschaft zu tun?

Kurz und knapp zur Wiederholung. Nichts! Laughing
Das hier:
Zitat:
Auch ich bin der Meinung, dass Aussagen über Gott sinnlos sind

.. ist eine subjektive Schlussfolgerung, die man reductio ad absurdum belegen kann. Na komm schon. Die Frage scheint mir eher rethorisch gestellt zu sein, aber ich muss zugeben, dass ich zu schwach war und einfach antworten musste.
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awsed
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BeitragVerfasst am: 02 Jan 2010 - 19:26:13    Titel:

Zitat aus Die Simpsons:

"Wenn Adam und Eva die einzigen Menschen gewesen waren, mit wem haben dann ihre Kinder Kinder bekommen?"

Diese Frage hat mich wirklich interessiert als ich die Serie geguckt ahbe, ich finde das ist schon ein sinnvoller einwand^^. Mal sehn was ihr dazu schreibt...
dornbusch
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BeitragVerfasst am: 25 März 2010 - 07:08:44    Titel:

awsed hat folgendes geschrieben:
Zitat aus Die Simpsons:

"Wenn Adam und Eva die einzigen Menschen gewesen waren, mit wem haben dann ihre Kinder Kinder bekommen?"

Diese Frage hat mich wirklich interessiert als ich die Serie geguckt ahbe, ich finde das ist schon ein sinnvoller einwand^^. Mal sehn was ihr dazu schreibt...



...und mit wem haben Lots Töchter Kinder bekommen?

...oder die Kinder Noahs?


Ja, es sieht so aus, als wären wir Menschen alle miteinander verwandt.


Üble Sache.... Wink


Gruß Dornbusch
knut hacker
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BeitragVerfasst am: 25 März 2010 - 19:15:52    Titel:

Awsed,

verfolge deinen Stammbaum zurück. Er verästelt sich immer weiter,die Vorfahren werden immer mehr. Kann es trotzdem wenige ( inzüchtige)Urvorfahren geben?
Adam und Eva sind nur im zweiten Schöpfungsbericht der Genesis die Urvorfahren. Der erste kennt solche nicht. Und der dritte führt alles auf Zufall zurück (Wh.2.2;Pred3.19a).
Die Bibel enthält nicht nur wörtlich genommen eine unübersehbare Fülle von Widersprüchen. Das beginnt schon mit dem ersten Satz der Genesis: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Wer schuf den Anfang, die Zeit? Die Zeit ist Voraussetzung eines Schaffens, da dieses die Veränderung eines Zustandes bedeutet. Einen Anfang der Zeit kann es nicht geben, da er ein Zeitpunkt ist und daher die Zeit bereits voraussetzt usw. Die Widersprüche setzen sich bis zu den Osterberichten in den Evangelien fort.Nach den Standardlehrbüchern der evangelischen und der katholischen Theologie gibt es allein zur Auferstehung Christi 47 unterschiedliche Detailvarianten in den vier Evangelien.
fleks
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BeitragVerfasst am: 20 Apr 2010 - 20:07:26    Titel:

habe mal eine frage: welche auswrikung würde eine gesellschaft ohne kriche haben?
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 03:12:51    Titel:

Lieber Fleks

fleks hat folgendes geschrieben:
habe mal eine frage: welche auswrikung würde eine gesellschaft ohne kriche haben?

An welchen Begriff von "Kirche" denkst Du?

GIL
fleks
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 13:46:49    Titel:

keine ahnung steht nur kirche in der frage. aber ich denke mal die institution ist damit gemeint
knut hacker
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 16:53:58    Titel:

fleks,

in einer Gesellschaft ohne Kirche würden die Menschen nicht schon von Kindesbeinen an (Taufe) zur Verlogenheit erzogen.Die Geschichte der Menschheit wäre in den letzten 2000 Jahren weitaus weniger grausam verlaufen. Es hätte keinen Holocaust gegeben, weil der Antisemitismus nicht als Glaubensinhalt in der Gesellschaft verwurzelt worden wäre.
Der Antisemitismus ist ein klassisches Beispiel dafür, wie die Kirche die Lehre Christi verfälscht hat. Christus, selbst Jude, ist nicht von den Juden dem römischen Statthalter Pontius Pilatus zur Hinrichtung wegen Gotteslästerung ( aufgrund der Anschuldigung, er behaupte, Gottes Sohn zu sein) ausgeliefert worden.Der römischen Gerichtsbarkeit unterstanden nur römische Bürger und solche Bürger der Provinzen des Römischen Reiches, die sich Staatsdelikte zuschulden kommen ließen.Die Ahndung von Delikten wie Gotteslästerung einschließlich der Vollstreckung der Urteile war den Juden überlassen. Zur Zeit des Pontius Pilatus galten die Juden als aufrührerisch.In den Jahren 66-70, also nicht lange nach dem Tod Christi, kam es zum Aufstand der Juden gegen Rom („ Jüdischer Krieg““) und zur Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem durch die Römer. Christus galt den Römern als Aufrührer, da sie befürchteten, er wolle einen Gottesstaat errichten. Denn Jesus prophezeite ja die Nähe des Reiches Gottes (Eschatologie) und äußerte, dass er nicht gekommen sei, um Frieden zu bringen, sondern Zwietracht, ja, das Schwert (Lukas 12,51: Matthäus 10,34).Von der ihm angeblich von den Juden angelasteten Gotteslästerung konnte schon deshalb keine Rede sein, weil sich Jesus ja laufend ausdrücklich dagegen verwahrte, Gottes Sohn genannt zu werden.Er erteilte die sogenannten Schweigegebote, unter anderem sogar dem Teufel (wer war da, nebenbei bemerkt, der Zeuge, dass dies berichtet werden konnte?): siehe Markus
1.41;3,11f;5,35ff;7,36;8,29ff;9,9! Dafür, dass Jesus durch die Römer als vermeintlicher Staatsfeind hingerichtet worden ist, spricht auch die von Pontius Pilatus am Kreuz angebrachte Aufschrift:I.N.R.I (Jesus aus Nazareth, König der Juden).
Pontius Pilatus wird von Zeitgenossen als überaus brutal und unmenschlich geschildert. In den Evangelien wird er dagegen als wankelmütig im Hinblick auf die Hinrichtung Jesu beschrieben und als durch die Juden aufgehetzt. Grund dieser schonenden Darstellung war, dass sich die von den Römern zusammen mit den Juden verfolgten Urchristen nicht als Rom-feindlich ausgeben wollten.Daher entlasteten die Evangelisten Pontius Pilatus und schoben die Schuld an der Hinrichtung Jesu den Juden zu. Diese leicht durchschaubare Überlebenstaktik hatte bekanntlich weitreichende geschichtliche Folgen.
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 19:45:32    Titel:

Lieber Knut

knut hacker hat folgendes geschrieben:
in einer Gesellschaft ohne Kirche würden die Menschen nicht schon von Kindesbeinen an (Taufe) zur Verlogenheit erzogen.Die Geschichte der Menschheit wäre in den letzten 2000 Jahren weitaus weniger grausam verlaufen. Es hätte keinen Holocaust gegeben, weil der Antisemitismus nicht als Glaubensinhalt in der Gesellschaft verwurzelt worden wäre.
Der Antisemitismus ist ein klassisches Beispiel dafür, wie die Kirche die Lehre Christi verfälscht hat. ...

Ich setze dagegen, dass es vorab kirchliche Institutionen sind, die sich quasi von Berufs wegen der Friedensverantwortung in der Gesellschaft stellen, wie wohl keine andere NGO, und das noch lange bevor es eine UNO gab - von ihrem Beitrag an die Erziehung und Bildung sowie die weltumspannenden Entwicklungshilfemassnahmen einmal ganz abgesehen. Anderseits trifft Deine Kritik wohl zu: Organisationsformen mit ideologischer Ausrichtung neigen dazu, sich zu einem Machtapparat zu entwickeln und sich entsprechend zu pervertieren. Insofern die Kirche Menschen anzieht, die sich dieser inhärenten Macht bedienen wollen, könnte man ihr den Vorwurf der Systembedingtheit anlasten. Wie Du aber richtig sagst, hat das mit dem christlichen Auftrag nichts mehr zu tun, im Gegenteil. Daher dürfen solche Machtexzesse nicht der Kirche angelastet werden.

GIL
knut hacker
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2010 - 17:38:41    Titel:

„Gott ist Liebe“,
ich freue mich, dass du nicht sauer bist über meinen Beitrag.Das nenne ich christlich!
Es gibt natürlich hervorragende Vertreter des Christentums. Dazu zähle ich zum Beispiel Bonhoeffer, Mutter Teresa, Thomas von Aquin, Meister Eckhart. Aber sie hatten doch überwiegend Schwierigkeiten mit der Kirche, sogar Thomas von Aquin, der heiliggesprochen wurde,und der Theologiepapst der katholischen Kirche, Karl Rahner.
Ryan_Elbwood
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BeitragVerfasst am: 01 Aug 2010 - 12:00:48    Titel:

EineRechtleitung_AlHuda hat folgendes geschrieben:
Allahs Frieden auf jeden der der Rechtleitung folgt!

Die Wahrheit Jesu während seiner Gesandtschaft von Allah ist mittlerweile verändert worden und ist nicht mehr das wozu Jesus gesandt worden ist.
(Vergleiche Unitarier und Dreieinigkeit (Trintät))

Außerdem, Er wollte nicht das ein Mönchtum sich aus seinen Anhängern bildet die seine Offenbarung der ganzen Welt missionieren. Jesus kam zu dem Haus Israel den Kinder Israels um ihnen zu verkünden das der Fürsprecher und hoch gelobte Muhammad(Ahmad) kommen wird und der ganzen Welt und allen Völker vereinen wird zur Gottergebenheit.


Hallo,

@EineRechtleitung_AlHuda - obwohl du ein gesperrter User bist, wollte ich Dir das Folgende hinterlassen. falls Du doch mal wieder hier im Forum liest.

in:

Lk 1,26-31
Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt von Galiläa, mit Namen Nazareth, gesandt, zu einer Jungfrau, die einem Mann namens Josef, aus dem Haus Davids, verlobt war, und der Name der Jungfrau war Maria. Und er kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadete! Der Herr ‹ist› mit dir. Sie aber wurde bestürzt über das Wort und überlegte, was für ein Gruß dies sei. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen.

Lk 1,32-36
Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein.
Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?
Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet einen Sohn in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat bei ihr, die unfruchtbar genannt war.

Markus 12.29
...das erste Gebot von allen ist, Höre Oh Israel: der Herr unser Gott ist ein Herr

- steht ganz deutlich, dass Jesus nicht Gott ist und dass der Heilige Geist nicht Gott ist. Jeder bibellesende Christ weiß das somit auch.

Genau, wie ein Muslim die folgende Quranstelle kennt:
Quran 2:163
Euer Gott ist ein einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen

Die Trinität ist - wie in den folgenden Texten beschrieben - aus politischer Not entstanden und hat nichts mit den tatsächlichen Glaubenswerten von Christen in dem Sinne zu tun, wie sie gerne dargestellt werden, um einen Wiederspruch zu erschaffen. Siehe folgenden Text dazu:

Zu Beginn des 4. Jhdts n.Chr. gab es in Alexandrien eine große Kontroverse zwischen Arius und Athanasius und deren oben kurzu beschriebenen Lehren, und die Streitereien schlugen Wellen, welche bis an den Kaiserhof reichten und Kaiser Konstantin veranlaßten, einzugreifen. Er sah in dieser Kontroverse die Einheit seines Reiches gefährdet, welche er endlich 324 n.Chr. erreicht hatte, als das gesamte Römische Reich unter einem Kaiser vereint war, nachdem Konstantin seinen Hauptrivalen Licinius besiegt hatte.
Besorgt um die politischen Auswirkungen der Kontroverse zwischen Arius und Athanasius berief Konstantin ein Konzil aller christlichen Bischöfe nach Nicäa, wo man sich im Mai 325 n.Chr. traf. Konstantin selbst führte den Vorsitz, war aber zu jenem Zeitpunkt nicht einmal getauft. Konstantin bevorzugte schließlich den von den Unterstützern des Athanasius vorgetragenen Kompromiss und angesichts seiner politischen Macht wurde das Bekenntnis von Nicäa den Bischöfen unterzeichnet, wobei lediglich Arius und 2 Bischöfe ihre Unterschrift verweigerten und sogleich verbannt wurden. Der Ausgang des Konzils von Nicäa zeigte auf, dass das Christentum nach ca. 300 Jahren Verfolgung durch das Römische Reich nunmehr quasi unter der Kontrolle eben dieses Reiches stand.
Das ursprünglich bei diesem Konzil in Nicäa verabschiedete Glaubensbekenntnis ist eigentlich nicht einmal ein "trinitarisches" Bekenntnis, denn es betont lediglich die "Gleichheit" von Gott und Jesus mit einer nur kleinen Erwähnung des Heiligen Geistes. Die ausformulierte Lehre der Dreieinigkeit bzw Dreifaltigkeit (Trinitätslehre) wurde eigentlich erst beim Konzil von Chalcedon 451 n.Chr. etabliert, und selbst danach gab es noch einige Änderungen durch spätere Konzilien. Doch die fürhrte zu Kontroversen in erheblichem Ausmaß.
Die Kontroversen wurden schließlich beseitigt, als Theodosius I im Jahre 379 n.Chr. alleiniger Kaiser wurde. Er ergriff die Seite der Trinitarier und berief im Jahre 381 n.Chr. ein Konzil nach Konstantinopel ein, um seine Position bestätigen zu lassen. Die orthodoxe christliche Lehre ist seither gleich geblieben. Der Triumph der Trinitätslehre hatte nichts mit dem Gewicht biblischer Wahrheit zu tun, sondern beruhte auf der Macht eines kaiserlichen Edikts. Im römischen Reich wurde dann per Erlass bzw Gesetz (vgl. Gesetzbuch Justinians 534 n.Chr.) diese trinitarische Form des Christentums (manchmal auch als "nicänisches Christentum" bezeichnet) als allein gültige und erlaubte Form bestätigt, wodurch alle anderen christlichen Glaubensformen illegal wurden und ihre Anhänger Tod, Gefängnis, Beschlagnahme ihres Besitzes und den Ausschluß von öffentlichen Ämtern als Konsequenz zu tragen hatten.
Jesus hatte niemals laut den Überlieferungen niemals gesagt, dass er der leibliche Sohn von Gott ist. Im Gegenteil, er nannte sich Menschensohn und sagte lediglich, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei. Er selbst betete ja zu Gott und sagte in Bezug auf die Schriften:
"Es steht geschrieben, du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."
und
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten; und Ihm allein sollst du dienen."

Wer sich informiert, weiß das. Aufgeklärte Christen glauben nur an den einen Gott, genau wie jeder Muslim. Es gibt jedoch genug unaufgeklärte Christen und auch Abspaltungen der eigentlichen Lehre.

Ich las einst sehr intensiv die Bibel, den Quran (Pierre Vogel hat es dennoch nicht geschafft, mich zu überzeugen) und viele andere Glaubensbücher und Ismen, weil ich auf der Suche war. Ich habe zu einem eigenen Glauben gefunden und bin mir sicher, dass Glaube ebenso wichtig und heilbringend, wie auch gefährlich und zerstörerisch ist. Möge ein jeder glauben, was er als glaubenswert erachtet.

Netter Gruß

Ryan
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BeitragVerfasst am: 02 Aug 2010 - 00:24:00    Titel:

@Ryan
Klappsmühle. Wenn du glaubst jemand liest den Scheiß, den du da fabrizierst durch dann glaube daran. Es gibt immer einen Doofen.
Das ist jetzt keine Anspielung auf den hyperintelligenten Administrator sondern auf die übernatürlich-intelligenten Mitstreiter, die sich über Götter unterhalten.
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BeitragVerfasst am: 02 Aug 2010 - 01:12:01    Titel:

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
@Ryan
Klappsmühle. Wenn du glaubst jemand liest den Scheiß, den du da fabrizierst durch dann glaube daran. Es gibt immer einen Doofen.
Das ist jetzt keine Anspielung auf den hyperintelligenten Administrator sondern auf die übernatürlich-intelligenten Mitstreiter, die sich über Götter unterhalten.


Genau! Very Happy Very Happy Very Happy
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BeitragVerfasst am: 03 Aug 2010 - 01:23:46    Titel:

Ich füttere dich mit Aufmerksamkeit.
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BeitragVerfasst am: 05 Aug 2010 - 19:37:45    Titel:

Hallo,

ich hätte da eine Frage die mich sehr beschäftigt hatte. Wenn man nicht an den Christentum glaubt, hat man nicht die Möglichkeit in den Himmel zu kommen, egal wie gut diese Personen sind. Gott "verkörpert" aber das Gute und Gerechte, warum lässt er dann nicht Menschen in den Himmel die es eigentlich verdient hätten, aber einfach nciht in den Genuss kamen von dieser Religion beeinflusst werden, z. B. wenn man in einem nicht christlichen Land geboren ist?

Gruß

Awsed
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BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 17:16:42    Titel:

Liebe(r) Awsed

awsed hat folgendes geschrieben:
Wenn man nicht an den Christentum glaubt, hat man nicht die Möglichkeit in den Himmel zu kommen, egal wie gut diese Personen sind. Gott "verkörpert" aber das Gute und Gerechte, warum lässt er dann nicht Menschen in den Himmel die es eigentlich verdient hätten, aber einfach nciht in den Genuss kamen von dieser Religion beeinflusst werden, z. B. wenn man in einem nicht christlichen Land geboren ist?

Die grundsätzliche Frage ist: Was ist der Himmel und was die Hölle. Wahrscheinlich sollten wir besser von der unsichtbaren Welt sprechen. Als Christ bin der Meinung, dass man sich mit der Liebe zu den Menschen den Himmel "verdient" hat (Jesus: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder angetan habt, das habt ihr mir getan."). Und da jedes Geschöpf von Gott kommt, ist die Nächstenliebe letztlich gleichbedeutend mit der Liebe zu Gott.

Wenn Du es aber dogmatisch wissen willst: Die einzige hierarchisch gegliederte christliche Kirche mit einem weltweit als Repräsentant der christlichen Gemeinschaft anerkannten Oberhaupt ist die röm.kath. Kirche mit ihrem Papst. Diese Kirche "regelt" die von Dir angesprochenen Fragen im Katechismus, und zwar - meiner Meinung nach - am Eindrücklichsten im Kapitel über die Hölle. Meine vorhin erklärte Meinung deckt sich weitgehend mit dem, was dort steht:

Wir können nicht mit Gott vereint werden, wenn wir uns nicht freiwillig dazu entscheiden, ihn zu lieben. Wir können aber Gott nicht lieben, wenn wir uns gegen ihn, gegen unseren Nächsten oder gegen uns selbst schwer versündigen: „Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Mörder, und ihr wißt: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt" (1 Joh 3,14-15).

Unter "Bruder" ist im Christentum jeder Mitmensch gemeint. Jesus selber nannte die Menschen seine "Brüder und Schwestern".

Das ist von universeller Bedeutung, d.h. für jeden Menschen gleichermassen gültig. Es kommt also nicht darauf an, wie Du Gott bezeichnest, ob "Vater", "Allah", "Jahwe", "Aba" oder wie auch immer, auch nicht ob Du an Jesus als den von Gott gesandten Sohn glaubst, und schon gar nicht, ob Du in einem christlichen Land geboren bist (O-Ton Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."). Das einzige Kriterium ist, ob Du die Menschen liebst - damit liebst Du gleichzeitig Gott - und ob Du den Menschen Gutes getan hast.

Nun, was ist der Himmel: Ich stelle ihn mir als einen (unsichtbaren) Ort vor, wo man Gott am nächsten ist, zusammen mit den Engeln und Heiligen sowie mit allen lieben Menschen. Die Hölle wäre die Ferne von diesem Ort. Bereits mit einer Sünde sondert man sich von Gott ab und entfernt sich von ihm. Man wird diese Ferne als schmerzlich empfinden und auf diese Weise die Hölle erfahren.

GIL
awsed
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BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 18:23:23    Titel:

Hallo Gott ist Liebe,

puh also eine so ausführliche Antwort habe ich nicht erwartet, also danke erstmal.
Ich war mir bei meiner Ausgangsthese nicht sicher, so habe ich das nämlich verstanden das im Christentum gesagt wird das einen Nicht-Christen es nicht gestattet ist in den Himmel zu gehen. Wurde das von dir angezweifelt?
Das habe ich mir vorallem in diesem Teil deines Textes gedacht.
Zitat:
Das ist von universeller Bedeutung, d.h. für jeden Menschen gleichermassen gültig. Es kommt also nicht darauf an, wie Du Gott bezeichnest, ob "Vater", "Allah", "Jahwe", "Aba" oder wie auch immer, auch nicht ob Du an Jesus als den von Gott gesandten Sohn glaubst, und schon gar nicht, ob Du in einem christlichen Land geboren bist (O-Ton Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."). Das einzige Kriterium ist, ob Du die Menschen liebst - damit liebst Du gleichzeitig Gott - und ob Du den Menschen Gutes getan hast.
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BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 18:50:26    Titel:

Liebe(r) Awsed

awsed hat folgendes geschrieben:
... im Christentum gesagt wird das einen Nicht-Christen es nicht gestattet ist in den Himmel zu gehen. Wurde das von dir angezweifelt?

Ich verstehe den Kern der christlichen Lehre - und auch der Dogmatik - so, dass sogar ein Atheist ins Himmelreich eingehen kann, wenn er nach dem Gebot der tätigen Nächstenliebe handelte. Darin besteht letztlich die Nachfolge Christi, vor allem wenn man der Liebe die Wertschätzung entgegenbringt, die ich in ihrer universellen Eigenschaft als spirituellen Akt bezeichne. Dazu gehört die Pflege des vom rein Materiellen und Weltlichen losgelösten Bewusstseins.

Der Himmel ist kein Kino, bei dessen Eingang es genügt, das Ticket: "Ich bin ein Christ", vorzuweisen: Ein blosses Lippenbekenntnis nützt da nichts. Es kommt auf das "Herzen" des Menschen an, und nur darauf. So ähnlich sagt es auch die von mir verlinkte Katechismus-Stelle. Daher können auch Muslime, Juden, Buddhisten, Paganisten - wer auch immer - in den Himmel kommen.

Aber: Tätige Nächstenliebe ist keine einfache Sache.

GIL
awsed
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BeitragVerfasst am: 06 Aug 2010 - 23:16:51    Titel:

hallo,

vielen dank für deine Antwort. Dann war wohl meine These von der ich ausgegangen bin einfach falsch. Diese hatte ich von meiner Religionslehrerin. Nunja wenn die These falsch ist erübrig sich eine Argumentation.

Gruß

Awsed
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BeitragVerfasst am: 08 Aug 2010 - 06:08:57    Titel:

Liebe(r) Awsed

awsed hat folgendes geschrieben:
Dann war wohl meine These von der ich ausgegangen bin einfach falsch. Diese hatte ich von meiner Religionslehrerin. Nunja wenn die These falsch ist erübrig sich eine Argumentation.

Na ja, im Katechismus steht halt auch, dass es ausserhalb der Kirche kein Heil gebe. Daneben wird aber gesagt: „Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott jedoch aufrichtigen Herzens sucht und seinen durch den Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in den Taten zu erfüllen versucht, kann das ewige Heil erlangen." In diesem Zusammenhang ist auch die Taufe zu erwähnen, bei der der Mensch in die Kirche eintritt und dank Vergebung der Sünden (auch der Erbsünde) mit Gott versöhnt wird.

Der Katechismus zitiert 1Tim 2, 4 wonach Gott "will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen". Für Menschen, die einer andern Religion angehören, sagt der Katechismus (hier im Kompendium, verfasst vom heutigen Papst): "Es gibt eine Verbindung, die vor allem auf dem gemeinsamen Ursprung und Ziel des ganzen Menschengeschlechtes beruht. Die katholische Kirche anerkennt, dass alles, was sich in den anderen Religionen an Gutem und Wahrem findet, von Gott kommt, ein Strahl seiner Wahrheit ist, auf die Annahme des Evangeliums vorbereiten und zur Einheit der Menschen in der Kirche Christi hindrängen kann." Es geht also beim Heil, von dem im Katechismus die Rede ist, nicht um eine formaljuristische Angelegenheit.

Laut Katechismus braucht es zwar den Glauben, um in den Himmel zu kommen. Die Frage, was der Glaube sei, ist aber sehr komplex, vor allem was die Art des Glaubens betrifft. Es gibt beispielsweise das Verbot, sich von Gott ein Bild zu machen. Damit ist gemeint, dieses Bild - was ein inneres Bild sein kann - anzubeten anstatt Gott selber, denn das wäre ein Götzendienst. Hie und da frage ich mich, was schlimmer ist, die Anbetung eines selbstgebauten, festgefügten Gottesbilds, das wie eine Wand den Blick auf Gott (und die Menschenseelen) verstellt, oder die Haltung eines Atheisten, der nichts glauben mag oder kann. Solange ein Mensch Gutes tut und tätige Nächstenliebe übt, kann er meiner Meinung nach nicht völlig gottlos sein. Er beschreitet unbewusst den Weg, der die Nachfolge Christi bedeutet.

GIL
awsed
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BeitragVerfasst am: 11 Aug 2010 - 18:21:10    Titel:

vielen Dank für deine Antwort, und vorallem für dein Mühe. Du hast mir sehr weitergeholfen Very Happy
Lord Ace
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BeitragVerfasst am: 12 Aug 2010 - 11:15:59    Titel:

hmm, tut mir leid wenn ich jetzt in eure Diskussion einbreche, aber ich habe eine Frage an Christen:
ich bin zwar katholik, aber ich kenne mich in einigen bereichen (vor allem Interpretation...) nicht wirklich aus. darum meine Frage:

in der katholischen Messe wird sehr oft das Sprüchlein: "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund." gesagt.

ich vermute mal, dass dies eine Abwandlung des Spruches im N.T. ("Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort so wird es meinem Diener besser gehen.") sein soll.

so, jetzt zu meiner Frage:
ist Gott nicht immer und überall? warum sollte ich als Gläubiger unwürdig sein, dass er unter mein Dach (also in mein Haus) tritt?
oder ist damit ganz was anderes gemeint?

Viele Grüße
Gott ist Liebe
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BeitragVerfasst am: 12 Aug 2010 - 12:21:50    Titel:

Lieber Lord Ace

Lord Ace hat folgendes geschrieben:

in der katholischen Messe wird sehr oft das Sprüchlein: "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort so wird meine Seele gesund." gesagt.

ich vermute mal, dass dies eine Abwandlung des Spruches im N.T. ("Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort so wird es meinem Diener besser gehen.") sein soll.

Die Bibelstelle handelt von einem römischen Hauptmann, der dies sagte, weil Juden römische Häuser nicht betreten durften. Jesus nahm diese Worte als Beispiel für eine Haltung, die gleichzeitig Demut ("ich bin nicht würdig") und Glauben ausdrückt ("so wird mein Diener gesund"). Wegen dieser vorbildlichen Haltung fand der Spruch Eingang in die kath. Messe.

Lord Ace hat folgendes geschrieben:
ist Gott nicht immer und überall? warum sollte ich als Gläubiger unwürdig sein, dass er unter mein Dach (also in mein Haus) tritt?
oder ist damit ganz was anderes gemeint?

Das Gebet wird unmittelbar vor der Kommunion gesprochen. Durch die Realpräsenz von Jesus Christus in Form von Brot und Wein wird mit dem Empfang der Kommunion eine sakramentale Einheit zwischen Jesus und den Gläubigen geschaffen, von der eine heilende und stärkende Wirkung für die Gemeinde und jeden einzelnen Gläubigen ausgeht.

Es stimmt, dass Gott immer und überall ist. Für Jesus war das spirituelle Erlebnis innerhalb einer Gemeinde von grosser Bedeutung. Daher rührt die besondere Bedeutung der Kommunion.

Aber: Ein Theologe könnte Dir das noch wesentlich besser erklären.

GIL
Frankx
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BeitragVerfasst am: 19 Nov 2010 - 10:39:46    Titel:

Auf Grund einer besonderen Einladung habe ich hier nun einen kleinen Katalog von "Fragen an Christen", insbesondere an Dich GIL.
Einiges dürfte Dir ja schon bekannt vorkommen, da Du aber darauf noch nicht geantwortet hast stelle ich sie hier noch mal zur Diskussion.

1. Wie grenzt sich die kathol. Kirche theologisch begründet gegen, durch Berufung auf christliche Werte, begangene Gewalt ab? Insbesondere interessiert mich die Frage, inwieweit der christliche Grundsatz: "Du sollst nicht töten!" mit dem Verhängen von Todesstrafen, Befehl von Mord und Folter gegen politische Gegner und Kriegseinsätze etc. vereinbar ist.

2. Wenn dies mit christlichen Grundsätzen nicht vereinbar ist, wieso werden keine Konsequenzen von den Oberhäuptern der kathol. Kirche gezogen. Wieso werden also solche Regierungen, Regierungschefs und Militärs nicht aus der Kirche ausgeschlossen. Wieso verweigert man nicht die Annahme von Kirchenbeiträgen und Spenden solcher Leute. Wieso wird nicht offiziell, klar und deutlich dazu aufgerufen, solchen Leuten die Gefolgschaft zu verweigern?

3. Wenn die kathol. Kirche sich nicht abgrenzen kann oder will und solche offensichtlich gegen ihre christlichen Prinzipien verstoßenden Leute in ihren Reihen zumindest toleriert und duldet, wie kannst Du Dich dann noch zu dieser Kirche bekennen? Der Verstoß erfolgt ja nicht nur einfach gegen die christlichen Prinzipien, sondern auch immer gerade unter Berufung auf christliche Werte oder deren Verteidigung.

Nein GIL, ich erwarte keine wirklich befriedigenden Antworten, nicht weil ich Dich für inkompetent halten würde, sondern weil es die falschen Fragen sind. Sie führen ins Leere. Man muss lernen die richtigen Fragen zu stellen.

MfG. Frank
Gott ist Liebe
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BeitragVerfasst am: 19 Nov 2010 - 12:23:53    Titel:

Lieber Frank

Frankx hat folgendes geschrieben:
1. Wie grenzt sich die kathol. Kirche theologisch begründet gegen, durch Berufung auf christliche Werte, begangene Gewalt ab? Insbesondere interessiert mich die Frage, inwieweit der christliche Grundsatz: "Du sollst nicht töten!" mit dem Verhängen von Todesstrafen, Befehl von Mord und Folter gegen politische Gegner und Kriegseinsätze etc. vereinbar ist.

Es gibt geschichtlich zwei Bereiche, wo die Kirche dem Tötungsverbot zuwider handelte: Die Inquisition (Verbrennung von "Hexen") und die Kreuzzüge. Beides ist heute überwunden. Die Kirche befiehlt heute keine Tötungen mehr und liefert auch keinerlei Rechtfertigungen, auch nicht für Folter oder Terror.

Der Grund liegt darin, dass die Bibel damals theologisch falsch ausgelegt wurde. Jesus wurde in seiner Eigenschaft als Menschensohn zur Ablösung aller irdischen Gewaltherrschaft angesehen. Dieser Jesus aber verkündete die Feindesliebe und lebte dieses Gebot selber vor, was durch seinen Tod am Kreuz nicht eindrücklicher belegt werden kann. Er hätte ja die Möglichkeit zum Untertauchen gehabt. Es ist daher unmöglich, aus dem christlichen Verständnis heraus einen Kampfbefehl in die Bibel hineinzuinterpretieren. Ausserdem verkündete Jesus die Trennung von Diesseits und Jenseits, das er mit vielen Gleichnissen verdeutlichte und die Spiritualität eines christlichen Lebens illustrierte.

Frankx hat folgendes geschrieben:
2. Wenn dies mit christlichen Grundsätzen nicht vereinbar ist, wieso werden keine Konsequenzen von den Oberhäuptern der kathol. Kirche gezogen. Wieso werden also solche Regierungen, Regierungschefs und Militärs nicht aus der Kirche ausgeschlossen. Wieso verweigert man nicht die Annahme von Kirchenbeiträgen und Spenden solcher Leute. Wieso wird nicht offiziell, klar und deutlich dazu aufgerufen, solchen Leuten die Gefolgschaft zu verweigern?

In wiefern dieser Vorwurf berechtigt ist, weiss ich nicht, denn Exkommunikationen werden nicht an die grosse Glocke gehängt. Entscheidend ist aber, dass es sich die Kirche verbitten würde, wenn Mordtaten oder Kriege im Namen Jesu begangen würden. Die Bigotterie von G. Bush, der vor laufenden Fernsehkameras betete, wurde vom Papst postwendend mit Friedensaufrufen quittiert. Abgesehen davon ist Bush kein Katholik. Und noch etwas: Die Kirche tritt nicht als Richterin irdischer Gerechtigkeit auf, sondern sie überlässt dies dem letzten Gericht ("richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet", und "mein ist die Rache, spricht Gott"). Im Gegenteil: Sie unterstützt den Sünder, der seine Straftaten ehrlich bereut.

Frankx hat folgendes geschrieben:
3. Wenn die kathol. Kirche sich nicht abgrenzen kann oder will und solche offensichtlich gegen ihre christlichen Prinzipien verstoßenden Leute in ihren Reihen zumindest toleriert und duldet, wie kannst Du Dich dann noch zu dieser Kirche bekennen? Der Verstoß erfolgt ja nicht nur einfach gegen die christlichen Prinzipien, sondern auch immer gerade unter Berufung auf christliche Werte oder deren Verteidigung.

Sie grenzt sich ab. Daher habe ich keine Mühe, mich zum Christentum zu bekennen. Für mich - und auch für die mediale Weltgemeinschaft - ist der Papst das repräsentative Oberhaupt des Christentums. Es gibt in keiner Weltreligion ein Oberhaupt mit vergleichbarer Autorität.

Frankx hat folgendes geschrieben:
Man muss lernen die richtigen Fragen zu stellen.

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Ich bemühte mich, Dir gescheite Antworten zu liefern.

GIL
Frankx
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BeitragVerfasst am: 19 Nov 2010 - 16:24:32    Titel:

@GIL
Zitat:
Die Kirche befiehlt heute keine Tötungen mehr und liefert auch keinerlei Rechtfertigungen, auch nicht für Folter oder Terror.

Das habe ich auch nicht behauptet. Meine Frage richtete sich lediglich nach der Art der klaren und theologisch begründeten Abgrenzung. Wenn die Bibel also keine Tötungen vorschreibt, sollte dies doch erst recht einfach sein.

Zitat:
Die Bigotterie von G. Bush, der vor laufenden Fernsehkameras betete, wurde vom Papst postwendend mit Friedensaufrufen quittiert.

Du weichst meinen Fragen aus. (Was bleibt Dir auch anderes übrig?)
Eine allgemeine Aufforderung im Stile "Habt euch bitte wieder lieb." ist weder eine klare, noch theologisch begründete Abgrenzung.
Dies könnte z.B. so aussehen:
"Das was ihr da macht (Todesstrafe, Mord, Folter, Krieg) widerspricht zutiefst unserem christlichen Grundsatz "Du sollst nicht töten!" und ist mit unserem Glauben unvereinbar. Es entspricht weder dem Wort noch dem Sinn der Bibel auf die ihr (Bush) euch beruft. Wir distanzieren uns deshalb ausdrücklich davon."

Zu einer klaren Abgrenzung gehört natürlich zum Lippenbekenntnis noch die entsprechende Konsequenz.
Z.B. "Wir untersagen unseren Mitgliedern bei Strafe der Exkommunikation die Teilnahme an derartigen Handlungen und fordern sie auf diesen Leuten die Gefolgschaft bzw. den Befehl zu verweigern."

Bei anderen Themen (Abtreibung) funktioniert das doch so?

Zitat:
Die Kirche tritt nicht als Richterin irdischer Gerechtigkeit auf

Sie soll ja auch nicht richten, sondern sich abgrenzen.
Zitat:
Sie grenzt sich ab.

Tut sie nicht. Weder das klare Bekenntnis (siehe oben) noch irgend eine Form von Konsequenzen kann ich bei der kathol. Kirche erkennen.

Aber wie gesagt, ich erwarte dies nicht wirklich und mache das auch weder Dir noch deiner Kirche zum Vorwurf. Mir geht es um ganz anderes

Zitat:
Es gibt in keiner Weltreligion ein Oberhaupt mit vergleichbarer Autorität.

Da ist sie wieder, diese Arroganz. Den Dalai Lama würde ich z.B. auch nicht unterschätzen, aber das soll hier nicht das Thema sein. Der Papst besitzt unbestritten eine sehr große Autorität. Wieso nutzt er sie nicht um auch so klare Worte wie beim Thema Abtreibung zu reden?

Zitat:
Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Der Spruch musste jetzt kommen. Aber ich habe nicht von dummen Fragen geredet, sondern von den falschen Fragen. Auch Deine Frage im Islam-Thread ist nicht dumm, im Gegenteil. Aber Du wirst da ebenso keine befriedigende Antwort erhalten, wie ich hier.

MfG. Frank
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BeitragVerfasst am: 19 Nov 2010 - 17:27:08    Titel:

Lieber Frank

Frankx hat folgendes geschrieben:
Du weichst meinen Fragen aus. (Was bleibt Dir auch anderes übrig?)
Eine allgemeine Aufforderung im Stile "Habt euch bitte wieder lieb." ist weder eine klare, noch theologisch begründete Abgrenzung.

Ich beantwortete die Fragen, die Du stelltest.
Wenn Du mit meinen Antworten nicht zufrieden bist, musst Du Deine Fragen allenfalls präziser formulieren.

Frankx hat folgendes geschrieben:
"Das was ihr da macht (Todesstrafe, Mord, Folter, Krieg) widerspricht zutiefst unserem christlichen Grundsatz "Du sollst nicht töten!" und ist mit unserem Glauben unvereinbar. Es entspricht weder dem Wort noch dem Sinn der Bibel auf die ihr (Bush) euch beruft. Wir distanzieren uns deshalb ausdrücklich davon."

Nein, so etwas entspräche der pauschalen Verurteilung, wie man es von den Muslimen kennt, wenn sie Enthauptungen oder Selbstmordattentäter verurteilen. Nichts desto trotz sagte aber der Papst genau das, was Du in Deinem Post von ihm gefordert hast.

Frankx hat folgendes geschrieben:
Zu einer klaren Abgrenzung gehört natürlich zum Lippenbekenntnis noch die entsprechende Konsequenz.
Z.B. "Wir untersagen unseren Mitgliedern bei Strafe der Exkommunikation die Teilnahme an derartigen Handlungen und fordern sie auf diesen Leuten die Gefolgschaft bzw. den Befehl zu verweigern."
Bei anderen Themen (Abtreibung) funktioniert das doch so?

Es ist ein Unterschied, ob man einen Krieg im Namen Gottes/Allah's führt und sich dabei auf eine in einem "heiligen Buch" geschriebene Pflicht beruft oder ob der Krieg aus nichtreligiösen Gründen geführt wird und man aus einer Bürgerpflicht am Krieg teilnimme. Im ersten Fall geht es um mit göttlichen Befehlen bemäntelte Interessen, die durch ein religiös verbrämtes System verkörpert werden, im zweiten Fall geht es um staatliche Interessen, bei der die Gewaltanwendung durch staatliche Institutionen aufgrund weltlicher Gesetze befohlen wird.

Zwar könnte die Kirche eine Exkommunikations-Androhung für die Teilnahme an einem Krieg aussprechen, wie Du sie hier vorschlägst. Über die Gründe, warum sie es nicht tut, spreche ich erst, wenn Du den systembedingten Unterschied zwischen religiös verbrämtem und staatlich angeordetem Kampfbefehl verstanden hast, denn dieses Thema hat mit Deinem Thread "Ursachen von Radikalismus und extremistischer Ideologien" nichts zu tun.

Frankx hat folgendes geschrieben:
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Es gibt in keiner Weltreligion ein Oberhaupt mit vergleichbarer Autorität.

Den Dalai Lama würde ich z.B. auch nicht unterschätzen,

Er ist unbestrittenermassen eine Autorität, die ich persönlich sehr achte. Nun ist aber der tibetische Buddhismus keine Weltreligion, so wie es der Buddhismus ist, weil er lokal auf Tibet beschränkt bleibt, und zudem steht der Dalai Lama nur einer von fünf "Schulen" des tibetischen Buddhismus vor. Demgegenüber ist die katholische Kirche unbestrittenermassen eine Weltreligion mit einem Oberhaupt, das auf der Weltbühne eine mit medialer Aufmerksamkeit derart ausgestattete Rolle spielt, dass seine öffentlichen Stellungnahmen als für die gesamte Christenheit repräsentativ eingestuft werden.

GIL
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BeitragVerfasst am: 20 Nov 2010 - 02:32:45    Titel:

@GIL
Zitat:
Ich beantwortete die Fragen, die Du stelltest.
Wenn Du mit meinen Antworten nicht zufrieden bist, musst Du Deine Fragen allenfalls präziser formulieren.

Ich sagte ja bereits, dass es die falschen Fragen sind. und dass ich keine zufriedenstellenden Antworten erwarte. Wenn Du es dennoch weiter versuchen möchtest, nur zu.

Zitat:
Zitat:
Frankx hat folgendes geschrieben:
"Das was ihr da macht (Todesstrafe, Mord, Folter, Krieg) widerspricht zutiefst unserem christlichen Grundsatz "Du sollst nicht töten!" und ist mit unserem Glauben unvereinbar. Es entspricht weder dem Wort noch dem Sinn der Bibel auf die ihr (Bush) euch beruft. Wir distanzieren uns deshalb ausdrücklich davon."

Nein, so etwas entspräche der pauschalen Verurteilung, wie man es von den Muslimen kennt, wenn sie Enthauptungen oder Selbstmordattentäter verurteilen.

Wieso pauschale Verurteilung? Es wäre eine auf theologischer Grundlage , nämlich unter direkte Berufung auf Bibelinhalt und christliche Grundsätze erteilte Abgrenzung.

Zitat:
Nichts desto trotz sagte aber der Papst genau das, was Du in Deinem Post von ihm gefordert hast.

Lies richtig! Wo ist da der Bezug zum Christentum und seinen Grundsätzen? Es wird lediglich vor den möglichen politischen Wirren gewarnt. Vor allem werden keine Konsequenzen angedroht. Das ist keine klare und theologisch begründete Abgrenzung.
Offensichtlich hat dieser Appell dann ja Herrn Bush und seine Schergen auch mächtig beeindruckt, wie der geschichtliche Verlauf zeigt.

Zitat:
Es ist ein Unterschied, ob man einen Krieg im Namen Gottes/Allah's führt und sich dabei auf eine in einem "heiligen Buch" geschriebene Pflicht beruft oder ob der Krieg aus nichtreligiösen Gründen geführt wird und man aus einer Bürgerpflicht am Krieg teilnimme.

Bush und seine Handlanger haben Krieg im Namen Gottes geführt, er erklärt sein Tun nach wie vor mit dem Hinweis auf Verteidigung der auch von Dir angeführten christlichen/westlichen Werte Demokratie, Freiheit, etc. und beruft sich auf die Bibel. Weiterhin sind da Berufssoldaten im Einsatz, die werden nicht aus Bürgerpflicht in den Kampf geschickt.
Und vor allem wird doch auch beim Thema Abtreibung keine Rücksicht auf sonstige Zwänge/Notsituationen z.B. bei Schwangerschaft durch Vergewaltigung, bestimmte medizinische Aspekte, usw. genommen. Da klappt die Abgrenzung plötzlich mit genau dem Hinweis auf das das obige Bibelzitat und unter Androhung entsprechender Konsequenzen.
(Das Thema Todesurteile hast Du ganz unterschlagen. Auch diese werden im Namen Gottes gesprochen.)
Zitat:
Zwar könnte die Kirche eine Exkommunikations-Androhung für die Teilnahme an einem Krieg aussprechen, wie Du sie hier vorschlägst. Über die Gründe, warum sie es nicht tut, spreche ich erst, wenn Du den systembedingten Unterschied zwischen religiös verbrämtem und staatlich angeordetem Kampfbefehl verstanden hast, denn dieses Thema hat mit Deinem Thread "Ursachen von Radikalismus und extremistischer Ideologien" nichts zu tun.

Du versuchst schon wieder den Islamismus vorzuschieben, um oben gestellte eindeutige Frage nicht zu beantworten. Ich bin extra hier in diesen Thread umgezogen, um hier ausschließlich Fragen über das Christentum an Christen zu stellen, wie es in der Threadüberschrift verlangt wird. In keiner meiner obigen Fragen steht ein Vergleich Christentum/Islam zur Debatte.
Der Thread "Ursachen von Radikalismus und extremistischer Ideologien" behandelt dagegen ein gänzlich anderes Thema. Meine obigen Fragen hier haben keinen Bezug auf Radikalismus oder extremistische Ideologien. Vermische das bitte nicht.

Zitat:
Er ist unbestrittenermassen eine Autorität, die ich persönlich sehr achte. Nun ist aber der tibetische Buddhismus keine Weltreligion, so wie es der Buddhismus ist, weil er lokal auf Tibet beschränkt bleibt, und zudem steht der Dalai Lama nur einer von fünf "Schulen" des tibetischen Buddhismus vor. Demgegenüber ist die katholische Kirche unbestrittenermassen eine Weltreligion mit einem Oberhaupt, das auf der Weltbühne eine mit medialer Aufmerksamkeit derart ausgestattete Rolle spielt, dass seine öffentlichen Stellungnahmen als für die gesamte Christenheit repräsentativ eingestuft werden.

Du kannst das halten wie Du willst. Ich sagte, das soll hier nicht die Rolle spielen, aber abgesehen von den eigenen Anhängern und den Sympathisanten in der westlichen Welt spielen auch für ein paar Milliarden Chinesen (also rund die halbe Menschheit) die Äußerungen des Dalai Lama eine möglicherweise wichtigere Rolle als die des Papstes. Autorität kann man auch beim Gegner genießen. Aber wie gesagt, darüber will ich an dieser Stelle nicht weiter streiten, da es für das eigentliche Thema unerheblich ist und von meinen eigentlichen Fragen nur ablenkt.

MfG. Frank
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 20 Nov 2010 - 06:04:58    Titel:

Hi Frankx

Du schreibst ja selbst, daß du mit deinen Fragen unzufrieden bist. Aber dennoch, es gibt keine falschen Fragen...

Zitat:
Insbesondere interessiert mich die Frage, inwieweit der christliche Grundsatz: "Du sollst nicht töten!" mit dem Verhängen von Todesstrafen, Befehl von Mord und Folter gegen politische Gegner und Kriegseinsätze etc. vereinbar ist.


"Du sollst nicht töten" ist - entgegen deiner Meinung - kein christlches Gebot. Das ist das eine. Und zum anderen ist Todesstrafe und Krieg mit dem "Du sollst nicht töten" des Dekaloges in seinem Geltungsbereich durchaus vereinbar.
In Anlehnung an israelisches Recht können Christen - und Kirche - Krieg und Todesstrafe durchaus befürworten. Manche tun das, vielleicht sogar die Mehrheit. Daß Kirche in eigener Regie Krieg führte oder mit dem Tod strafte ist eine Legende (hier widerspreche ich GIL).

Damit läuft auch deine zweite Frage ins Leere. Mord ist Sünde, Mörder sind Sünder! Der Umgang mit Sündern ist ein pastorales, aber kein juristisches oder politisches Thema. Die Heilslehre der Kirche erlaubt ein sittliches Urteil über die Tat, aber keine Verurteilung des Täters.

Und dann meinst du noch:

Zitat:
Der Verstoß erfolgt ja nicht nur einfach gegen die christlichen Prinzipien, sondern auch immer gerade unter Berufung auf christliche Werte oder deren Verteidigung.


Zum ersten Teil deines Satzes habe ich schon geschrieben. Im zweiten Teil deutest du an, daß Kirche gegen eigene Prinzipien verstoßen würde, in dem sie was tut? In dem sie sich auf christliche Werte beruft? Was meinst du damit?

Gruß dornbusch
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