Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62 ... 64, 65, 66, 67, 68  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
 
Autor Nachricht
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 21 Nov 2008 - 20:38:24    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Natürlich scheint es leicht, wenn man selbst kein göttliches Gesetz/Buch hat, hinter dem man steht, andere zu beleidigen und anzugreifen.

Wir Christen, die versuchen Jesus zu folgen haben sein Wort. Dies genügt. Mehr braucht es nicht.


Mir ist neu, das der Islam es als Beleidigung empfindet, wenn man seine eigene Logik vertritt ... Wie darf ich dies verstehen ?

Ist es nicht so, das Muslime stetig bestätigen, das wer einen unschuldigen Menschen tötet, damit die gesamte Menschheit tötet ?

Also darf der jeweilige Schariarichter, der mit der Wahrheitsfindung beauftragt ist, kein Fehlurteil sprechen. Und ist es nicht so, das Muslime niemals abstreiten würden, das nur Allah selbst in Besitz der Wahrheit sein kann ?

Erkläre mir doch bitte plausibel, wo in den daraus kinderleicht zu schlussfolgernden Konsequenzen, in die entsprechenden Fragen umgemünzt, eine Beleidigung zu erkennen wäre ?

Ich beleidige den Islam, weil ich mich auf das stütze, was er selbst glaubt ? Deine Logik nimmt groteske Züge an ...

Deine Antworten verlassen nicht die Ebene von Absichtsäußerungen. Wenn und würde und man müßte .. etc .. dann funktioniert es ja.

Damit bist du ebenso dicht an der Wahrheit, wie wenn ich dem meine Absichtsäußerungen entgegenstelle :

Die Scharia dient dazu, die Unterwerfung unter die Religion sicherzustellen, Sprüche wie " Es gibt keinen Zwang im Glauben " und " wer einen unschuldigen Menschen tötet .... " - sind Beiwerk, um die Gitterstäbe blumig zu schmücken, im Grunde wird bewußt in Kauf genommen, das auch " ein paar " selbst nach eigenem Rechtsverständnis Unschuldige, über die Klinge springen müssen ..

Oh - das wär jetzt islamfeindliche Propaganda ? OK. Dann lass uns nicht die Ebene der Polemik fortführen - Ersetze deine konjunktivistische und idealistische, jedoch völlig realitätsfremde Antwort einfach durch sachliche, adäquate Logik zu meiner bisherigen.

Logik ist doch die Stärke des Islam, oder ?

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
maher
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 21 Nov 2008 - 21:30:18    Titel:

Was ist die Scharia?


Die Scharia gibt es so in der feststehenden Form, wie sich manche Nicht-Muslime das vorstellen gar nicht, sondern es sind immer unterschiedliche Auslegungen einzelner islamischer Gruppen.

Auch im Gegensatz zur orthodoxen islamischen Meinung ist die Scharia nicht ein in allen Einzelheiten feststehendes Gesetz. Indes hat die Scharia als Rechtsform ihre Ausprägung erst lange nach dem Tode des Heiligen Propheten Muhammadsaw erhalten und viele der in der Scharia durch die Gelehrten aufgenommenen Urteile unterliegen einer zeitgemäßen, an die heutigen Verhältnisse angepassten Interpretation.

Dabei hat sich die islamische Scharia aus drei Bezugspunkten entwickelt. Erstens bezieht sie sich auf das im Heiligen Koran festgelegte Gesetz, zweitens auf die Sunna oder Praxis des Propheten, und drittens auf Anordnungen, wie sie in den Ahadith (Überlieferungen) des Heiligen Propheten Muhammadsaw enthalten sind.

Mittelalterliche Rechtsprechung

Es ist aber völlig überzogen, die im Mittelalter übliche Scharia auf die heutige Zeit mit ihren geänderten Bedingungen zu übertragen. Forderungen von einigen Mullahs (sogenannten islamischen „geistlichen“ Führern), die Scharia wieder einzuführen, entbehren somit der Vernunft und der Weisheit.

Oft ist die vormalige Rechtsprechung nämlich überhaupt nicht mit dem Heiligen Koran in Einklang zu bringen und wurde früher eher aufgrund menschlicher Überlegungen, denn Einsicht in die tatsächlich im Heiligen Koran verankerten göttlichen Gesetze festgelegt.

Zeitgemäße Auslegung

Dass die Scharia in Einzelheiten einer Weiterführung und modernen Interpretation unterliegen kann, besagt ein Hadith, indem es heißt:

„Wahrlich, Allah wird zu Beginn jeden Jahrhunderts einen Mujaddid (Reformer) für diese Umma (islamische Gemeinschaft) senden, der ihre Religion (von Unreinheiten) reinigen und sie reformieren wird.“ (Hadith: Abu Dawud)

Indes kann es im Islam nicht vorkommen, dass das Gesetz des Heiligen Korans verändert wird. Was innerhalb der Gesetzgebung jedoch an Auslegung möglich ist, muss erlaubt sein.

Die Scharia beruht auf Gerechtigkeit (4:59) und somit gewährt sie auch die Religionsfreiheit:

“Es soll kein Zwang sein im Glauben.“ (2:257)

Quelle : http://www.ahmadiyya.de/faq-islam/integration-und-staat/
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 21 Nov 2008 - 21:38:34    Titel:

@Schams-ul-Islam

Zitat:
Natürlich scheint es leicht, wenn man selbst kein göttliches Gesetz/Buch hat, hinter dem man steht


Das ist ja die Höhe Laughing Beweise mir die Göttlichkeit des Korans.
Erstens wirst du das nicht können und zweitens damit ziehst du alle Religionen in den Schatten.Bist du wirklich Islamist oder Propagandist? Oh großer Gott, unsere christliche Religion ist einzig und allein die wahre Religion und die heilige Bibel ist wahrhaftig und göttlich. Das ist primitiv ohne Ende. Ich habe Respekt aber irgendwann mal reicht's.

Dein Buch aus dem du liest und stur wie ein Blinder an seinen Worten hängst, weil du Angst hast runter zu fallen, auf Logik zu stoßen und dann zu zerschmettern. Wenn du aus einem Buch liest das z.B nicht heilig ist bist du dazu gezwungen dich mit dem Text zu befassen, da es ansonsten zu Verständnisproblemen führt. Genauso bist du dazu gezwungen, dein für dich selbst ernanntes heiliges Gesetzbuch zu analysieren. Vllt bist du ja dazu nicht in der Lage, dann hätte ich Verständnis für dein Tun.
Dabei geht es in der ersten Säule um eigenständiges Denken.
Das beste wäre wirklich alle Religionen zu verbieten allerdings nur weil die Menschen zu blöd sind um diese zu interpretieren.
Vllt können andere gar nicht lesen und wahrscheinlich überfliegen sie Stellen in ihren eigenen selbst ernannten heiligen Schriften. Oder lesen sie überhaupt darin?
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 03:15:29    Titel:

Wieso soll ich denn meine idealistische Vorstellung beiseite legen. Um gerade diese geht es doch. Der Unterschied zwischen meiner idealistischen Einstellung und etwa derjenigen der Kommunisten ist folgender: Das islamische System hat bereits in seiner Schönheit existiert und wartet nach einer gewissen dekadenten Phase nur wieder auf solche, die die Verantwortungen übernehmen können.

Nach deiner Logik schelm gibt es kein vollkommenes Göttliches Gesetz. Und Jesus (as) Worte und vor allem sein reines Leben sind nicht anderes mehr als ein Sprichwortlexikon.

Ich will niemanden beleidigen, wenn ich sage, dass ihr ohne ein (einleuchtendes) Buch über Allah und die Welt redet; die meisten Christen haben die Bibel (vor allem das Alte Testament) doch über Bord geworfen; deren Speisegebote, Waschgebote, Kriegsgesetze etc. ist doch alles Toilettenpapier geworden. Oder irre ich mich?

Solange soviel Misstrauen in den Herzen der Menschen steckt, solange die Menschen stur auf ihr eigenes Wort oder ihre eigenen Interpretationen vertrauen, solange es auch Zwietracht, Hass und Neid gibt, solange bleibt die Menschheit wohl unvereint.

Möge Allah die Herz


@maher

Die Reformer (mujadids) haben die Sharia nicht verändert. Das war niemals ihre Aufgabe. Ihre Aufgabe war es neue Dinge im Licht der Sharia zu erklären. Aber es wurde nicht verändert, dass auf Diebstahl kein Handabhacken, oder auf Mord keine Todestrafe steht. Da hast du die Funktion eines mujadids vielleicht falsch verstanden.
Der Hadith den du anführst lautet so weit ich weiß: "Allah wird zu Beginn eines jeden Jahrhunderts einen mujadid betsimmen, der euch eure Religion erklärt."

Der Islam ist in der Tat sehr flexibel in vielen Angelegenheiten,vor allem was das Strafrecht angeht in einem nicht islamischen Land.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 04:45:54    Titel:

@ Schams-ul-Islam :
Zitat:
Nach deiner Logik schelm gibt es kein vollkommenes Göttliches Gesetz. Und Jesus (as) Worte und vor allem sein reines Leben sind nicht anderes mehr als ein Sprichwortlexikon.

Doch, das gibt es. Wir glauben, das Gott nicht böse ist - sondern vollkommen rein. Wir glauben, das dass Böse nur außerhalb von Gott existent sein kann. Wenn er uns einläd ihm zu folgen, dann können wir dies nicht mit jenen Mitteln, die ihm nicht entsprechen - ohne uns selbst zu beflecken - und der Abkehr von Gott wesenseigen sind : Tod, Gewalt, Hass.

Tun wir diese Mittel nutzen, wie könnten wir ihm gleichen wollen ?

Deshalb, weil jeder Mensch fehlbar ist, heißt es : Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein

Dies ist die Antwort auf den Verstoß gegen dieses geforderte Ideal :

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Was daran im Kontext ist unvollkommen ? Welche andere Logik könnte sich damit messen ?

Freundliche Grüße, ein Nachtdienstler mit UMTS
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 07:20:36    Titel:

An die Kenner des Koran und der Scharia

dieser Satz

Zitat:
Wer einen unschuldigen Menschen tötet, tötet die gesamte Menschheit


eint hält das Wort "einen". Dies ist doppeldeutig im Deutschen! Zahlwort oder unbestimmter Artikel.

Meine Frage an die Kenner:

Im Arabischen gibt es wohl das Zahlwort 1 (wached) aber es gibt keinen unbestimmten Artikel. Steht nun im Arabischen Orginal des oben zitierten Satzes das Zahlwort oder steht es da nicht?

Wenn ihr mir die Textstelle angebt, will ich aber auch gerne selbst nachlesen.

Für die Interpretation dieses Satzes wäre das , zumindest für mich, ein Unterschied.

Gruß Dornbusch
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 07:47:34    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:

Wenn ihr mir die Textstelle angebt, will ich aber auch gerne selbst nachlesen.

Für die Interpretation dieses Satzes wäre das , zumindest für mich, ein Unterschied.

Für mich nicht. Der einzelne als auch die unbestimmte Anzahl des Deliktes unschuldiger Menschen die getötet würden, repräsentieren das gleiche Prinzip das damit verletzt wird. Und dies hat hier der Islam sehr wohl erkannt.

Ebenso vehement, wie wir das Recht auf Leben aller für unantastbar erachten, erachtet dies der Islam für die aus seiner Sicht Unschuldigen. Der Islam kennt das Prinzip Erbsünde nicht, aus seiner Sichtweise existiert kein Grund, warum der einzelne mit Sünde behaftet sein soll. Deshalb das strenge Regelwerk, das bei exakten Befolgen im wesentlichen die Reinheit den Versuchungen des Naf gegenüber bewahren würde. Erst diese Logik macht es möglich, Schuld generell zu personifizieren und personifiziert zu bestrafen, durch Personen bzw. ein System, das sich im Gegensatz zur Schwere des angelasteten Deliktes, davon nicht wechselwirkend involviert versteht.

Der Islam geht also davon aus, das seine Gläubigen mittels ihrer inneren Anstrengung ( Jschihad ) ein sündenfreies Leben führen können und werden. Daraus zieht man die Legitimation, den ersten Stein durch jene werfen zu lassen, die dies tun, gegen jene, die dagegen verstoßen.

Trotzdem bleibt dies in sich nicht schlüssig, da der Islam selbst davon ausgeht, das der Mensch niemals die absolute Wahrheit kennen kann, sondern nur Allah.

Das bedeutet : Auch wenn es theoretisch selbst völlig sündenfrei lebende muslimische Richter gäbe, würde dies Fehlurteile nicht auschließen können, da diese so definierte menschliche Sündenfreiheit nicht mit Allwissen konvergiert und somit fehlerhaft in der Urteilsfindung bleiben muß. Deshalb ist ein Fehlurteil in diesem Sinne nur sekundär dem fehlbaren Schariarichter anzulasten - primär einem Weltbild, das für sich beansprucht unfehlbar zu sein und sehenden Auges nicht allwissend sein könnende Menschen mit der Ausführung beauftragt.

Die Konsequenzen daraus verstoßen jedoch gegen das Prinzip, das ein Unschuldiger, ein Rechtgeleiteter, der sich buchstabengetreu im Sinne von Allah verhält, nicht angetastet werden darf.

Und hier erkennen wir einen fundamentalen Widerspruch in der eigenen Logik des Islam.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Henrique87
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.04.2008
Beiträge: 430

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 12:55:15    Titel:

Schams-ul-Islam hat folgendes geschrieben:
..solange die Menschen stur auf ihr eigenes Wort oder ihre eigenen Interpretationen vertrauen..


heisst das, man darf auch hier nicht interpretieren, sondern muss es wörtlich so sehen:

Zitat:
9:5 Wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Polytheisten, wo immer ihr sie findet, greift sie, belagert sie und lauert ihnen auf jedem Weg auf. Wenn sie umkehren, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen: Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

_________________
das-dass
seid-seit
Deppenapostroph
Wer Vorraus sagt muss auch Hintenrein sagen
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 15:57:23    Titel:

Hi Schelm

meine Nachfrage an die Moslems war keineswegs als Einschränkung deines Gedankenganges gemeint.

Wie du ja selbst erlebst, verwenden manche Moslems einige Worte eher im Sinne Orwells.

Durch meine Bibelstudien habe ich gelernt, daß Übersetzungen oft auch Ersetzungen üben. Jede Übersetzung eines Textes verlangt vom Übersetzer Wohlwollen und Verständnis.

Wenn im Arabischen das Zahlwort verwendet wird, bezieht sich die Aussage mit Sicherheit auf alle Menschen. Wenn im Arabischen dagegen weder Zahlwort noch Artikel verwendet wurden, bezieht sich die Aussage eben nicht mehr auf alle Menschen, sondern auf "irgendwelche" Menschen.
Welche muß dann noch definiert werden.

Man kann einen Text wörtlich nehmen, oder man kann ihn ernst nehmen!
Um einen Text ernstnehmen zu können, muß man aber auch die Worte des Textes kennen.

Zitat:
Wer einen unschuldigen Menschen tötet, tötet die gesamte Menschheit


Auch dieser Satz ist, wie alle wesentlichen Sätze des Koran, Erbe aus dem jüdisch-biblischen Vermächtnis. "Wer einen Menschen rettet, rettet die gesamte Menschheit" ist gut jüdisches Glaubensbekenntnis auch im Sinne Jesu.

Wenn wir Deutschen das Wort "unschuldig" lesen, wird unser Denken schnell auf den Gerichtsalltag gelenkt. Das ist eine Falle, das kann Irreführung sein.

Schuld und Unschuld bedeutet im Gericht etwas ganz anderes als in der Religion. Im BGB bedeutet Schuld nochmal etwas anderes. Wenn ein Mädchen seine Unschuld verliert, ist sie nach unseren westlichen Gerichtsmaßstäben keineswegs schuldig.
Vor Gericht wäre sie hier weiterhin unschuldig!

Wie aber empfindet der Mohammedaner oder Moslem dies? Ist ein Mädchen, das "seine Unschuld verloren hat" im Sinne der Scharia nun unschuldig? Oder ist sie schuldig und eine Strafe würdig?

Deswegen möchte ich hier eine zweite Frage an die Koran-Gläubigen und Fachleute stellen: Welches Arabische Wort wird im o.g. Satz für "unschuldig" verwendet?
Bezieht sich dieses Wort auf das Profane, oder bezieht es sich auf das Sakrale?

Ich bitte um eine Quellenangabe zu dem oben zitierten Satz.

Danke und Gruß

Dornbusch
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2008 - 22:06:49    Titel:

@dornbusch :
Zitat:
Schuld und Unschuld bedeutet im Gericht etwas ganz anderes als in der Religion


Im Islam definiert sich dies durch Haram und Halal, die Kategorisierung in Erlaubtes und Verbotenes.

Jeder Muslim kann dem entnehmen, was seine Unschuld bewahrt. Außerhalb dieser Einteilung existieren etliche Dinge, die neutral beurteilt werden, z.B. mit einem Flugzeug fliegen etc.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 02:28:34    Titel:

Ich mache alles, was ich zu sagen beabsichtigt habe noch einmal in einem kurzen Beispiel klar:

Wenn jemand einen Raubmord begangen hat, dann verdient er dafür eine Strafe.
Gesetze haben vorwiegend zwei Funktionen: Das Strafmaß festzulegen und die Straftat zu erläutern.
All das tut die Sharia in diesem wie in anderen Fällen; ob jemandem die Todestrafe grundsätzlich missfällt sei dahingestellt.
Zusätzlich macht die Sharia nun noch etwas; sie legt beispielsweise fest, dass die Aussagen von vier verlässlichen Zeugen vorliegen muss, um die Schuld des Täters zu bestätigen. Ergänzend wird demjenigen, der Recht spricht ans Herz gelegt, dass er keinen unschuldigen töten darf.
Ist der Rechtsprechende also gottesfürchtig (sprich bewegt er sich auf der Sharia), so wird er mit den Zeugen so lange verfahren, bis er ein zweifelfreies Bild vom Geschehen hat. Notfalls wird er die Zeugen selbst wie Angeklagte behandeln, damit er alles Wissen erhält, was er benötigt. Zusätzlich soll er ja auch beten und um Leitung von Gott bitten. Wo sonst findet ihr ein derartig schönes Rechtssystem?
Wenn der Shariarichter sich nicht demgemäß (oder gar noch gottesfürchtiger) verhält, dann wandelt er nicht auf dem Pfade der Sharia.

Die Sharia ist etwas Lebendiges, wenn man wie auch immer sie ihrer Seele beraubt, dann hat man keine Shria vor sich sondern eben einen Kadaver.

Und jetzt wird es wieder Vorwürfe der blumigen Sprache regnen.

Liebe Grüße
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 03:15:28    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Und jetzt wird es wieder Vorwürfe der blumigen Sprache regnen.

Blumen bedürfen des Regens um zu wachsen Wink ... um einmal blumig zu antworten.

Mich freut, das du nicht kneifst. Mich ärgert, das du deine Einwände nicht mit der Logik der eigenen islamischen Vorschriften begründest, jenen nämlich, die ich selbst verwendete, den Konjunktiv einfach nicht verläßt.

Wann und ob welche Strafe für was angemessen wäre - darüber haben wir traditionell verschiedene Ansichten.

Ich bitte lediglich darum, auf die eigene islamische Logik und den von mir nochmals begründeten Widerspruch darin, im Beitrag an Dornbusch heute früh, einzugehen.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Henrique87
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.04.2008
Beiträge: 430

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 12:09:29    Titel:

Schams-ul-Islam hat folgendes geschrieben:
Wo sonst findet ihr ein derartig schönes Rechtssystem?


Wenn man von den unverhaltensmäßigen Strafen der Scharia absieht, was ist da denn so besonders schön? Es ist eine Utopie. Die Scharia scheitert genau wie der Kommunismus an der Realität. Und dann bricht dein ganzes, doch so schönes Luftschloß in sich zusammen.

Zitat:
Die Sharia ist etwas Lebendiges, wenn man wie auch immer sie ihrer Seele beraubt, dann hat man keine Shria vor sich sondern eben einen Kadaver.


Und genau dieser Kadaver ist doch was wir in jedem muslimischen Land, das die Scharia eingeführt hat, sehen. Was glaubst du, wieso es nicht schon jetzt in diesen Ländern funktioniert, und was müsste anders sein, damit es funktioniert? Glaubst du wirklich, dass, wenn die ganze Welt unter der Knechtschaft des Islams fällt, dann die Menschen anders sein werden und auf einmal die Scharia wirklich befolgen werden? Auch der Islam sagt doch, dass jeder Mensch fehlbar ist, oder wieso verehrt ihr Mohammed denn sonst so?

Die Scharia ist eine Utopie. Und was passiert, wenn man einer Utopie hinterherrennt, das hat man bei den Kommunisten gesehen. 20 Mio Tote bei Stalin, 40 Mio. Tote bei Mao.. wieviele Tote hat Mohammed schon gefordert?
_________________
das-dass
seid-seit
Deppenapostroph
Wer Vorraus sagt muss auch Hintenrein sagen
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 13:12:46    Titel:

Tut mir leid, aber was ihr hier immer wieder fabriziert mag für euch logisch sein, mag den ein oder anderen irritieren oder (Gott behüte) überzeugen, aber ich bin jetzt schon 2 oder dreimal darauf eingegangen und scheinbar wehrt ihr euch gegen den Verstand.

Der Vers des Quran und somit quasi der Artikel der Sharia: "Wer einen unschuldigen Menschen tötet, hat die gesamte Menschheit getötet." erfüllt mindestens zwei Zwecke. Erstens jeden Gottesfürchtigen davon abzuhalten, einen unschuldigen Menschen umzubringen. Zweitens in der Rechtsprechung, dass kein Unschuldiger zur Todesstrafe verurteilt werden soll, also dass jeder Zweifel für den Angeklagten steht (ein Leitspruch der im Übrigen gerne von den humanistischen Rechtssystemen aufgeschnappt wurde).

Hinzu kommt die Vier-Zeugenschaft.

Hinzu kommt das Verbot in der Sharia, sein Urteil auf Spekulationen aufzubauen und durch Vermutungen zu begründen.

Menschen sind fehlbar, keine Frage. Aber man kann auch Situationen schaffen, dass Fehler ausgeschlossen werden können. Und wenn ein Richter dies versäumt, so gilt: Im Zweifel für den Angeklagten.

Aber wie sollte ich erklären, dass die Sharia einen Fehler hat, wenn der Fehler erst dadurch zustande kommt, wenn ein Mensch (in diesem Fall der Shariarichter) die Sharia nicht vollkommen und 100% umsetzt.

Was in der sogenannten islamischen Welt heute los ist, kann ich nicht genau sagen, da ich selbst noch in keinem islamischen Land war.

Und natürlich ist meine Islamvorstellung ähnlich idealistisch wie die Vorstellung der Kommunisten ihrer gefreiten Gesellschaft, mit dem Unterschied, dass es den friedlichen Islam bereits gab (zu Zeiten des Propheten) und der Kommunismus an der Gottlosigkeit seiner Antreiber gescheitert ist.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 18:19:48    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Aber man kann auch Situationen schaffen, dass Fehler ausgeschlossen werden können.

Jepp. Diese Situation beginnt für Atheisten nach dem Tode und für Gläubige mit dem Stehen vorm Schöpfer.

Alles andere ist - sorry - das blumige Geschwätz . Denn : Nur Allah weiß es am Besten ( Quelle : Islam )

Zitat:
Aber wie sollte ich erklären, dass die Sharia einen Fehler hat, wenn der Fehler erst dadurch zustande kommt, wenn ein Mensch (in diesem Fall der Shariarichter) die Sharia nicht vollkommen und 100% umsetzt.

Der Fehler besteht im Anspruch, das Fehlerfreie durch fehlerhaft sein müssende ( ! ) Menschen fehlerfrei umsetzen zu können. Vollkommenheit nach der islamischen Logik wäre : Allah selbst müßte jedes Urteil sprechen, denn niemand in deiner Religion würde behaupten die Wahrheit ebenso zu kennen wie er. Das wäre Lästerung.

Also lästert die praktische Umsetzung des Strafrechtes der Scharia Allah.

Sorry - aber genau dies ist die daraus zwingende logische Folge. Denn die ( angeblich ) erlaubte Anwendung tötet unvermeidbar auch Unschuldige, die sich buchstabengetreu im Sinne Allahs verhalten haben.

Und darüber sollte man ggf. in deiner Religion einmal mehr reflektieren als über Mohammedkarikaturen.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 21:17:08    Titel:

Dein letzter Satz gefällt mir, denn tatsächlich ist der Islam als religiöser Weg darauf ausgelegt, sich um sein eigenes Handeln zu bemühen, seine eigenen Fehler zu erkennen und auszumerzen. Das bestreitet kein Muslim.

Du bist leider nicht auf meine Ausführungen näher eingegangen.

Du kommst nur immer wieder mit derselben Argumentation.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, sollten wir das Rechtswesen einstellen und darauf vertrauen, dass Gott Selbst die verschiedenen Straftaten bestraft. Also quasi eine Anarchie einführen.

Genau das ist, wenn ich euch verwerfe, dass ihr ohne Göttliches Buch streitet.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 21:33:31    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Wenn ich dich richtig verstanden habe, sollten wir das Rechtswesen einstellen und darauf vertrauen, dass Gott Selbst die verschiedenen Straftaten bestraft. Also quasi eine Anarchie einführen.

Genau das ist, wenn ich euch verwerfe, dass ihr ohne Göttliches Buch streitet.

Genau dies ist, was Jesus radikal von uns fordert. Denn - voraussetzend sein Gebot : Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Erfüllen wir es, brauchen wir kein Rechtssystem, sondern einigen uns vorher - denn wir wären dann ja bereit unserem Ego nicht länger die Priorität einzuräumen. Und wir würden das Böse durch Liebe überwinden.

Und dies ist ein wahrhaftig göttliches Ideal. Wer aber Liebe einfordert, kann die menschliche Schwäche bei der Umsetzung des Ideals nicht selber mit Hass beantworten. Diese Logik wäre irreal. Deshalb ist jedes Rechtsystem immer nur ein Kompromiss, ein Ausdruck des Maßes an Entfernung die noch zum Ideal besteht, ein Sinnbild unserer Schwäche das Gebot zu erfüllen. Gott weiß um diese, unsere Fehlbarkeit und Schwäche.

Deshalb : Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein ...

Jesus hätte den Stein gegen Maria Magdalena werfen können ( ! ) Er tat es nicht. Wenn du verstehst warum, verstehst du das Christentum.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )


Zuletzt bearbeitet von schelm am 23 Nov 2008 - 21:57:02, insgesamt einmal bearbeitet
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 21:55:23    Titel:

Also wenn jeder seinen Nächsten wie sich selbst lieben würde, dann gäbe es auch keinen Grund die Sharia zu kritisieren.

Der Fall Maria Magdalena ist jedoch nicht zu verallgemeinern. Ich hatte es bereits einmal angedeutet. Sie war bzw wurde Anhängerin von Jesus (as). Jesus (as) wollte nicht das Gesetz aufheben, aber in diesem Fall war ihm wohl klar, dass sie ein selbstloser, gottsuchender Mensch war, während jene, die sie verurteilen wollten, ihre Religion pervertierten und nich im Stande waren die Lehren Jesu zu akzeptieren.

Aber gut, darauf lässt sich einigen, dass nämlich Ziel des Menschen zu sein hat, dass mein selbstlos wird und Gott und seinen Mitmenschen Vorrang einräumt.
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 22:10:39    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Also wenn jeder seinen Nächsten wie sich selbst lieben würde, dann gäbe es auch keinen Grund die Sharia zu kritisieren.

Nein, dann gäbe es keinen Grund für deren Existenz. Das ist die Crux daran. Das göttliche Gebot der Nächstenliebe erfüllt nämlich göttlichen Willen.

Die Scharia hingegen bedient das Ego des Menschen. Jener hat mir den Rock weggenommen, dafür soll er bluten ... Der Weg von Jesus : Gib ihm noch deinen Mantel, denn er ist arm im Geiste und wandelt nicht im Licht ....

Warum diese geforderte Selbstlosigkeit ? Weil wir alle in der Summe unseres Tuns mitverantwortlich sind, das Menschen nicht im Lichte wandeln. Wenn das Licht aber die Liebe ist, wie könnte man Licht mit dem Schwert bringen ?

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 22:10:49    Titel:

Das Gesetzesverständnis des Islam unterscheidet sich von dem des Christentums fundamental-

Der Koran ist für den Moslem das "Wort Gottes" und im Koran sind die Gesetze als göttliches Wort enthalten. Im Islam werden keine neuen Gesetze geschaffen, vielmehr wird das Wort Gottes unter strengen Regeln in die Gegenwart als Gesetz "hineingelesen". Im Islam gibt es nur einen Gesetzgeber - und das ist Gott. In diesem Sinne ist der Schriftgelehrte dann auch Jurist.
Mohammed hatte Erfolg, konnte sein Ziel erreichen und einen ersten islamischen Staat gründen.

Ganz anders verlief die Entwicklung der Gesetzesphilosophie im Christentum. Jesus ist mit seinen Plänen gescheitert, die ersten Gemeinden seiner Nachfolger mußten in fremden Rechts-und Staatssystemen ums Überleben kämpfen. Die christliche Religion konnte nie Gesetz werden. Von daher entwickelte das Christentum das Konzept des Gewissens, das als Garant auch gegen staatliche Gesetze Prüfungen bestehen mußte.

Dies mag auch erklären, warum Christen in der Gegenwart ihre Spiritualität eher innen und privat gestalten, während Moslems ihre Spiritualität eher außen und in der Gesetzeswirklichkeit des "Gottesstaates" suchen

Wenn Christen und Moslems von Staat und Gesetz sprechen, sprechen sie von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus. Mit oft schlimmen Konsequenzen.

Wenn ein Moslem sagt, daß er die europäischen Verfassungen und Landesgesetze achte und respektiere, dann verleugnet er seinen Glauben oder lügt.

Wenn ein Christ sagt, der Islam müsse demokratisch und laizistisch werden, dann hat er entweder keine Ahnung vom Islam oder er verbirgt ganz andere Interessen.

Können Moslems und Christen menschlich und vernünftig einander begegnen? Selbstverständlich können sie das. Ich hatte heute eine Gruppe von 14 Arabern bei mir zu Gast und es war ein guter Tag!

Gibt es unausweichliche Konflikte zwischen den beiden Religionen/Kulturen, die unvermeidlich zu Streit führen werden? Ja , diese Konflikte gibt es und sie werden auch in Zukunft eine Herausforderung an die Guten auf beiden Seiten sein. Unsere Vernunft ermöglicht uns auch Koexistenz!
Selbige Konflikte sind aber gleichzeitig Nahrung für jeden Hasser, der lieber sich selbst als seinen Hass aufgibt.

Gruß Dornbusch
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 22:26:53    Titel:

Ihr scheint zu ignorieren, dass die Sharia zweigeteilt ist: Nur die eine Seite regelt das gesellschaftliche Leben. Hier wird dann im Strafrecht auch geregelt, wie mit solchen Menschen zu verfahren ist, die der Gesellschaft im Ganzen schaden.
Die andere Seite der Sharia wendet sich direkt an den Gläubigen und schult seine private Spiritualität. Der Muslim kann durchaus dem Armen, der ihn bestiehlt, auch noch weitere Geschenke machen. "Wehre das Schlechte mit dem Guten ab..." (Quran) Derartiges Verhalten ist auch erwünscht.

Aber man muss verhältnismäßig vorgehen.
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 23 Nov 2008 - 23:08:30    Titel:

@ Schams-ul-Islam

Zitat:
Genau das ist, wenn ich euch verwerfe, dass ihr ohne Göttliches Buch streitet.


Vorwürfe? Sreit? Göttliche Bücher?
Hier wird nicht gestritten und zweitens kannst du anderen Gläubigen, die glauben die Bibel sei heilig, nicht deine Vorstellung aufdrängen.
Jemand der von einer 100% Wahrhaftigkeit spricht, kann nicht anders als blind sein. Vorsicht wenn man das erste Mal die Augen öffnet, scheint alles grell und unangenehm. Wenn ich mich allerdings in deine Lage versetze und die Augen schließe, kann ich deine Sturheit nachvollziehen. Trotzallem fühle ich mich mehr zum Christentum hingezogen als zum Islam, da mir letzteres doch primitiver erscheint. Aber dies ist nun meine Vorstellung, die nur für mich selbst begründet ist. Diese könnte ich hier natürlich propagieren, doch dies wäre mir persönlich zu wider.
Ich stell mich nicht hin und behaupte, dass meine Vorstellung wahrhaftig sei, mit verschiedenen heiligen Büchern in der Hand. Was darin steht ist wirklich lohnenswert es gelesen, durchdacht und verstanden zu haben. Heilig Heilig. Deine Art von dieser Wahrhaftigkeit zu glauben als sei sie dazu da um für alle wahrhaftig zu sein ist einfältig und lohnt nicht einen langen Satz zu schreiben, der mehr Nebensätze enthält als dieser, da es mehr Sinn macht darüber zu reden, dass es sinnlos ist, so etwas zu behaupten. Gott behüte und der Sandmann möge dir nicht zuviel Sand in die Augen streuen.

Es bringt nichts wenn man sich gegenseitig mit Versen aus verschiedenen Büchern bombadiert. So wird nur um das Thema herum diskutiert, da man die Antworten wahscheinlich bereits kennt oder sich vor diesen fürchtet. An etwas zu glauben ist wie verliebt sein. Man fühlt es einfach und deshalb existiert diese Wahrhaftigkeit. Das Notwendige drängt den Menschen dazu an etwas zu glauben. Es ist nicht wichtig, welcher Religion man angehört, vorausgesetzt diese stellt sich nicht über andere. Dann erkennt man, dass nicht die Religion an sich, sich über andere stellt, sondern der Mensch der an diese glaubt. Doch dies ist jetzt nur auf dich bezogen @ Schams-ul-Islam

Nein ich fühle mich nicht angegriffen, weil dies oft benutzt wird wenn man weiß, dass der andere im Recht ist. Somit gebe ich dir eine Chance sachlich zu bleiben.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Mark999
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 24.11.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2008 - 16:00:15    Titel:

@ Schams-ul-Islam

Zitat:
Genau das ist, wenn ich euch verwerfe, dass ihr ohne Göttliches Buch streitet.
-------------------------------------------------------------------------------

Ich denke mal das du darauf anspielen willst, das der Koran selbst eine göttliche Schrift ist (d.h. von Allah selbst) und das die Bibel eben nicht von Gott selbst diktierte Schrift ist.

D. h. aber nicht das sie für Christen nicht genauso wichtig ist wie der Koran für Moslems.


@all
Mal ehrlich was sollen die ganzen Aussagen hier ??? Ein streng gläubiger Moslem wird einen streng gläubigen Christen, nicht von Fehlern ,Falschausagen, Irrtümern oder änlichen seiner Religion überzeugen. Naja vielleicht gibts ja deshalb "ironie An" Glaubenskriege "ironie Aus".

Die eigene Religion, sollte immer in erster Linie für einen Selber sein. Ich empfinde es als extrem armselig seine Religion fundermental anderen aufzudrücken oder als die allein richtige darzustellen.

@Schams-ul-Islam
In deiner Religion wird der Koran (wenn ich es richig verstanden hab) als direkter Wortlaut Allahs dargestellt. Denke nach ist es wirklich der direkte Wortlaut gewesen ?? Nein oder eher vielleicht oder eher eine Glaubensfrage ?? Mohamed hat den Wortlaut empfangen und ihn niedergeschrieben oder schreiben lassen. Also doch nicht direkt in form einer Papierrolle oder in Stein gemeisselt von Gott selbst ??

Es ist auch völlig egal, Hauptsache es ist für dich ok und du glaubst fest und aus tiefsten Herzen an deine Religion.

@Kai-369
Ich persönlich bin immer darüber gestolpert, das es keine anderen Propheten mehr geben soll nach Jesus, Warum nicht ??
Wieso sagt Jesus es kommen keine nach Ihm, wäre es nicht Gottes Sache das zu bestimmen.

Aber auch das nicht wirklich wichtig für jemanden der glaubt.


----------------------------------------------------------------------------------

Denn jeder der fest an eine Sache glaubt, erachtet diese als wahr und richtig und kann daher nie falsch sein. Die Lösung solcher Glaubenskonlikte kann also nur Akzeptanz der jeweiligen Religion sein. Ich kann mir beim besten willen keinen Gott vorstellen der sich darüber freut wie Menschen Kriege, Konflikte etc. ausleben, wegen was ?? Einer Meinungsverschiedenheit, wie man an Gott glaubt !!
_________________
Alles wird gut Wink !!
dornbusch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2008 - 18:01:20    Titel:

Eine kleine Zwischenbillanz:

Judentum, Christentum und Islam sind ind dieser historischen Reihe miteinander verwandt, alle drei sind "Buchreligionen", alle drei haben das gleiche Thema und alle drei leben geographisch gesehen in "einem Haus".

Die Unterschiede? (Als Plakat gedacht)

Juden verstehen sich als Volk Gottes

Christen nachfolgen dem Sohn Gottes

Moslems unterwerfen sich dem Wort Gottes


O.K.?

Gruß Dornbusch
Henrique87
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 11.04.2008
Beiträge: 430

BeitragVerfasst am: 24 Nov 2008 - 18:32:36    Titel:

Zitat:
Ihr scheint zu ignorieren, dass die Sharia zweigeteilt ist: Nur die eine Seite regelt das gesellschaftliche Leben. Hier wird dann im Strafrecht auch geregelt, wie mit solchen Menschen zu verfahren ist, die der Gesellschaft im Ganzen schaden.


Und genau das kritisieren wir ja. Eine Religion hat sich nicht darum zu kümmern. Eine Religion soll für das Spirituelle da sein. Deswegen ist der Islam eben keine Religion, sondern ein (unmenschliches) Gesellschaftssystem. Und ihr Muslime grenzt euch eben nicht von diesem System ab. Den meisten hier ist es egal, ob ihr an einen Gott glaubt, oder an ein kleines grünes Männchen. Die politische Komponente ist es, die kritisiert wird und dessen Kritik ihr nicht akzeptiert.
_________________
das-dass
seid-seit
Deppenapostroph
Wer Vorraus sagt muss auch Hintenrein sagen
Gott ist Liebe
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 10:42:37    Titel:

Lieber Dornbusch

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Im Islam gibt es nur einen Gesetzgeber - und das ist Gott.

Na ja, wenn ich mir den Inhalt der Scharia anschaue, kommen mir Zweifel über den göttlichen Ursprung auf. Dir nicht?

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Ganz anders verlief die Entwicklung der Gesetzesphilosophie im Christentum. Jesus ist mit seinen Plänen gescheitert, die ersten Gemeinden seiner Nachfolger mußten in fremden Rechts-und Staatssystemen ums Überleben kämpfen.

Sorry, Dornbusch, das höre ich nun wirklich zum ersten Mal: Jesus soll sich als Staatsphilosoph und Retter vor der Römischen Besatzung verstanden haben? Ich raffe das nicht! Ich finde keine einzige Stelle im neuen Testament, die hiefür nur den kleinsten Hinweis gäbe. Auch steht dies völlig konträr zum christlichen Verständnis von Spiritualität. Hast Du das wirklich gut überlegt, was Du hier schreibst?

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Die christliche Religion konnte nie Gesetz werden.

Dornbusch, ich verstehe Dich nicht. Dass Jesus oder seine Apostel je ein System für ein Staatswesen mit Organisation und Strafrecht etc. entworfen hätten, kannst Du doch nicht im Ernst behaupten. Die christliche Religion ist von ihrem Charakter her gar nicht darauf ausgerichtet, Gesetz zu werden. Sie stellt zwar ethische Grundsätze auf, nach denen sich jeder einzelne zu richten hat, sie hat sich aber noch nie an ein Gemeinwesen als solchem gerichtet, wie wohl natürlich ethische Grundsätze ein ganzes Rechtssystem zu beeinflussen vermögen.

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Von daher entwickelte das Christentum das Konzept des Gewissens,

Nein, nicht "von daher", sondern weil das die eigentliche Ausrichtung des christlichen Glaubens prägt.

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Dies mag auch erklären, warum Christen in der Gegenwart ihre Spiritualität eher innen und privat gestalten, während Moslems ihre Spiritualität eher außen und in der Gesetzeswirklichkeit des "Gottesstaates" suchen

Spiritualität steht für eine geistige Verbindung zum Transzendenten, nämlich den Kontakt zur überirdischen Welt. Der Islam geht genau den umgekehrten Weg. Aus diesem Grund ist der Islam ein Gesellschaftssystem, das religiös bemäntelt ist, und keine echte, dem rein Spirituellen verpflichteten Religion, wie das bei praktisch allen andern Religionen, auch beim Christentum, der Fall ist.

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Wenn Christen und Moslems von Staat und Gesetz sprechen, sprechen sie von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus. Mit oft schlimmen Konsequenzen.

Der Christ hat die Gesetze so zu formulieren, dass sie der christlichen Ethik entsprechen. Der Muslim wendet bedenkenlos die Gesetze aus der Antike an, obschon sie sich heute, wo der Staat eine ganz andere Funktion als vor 1400 Jahren und eine nie gekannte Machtfülle innehat, zur unmenschlichen Unterdrückung dienlich gemacht werden (siehe Iran, Taliban-Regime, aber auch Malaysia etc.), ganz im Sinne von "fiat iustitia, pereat mundi" (frei: "es geschehe die Gerichtigkeit, selbst wenn die Welt daran zugrunde geht."). Demgegenüber ist es einem Christen erlaubt, das Staatswesen mitsamt seinen Gesetzen weiterzuentwickeln, sofern er dem hohem Anspruch an Respekt vor der Menschlichkeit, wie es Jesus von uns Christen verlangte, gerecht wird.

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Wenn ein Moslem sagt, daß er die europäischen Verfassungen und Landesgesetze achte und respektiere, dann verleugnet er seinen Glauben oder lügt.
Wenn ein Christ sagt, der Islam müsse demokratisch und laizistisch werden, dann hat er entweder keine Ahnung vom Islam oder er verbirgt ganz andere Interessen.

100-pro Zustimmung.

Man könnte noch beifügen: Der Muslim meint, wenn er die Scharia anwende, sei er aus dem Schneider draussen, denn das vermeitlich Göttliche an diesem Gesetz gibt ihm die Absolution für mögliche Justizirrtümer. Demgegenüber ist sich der Christ dessen bewusst, dass er als Mensch handelt, wenn er Recht spricht.

Kennst Du den Unterschied zwischen einem Rechtsprofessor und einem Richter?
Der Richter irrt rechtskräftig.

GIL
Abdallah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 11:10:11    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Wenn ein Moslem sagt, daß er die europäischen Verfassungen und Landesgesetze achte und respektiere, dann verleugnet er seinen Glauben oder lügt.


Das ist Schwachsinn. Es entspringt aus dem Islam heraus, dass in einem Land, wo Religionsfreiheit gewährt wird, die Gesetze zu respektieren sind. Erst wenn sich der Muslim ohne einen entschuldigenden Grund nicht an diesen Vertrag hält und ihn damit bricht, verleugnet er seinen Glauben, denn der Prophet (saw) gilt uns in jeder Hinsicht als ein Vorbild und er hat sich stets an Verträge gehalten hat (außer natürlich sie wurden von der anderen Seite gebrochen), deshalb ist es unsere Pflicht dies auch zu tun.

Abdallah
_________________
Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran)
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 11:20:37    Titel:

Abdallah schrieb :
Zitat:
dornbusch hat folgendes geschrieben:
Wenn ein Moslem sagt, daß er die europäischen Verfassungen und Landesgesetze achte und respektiere, dann verleugnet er seinen Glauben oder lügt.


Das ist Schwachsinn. Es entspringt aus dem Islam heraus, dass in einem Land, wo Religionsfreiheit gewährt wird, die Gesetze zu respektieren sind.

Du magst persönlich hier sehr eloquent auftreten Abdallah, quasi der Cem Özdemir des Forums. Aber ich bitte nochmals darum, mit dem Sand streuen aufzuhören und dich an die theologischen Realitäten deiner Religion zu halten.

Leugnest du, das der Islam das Ziel hat weltweit zu herrschen ? Und komme mir bitte jetzt nicht mit dem Christentum .... Mit " herrschen " meine ich herrschen, als staatlich repressives Gesellschaftssystem gegen Abweichler, sexuell anders orientierte, Ehebrecher etc. ...

Ist dies erklärte Absicht oder nicht ? Endet die Religionsfreiheit im Islam dann, wenn dieser stark genug ist eine islamische Gesellschaft zu gründen mit islamischen Rechtssystem ( Scharia ) - ja oder nein ? Und verneble mir bitte nicht den Verstand mit Sätzen wie :

Eine islamische Gesellschaft muß von innen heraus wachsen...

Willst du eine ? Sehnst du dich nach der Scharia ? Falls nicht :

Stimmst du zu, das der Westen den Zuzug von Muslimen begrenzen sollte, damit keine islamische Gesellschaft von " innen heraus " wachsen kann ?

Entsprechen die Intentionen des GG den Intentionen deiner Religion von individueller Religions, Gewissensfreiheit - und persönlich freier Lebensführung oder der Unterwerfung unter den Vorschriftenkatalog von Allah ? Ja oder nein ?

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Abdallah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 11:47:54    Titel:

Schelm, zunächst eine Gegenfrage: du errinerst dich wirklich kein bisschen mehr daran, dass wir diese Diskussion (im Sammelthread des Politikforums) schon mal hatten? Wäre es nicht leichter, wir kramen gemeinsam anhand der Suchfunktion - du deine Fragen, ich meine Antworten - zu diesem Thema heraus und verfahren dann mit Copy & Paste weiter?

Mal ernsthaft: ich würde dich einfach mal bitten, nochmal nachzulesen, was ich dir da so alles vor nicht allzu geraumer Zeit schrieb und mir dann ggfls. neue Fragen zu stellen - Fragen die uns in unserer Diskussion weiterbringen und nicht ständig zurückwerfen.

Wenn du dich aber an so eine Diskussion nicht mehr errinern kannst, ist es ja natürlich etwas ganz anderes und ich habe auch vollstes Verständnis, aber verstehe dann auch bitte, dass ich mir jetzt nicht nochmal die Mühe machen werde und den ganzen Spaß hier nochmal reintippe, denn in einigen Monaten wirst du es ja wahrscheinlich wieder vergessen haben und dann war wieder alles umsonst... Da hilft nur noch abspeichern! Idea

freundliche Grüße,
Abdallah
_________________
Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran)
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 12:13:51    Titel:

Du weichst aus, Abdallah. Mir ist der Stand der Dinge diesbezüglich sehr wohl bewußt. Und ich habe diese Spielchen jetzt zu lange mitgespielt- immer in der Hoffnung auf klare Antworten. Diese Hoffnung wurde erwartungsgemäß enttäuscht.

Leider beantwortest auch du klare Fragen mit Nebenaspekten oder verlagerst das Thema.
Siehe jüngst deine gespielte Entrüstung über dornbuschs Beitrag zur Beschneidung - welcher ersichtlich völlig harmlos war. Oder dein Konter bezüglich der Menschenrechte, die islamische Erklärung wäre die erste dieser Art und viel älter als die des Westens. Meinen berechtigten Einwand Äpfel mit Birnen zu vergleichen, läßt du unbeantwortet - weil du natürlich Jesus als Vergleich zu Mohammed heranziehen müßtest - und zwar jenen Jesus, wie ihn Christen verstehen und welcher enormen Einfluss nicht nur auf die geistige Reife Mitteleuropas nahm.

Ich könnte immer wieder solche Beispiele aufführen. Es ermüdet.

Ich will von dir ein paar Dinge ganz klar und unmißverständlich wissen :

1. Wie lebt ein Muslim mental damit im Westen demokratisch zu denken und im Falle einer islamischen Gesellschaft die Steinigung von Ehebrechern, das Handabhacken bei Dieben, die Sanktionen gegen Missionare etc. mitzutragen, an Hand der eigenen theologischen Grundlagen ?

2. Sähest du einen Konflikt in deinem Glauben, solltest du dies nicht mittragen im Fall einer islamischen Gesellschaft ?

3. Auf welcher Grundlage kann ein Schariarichter im Namen Allahs Urteile fällen, wenn alle Muslime sich darüber einig sind, das Menschen fehlbar sind ( Naf - nötig durch inneren Jhihad zu kontrollieren ) und nur Allah allwissend ist ? Erlaubt Allah das Töten einer unschuldigen Ehebrecherin, die lediglich einer Intrige von durch sie abgewiesenen Männern zum Opfer fiel ? Wieso durchschaut ein islamischer Richter eine solche Intrige nicht, wenn er im Namen Allahs urteilt ?

Solltest du behaupten diese Richter wären unfehlbar - was muß der Westen tun um sie an seinen Gerichten zu engagieren ?

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Gott ist Liebe
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 12:25:10    Titel:

Lieber Schelm und alle

schelm hat folgendes geschrieben:
Du weichst aus, Abdallah... Es ermüdet... Ich will von dir ein paar Dinge ganz klar und unmißverständlich wissen


Ich bin dazu übergegangen, das Verhalten der Muslime bei der Beantwortung unserer Fragen als Antwort umzudeuten, im Sinne von: Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Die Muslime wissen es einfach nicht.
Sie sind offensichtlich überfordert und unfähig, Klarheit über den Islam zu schaffen. Das ist der Grund, warum sie es vorziehen, schöne Kulissen hin- und herzuschieben.

Mit den unmenschlichen Inhalten ihrer Religion, wie es immer wieder zu Tage tritt, möchten sie zwar nichts zu tun haben, aber sie vermögen sich nicht klar genug davon zu distanzieren. Dadurch werden sie unmerklich Teil dieses Systems, ein Gesellschatssystem, das ihre Mitglieder als bewegte Masse zur Rechtfertigung von Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen missbraucht. Eine solche Menschenmenge wirkt heute genau so wie in Deutschland vor 70 Jahren. Nur: Der Islam denkt gar nicht an Verarbeitung seiner Unrechtstaten! Der Terror wird nicht ernsthaft verurteilt, denn kein Muslim vermag zu erklären, woher er sich das Recht holt, die wörtliche Auslegung von Gewaltversen im Koran als unislamisch zu verurteilen.

Ein Gesellschaftssystem, das sich "Religion" nennt, ist alles andere als neu. Ideologien im Sinne eines Religionsersatzes gab es in der Geschichte der Menschheit zu Hauf. Es waren durchs Band unmenschliche Ideologien, wie Marxismus-Leninismus, Nationalsozialismus, aber auch fernöstliche Gesellschaftssysteme. Sie alle wirkten durch ihren totalitären Machtanspruch unmenschlich, so auch der Islam, wie man sieht, in den islamisch geprägten Ländern.

Diese gesellschaftlichen Veränderungen bewusst zu machen, ohne auf die ideologische Bemäntelung eines solchen Unrechtssystems Rücksicht zu nehmen, muss die Aufgabe eines jeden demokratisch gesinnten Bürgers sein. Die Bigotterie, das ganze noch als Religion zu verkaufen, darüber hinaus noch eine Religion, die über weite Strecken dem Juden- und Christentum entlehnt wurde, ist mehr als bloss Sektiererei und bedarf auch aus spiritueller Sicht einer Aufklärung.

Mir ist nun klar, warum Apostasie und Missionstätigkeit im Islam mit dem Tod bestraft werden. Das Christentum ist für den Islam eine ernste Gefahr, weil es der Lüge den Spiegel vorhält. Einen andern Grund für diese Kapitalstrafe gibt es nicht.

GIL
maher
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 20:09:41    Titel:

Du glaubst also, dass Jesus körperlich tot ist, und dass er bei Allah ist.

Ist er als toter Mensch körperlich in den Himmel emporgehoben worden? Oder ist er lebendig in den Himmel und dann gestorben?

Ist Jesus als einziger Prophet bei Allah im Himmel, oder ist er nicht alleine?

Ich denke also, dass du glaubst, dass Jesus gestorben ist, dann zu Allah "emporgehoben" wurde, um dann in der Endzeit wieder ins Leben gerufen zu werden. Also denkst Du, dass Jesus körperlich tot ist und Allah ihn wieder zum Leben erweckt, um ihn hier in der Endzeit gegen den Dajjal kämpfen zu lassen?

Wenn dies der Fall ist, muss ich dir nur beweisen, dass es unmöglich ist, dass Allah jemanden, der tot ist, wieder zum Leben erweckt, oder?

Eine letzte Frage: Ist Jesus wie jeder andere Gestorbene auch in "Barzakh" oder ist er in irgendeiner anderen Sphäre, wo er ganz alleine ist. Wenn ja, welche Beweise gibt es dafür?

Wassalam.
Abdallah
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 21:07:37    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Du weichst aus, Abdallah.


Quatsch, das tust du gerade, du bist doch garnicht auf meinen letzten Beitrag eingegangen. Wir haben diese Diskussion schon mal gehabt, soll ich mich jetzt hier wiederholen? Was bringt es dir denn? Ist es ein Bestandteil deiner Strategie, den lesern (wenn es überhaupt noch welche bei dieser ausgelaugten Diskussion gibt) immer wieder diesselben inhaltslosen Argumentationen vorzuhalten? Oder willst du uns solange mit Fragen beschmeißen, bis wir irgendwann mal alle aufgeben und zum Christentum übertreten? Vergiss es endlich! Razz

Schau, all deine Fragen

Zitat:
1. Wie lebt ein Muslim mental damit im Westen demokratisch zu denken und im Falle einer islamischen Gesellschaft die Steinigung von Ehebrechern, das Handabhacken bei Dieben, die Sanktionen gegen Missionare etc. mitzutragen, an Hand der eigenen theologischen Grundlagen ?

2. Sähest du einen Konflikt in deinem Glauben, solltest du dies nicht mittragen im Fall einer islamischen Gesellschaft ?

3. Auf welcher Grundlage kann ein Schariarichter im Namen Allahs Urteile fällen, wenn alle Muslime sich darüber einig sind, das Menschen fehlbar sind ( Naf - nötig durch inneren Jhihad zu kontrollieren ) und nur Allah allwissend ist ? Erlaubt Allah das Töten einer unschuldigen Ehebrecherin, die lediglich einer Intrige von durch sie abgewiesenen Männern zum Opfer fiel ? Wieso durchschaut ein islamischer Richter eine solche Intrige nicht, wenn er im Namen Allahs urteilt ?

Solltest du behaupten diese Richter wären unfehlbar - was muß der Westen tun um sie an seinen Gerichten zu engagieren ?


werden am Ende zum selben Fazit führen, wie zu den vor ein paar Monaten:

Die Diskussion wird damit weitergeführt, dass ich auf all deine Fragen eingehe (du sie dann vielleicht noch 3-4 mal wiederholst, jedes mal nur ein wenig anders formuliert, in der Hoffnung, dass ich auf deine (leicht naiv) präparierten Fragen irgendwann mal reinfalle, und du (oder irgendeiner deiner Mitstreiter) einen Satz von mir so einseitig wiedergibt [errinern wir uns an das Thema Todesstrafe bei Missionierung in einer islamischen Gesellschaft, in eine andere Religion und damit ein anderes Gesetz], dass ihr meint, ihr hättet den Islam jetzt dran bekommen, um vielleicht das Christentum daneben als den "Sieger" darzustellen (oder wollt ihr abstreiten, dass ihr Missionare seid?).

Wie auch immer, nachdem der Kindergarten dann auch irgendwann mal wieder vorbei ist, wird die Diskussion damit enden, dass ich wieder schreiben werde:

Die Muslime aktzeptieren das GG und alle anderen Gesetze die in Deutschland in Kraft sind. Unsere Religion dürfen wir soweit ausleben, wie es die Gesetze erlauben! Nein, nicht weiter! Nur soweit es die Gesetze erlauben! In wie weit dürfte dann hier Islamisches Recht zur Geltung kommen, sollten Muslime in Deutschland irgendwann mal eine beachtliche Mehrheit erreicht haben? (Diese Fragen wirst du mir ja dann später auch noch stellen...)
Nun, antworte ich dir, geh mit deinen Fragen zu jemanden der dir genau sagen kann, welche Rechte die Muslime bei einer totalen Mehrheit in Deutschland hätten, sollte das in Zukunft irgendwann mal der Fall sein. Am besten zu jemandem, der sich sehr gut und detailiert im Bereich der Rechtswissenschaft auskennt. Ich bin nicht so einer.

Von meiner Seite wäre dazu alles gesagt.

Viele Grüße,
Abdallah
_________________
Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran)
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 21:20:07    Titel:

Ich weiß nicht genau, wieso du plötzlich wieder auf Jesus (as) zu sprechen kommst, aber über Jesus lässt sich einiges mit Gewissheit sagen: Wie zB das er auf wundersame Weise geboren wurde, dass er viele Wunder vollbracht, schon in der Wiege zu den Menschen sprach, ein wahrhafter Gesandter Allahs (swt) ist, mit den außerordentlichen Titeln "Geist Gottes" und "Wort Gottes" ausgezeichnet wurde.
Über seinen gegenwärtigen Zustand lässt sich etwas weniger sagen und vor allem mit etwas weniger Gewissheit. Allah (t) sagt im Quran an zwei Stellen, dass Er Jesus zu Sich emporgehoben hat, was immer das genau heißen mag.
Es gibt auch einen Hadith, der diese Vorstellung stützt und näher beschreibt.

Es gibt Hadithe, dass Jesus (as) zur Erde zurückkehren soll, um den Dajjal zu töten. Inwieweit diese Hadithe wahr sind, weiß ich nicht. In den Hadithen käme jedenfalls heraus, dass der Mahdi ein weit größere Bedeutung für die islamische Umma haben würde, während Jesus (as) sich eher an die Juden und Christen wenden würde. Allah weiß es am besten.

Diese Angelegenheiten gehören Allah. Ob Jesus tot oder lebendig ist, ob er wiederkommt oder nicht. Der Muslim kennt im Großen und Ganzen seine Pflichten und Verantwortungen. Und die islamische Umma ist die letzte Umma, die von einem Propheten gegründet wurde. Als der Prophet (s) auf seiner Himmelreise die Milch statt dem Wein nahm und trank, erklärte ihm Gabriel, dass ein Teil seiner Umma nicht in die Irre gehen werde.

Wir können jeder einzeln nur dann Hoffnung haben, zu jenen "rechtgeleiteten" Menschen zu gehören, wenn wir den Dingen, die wir mit Gewissheit kennen, folgen und daran glauben. Dazu gehören die fünf Säulen, die sechs Glaubensinhalte usf. Und da stößt man sehr schnell schon auf die Worte des Propheten (s), dass er Achirul-Anbiyya (Letzter der Propheten), Khatamul-Anbiyya (Siegel der Propheten) ist, was heißt dass nach ihm kein Prophet kommt (la nabiyya ba'adahu); aber stattdessen werden 30 Schwindler/Lügner (wörtl. Dajjal) erscheinen, von denen jeder das Prophetentum beansprucht.
W.Kaiser
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1343
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 22:01:33    Titel:

Schams-ul-Islam hat folgendes geschrieben:
....... was heißt dass nach ihm kein Prophet kommt (la nabiyya ba'adahu); aber stattdessen werden 30 Schwindler/Lügner (wörtl. Dajjal) erscheinen, von denen jeder das Prophetentum beansprucht.
Dazu habe ich zwei Fragen.

1. Wie viele sind da bis jetzt schon erschienen?

2. Zählen die maßgeblichen Kommunisten wie Lenin, Marx, Stalin und Mao auch dazu?



Mit freundlichen Grüßen

W. Kaiser
maher
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 22:07:41    Titel:

salam

ok

welche beweise gibt es dafür, dass jesus "emporgehoben" wurde? ich meine, welche wörter werden gebraucht, wenn von einem "emporheben" die rede ist? auch bezüglich deines hadiths. steht auch dort das wort "rafaaha". das was auch für andere propheten im koran gebraucht wird? also, was auch bei anderen propheten gebraucht wird.

bitte teile mir nur mit, auf welchem wort das "emporheben" sich stützt. es muss ja ein einzigartiges wort sein, das nur bei jesus vorgekommen ist. denn jesus ist ja in einem einzigartigen zustand. denn er wurde von allah zu sich "emporgehoben". wenn wir also klären, was für ein wort regelmäßig - und BITTE auch mitteilen, welches wort in deinem 4mal geposteten hadith steht - für "emporgehoben" gebraucht wird, dann haben wir eine klarheit. meine these ist nämlich, dass es keine indizien in den authentischen hadithen und im koran für ein körperliches emporheben gibt, sondern dass das entsprechende wort nicht ein einzigartiges, sondern ein für viele propheten gebrauchtes ist. dementsprechend gibt es keine indizienund keine beweise für eine körperliche himmelfahrt.

Noch etwas: Bitte teile mir mit, in welchem Hadith Buch - also, ob Muslim, Buchari oder Tirmidhi etc. - dein 4mal gepostetes hadith steht. mit nummernangabe bitte. ich würde es gerne im original lesen.

wassalam
maher
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 22:12:13    Titel:

und das hier will ich einfügen was mit wunder gemeint ist :
Was sind Wunder?

Der Heilige Koran verwendet für Wunder das Wort Ayat (Zeichen), das heißt, ein augenscheinliches Zeichen oder eine Markierung, unter der ein Ding bekannt ist und das zu einem anderen Ding hinleitet. Darin liegt ein Hinweis, dass die Zeichen, die von Gott dem Allmächtigen kommen, einem bestimmten höheren Zweck und Ziel dienen müssen.

Wir wissen, dass es einige Aspekte in der Religion gibt, die dem bloßen Auge verborgen sind. Um die Wirklichkeit solcher verborgener Aspekte zu beweisen, wird es notwendig, sich auf einige Argumente zu stützen. Nehmen wir z.B das Thema Prophetentum: Alle Propheten haben den Anspruch erhoben, Offenbarungen, von Engeln vermittelt, bekommen zu haben. Aber niemand hat gesehen, wie Engel zu den Propheten herabsteigen. Deswegen wird dann durch Ayats die Wahrhaftigkeit eines Propheten bewiesen.

Es ist jedoch eine Tatsache, dass sich die grundlegenden Gesetze niemals verändern. Zum Beispiel ist es ein Naturgesetz, dass ein Wesen, das wirklich tot ist, niemals wieder ins Leben zurückkehren kann. Daher sind Wunder, die in der Bibel erwähnt werden, wie z.B. die Wiedererweckung der Toten durch Jesusas usw., nach Meinung der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Beispiele für Metaphern und keineswegs wörtlich zu nehmen.

Dennoch stehen Wunder im Einklang mit den Naturgesetzen. Viele von ihnen sind noch nicht entdeckt worden und bereits bekannte Theorien werden abgeändert. Was heute noch wie ein übernatürliches Wunder aussieht, lässt sich morgen vielleicht schon erklären.
W.Kaiser
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1343
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 25 Nov 2008 - 23:28:00    Titel:

Abdallah hat folgendes geschrieben:
Nun, antworte ich dir, geh mit deinen Fragen zu jemanden der dir genau sagen kann, welche Rechte die Muslime bei einer totalen Mehrheit in Deutschland hätten, sollte das in Zukunft irgendwann mal der Fall sein. Am besten zu jemandem, der sich sehr gut und detailiert im Bereich der Rechtswissenschaft auskennt. Ich bin nicht so einer.
llah


Schelm, wir kommen hier in Bedrängnis, biologisch und argumentativ. Was sagen wir denn jetzt? Wer muss was machen?

Ich kenne Gleichungen, mit denen dieser Zeitpunkt berechnet werden kann. Und an einen weiteren Aspekt dazu aus einer früheren Diskussion erinnere ich mich. Ein Kurde meldete sich damals und warf ein, Deutschland würde von seinem Volk übernommen werden, wegen der den Türken gegenüber größeren Manneskraft.

Sind die Kurden auch Moslems?

Wer kommt und probiert es noch?

Mir fällt als Lösung nur ein, jetzt wo es noch möglich ist, für uns ein komfortables Minderheitenrecht ins GG zu implementieren und mit Ewigkeitsgarantie zu versiegeln.


Mit freundlichen Grüßen


W. Kaiser
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 00:44:10    Titel:

Abdallah schrieb :
Zitat:
Die Diskussion wird damit weitergeführt, dass ich auf all deine Fragen eingehe (du sie dann vielleicht noch 3-4 mal wiederholst, jedes mal nur ein wenig anders formuliert, in der Hoffnung, dass ich auf deine (leicht naiv) präparierten Fragen irgendwann mal reinfalle....

Wer nichts zu verbergen hat, kann auch nicht reinfallen, oder ? Das ist so sicher wie die Unfehlbarkeit islamischer Schariarichter !

Frage Nr. 3 diesbezüglich stellte ich an dich noch nicht. Weder so noch präpariert.
Warum beantwortest du sie nicht ? Bist du derjenige der den Islam für widerspruchsfrei hält oder ich ?

Hältst du es nicht einmal für nötig zu begründen, warum dies trotz meiner schlüssigen Gegenargumentation der Fall wäre ?
Zitat:
3. Auf welcher Grundlage kann ein Schariarichter im Namen Allahs Urteile fällen, wenn alle Muslime sich darüber einig sind, das Menschen fehlbar - und nur Allah allwissend ist ? Erlaubt Allah das Töten einer unschuldigen Ehebrecherin, die lediglich einer Intrige von durch sie abgewiesenen Männern zum Opfer fiel ? Wieso durchschaut ein islamischer Richter eine solche Intrige nicht, wenn er im Namen Allahs urteilt ?

Muß ich um eine plausible Antwort betteln, oder bist du schlicht nicht kompetent für eine Antwort ?

Noch eine neue Frage : Warum meidest du scheinbar wie der Teufel das Weihwasser eine innerislamische Diskussion mit den muslimischen Usern, die in letzter Zeit hier aktiv sind?

Wir Nichtmuslime könnten sicher viel lernen, wie du und andere tatsächlich über den Westen und dessen Freiheit denken ... Smile

Befürchtest du damit " rein zu fallen " und deine Eloquenz könnte Kratzer erhalten ? Für " das Grobe " dürfen also andere Glaubensbrüder herhalten.. Zumindest erachte ich Schams viel offener, unverblümter und einen klaren Standpunkt vertretend - welcher im Kern seiner Religion entspricht.

Weniger auf Außenwirkung, Eloquenz und Ruf bedacht als deine zunehmend weichgespülten Statements.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Gott ist Liebe
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 10:21:08    Titel:

Lieber Schelm, Abdallah und alle

schelm hat folgendes geschrieben:
Zumindest erachte ich Schams viel offener, unverblümter und einen klaren Standpunkt vertretend - welcher im Kern seiner Religion entspricht.

Stimmt.

Er verdient unsere Bewunderung, da er sich praktisch alleine verteidigt - und dann gleich auch noch in einem "Zweifrontenkrieg" gegen Maher und die Nichtmuslime. Inhaltlich bin ich alles andere als Schams Meinung, aber immerhin vertritt er eine, die er mit viel Aufwand hier im Forum erklärt und dadurch Einblicke in die muslimische Denkweise gewährt. Offenbar tut er das stellvertretend für alle andern Muslime, denn bislang hat sich noch keiner von dem distanziert, was Schams hier vertritt.

GIL
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 14:10:51    Titel:

@Kaiser

Nein, damit sind nur solche gemeint, die innerhalb der Gemeinde des Islam erscheinen und von sich behaupten, Propheten im Sinne des Wortes zu sein. Ich weiß es nicht genau, aber mir wurde mal erzählt, dass bisher 27 oder 28 bereits erschienen sind.


@maher

Also erstmal, die Worte im Quran lauten "bal rafa'ahu Allahu ilaihi" (Nein, [vielmehr] hat Allah ihn zu Sich emporgehoben). Wollte man dies jetzt metaphorisch deuten, so käme am Ende (Gott behüte) noch die Vermutung, Allah hätte Jesus den Rang von Sich Selbst gegeben; denn hätte der Christ, der Jesus statt Allah anbetet, plötzlich Recht (Gott behüte).
Du siehst wie tief man fallen kann, wenn man ohne wahres Wissen anfängt zu deuten.

Genauso mit den Wundern. Du stimmst also mit dem Quran überein, wenn die Wunder mit dem Naturgesetz vereinbar ist? Und dass ein Toter wieder zum Leben gebracht wird, ist deiner Meinung nach unmöglich und unvereinbar mit natürlichen Gesetzen und dass eine Jungfrau ein Kind empfängt auch, und dass ein Mensch drei Tage in einem Feuer überlebt auch, und dass Moses (as) durchs Meer geführt wurde auch.
Was soll ich dazu sagen: Glaub du wie du glauben möchtest, und lasse andere so glauben, wie diese glauben möchten.
Naturgesetze?! Wenn ich das schon höre. Der Mensch erklärt das als Naturgesetz, was er verstanden hat bis jetzt, und Allah hält versteckt, was Er versteckt halten möchte, bis Er es uns vielleicht preisgibt. Aber was hältst du denn für ein Naturgesetz. Sollte die Sonne im Westen aufgehen, geht dann dein Glaube an Allah flöten?
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 14:28:48    Titel:

@Schams-ul-Islam
Zitat:
denn hätte der Christ, der Jesus statt Allah anbetet, plötzlich Recht (Gott behüte).


Hast du es noch immer nicht verstanden, dass Christen nur an Gott glauben?
Wenn jeder das glauben soll, was er für richtig hält, wo ich auch deiner Meinung bin, jedoch behauptest von wahrem Wissen zu sprechen, meinst du dich nicht dadurch zu widersprechen, wenn es doch ein Glaube bleibt?
Es sei denn, du glaubst es wäre wahres Wissen. Oder was glaubst du jetzt eigentlich?

PS. Sein Name wird so oft gebraucht und missbraucht.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 15:03:32    Titel:

@all

Friede

Ich finde nebenbei bemerkt, dass Abdallah klar meine Meinung teilt.
Ich bin auch der Meinung, dass der Muslim sich an die Landesgesetze zu halten hat, sofern diese nicht etwas von ihm verlangen, was gegen seine Religion und religiöse Uberzeugung ist.

Dass hier in Deutschland Dieben nicht die Hand abgehackt wird, ist gut. Denn hier geht man ja auch auf Diebejagd: Es werden Kameras installiert, Detektive ausgebildet und dergleichen, um einen Dieb dingfest zu machen. Vor der Sharia ist ein derartiges Verhalten zu verurteilen, weil man keine Spionagearbeit leisten soll. Aber hierzulande meint eben (noch) das Problem (der Deibstahlbereitschaft) so in den Griff zu bekommen.
Das ist der gesellschaftliche Aspekt der Sharia, den wir ja nicht verleugnen, nur weil wir unter anderen gesellschaftlichen Normen leben, sondern vielmehr begleitet uns dieses Wissen und wir müssen uns als Muslime trotzdem so verhalten, als würde uns die Hand abgehackt, wenn wir klauen; ähnlich wie jesus (as) im Neuen Testament gesagt haben soll, es wäre besser für denjenigen, der eine fremde Frau lüstern betrachtet, dass er sich die Augen herausschneide (oder so ähnlich).


@Kai

Ich wollte damit nichts anderes sagen, als dass maher wie jeder andere an das glauben soll, woran er glauben möchte. Man kann auch wider wahres Wissen an einem Glauben festhalten, weil er beispielsweise soziale oder wirtschaftliche Vorteile birgt.
Wahres Wissen ließe sich im Mindesten als objektiv überprüfbar bezeichnen, wobei ein gläubiger Muslim eben den Quran als Maßstab umkreist und als höchste Instanz in die Überprüfung miteinbezieht.
Aber ich weiß auch um den subjektiven Beweis, der nichts anders besagt als, wenn dich dies und dies zu einem besseren Menschen macht, dann ist es das richtige für dich (zumindest augenblicklich).

Was Christen anbelangt, so erklärt Allah den Muslimen im Quran beispielsweise, dass wir unter ihnen noch am ehesten Freunde und Verbündete finden werden. Was mich nur irgendwie überrascht ist, dass Christen einerseits sagen, dass jeder Mensch von Natur aus schlecht ist, und andererseits denken, "Liebe für alle und Hass für keinen" reicht als Grundgesetz.
Ein Muslim weiß eben (ohne dass er paranoid ist), dass es Menschen gibt, die schlimm sind und darin immer mehr zunehmen und die schlussendlich gegen Gott und Gläubigen Krieg führen - in welcher Form auch immer, ob sie Lügen verbreiten, falsche Systeme in die Welt bringen oder tatsächlich Krieg führen; Menschen eben, die sich Gottes Zorn heraufbeschwören.
Diese Menschen kann/sollte man hassen um dessentwillen was sie tun. Man kann auch für sie beten, mit ihnen reden, freundlich zu ihnen sein. Vielleicht ist hassen auch das falsche Wort, aber wenn Gott mit ihnen zornig ist, dann sollte der Gläubige doch auch zornig auf sie sein.

Und eigentlich machen es ja auch die meisten Christen hier im Forum so; nur eben, dass sie annehmen, die Muslime wären die bösen Lügner und Gottesfeinde (Gott behüte);

Oh wie groß und gewaltig ist die Bitte an Gott um Führung und Rechtleitung; ein Muslim tut dies viele Male am Tag; und wie hilflos ist jener, der diese Bitte versäumt (womöglich in dem Glauben, er sei auf dem rechten Weg).

Liebe Grüße
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 17:00:08    Titel:

Zitat:
Was mich nur irgendwie überrascht ist, dass Christen einerseits sagen, dass jeder Mensch von Natur aus schlecht ist, und andererseits denken, "Liebe für alle und Hass für keinen" reicht als Grundgesetz.


Ich könnte dir ein Beispiel bringen wie ich darüber denke.
Wenn du eine Tochter hast, die lebisch ist und dazu steht, kann ich sie nicht wegstoßen, weil ich sie wirklich liebe und alle Gesetze relativ werden.
Sie ist immernoch meine Tochter. Wenn man sich vorstellt, dass sie auch nicht auf mich sauer ist, dass ich Frauen mag, welches Recht habe ich dann gegen sie auszusagen. Ich liebe sie.

Zitat:
im Neuen Testament gesagt haben soll, es wäre besser für denjenigen, der eine fremde Frau lüstern betrachtet, dass er sich die Augen herausschneide


Bist du ein Mann oder eine Frau? Jeder Mann betrachtet mal ne andere Frau und findet sie attraktiv. Welche verheiratete Frau kann von sich aus behaupten, sie würde auch andere Männer nicht attraktiv finden? Das ist die Natur und gegen die kann sich nur der Wille durchsetzen und man hat Augen um zu sehen, nicht sie zu verschließen, egal auf welche bizarre Art. Die Wahrheit ist, dass der Mensch schwach ohne seinen Willen wäre. Wie könnte jemand nur glauben, das dieses "Augen herauschneiden" wortwörtlich gemeint sei? So kann nur derjenige, der es liest nicht bei Verstand sein, der das wortwörtlich übernimmt und nicht verstehen will was damit gemeint ist. Jedoch beziehe ich das nicht auf dich, weil ich es nicht glauben kann, dass du alles wortwörtlich übernimmst was man dir sagt oder was du liest. Das bedeutet nicht, dass das Wort Gottes vefälscht wird sondern durch unser Verstand wird es erst zugänglich gemacht. Vor allem sollte man beachten, dass man nicht Gesetze errichten kann und als Mensch behaupten, diese seien göttlich um immer existent zu bleiben, da dies aus egoistischen Gründen geschieht. Es ist lächerlich vom Subjekt soetwas zu verlangen und noch lächerlicher das man dies glaubt, am lächerlichsten ist es dass tatsächlich etliche Massen an die Vorstellung einiger Subjekte blind glauben und dies in einer anderen Zeit. Der Islam macht ähnliche Züge wie das Christentum durch mit gewissen Unterschieden, z.B dass dieser erst viel später entstand und so noch nicht so weit entwickelt ist, bzw dies nicht direkt darf. Wir hingegen würden also immernoch glauben, die Welt sei eine Scheibe, wenn wir uns islamisch verhalten würden. Ohne Aufklärung wäre die Welt noch dunkler als jetzt. Und Fakt ist, dass viele unwissenden Muslime im Dunkeln bleiben wollen, obwohl sie wissen, dass die Erde rund ist. Genauso gibt es viele Christen die immernoch glauben, es gibt nur Unterscheidungen zwischen gut und böse. Dies ist natürlich nicht wortwörtlich zu übernehmen. Nichts kann göttlich sein, was menschlich ist, es sei denn der Mensch ist göttlich und dazu bestimmt Gott zu werden. Ich glaube nicht, dass der Mensch bestimmt ist tatsächlich das zu werden, das aus seiner Vorstellung entspringt, das wäre nämlich Hybris.
Wer es jetzt immernoch nicht verstanden hat, dann tut's mir leid.
Propheten hin oder her, Gottes Sohn oder nicht.
Spielt es eine Rolle, wenn gewisse Gedanken von diesen eine weise Überlegung sind oder ein Wissen besitzen, dass die der anderen übersteigt und deshalb als göttlich angesehen werden? Wieso war z.B nur Mohammed die Feder Gottes? Leuchtet es jetzt endlich ein? Gewisse STellen in der Bibel wurden auch manipuliert. Keine Schrift die je zu finden war ist und sein wird hat einen göttlichen Ursprung. Der Glaube daran hingegen kann aufgrund der Beharrung ewig bleiben.
Der Koran und die Bibel haben gemeinsam, dass sie monotheistisch aussagen, dies ist allein schon eine Überlegung wert.
Religionen verhelfen zu Macht und Ansehen.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.


Zuletzt bearbeitet von Kai-369 am 26 Nov 2008 - 17:24:24, insgesamt einmal bearbeitet
schelm
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4306

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 17:11:24    Titel:

Schams-ul-Islam schrieb :
Zitat:
Ich finde nebenbei bemerkt, dass Abdallah klar meine Meinung teilt.

Hast du ihn gefragt, ob dies auch für deine Ansicht gilt es sei generell für die Gesellschaft besser, dann und wann einen " Störenfried " zu beseitigen ?
Zitat:
Ich bin auch der Meinung, dass der Muslim sich an die Landesgesetze zu halten hat, sofern diese nicht etwas von ihm verlangen, was gegen seine Religion und religiöse Uberzeugung ist.

Kannst du bitte im Detail beschreiben, was dies genau beinhalten würde ? Außerhalb dessen, was natürlich unbestreitbar gewährt wird ? ( die 5 Säulen )
Zitat:
.....ähnlich wie jesus (as) im Neuen Testament gesagt haben soll, es wäre besser für denjenigen, der eine fremde Frau lüstern betrachtet, dass er sich die Augen herausschneide (oder so ähnlich).

Schams, als Hüter der blumigen Sprache weißt du doch genau um die Metapher dieses Ausspruches. Wink

Vergleichbar dem inneren Dschihad der Muslime ist hier gemeint, dem Ego nicht zu folgen, um eine Beziehung nicht leichtfertig zu zerstören...
Zitat:
Was mich nur irgendwie überrascht ist, dass Christen einerseits sagen, dass jeder Mensch von Natur aus schlecht ist, und andererseits denken, "Liebe für alle und Hass für keinen" reicht als Grundgesetz.

Schau Schams, es ist genau umgekehrt. Wir glauben, das die gottgegebene Seele ihm am ehesten entspricht. Wir glauben, sie wird durch das Ego korrumpiert. Und wir glauben, das jeder dafür mehr oder etwas weniger anfällig ist. Wenn du dem Ego deines Nächsten dein eigenes kämpferisch gegenüberstellst, wird seines ebenso reagieren. Damit entsteht ein nicht endender Kreislauf. Die Seele - und damit ein " Stück Göttlichkeit nach seinem Bilde " - kannst du aber nur mit Liebe erreichen.

Das hat mit naiver Flowerpowerkultur nur insofern etwas gemein, als das es darüber hinaus die Kausalitäten genau kennt, was bedeutet : Sich selbst nicht als die Reinkarnation der guten Alternative verstehen, sondern eingebunden im System der menschlichen Fehlbarkeiten.
Zitat:
Und eigentlich machen es ja auch die meisten Christen hier im Forum so; nur eben, dass sie annehmen, die Muslime wären die bösen Lügner und Gottesfeinde (Gott behüte);

Nein, das magst du glauben, weil es Folge dieses ambivalenten Denkens ist : Ich habe Recht mit meiner Religion. Also sind die anderen die Bösen, die mir mein Recht streitig machen wollen. Dem muß ich mich mit aller Kraft entgegenwerfen. Ich erwarte dies von denen auch. Erwarte ihre Fallen, die sie stellen ...

Die " Falle " die wir hier stellen, ist lediglich ein vergleichendes Gegenüberstellen religiöser Inhalte mit der Nachvollziehbarkeit durch menschliche Vernunft. Damit befinden wir uns in bester Tradition sogar mit dem Papst.

Wir bestreiten nicht, das ihr an den selben Gott glaubt. Wir nennen euch auch nicht frech " Ungläubige " - wie dies in deiner Religion leider üblich ist. Wir glauben lediglich, das euer Weg zu Gott nicht der unsere ist.

Wir folgen einer anderen Botschaft, die uns plausibler erscheint. Und wir möchten sie gern mit eurer dahingehend vergleichen.

Freundliche Grüße, schelm
_________________
... Ich zeig dir meine Wahrheit.. für einen Augenblick. ( Ich+Ich )
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 18:09:07    Titel:

Von Tag zu Tag sehe ich die Seitenzahlen ständig wachsen, jedoch ist diese Veränderung die einzige hier drin. Wieso kommen wir nicht auf eine Einigung? Die Vernunft sehnt sich dannach. Es macht wirklich keinen Sinn, wenn die Zahlen ständig wachsen.
Wir können eines schoneinmal festhalten.
Beide Kulturen glauben an einen Gott, die Art und Weise ist unterschiedlich.
Aber dies ist ein Punkt z.B wo dann Unwissende versuchen mit der Dreifaltigkeit das Gegenteil zu behaupten, da sie nichts verstanden haben.
Diese Dreifaltigkeit ist nur die Art und Weise. Es ist eingeschränkt, wenn man dies nicht erkennen will. Kann man also nicht auch von einem anderen Menschen, der einfach nur eine andere Art hat gemeinsam vernünftig sein?
Ja es geht, meine muslimischen und christlichen Freunde sind der beste Beweis, obwohl ich eine atheistische Stellung beziehe.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Gott ist Liebe
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 19:35:05    Titel:

Lieber Kai

Kai-369 hat folgendes geschrieben:
Wieso kommen wir nicht auf eine Einigung? ... Wir können eines schoneinmal festhalten... Beide Kulturen glauben an einen Gott, ... mit der Dreifaltigkeit das Gegenteil zu behaupten...


Ach weisst Du, punkto Spiritualität und Religiosität will ich keine Einigung anstreben, denn das ist eine derart höchstpersönliche Angelegenheit, dass jeder selber entscheiden soll, was für ihn richtig ist. Den Muslim brauche daher gar nicht über den Sinn der Dreifaltigkeit aufzuklären. Hut ab, wenn Du das als Atheist begriffen hast! Auch wenn mich der Muslim deswegen einen Ungläubigen nennt, ist mir das im Grunde genommen egal, denn das ist meine Privatsache.

Dann aber, wenn er mich deswegen geringschätzt, mir gegenüber respektlos ist und über mir deswegen auch noch das Damoklesschwert des Koran hängt, weil ein Muslim auf die Idee kommen könnte, durch einen Mord an mir schnurstracks in den Himmel zu kommen, dann fangen bei mir die Warnleuchten zu blinken an. So etwas ist eine Anmassung der Sonderklasse, eine Bigotterie und gleichzeitig ein System der Menschenrechtsverletzung (Meinungsäusserungs- und Religionsfreiheit), die es aufzudecken und offen zu kritisieren gilt.

Und Schams, Deine religiös verbrämte Einstellung wird nicht dadurch geheiligt, dass Du Dich in Europa unsern demokratischen Gesetzen unterwirfst. Deine Einstellung ist schon durch das alleinige Denken verwerflich, einfach weil sie Dein Verhältnis zu uns Mitmenschen beeinflusst und zu einer Aus- und Abgrenzung führt, die nun wirklich alles andere als friedensstiftend ist.

GIL
Schams-ul-Islam
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 21:34:43    Titel:

Erstens: Ich benutze das Wort Ungläubige nicht, wenn doch, dann ist dies meist ein Versehen. Ich habe auch Kontakt mit Atheisten; diese hätten bestimmt gerne, dass ich sie Ungläubige nenne (als Art Anerkennung), aber das mache ich nicht.
Ich nehme an, dass viele hier im Forum den arabischen Ausdruck Kafir kennen, der in einigen (den meisten) Quranexemplaren mit Ungläaubiger übersetzt wird.
Das Wort Kafir hat drei (oder mehr?) Bedeutungen: kafara ist das Verb und es heißt so viel wie leugnen, undankbar sein oder bedecken. Dies ist wesentlich aspektvoller, als eine Person einfach mit Ungläubiger zu beschimpfen. Und es zeigt auch viel mehr, dass eine solche Person Kafir in Bezug auf etwas Bestimmtes ist (indem er es leugnet, bedeckt, oder undankbar dafür ist).

Zweitens: Was die Landesgesetze angeht, so wäre ein Muslim quasi zur Auswanderung gezwungen, wenn man versuchen würde ihn gewaltsam vom Gebet abzuhalten, man generell aggressiven Widerstand gegen Muslime aufbauen würde, ja im Allgemeinen sind das die Gründe, die eine Auswanderung legitimisieren.
Natürlich gibt es auch kleinere Gründe (wie etwa das hierzulande kaum Rücksicht auf das Freitagsgebet genommen wird, das viel Versuchungen ihr Unwesen treiben etc), die aber für mich als deutscher Staatsbürger, der hier geboren und aufgewachsen ist, zunächst einmal sekundär bleiben, vielleicht bis ich Kinder bekomme. Allah weiß es.
Aber generell ist ein Mensch ja angehalten immer wieder zu überdenken wie und wo es sich am besten (gottgefälligsten) leben lässt.

Drittens: Ich finde nicht, dass es keine Annäherung gibt. Alhamdulillah ich dachte zunächst, dass dieses Forum gar nichts bringt, weder für mich noch für alle anderen, und wollte es schon mehrmals verlassen, aber ich erkenne schon eine Entwicklung. Mag sein, dass sie in mir stattfindet und dass kein anderer sie wahrnimmt oder davon profitiert.
Es ist auch schwer für einige von ihrem Standpunkt abzurücken.
Die Sharia von außen vorurteilsfrei zu betrachten ist auch sehr schwer - zugegebenermaßen. Aber ich hoffe, dass einige von euch verstanden haben, dass die sharia Gutes im Sinn hat, dass verantwortungsvoll umgesetzt gehört, und dass sie auf (mindestens) zwei Ebenen stattfindet und dass sie Spiritualität nicht erzwingen vielmehr aber in den Vordergrund stellen möchte.

Viertens: Ich habe in den vergangenen Beiträgen desöfteren den Monotheismus vernommen. Da haben wir den gemeinsamen Nenner. Möge der Eine Gott uns in Seine Wahrheiten und Barmherzigkeit aufnehmen. Amen.

Frieden
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 23:31:52    Titel:

Zitat:
das ist eine derart höchstpersönliche Angelegenheit, dass jeder selber entscheiden soll, was für ihn richtig ist


Seh ich nicht anders, nur beeinflusst ein jeder die Gesamtsituation und genauso wie hier ein Konflikt entsteht, entsteht dieser auch in der Realität---z.B die Papstrede--- wenn man jedoch blind und stur behauptet, seine persönliche Religion verbreiten zu müssen und sie anderen mit niederen Formen der Manipulation aufdrängen zu wollen, dann seh ich mich gezwungen meine Stellung zu beziehen und an die Logik derjenigen zu appellieren, die meinen sie hätten ein Recht jemanden zu töten, aufgrund von religiösen Hintergründen. Ich lasse diesem persönlich seine Freiheit jedoch finde ich, dass er seinen Glauben für sich behalten soll, wenn er soweit geht die Würde des Menschen zu missachten. Dann wird weiterhin mit Begriffen wie Allah behüte, Friede mit euch umhergeworfen, hauptsache mal das Wort Gottes in den Mund genommen zu haben um sein eigenes Recht verteidigen zu können. Dabei ist ein Forum für eine Diskussion gedacht und nicht für einen Konflikt. Hier ist leider letzteres der Fall. Natürlich soll jeder Muslim glauben was er für richtig hält, aber wie vereinbart er mit sich selbst vorallem den Punkt den du ansprichst (Meinungsäußerung und Religionsfreiheit), wenn doch sogar in ihrer heiligen Schrift davon die Rede sei--Kein Zwang im Glauben etc.?
Dabei sind es sie, die sich an die Worte klammern. Das würde bedeuten sie verstehen die Worte nicht einmal annähernd sodass man ihnen nicht einmal eine fundamentalistische Sichtweise an den Hals werfen könnte.
Deswegen stempel ich nicht alle ab, sondern kenne auch andere Menschen, die viel humaner sind.

Mich stört es einfach, dass nur die Probleme aufgegriffen werden aber ständig um diese herum geredet wird und man sich nicht mit Lösungen beschäftigt. Es gibt Lösungen, auch wenn man behauptet dass es nicht der Fall wäre. Jedes Problem lässt sich mindestens mathematisch lösen und höchstens sehnt man sich nach Streit, da einem langweilig ist, wenn man deren Lösungswege verweigert.
Was ich als Vorschlag hätte, der natürlich nur ein Versuch ist, wäre eine Vereinigung einzelner Aspekte um so Gemeinsamkeiten herauszufiltern und daduch eine kommunikative Ebene erst zu ermöglichen. Dann sollten aber auch beide Seiten Kritik verkraften und im Besitz eines kühlen Verstandes sein und sich in die andere Lage hineinversetzen zu können. Es muss keine Utopie sein, lediglich soll das hier nicht ein Konflikt bleiben sondern eine Diskussion soll daraus entstehen, die alle dazu veranlasst, zu glauben was wirklich richtig sein kann und welches Recht der Mensch überhaupt hat, einen anderen Menschen einzuschränken oder gar zu töten. Kants kategorischer Imperativ wäre das Ideal. Doch wieviel ich bereits von den Religionen studiert habe, scheint es mir immernoch nicht genug zu sein um behaupten zu können, Religionen wurden errichtet um Frieden zu stiften. Absolutismus kann nie erreicht werden, sei es Perfektion etc. aber eine Basis errichten auf die wir alle gemeinsam als Menschen mit verschiedenen Individuen bauen können, machen uns zuerst zu einem sozialen Wesen. Oder warum tragen wir dann den Namen des Homo Sapiens? Zwischen Glauben und Wissen pendeln wir zurzeit in der Irre umher. Wissen strukturiert und gibt einen Halt, wobei dessen Vorgänger der Glaube war und heute ist das Wissen unser Glaube. Man kann nur vom Wissen behaupten es sei für alle gleichen Inhaltes in dem man andere Subjekte dadurch deren Verifizierung belegen kann. Es gab noch nie einen Krieg indem es um Wissen ging, das jeder belegen konnte. Trotzdem glaubt man an Gott oder nicht. Aber ein Bezug ist dadurch hergestellt worden.

Das einzige passende Zitat, das zu diesem Thema passt:

Indem die Natur den Menschen zuließ, hat sie viel mehr als einen Rechenfehler begangen: Ein Attentat auf sich selbst.

Dies vertritt den Standpunkt eines jeden der die Natur achtet, doch Kant nahm zum Beispiel an, dass Alles, was die Natur selbst anordnet, zu irgendeiner Absicht gut ist. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.

Dabei ist dies genauso subjektiv wie das obere, mit dem Unterschied sich differenzierter ausgedrückt zu haben und das als ganzes lässt die Aussage objektiver erscheinen.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.


Zuletzt bearbeitet von Kai-369 am 27 Nov 2008 - 00:19:09, insgesamt einmal bearbeitet
Kai-369
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Nov 2008 - 23:54:34    Titel:

@Schams-ul-Islam
Zitat:
Atheisten; diese hätten bestimmt gerne, dass ich sie Ungläubige nenne (als Art Anerkennung)


Nein, dies ist nur bei Atheisten, die sich nicht richtig mit den Dingen befassen und trotzdem blind und stur von ihrer Meinung überzeugt sind, sie seien Ungläubige. Ich als Atheist, bin vllt gläubier als manch anderer Theist jedoch deshalb nichts besseres, allerdings persönlich weniger beschränkter auf Fundamentalismus. Ich bin undankbar dafür, dass es im Islam das Recht gewährt jemand anderen zu bestrafen, wenn der Ursacher selbst es "verdient", wobei das ein Subjekt nicht objektiv behaupten kann, ob es jemand verdient und trotzdem das Wort Gottes dies angeblich gestatten soll um seinen Egoismus zu befriedigen.

Ich glaube nämlich nicht an Gott und der Unglaube ist eine Unterkategorie des Glaubens. Glauben impliziert Glauben und Unglauben. Ob Atheisten wirklich anerkannt werden wollen, bezweifle ich, viel mehr wollen sie anderen helfen sich selbst zu helfen. Ob ich ein Kafir, ein Ungläubiger oder sonstwas bin, egal was aber ich habe mit dir gemeinsam menschlich zu sein und auch an etwas zu glauben. Es ist nämlich unmöglich an nichts zu glauben. Trotzdem erkenne ich viele Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen den Religionen aber das nur weil ich mich mit ihnen befasse und mich bemühe differneziert auszudrücken, aber habe auch meine Fehler und bin nur ein Mensch.

Gott ist subjektiv und in der Vorstellung existent. Eine Vorstellung ist Illusion und im Endeffekt für meine Erkenntnis nicht existent.
Das ist mein Glaube, der sogar nicht das der anderen einschränkt, da ich auch für Theisten aussage Gott würde in ihrer Vorstellung existieren und somit existent sein. Ich hingegen erkenne, dass es Vorstellungen über Dinge gibt, jedoch weiß das diese nur solche bleiben und nicht real werden können.
_________________
Die Babypille ist wahrlich ein Segen.


Zuletzt bearbeitet von Kai-369 am 27 Nov 2008 - 00:21:49, insgesamt einmal bearbeitet
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62 ... 64, 65, 66, 67, 68  Weiter
Seite 59 von 68

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum