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Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
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Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 3344

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2009 - 18:02:27    Titel:

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Nebenbei zum Schwangerschaftabbruch: Wenschenrechte finden dort eine Grenze, wo die Rechte eines andern Menschen tangiert werden (allenfalls ist in einer Rechtsgüterabwägung zu ermitteln, welches Recht vorgeht). Es kann und darf aber nicht sein, dass eine Frau, die den Tod ihres ungeborenen Kindes will, dies von sich aus ungestraft tun darf, wogegen ein Ladendieb bestraft werden soll. Seit wann soll Eigentum besser geschützt werden als das Leben eines Menschen?


Einmal davon abgesehen, dass wir hier einen Exkurs diskutieren, ist doch diese Aussage auch in ihrer Rigidität schon alles andere als konsesfähig, nicht einmal in der westlichen Welt. Du weißt sehr wohl, dass viele Frauen für sich durchaus das Recht sehen eine Schwangerschaft abzubrechen und das von dir ausgesprochene Gebot als Entmündigung und Verletzung ihrer Selbstbestimmungsrechte betrachten. Die westliche Welt regelt diesen für viele sehr zentralen Punkt auch durchaus unterschiedlich, die religiöse Position (gleich ob muslimisch oder christlich) ist bekannt.

Damit will ich dir nur verdeutlichen, dass eben auch zentrale Recht in ihrer Rechtspraxis nicht ex ante durch die Natur des Menschen vorgegeben sind und gesellschaftlich konstruiert werden müssen. Du verwendest hier und da im abwertenden Sinne den Begriff des Konstrukts im Hinblick auf die muslimische Argumentation. Ich würde mit dir d`accord gehen, wenn ich nicht das Gefühl hätte du würdest für manche Menschenrechte eine objektiv höhere Legitimität herleiten - was von vielen Seiten ja auch getan wird. Ich selbst begreife jede Gesellschaftsform als Konstrukt, ebenso ihre Ausgestaltung der funktionalen Differenzierung. Die große Margaret Mead hat einmal gesagt, sie kenne keine noch so in unseren Augen unsinnige sexuelle Pervesion, die nicht in zumindest irgendeiner segmentären Gesellschaft eine akzeptierte Spielart ist. Was Menschen mit ihrer Gesellschaft anstellen, bleibt ihrem Referenzsystem überlassen. Die Folge können Gleichheit bis hin zur Egalisierung, aber auch die Aufsplittung in mehrere Geschlechter (im Sinne von Gender, was aber in Bezug auf die Konsequenzen die gleichen wie eine Differenzierung nach Sex haben kann) sein.

Noch einmal: Es geht mir hier nicht darum, eine normative Zuschreibung von säkulärer, christlicher oder muslimischer Gesellschaftsordnung zu betreiben. Für mich selbst kann ich natürlich ganz problemlos eine Wertesystem annehmen oder individuell definieren. Die muslimische Morallehre hat darin keinen Platz, ich lehne wie du die Vermischung von Politik und Religion sowie ein auf in meinen Augen nicht tragbare Normen gründendes Sozialsystem ab.

Was ich dir jedoch vorwerfe ist, dass du in meinen Augen nicht versuchst die Gegenseite zu verstehen. Verstehen bedeutet nicht, mit ihr übereinzustimmen oder auch nur eine Schnittmenge zu finden. Verstehen definiere ich so, dass der Prozess der Normbildung und das zugehörige Referenzsystem deutlich wird. Das habe ich versucht am Beispiel der wirklich überaus streitbaren Aussage "Im Islam sind Frauen gleichberechtigt" zu verdeutlichen. Deine Reaktion ist sinngemäß, wie so oft, das Bild vom Sand in die Augen streuen zu benutzen. Damit unterstellst du eine bewusste argliste Täuschung wider besseren Wissens. Hingegen würde ich erst einmal annehmen, dass mein Diskutant diese Aussage auch wirklich glaubt und diese irgendwie verankert. Wenn er dies aufgrund der fiktiven Sure "Und Gott sprach, Mann und Frau sind gleichberechtigt" tut, kann ich dem nichts entgegnen und die Diskussion ist mehr oder weniger vorbei. Wenn er dafür jedoch Bezugspunkte hat, interessieren mich diese. Ich halte es für möglich, dass Menschen völlig verschiedene Vorstellungen von Gleichberechtigung haben, die den westlichen Werten mal mehr, mal weniger und auch mal gar nicht in Einklang stehen. Diese Werte möchte ich aber verstehen und sie nicht per se als Täuschung oder Dummheit abstempeln.

Also noch einmal: Es geht mir nicht darum, mein normative Überzeugung zur Überzeugung aller zu machen. Das wäre in meinen Augen natürlich sehr schön, aber ich sehe mich hier nicht als Missionar. Den Mehrwert eines solchen Forums sehe ich darin, Einblick in andere Perspektiven zu erhalten.

Das alles jenseits der eigentlichen Sachebene, ich habe meine Beispiele im letzten Beitrag auch nicht angeführt, um sie im Einzelfall zu diskutieren. Wir beiden haben unterschiedliche Wertvorstellungen, die aber beide innerhalb der Spannweiten der westlichen Welt und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Wir könnten vermutlich über jedes angeführte Beispiel einen eigenen Diskussionsstrang führen.

Tatsächlich sehe ich Aussagen wie
Zitat:
Die Frauen erfüllen ihre Verpflichtungen in der Gesellschaft, die mindestens so viel wert sind wie der Militärdienst, ohne dass dies rechtlich geregelt werden muss. Oder siehst Du das anders?

durchaus kritisch und eben nicht als Setzung der Natur. Böse Zungen haben zu dieser Thematik auch schon behauptet die Frauen der westlichen Welt kämen ihren "Verpflichtungen in der Gesellschaft" eben nicht mehr nach, weshalb die westlichen Industrienationen (ohne Migration) allesamt stärker und stärker schrumpfen. Wenn du dies aber als Verpflichtung konstruierst (ich tue das nicht), müssen wir dies vielleicht doch irgendwann rechtlich regel, oder? Wir könnten auch Anreize setzen. Die können wir aber auch für den Militärdienst setzen. Eben alles eine Frage des Standpunktes. Ich persönlich finde die Begründung "Männer gehen zum Wehrdienst, Frauen bekommen Kinder" jedenfalls nicht sonderlich geistreich.
Kai-369
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
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BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 03:43:34    Titel:

- Falls es sich bei diesem Beitrag um Kritik an der Moderation gehandelt haben sollte, bitte per PN oder direkt an die Administration. Zur sachlichen Thematik des Threads gehörte es auf alle Fälle nicht. Lamasshu -
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
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BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 12:20:14    Titel:

Lieber Lamasshu

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Nebenbei zum Schwangerschaftabbruch: ... Seit wann soll Eigentum besser geschützt werden als das Leben eines Menschen?

Du weißt sehr wohl, dass viele Frauen für sich durchaus das Recht sehen eine Schwangerschaft abzubrechen und das von dir ausgesprochene Gebot als Entmündigung und Verletzung ihrer Selbstbestimmungsrechte betrachten.

Klar. Gleichwohl bleibt die oben gestellte Frage: "Seit wann soll ..." (siehe oben). Es handelt sich um eine rechtsethische Frage, die sich bei einer Rechtsgüterabwägung wie folgt objektiv beurteilen lässt: Was ist schlimmer, einen Menschen zu töten oder einen Menschen zu bevormunden, ihm das Selbstbestimmungsrecht zu nehmen? Wer diese Frage in einem andern Kontext, der mit Schwangerschaftsabbruch nichts zu tun hat, prüft, kommt wohl ohne Schwierigkeiten zu einem eindeutigen Ergebnis. Ich gehe aber nicht mehr weiter darauf ein, da off topic. Es war ja nur ein Beispiel.

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Damit will ich dir nur verdeutlichen, dass eben auch zentrale Recht in ihrer Rechtspraxis nicht ex ante durch die Natur des Menschen vorgegeben sind und gesellschaftlich konstruiert werden müssen.

Nein. Von der Rechtssystematik her wäre die Abtreibungsfrage klar zu beantworten. Wir im Westen haben aber offenbar die Tötungshemmung verloren. Es ist also keine Frage, die das Menschenrecht auf Leben tangiert, sondern wir haben es als Versagen unserer Gesellschaft anzusehen, dass wir für das Umbringen wehrloser Menschen höchstens noch ein Schulterzucken übrig haben.

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Ich würde mit dir d`accord gehen, wenn ich nicht das Gefühl hätte du würdest für manche Menschenrechte eine objektiv höhere Legitimität herleiten - was von vielen Seiten ja auch getan wird. Ich selbst begreife jede Gesellschaftsform als Konstrukt, ... Was Menschen mit ihrer Gesellschaft anstellen, bleibt ihrem Referenzsystem überlassen. Die Folge können Gleichheit bis hin zur Egalisierung, aber auch die Aufsplittung in mehrere Geschlechter

Ein Staatswesen, ja die ganze Gesetzgebung und somit auch alle Dekrete über die Menschenrechte sind von ihrer Form her ein Konstrukt. Ihrer Natur nach - sprich inhaltlich - handelt es sich aber bei den Menschenrechten um Naturrechte, die dem dekretierten Recht vorgelagert sind und daher kein Konstrukt sind. Beispielsweise: Das Recht auf Leben hat ein Mensch aufgrund seiner Natur und nicht erst, weil ein Staat ihm dies anerkennt. Auch das Recht der persönlichen Freiheit, insbesondere sich frei zu bewegen und sich zu entwickeln (sprich: beispielsweise ausser haus zu gehen), hat ein Mensch, seit es Menschen auf der Erde gibt. Es wurde ihm genommen, indem beispielsweise die Frauen im Islam als Gefangene gehalten werden.

Du siehst: Es gibt kulturelle Entwicklungen, die menschenfeindlich sind. Die Anerkennung von Menschenrechten ist eine Rückbesinnung auf Freiheiten, die dem Menschen einmal wegen seiner Natur wie selbstverständlich zugestanden hatten. Mit der Anerkennung von Menschenrechten verbindet sich mit anderen Worten ein tiefer Respekt vor jedem Menschlichen.

Mehr möchte ich dazu nicht sagen, ausser dass ich die menschenfeindliche Haltung im Islam, die sich insbesondere auch gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen äussert und unter anderem als Diskriminierung der Hälfte der Menschheit zu Tage tritt, als gesellschaftlich relevantes System vehement verurteile, ja zutiefst verabscheue. So etwas ist in meinen Augen areligiös. Es ist eine Blasphemie, sich bei der Diskriminierung von Menschen auf ein angeblich göttliches Gesetz zu berufen, denn wenn dies Gott gewollt hätte, hätte er den Menschen nicht mit all seinen Fähigkeiten ausgestattet, sondern hätte dessen Fähigkeiten von sich aus beschnitten.

Das Thema bezüglich Stellung der Frau und deren Pflichten in der Gesellschaft möchte ich in einem andern Thread ausdiskutieren, wenn's nicht unbedingt hier sein muss.

GIL
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 13:44:28    Titel:

Hi GIL

Zitat:
Das Thema bezüglich Stellung der Frau und deren Pflichten in der Gesellschaft möchte ich in einem andern Thread ausdiskutieren, wenn's nicht unbedingt hier sein muss.


Was planst du? Oder gibt es dieses Kapitel schon?

Gruß Dornbusch
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 16:17:59    Titel:

dornbusch hat folgendes geschrieben:
Hi GIL

Zitat:
Das Thema bezüglich Stellung der Frau und deren Pflichten in der Gesellschaft möchte ich in einem andern Thread ausdiskutieren, wenn's nicht unbedingt hier sein muss.


Was planst du? Oder gibt es dieses Kapitel schon?


Von mir ist noch nichts geplant, sondern ich warte ab, ob's jemand anderer tut. An der Diskussion würde ich mich jedenfalls beteiligen - garantiert! Wenn ich über Emanzipation zu sprechen beginne, mutiere ich zur Frau *LACH*.

GIL
yesterday
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Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 17:39:47    Titel:

Was soll der ganze Schmarrn mit dem Emanzipationsgehabe...
als vor 150 Jahren sich die Männer noch gegenseitig auf den Schlachfeldern dieser Welt umbrachten,
dachte keine einzige Frau an Emanzipation und so Gleichberechtigungskram...
geht euch ein Licht auf???

die hatten einfach keine Lust dazu...
außerdem was ist das für ne Gleichberechtigung wenn sich jetzt plötzlich die Männer wegen der Gleichberechtigung der Frau

die Köpfe einschlagen...

Lasst doch die Frauen gefälligst selber machen Very Happy
Kai-369
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 17:52:38    Titel:

ich stimme yesterday zu, denn wenn man gleichberechtigung will scheitert die emanzipation an einer Stelle. Sie möchte immer mehr Gleichberechtigung bis schließlich wieder keine Gleichberechtigung gilt.
Die Emanzipation kann unmöglich Eigenständigkeit, bzw die Unanbhängigkeit der Frau mit der Gleichberechtigung vereinen. Dafür ist zu sehr auf intuitive Unabhängigkeit fokussiert.
Das Streben nach Aufbruch wird erst dann gefährlich, wenn man der steigenden Macht keine Grenze vorweist. Wenn sie wirklich Gleichberechtigung wollten, hätten sie sie bereits erreicht.
Sie wollten hingegen die Rache der Unterdrückung und die Macht über uns, weil sie zweckmäßig ihren eigenen Intuitionen unterlagen und es weiter tuen werden. Ihr Verhalten gleicht ironischerweise periodisch einer Sinuskurve.
Das Problem ist, dass sie bereits überschritten wurde und somit haben sie sich in der Bewegung selbst weit verfehlt, doch das darf man ihnen nicht nachtragen, da man Verständnis haben sollte.
Versteht mich nicht falsch, aber ich bin für Gleichberechtigung doch das Streben in der Emanzipation hat die Gleichberechtigung ein wenig verfehlt.
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Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
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BeitragVerfasst am: 13 Jan 2009 - 18:32:06    Titel:

Sorry Yesterday und Kai

Könntet Ihr Euch an das Thema des Thread halten und erklären, warum beispielsweise Muslime ihren Frauen das Haus zu verlassen verbieten dürfen sollten.

GIL
Kai-369
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
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BeitragVerfasst am: 14 Jan 2009 - 00:05:23    Titel:

Wieso? Das gehört doch zum Thema des Islams, da der Ausbruch der Emanzipation aufgrund der Unterdrückung der Frau stattfand.
Es ist die Unterdrückung die Verbindung zum Thema herstellt.
Mehr als sachliche Bemerkungen darf ich nicht machen. Bzw darf sie denken.
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derbaum
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Anmeldungsdatum: 18.12.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 14 Jan 2009 - 22:14:14    Titel:

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Sorry Yesterday und Kai

Könntet Ihr Euch an das Thema des Thread halten und erklären, warum beispielsweise Muslime ihren Frauen das Haus zu verlassen verbieten dürfen sollten.

GIL


Und wieder eine falsche Interpretation der Islamisten, die es nur zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Smile Frauen und Männer haben im Islam gleiche Rechte. Es ist nur leider so, dass der großteil der Muslimischen Länder einfach nur "Asi" sind und den Koran nur aussnutzen. Das darfst du so nicht verallgemeinern lieber Gott ist Liebe.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 14 Jan 2009 - 23:26:23    Titel:

Ich hätte mal eine Frage an Muslime Smile :
Undzwar würde ich mir gerne eine Moschee anschauen (ich habe zwar schonmal in Istanbul gelebt und war dort auch in Moscheen, aber leider viel zu jung Wink ). Klar, hier in Berlin gibt es Führungen in der Sehitlik Camii, aber ich wollte mal interessenhalber wissen, ob man dort auch "einfach so" rein darf wie in Kirchen.

Dankeschön! Smile
derbaum
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Anmeldungsdatum: 18.12.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 14 Jan 2009 - 23:34:16    Titel:

Ich denke schon, dass es möglich ist, einfach so in die Mosche zu gehen.
Bei uns bieten die Moschen z.B. an, Klassenweise eine Besichtigung mit dem Haci zu machen. Am besten immer nachfragen, sie werden dir schon nicht den Kopf zerbrechen Wink
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 14 Jan 2009 - 23:34:34    Titel:

Sorry derbaum, was Du hier sagst ist ein Quatsch.

derbaum hat folgendes geschrieben:
Frauen und Männer haben im Islam gleiche Rechte. Es ist nur leider so, dass der großteil der Muslimischen Länder einfach nur "Asi" sind und den Koran nur aussnutzen.


Wer mich korrigieren will, sollte sich vorher gehörig über das Thema einlesen, z.B. hier:

Islamisches Recht in der Schweiz wäre verheerend

Ein Auszug daraus:
Ein solcher Schritt wäre fatal: Während das schweizerische Gesetz eine Frau als eine mündige Person betrachtet, die in der Lage ist, ihren Partner frei zu wählen, behandelt das islamische Gesetz, so wie es von den meisten Rechtsschulen interpretiert wird, sie als Unmündige, die ohne die Zustimmung ihres männlichen Vormunds keine Ehe eingehen kann.

oder das hier:
Frauen unter der Scharia

Da Du meinst, der Koran werde nur falsch interpretiert, kannst Du das hier lesen:
Aussagen des Koran über Frauen

Das nur ein paar von unzählig vielen Beispielen.

GIL
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 11:33:39    Titel:

derbaum hat folgendes geschrieben:
Frauen und Männer haben im Islam gleiche Rechte. Es ist nur leider so, dass der großteil der Muslimischen Länder einfach nur "Asi" sind und den Koran nur aussnutzen.


Aber ist es nicht so, dass Männer laut Religion 4 Frauen haben dürfen, aber nicht umgekehrt?

Danke für den Tipp mit der Moschee, irgendwann werd ich schon noch dazu kommen. Nur wenn mir die zuständigen Personen auf Anfrage mitteilen, ich könne mich gerne einer Führung anschließen (meine Email wurde in 3 Worten beantwortet) und keine weitern Auskünfte dazu geben, ist mir das Ganze doch etwas zu unsicher. Schließlich gehöre ich ja nicht zu der Gruppe, außerdem weiß ich nicht, wann usw.
Henrique87
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Anmeldungsdatum: 11.04.2008
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 14:11:30    Titel:

Zitat:
Aber ist es nicht so, dass Männer laut Religion 4 Frauen haben dürfen, aber nicht umgekehrt?


Im Islam ist alles nur eine Frage der richtigen Interpretation.

Der Mann darf neben seiner ersten Frau, noch drei weitere Frauen haben. Genauso darf auch die Frau neben ihrem Mann noch drei weitere Frauen haben.

DAS nennt man Gleichberechtigung...
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Marina85
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 14:35:05    Titel:

Hmm, naja, Gleichberechtigung wäre es meiner Ansicht nach, wenn auch die Frau neben ihrem ersten Mann noch drei weitere Männer haben dürfte Wink . Oder geht es etwa nicht um die partnerschaftliche Ebene und die 3 Frauen des Mannes sind einfach nur "gute platonische Freundinnen"?
godaime
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 372

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 15:51:43    Titel:

Naja ein Mann kann 4 Frauen schwängern, aber 4 Männer können nicht die selbe Frau schwängern(ich hoffe du weißt wie ich das meine).
Das war damals sein sehr guter Weg die Religion wachsen zu lassen .
Zitat:
Oder geht es etwa nicht um die partnerschaftliche Ebene und die 3 Frauen des Mannes sind einfach nur "gute platonische Freundinnen"?


Nein. Also auf den ersten Blick mag es für manchen Mann verlockend klingen 4 Frauen zu haben, aber er muss alle gleichbehandeln und darf keine der anderen vorziehen. Deswegen ist das ganze auch entsprechend schwierig durchzuführen da man, sofern eine ungleiche Behandlung vorliegt, eben sündigt.
Ich verleugne aber nicht, dass es durchaus auch Männer gibt die sich andere Frauen "zulegen" nur für den Geschlechtsakt und unter ihnen auf-/abwerten.
Dabei berufen sie sich dann auf dem Islam und machen das ganze legitim. Nachweisen kann ein Mensch das schwer, wenn überhaupt. Gesündigt hat er aber vor Gott dennoch.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 3344

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 16:09:53    Titel:

Tatsächlich ist die Vielehe im Islam auch heute noch keine Seltenheit, wenngleich nicht wirklich praktikabel für den Großteil der Muslime. Dies nicht allein daher, da die Anzahl der potentiellen Ehepartnerinnen endlich ist und mir kein großartiges Geschlechterungleichgewicht zugunsten von Frauen im heiratsfähigen Alter (was im Islam bekannt ein diskussionswürdiger Begriff ist) in irgendeinem islamischen Land bekannt. Davon abgesehen sind die Regeln im Koran durchaus recht streng, theoretisch muss für jede Frau ein eigenständiger Haushalt und ein eigener Unterhalt abgestellt werden. Das ist finanziell nicht drin. Einige Muslime berufen sich gar auf den Koran, wenn sie die Vielehe ablehnen: Weil der Mann seinen Frau zwar gleich behandeln soll, dies aber gemäß anderer Stelle gar nicht kann. Interpretationssache, nicht direkt ein Widerspruch im klassischen Sinne.

Ich würde vermuten, dass die Vielehe mit steigender Bildungs- und Erwerbsbeteilung der Musliminnen - so dies denn in den entsprechenden Ländern passiert - immer weiter auf dem Rückmarsch sein wird. Dass die Vielehe nur Männern offensteht mag soziobiologisch sogar irgendeinen kruden Sinn machen, von Gleichheit oder Gleichberechtigung spricht es aber natürlich nicht.
Gott ist Liebe
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 16:32:17    Titel:

godaime hat folgendes geschrieben:
Naja ein Mann kann 4 Frauen schwängern, aber 4 Männer können nicht die selbe Frau schwängern(ich hoffe du weißt wie ich das meine).


Klar. So in der Art von:
You cannot get a baby in one month by pregnanting nine women. Laughing

GIL
Gott ist Liebe
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 16:43:58    Titel: Gewissensprüfung

"Ein grundlegendes Problem arabisch-islamischer Gesellschaften ist die fehlende Tradition der Gewissensprüfung."
Dies sagt ein palästinensischer Lyriker im NZZ-Feuilleton der gestrigen Ausgabe.

Zustimmung?
Schlüsse?

Noch etwas: Lamasshu meint, hier handle es sich um ein religiöses Thema und schloss den Thread (die Threads über Sinn des Lebens, Leben nach dem Tod, Gott, christliche Arbeitsethik etc. laufen munter weiter).

Zustimmung zu Lamasshus Meinung?
Ist das Gewissen wirklich zwingend rein spirituell/religiöser Natur?
Von welcher Gewissensprüfung spricht der palästinensische Lyriker, wenn er vom "Mechanismus der Selbstkorrektur" bei gesellschaftsrelevanten Vorgängen spricht?
Wäre dieses Posting im andern Sammelthread deplatziert gewesen, sprich: Ist die Gewissensprüfung überreligiöser Natur?

GIL
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 17:05:35    Titel:

godaime hat folgendes geschrieben:
Naja ein Mann kann 4 Frauen schwängern, aber 4 Männer können nicht die selbe Frau schwängern(ich hoffe du weißt wie ich das meine).


Achso, das ist der Hintergrund, interessant! Es geht also sinngemäß nicht um die "Lust", sondern um die "Fortpflanzung"? Ich stelle die Fragen nur aus Interesse, weil ich mich sehr für den Islam interessiere, mir aber einige Hintergründe noch nicht so bekannt sind (hab mein Buch noch nicht zu Ende gelesen und im Moment wenig Zeit Wink ).

Dennoch widerstrebt es meinem Gerechtigkeitsempfinden, wenn der Mann sich mit vier Frauen "vergnügen" darf, die Frau aber nur mit einem Mann. Außerdem widerstrebt das meinem Verständis von Beziehungen (Treue und Liebe zu EINER Frau).
Marina85
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 17:09:31    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:

Ich würde vermuten, dass die Vielehe mit steigender Bildungs- und Erwerbsbeteilung der Musliminnen - so dies denn in den entsprechenden Ländern passiert - immer weiter auf dem Rückmarsch sein wird.


Ja, mir wurde auch von einem bekannten Türken erklärt, dass die Vielehe hauptsächlich dort vorkommt, wo Frauen nicht arbeiten oder verwitwed sind.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 3344

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 17:32:26    Titel: Re: Gewissensprüfung

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Zustimmung zu Lamasshus Meinung?
Ist das Gewissen wirklich zwingend rein spirituell/religiöser Natur?


Gewissen ist selbstverständlich nicht rein religiöser Natur, das wäre schrecklich anzunehmen. Aufgrund der Überschrift ordnete ich die Thematik allein in den Islam ein. Falls dies nicht so ist und der Islam nicht alleinig bei dem Beitrag im Vordergrund steht, können wir das eventuell wie ursprünglich von dir geplant in einen eigenen Thread setzen. Wie sieht es das Plenum, ich lasse mich da gerne überstimmen?

Übrigens ist es falsch, dass religiöse Thematiken nichts außerhalb des Sammelsthreads zu suchen haben. Aber das schrieb ich auch. Es geht gezielt um christliche bzw. muslimische Fragestellungen, unter denen sich "Sinn des Lebens", "Gott" usw. nicht einzig subsummieren lassen und die Entwickelt der Threads auch keine großen theologischen Bezüge haben. Der von mir selbst eröffnete Thread über die protestantische Arbeitsethik ist fürwahr etwas schwierig, muss ich eingestehen. Übrigens sind noch andere Threads am Laufen, die klare christliche/muslimische Züge aufweisen. Viele davon wurden aber schon vor der Regelung angelegt.

Ich bedaure die Unschärfe dieser Regelung, aber es gibt hier eben kein eigenständiges Religionsforum.
yesterday
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Anmeldungsdatum: 09.01.2009
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 17:53:31    Titel:

..zur Gleichberechtigung fallen mir schon noch auch ein paar Sachen ein...aber hayat hatte mir z.B. ne Antwort versprochen...die hat hier überhaupt keinen Platz... Rolling Eyes Confused
teilt halt doch noch mal..oder?
Abdallah
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 19:59:52    Titel:

Hallo Marina,

nur mal als kleine Ergänzung zu dem, was Godaime bereits zutreffend über die Mehrehe im Islam geschrieben hat:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
godaime hat folgendes geschrieben:
Naja ein Mann kann 4 Frauen schwängern, aber 4 Männer können nicht die selbe Frau schwängern(ich hoffe du weißt wie ich das meine).

Achso, das ist der Hintergrund, interessant! Es geht also sinngemäß nicht um die "Lust", sondern um die "Fortpflanzung"?


Zunächst einmal ist es auch vielleicht ganz interessant zu wissen, dass die Mehrehe nicht erst mit dem Koran kam, sondern auch schon in der Bibel zu finden ist; so hatten u. a. auch die Propheten Abraham, David und natürlich Salomon mehrere Frauen. Die Wurzeln der Mehrehe im Islam liegen also bereits in der Bibel und auch Jesus (saw) hat sie nie für ungültig erklärt.

Wenn wir uns auch mal den direkten historischen Kontext zu dieser Thematik ein wenig genauer anschauen, stellen wir fest, dass es vor 1400 Jahren in Arabien nur so von (Stammes-)Kriegen wimmelte und sie wurden, bevor der Islam kam und Brüderlichkeit und Moral lehrte und in den Herzen ausweitete, aus den primitivsten Gründen geführt, womit sich natürlich auch ein "Männermangel" nachzog. Nun hatte es eine Frau vorallem mit (aber auch ohne) Kinder sehr schwer, sich in dieser vor-islamischen Zeit, wo die Frau keinerlei Rechte besaß und neugeborene Mädchen nicht selten aufgrund ihrer "Nutzlosigkeit" (so wie es die Araber damals die Araber in dieser Zeit interpretierten [=ein Sohn galt quasi als der "Stolz" des Vaters]) im Sand begraben wurden (mit dem Islam wurde das natürlich abgeschafft und zählt [neben der Beigesellung anderer Götter] zu der größten Sünde, es ist nämlich Mord) durchsetzen zu können. Es blieben einer Frau nicht viele bis garkeine Möglichkeiten sich ihren Lebensunterhalt eigenständig, ohne dass sie ihren Körper verkaufen musste (sprich, Prostitution) zu verdienen. Da die Prostitution nun aber im Islam (sowie auch im Juden- und Christentum) verboten ist, galt die Mehrehe als legitimer Ausweg. Natürlich gibt es aber auch wie bereits schon erwähnt Bedingungen.
Im Koran sagt Gott daher singemäß, dass, "wenn ein Mann mehrere Frauen nicht gerecht behandeln kann, er nur eine heiraten sollte". Auch der Prophet Mohammed (saw) sagte dazu noch ergänzend: "Derjenige, der zwei Frauen hat, und nicht gerecht zu ihnen ist, wird am Jüngsten Tag mit nur einer Hälfte auferstehen." Gerecht bedeutet hier sicherlich auch, dass ein Mann keine weitere Frau rein aus seinem "Vergnügen" heiraten sollte, sondern nur um einer (verwitweten oder geschiedenen, schwerkranken oder behinderten) Frau aus einer Notlage heraus helfen zu können.

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Dennoch widerstrebt es meinem Gerechtigkeitsempfinden, wenn der Mann sich mit vier Frauen "vergnügen" darf, die Frau aber nur mit einem Mann. Außerdem widerstrebt das meinem Verständis von Beziehungen (Treue und Liebe zu EINER Frau).


Natürlich gilt auch im Islam als Ideal einen Partner zu haben, dem man(n) (dann aber eher der Partnerinn Smile) Treue und Liebe zuweisen sollte. Ich persönlich würde hieraus aber ableiten, dass unter den gegebenen Bedingungen, die Gewährleistung des Lebensunterhaltes und der Schutz einer Frau vor Prostitution wichtigere (oder zumindest gleichberechtigte) Elemente im Islam in einer Gesellschaft darstellen, als eine "100%ige Zuneigung" zu einem Partner. Wenn ich mich mal so in die Lage eines glücklich verheirateten Mannes versetze, der seine Frau wirklich sehr liebt und sie auch niemals teilen würde. Dann würde es mir unheimlich schwer fallen, weitere Frauen zu heiraten, denn ich könnte ihr keine volle Aufmerksamkeit mehr schenken und das wäre auch sicherlich nachteilig für unsere Beziehung. Wenn man nun aber anderen Frauen damit aus einer kritischen Situation heraushelfen könnte, in dem man sie heiratet und für sie sorgt... Dann ist das wahrlich keine leichte Entscheidung. Beziehung aufrecht erhalten oder einer anderen Frau wohlmöglich das Leben retten? Diese Frage wurde aber in der islamischen Welt im Laufe der Zeit immer bedeutungsloser, da sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten ein gewaltiger Fortschritt (sowohl im wirtschaftlichen, als auch im technologischen und anderen Bereichen) vollzog, bis hin zu einer islamischen Weltmacht, deren Staat irgendwann mal in der Lage war, den Frauen zunehmend "Unabhängigkeit" zu ermöglichen, in dem ihnen mehr Leistungen zusprachen. So forderten schon vor 1400 Jahren muslimische Frauen vom zweiten Kalifen Umar (ra) mehr Geld für ihren Lebensunterhalt und er gewährte es ihnen auch. Man erzählt sich in der islamischen Welt vergnügt weiter, dass schon Umar (ra) das Sozialgeld einführte. In unserer heutigen Zeit ist diese Frage zum Glück auch nicht mehr essentiell, besonders in Deutschland nicht, da auch hier der Staat bei Not der Frau zur Seite steht. Als beste Lösung würde ich es natürlich eher bevorzugen, weiterhin mit nur EINER Frau verheiratet zu sein, aber z. B. einer oder mehreren anderen Frauen mit Geld ect. soweit es geht zu unterstützen.

Um aber nochmal auf das Thema "Gleichbehandlung" der Frauen mit denen ein Mann verheiratet ist zurückzukommen: Der große Gelehrte Ibn Kathir sagte dazu, "dass die Anforderung, seine Frauen gerecht zu behandeln, keine große Sache ist, denn sie gerecht zu behandeln ist nicht gleichbedeutend damit, sie gleich zu behandeln. Es ist nicht zwingend, sie gleich zu behandeln, es ist eher eine Empfehlung. Wenn jemand so handelt, so ist das gut für ihn, wenn nicht, dann wird ihm dies niemand ankreiden." Zu der Angelegenheit, warum es andersrum im Islam nicht möglich ist, dass eine Frau mehrere Männer heiraten darf, so hat es Godaime ja schon richtig gesagt, es geht u. a. auch um die Fortpflanzung, bei mehreren Männer entsteht natürlich der Konflikt, wem gehört das Kind im Bauch der Frau? Allerdings denke ich auch, dass es weniger der Natur einer Frau, als der Natur eines Mannes entspricht, in eine Mehrehe einzugehen. Ein Mann sieht sich von Natur aus (mehr oder weniger; abhängig von seiner Persönlichkeit und abhängig von seiner Kultur, der Erziehung o. ä. anderen Faktoren) dominanter in einer Beziehung als seine Partnerin, praktisch als ihr "Beschützer". Ich denke mal das wird auch auf die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland zutreffend sein - so wie überall auf der Welt. Ein Mann übernimmt i.d.R gerne die Rolle des Beschützers und ich bin zwar kein Psychologe, aber ich denke, dass auch eine Frau i.d.R gerne die Rolle der "zu beschützenden" annimmt und dies durch Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit ect. ausdrückt. Wenn nun mehrere Männer gleichzeitig den "Beschützer" einer Frau spielen wollen... ich weiß nicht ob das gut geht, ich denke eher nicht. Smile Das würde in den meisten Fällen wohl ziemlich eskalieren und ich denke da auch an mehr als einen Zickenkrieg...

Nun ja, Muslime glauben sowieso dass hinter jedem Gebot und Verbot im Islam eine Weisheit steckt. Wir sollen sie ergründen und erkennen.

Letzendlich zeugt es aber auch von gewaltiger Charakterstärke - sowohl von seitens des Mannes als auch von der Ehefrau des Mannes - sich für eine Mehrehe zu entscheiden bzw. mit ihr umgehen zu können. Das ist wohl nicht jedermanns Sache. Der Glaube daran, sich nochmal im Paradies für ewig zu treffen und gemeinsam darin die unvorstellbaren Gaben des einen Gottes zu genießen, könnte aber auch eine Stütze für den einen oder anderen Gläubigen bzw. für die eine oder andere Gläubige sein - jenachdem wie hoch der individuelle Glaube bzw. die Verinnerlichung daran ist.

Viele Grüße,
Abdallah
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 20:53:02    Titel:

Abdallah hat folgendes geschrieben:
Wenn wir uns auch mal den direkten historischen Kontext zu dieser Thematik ein wenig genauer anschauen, stellen wir fest, dass es vor 1400 Jahren in Arabien nur so von (Stammes-)Kriegen wimmelte und sie wurden, bevor der Islam kam und Brüderlichkeit und Moral lehrte und in den Herzen ausweitete, aus den primitivsten Gründen geführt, womit sich natürlich auch ein "Männermangel" nachzog. Nun hatte es eine Frau vorallem mit (aber auch ohne) Kinder sehr schwer, sich in dieser vor-islamischen Zeit, wo die Frau keinerlei Rechte besaß und neugeborene Mädchen nicht selten aufgrund ihrer "Nutzlosigkeit" (so wie es die Araber damals in der vor-islamischen interpretierten [=ein Sohn galt quasi als der "Stolz" des Vaters]) im Sand begraben wurden (mit dem Islam wurde das natürlich abgeschafft und zählt [neben der Beigesellung anderer Götter] zu der größten Sünde, es ist nämlich Mord) durchsetzen zu können. Es blieben einer Frau nicht viele bis garkeine Möglichkeiten sich ihren Lebensunterhalt eigenständig, ohne dass sie ihren Körper verkaufen musste (sprich, Prostitution) zu verdienen. Da die Prostitution nun aber im Islam (sowie auch im Juden- und Christentum) verboten ist, galt die Mehrehe als legitimer Ausweg. Natürlich gibt es aber auch wie bereits schon erwähnt Bedingungen.


Also im unmoralischen vorislamischen Arabien gab es ein Männermangel, weil sie sich die ganze Zeit die Köpfe eingeschlagen haben.. und das obwohl sie die ganzen Mädchen umgebracht haben, habe ich das richtig verstanden? Und weil es so wenig Männer gab, waren die Mädchen zur Prostituition gezwungen?

Und weil der Islam die Mädchen "geschützt" hat und weil der Islam so friedlich ist, und nicht durch Kriege verbreitet worden ist, gab es trotzdem ein großer Männermangel, so dass die Mehrehe weiterhin "notwendig" war, und ausserdem ist die Mehrehe doch so viel moralischer, als wenn man nur eine Frau hat?

Wenn im Judentum und Christentum auch schon Prostituition verboten waren und es Mehrehen auch im Judentum, aber nicht im Christentum (haben die etwa ihre "überschüssigen" Mädchen in irgendwelchen obskuren Riten aufgegessen? Wink ) gab, wo liegt jetzt der spezielle moralische Gewinn des Islams gegenüber den anderen, noch älteren Religionen? Oder gilt die moralische Überlegenheit nur den primitiven Arabern gegenüber?
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BeitragVerfasst am: 15 Jan 2009 - 22:03:14    Titel:

Henrique87 hat folgendes geschrieben:

Also im unmoralischen vorislamischen Arabien gab es ein Männermangel, weil sie sich die ganze Zeit die Köpfe eingeschlagen haben.. und das obwohl sie die ganzen Mädchen umgebracht haben, habe ich das richtig verstanden?


Ich schrieb ja nicht, dass die ganzen Mädchen umgebracht worden sind, sondern einige. Genauer gesagt schrieb ich "nicht selten wurden in dieser Zeit neugeborene Mädchen begraben..."
Und dies wurde immer dann getan, um den durch den vielen Kriegen herbeigeführten Männermangel "auszugleichen". Sonst wäre es ja auch ein Widerspruch, wenn ständig "die ganzen" Mädchen umgebracht werden und es dennoch einen Männermangel gäbe.

Zitat:
Und weil es so wenig Männer gab, waren die Mädchen zur Prostituition gezwungen?


Vorallem die Frauen, aber sicherlich auch jüngere Mädchen.

Zitat:
Und weil der Islam die Mädchen "geschützt" hat und weil der Islam so friedlich ist, und nicht durch Kriege verbreitet worden ist, gab es trotzdem ein großer Männermangel, so dass die Mehrehe weiterhin "notwendig" war, und ausserdem ist die Mehrehe doch so viel moralischer, als wenn man nur eine Frau hat?


Es gab kein großer Männermangel, sondern einen großen Männermangel. Wink Nur mal um deiner Rhetorik ein wenig entgegenzuwirken, nicht allzu ernst nehmen, sonst übersehe ich gerne Rechtschreibfehler und mache auch gerne selber mal welche.. Wink
Ansonsten schrieb ich ja, dass die Mehrehe mit der Zeit immer bedeutungsloser wurde, weil der islamische Staat irgendwann mal sogar "Kindergeld" einführte: um so mehr Kinder eine Frau hat, um so mehr Geld bekommt sie natürlich, für die Versorgung ihrer Kinder. Und dadurch wurde eine Frau dann nicht mehr so abhängig von einem Mann, wie noch Jahrzehnte zuvor.

Henrique87 hat folgendes geschrieben:
Wenn im Judentum und Christentum auch schon Prostituition verboten waren und es Mehrehen auch im Judentum, aber nicht im Christentum (haben die etwa ihre "überschüssigen" Mädchen in irgendwelchen obskuren Riten aufgegessen? Wink ) gab, wo liegt jetzt der spezielle moralische Gewinn des Islams gegenüber den anderen, noch älteren Religionen? Oder gilt die moralische Überlegenheit nur den primitiven Arabern gegenüber?


Das frühe "Judentum" und das frühe "Christentum" - unverändert in ihrer Form, so wie die Propheten sie übermittelten - sind ja im islamischen Sinne der Islam. Muslime glauben an die unveränderte Thora und das Evangelium als Wort Gottes. Der Koran beinhaltet die Vollendung aller Bücher die je zu Propheten gesandt worden sind. Und im Koran steht:

Und es gibt kein Volk, in dem es nicht einmal schon Warner gegeben hätte. (35:24)

Der Islam umfasst also auch noch mehr als Thora, Evangelium und Koran:

Sprich: "Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael und Isaak und Jakob und dessen Nachkommen herabgesandt worden war, und was Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben.

Von daher benötigt der Islam auch keinen moralischen Gewinn gegenüber sich selbst.
Ansonsten glaube ich, dass auch außerhalb der Arabischen Halbinsel Kriege stattgefunden haben und es natürlich auch woanders weniger Männer als Frauen gab. Und wie in anderen Völkern mit Mädchen und Frauen verfahren wurde, die "zu viel" waren (was sie nach islamischen Sinne nicht sind und nicht sein dürfen) kann ich dir nicht sagen, damit habe ich mich noch nicht sonderlich befasst, du müsstest also selbst recherchieren.
Mich würde das aber auch sehr interessieren.

Viele Grüße,
Abdallah
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 18:40:11    Titel:

Also ich find die Erklärungen ziemlich gut, von Abdallah...
klar waren das ja auch ganz andere Zeiten..
das ist einfach Unsinn immer nur von unserem Standpunkt aus zu urteilen.

Und das mit den vier Frauen ist auf jeden Fall der Fortschritt damals gewesen um Klarheit und Recht einzuführen...

Gibt es nicht auch im Alten Testament eine Regelung, dass der Bruder eines Mannes die Frau zu sich nimmt, wenn ihr Mann gestorben ist...?

Nur in einem Punkt stimm ich dir lieber Abdallah nicht zu, Jesus verweist auf Gottes Willen...dass Mann und Frau ein Fleisch sein werden....wenn sie Gott ganz gehorchen.
Grüße
Marina85
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 18:54:04    Titel:

Eine Frage... Wo sind meine Beiträge hin?!
Henrique87
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 19:05:08    Titel:

Abdallah hat folgendes geschrieben:

Ich schrieb ja nicht, dass die ganzen Mädchen umgebracht worden sind, sondern einige. Genauer gesagt schrieb ich "nicht selten wurden in dieser Zeit neugeborene Mädchen begraben..."
Und dies wurde immer dann getan, um den durch die vielen Kriegen herbeigeführten Männermangel "auszugleichen". Sonst wäre es ja auch ein Widerspruch, wenn ständig "die ganzen" Mädchen umgebracht werden und es dennoch einen Männermangel gäbe.


"nicht selten" heisst aber mehr als nur einige. Hast du da irgendwelche Zahlen? Und hast du auch irgendwelche Quellen dafür, dass es wegen des Männermangels gemacht worden ist, und nicht etwa nur, weil sie Mädchen als weniger Wert als Jungs erachtet haben?

Zitat:

Vor_allem die Frauen, aber sicherlich auch jüngere Mädchen.


Wo die Grenzen zwischen Mädchen und Frauen beim Islam ist, ist ja auch ziemlich umstritten. Da wird ganz schnell mal ein 9-jähriges Mädchen zur heiratsfähigen Frau deklariert..

Zitat:
Es gab kein großer Männermangel, sondern einen großen Männermangel. Wink Nur mal um deiner Rhetorik ein wenig entgegenzuwirken, nicht allzu ernst nehmen, sonst übersehe ich gerne Rechtschreibfehler und mache auch gerne selber mal welche.. Wink


Kannst es ruhig machen, mich stört es nicht. Ich weiss ja, dass ich mit Dativ und Akkusativ so meine Probleme habe..

Zitat:
Ansonsten schrieb ich ja, dass die Mehrehe mit der Zeit immer bedeutungsloser wurde, weil der islamische Staat irgendwann mal sogar "Kindergeld" einführte: je mehr Kinder eine Frau hat, um so mehr Geld bekommt sie natürlich für die Versorgung ihrer Kinder. Und dadurch wurde eine Frau dann nicht mehr so abhängig von einem Mann, wie noch Jahrzehnte zuvor.


Komisch. Und ich dachte der Koran hat den Frauen schon damals doch sogar mehr Rechte eingeräumt, als eine Frau in der heutigen westlichen Zivilisation hat.. Ausserdem dachte ich, dass die Lehren des Korans unveränderlich sind. Naja, so kann man sich irren.

Zitat:
Sprich: "Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael und Isaak und Jakob und dessen Nachkommen herabgesandt worden war, und was Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben.


Was genau sind die Lehren, die der Islam von Jesus übernommen hat? Die Nächsten- und Feindesliebe kann es ja nicht sein.

Zitat:
Von daher benötigt der Islam auch keinen moralischen Gewinn gegenüber sich selbst.


Hmm, wie erklärst du dir dann den Hass der Muslime auf die Juden und Christen, der auch schon im Koran zu sehen ist?

Zitat:
bevor der Islam kam und Brüderlichkeit und Moral lehrte


Also bezieht sich dieser moralischer Gewinn nur auf die Araber?
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 19:10:18    Titel:

Na gut, kurz zusammengefasst:

Abdallah, ich hatte mich herzlich für deine ausfühliche und lehrreiche Information bedankt! Smile Mir ist jetzt einiges besser nachvollziehbar!
Insbesondere nachvollziehbar sind für mich die Argumente, dass der Mann den Frauen helfen möchte und dass der Mann wohl seit jeher die Beschützerrolle innehat. Aber ich befürchte, dass dies teilweise in der Welt falsch interpretiert und demzufolge ausgenutzt wird/wurde.
By the way: Wie weit sind islamische Mehrehen heutzutage in den einzelnen Staaten bzw. in der Welt noch verbreitet?

Allerdings habe ich kritisiert, dass ich es nicht gut fände, wenn der Mann alleine entscheiden würde, ob er sich für eine Mehrehe entscheidet, da es einen Menschen (in diesem Falle die Frau) doch sehr verletzt, den Partner zu teilen, wenn man ihn liebt (Eifersucht etc.). Auch widerstrebt das aus dem gleichen Grund nach wie vor meinem Verständnis von Beziehungen.
Im Übrigen denke ich, dass der Islam durchaus Angriffsfläche für Fehlinterpretationen bietet, daher auch die vielen Vorurteile ("Ihr seid alle radikaler", "eure Feste sind Zwangsfeste" usw.), die wohl auch etwas damit zu tun haben, dass der Islam strenger gelebt wird als das Christentum, da der Begriff ja auch "Unterwerfung" bedeutet.

Weiterhin habe ich noch einige offene Fragen bzgl. Mohammed: Er soll ein "Krieger" gewesen sein, im Gegensatz zu Jesus. Problematisch wäre dann seine Vorbildfunktion. Aber über ihn werde ich mich noch einlesen Smile .

Des Weiteren habe ich angemerkt, dass - nach Rücksprache mit einer Freundin, die kath. Theologie studiert - es nicht stimmt, dass Abraham, David und Salomon Propheten sind: Abraham war der Stammesvater des Volkes Israel, David der König Israels und Salomon dessen Nachfolger. Im AT sind teilweise die Übersetzungen falsch. Im Übrigen soll die Mehrehe im AT noch andere Bedeutungen haben (folgt Wink ).

Edit: Zu den Vorurteilen auch nochmal eine kleine Ergänzung; es ist ja nicht so, dass nur Christen bzw. solche, die sich als solche bezeichnen, dies aber überhaupt nicht sind *kopfschüttel* - ich sage nur Gebot der Nächstenliebe, Vorurteile haben. Ich kenne sogar Türken (vorwiegend ja sunnitisch-orthodox), die Vorurteile gegen Schiiten haben bzw. diese "merkwürdig" finden, weil sie an Ali glauben, obwohl Ali selbst Mohammend verehrt hat usw.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 16 Jan 2009 - 19:58:44, insgesamt 2-mal bearbeitet
yesterday
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 19:31:09    Titel:

Mich würde interessieren wer von euch als Nicht-Muslim schon mal in den Koran reingeschaut hat...

ich hab doch den Eindruck ihr polemisiert nur aus der Luft raus...
bitte mal kongret werden

Henrique?

z.B. ist auch in den Evangelien Ablehnung und zwar massiv gegen Judentum zu finden...

wer zuletzt kommt mahlt zuletzt

Henrique?!
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 19:38:22    Titel:

yesterday hat folgendes geschrieben:
Mich würde interessieren wer von euch als Nicht-Muslim schon mal in den Koran reingeschaut hat...

ich hab doch den Eindruck ihr polemisiert nur aus der Luft raus...
bitte mal kongret werden

Henrique?


Lies mal die letzten 20 oder 30 Seiten hier durch. Ich habe eigentlich immer aus dem Koran zitiert.

Wie wäre es, wenn du mal eine Antwort auf die Frage gibst, wieso das "Wort Gottes" nicht wörtlich ausgelegt werden darf?

Zitat:
z.B. ist auch in den Evangelien Ablehnung und zwar massiv gegen Judentum zu finden...

wer zuletzt kommt mahlt zuletzt


Nur weil die einen etwas falsch machen muss der andere das nicht auch selber machen. Rolling Eyes Oder: Wenn einer von der Brücke springt, springst du hinterher?

Ich sage auch immer wieder, ich bin gegen JEDE Religion.
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 19:56:19    Titel:

hallo Yesterday

Zitat:
z.B. ist auch in den Evangelien Ablehnung und zwar massiv gegen Judentum zu finden...


Entweder kennst du die Evangelien nicht, oder du bist ein Moslem. Die Evangelien verkünden das Evangelium des Chrsitus-Jesus. Keines seiner Worte richtet sich gegen Juden! Keines seiner Worte richtet sich gegen die Tora.
Jesus war ein jüdischer Schriftgelehrter und predigte als solcher seinen Zeitgenosen vom "Reich Gottes"

Gruß Dornbusch
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 22:24:36    Titel:

Henrique87 hat folgendes geschrieben:
Ich sage auch immer wieder, ich bin gegen JEDE Religion.


Ich fände es auch besser, wenn alle Religionen abgeschafft würden. Vielleicht ginge es der Welt dann auch besser... Hoffentlich wird irgendwann die Zeit kommen, wo Menschen miteinander zivilisiert und friedlich miteinander leben werden. Wo es keine verbotene Liebe zwischen Menschen geben wird - aus religiösen Gründen...Und Religionen würden auch nicht mehr als Vorwand genommen werden für Kriege u.s.w.

Im GG ist von Religionsfreiheit die Rede...Kann man die nicht abschaffen und Religionsverbot einführen? Very Happy


lg
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So will ich irgendwann auch mal spielen können Very Happy
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 22:36:04    Titel:

Ohne Religionen gäbe es für viele Menschen in Lebenskrisen aber keinen Halt mehr. Das darf man nicht vergessen... Der Glaube z.B. an ein Leben nach dem Tod ist für viele Menschen sehr wichtig und die "Reise dorthin" ist auch eine Erklärung für den Sinn des Lebens.

Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 17 Jan 2009 - 00:07:19, insgesamt einmal bearbeitet
cyrix42
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 23:30:55    Titel:

@Marina85: Prinzipiell hast du ja recht, ABER mit dieser Argumentation kann man jede, wirklich jede Ideologie und ihre Existenz rechtfertigen, egal wie menschlich oder unmenschlich sie auch ist!

Auf eine solche Linie würde ich mich nicht einlassen...


Cyrix
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 23:38:44    Titel:

religion ist genauso wie die mathematik.
Man muss daran glauben
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yesterday
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 23:47:00    Titel:

Redet ihr hier eigentlich miteinander oder was ist hier los?
Ich kann doch nicht die letzten zwanzig dreißig Seiten durchlesen um mir ein Bild von dir Henrique zu machen
Außerdem bin ich Christ..sonst würd ich nichts von Jesus erzählen was der gesagt hat...
und außerdem haben wir irgendwo den Schöpfergott mit den Muslimen gemeinsam ob wir wollen oder nicht...
lasst doch mal die Diskussion zu...

Very Happy

Und nicht jeder Muslim ist gleich...also bitte erstmal hinhören...sie sind eben echte Gelehrte ihrer Schrift, dass darf man auch mal anerkennen... bei uns gibt´s sowas doch fast gar nicht mehr und außerdem ist es auch ne total interessante Kultur und
...ihr füllt hier viele Seiten und sagt nichts find ich Very Happy


Zuletzt bearbeitet von yesterday am 16 Jan 2009 - 23:52:04, insgesamt 2-mal bearbeitet
yesterday
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 23:48:21    Titel:

oder bin ich in nem Chat gelandet... Rolling Eyes

Laughing
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BeitragVerfasst am: 16 Jan 2009 - 23:55:46    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
@Marina85: Prinzipiell hast du ja recht, ABER mit dieser Argumentation kann man jede, wirklich jede Ideologie und ihre Existenz rechtfertigen, egal wie menschlich oder unmenschlich sie auch ist!

Auf eine solche Linie würde ich mich nicht einlassen...


Cyrix


Jedenfalls braucht der Mensch etwas, an dem er festhalten kann, das liegt in seiner Natur. Von daher wird es immer Religionen geben. Und ich persönlich finde das auch gut so. Denn mit dem Glauben wird Vieles einfacher, auch wenn es teilweise psychologisch bedingt ist. Keine Religion darf aber den absoluten Wahrheitsanspruch für sich beanspruchen, das ist das Problem.

Und an diejenigen, die meinen, ohne Religionen gäbe es Frieden auf der Welt: Sicher nicht. Dann gäbe es andere Gründe für Kriege (Machtansprüche entstehen auch aus anderen Gründen). Ohne Religionen würde außerdem die Moral dahinschreiten... (was ja heutzutage schon vielfach so ist, da - auch mangels Religiösität - zunehmend weniger Grundwerte vermittelt werden).

Ist natürlich alles nur meine bescheide Meinung, darf ja jeder anders sehen Smile .
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BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 11:59:56    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ohne Religionen gäbe es für viele Menschen in Lebenskrisen aber keinen Halt mehr. Das darf man nicht vergessen...


Ich fände es sinnvoller, wenn Menschen bei anderen Menschen Halt finden würden, und nicht in irgendeiner obskuren fiktiven Figur. Da hat man mehr davon.

Zitat:
Der Glaube z.B. an ein Leben nach dem Tod ist für viele Menschen sehr wichtig und die "Reise dorthin" ist auch eine Erklärung für den Sinn des Lebens.


Es leifert vielleicht eine Erklärung, aber da es den Sinn auf ein Leben NACH dem Tod lenkt, führt es dazu, dass diese Menschen das Leben HIER nicht achten, wie man an den Selbstmordattentätern ganz besonders gut sehen kann.

Zitat:
Jedenfalls braucht der Mensch etwas, an dem er festhalten kann, das liegt in seiner Natur. Von daher wird es immer Religionen geben.


Ja, Dummheit stirbt eben nie aus..

Zitat:
Und ich persönlich finde das auch gut so. Denn mit dem Glauben wird Vieles einfacher, auch wenn es teilweise psychologisch bedingt ist. Keine Religion darf aber den absoluten Wahrheitsanspruch für sich beanspruchen, das ist das Problem.


Weder die Religion noch irgendeine Ideologie noch die Wissenschaft..

Zitat:
Und an diejenigen, die meinen, ohne Religionen gäbe es Frieden auf der Welt: Sicher nicht. Dann gäbe es andere Gründe für Kriege (Machtansprüche entstehen auch aus anderen Gründen).


Wenn du sowohl Kopf- als auch Zahn- und Magenschmerzen hast, würdest du dann nicht wenigstens versuchen EINE von diesen Schmerzen zu lindern, nur weil die anderen immer noch da sind? Rolling Eyes

Zitat:
Ohne Religionen würde außerdem die Moral dahinschreiten... (was ja heutzutage schon vielfach so ist, da - auch mangels Religiösität - zunehmend weniger Grundwerte vermittelt werden).


Lüg doch nicht so rum. Lies dir mal die alten Philosophen durch. Die Religion hat kein Anrecht auf Moral! Mal ganz davon abgesehen, dass Moral auch nicht absolut ist, sondern von jeder Gesellschaft neu definiert werden kann.

Zitat:
Ist natürlich alles nur meine bescheide Meinung, darf ja jeder anders sehen .


Bescheiden in der Tat..
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BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 12:12:34    Titel:

yesterday hat folgendes geschrieben:
Redet ihr hier eigentlich miteinander oder was ist hier los?
Ich kann doch nicht die letzten zwanzig dreißig Seiten durchlesen um mir ein Bild von dir Henrique zu machen


Du hast doch explizit nach mir gefragt. Lies dir meine Beiträge durch, dann weisst du es. Und wenn du dir das durchliest, was geschrieben worden ist, dann wird das auch einige deiner Fragen beantworten.

Zitat:
und außerdem haben wir irgendwo den Schöpfergott mit den Muslimen gemeinsam ob wir wollen oder nicht...


Ich nicht, weil es ganz einfach keinen Gott gibt. Auch das würdest du wissen, wenn du zuerst den Thread durchgelesen hättest.

Zitat:
lasst doch mal die Diskussion zu...


Und du meinst, in den letzten 200 Seiten hier wurde überhaupt nicht diskutiert? Lies es dir durch!


Zitat:
Und nicht jeder Muslim ist gleich...also bitte erstmal hinhören...sie sind eben echte Gelehrte ihrer Schrift, dass darf man auch mal anerkennen...


Nein! Lies dir den Thread durch und du wirst erkennen, dass die wenigsten Muslime auch nur ein bisschen Ahnung von ihrer Religion haben. Sie behaupten das nur. Genauso wie bei den Christen.


Zitat:
bei uns gibt´s sowas doch fast gar nicht mehr und außerdem ist es auch ne total interessante Kultur und
...ihr füllt hier viele Seiten und sagt nichts find ich


Und, wie viele Seiten hast du durchgelesen, um zu dieser Erkentnis zu kommen? 2? 3?

Du findest also das Steinigen von Mädchen, die vergewaltigt worden sind interessant? Oder die Zwangsverheiratung von 10-Jährigen "Frauen"? Oder die Tatsache, dass du nur mit dem linken Fuß eine Toillette betreten solltest? Oder ...
Da hast du vielleicht recht, das hat schon was von einer Freak-Show..
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BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 13:00:43    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Und an diejenigen, die meinen, ohne Religionen gäbe es Frieden auf der Welt: Sicher nicht. Dann gäbe es andere Gründe für Kriege


Dem kann ich zustimmen. Jedoch schafft es jede Religion, auch ohne Krieg, Millionen Menschen dahin zu raffen. Während unser Augenmerk auf Kriege und die „bösen“ Moslems gerichtet ist kann Ratzinger seine Menschen Vernichtungspolitik frei entfalten. Teufelsaustreibungen, Kondomverbot, Abtreibungsverbot Juden/Moslemhass, die Dinge für die der Papst steht werden gern zu Gunsten solcher Phrasen verdrängt

Zitat:
Ohne Religionen gäbe es für viele Menschen in Lebenskrisen aber keinen Halt mehr.


Auch das einige Religionen schon vom Sinn der Sache Intoleranz gegenüber Andersdenkender verkörpert sollte jedem klar sein. Für viele Juden/Christen/Moslems sind Eheschließungen untereinander völlig Abwegig. Auch kann der Papst nicht oft genug betonen wie gerne er Homosexuelle „Heilen“ möchte. Was mit Homosexuellen im Islam geschieht will ich erst gar nicht wissen.
Nächsten Liebe endet, bei Schwulen/Lesben, allein erziehenden Müttern, Abtreibungswillige, Schizophreniekranken (Teufelsaustreibung), Evolutionsforschern, Menschen die die Bibel/Koran/Tora für ein langweiliges Märchenbuch halten,

Wenn du rot gefärbte Haare hast darfst du in einem katholischem Krankenhaus nicht arbeiten. Damit meine ich nicht knallrot ala Punker sondern Naturrot. Hexen hatten schließlich immer rote Haare. Eine modisch Frisur mit rotstich hat bei einer guten Freundin zur Verwarnung und Androhung von Zwangsurlaub geführt.

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ohne Religionen würde außerdem die Moral dahinschreiten...


Zitat von Volker Pispers: Kann ich den Witz nochmal in Farbe hören!

Kannst du mir bitte eine (der drei großen)Religionen nennen die deiner Meinung nach Moral/Ethik Humanität verkörpert? Dazu bitte ein aktuelles Beispiel für einen besonders moralischen Verdienst aus den letzte 10 Jahren?

Führt Religion die Menschen zusammen oder Spaltet sie?
yesterday
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Anmeldungsdatum: 09.01.2009
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BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 19:00:56    Titel:

Keine Ahnung, Henrique, was du für ein Problem hast mein Lieber...hast du schon mal gehört dass Neue erst das ganze Forum durchlesen müssen bevor sie ne Frage stellen dürfen...ist nun mal leider so, dass ich dümmer bin wie du...

und die Fragen die ihr hier diskutiert gehören auch zu nem anderen Thema oder?...ist der Thread nicht auf Islam bezogen?..und wenn ihr hier keine Fragen mehr habt..also alle beantwortet sind...dann lasst doch mal andere ran..oder..ist doch nur fair
Mr. Green
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4760
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BeitragVerfasst am: 17 Jan 2009 - 22:49:29    Titel:

@ Daniel
Seit wann steht der Papst bitte für Juden- und Moslemhass?! Shocked
Zum Thema "Papst gegen Juden":
http://www.katholische-kirche.de/25042.html
Btw.: Vielem, was du schreibst, stimme ich aber zu. Mein Glaube stützt sich ganz und gar nicht nur auf die katholische Kirche. Ich glaube an Gott, aber halte ganz und gar nicht alles für richtig, was die katholische Kirche lehrt. Da stimme ich dir vollkommen zu.
Ich habe eben allgemein und für mich gesprochen, dass der Glaube an einen Gott mir schon öfters im Leben Kraft gegeben hat. Dass ich hinter einer bestimmten Religion vollkommen stehe, habe ich nie behauptet und ich weiß, dass Religionen auch immer viel Unfriede mit sich bringen.
Aber solange ein Glaube an Gott da ist, wird es Religionen geben. Vielleicht habe ich es insofern falsch dargestellt, dass ich es zu sehr auf Religionen bezogen habe und nicht auf Gott selbst.

@ Henri
Du sagst, es gibt Gott nicht. Aber du stellst es als Tatsache hin. Und es ist keine Tatsache, dass es Gott nicht gibt. Du glaubst, dass es ihn nicht gibt. Ich glaube, dass es ihn gibt. Man sollte weder das eine noch das andere als Tatsache darstellen. Es ist eine Hypothese und wird es immer bleiben...
Im Übrigen finde ich es nicht gerade "freundlich", dass du schreibst "Lüg doch nicht so rum" oder "Bescheiden in der Tat". Eine Lüge ist eine vorsätzliche Falschaussage, was man auf eine Meinung überhaupt nicht beziehen kann und die von mir keinesfalls beabsichtigt war. Confused Man kann auch auf einer sachlichen und freundlichen Ebene bleiben, auch dann, wenn man eine andere Meinung vertritt. Kann man andere Meinungen nicht respektieren? Ich denke, auf dieses Niveau werde ich mich nicht weiter herablassen.
Abdallah
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 04:31:04    Titel:

Hallo Marina,

vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast und deine beiden verschwundenen Beiträge nochmal zusammengefasst hast. Kann ja in so einem großen Forum auch mal passieren, dass Beiträge ohne ersichtbaren Grund verschwinden. Very Happy

Ansonsten freut es mich sehr, dass dir die bisherigen Infos schon mal ein wenig von Nutzen waren. Und die Kritiken, Befürchtungen und Ansichten auf die du hingewiesen hast, sind für mich völlig nachvollziehbar. Einerseits, weil die Theorie leider nicht immer genauso in die Praxis umgesetzt wird, wie sie es sollte und dadurch Außenstehenden oft ein völlig verzerrtes Bild vermittelt wird. Und andererseits Islaminteressierte ja die Lehren des Islams logischerweise mit zunächst einmal der eigenen moralischen Einstellung und das für ihn/ihr für richtig empfundene Gerechtigkeitsverständis betrachten. Und das führt dann am Ende wohl bei jedem zu einem anderen Ergebnis, je nachdem wie viel oder wenig man sich selbst mit dem Islam und seiner Wertvorstellung identifizieren kann. Daher kann ich es verstehen, wenn gewisse Thematiken im Islam zunächst einem unklar oder fragwürdig erscheinen. Solange man aber versucht, sich sachlich mit diesen Themen auseinander zu setzen, kann man, so denke ich, nur gewinnen und dabei vieles voneiander lernen und auch mehr Empathie entwickeln, um den Andersdenkenden in seiner Sichtweise besser zu verstehen.

Marina85 hat folgendes geschrieben:

Aber ich befürchte, dass dies teilweise in der Welt falsch interpretiert und demzufolge ausgenutzt wird/wurde.


Das stimmt natürlich... Eigenschaften wie Dinge absichtlich falsch zu intepretieren und/oder auszunutzen, liegen auch in der menschlichen Natur und leiten sich als Resultat aus dem freien Willen des Menschen ab. Der Islam ist eine große Religion und sicherlich auch ein gefundenes Zielobjekt für persönliche Motive. Ähnlich erging und ergeht es wohl dem Christentum (in seiner Geschichte).

Zitat:
By the way: Wie weit sind islamische Mehrehen heutzutage in den einzelnen Staaten bzw. in der Welt noch verbreitet?


Das ist im islamischen Raum von Staat zu Staat sehr unterschiedlich. In der Türkei und Tunesien beispielsweise ist die Mehrehe ganz verboten.
Für Muslime in Deutschland ist die Mehrehe islamisch gesehen aber auch haram (unerlaubt). Das, weil laut BGB die Mehrehe in Deutschland verboten ist und Muslime im Koran stets dazu aufgefordert werden, sich an die Gesetze und Verträge des Landes, in dem man mit Recht auf Religionsfreiheit lebt, zu halten.

Zitat:
Weiterhin habe ich noch einige offene Fragen bzgl. Mohammed: Er soll ein "Krieger" gewesen sein, im Gegensatz zu Jesus. Problematisch wäre dann seine Vorbildfunktion. Aber über ihn werde ich mich noch einlesen Smile .


Das wäre am besten. Smile Dazu empfehle ich dir die Prophetenbiographie von Ibn Ishaq, sie ist die erste und wichtigste Mohammed-Biographie im Islam.

Zitat:
Des Weiteren habe ich angemerkt, dass - nach Rücksprache mit einer Freundin, die kath. Theologie studiert - es nicht stimmt, dass Abraham, David und Salomon Propheten sind: Abraham war der Stammesvater des Volkes Israel, David der König Israels und Salomon dessen Nachfolger. Im AT sind teilweise die Übersetzungen falsch. Im Übrigen soll die Mehrehe im AT noch andere Bedeutungen haben (folgt Wink ).


Interessant! Wisst ihr ob diesbezüglich Konsens unter den katholischen Theologen herrscht?
In der islamischen Theologie weiß ich sicher, dass die genannten Namen im Koran als Propheten erwähnt und geehrt werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Gott erwählt und als Übermittler beauftragt waren, den Glauben und die Hingabe an dem einen Gott zu lehren.

Viele Grüße,
Abdallah
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Abdallah
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
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BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 05:23:54    Titel:

Henrique87 hat folgendes geschrieben:

"nicht selten" heisst aber mehr als nur einige. Hast du da irgendwelche Zahlen? Und hast du auch irgendwelche Quellen dafür, dass es wegen des Männermangels gemacht worden ist, und nicht etwa nur, weil sie Mädchen als weniger Wert als Jungs erachtet haben?


Genaue Zahlen darüber, wieviele neugeborene Mädchen damals im antiken Arabien nun begraben worden sind, habe ich leider nicht und ich bezweifle auch, dass in solch einer Zeit der Unruhe, wo es nicht einmal Papier gab (die erste Papiermühle wurde Ende des 7. Jahrhunderts in Bagdad errichtet, bis die Technologie aus dem islamischen Reich dann auch nach Europa [Spanien, Italien, Frankreich] 400 Jahre später überfließte und in Deutschland die erste Papiermühle schließlich im 14. Jahrhundert entstand), dies auch so exakt dokumentiert wurde. Vorallem hörte es ja mit zunehmender Durchsetzung des Islams ab, bis es irgendwann mal in den islamischen Gebieten garnicht mehr gemacht wurde und etwas was dann in der islamischen Zeit nicht praktiziert wurde, hielt man ja auch nicht fest.
Einigen wir uns aber darauf, dass ich mit "nicht selten" nicht die ganzen Mädchen meinte, aber auch nicht "nur" ein paar Ausnahmen... Ok? Es wurde im vorislamischen Arabien vollzogen - scheinbar so häufig, dass der junge Islam sich mit dieser Barberei ausseinandersetzen und es schließlich verbieten musste. Und Quellen dafür, "dass es wegen des Männermangels gemacht worden ist, und nicht etwa nur, weil sie Mädchen als weniger Wert als Jungs erachtet haben" kann ich dir auch nicht liefern, WEIL ich nicht behauptete, dass es nur wegen dem einen oder anderen Grund gemacht worden ist... Es traf beides zu; neugeborene Mädchen wurden umgebracht, weil es einerseits aufgrund von Kriegen zu wenig Männer gab und andererseits auch es der lokalen Tradition in Arabien entsprang, dass das erste Kind ein Sohn sein musste (dazu schrieb ich weiter oben auch "ein Sohn galt quasi als der "Stolz" des Vaters)". Dass es überhaupt so etwas wie ein Begraben von neugeborenen Mädchen im antiken Arabien gab, steht außer Zweifel und wird auch von jedem Wissenschaftler der sich auf dem Gebiet der Orientalistik ein wenig auskennt, bestätigt.

Allah sagt im Koran am Anfang der Sure 81 sinngemäß dazu:

und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird:
"Für welch ein Verbrechen wurdest du getötet?"


Der Prophet Mohammed (Allahs Segen und Frieden auf Ihm) sagte dazu:

"Derjenige, dem ein Mädchen geboren wurde und der sie nicht lebendig begraben hat, sie nicht verachtet und seine Söhne nicht bevorzugt, der wird durch den Segen, den sie ihm bringt, in den Garten der Ewigkeit kommen" (überliefert von Abu Dawud und ahmad Bin Hanbal, Band 1, Seite 23)

Zitat:
Wo die Grenzen zwischen Mädchen und Frauen beim Islam ist, ist ja auch ziemlich umstritten. Da wird ganz schnell mal ein 9-jähriges Mädchen zur heiratsfähigen Frau deklariert..


Du solltest dein Unwissen über den Islam schrittweise ausräumen, in dem du dich zunächst über die Fundamente sachkundig machst, bevor du Dinge schreibst, von denen du nicht wirklich Ahnung hast. Zum allgemeinen Thema "Frauen im Islam und deren Stellung" bietet sich dieser Link wohlmöglich ganz gut an, um erstmal überhaupt einige Grundinformationen über diese Thematik zu erhalten.

Zitat:
Komisch. Und ich dachte der Koran hat den Frauen schon damals doch sogar mehr Rechte eingeräumt, als eine Frau in der heutigen westlichen Zivilisation hat.. Ausserdem dachte ich, dass die Lehren des Korans unveränderlich sind. Naja, so kann man sich irren.


Siehst du hier irgendwo einen Widerspruch, den ich noch nicht bemerkt habe, oder was genau willst du mir jetzt sagen?

Zitat:
Was genau sind die Lehren, die der Islam von Jesus übernommen hat? Die Nächsten- und Feindesliebe kann es ja nicht sein.


Wie bereits gesagt: Jesus (Allahs Segen und Frieden auf Ihm) hat nach der islamischen Lehre nichts anderes als den Islam (auf Deutsch übersetzt: "die völlige Hingabe zum einen Gott") gepredigt. Der Islam hat sich mit Jesus (saw) weiterentwickelt und die Juden davor waren seit dem Prophetentum von Jesus (saw) nun auch dazu verpflichtet, ihm zu folgen, ganz gleich was ihre alten Lehren besagten, ganz gleich ob sie ihre alten Lehren besser fanden und ganz gleich was sie von den neuen Lehren, mit denen Allah Jesus (saw) beauftrage sie zu verbreiten, nun hielten. Und es ist wieder unglaublich, wie schnell du unwissend über dieses Thema deine Urteile fällst und so etwas wie Feindes- und Nächstenliebe oder allgemein die Barmherzigkeit des Propheten Mohammed (saw) auch seinen Feinden gegenüber, absprechen möchtest.. Wusstest du, dass die Periode, in der sich der Prophet Mohammed (saw) gegen seine Feinde anfangs überhaupt nicht gewehrt hat und alle möglichen schlimmen Dinge über sich, seiner Familie und seinen Gefährten hat ergehen lassen, 12 Jahre betrug? Bis Allah nach diesen schweren 12 Jahren offenbarte,

"Erlaubt ist es, sich zu verteidigen, denjenigen, die bekämpft werden, weil Ihnen Unrecht geschah und Allah hat fürwahr die Macht, Ihnen zu helfen, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: "Unser Herr ist Allah." (22:41)

So sagt Allah dazu auch,

"Und wenn sie dem Frieden zugeneigt sind, so seid ihr ihm zugeneigt und vertraut auf Allah, Er ist ja, Er, der Hörende, der Wissende." (8:61)

Der Koran vereint und vollendet die Lehren der Propheten.

Zitat:
Hmm, wie erklärst du dir dann den Hass der Muslime auf die Juden und Christen, der auch schon im Koran zu sehen ist?


Den Hass der Muslime auf Juden und Christen? Du scheinst schon mit jedem Muslim auf dieser Welt gesprochen zu haben, um zu dieser Erkenntnis gelangt zu sein. Frag dich doch mal lieber, wie es nach den 1300 Jahren islamischer Herrschaft dazu kommt, dass heute noch christliche oder jüdische Minderheiten in islamischen Ländern leben (auch wenn ihr Lebensniveau nicht mehr so gut ist wie früher während des Kalifats)? Warum kam nie einer auf die Idee, sie einfach zu vernichten, wenn der Koran Hass gegen sie predigen würde? Und wie kam es sogar dazu, dass jüdische und christliche Minderheiten in islamischen Staaten vollkommene Religionsfreiheit genossen und sogar nach ihren eigenen Gesetzen mit eigenen Richtern richten durften? Jemand der sich diese Fragen selbst beantwortet, erkennt wie falsch es ist, von Hass im Islam gegen Andersgläubige zu sprechen. Und die Taten einiger kann man nun wirklich nicht auf alle übertragen, geschweige denn direkt auf die Lehren der Schrift beziehen.

Zitat:
Also bezieht sich dieser moralischer Gewinn nur auf die Araber?


Nein, er bezieht sich gegenüber allen Menschen - sei es der Araber in der Wüste oder der Eskimo in der Arktis.
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Daniel84
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BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 10:31:28    Titel:

@Marina85

http://www.focus.de/politik/deutschland/karfreitags-fuerbitte_aid_263383.html

Zitat:
Nach der Wiederzulassung des tridentinischen Ritus für die Heilige Messe in lateinischer Sprache hatte Papst Benedikt eine Neufassung der Karfreitags-Fürbitte vorgelegt. Darin heißt es ins Deutsche übersetzt: „Lasst uns auch beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.“ Im ordentlichen Ritus von 1970 heißt es dagegen: „Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will...“.



http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Papst-Homosexualitaet;art1117,2691453


Zitat:
Dahinter stehe ein Versuch des Menschen, sich von der Schöpfung zu emanzipieren, sagte Benedikt XVI. Die Gender-Theorie stelle die "Natur des menschlichen Wesens als Mann und Frau" in Frage. Und: "Nicht der Mensch entscheidet, nur Gott entscheidet, wer Mann und wer Frau ist."


http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,437201,00.html

Der Papst zitiert einen byzantinischen Kaiser „Manuel II. Palaeologos“

Zitat:
„Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten."


Ich gebe zu, die Kritik am Islam bzw. die Ablehnung dessen ist nicht plump aber doch erkennbar. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Auslegung und den Folgen dieses Zitats:

http://de.danielpipes.org/article/3985

Das für mich die Auslegung klar ist, kannst du ja an meinem vorher gehenden Beitrag lesen. Weiter unten steht auch, das führende Köpfe des Vatikan sagen Benedikt habe nicht die Absicht gehabt „eine Interpretation des Islam als gewalttätig" zu geben.
Daran glaube ich genauso wie an die Jungfrau Maria. Aber du solltest alle Artikel selbst lesen bzw. auch mal nach neuen Quellen suchen den du vielleicht eher glaubst.
Natürlich kann ich nicht wissen was der Papst hasst, das war übertrieben formuliert. Er verneint auch das dies seine persönliche Meinung ist. Das bezweifle ich aber, für mich ist klar das er den Islam zutiefst verabscheut.
Daniel84
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BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 11:45:05    Titel:

Abdallah hat folgendes geschrieben:
Du scheinst schon mit jedem Muslim auf dieser Welt gesprochen zu haben, um zu dieser Erkenntnis gelangt zu sein. Frag dich doch mal lieber, wie es nach den 1300 Jahren islamischer Herrschaft dazu kommt, dass heute noch christliche oder jüdische Minderheiten in islamischen Ländern leben (auch wenn ihr Lebensniveau nicht mehr so gut ist wie früher während des Kalifats)? Warum kam nie einer auf die Idee, sie einfach zu vernichten, wenn der Koran Hass gegen sie predigen würde? Und wie kam es sogar dazu, dass jüdische und christliche Minderheiten in islamischen Staaten vollkommene Religionsfreiheit genossen und sogar nach ihren eigenen Gesetzen mit eigenen Richtern richten durften? Jemand der sich diese Fragen selbst beantwortet, erkennt wie falsch es ist, von Hass im Islam gegen Andersgläubige zu sprechen. Und die Taten einiger kann man nun wirklich nicht auf alle übertragen, geschweige denn direkt auf die Lehren der Schrift beziehen.



Deine Ausführung verschleiert natürlich völlig das dieser Hass existent ist. Das vielmehr religiöse Propaganda dafür verantwortlich ist, als der Koran, mag sein.

Das die Unversehrtheit von Christen und Juden in islamischen Gesellschaften auf Religionsfreiheit basiert ist Augenwischerei. Realitätsnah wäre wohl eher von Duldung zu sprechen als von Freiheit.

Zitat:
Dhimma (arabisch ذمة ‎ dhimma, DMG ḏimma „Schutz“, „Obhut“, „Garantie“) ist eine Institution des islamischen Rechts, die den juristischen Status nichtmuslimischer „Schutzbefohlener“ in islamischen Ländern (genannt „Dhimmi“) festlegt.


Ähnlich wie im Christentum haben sich Muslime diesen Schutz bezahlen lassen, durch Sondersteuern. Duldung durch Unterwerfung. Auch das sie spezielle Kleidung tragen mussten, um erkennbar zu sein, unterschlägst du. Woher kennen wir nur dieses Prinzip? Vielleicht von einem Gelben Davidstern am Revers?

Nennst du das tatsächlich Freiheit? Also ich nenn das Spott!

Von Hass zu sprechen ist natürlich falsch, es ist eher die innere Überzeugung der Minderwertigkeit Anderer. Eine (pseudo)Toleranz erwächst aus der Überzeugung das Andersgläubige Behinderte sind die man bekehren oder heilen muss. Das ist keine Toleranz sonder Mitleid.
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