Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
Gehe zu Seite Zurück 1, 2, 3, 4, 5 ... 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68 Weiter
|
|
|
| Autor |
Nachricht |
W.Kaiser Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.01.2006 Beiträge: 1313 Wohnort: BGL
|
Verfasst am: 18 Jan 2009 - 16:01:15 Titel: Re: Gewissensprüfung |
|
|
| Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: |
Verfasst am: 15 Jan 2009 - 15:43:58 Titel: Gewissensprüfung
"Ein grundlegendes Problem arabisch-islamischer Gesellschaften ist die fehlende Tradition der Gewissensprüfung."
Dies sagt ein palästinensischer Lyriker im NZZ-Feuilleton der gestrigen Ausgabe.
Zustimmung?
Schlüsse? |
Ich stelle mir zwei Arten von Gewissen vor.
Das biologische Gewissen, es basiert auf der Erinnerung und der Erkenntnis, mein Handeln war günstig für mich oder nicht. Dieses Gewissen kann furchtbar unangenehm werden, da es sich nicht belügen lässt. Es hat Zugriff auf die Körperfunktionen. Man wundert sich, was einem alles passiert, wenn man über längere Zeit ein schlechtes Gewissen hat, also unter Angst oder Stress steht.
Dieses Gewissen lässt sich auch nicht ausschalten. Allenfalls kann sein Einspruch als Einflüsterung des Teufels bezeichnet werden.
Dieses Gewissen dient auch dem Erlangen von Lebenserfahrung und inwieweit bei Tieren solch eine Funktion vorhanden ist, wird mir dann zu hoch.
Das administrative Gewissen, es basiert auf einer Checkliste aus einer Religion oder von der Philosophie oder vom Lebensberater und ist mit Strafe und Schande bewehrt.
Dieses Gewissen hängt vom Kulturkreis ab, in dem man sich bewegt.
Es lässt sich natürlich beeinflussen.
Gewissensfreiheit bedeutete danach, dass man im Konfliktfall statt einem Gesetz oder dem administrativen Gewissen auch dem biologischen Gewissen folgen kann, ohne einen Nachteil zu erleiden.
Die Abgeordneten wären ihrem Gewissen verpflichtet.
Die deutschen Bischöfe beriefen sich auf ihre Gewissensfreiheit, als sie entgegen der Anordnung der Papstes, die Schwangerenberatung zum Schwangerschaftsabbruch fortführten.
Die katholische Kirche streicht besonders deutlich heraus, dass der Katholik letztlich nur seinem Gewissen verantwortlich ist. Weil Gott ihn danach beurteilt?
| Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: | | Ist das Gewissen wirklich zwingend rein spirituell/religiöser Natur? |
Nein.
| Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: | | Von welcher Gewissensprüfung spricht der palästinensische Lyriker, wenn er vom "Mechanismus der Selbstkorrektur" bei gesellschaftsrelevanten Vorgängen spricht? |
Vom Hören auf die Vernunft, also dem biologischen Gewissen.
| Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: | | Wäre dieses Posting im andern Sammelthread deplatziert gewesen, sprich: Ist die Gewissensprüfung überreligiöser Natur? |
Die Gewissensprüfung ist überreligiöser Natur. Im Islam-Sammelthread geht dieses interessante Thema unter.
Mit freundlichen Grüßen
W. Kaiser |
|
 |
Lamasshu Moderator

Anmeldungsdatum: 23.12.2005 Beiträge: 3248
|
Verfasst am: 18 Jan 2009 - 18:20:36 Titel: Re: Gewissensprüfung |
|
|
[quote="W.Kaiser"] | Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: |
| Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: | | Wäre dieses Posting im andern Sammelthread deplatziert gewesen, sprich: Ist die Gewissensprüfung überreligiöser Natur? |
Die Gewissensprüfung ist überreligiöser Natur. Im Islam-Sammelthread geht dieses interessante Thema unter.
|
Inzwischen bin ich auch davon überzeugt und ziehe meine damaligen Einwände zurück, der Thread kann unter Einbringung eines Diskussionsaufrufes a) neu eröffnet werden, b) von mir wieder entsperrt werden, c) im "bestehenden" Thread "Islam und Aufklärung" eingeflochten werden. Die Entscheidung darüber überlasse ich dem Threadstartet Gott ist Liebe, ich werde dann entsprechend tätig (wenn es etwa um das Entsperren geht). |
|
 |
Marina85 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 22.06.2005 Beiträge: 4760 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 18 Jan 2009 - 21:26:51 Titel: |
|
|
| Abdallah hat folgendes geschrieben: |
| Zitat: | Des Weiteren habe ich angemerkt, dass - nach Rücksprache mit einer Freundin, die kath. Theologie studiert - es nicht stimmt, dass Abraham, David und Salomon Propheten sind: Abraham war der Stammesvater des Volkes Israel, David der König Israels und Salomon dessen Nachfolger. Im AT sind teilweise die Übersetzungen falsch. Im Übrigen soll die Mehrehe im AT noch andere Bedeutungen haben (folgt ). |
Interessant! Wisst ihr ob diesbezüglich Konsens unter den katholischen Theologen herrscht?
In der islamischen Theologie weiß ich sicher, dass die genannten Namen im Koran als Propheten erwähnt und geehrt werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Gott erwählt und als Übermittler beauftragt waren, den Glauben und die Hingabe an dem einen Gott zu lehren.
|
Hallo Abdallah ,
um zunächst mal auf diese Frage zu antworten: Ja, unter den katholischen Theologen herrscht Konsens darüber, dass die drei besagten Personen die besagten "Stellungen" innehaben, da dies historisch belegbar ist. Dies schließt jedoch nicht aus, dass alle drei im Koran als Propheten genannt sind (die Bedeutung des Begriffs Prophet ist ja - im Gegensatz zur Stellung des Königs - eine Glaubensfrage). Dies kann für euch durchaus "richtig" sein. Jesus ist im Koran ja auch "nur" ein Prophet, für uns dagegen der Messias.
Im Übrigen ist es nicht ausgeschlossen, dass die drei auch als Propheten angesehen werden könnnen, aber sie sind im Christentum nicht die "klassischen" Propheten.
Darüber herrscht zwischen Christentum und Islam jedenfalls kein Streit.
Edit: Kleine Ergänzung
Habe gerade noch erfahren, dass das Ganze auch davon abhänge, welche Definition man für den Begriff Propheten verwendet:
1. Ein Prophet ist jemand, der eine Vision/Audition etc. im Auftrag von Gott erhalten --> Das ist die im Islam gängige Def.; demnach sind auch die drei Benannten Propheten;
2. Ein Prophet ist jemand, der dies berufsmäßig ausgeübt hat (so kennt es die Bibel auch) - diese wurden von Menschen und nicht von Gott ins Amt gesetzt; demnach wären die drei keine Propheten.
3. Große und kleine Propheten, die die Prophetenbücher der Bibel geschrieben haben (das ist das klassische christliche Verständnis); demnach wären die drei auch keine Propheten.
Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 18 Jan 2009 - 21:56:28, insgesamt 2-mal bearbeitet |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 18 Jan 2009 - 21:39:42 Titel: |
|
|
| Zitat: | | und außerdem haben wir irgendwo den Schöpfergott mit den Muslimen gemeinsam ob wir wollen oder nicht... |
Aus atheistischer Sicht, sehe ich eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
Abdallah Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.08.2007 Beiträge: 660
|
Verfasst am: 22 Jan 2009 - 02:44:04 Titel: |
|
|
Hallo Daniel,
vielen Dank für deinen Beitrag.
| Daniel84 hat folgendes geschrieben: |
Deine Ausführung verschleiert natürlich völlig das dieser Hass existent ist. Das vielmehr religiöse Propaganda dafür verantwortlich ist, als der Koran, mag sein. |
Es lag weder in meiner Intention, existenten Hass in der islamischen Welt zu verschleiern, noch Augenwischerei bzgl. der Religionsfreiheit von Juden und Christen in islamischen Staaten zu betreiben. Es ging mir ledeglich darum, falsche Aussagen über die Lehren im Islam zu korrigieren. Ich bestätige, dass beides existierte: Hass, der auf Gegenseitigkeit beruhte (und es teilweise auch heute noch tut) und die Religionsfreiheit nicht-islamischer Religionsgemeinschaften in einem islamischen Staat. Nicht in der islamischen Gesellschaft. Da liegt nämlich der Unterschied. Und darauf wollte ich genauer eingehen. In einer islamischen Gesellschaft herrsch(t)en islamische Gesetze. Schon immer gab es Gesetze die das Leben regeln sollten. Und man musste sich an sie halten. Wer im alten Ägypten, im antiken Griechenland oder im Römischen Reich lebte, musste sich an die Gesetze dort halten. Wer im Mittelalter in einer christlichen Gesellschaft leben wollte, musste sich an die von christlichen Führungen aufgestellten Gesetze halten. Was geschah mit jenen, die die Gesetze missachteten? Wer heute in einem demokratischen Land wie Deutschland lebt oder leben möchte, muss sich an die hier aufgestellen Gesetze halten. Was geschieht mit jenen, die das nicht wollen? Wird da ein Auge zugedrückt und dafür Chaos in Kauf genommen? Nein! Es drohen verständlicherweise Strafen! Auch eine islamische Gesellschaft nimmt sich das Recht auf Gesetze zu bestehen, an die sich jeder, der in dieser Gesellschaft leben möchte, halten muss. Jüdische oder Christliche Minderheiten, die z.B. schon bevor so ein islamischer Staat entstand auf diesem Boden lebten (bspw. Aramäer in der Türkei) oder auch später dahin wanderten (bspw. vertriebene Juden aus Europa [es waren mehrere Generationen!] nach Nordafrika), genossen in einem islamischen Staat, neben einer islamischen Gesellschaft, in ihrer eigenen Gesellschaft vollkommene Religionsfreiheit. Es wurden ihnen keine islamischen Gesetze aufgezwungen, sondern es galten die Gesetze aus ihren eigenen Schriften. Sie hatten eigene Richter. Gibt es das in einem demokratischen Land? Dürfen hier Juden, Christen oder Muslime in ihrer eigenen Gesellschaft nach eigenen Gesetze richten? Nein, wir gehen alle zum selben Richter. Steuern mussten sesshafte Juden und Christen (ausgenommen waren behinderte Menschen, Frauen oder Kinder) in einem islamischen Land auch bezahlen, dafür wurden sie vom Millitärdienst enthoben (sie waren also nicht mal dazu verpflichtet den islamischen Staat in dem sie lebten zu verteidigen) und wurden dennoch vom Staat beschützt. Und wir zahlen hier auch alle Steuern - egal ob Juden, Christen, Muslime oder Atheisten. Und wir müssten kämpfen, wenn Deutschland in Gefahr stünde, und dafür gehen wir sogar bis an den Hindukusch.
Viele Grüße,
Abdallah _________________ Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran) |
|
 |
Abdallah Senior Member

Anmeldungsdatum: 11.08.2007 Beiträge: 660
|
Verfasst am: 22 Jan 2009 - 03:24:57 Titel: |
|
|
Hallo Marina, vielen Dank für die hilfreiche Antwort!
| Marina85 hat folgendes geschrieben: |
Darüber herrscht zwischen Christentum und Islam jedenfalls kein Streit. |
Das stimmt natürlich. Auch im Koran werden die "Berufe" dieser Propheten im Islam bestätigt und gelten daher nicht als Widerspruch zu ihren Prophetentum. Abraham (saw) galt als Stammesvater des Volkes Israel
Und sein Volk stritt mit ihm. Da sagte er: "Streitet ihr mit mir über Allah, da er mich schon rechtgeleitet hat? Und ich fürchte nicht das, was ihr Ihm zur Seite stellt, sondern nur das, was mein Herr will. Mein Herr umfaßt alle Dinge mit Wissen. Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen." (6:80)
David (saw) als König Israels
"O David, Wir haben dich zu einem Nachfolger auf Erden gemacht; richte darum zwischen den Menschen in Gerechtigkeit, und folge nicht (deinen) persönlichen Neigungen, damit sie dich nicht vom Wege Allahs abirren lassen." (38:26)
Und Salamon (saw) als dessen Nachfolger
"Und Wir bescherten David Salomo. Er war ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich zu Allah. Als vor ihn zur Abendstunde schnelltrabende Rennpferde aus edelster Zucht gebracht wurden, sagte er: "Ich habe die guten Dinge dieser Welt sehr lieb und habe dabei versäumt, meines Herrn zu gedenken" - bis sie die Sonne hinter dem Horizont verborgen war. "Bringt sie zu mir zurück." Dann begann er über ihre Beine und Hälse zu streichen. Und wahrlich, Wir stellten Salomo auf die Probe, und Wir setzten einen Leib auf seinen Thron. Dann bekehrte er sich. Er sagte: "O mein Herr, vergib mir und gewähre mir ein Königreich, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, Du bist der Gabenverleiher." (38:30-34)
Jesus (saw) war Zimmermann und trotzdem Prophet im Islam. Und er wird übrigens auch im Koran als Messias erwähnt:
Wie die Engel sprachen: "O Maria, Allah gibt dir frohe Kunde durch ein Wort von Ihm, sein Name soll sein, der Messias, Jesus, Sohn Marias, geehrt in dieser und in jener Welt, einer der Gottnahen. Und er wird zu den Menschen in der Wiege reden und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein." (3:45-46)
Auch der Prophet Mohammed (saw) war Prophet und Kaufmann.
Und natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass es auch auf die Defintion ankommt, die man für den Titel "Propheten" wählt. Von daher denke ich, dass wir hier nicht aneinander vorbei reden.
Liebe Grüße,
Abdallah _________________ Vergelte Gleiches nicht mit Gleichem, sondern bedecke das Schlechte mit Gutem und du wirst sehen, jemand der dir feindlich gesinnt war, wird dein bester Freund. (Koran) |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 22 Jan 2009 - 09:08:14 Titel: |
|
|
Friede Feuer Eierkuchen und alles ist gut nicht? _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
Steve2525 Senior Member

Anmeldungsdatum: 20.06.2008 Beiträge: 1423
|
Verfasst am: 18 März 2009 - 18:26:41 Titel: |
|
|
| Was sagt der Islam eigentlich zu den im Christentum höchst umstrittenen Themen wie Abtreibung, Empfängnisverhütung und (aktiver) Sterbehilfe? Würde mich mal interessieren. |
|
 |
godaime Senior Member

Anmeldungsdatum: 30.05.2007 Beiträge: 358
|
Verfasst am: 20 März 2009 - 19:51:48 Titel: |
|
|
Abtreiben darf man nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Das müssten glaub ich 39-41 Tage sein. Wieviel genau kann ich dir leider nicht sagen. Dazu findest du aber schnell was im Netz.
Empfängnisverhütung ist gestattet. Sex dient nicht nur zur Fortpflanzung sodnern auch zur sexuellen Befriedigung. Und da nicht jeder gerne Kinder kriegt nur weil er Lust auf Sex hat, darf er/sie gerne entsprechend verhüten.
Sterbehilfe ist nicht gestattet isweot ich weiss. |
|
 |
Android-369 Junior Member

 Anmeldungsdatum: 24.04.2009 Beiträge: 41
|
Verfasst am: 24 Apr 2009 - 21:02:55 Titel: |
|
|
Ich habe eine Frage an die Muslime.
Wie denkt ihr über die Homosexuellen die auch unter euch sind?
Ohja, wir wollen nicht vergessen oder auschließen, dass die Natur nur so voller Homosexualität wimmelt. Da kommt eine Spezies daher und behauptet es sei unnatürlich?
Klärt mich bitte auf. |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 30 Jul 2009 - 15:14:18 Titel: |
|
|
Lieber Eagle
| eagle05 hat folgendes geschrieben: | @ Gil
Liebt jesus Hitler? |
Ich denke: Ja.
Jesus sah sich als Seelenretter und nicht als Richter ("Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet"). Zentral für diese Haltung ist auch der altestamentarische Satz: "Mein ist die Rache, sprach Gott". Er gab sich mit Sündern ab, rettete beispielsweise die Ehebrecherin vor der Steinigung, obschon er Ehebruch als schwere Sünde bezeichnete ("Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen"), wobei er an die eheliche Treue strenge Massstäbe setzte ("Schon wer eine fremde Frau begehrlich ansieht, hat die Ehe in seinem Herzen gebrochen"). Seinen Häschern gegenüber zeigte er sich nachsichtig ("Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun"), und dem einen Verbrecher am Kreuz versprach er, noch am selben Tag mit ihm im Himmel zu sein. Zur Straftat nahm er generell eine relativierende Haltung ein und verlangte sogar: "Fordere nicht zurück, was man dir genommen hat!" Aber er erklärte ebenso: "Geh hin und sündige nicht mehr". Ein wichtiges Anliegen war für ihn die "Umkehr" und das Bereuen der Sünden: Nur so könne man das ewige Leben erlangen und gehe nicht verloren ("Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe"). Dabei geht es in erster Linie um einen inneren, spirituellen Vorgang, der eine totale Änderung der Lebenseinstellung voraussetzt ("Folget mir nach"), Umkehr auch als Veränderung der eigenen Sichtweise, wobei Äusserlichkeiten gegenüber den "Innerlichkeiten" in den Hintergrund treten sollen.
Auch hier zeigt sich ein totaler Unterschied zum Islam: Jesus zog eine klare Trennlinie zwischen dem spirituellen und dem irdischen Leben ("Mein Reich ist nicht von dieser Welt"). Daher kann er einen Hitler lieben, selbst wenn dieser Typ - zusammen mit seinen Helfeshelfern - der grösste Verbrecher war, den die Menschheit kennt.
GIL |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 29 Aug 2009 - 23:11:34 Titel: |
|
|
Das ist ja mal was neues, dass du denkst dir über etwas sicher zu sein.
Eher meinst du, du glaubst : JA.
Denken geht mit einer höheren Sicherheit einher. Vor allen Dingen wie kannst du für einen anderen denken, was er für richtig oder falsch hält?
Wie soll es überhaupt möglich sein, wenn Jesus nur ein Archetyp ist und kein Mensch?
@eagle
Liebt die Fee Hitler oder der Weihnachtsmann? Klar die lieben auch jeden.
Nehmen wir mal an, dass Jesus ein Mensch wäre, dann wäre es unmöglich alle zu lieben, es sei denn er würde an einer mentalen Störung leiden. Deshallb ist es wahrscheinlicher und weitaus realistischer wenn man von Jesus spricht, ihn als eine Idee zu betrachten, die nur zwiespältig realisierbar ist. Aber jedem das Seine. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
eagle05 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.05.2006 Beiträge: 2481 Wohnort: Essen [NRW]
|
Verfasst am: 31 Aug 2009 - 09:37:50 Titel: |
|
|
Mit der Frage geht es mir darum das paradoxe zu verdeutlichen, mehr nicht _________________ • √ ∠ ∞ ≈ ∫ ≡ α β γ δ ε η κ λ π ρ σ φ ω Γ Δ ∇ Θ Λ Σ Φ Ω |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 03:55:41 Titel: |
|
|
@eagle
Ja, allerdings sehr paradox.
@Dornbusch
| Zitat: | | Ist Logik ein Kriterium für Gerechtigkeit? |
Mitunter anderem sicherlich. Nur ein Kriterium für Gerechtigkeit auszumachen wäre einseitig und unrealististisch. Der Stärkere überlebt und die Christen produzieren nur Schwächlinge und pflegen Sympathie für das Gebrächliche, damit sie sich daran laben können.  _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 12:47:37 Titel: |
|
|
Lieber Kai
| Kai-369 hat folgendes geschrieben: | Der Stärkere überlebt und die Christen produzieren nur Schwächlinge und pflegen Sympathie für das Gebrächliche, damit sie sich daran laben können.  |
Du meintest wohl: das Gebrechliche.
Nun, die Solidarität für Hilfsbedürftige ist halt für einen Christen ein zentrales Anliegen.
Wie Du siehst, verspricht diese Haltung - auch wirtschaftlich - Erfolg: Vergleiche beispielsweise die christlich geprägten Gesellschaften mit den muslimischen. Auch punkto Wissenschaft, Bildung der Bevölkerung, Kultur, Gesundheitssystem, Nachhaltigkeit etc. gehören christliche Gesellschaftssysteme seit Jahrhunderten zur Weltspitze.
Zufall? Nein! Eher Erfolgsrezept!
GIL |
|
 |
eagle05 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.05.2006 Beiträge: 2481 Wohnort: Essen [NRW]
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 17:36:58 Titel: |
|
|
| Zitat: | | seit Jahrhunderten zur Weltspitze. |
Das ist schlichtweg falsch. Wenn du wissen willst seit wann es in Europa ein funktionierendes Bildungs und Sozialsystem gibt dann informiere dich bitte richtig. _________________ • √ ∠ ∞ ≈ ∫ ≡ α β γ δ ε η κ λ π ρ σ φ ω Γ Δ ∇ Θ Λ Σ Φ Ω |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 17:51:57 Titel: |
|
|
| Zitat: | | Du meintest wohl: das Gebrechliche. |
Nein ich meinte es schon mit ähhhhhhh, so wie bähhhh fui daivel. Danke für die Verbesserung, habs gar nicht gemerkt. Danke.
Ich muss mir wohl deine rosarote Brille abkaufen Mhhh nein lieber doch nicht.  _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
Lamasshu Moderator

Anmeldungsdatum: 23.12.2005 Beiträge: 3248
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 18:41:23 Titel: |
|
|
| eagle05 hat folgendes geschrieben: | | Zitat: | | seit Jahrhunderten zur Weltspitze. |
Das ist schlichtweg falsch. Wenn du wissen willst seit wann es in Europa ein funktionierendes Bildungs und Sozialsystem gibt dann informiere dich bitte richtig. |
Der Aufstieg der christlich-europäischen Gemeinschaft respektive Staatswesen hinsichtlich der genannten Dinge begann ungefähr zu dem Zeitpunkt, da ihr muslimisches System doch arg an Glanz einbüßte. Der Aufstieg des Westens beginnt nach (einer) konsensfähigen Meinung wohl im 16. Jahrhundert, so dass "das Christentum" natürlich seit Jahrhunderten die Weltspitze markiert. |
|
 |
eagle05 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.05.2006 Beiträge: 2481 Wohnort: Essen [NRW]
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 18:49:37 Titel: |
|
|
ich spreche vom gesundheitssystem bildungssystem ähnliches
Ich bitte um Quellen, in denen man lesen kann dass diese Aspekte schon im 16 Jahrhundert ausgereift waren
ps: es wäre nur fair wenn man erwähnen sollte, dass der Aufstieg Europas aus dem dunklen Zeitalter eher ein Verdienst der AUfklärung war und nicht ein Verdienst der Kirche. Dieser Punkt wird häufig unterschlagen _________________ • √ ∠ ∞ ≈ ∫ ≡ α β γ δ ε η κ λ π ρ σ φ ω Γ Δ ∇ Θ Λ Σ Φ Ω |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 22:57:42 Titel: |
|
|
Lieber Eagle
| eagle05 hat folgendes geschrieben: | ich spreche vom gesundheitssystem bildungssystem ähnliches
Ich bitte um Quellen, in denen man lesen kann dass diese Aspekte schon im 16 Jahrhundert ausgereift waren
ps: es wäre nur fair wenn man erwähnen sollte, dass der Aufstieg Europas aus dem dunklen Zeitalter eher ein Verdienst der AUfklärung war und nicht ein Verdienst der Kirche. Dieser Punkt wird häufig unterschlagen |
Nachdem ich wegen meiner Wikipedia-Links angeschnödet wurde, nun erst recht:
Medizin des Altertums
Klostermedizin
Zur Erkundung des medizinischen Wissens in Klöstern siehe auch hier.
Ich kenne mich zwar nicht aus, aber ich vermute, dass die chinesische Medizin damals vermutlich weiter entwickelt war als die mittelalterlich-westliche Medizin.
GIL |
|
 |
Lamasshu Moderator

Anmeldungsdatum: 23.12.2005 Beiträge: 3248
|
Verfasst am: 01 Sep 2009 - 23:33:26 Titel: |
|
|
| eagle05 hat folgendes geschrieben: | ich spreche vom gesundheitssystem bildungssystem ähnliches
Ich bitte um Quellen, in denen man lesen kann dass diese Aspekte schon im 16 Jahrhundert ausgereift waren
ps: es wäre nur fair wenn man erwähnen sollte, dass der Aufstieg Europas aus dem dunklen Zeitalter eher ein Verdienst der AUfklärung war und nicht ein Verdienst der Kirche. Dieser Punkt wird häufig unterschlagen |
"Ausgereift" sind solche Systeme selbstverständlich, auch heute nicht. Gott ist Liebe hat den ein oder anderen Streifzug durch die Geschichte schon gewagt. Faktisch marginalisierten sich die "muslimischen Vorteile" bereits im 16. Jahrhundert stark, nicht zuletzt durch die Entdeckung neuer Seewege. Mir ist nicht klar, welche Quelle du dafür gerne hättest.
Und selbstverständlich bin ich gerne dazu bereit, die Rolle des Christentums als Heilsbringer der westlichen Welt zu relativieren. Nicht alles ist darauf begründbar, im Guten wie im Schlechten. Das gleiche gilt selbstverständlich für den Islam. Der Aufstieg der nahöstlichen Welt lag ebenso weniger im Islam, als vielmehr in der Übernahme der Lehren des klassisch-europäischen und persischen Altertums sowie in der zeitwährenden Monopolstellung für bedeutsame Handelswege - mit denen stets ein Technologietransfer einhergegangen ist - begründet.
"Der Islam" hatte zweifelsohne großartige Blütezeiten verhältnismäßig fortschrittlicher Gesellschaftssysteme wie bspw. das Kalifat von Cordoba, Bagdad, die frühen Phasen des Osmanischen Reiches oder das Reich der Moghulen in gewissen Belangen. Aber auch das währe bekanntlich nicht ewig, auch das Osmanische Reich vegetierte schließlich in der militärischen Defensive und in verfestigten gesellschaftlichen Strukturen.
Aufstieg und Fall von Zivilisationen haben zumeist mehrere Gründe und sind stets im Kontext zu beleuchten. Die Religion ist sicherlich immer ein Faktor davon. Und der Islam hatte für einige Jahrhunderte nicht nur das Primat der militärischen Überlegenheit, sondern auch das Monopol auf kulturell und technologisch hochstehende Kulturräume in Indien und Fernost - vom reichhaltigen Erbe der europäischen Antike ganz zu schweigen. |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 04 Sep 2009 - 23:46:42 Titel: |
|
|
| Zitat: | Nun, die Solidarität für Hilfsbedürftige ist halt für einen Christen ein zentrales Anliegen.
Wie Du siehst, verspricht diese Haltung - auch wirtschaftlich - Erfolg |
- Beleidigung gelöscht. Lamasshu - _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
dornbusch Senior Member

Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3811
|
Verfasst am: 05 Sep 2009 - 09:22:08 Titel: |
|
|
Bitte löschen!
Gruß Dornbusch |
|
 |
eagle05 Senior Member

 Anmeldungsdatum: 30.05.2006 Beiträge: 2481 Wohnort: Essen [NRW]
|
Verfasst am: 05 Sep 2009 - 13:46:16 Titel: |
|
|
Mir geht es nicht darum welche religion die bessere ist und welche die schlechtere. Ich find es sowieso paradox, dass sich die christen moslems und juden bekriegen, obwohl sie an den einen Gott glauben, das ist aber ein anderes Thema.
Mir ging es um die Klarstellung, dass der Aufstieg Europas nicht ein Verdienst der Kirche war, sondern der aufklärung. Klar gab es Klöster, die sich mit dem Wissen beschäftigt haben, aber das Leben fand nicht in den Klöstern statt, sondern auf den Land. Ich denke man sollte schon fair bleiben und erwähnen, dass die Kirche kein Interesse an einem aufgeklärten Volk hat(te).
Wie gesagt: Immer bei der Wahrheit bleiben  _________________ • √ ∠ ∞ ≈ ∫ ≡ α β γ δ ε η κ λ π ρ σ φ ω Γ Δ ∇ Θ Λ Σ Φ Ω |
|
 |
Tlaloc Full Member

Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 168
|
Verfasst am: 05 Sep 2009 - 21:53:51 Titel: |
|
|
Die jeweiligen Gottesvorstellungen der abrahamitischen Religionen mögen zwar vielleicht alle auf einen ursprünglich ugaritischen Fruchtbarkeitsgott zurück verfolgbar sein, der im Laufe der Geschichte vielen Synkretismen ausgesetzt war, aber angesichts seiner teils stark divergierenden, zugeschriebenen Willensbekundungen und Attribute, wo nicht einmal eine einzige der drei heute präsenten Religionen in der Lage ist, ein halbwegs kohärentes Bild zu skizzieren, würde ich hier nicht von einer Identität der jeweiligen Götter sprechen. Arianistische Einflüsse auf den Islam stehen etwa der christlichen Trinitätslehre entgehen, während das Christentum sich Teile des Manichäismus zueigen macht, die wiederum der Islam ablehnt. Dazu ließe sich noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele anführen, die gegen den Ersteindruck sprechen, dass Juden, Christen und Moslem doch alle "an den einen Gott glauben".
Ich war anfänglich auch geneigt, den Verdienst der Modernisierung Europas im Wesentlichen dem Humanismus und der Aufklärung anzurechnen, doch mittlerweile sehe ich die Sache etwas weniger euphorisch. Die Aufklärung hat im Grunde nur eine Entwicklung beschrieben und intellektuell nachvollzogen, die bereits zuvor in Gang gesetzt wurde. Sie ist selbst nur ein Resultat, nicht aber die Ursache des Fortschritts. Die Möglichkeit zur Aufklärung bot sich erst durch die religiöse "Fragmentierung" - aus vielfältigen Motiven durch verschiedenste Personen von Wyclif über Hus, Luther und Calvin bis hin zu Heinrich VIII. begünstigt - und den damit einhergehenden Machtverlust einzelner, religiöser Autoritäten, die sich - einmal angestoßen - quasi dominoartig fortsetzten und gegenseitig verstärkten. Während die Reformation zunächst die Legitimität des Christentums als solchem noch nicht in Frage stellte und man sich im Westfälischen Frieden auf weitestgehende Toleranz unter den (christlichen) Konfessionen verständigte, was eine allmähliche Abkehr von totalitären Ansprüchen markiert, deutete sich während des 18. Jahrhunderts unter europäischen Intellektuellen erstmals eine allmähliche Akzeptanz für dezent atheistische Vorstellungen an, so dass Voltaire anlässlich des Lissaboner Erdbebens 1755 Leibniz' Theodizeeversuche recht offen persiflieren durfte und neben religiösen Autoritäten nun auch die Religion an sich zumindest subtil kritisiert werden konnte, ohne dass etwa ein d'Holbach oder ein La Mettrie dabei massive Sanktionen zu befürchten hätte. Nicht zu vergessen bleibt aber, dass lange Zeit nur eine verschwindend kleine Minderheit an dieser Entwicklung partizipieren konnte. Bis in die 60er Jahre trug jemand nach dem Dafürhalten der (west)deutschen Gesellschaft die alleinige Beweislast, sofern er mit seiner Position gegen die der christlichen Großkirchen opponierte.
Als eigentliche Initiatoren des Fortschritts müssen demnach wohl weniger die Schüsselfiguren der Aufklärung gelten, sondern die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die deren Tätigkeit überhaupt erst ermöglichten. Andererseits lässt sich aber Religion - und damit meine ich nicht bloß institutionalisierte Religion oder religiösen Fanatismus, sondern Religiosität an sich - durchaus recht eindeutig als fortschrittshemmend charakterisieren. |
|
 |
symbol Newbie

Anmeldungsdatum: 08.09.2009 Beiträge: 2
|
Verfasst am: 14 Sep 2009 - 22:54:53 Titel: |
|
|
Mir ist nicht ganz klar, aus welchem Grund die eigene Religiösität fortschrittshemmend sein soll!? Warum soll eine innere Überzeugung überhaupt ein Gegensatz zu Forschung und Entwicklung sein? Mir ist nicht bekannt, dass dies in den einzelnen Religionen bzw. in den jeweiligen Büchern beschrieben wird (zumindest nicht laut der Bibel). Hier kommt es vielleicht darauf an, welche Menschen sich gegen die Wissenschaft gestellt haben.
Ich fand die Ausführungen schon recht interessant, aber an dieser entscheidenden Stelle fehlen leider die (durchaus fachwortstarken) Argumente. Luther leitete im Übrigen aus seiner inneren Überzeugung bzw. seiner Religiösität die Reformation ein, daher auch die 95 Thesen. Seiner Meinung nach geriet der eigene Glaube, was wiederum jeder anders auslebt, in den Hintergrund. |
|
 |
Tlaloc Full Member

Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 168
|
Verfasst am: 15 Sep 2009 - 16:15:41 Titel: |
|
|
Vielleicht hätte ich etwas konkreter werden sollen. Fortschrittshemmend bedeutet nicht, dass jede Form von Religiosität zu jeder Zeit sozusagen "rückständig" ist. Ganz im Gegenteil hatten diverse Religionen - auch Christentum und Islam, gegen die sich dieser Einwand ja im Speziellen richtet - auch eine Phase beachtlicher Prosperität. Dass diese keine genuin christliche, respektive islamische, Errungenschaft, sondern vielmehr der Usurpation römischer, hellenischer und sassanidischer Kulturgüter geschuldet war, hat Lamasshu ja schon ausführlich geschildert. Auch dem Humanismus und später der Aufklärung, die beide keine Religionen sind, würde ich in diesem Sinne wie gesagt kein Eigenleben zuschreiben.
Zwar ist die Gleichzeitigkeit des Verlusts eines römisch-katholischen Deutungsmonopols in Mittel- und Westeuropa und des Aufkommens erster, wirklich neuartiger Erkenntnisse - vorsichtig ausgedrückt - auffällig, doch scheint es eher nicht der Fall gewesen zu sein, dass die Protagonisten dieses Fortschritts (Petrarca, Erasmus v. Rotterdam, Kopernikus, Galilei, Brahe) das kirchliche Erklärungsmonopol offensiv angegangen wären, zumal sie selbst zum Großteil tief im Christentum verwurzelt waren und ihre Tätigkeit oftmals sogar unter Verkennung der Tragweite als Dienst an diesem wahrnahmen. Die allmähliche Erosion der alleinigen Erklärungshoheit hinterließ ein Vakuum der Deutungsversuche über die Welt, das zum Teil von neu entstandenen, christlichen Konfessionen, zum Teil von den angesprochenen, protowissenschaftlichen Erkenntnissen und Verfahren gefüllt wurde. Nun stellt sich die Frage, warum diese Entwicklungen nicht gleichmäßiger verliefen, sondern zeitlich so stark kumuliert in der Renaissance auftraten. Die naheliegendste Erklärung hierfür ist, dass neue Erkenntnisse, die nicht mit der christlichen Lehre in Einklang zu bringen waren, zuvor aus religiösen Motiven massiv gehemmt und, hat es trotzdem jemand gewagt sie publik zu machen, geächtet wurden.
Noch eindrücklicher kann man dieses Phänomen im Islam beobachten. Weil dessen Blütezeit als noch viel einschneidender als die des Christentums erlebt wurde, wird im arabisch-islamischen Kulturraum wirtschaftliche und kulturelle Prosperität bis in die heutige Zeit untrennbar mit dem Islam assoziiert, so dass man dort nach wie vor eine "Islamisierung des Wissens" anstrebt und wissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, wenn diese nicht mit den islamischen Quellen konform gehen. Was den Wissensstand des 7. Jahrhunderts angeht, mag sich diese Einschränkung der Ergebnisoffenheit noch nicht bemerkbar gemacht haben, doch die vielversprechenden Ansätze von "islamischen" Gelehrten wie Ibn Sina oder Ibn Rushd wurden auf diese Weise bereits ausgebremst und in ihrer Rezeption behindert. Spätestens ab ca. 1400 u. Z. war der Erkenntnisgewinn, der Garant eines weiteren Fortschritt hätte sein können, nicht auf diese Weise nicht mehr kanalisierbar. Anders als in Europa, wo ihm durch den beginnenden, religiösen "Partikularismus", wenn man es denn so nennen will, letztendlich doch noch der Weg geebnet wurde, hielt man dort am islamischen Deutungsmonopol fest, so dass die gesamte Region ins Hintertreffen geriet und sich bis heute nicht davon erholt hat.
Das sind bloß zwei historische Beispiele, wie Religionen den Fortschritt behindert haben. Eine Art von "neuer Religiosität", die das Informationsangebot des 21. Jahrhunderts hinreichend würdigt, halte ich für durchaus möglich und sogar kurzfristig erfolgsversprechend. Doch selbst wenn diese nun eine vorläufige Blüte feiern könnte, die der Anhängerschaft wiederum zur Selbstvergewisserung dient, wäre sie höchstwahrscheinlich dem Stand des Jahres 2200 bereits nicht mehr gewachsen, würde aber trotzdem weiterhin an ihren alten Postulaten festhalten. Was den Fortschritt hemmt, sind statische Weltbilder, die durch ihre Immunisierungsstrategien keiner Revision und keinem rationalen Argument mehr zugänglich sind, aber gleichzeitig reale Auswirkungen auf das Verhalten ihrer "Träger" haben. Wer sich im Besitz der Wahrheit wähnt, für den ist jede neue Erkenntnis bloß eine Verfälschung. |
|
 |
thisnokay Newbie

Anmeldungsdatum: 14.04.2009 Beiträge: 7 Wohnort: Koblenz
|
Verfasst am: 10 Okt 2009 - 00:25:59 Titel: |
|
|
Wie alt auch immer dieses Thema jetzt inzwischen ist. Ich beende es Mal.
Warum Mohammed kein Prophet gewesen sein kann
Propheten unter Gottes Schutz
Der Islam existiert nicht, sobald er nicht mehr leugnen kann, dass Jesus gekreuzigt worden ist.
"Und wegen ihrer Rede: "Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet"; während sie ihn doch weder erschlugen noch den Kreuzestod erleiden ließen, sondern er erschien ihnen nur gleich (einem Gekreuzigten); und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine (bestimmte) Kunde davon, sondern folgen bloß einer Vermutung; und sie haben darüber keine Gewißheit." - Koran, Sure 4. Die Frauen (An-Nisá), Vers 157
"Vielmehr hat ihm Allah einen Ehrenplatz bei Sich eingeräumt, und Allah ist allmächtig, allweise." - Koran, Sure 4. Die Frauen (An-Nisá), Vers 158
Obwohl die genaue Bedeutung des koranischen Kreuzigungsverses letztlich dunkel bleiben muss, haben die meisten islamischen Theologen den Vers als klare Negation der Kreuzigung Jesu verstanden. Sie rechtfertigen Vers 157 und 158 damit, dass der allmächtige Gott gerade seine Propheten nicht wie Verbrecher sterben lässt. Doch Christen verstehen das freiwillige Opfer von Jesus ohne Angst vor dem Tod als Beweis seiner Glaubwürdigkeit, beziehungsweise verstehen sie die Kreuzigung als seinen letzten Beweisakt. Denn gerade echte Propheten wissen am Besten über das auf den Tod folgende ewige Leben im Paradies, und wem steht es schon zu, wenn nicht den von Gott gesandten Propheten. Jesus hatte kein Interesse am Leben auf Erden; sein ledigliches Ziel war, aufzuklären, zu beweisen und die Welt mit Unterstreichung seiner Glaubwürdigkeit zu verlassen. Moslems interpretieren die Kreuzigung Jesu jedoch als Beleidigung gegenüber dem allmächtigen Gott, der niemandem seine Söhne zum Fraß vorwirft; doch gerade damit widersprechen sie dem Islam. Mohammed ist vor der angeblichen Erfüllung seiner Pflicht plötzlich gestorben. Abgesehen davon war Mohammed mit abervielen Frauen verheiratet; Allah hätte nicht zugelassen, dass er sie verlässt. Das ist im Übrigen einer der Gründe, wieso echte Propheten nicht heiraten können. Somit wurde Jesus entweder doch gekreuzigt, und der Koran irrt sich, oder Jesus wurde nicht gekreuzigt, und der Koran irrt sich an zahlreichen anderen Stellen.
Folgendes meint die Bibel dazu.
Warnung vor Falschheit
12: Ein Taugenichts, Belialsmensch, d.h. ein ruchloser, bösartiger Mensch, ein nichtswürdiger Mensch ist, wer umhergeht mit trügerischen Reden
13: und dabei mit seinen Augen blinzelt, mit seinen Füßen Zeichen gibt und mit seinen Fingern deutet.
14: Verkehrtheit ist in seinem Herzen, er schmiedet Böses; allezeit streut er Zwietracht aus.
15: Darum wird sein Verderben plötzlich über ihn kommen; augenblicklich wird er zerschmettert werden, unrettbar.
16: Diese sechs haßt der Herr, und sieben sind seiner Seele ein Greuel:
17: stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
18: ein Herz, das böse Pläne schmiedet, Füße, die schnell zum Bösen laufen,
19: ein falscher Zeuge, der Lügen ausspricht, und einer, der Zwietracht sät zwischen Brüdern.
http://www.2jesus.de/online-bibel/schlachter-sprueche-6.html
Sieben Fakten
Die sieben Fakten sind der einfachste Beweis dafür, dass Mohammed kein Prophet gewesen sein kann. Denn es handelt sich um exakt sieben Fakten, die auf Grund der bloßen Begriffsdefinitionen und Klassifikationen niemand leugnen oder widerlegen kann, vor allem nicht Moslems. Hier hilt keine Selektive Interpretation, hier hilft kein P!err3 V0g31 mit seiner Argumentationsfähigkeit aus dem Paralleluniversum. Irregeleitet ist, wer das nicht wahr haben will. Folgendermaßen funktioniert es: Voraussetzung -> Schlussfolgerung.
1. Gott schickt nur Propheten beziehungsweise gibt nur denjenigen das Prophetentum, die seinen Willen vermitteln und selbst danach Leben.
2. Unter den für Gott in Frage kommenden Propheten wählt Gott lieber den, der glaubwürdig wäre; jemand, der auf die Mehrfachehe verzichtet, obwohl Gott sie erlaubt, handelt glaubwürdig.
3. Ein Prophet, der selber gegen das verstößt, was er vermittelt, kann nicht von Gott zum Propheten ernannt worden sein; Allah weiß, wem er das Prophetentum gibt, denn er ist allwissend.
4. Unter den Inhalten dessen, was Mohammed vermittelt hat, sind die Hölle für die Schlechten und das Paradies für die Guten.
5. Gott selbst ist die Güte; Allah ist barmherzig. Mohammed kommt grundsätzlich ins Paradies; denn wem steht es zu, wenn nicht den Propheten, die Allah selbst auf die Erde herabsendet, damit sie die Menschen aufklären und ihnen bis zum Tod als Vorbild dienen.
6. Für Mohammed ist die Verweilzeit auf Erden nichts gegen das darauf folgende ewige Leben im Paradies.
7. Mohammed braucht in seinem kurzen Leben auf Erden weder Reichtum noch viele Frauen; genau so wenig braucht er von Allah Sonderrechte bezüglich vergänglichen Genusses. Stattdessen wäre es besser, möglichst glaubwürdig zu sein. Und jetzt lesen sie nochmal Punkt 2.
Schlussfolgerung: Mohammed war der Sektengründer des Islam.
Zu Punkt 7: "O Prophet, Wir erlaubten dir deine Gattinnen, denen du ihre Mitgift zu geben dich verpflichtet hast, und jene, die deine Rechte besitzt aus (der Zahl) derer, die Allah dir als Kriegsbeute gegeben, und die Töchter deines Vatersbruders, und die Töchter deiner Vaterschwestern, und die Töchter deines Mutterbruders, und die Töchter deiner Mutterschwestern, die mit dir ausgewandert sind, und jedwede gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten anvertraut, vorausgesetzt, daß der Prophet sie zu heiraten wünscht: (dies) nur für dich und nicht für die Gläubigen. Wir haben bereits bekanntgegeben, was Wir ihnen verordnet haben über ihre Frauen und jene, die ihre Rechte besitzt, so daß sich keine Schwierigkeit für dich ergäbe (in der Ausführung deines Werks). Und Allah ist allverzeihend, barmherzig." - Koran, Sure 33. Die Verbündeten (Al-Ahzáb), Vers 50
Warum der Koran nicht echt sein kann
Echtheitsgarantie durch wissenschaftliche Erkenntnisse aus Zeiten vor Mohammed
Islam ist arabisch für "Unterwerfung vor Gott". Es gibt kaum moralische Lehren im Koran. Der Koran beinhaltet überwiegend Erlaubnisse, Verbote, eine Rechts- und Gesellschaftsordnung und stellt eine Bedienungsanleitung für das Leben auf Erden, für welches Allah denen, welche diese befolgt, eventuell das Paradies gewähren könnte. Im Gegensatz zu anderen Religionen ist weder persönliches Gewissen noch eine persönliche Lebenseinstellung für die Bekennung zum Islam gefordert; der Islam solle einfach nur die einzig echte Religion sein, deren Befehlen man zu folgen hat. Somit hängt der Islam nicht vom bloßen Glauben ab, sondern stützt sich auf Beweisen dafür, dass er tatsächlich von Gott stammt. Der Islam existiert also nicht als Unterwerfung vor Gott und somit gar nicht, wenn die im Koran zum Beweis integrierten Offenbarungen nicht wirklich beweisen, dass der Koran Gottes Wille ist. Dabei ist Allah, der Gott der Moslems, laut dem Koran allwissend. Sollte sich also nur eine einzige noch so kleine zu diesem Zweck dienende Offenbarung irren, ist der Koran komplett falsch. Damit das nicht passiert, bedienen sich Moslems an allen erdenklichen Stellen der Selektiven Interpretation; die Embryologie aber widerspricht dem Koran unter beliebiger Interpretation.
"Wahrlich, Wir erschufen den Menschen aus reinstem Ton; Dann setzten Wir ihn als Samentropfen an eine sichere Ruhestätte; Dann bildeten Wir den Tropfen zu geronnenem Blut; dann bildeten Wir das geronnene Blut zu einem Fleischklumpen; dann bildeten Wir aus dem Fleischklumpen Knochen; dann bekleideten Wir die Knochen mit Fleisch; dann entwickelten Wir es zu einer anderen Schöpfung. So sei denn Allah gepriesen, der beste Schöpfer." - Koran, 23. Die Gläubigen (Al-Mominün), Vers 12-14
Für gläubige Moslems sind das embryologische Erkenntnisse, die heute von der Wissenschaft bestätigt wurden. Tatsächlich handelt es sich um embryologische Erkenntnisse... von Hunderten von Jahren vor Mohammed und mit all seinen Fehlern. Es können sich also noch so viele Wolken in der Formation des arabischen Schriftzugs für Allah im Himmel bewegen, noch so viele Städte in Deutschland exakt 19 Dönerbuden haben, die auf den Korancode 19 andeuten, und noch so viele schwarze Blöcke oder Kornkreise auf der Welt erscheinen; nichts davon beweist irgendwas.
Der Bericht des Korans entspricht den Kenntnissen von Hippocrates und Galen; beide haben mehrere Jahrhunderte vor Mohammed gelebt. Er enthält die selben Wahrheiten, aber auch die selben Fehler. Im Übrigen wissen wir nach den islamischen Quellen, dass ein Kumpel von Mohammed die griechische Medizin in Persien studiert hatte. Auf der christlichen Website answering-islam.org wurde ein Auszug aus Galens Beschreibung der Embryologie übersetzt: "The first is that in which, as is seen both in abortions and in dissection, the form of the semen prevails (Arabic nutfah). At this time, Hippocrates too, the all-marvelous, does not yet call the conformation of the animal a foetus; as we heard just now in the case of semen voided in the sixth day, he still calls it semen.".
Erstens wird nicht der ganze Tropfen, das ganze Sperma, zu einer "Alaqa", sondern nur ein einziges Spermatozoid. Das Wort für "Samentropfen" kann auch "kleine Menge Flüssigkeit" bedeuten. Diese Aussage des Korans kann als Fehler bezeichnet werden. Ein Spermatozoid hat nichts mit einem Tropfen Sperma oder einer kleinen Menge Flüssigkeit zu tun. Dazu machen Hippocrates und Galen den selben Fehler. Die erste Form des Embryo nennen sie "Sperma", was nicht stimmt. Das ist nicht das einzige Mal, dass Mohammed den selben Fehler macht wie Galen und Hippocrates. Zum Beispiel hat Hippocrates auch gesagt, dass sowohl der Mann als auch die Frau "Sperma" produziere. Wenn die Frau vor dem Mann ejakuliert, gleiche das Kind seiner Mutter und umgekehrt. Der Koran spricht nicht davon. Aber in der Sunna (Sahih Muslim Band 4 Buch 55 Nummer 546) steht, dass Mohammed genau das gleiche gesagt habe, als jemand ihm eine Frage gestellt hatte, um zu wissen, ob Mohammed tatsächlich ein Prophet war oder nicht.
Der Koran sagt aus, dass der Samentropfen zu einem Blutklumpen wird (Alaqa). Das Wort "Alaqa" hat aber drei Bedeutungen: Blutklumpen, hängendes Ding und Blutegel. Dieses Wort ist nicht eindeutig, was für die Verbreiter des Islams sehr praktisch ist. Die Zweideutigkeit der arabischen Sprache wird oft benutzt, um Verse mit neuen wissenschaftlichen Kenntnisen übereinstimmen zu lassen, um Wunder zu schaffen. Die moslemischen Gelehrten haben noch nie eine wissenschaftliche Entdeckung vorhergesagt, obwohl sie in der Lage sein sollten, es zu tun, wenn der Koran tatsächlich Wunder enthalten würden, ohne dass man seinen Text im nachhinein passend zurechtdreht. Mohammed dachte aber an eine bestimmte Bedeutung, als er das Wort Alaqa verwendet hat. Die klassische Übersetzung dieses Wortes ist "Blutklumpen", was einer Phase der Entwicklung des Embryo nach Galen entspricht. Aber die beiden anderen Übersetzungen für Alaqa entsprechen auch viel genaueren fortgeschritteneren Beschreibungen des griechischen Artztes.
1. Blutklumpen
"But when it has been filled with blood (Arabic alaqa), and heart, brain and liver are still unarticulated and unshaped yet have by now a certain solidarity and considerable size, this is the second period; the substance of the foetus has the form of flesh and no longer the form of semen. Accordingly you would find that Hippocrates too no longer calls such a form semen but, as was said, foetus." - Galen über die zweite Phase des Embryo
2. Hängendes Ding
"Alle Teile des Uterus wollen das Sperma umfassen, aber sie können es noch nicht tun, denn sie sind noch zu weit, um es zu berühren. Aber im Laufe der Zeit wächst das Sperma, und die Matrix wird immer mehr umfassend, so dass nach mehreren Tagen bald ein Teil der Matrix, bald ein anderer Teil, das Sperma anfasst." - Auszug von "der Semen" von Galen
3. Blutengel
Übersetzt man Alaqa durch "Blutegel", entspricht es auch der späten ersten Phase des Embryo nach Galens Beschreibung: "Der Samen zieht zu sich Blut und pneuma durch die Blutgefässe, die in den Uterus landen..." - Galen
Dann wird der Embryo laut Koran zu einer Mudghah, einer "gekauten Substanz". Die Form von einer gekauten Substanz lässt sich mit ziehmlich vielem vergleichen. Der Webmaster von "Islam-Guide" hat dafür gesorgt, dass die Zahnabdrücke auf dem Kaugummi, den er gekaut hat, genau die selbe Form wie die Eindrücke am Rücken haben; genau so hätte er auch ein Stück Knete zu einem Embryo formen und außen reinbeißen können. Mit "O, es sieht ein bisschen ähnlich aus" kann man nichts beweisen.
Es ist auch wichtig zu betonen, dass manche erste moslemische Geleherte (wie Ibn-Qayyim) die Ähnlichkeiten zwischen dem Bericht des Korans und dem von Galien gemerkt hatten. Basim Musallam, der Vorsitzende des Institutes für den Nahen Osten an der Universität Cambridge hat geschrieben: "The stages of development which the Qur'an and Hadith established for believers agreed perfectly with Galen's scientific account... There is no doubt that medieval thought appreciated this agreement between the Qur'an and Galen, for Arabic science employed the same Qur'anic terms to describe the Galenic stages." - B. Musallam (Cambridge, 1983), Sex and Society in Islam, p. 54
Der Koran hat im Laufe der Zeit nichts auf die Beine gestellt, nichts positives bewegt, nichts versprochen. Der Koran verspricht jedem Moslem, der nicht tötet, die Hölle? Welcher Vers? Tausend Verse. Leg sie zusammen und schlussfolgere! Die Deppen, die sich in die Luft jagen, checken es nicht mal, dass sie nach der schlussfolgerung handeln, omg, hardcorepsychologie. darin war mohammed top!
Keine Offenbarung die die echtheit des korans beweisen soll hat es je bewiesen. eher haben sie beweiesen dass mohammed kopiert hat. es gab keine göttlichen zeichen keine wunder und alleine schon vers 26 von sure 2 beweist, dass euer gott nicht mit euch ist! ich kann zahlreiche offenbarungen der bibel nennen prophezeihungen die ins letzte detail eingetroffen sind, sogar babylon! ich sage nur the mark of the beast! ihr seid gottverdammt. euer koran selbst beweist, dass jesus eben doch am kreuz gestorben ist obwohl er es woanders leugnet. in eurem koran steht von wem die propheten abstammen und das alleine wäre ein beweis dass moahammed keiner ist. - Beleidigung gelöscht. Lamasshu - |
|
 |
godaime Senior Member

Anmeldungsdatum: 30.05.2007 Beiträge: 358
|
Verfasst am: 10 Okt 2009 - 01:41:48 Titel: |
|
|
Amen.
Jetzt verschwinde bitte. |
|
 |
dornbusch Senior Member

Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3811
|
Verfasst am: 10 Okt 2009 - 05:52:35 Titel: |
|
|
Bitte Löschen!
Gruß Dornbusch |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 10 Okt 2009 - 13:25:27 Titel: |
|
|
Man das hat ja ein Niveau wie im Kindergarten. Zuerst dieser sinnlose lange Beitrag und dann Dornbusch als Verkehrshüter. Einfach nur kindisch, da kann man echt nicht unterscheiden was lächerlicher ist. Das alles im Philosophieforum. Warum soll es gelöscht werden, wenn es seine Meinung ist? Mal ganz ehrlich, fühlt sich jemand dadurch angegriffen?
Mir ist bereits nach 3 Zeilen aufgefallen, dass es nichts wird. Lasst ihm doch wenigstens seine Meinung und macht ihn darauf aufmerksam, dass es nichts bringt. Vom Zensieren wird auch nichts behoben. Aber naja, ich habe äh bessers zu tun, macht was ihr wollt. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
dornbusch Senior Member

Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3811
|
Verfasst am: 10 Okt 2009 - 14:34:05 Titel: |
|
|
Hallo Thisnokay
| Zitat: | | ich kann zahlreiche offenbarungen der bibel nennen prophezeihungen die ins letzte detail eingetroffen sind, |
Bitte nenne uns eine dieser Prophezeihungen.
Wie jeder rechtgläubige Moslem bezeichnest auch du den Jesus Christus als einen Propheten.
Als Christ möchte ich dir da widersprechen: Jesus war kein Prophet.
Jesus war ein jüdischer Rebbe.
Gruß Dornbusch |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 25 Okt 2009 - 22:31:36 Titel: |
|
|
Als Atheist möchte ich euch beiden widersprechen.
Jesus war nichtexistent! Bzw auf was stützt ihr eure Thesen?
Es gibt keine eindeutigen Hinweise auf eine Existenz Jesu Christus. Ich stelle deshalb überhaupt seine Existenz in Frage. Es scheint so als würden sich 2 Kinder darum streiten wer die Banane essen darf. Am Ende hatten dann doch beide Kinder etwas gemeinsam. Sie stellten sich die Banane einfach vor, da sie beide fast verhungert sind. Es fehlte an Wissen. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
Allahu_Akbar Full Member

Anmeldungsdatum: 01.05.2007 Beiträge: 185 Wohnort: München
|
Verfasst am: 13 Jan 2010 - 01:55:16 Titel: |
|
|
| Abdallah hat folgendes geschrieben: |
Im Koran steht in der Sure 5, ab Vers 116:
Und wenn Allah sprechen wird: «O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: "Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah"?», wird er antworten: «Heilig bist Du. Nie konnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, Du würdest es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du im Sinn trägst. Du allein bist der Wisser der verborgenen Dinge.
Nichts anderes sprach ich zu ihnen, als was Du mich geheißen hast: "Betet Allah an, meinen Herrn und euren Herrn." Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte, doch seit Du mich sterben ließest, bist Du der Wächter über sie gewesen; und Du bist aller Dinge Zeuge.
Viele Grüße,
Abdallah |
Wie darf ich die zweite dick markierte Stelle verstehen? _________________ Mir sagt auch niemand nimm gelb statt blau |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 21 Jan 2010 - 19:40:30 Titel: |
|
|
Für den Islam ist das Toleranzgebot so zentral wie für den christlichen Glauben das Gebot der Nächstenliebe ( dem allerdings insbes. Mat.6,16; 7,2; 10,34; 18,6; 21,43; Mark.9,43;12,9; 16,11, 16;11, 14; Luk.12,51;14,26, 17,2; 2Joh.8,44;1. Kor. 1,27f; 3,17; Gal.1,8; 5, 12;2.Chr.15; widersprechen ).
Beispiele aus dem Koran:
Sure 2, Vers 256:“Es gibt keinen Zwang im Glauben.“
Sure 4, Vers 59: Auch religiöse Streitigkeiten sollen freundlich und friedlich ausgetragen , nämlich in ihrem Ausgang Gott überlassen werden.
Sure 10, Vers 99: „Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf Erden sind, geglaubt. Willst Du also die Menschen zwingen, Gläubige zu werden?“
Sure 18, Vers 29: „Und sprich: Es ist die Wahrheit von eurem Herrn: darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will!“
Sure 109, Verse 1 - 5:
„Sprich: O, ihr Ungläubigen,
Ich verehre nicht, was ihr verehrt.
Und ihr verehrt nicht, was ich verehre.
Und ihr werdet keine Verehrer dessen sein, was ich verehre.
Euch euer Glaube und mir mein Glaube!“
Der „Dschihad“ entspricht dem „gerechten Krieg – bellum iustum “ in der christlichen Dogmatik.Gemeint ist also ein kollektives Notwehrrecht. Wie die Christen zur Zeit der Kreuzzüge so missbrauchen heute die Islamisten dieses gefährliche Glaubensinstitut Die EKD-Ratspräsidentin Käsmann hat erst jüngst vor einer Heranziehung dieses Begriffes gewarnt.
Der islamistische Terrorismus ist selbstverständlich weder zu rechtfertigen noch zu entschuldigen, kann aber damit erklärt werden, dass er durch den menschenverachtenden weltweiten Raubtierkapitalismus provoziert worden ist.
Das zweite Hauptthema in der heutigen Islamismusdebatte stellt die nicht zu leugnende,aber von den meisten - auch progressiven - gläubigen Frauen überhaupt nicht wahrgenommene Frauenfeindlichkeit der islamischen Tradition dar.
Sie entspricht aber einer christlichen Tradition ( siehe insbes. 1. Kor. 11.7; 1.Tim.2, 9ff ; Jes.Sir. 25,24 ), die sich erst in letzter Zeit und auch nur im westlichen Mitteleuropa sowie in den USA aufgelockert hat.So wurden beispielsweise noch in der Weimarer Republik – trotz verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrudsatzes – Frauen zum Richteramt mit der Begründung nicht zugelassen, dass sie hierfür wegen der dort bei den Entscheidungen geforderten Objektivität und formallogischen Begründung aufgrund ihres spezifischen, gefühlsbetonten Denkens nicht geeignet seien.Ein Freisler hat dann nicht viel später die Anfälligkeit des männlichen Denkens für den Wahn menschenverachtender Heilslehren gezeigt: von wegen Logik! |
|
 |
Tlaloc Full Member

Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 168
|
Verfasst am: 21 Jan 2010 - 22:27:08 Titel: |
|
|
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Für den Islam ist das Toleranzgebot so zentral wie für den christlichen Glauben das Gebot der Nächstenliebe ( dem allerdings insbes. Mat.6,16; 7,2; 10,34; 18,6; 21,43; Mark.9,43;12,9; 16,11, 16;11, 14; Luk.12,51;14,26, 17,2; 2Joh.8,44;1. Kor. 1,27f; 3,17; Gal.1,8; 5, 12;2.Chr.15; widersprechen ). | Dazu der Religionswissenschaftler Tilman Nagel: "Toleranz hat im Islam keine Basis. Was immer heute als Toleranz angeführt wird, etwa, dass man die Andersgläubigen, sofern sie sich zu einer Buchreligion bekennen, leben lässt, ist keine Toleranz. Denn diese der islamischen Herrschaft Unterstehenden sind in vielerlei Hinsicht gegenüber den Muslimen von minderem Recht. Sie haben zum Beispiel kein Recht, eine Waffe zu tragen – im Dialog mit den Andersgläubigen wird dann gesagt, sie brauchen keinen Kriegsdienst zu leisten..." (DiePresse.com. 15.11.09)
| Zitat: | | Sure 2, Vers 256:“Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ | "Der Passus soll demnach nicht besagen, dass man niemand zum Glauben zwingen darf (wie nach der üblichen Deutung), sondern dass man niemand dazu zwingen kann; m.a.W. er predigt nicht Toleranz, sondern weist darauf hin, dass der Bekehrungseifer des Propheten infolge der menschlichen Verstocktheit weitgehend zur Erfolglosigkeit verurteilt ist." (Paret, Rudi. Der Koran: Kommentar und Konkordanz. 2001. S. 54)
Dies und die Abwesenheit des freien Willens durch einen omniszienten Theismus - und nicht etwa Toleranz im Lessing'schen Sinne - haben im Übrigen auch Sure 10,99 und 109 zum Gegenstand.
| Zitat: | | Sure 4, Vers 59: Auch religiöse Streitigkeiten sollen freundlich und friedlich ausgetragen , nämlich in ihrem Ausgang Gott überlassen werden. | Es ist dort von einer religiösen Schiedsinstanz die Rede, nicht aber von Freundlichkeit oder Frieden.
| Zitat: | | Sure 18, Vers 29: „Und sprich: Es ist die Wahrheit von eurem Herrn: darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will!“ | Und es geht in derselben Sure noch weiter: "Siehe, Wir haben für die Frevler ein Feuer bereitet, das sie wie eine Zeltdecke umschließen wird. Und wenn sie um Hilfe schreien, so wird ihnen mit Wasser gleich geschmolzenem Metall, das die Gesichter verbrennt, geholfen werden. Wie schrecklich ist der Trank, und wie schlimm ist die Raststätte!"
| Zitat: | | Der islamistische Terrorismus ist selbstverständlich weder zu rechtfertigen noch zu entschuldigen, kann aber damit erklärt werden, dass er durch den menschenverachtenden weltweiten Raubtierkapitalismus provoziert worden ist. | Wie erklärst du dir dann, dass unter den Terroristen auffällig viele Profiteure ebendieses Kapitalismus wie der Milliardärssprössling bin Laden oder die vielen Studenten unter den Attentätern vom 11. September zu finden sind? Auch der gescheiterte Detroitattentäter zählt z.B. als Sohn eines nigerianischen Bankiers und Ex-Ministers eindeutig zu den Gewinnern der Globalisierung. |
|
 |
dornbusch Senior Member

Anmeldungsdatum: 26.10.2007 Beiträge: 3811
|
Verfasst am: 22 Jan 2010 - 04:41:42 Titel: |
|
|
| Zitat: | | Der „Dschihad“ entspricht dem „gerechten Krieg – bellum iustum “ in der christlichen Dogmatik |
Das ist so nicht ganz richtig!
Die Dogmatik hat Krieg gar nicht zum Thema. Und die Rede vom "gerechten Krieg" wurde auch in den Kirchen nach 1945 weiterentwickelt.
Käsmann vertritt diese moderne Auffassung zum Thema. Krieg ist etwas, dessen Ursachen bekannt sind. Die Ursachen müssen bekämpft werden, nicht die Menschen.
Gruß Dornbusch |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 22 Jan 2010 - 14:53:38 Titel: |
|
|
Tlaloc, ich bedanke mich für deine Informationen. Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur verdeutlichen – daher auch die ambivalenten Zitate aus der Bibel -, dass man eben letztlich aus dem Koran genauso wie aus der Bibel alles herauslesen kann.Beim Islam wird dies noch dadurch begünstigt, dass er noch mehr als das Christentum zersplittert ist und ihm zwar nicht Lehrautoritäten, aber instutionalisierte religiöse Instanzen fehlen, ferner die volksnahen Imane nicht besonders theologisch ausgebildet sind, schließlich das Gros der Gläubigen einen jämmerlichen Bildungsstandard aufweist.
Man sollte aber nicht verdrängen, dass im osmanischen Reich das islamische Toleranzgebot Geschichte geschrieben hat. Als Spanien Ende des 15. Jh. seine Juden außer Landes trieb, nahm das Osmanische Reich sie großherzig auf. Diese sephardischen Juden prägten das " morgenländische Dreigestirn" Sarajewo - Thessaloniki - Istanbul. Auch wurde die orthodoxe Kirche großzügig gefördert. Auf der Insel Chios erfährt man noch heute, wie die Derwische die christlichen Kirchen besuchten, sich bekreuzigten, mit Weihwasser besprengten und ausriefen:"Euer Glaube ist so gut wie der unsrige!" Auch während des "3. Reiches" nahm die Türkei Glaubensflüchtlinge und Intellektuelle aus Deutschland auf ( umso verurteilenswerter erscheint die Diskriminierung der Christen in der heutigen Türkei! )
Warum der islamische Terrorismus von kapitalistischen Profiteuren getragen wird? Man könnte nun – was ich nicht tun will – im Hinblick auf den CIA - Zögling Bin Laden Verschwörungstheorien aufstellen oder argumentieren, das zeige ja gerade das menschenverachtende Potenzial des Turbokapitalismus. Ich erkläre mir vielmehr das so wie die 68 er-Bewegung (die ja auch gegen den „Verrat“ der sozialistischen Idee durch den real existierenden Sozialismus protestiert hatte) – ohne sie selbstverständlich in die terroristische Ecke stellen zu wollen (ich bin selbst Alt-68 er) - damit, dass die kritische Intelligenz eben immer noch und gottseidank ihren Nährboden im wesentlichen im Westen findet und dann – leider – die Ohnmacht allzu oft in Gewalt umschlägt (siehe RAF).
Zuletzt bearbeitet von knut hacker am 23 Jan 2010 - 19:32:26, insgesamt einmal bearbeitet |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 22 Jan 2010 - 15:08:02 Titel: |
|
|
| Dornbusch, wurden denn nicht schon die Kreuzzüge als "gechter Krieg" deklariert? Dieser Begriff ist selbstverständlich nicht Gegenstand der theologischen Disziplin "Dogmatik".Er ist aber außerhalb der Bibel von der Lehre als ethisches Institut entwickelt worden. Mit "dogmatisch" meinte ich also "lehrmäßig", nicht ein Glaubensinstitut (δόγμα). |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 25 Jan 2010 - 21:02:40 Titel: |
|
|
Ich möchte gerne noch folgendes Zitat nachtragen:
"Der Terrorismus ist lediglich das Nebenprodukt einer Welt, die über die Produktion, das Vermarkten und Anhäufen tödlicher Waffen und eines riesigen Zerstörungspotenzials nicht laut genug in zornigen Protest ausbricht." (Professor Dr. Felix Wilfred, Theologe und katholischer Priester) |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 27 Jan 2010 - 03:48:29 Titel: |
|
|
Lieber Knut
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Dornbusch, wurden denn nicht schon die Kreuzzüge als "gechter Krieg" deklariert? |
Wenn ich unentwegt den Muslimen folgende Frage stelle:
"Aus welchem Recht leitet ihr ab, dass die wörtliche Auslegung von Gewaltversen des Islam als unislamisch verurteilen dürft?",
so stellte sich umgekehrt für die Christen des Mittelalters die Frage: "Aus welchem Recht dürft ihr vom Grundsatz des bedinungslosen Gewealtverzichts abweichen, wie ihn Jesus wiederholt gemäss biblischer Überlieferung predigte?"
Oder anders gesagt: Dass sich die offizielle Kirche des Christentums heute deutlich und wiederholt von einer Rechtfertigung, Menschen zu töten, distanziert und erklärt, es gebe keinen christlich gerechtfertigten Krieg, so ist es systemimanent (sprich: gesellschaftsrelevant), gegen allles, was aus dem islamischen Ramen fällt, mit aller aufzubietenden Macht Widerstand zu bieten.
GIL |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 27 Jan 2010 - 21:44:07 Titel: |
|
|
Wir werden den islamistischen Terrorismus nie erfolgreich „bekämpfen“ können, solange wir ihn einseitig verurteilen.
Die christlichen Kirchen - die im Dritten Reich nicht zum Widerstand aufgerufen haben - haben die Widerstandskämpfer des Dritten Reichs erst sehr, sehr spät in ihrer Vorbildfunktion anerkannt. Sie haben nichts, aber auch rein überhaupt nichts daraus gelernt. 2006 musste Bush zugeben – zuvor hatte es seine Außenministerin geleugnet - , dass der CIA weltweit geheime Gefangenenlager unterhält, in denen Terrorismusverdächtige ohne richterliche Überprüfung festgehalten werden.Es ist ein rechtstaatliches und humanitäres Grundprinzip, dass bei der Festnahme von Verdächtigen der Verdacht durch unabhängige Richter geprüft und der endgültige Freiheitsentzug durch unabhängige Richter angeordnet wird . Ohne solche Überprüfungen gilt jeder Festgenommene als unschuldig! Was geschieht in diesen CIA - Lagern? Die Gefangenen wurden – oft aufgrund grundloser, lediglich durch die ausgesetzten Kopfprämien motivierter Denunziation - , in die Lager verbracht.Der Verdacht wird durch Folterungen überprüft. Jedenfalls foltert man, um irgendwelche Erkenntnisse über die Terrorszene zu erhalten.Da die Lager geheim sind, besteht keinerlei Motivation zu einer menschenwürdigen Behandlung. Um die Lager und die Behandlung der dortigen Gefangenen geheimzuhalten, werden die Gefangenen zu Tode gefoltert
Selbst wenn es – nach übervorsichtiger Schätzung - „nur“ 200 solcher Lager mindestens geben sollte und in jedem mindestens 200 Gefangene festgehalten werden, kann man sich – bei Berücksichtigung der Fluktuation - ausrechnen, dass in diesen Lagern seit ihrer Errichtung Millionen als unschuldig geltender Menschen zu Tode gefoltert worden sind.
Die Kirchen haben nicht zum Widerstand gegen Bush aufgerufen.Im Gegenteil haben die meisten Kirchen der USA dessen Wiederwahl unterstützt.
Selbstverständlich kann Unrecht gegen Unrecht nicht aufgerechnet werden. Aber man kann redlicher-und humanitärerweise nicht immer nur die Opfer des islamistischen Terrorismus beklagen, über die Opfer des Gegend terrors jedoch schweigen ! |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 28 Jan 2010 - 01:48:29 Titel: |
|
|
Lieber Knut
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Wir werden den islamistischen Terrorismus nie erfolgreich „bekämpfen“ können, solange wir ihn einseitig verurteilen. |
Das verstehe ich nicht. Was heisst hier einseitig? Auch Muslime verurteilen den islamistischen Terrorismus. Man kann menschenfeindliche Vorgänge nicht deutlich genug mit Worten geisseln. Jede Verharmlosung oder sonst irgendwie geartete Relativierung ist grundverkehrt. Dein Zitat stellt eine solche Relativierung dar:
| Professor Dr. Felix Wilfred, Theologe und katholischer Priester hat folgendes geschrieben: | | "Der Terrorismus ist lediglich das Nebenprodukt einer Welt, die über die Produktion, das Vermarkten und Anhäufen tödlicher Waffen und eines riesigen Zerstörungspotenzials nicht laut genug in zornigen Protest ausbricht." |
Abgesehen davon, dass Zorn und Lautstärke auf der emotionellen Ebene passiert und letztlich ein Zeichen von Schwäche und mangelhafter Erkenntnis ist, sind die Ziele von Terroristen und diejenigen von staatlichen Armeen nicht im geringsten kongruent, selbst wenn man dies spiegelbildlich betrachten wollte. Ausserdem sind es nicht die Waffen und auch nicht deren Vermarktung, die dem Terror Vorschub leisten. Der Terror dreht nicht an der globalen Rüstungsspirale (das gehört ins Fach der Weltmächte), sondern hinter dem Terror steckt blanker Hass, Hass nota bene nicht gegen Waffen und auch nicht gegen den Soldaten, der die Waffen bedient, auch nicht gegen den Staat, weil er eine Armee unterhält, sondern aus kulturellen oder ideellen Gründen. Der Terrorist sucht auch gar nicht den Waffengang, sondern er will die Bevölkerung einschüchtern. Das ist ein ganz anderes Ziel als dasjenige einer Armee, die die Sicherheit seiner Staatsbürger und die Behauptung der Staatssuveränität zur Aufgabe hat.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Die christlichen Kirchen... haben nichts daraus gelernt. 2006 musste Bush zugeben ... CIA ... Die Kirchen haben nicht zum Widerstand gegen Bush aufgerufen ... |
Das Christentum ist von seinem "Begründer" absolut unpolitisch gedacht ("mein Reich ist nicht von dieser Welt"), und ich befürworte das, denn die Kirche soll sich aus dem Politgeschäft raushalten. Das Wichtigste in einer Religion ist das Spirituelle. Sie sollte sich nicht um die Umsetzung einer als göttlich gedachten - letztlich aber von Menschen geschaffenen - weltlichen Ordnung kümmern, so wie es im Islam der Fall ist.
Abgesehen davon stimmt es nicht, was Du sagst: Sogar der Papst verurteilte Busch's Irak-Feldzug mit deutlichen Worten und rief zum Frieden auf.
GIL |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 29 Jan 2010 - 02:49:47 Titel: |
|
|
@Gott ist Liebe
Dein Name ist bereits einseitig und ein Widerspruch in sich, weil es alles mögliche sein könnte.
| Zitat: | | Jede Verharmlosung oder sonst irgendwie geartete Relativierung ist grundverkehrt. |
Wer sagt das, steht es irgendwo in einem Gesetz, dass Relativierung grundverkehrt ist? Ich glaube nicht. Genau das ist einseitig,.... dualistisches Denken: Alle meine Kritiker sind böse und von grundauf schlecht. Glaub ruhig an schwarz und weiß. Es wird dir ja nicht verboten, sondern nur in Frage gestellt. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen. |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 29 Jan 2010 - 16:17:50 Titel: |
|
|
„Gott ist Liebe“ - wie wahr! -, ich glaube, du hast meinen Beitrag zumindest in zwei Punkten missverstanden.
Mir ging es nicht um den „ Irak-Feldzug“ oder um „Armeen“, sondern um die menschenverachtenden Praktiken des CIA zum Beispiel bei den Massenmorden an als unschuldig Geltenden in den geheimen Gefangenenlagern.
Unsere Öffentlichkeit ist so „einseitig“eingestellt,dass bereits völlig verdrängt worden ist, dass der CIA in den Nachkriegsjahrzehnten in Lateinamerika ,Afrika und in Fernost, aber auch in Europa (Griechenland) in blinder antikommunistischer Haltung, besser gesagt: zum Schutz der Profitinteressen der USA- Wirtschaftskonzerne, eine Fülle von blutrünstigen Diktaturen installiert hat (Auch Bin Laden ist ein Kind dieser Politik).Vergessen ist offenbar auch, dass bei der Öffnung der geheimen Archive in den neunziger Jahren zutage getreten war, dass der CIA in Zusammenarbeit mit der britischen Regierung an 100- Tausenden von ahnungslosen Krankenhauspatienten in den USA und in Großbritannien tödliche Nuklearversuche durchgeführt hat, ferner, dass er auf Steuerkosten mit eigenem Personal und eigenen Hubschraubern am Verschwindenlassen von Contras durch Abwürfe – im gefesseltem Zustand - in den Ozean mitgewirkt hat. |
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 02 Feb 2010 - 01:14:24 Titel: |
|
|
Lieber Knut
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Mir ging es nicht um den „ Irak-Feldzug“ oder um „Armeen“, sondern um die menschenverachtenden Praktiken des CIA zum Beispiel bei den Massenmorden an als unschuldig Geltenden in den geheimen Gefangenenlagern. |
Ich verstehe es noch immer nicht: In welchem Zusammenhang ging es Dir dabei? Ging es Dir darum, den Terrorismus mit den CIA-Praktiken zu rechfertigen? Du gibst mir sicher recht, dass jede Rechfertigung eine Relativierung wäre. Ich halte dagegen, dass der Terror nicht die CIA-Leute trifft, sondern (fast) ausschliesslich Unbeteiligte und Unschuldige.
Solltest Du einen andern Zusammenhang gemeint haben, so frage ich mich, was die CIA mit dem Thread im allgemeinen und mit dem islamistischen Terrorismus im speziellen zu tun haben soll.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | ... CIA ... in blinder antikommunistischer Haltung, ... |
Die antikommunistische Haltung hat sich als nicht per se falsch erwiesen. Die Politik im Ostblock unterschied sich in seiner Menschenfeindlichkeit und der Gefahr für den Weltfrieden kaum dem gemeinsam erfolgreich besiegten Nazireich. Was aber nicht heissen will, dass dies die CIA-Methoden rechtfertigt.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | ... blutrünstigen Diktaturen installiert hat (Auch Bin Laden ist ein Kind dieser Politik). |
Falsch.
Erstens wurden vom CIA keine Diktaturen installiert, sondern die amerikanische Politik hat Diktaturen höchstens gestützt, wirtschaftlich und militärisch, wobei beispielsweise das Schah-Regime unterm Strich vergleichsweise harmlos war im Vergleich des heutigen Mullah-Regimes.
Zweitens ist Bin Laden kein Kind der CIA-Politik, sondern die USA hatten die afghanischen Mujahedin mit Waffen beliefert, da sie bis 1996 eine gemeinsame Politik verfolgten, die anti-schiitisch, anti-iranisch und prowestlich (im Sinne von antisowjetisch) war. Die Taliban waren nur eine, wenn auch schliesslich die stärkste Kraft innerhalb der Mujahedin, so dass es so aussah, als erfahre mit ihnen dieses krisengeschüttelte Land eine Stabilisierung. Was daran - bitte schön: aus damaliger Sicht - falsch sein soll, ist mir nicht klar. Bin Laden war kein Mujahedin und auch kein Taliban, sondern er exilierte im Mai 1996 nach Kabul und befand sich seither im Schutz der Taliban. Dass er ein Kind der CIA wäre, ist eine Geschichtsklitterung.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Vergessen ist offenbar auch, dass bei der Öffnung der geheimen Archive in den neunziger Jahren zutage getreten war, dass der CIA in Zusammenarbeit mit der britischen Regierung an 100- Tausenden von ahnungslosen Krankenhauspatienten in den USA und in Großbritannien tödliche Nuklearversuche durchgeführt hat, ferner, dass er auf Steuerkosten mit eigenem Personal und eigenen Hubschraubern am Verschwindenlassen von Contras durch Abwürfe – im gefesseltem Zustand - in den Ozean mitgewirkt hat. |
Könntest Du mit Links untermauern, was Du hier behauptest? Deine Behauptungen sind nicht einmal heisse Luft. Und noch einmal: Möchtest Du damit behaupten, der Terror gegen unschuldige Menschen sei durch die CIA-Praktiken gerechtfertigt?
@Kai-369
| Kai-369 hat folgendes geschrieben: | | Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben: | | Jede Verharmlosung oder sonst irgendwie geartete Relativierung ist grundverkehrt. |
Wer sagt das, steht es irgendwo in einem Gesetz, dass Relativierung grundverkehrt ist |
Ich sage es! Ich sage, dass der Terror nicht relativiert und verharmlost werden darf.
Keine Toleranz der Intoleranz!
Warum Ihr Deutschen aus Eurer Geschichte noch immer nichts gelernt habt?!?!
| Kai-369 hat folgendes geschrieben: | @Gott ist Liebe
Dein Name ist bereits einseitig und ein Widerspruch in sich, weil es alles mögliche sein könnte. |
Wer diskutiert denn hier über Nicks?
Und noch etwas: Erkläre mir bitte, worin Du in der Aussage meines Nicks einen Widerspruch siehst? Hier ein Link zum Thema.
GIL |
|
 |
Kai-369 Gesperrter User

 Anmeldungsdatum: 05.08.2008 Beiträge: 981 Wohnort: Stuttgart
|
Verfasst am: 02 Feb 2010 - 14:23:25 Titel: |
|
|
| Zitat: | Ich sage es! Ich sage, dass der Terror nicht relativiert und verharmlost werden darf.
Keine Toleranz der Intoleranz!
Warum Ihr Deutschen aus Eurer Geschichte noch immer nichts gelernt habt?!?! |
Du hast generell ein vorurteilhaftes Bild über Deutsche, dass überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat. Wenn es dich so brennend interessiert... jeder der denkt, dass man auf sein Land stolz sein kann, hat noch nicht gemerkt, dass er auf ein Stück Erde und Dreck seine Hoffnung aufbaut.
Um jetzt zu deinem Zitat zurückzukommen...
Keine Toleranz der Intoleranz!--> Die Kantsche Logik ist doch gar nicht mehr mit der Moderne vereinbar. Der Dualismus ist schon seit über einem Jahrhunder zusammengebrochen, wobei sich manche immer noch damit rumplagen. Ist es nicht ein schlimmeres Übel, dass zu verurteilen, worüber man nichts festes in der Hand hat? Terror wird doch nur verurteilt, weil es Gesetze gibt, die bestimme Dinge verbieten, die wenn es sie nicht geben würde, der Reiz wesentlich kleiner wäre aus dem Rahmen zu fallen. Die sog. "Schattenseite" einer Ordnung, die aufgrund des Menschen fehlbar ist bringt immer das hervor wo sich alle fürchten, gerade weil sie Probleme haben sie zu akzeptieren und sie versuchen auf eine schizophrene Art und Weise zu verbannen oder einzusperren. Es balanciert sich eben aus und wie schon Nietzsche und Sartre gesagt haben ist das Leid der Welt und der Konflikt unausweichlich und um sie zu meistern, muss man sie zulassen um darüber hinauszuwachsen und nicht davonrennen. Kants Logik scheitert doch alleine schon bei seinem kategorischen Imperativ, der in seiner Zeit ganz "lustig" war. Die Realisierung dieses Imperativs ist aufgrund der Komplexität des Menschen unmöglich. Von einem neutralen Standpunkt muss man sich doch mal die Frage stellen, ob nicht doch das Gesetz vllt eine Art legaler Terror darstellt. Schließlich bestimmen die über ein dutzend von leichgläubigen Schafen. Deshalb ist Relativismus doch nichts negatives, nur weil man sich fürchtet auf absolute Gewissheiten zu verzichten. Absolute Gewissheiten sind schon lange nicht mehr der Fall und denke erst mal darüber nach, bevor du auf die Deutschen zeigst. Man könnte genauso auf die Amerikaner den Finger zeigen, aber das wäre eine Verallgemeinerung. Es gibt immer Individuen die von der Norm abweichen und nicht dem Trend hinterherrennen und eigene Meinungen zu einem Thema haben.
Und bezüglich des Wikipedia-Links...über Gott etc....
Ich glaube nicht, dass du deine Vermutung über Gott nur auf Wikipedia stützt. Muss ich mich wiederholen oder was hast du unter Antropomorphismus nicht verstanden? Liebe ist eine Emotion, die du auf eine Vorstellung Gott projezierst und alles sog. "negativen" Emotionen wie Hass und Wut, die selben Ursprungs sind nicht hineinprojezierst. Von daher widerspricht sich der Ausdruck "Liebe sei Gott" mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9%. _________________ Die Babypille ist wahrlich ein Segen.
Zuletzt bearbeitet von Kai-369 am 02 Feb 2010 - 22:03:17, insgesamt 9-mal bearbeitet |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
Verfasst am: 02 Feb 2010 - 20:28:27 Titel: |
|
|
„Gott ist Liebe“,
ich weiß nicht, wie alt du bist. Ich jedenfalls bin so alt, dass ich die Zeitungsberichte noch lebhaft in Erinnerung habe, in denen die Massenmorde der CIA an ahnungslosen Krankenhauspatienten und an lateinamerikanischen Contras gemeldet worden sind. Ich kann dir dazu keine Links gegeben, von denen ich ohnehin nichts halte. Ich müsste erst danach suchen. Das kannst Du aber ja auch. Allerdings kann ich dir mit meinem Archiv dienen. Da du glaubst, Christ zu sein, verweise ich zunächst auf:
„Junge Kirche“, Zeitschrift europäischer Christinnen und Christen, Heft 12/96, Seiten 708 f. Dieses Exemplar wurde verteilt von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, Hauptstraße 13, Nordseebad ,26465 Langeoog.
Weiterhin verweise ich auf die Ausgabe der „Die Welt“ vom 25.11.1996.
Schließlich führe ich noch an: „Frankfurter Rundschau“, Ausgabe vom 22. 11. 1996 .
Wenn du dich in eine Bibliothek begibst und dort nach den Zeitungsmeldungen aus dieser Zeit nachforschst, wirst du auf den Wirbel stoßen, den die CIA - Massenmorde damals im Blätterwald auslösten (und heute ist alles vergessen!)
Also, von wegen „ heiße Luft“! Ich bitte dich schon sehr, zur Sachlichkeit zurückzukehren!
Zu den weiteren Fragen, die du aufgeworfen hast:
Ich habe doch ausdrücklich betont, dass Unrecht nicht mit Unrecht aufgerechnet werden kann und darf.
Nicht nur der islamistische Terror trifft „ausschließlich Unschuldige“, sondern auch der CIA-Terror in den weltweit unterhaltenen Gefangenenlager.Denn nach rechtsstaatlichen Grundsätzen gilt jeder Festgenommene so lange als unverdächtig, bis nicht ein unabhängiger Richter den Tatverdacht festgestellt hat. Und er gilt so lange als unschuldig, bis nicht seine Schuld durch einen unabhängigen Richter festgestellt wird.
War denn der Kommunismus (insbesondere Stalins Massenmorde) mehr menschenverachtend , als es der Kapitalismus insbesondere heute ist? Menschenverachtung ist nicht steigerungsfähig. Davon abgesehen unterscheiden sich die Massenmorde der CIA in der Vergangenheit und heute in nichts – weder qualitativ noch quantitativ - von denen Stalins.
Der CIA hat keine blutrünstigen Diktaturen installiert? Er hat Hunderte von freigewählten Staatsoberhäuptern ermorden lassen, als Beispiel seien nur Salvator Allende angeführt.Er hatte im Westen wie Dubcek im Osten eine humane Gesellschaftsordnung erproben wollen. Weder dem einen noch dem anderen wurde die Chance eingeräumt. Im Westen schlug das Großkapital, das um seine Beuteobjekte fürchtete, und im Osten das Militär zu.
Bin Laden wurde nicht von der CIA ausgebildet? Jetzt kommt meine Retourkutsche: Kannst du mir dafür einen Link geben?
Was das alles mit dem Thema Islam zu tun hat? Du kennst das biblische Gleichnis vom Splitter beziehungsweise Balken im Auge. |
|
 |
knut hacker Senior Member

 Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1037 Wohnort: Hölle auf Erden
|
|
 |
Gott ist Liebe Senior Member

 Anmeldungsdatum: 10.03.2008 Beiträge: 1040 Wohnort: Schweiz, männlich
|
Verfasst am: 08 Feb 2010 - 21:21:59 Titel: |
|
|
Lieber Knut
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Ich jedenfalls bin so alt, dass ich die Zeitungsberichte noch lebhaft in Erinnerung habe, in denen die Massenmorde der CIA an ahnungslosen Krankenhauspatienten und an lateinamerikanischen Contras gemeldet worden sind. |
Ich bin der letzte, der kriminelle Taten der CIA schönreden wollte. Darum geht es aber hier nicht, und ich bedauere es nachträglich, Deine Behauptungen in Frage gestellt zu haben, denn die Frage stellt sich ganz anders, nämlich: Warum sprichst Du überhaupt darüber und warum bringst Du das mit dem islamistischen Terrorismus in Verbindung? Wo ist der Zusammenhang? Womit soll was relativierend betrachtet oder gar gerechtfertigt werden?
Ich hatte gar nie vor, mich zu den kriminellen CIA-Praktiken zu äussern oder sie gar zu rechtfertigen, obschon es für eine relativierenden Blick in anbetracht des Stalin- und des Mao-Regime durchaus genügend Anlass gäbe, zumal es sich um Regimes handelte, die mehr Tote im eigenen Land zu verantworten hatten, als es Tote während des gesamten 2. Weltkriegs gab (nämlich 85 Mio. gegenüber 55. Mio.). Aber das ist hier überhaupt nicht das Thema.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | CIA - Massenmorde ...
Also, von wegen „ heiße Luft“! Ich bitte dich schon sehr, zur Sachlichkeit zurückzukehren! |
Ich bestreite nicht, dass innerhalb der CIA Morde begangen wurden, aber ich bestreite, dass MASSEN-morde planmässig durchgeführt worden seien, vergleichbar mit dem Tian’anmen-Massaker am 3-4. Juni 1989 oder der fortdauernden Niederschlagung der iranischen Protestbewegung innerhalb des vergangenen Halbjahres (siehe auch das Bild, das an Nazideutschland erinnert). Das mag letztlich eine Bewertungsfrage sein, die jeder anders sehen mag, wobei es aber in jedem Falle zynisch ist, kriminelle Taten oder gar den Terror gegeneinander abzuwägen. Du scheinst genau das hier zum Diskussionsthema machen zu wollen, wobei ich Dich frage, aus welchem Beweggrund Du das tust: Beabsichtigst Du, den islamistischen Terror mit den CIA Massenmorden gleichzusetzen (wenn wir es einmal dahingestellt bleiben liessen, ob solche Morde im Auftrag der CIA ausgeführt worden wären).
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Ich habe doch ausdrücklich betont, dass Unrecht nicht mit Unrecht aufgerechnet werden kann und darf. |
Ja, warum sprichst Du denn das Thema hier in diesem Thread überhaupt an?
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Der CIA hat keine blutrünstigen Diktaturen installiert? Er hat Hunderte von freigewählten Staatsoberhäuptern ermorden lassen, als Beispiel seien nur Salvator Allende angeführt. |
Der Mann heisst Salvador Allende, und geputscht wurde er nicht von der CIA, sondern von der chilenischen Militärjunta.
Aber nochmals: Selbst wenn er von der CIA ermordet worden wäre, warum sprichst Du das hier überhaupt an? Was hat das mit diesem Thread zu tun?
Unabhängig davon muss ich hier die von Dir behaupteten "hunderten" von der CIA ermordeten Staatsoberhäupter bestreiten. Das ist nun einfach nichts weiter als Geschichtsklitterei nach linkspolitischem Gusto. Ich wehre mich dagegen nicht deswegen, weil ich rechtspolitisch wäre, was ich nicht bin, sondern weil ich gegen Verdrehungen von geschichtlichen Tatsachen bin.
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Bin Laden wurde nicht von der CIA ausgebildet? Jetzt kommt meine Retourkutsche: Kannst du mir dafür einen Link geben? |
Ja. kann ich: "Natürlich geht es zu weit, aus Bin Laden einen Söldnerführer in amerikanischen Diensten zu machen... "
| knut hacker hat folgendes geschrieben: | | Du kennst das biblische Gleichnis vom Splitter beziehungsweise Balken im Auge. |
Ja, kenne ich. Dieses hat seinen spirituellen und daher persönlichkeitsrelevanten Sinn. Ganz abgesehen davon habe ich mich persönlich noch nie an einer kriminellen Tat, geschweige denn auch nur im entferntesten an einem Terrorakt beteiligt. Dies nur für den Fall, dass Du in mir einen Terroristen ("Balken") vermutet hättest.
Von diesem spirituellen Gesetz unabhängig, nämlich politisch gesehen, auch philosophisch, wissenschaftlich, historisch etc. ist es aber in jedem Falle richtig, sich gegen den Terror zu wenden, egal aus welcher Richtung er kommt. Es ist richtig, ihn unter KEINEN UMSTÄNDEN mit IRGENDWELCHEN ARGUMENTATIONSMUSTERN zu relativieren, verniedlichen oder gar zu rechtfertigen oder sonst in ein wie auch immer geartetes besseres Licht zu rücken. Andernfalls würden wir uns auf dieselbe Stufe begeben, die auf revisionistische Art die im Nazireich begangenen Untaten begründen wollen. Ich habe dabei gerade diejenigen Deutschen in Verdacht, die auf die Amerikaner und deren CIA - oft gepaart mit einer Verurteilung des israelischen Regimes - runterhacken, was nur geht, um ihre Vergangenheit nicht verarbeiten und die latente rechts- und linkspopulistische Gefahr in Deutschland (übrigens auch ausgehend von muslimischen Extremisten), wie sie sich als Neonazis und SED-Nachfolger immer mehr in der Gesellschaft etablieren, nicht sehen zu müssen.
Damit sei nicht behauptet, dass das, was Amerika und Israel tun, O.K. wäre, im Gegenteil: da gäbe es vieles zu bemängeln. Aber genau hier bewahrheitet sich das von Dir zitierte christliche Wort: Den Feind aussen zu sehen, anstatt die Augen über Vorkommnisse im eigenen Land zu öffnen. An der Relativierung von Terror und Massakern, Genozid und systematischer Unterdrückung des Volkes mache ich prinzipiell nicht mit. Da lasse ich mir gerne den Vorwurf des Balkens in meinem Auge gefallen.
GIL |
|
 |
|
| Foren-Übersicht
-> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime |
 |
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde Gehe zu Seite Zurück 1, 2, 3, 4, 5 ... 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68 Weiter
|
| Seite 65 von 68 |
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|