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Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
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W.Kaiser
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Anmeldungsdatum: 09.01.2006
Beiträge: 1623
Wohnort: BGL

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 15:01:15    Titel: Re: Gewissensprüfung

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Verfasst am: 15 Jan 2009 - 15:43:58    Titel: Gewissensprüfung


"Ein grundlegendes Problem arabisch-islamischer Gesellschaften ist die fehlende Tradition der Gewissensprüfung."
Dies sagt ein palästinensischer Lyriker im NZZ-Feuilleton der gestrigen Ausgabe.

Zustimmung?
Schlüsse?

Ich stelle mir zwei Arten von Gewissen vor.
Das biologische Gewissen, es basiert auf der Erinnerung und der Erkenntnis, mein Handeln war günstig für mich oder nicht. Dieses Gewissen kann furchtbar unangenehm werden, da es sich nicht belügen lässt. Es hat Zugriff auf die Körperfunktionen. Man wundert sich, was einem alles passiert, wenn man über längere Zeit ein schlechtes Gewissen hat, also unter Angst oder Stress steht.
Dieses Gewissen lässt sich auch nicht ausschalten. Allenfalls kann sein Einspruch als Einflüsterung des Teufels bezeichnet werden.
Dieses Gewissen dient auch dem Erlangen von Lebenserfahrung und inwieweit bei Tieren solch eine Funktion vorhanden ist, wird mir dann zu hoch.


Das administrative Gewissen, es basiert auf einer Checkliste aus einer Religion oder von der Philosophie oder vom Lebensberater und ist mit Strafe und Schande bewehrt.
Dieses Gewissen hängt vom Kulturkreis ab, in dem man sich bewegt.
Es lässt sich natürlich beeinflussen.

Gewissensfreiheit bedeutete danach, dass man im Konfliktfall statt einem Gesetz oder dem administrativen Gewissen auch dem biologischen Gewissen folgen kann, ohne einen Nachteil zu erleiden.

Die Abgeordneten wären ihrem Gewissen verpflichtet.
Die deutschen Bischöfe beriefen sich auf ihre Gewissensfreiheit, als sie entgegen der Anordnung der Papstes, die Schwangerenberatung zum Schwangerschaftsabbruch fortführten.

Die katholische Kirche streicht besonders deutlich heraus, dass der Katholik letztlich nur seinem Gewissen verantwortlich ist. Weil Gott ihn danach beurteilt?






Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Ist das Gewissen wirklich zwingend rein spirituell/religiöser Natur?

Nein.


Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Von welcher Gewissensprüfung spricht der palästinensische Lyriker, wenn er vom "Mechanismus der Selbstkorrektur" bei gesellschaftsrelevanten Vorgängen spricht?

Vom Hören auf die Vernunft, also dem biologischen Gewissen.


Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Wäre dieses Posting im andern Sammelthread deplatziert gewesen, sprich: Ist die Gewissensprüfung überreligiöser Natur?

Die Gewissensprüfung ist überreligiöser Natur. Im Islam-Sammelthread geht dieses interessante Thema unter.


Mit freundlichen Grüßen

W. Kaiser
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 3649

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 17:20:36    Titel: Re: Gewissensprüfung

[quote="W.Kaiser"]
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Wäre dieses Posting im andern Sammelthread deplatziert gewesen, sprich: Ist die Gewissensprüfung überreligiöser Natur?

Die Gewissensprüfung ist überreligiöser Natur. Im Islam-Sammelthread geht dieses interessante Thema unter.


Inzwischen bin ich auch davon überzeugt und ziehe meine damaligen Einwände zurück, der Thread kann unter Einbringung eines Diskussionsaufrufes a) neu eröffnet werden, b) von mir wieder entsperrt werden, c) im "bestehenden" Thread "Islam und Aufklärung" eingeflochten werden. Die Entscheidung darüber überlasse ich dem Threadstartet Gott ist Liebe, ich werde dann entsprechend tätig (wenn es etwa um das Entsperren geht).
Marina85
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 20:26:51    Titel:

Abdallah hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Des Weiteren habe ich angemerkt, dass - nach Rücksprache mit einer Freundin, die kath. Theologie studiert - es nicht stimmt, dass Abraham, David und Salomon Propheten sind: Abraham war der Stammesvater des Volkes Israel, David der König Israels und Salomon dessen Nachfolger. Im AT sind teilweise die Übersetzungen falsch. Im Übrigen soll die Mehrehe im AT noch andere Bedeutungen haben (folgt Wink ).


Interessant! Wisst ihr ob diesbezüglich Konsens unter den katholischen Theologen herrscht?
In der islamischen Theologie weiß ich sicher, dass die genannten Namen im Koran als Propheten erwähnt und geehrt werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Gott erwählt und als Übermittler beauftragt waren, den Glauben und die Hingabe an dem einen Gott zu lehren.


Hallo Abdallah Smile ,

um zunächst mal auf diese Frage zu antworten: Ja, unter den katholischen Theologen herrscht Konsens darüber, dass die drei besagten Personen die besagten "Stellungen" innehaben, da dies historisch belegbar ist. Dies schließt jedoch nicht aus, dass alle drei im Koran als Propheten genannt sind (die Bedeutung des Begriffs Prophet ist ja - im Gegensatz zur Stellung des Königs - eine Glaubensfrage). Dies kann für euch durchaus "richtig" sein. Jesus ist im Koran ja auch "nur" ein Prophet, für uns dagegen der Messias.
Im Übrigen ist es nicht ausgeschlossen, dass die drei auch als Propheten angesehen werden könnnen, aber sie sind im Christentum nicht die "klassischen" Propheten.
Darüber herrscht zwischen Christentum und Islam jedenfalls kein Streit.

Edit: Kleine Ergänzung
Habe gerade noch erfahren, dass das Ganze auch davon abhänge, welche Definition man für den Begriff Propheten verwendet:
1. Ein Prophet ist jemand, der eine Vision/Audition etc. im Auftrag von Gott erhalten --> Das ist die im Islam gängige Def.; demnach sind auch die drei Benannten Propheten;
2. Ein Prophet ist jemand, der dies berufsmäßig ausgeübt hat (so kennt es die Bibel auch) - diese wurden von Menschen und nicht von Gott ins Amt gesetzt; demnach wären die drei keine Propheten.
3. Große und kleine Propheten, die die Prophetenbücher der Bibel geschrieben haben (das ist das klassische christliche Verständnis); demnach wären die drei auch keine Propheten.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 18 Jan 2009 - 20:56:28, insgesamt 2-mal bearbeitet
Kai-369
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2009 - 20:39:42    Titel:

Zitat:
und außerdem haben wir irgendwo den Schöpfergott mit den Muslimen gemeinsam ob wir wollen oder nicht...

Aus atheistischer Sicht, sehe ich eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden.
Abdallah
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Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 01:44:04    Titel:

Hallo Daniel,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Daniel84 hat folgendes geschrieben:

Deine Ausführung verschleiert natürlich völlig das dieser Hass existent ist. Das vielmehr religiöse Propaganda dafür verantwortlich ist, als der Koran, mag sein.


Es lag weder in meiner Intention, existenten Hass in der islamischen Welt zu verschleiern, noch Augenwischerei bzgl. der Religionsfreiheit von Juden und Christen in islamischen Staaten zu betreiben. Es ging mir ledeglich darum, falsche Aussagen über die Lehren im Islam zu korrigieren. Ich bestätige, dass beides existierte: Hass, der auf Gegenseitigkeit beruhte (und es teilweise auch heute noch tut) und die Religionsfreiheit nicht-islamischer Religionsgemeinschaften in einem islamischen Staat. Nicht in der islamischen Gesellschaft. Da liegt nämlich der Unterschied. Und darauf wollte ich genauer eingehen. In einer islamischen Gesellschaft herrsch(t)en islamische Gesetze. Schon immer gab es Gesetze die das Leben regeln sollten. Und man musste sich an sie halten. Wer im alten Ägypten, im antiken Griechenland oder im Römischen Reich lebte, musste sich an die Gesetze dort halten. Wer im Mittelalter in einer christlichen Gesellschaft leben wollte, musste sich an die von christlichen Führungen aufgestellten Gesetze halten. Was geschah mit jenen, die die Gesetze missachteten? Wer heute in einem demokratischen Land wie Deutschland lebt oder leben möchte, muss sich an die hier aufgestellen Gesetze halten. Was geschieht mit jenen, die das nicht wollen? Wird da ein Auge zugedrückt und dafür Chaos in Kauf genommen? Nein! Es drohen verständlicherweise Strafen! Auch eine islamische Gesellschaft nimmt sich das Recht auf Gesetze zu bestehen, an die sich jeder, der in dieser Gesellschaft leben möchte, halten muss. Jüdische oder Christliche Minderheiten, die z.B. schon bevor so ein islamischer Staat entstand auf diesem Boden lebten (bspw. Aramäer in der Türkei) oder auch später dahin wanderten (bspw. vertriebene Juden aus Europa [es waren mehrere Generationen!] nach Nordafrika), genossen in einem islamischen Staat, neben einer islamischen Gesellschaft, in ihrer eigenen Gesellschaft vollkommene Religionsfreiheit. Es wurden ihnen keine islamischen Gesetze aufgezwungen, sondern es galten die Gesetze aus ihren eigenen Schriften. Sie hatten eigene Richter. Gibt es das in einem demokratischen Land? Dürfen hier Juden, Christen oder Muslime in ihrer eigenen Gesellschaft nach eigenen Gesetze richten? Nein, wir gehen alle zum selben Richter. Steuern mussten sesshafte Juden und Christen (ausgenommen waren behinderte Menschen, Frauen oder Kinder) in einem islamischen Land auch bezahlen, dafür wurden sie vom Millitärdienst enthoben (sie waren also nicht mal dazu verpflichtet den islamischen Staat in dem sie lebten zu verteidigen) und wurden dennoch vom Staat beschützt. Und wir zahlen hier auch alle Steuern - egal ob Juden, Christen, Muslime oder Atheisten. Und wir müssten kämpfen, wenn Deutschland in Gefahr stünde, und dafür gehen wir sogar bis an den Hindukusch. Rolling Eyes

Viele Grüße,
Abdallah
Abdallah
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Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beiträge: 660

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 02:24:57    Titel:

Hallo Marina, vielen Dank für die hilfreiche Antwort! Smile

Marina85 hat folgendes geschrieben:

Darüber herrscht zwischen Christentum und Islam jedenfalls kein Streit.


Das stimmt natürlich. Auch im Koran werden die "Berufe" dieser Propheten im Islam bestätigt und gelten daher nicht als Widerspruch zu ihren Prophetentum. Abraham (saw) galt als Stammesvater des Volkes Israel

Und sein Volk stritt mit ihm. Da sagte er: "Streitet ihr mit mir über Allah, da er mich schon rechtgeleitet hat? Und ich fürchte nicht das, was ihr Ihm zur Seite stellt, sondern nur das, was mein Herr will. Mein Herr umfaßt alle Dinge mit Wissen. Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen." (6:80)

David (saw) als König Israels

"O David, Wir haben dich zu einem Nachfolger auf Erden gemacht; richte darum zwischen den Menschen in Gerechtigkeit, und folge nicht (deinen) persönlichen Neigungen, damit sie dich nicht vom Wege Allahs abirren lassen." (38:26)

Und Salamon (saw) als dessen Nachfolger

"Und Wir bescherten David Salomo. Er war ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich zu Allah. Als vor ihn zur Abendstunde schnelltrabende Rennpferde aus edelster Zucht gebracht wurden, sagte er: "Ich habe die guten Dinge dieser Welt sehr lieb und habe dabei versäumt, meines Herrn zu gedenken" - bis sie die Sonne hinter dem Horizont verborgen war. "Bringt sie zu mir zurück." Dann begann er über ihre Beine und Hälse zu streichen. Und wahrlich, Wir stellten Salomo auf die Probe, und Wir setzten einen Leib auf seinen Thron. Dann bekehrte er sich. Er sagte: "O mein Herr, vergib mir und gewähre mir ein Königreich, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, Du bist der Gabenverleiher." (38:30-34)

Jesus (saw) war Zimmermann und trotzdem Prophet im Islam. Und er wird übrigens auch im Koran als Messias erwähnt:

Wie die Engel sprachen: "O Maria, Allah gibt dir frohe Kunde durch ein Wort von Ihm, sein Name soll sein, der Messias, Jesus, Sohn Marias, geehrt in dieser und in jener Welt, einer der Gottnahen. Und er wird zu den Menschen in der Wiege reden und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein." (3:45-46)

Auch der Prophet Mohammed (saw) war Prophet und Kaufmann.

Und natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass es auch auf die Defintion ankommt, die man für den Titel "Propheten" wählt. Von daher denke ich, dass wir hier nicht aneinander vorbei reden. Smile

Liebe Grüße,
Abdallah
Kai-369
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Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 981
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 08:08:14    Titel:

Friede Feuer Eierkuchen und alles ist gut nicht?
Steve2525
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 1465

BeitragVerfasst am: 18 März 2009 - 17:26:41    Titel:

Was sagt der Islam eigentlich zu den im Christentum höchst umstrittenen Themen wie Abtreibung, Empfängnisverhütung und (aktiver) Sterbehilfe? Würde mich mal interessieren.
godaime
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 413

BeitragVerfasst am: 20 März 2009 - 18:51:48    Titel:

Abtreiben darf man nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Das müssten glaub ich 39-41 Tage sein. Wieviel genau kann ich dir leider nicht sagen. Dazu findest du aber schnell was im Netz.
Empfängnisverhütung ist gestattet. Sex dient nicht nur zur Fortpflanzung sodnern auch zur sexuellen Befriedigung. Und da nicht jeder gerne Kinder kriegt nur weil er Lust auf Sex hat, darf er/sie gerne entsprechend verhüten.

Sterbehilfe ist nicht gestattet isweot ich weiss.
Android-369
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Anmeldungsdatum: 24.04.2009
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 24 Apr 2009 - 20:02:55    Titel:

Ich habe eine Frage an die Muslime.
Wie denkt ihr über die Homosexuellen die auch unter euch sind?
Ohja, wir wollen nicht vergessen oder auschließen, dass die Natur nur so voller Homosexualität wimmelt. Da kommt eine Spezies daher und behauptet es sei unnatürlich?
Klärt mich bitte auf.
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