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Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
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Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime
 
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Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2010 - 12:22:16    Titel:

Lieber Knut

Ich weiss nicht, worauf Du hinaus willst bei Deiner Antwort auf meinen Thread:
"Religionsfreiheit im Islam: Tod bei Apostasie" 08 Nov 2010, 20:00:50
(wegen der Forumsregeln hier unter "Der Islam und seine Richtungen – Fragen an Muslime" gepostet).

Auf meinen Hinweis, dass muslimische Konvertiten, die vom Islam abfallen oder sich zum Christentum bekennen, hier in Europa getötet werden, brachtest Du Koranzitate, die dem widersprechen sollten, vermutlich um zu sagen, dass dies unislamisch sei und es verschiedene muslimische Richtungen gebe.

Darauf engegnete ich Dir, dass es nur einen Allah, nur einen Koran, nur einen Propheten und nur eine Hölle gebe, was Du wiederum zu relativieren versuchtest, indem Du sagtest, dass sich ein Muslim vor der Hölle eigentlich nicht zu fürchten brauche, weil sie ihm nicht sicher sei und der Aufenthalt darin nur vorübergehend sei, was in dem Zusammenhang wohl heisst, dass der Islam so streng nun auch wieder nicht gehandhabt werde.

Daraufhin erklärte ich Dir, dass dem nicht so sei und dass ich den Islam nicht nach seinem religiösen Gehalt beurteile, sondern danach, welches Gesellschaftssystem er verkörpere, insbesondere nach den schriftlich dokumentierten Regeln und deren Umsetzung in der Praxis. Ich erklärte, dass für mich entgegenstehende Lippenbekenntnisse kein Masstab seien, sondern ich mich nur von systemimmanenten Grundlagen imponieren lasse, woraufhin Du erklärtest, man müsse halt alle Religionen verurteilen.

Meine Frage an Dich ist: Was ist nun überhaupt der Inhalt Deiner Ausführungen? Oder anders: Was wolltest Du eigentlich sagen?

Sollen sich islamische Verbände weiterhin indifferent verhalten, wenn muslimische Apostaten von ihren Religionsangehörigen umgebracht werden oder wenn Menschen im Namen des Islam genötigt werden, Dinge zu tun, die sie nicht wollen?

Wie sollen wir reagieren, wenn wir feststellen, dass die typischen gesellschaftskulturellen Probleme des Islam, wie sie in den arabischen Staaten bzw. den islamisch geprägten Kulturen bestehen, nach Europa importiert werden? Sollen wir wegschauen und die Schultern zucken oder was?

Müssen wir uns mit Lippenbekenntnissen von angeblich moderaten Muslimen zufrieden geben oder dürfen wir von diesen Muslimen verlangen, dass sie sich mit dem glaubens-inhärenten Gewaltproblem des Islam auseinandersetzen und dazu öffentlich und nachvollziehbar Stellung beziehen.

GIL
knut hacker
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Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 1037
Wohnort: Hölle auf Erden

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2010 - 19:26:50    Titel:

Hallo GIL,

ich bedauere, wenn ich dich verwirrt habe, aber du hast es umgekehrt auch,weil ich möglicherweise deinen mir sehr aggressiv vorkommenden Stil im Hinblick auf dessen Bezug missverstanden habe. Selbstverständlich kann ich die Empörung nachvollziehen, wenn du sie lediglich auf den Inhalt deiner links bezogen hast, also darauf, wie ein Glaube, der sich „Islam = Friede“ nennt und deren Anhänger sich „Muslime = die sich Gott hingeben“ nennen, durch Religion und Macht in sein Gegenteil bis hin zum Terrorismus pervertiert wird ( mir ist der gegenwärtige Boom unter den Jugendlichen, zum Islam überzutreten und in arabische Länder auszuwandern, unbegreiflich, aber das gilt ja für jede Mode).

Mein Anliegen ist und war es lediglich, keinen Hass zu schüren. Hass lässt sich nicht mit Hass bekämpfen.Man muss die Ursachen des Hasses, der sich in der arabischen Welt gegen der westliche entwickelt hat, selbstkritisch analysieren und zum Ausgangspunkt für einen Abbau dieses Hasses machen. Das ist jedenfalls einen Versuch wert. Wenn er scheitert - wie die bisherigen Versuche Obamas- , bleibt der Hass.Vor diesem können wir uns aber nicht durch Gegenhass und dadurch schützen, dass wir unsere eigenen Grundwerte an eine nicht zu erreichende Sicherheit verraten, sondern durch nüchternen Realismus.Das ist bisher in der Weltgeschichte noch nie dadurch gelungen, dass man andere „ zur Vernunft bringt“ oder gar überzeugt. Notwendig ist das gegenseitige Kennenlernen und der Kontakt auf gleicher Interessenbasis, die leider immer eine bloß wirtschaftliche gewesen ist und wohl bleiben wird.Der Kommunismus ist zusammengebrochen, weil die Leute Wohlstand wollten, nicht aus Freiheitsdrang. Dem islamischen Fundamentalismus könnte möglicherweise entsprechend der Boden entzogen werden, wenn der Kapitalismus des Westens und des Ostens in der arabischen Welt nicht mehr überwiegend in Waffen investiert, sondern in verteilungsfähige Wirtschaftsgüter. Die Opposition im Iran zum Beispiel nährt sich von der westlichen Orientierung, nicht von der moralischen Verdammung des Regimes. Ebenso ist es übrigens in China. Und so war es im kommunistischen Block. Ich bin kein Kapitalist (auch kein Kommunist), aber es gilt halt immer noch der Spruch von Brecht: erst das Fressen und dann die Moral! Aber das ist nur ein Aspekt. Die Welt ist komplex. Die großen Vereinfacher ziehen die Massen an und tyrannisieren sie.Und die Schwarz – Weiß – Malerei der selbst ernannten Wahrer des Abendlandes (die keine Ahnung von der Antike haben) fördert den Sieg des Irrsinns.

Zum Abschluss nur der Vollständigkeit halber die von mir angeführten Zitate zur islamischen Höllenvorstellung aus meiner arabisch-deutschen Koranausgabe:

S.11,108: Darin (im Feuer;V.107) zu bleiben, solange die Himmel und die Erde dauern, es sei denn, dass dein Herr es anders will. Wahrlich, dein Herr bewirkt alles, was Ihm gefällt.

S.9,106: Und es sind andere, die auf Allahs Entscheid warten müssen. Er mag sie bestrafen, oder Er mag sich zu ihnen wenden mit Erbarmen; denn Allah ist allwissend, allweise.

Ergänzend:

S.6,129: … er wird sprechen: „Das Feuer sei euer Aufenthalt, darin sollt ihr bleiben, es sei denn, dass Allah anderes will.“ …

S.10,108: Und wenn dich Allah mit einem Übel trifft, so gibt es keinen, der es hinwegnehmen kann, als Ihn allein; und wenn Er dir Gutes gönnt, so gibt es keinen, der Seine Gnade zu hindern vermöchte. Er lässt sie unter Seinen Dienern zukommen, wem Er will, und Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.

Diese „Uberechenbarkeit“ Allahs hatte der Papst ja in seiner berühmt gewordenen Regensburger Rede als wichtigen Unterschied zum christlichen Gott hervorgehoben.: „.. für die muslimische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, dass Ibn Hazm so weit gehe zu erklären, dass Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Götzendienst treiben.“Er weist allerdings darauf hin, dass es auch in der christlichen Theologie des späten Mittelalters solche Tendenzen gegeben habe ( Duns Scotus u.a.).
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2010 - 21:11:28    Titel:

Lieber Knut

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Ich betreibe Gesellschaftskritik an der herrschenden Situation in muslimisch geprägten Systemen, ähnlich wie der Marxismus auf seine Weise Systemkritik führte. Mich interessiert am Islam nur der politische Bereich, und diesbezüglich darf meine Kritik beissend sein, so wie ich auch gegenüber andern Fehlentwicklungen, wie Rassismus und Diskriminierung, Klartext spreche. Es liegt nicht an mir, dass meine Kritik immer als Kritik an der muslimischen Religion missverstanden wird, sondern das liegt am islamischen System und der Tatsache, dass dieses System selber keinen Unterschied zwischen religiösem Glauben und Gesellschaftsordnung macht und daher meint, sich jede Kriitk am Islam verbitten zu müssen.

knut hacker hat folgendes geschrieben:
Selbstverständlich kann ich die Empörung nachvollziehen, wenn du sie lediglich auf den Inhalt deiner links bezogen hast, also darauf, wie ein Glaube, der sich „Islam = Friede“ nennt und deren Anhänger sich „Muslime = die sich Gott hingeben“ nennen, durch Religion und Macht in sein Gegenteil bis hin zum Terrorismus pervertiert wird

Nun ist aber die Gewalt ein systemimmanenter Teil des Islams, dies einfach deswegen, weil es im Islam keine Regel gibt, aus der man sich das Recht ableiten könnte, die wortwörtliche Auslegung von Gewaltversen als unislamisch zu verurteilen. Ein gewalttätig gelebter Islam geht daher absolut systemkonform und stellt keine Pervertierung des Islam da. Die Gewalt war ja schon zu Lebzeiten des "Propheten" Teil des Islam.

knut hacker hat folgendes geschrieben:
Mein Anliegen ist und war es lediglich, keinen Hass zu schüren.

Aber Hallo! Wir sprechen hier über Gewaltanwendung an abtrünnigen Muslimen, und das soll/MUSS kritisiert und klar auf's Pult gebracht werden dürfen.

GIL
11.11
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Anmeldungsdatum: 26.01.2009
Beiträge: 639

BeitragVerfasst am: 12 Nov 2010 - 21:32:08    Titel:

@ GIL

Selten war mir ein User so unsympathisch. Reines Kindergartengehabe à la "meine Religion ist eh die geilste".

aufhetzen, Hass säen, Unfrieden stiften, aufstacheln, aufputschen, hetzen - siehst du dich hier irgendwo wieder ?!

Noch ein schönes Leben
godaime
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Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 413

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 01:24:43    Titel:

Zitat:
"meine Religion ist eh die geilste

Wenns das denn wäre Rolling Eyes

Soweit ich weiss wurde sein Sohn mal von der Gruppe halbstarker (angeblicher Muslime) verprügelt.Da fielen dann auch Sachen wie, er sei ja nicht mehr Wert als ein Tier weil er ja kein Moslem ist etc.
Sein Hass hat also durchaus verständliche Gründe(Ja, ich spreche von Hass, obwohl Gott ja angelich Liebe sein soll. Jedenfalls formulierte er selbst es damals so Laughing ) . Nur hat sein Verhalten schon krankhafte Züge angenommen.Ich mein, selbst vollblut Blasphemiker versuchen dir nicht bei jeder Gelegenheit einzureden, wie Schei** deine Religion doch ist.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 03:33:21    Titel:

Ich arbeite gerade an der Frage, ob Islam denn wirklich Religion sei. Manchen überrascht diese Frage, wird der Islam doch von Deutschen gerne als Weltreligion bezeichnet.

Zur Beantwortung meiner Frage wende ich mich ausschließlich an Muslime.

"Was ist das spezifisch islamische in deinem Leben als Moslem?"

die Antworten lassen sich so kategorisieren:

Erbe (mein Vater ist Moslem, also bin ich Moslem)
Kultur (die Regeln des Koran bestimmen unser Leben im Alltag)
Glaube (ich bete zu Gott und gehorche seinem Propheten)

Bisher nannten 80% der Befragten die Punkte 1 und 2! Das Gebet wird sehr selten genannt.
Einer der befragten jungen Männer wurde vor kurzem zwangsverheiratet. Er versteht seine Frau nicht, da er ihre Sprache nicht spricht. Er liebt sie nicht aber er "unterwirft" sich (Moslem).

Wie GIL betont, gibt es Gründe für Islamkritik, die gar nichts mit Religion zu tun haben! Und gewiss wäre der richtige Ort für diese Kritik im Islam selbst.

Gruß Dornbusch
Gott ist Liebe
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 09:42:41    Titel:

Lieber 11.11, Godaime und alle

11.11 hat folgendes geschrieben:
godaime hat folgendes geschrieben:
"meine Religion ist eh die geilste

Wenns das denn wäre Rolling Eyes

Sich mit seiner Religion zu brüsten, ist bigott und unreligiös.
Ich aber übe nicht Kritik am Islam als Religion, sondern als Gesellschaftsmodell. Daher ist Deine Kritik unangebracht.
Aber die Reaktion von Godaime ist illustrativ!

godaime hat folgendes geschrieben:
Soweit ich weiss wurde sein Sohn mal von der Gruppe halbstarker (angeblicher Muslime) verprügelt.Da fielen dann auch Sachen wie, er sei ja nicht mehr Wert als ein Tier weil er ja kein Moslem ist etc.
Sein Hass hat also durchaus verständliche Gründe

Wer auf Kritik mit der Hass-Schelte reagiert, braucht sich mit der Kritik nicht mehr sachlich auseinanderzusetzen. Wie praktisch.

Gestern diskutierte ich mit einem Muslim. Er: "Für uns ist es das Schlimmste, mehr als einem Gott zu dienen, wie das beispielsweise die Christen tun." Ich: "Nein, wir Christen sind Monotheisten." Er: "Doch, ihr habt noch Jesus als Gott." Ich: "Nein, Jesus ist Gottessohn. Wir sind uns doch einig, dass Gott/Allah allmächtig ist." Er: "Ja, sicher." Ich: "Wenn er allmächtig ist, warum soll er nicht einen Sohn haben können?" Er: "Hat er aber nicht nötig." Ich: "Darüber reden wir hier nicht, sondern nur darüber, ob Gott so allmächtig ist, dass er einen eigenen Sohn haben könnte." Er: "Ja, da er allmächtig ist, ist das nicht ausgeschlossen." Ich: "Ist Gott so allmächtig, dann kann er auch seinen Sohn auf die Erde schicken, oder nicht? Warum sollte er dies nicht können?" Da war er dann doch etwas irritiert.

Als ich ihn frug, was passieren würde, wenn er zum Christentum konvertierte, sagte er: "Ich käme in die Hölle." Ich: "Das wollte ich Sie nicht fragen, sondern ich möchte gerne wissen, wie Ihre Famlie, die Freunde und ihr Umfeld darauf reagieren würde." Leider wurden wir in diesem Moment gestört.

GIL
lilchen15
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Anmeldungsdatum: 18.08.2010
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 14:47:23    Titel:

Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Aber Hallo! Wir sprechen hier über Gewaltanwendung an abtrünnigen Muslimen, und das soll/MUSS kritisiert und klar auf's Pult gebracht werden dürfen.


Schon mal dran gedacht, dass Gewalt nicht mit der Religion des Menschen zutun hat, sondern mit dem Charackter, Lebenseinstellung, Umgebung etc.?

Schon mal gefragt, warum immer nur die Islamisten NICHT MUSLIME immer im Vordergrund gestellt werden, wo doch tausende von Kinder bzw. Menschen vergewaltigt, abgestochen etc. in DEUTSCHLAND werden?

[Terroristen die dem Islam angehören werden ISLAMISTEN genannt und nicht Muslime.]

Gewalt und Hass hat nichts mit den Islam zutun. Jeder interpretiert etwas (zB Verse), wie er es verstehen möchte.

Ob in den arabischen (bzw. islamischen) Staaten, in Deutschland, in Amerika und und und.. ÜBERALL gibt es Gewalt, es ist nicht bei den Muslimen stehen geblieben.

Ich kenne keine Religion die zu Gewalt anstiftet.. (Nun meine ich die Weltreligionen)

Man sagt: Rede was du denkst, aber bedenke WAS du denkst..

Gruß Lilchen
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Anmeldungsdatum: 10.03.2008
Beiträge: 1105
Wohnort: Schweiz, männlich

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 18:48:43    Titel:

Liebes Lilchen

lilchen15 hat folgendes geschrieben:
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:
Aber Hallo! Wir sprechen hier über Gewaltanwendung an abtrünnigen Muslimen, und das soll/MUSS kritisiert und klar auf's Pult gebracht werden dürfen.

Schon mal dran gedacht, dass Gewalt nicht mit der Religion des Menschen zutun hat, sondern mit dem Charackter, Lebenseinstellung, Umgebung etc.?

So ist es. Ich kritisiere hier den Islam als Gesellschaftssystem und nicht als Religion.

lilchen15 hat folgendes geschrieben:
Schon mal gefragt, warum immer nur die Islamisten NICHT MUSLIME immer im Vordergrund gestellt werden, wo doch tausende von Kinder bzw. Menschen vergewaltigt, abgestochen etc. in DEUTSCHLAND werden?

Ich kritisiere die strukturelle Gewalt und spreche nicht über die Kriminalität als solches. Wir sprechen insbesondere über jene Gewalttaten, bei der sich der Täter auf den Wortlaut des Koran beruft.

Bist Du vielleicht in der Lage, mir zu erklären, aus welchem Recht Du die wörtliche Auslegung von Gewaltversen im Koran aus unislamisch verurteilen darfst? Bislang konnte mir noch kein Muslim eine Antwort darauf geben.

Und dann sprechen wir noch darüber, dass abtrünnige Muslime von ihren ehemaligen Glaubensbrüdern getötet werden, eine Tat, die laut Koran nicht nur gerechtfertigt, sondern gefordert wird.

lilchen15 hat folgendes geschrieben:
Gewalt und Hass hat nichts mit den Islam zutun. Jeder interpretiert etwas (zB Verse), wie er es verstehen möchte.

Doch, hat es. Ich lasse mich nicht für blöd verkaufen, und wenn Du willst, kläre ich Dich gerne über den Islam auf. Kannst Du aber gerne auch selber tun.

Schau, mit Lippenbekenntnissen ist nichts in Richtung Bewältigung des Gewaltproblems im Islam getan. Ihr Muslime müsst dieselbe Aufarbeitung Eurer Kulturgeschichte angehen, wie es die Deutschen mit ihrer Geschichte getan haben. Ihr riskiert sonst bloss, dass wir Nicht-Muslime Euch nicht ernst nehmen, und das würden wir doch gerne.

GIL
knut hacker
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Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 1037
Wohnort: Hölle auf Erden

BeitragVerfasst am: 13 Nov 2010 - 20:21:43    Titel:

Hallo Gil
Gott ist Liebe hat folgendes geschrieben:

Nun ist aber die Gewalt ein systemimmanenter Teil des Islams, dies einfach deswegen, weil es im Islam keine Regel gibt, aus der man sich das Recht ableiten könnte, die wortwörtliche Auslegung von Gewaltversen als unislamisch zu verurteilen.

Ich halte das für einseitig. Das Gleiche könnte man von den zahlreichen aggressiven Stellen in der Bibel sagen. Ich will gar nicht auf das Alte Testament eingehen, da die Christen dieses als durch Jesus überwunden betrachten. Aber ich muss noch einmal insbesondere folgende Jesus- Worte (und weitere Stellen aus dem Neuen Testament) anführen, welche die Christen nicht als unchristlich verurteilen.Um mich nicht dem Verdacht auszusetzen, nur den Islam und nicht auch den christlichen Glauben zu verteidigen, füge ich noch einmal die Rechtfertigung der schlimmsten Gewaltstellen im Neuen Testament an, die ich mir selbst zurechtgelegt habe:

Mk 9,43 ff: Hände abhauen usw.

11, 14,21: Feigenbaum verflucht

12,9: Weingärtner umbringen

16,16: Ungläubige verdammt

Mt 7,2: nach eigenem Recht gerichtet

6,15: keine Vergebung für den, der nicht vergibt

10,15: Vergeltung

10,34: gekommen, um Schwert statt Frieden zu bringen

12,34: „Schlangenbrut“

12,38 ff: Verdammung eines Geschlechtes

18,6: Verwünschung, mit einem Mühlstein um den Hals zu ersaufen

18,34f: Peinigern übergeben

21,43ff: zermalmen

23,33: „Otterngezücht“

25,30: in die Finsternis werfen zum Heulen und Zähneklappern

Lk 12,51: gekommen, um Zwietracht statt Frieden zu bringen

14,26: Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und sich selbst „hassen“( so der griechische Originaltext), um Jünger zu werden

17,2: mit Mühlstein um den Hals ins Meer werfen

19,27: Feinde „niedermetzeln“ ( so der griechische Originaltext)

20,16f: Weingärtner umbringen

Jh 8,44: Juden haben Teufel zum Vater

1.Kor 1,20f: Gott hat Weisheit der Welt zur Torheit gemacht

1,27f: Gott macht die Weisen zuschande

3,17: Gott verdirbt Verderber
Gal 1,8: verflucht

5,12: sollen sich entmannen lassen


zu Luk 19,27:


1) Dieser Text stammt nicht aus dem Original des Lukas Evangeliums. Vielmehr handelt es sich um einen späteren Zusatz, der apokalyptischem Gedankengut entspricht ( Herbst(23),Bd II,S.226 u. 244;Theologie der Gegenwart (82), S. 168; Rudolf Liebig, „Nicht so – anders!“, Seite 41 m. w. N.)
Die theologische Standardausgabe des Neuen Testaments von Nestle-Aland enthält den griechischen Originaltext mit Hinweisen zu jedem Satz auf die späteren Veränderungen sowie die deutsche Übersetzung in der 1984 revidierten Version Luthers und in der Einheitsübersetzung von 1979.Es ist äußerst interessant, die zahlreichen Differenzen zwischen den beiden Übersetzungen und zwischen den Übersetzungen und dem Original zu verfolgen.

2) Inhaltlich schließt der angebliche Satz Jesu an ein Gleichnis an, wo der Herr zum bösen Knecht sagte: „ Mit deinen eigenen Worten richte ich dich...“ Jesus bedient sich also bei der Aufforderung, seine Feinde „niederzuschlachten“ eines Vokabulars aus der Vorstellungswelt dieser Feinde.Er macht sich diese nicht zu Eigen.
Auch kennt Jesus keine Feinde ( Mt 5, 45; Lk 7, 34 ).


zu Mt 10,24 u. Lk12,51:

1) vgl. zunächst Mt 12,19!

2) Auch diese angeblichen Jesus -Worte sind nachträglich in die Evangelien eingefügt worden ( Jerusalemer Bibel, Freiburg 1968, Seite 1382; Liebig a.a.O. S. 37 u. 56f ). Sie beschreiben eine spätere Situation, als die Jünger Jesu in Israel abgelehnt wurden (Knoch in "Anzeiger für die Seelsorge", 5 (1984), Seite 174f )

In der Bibelwissenschaft ist es unstreitig, das lediglich 90 Worte Jesu, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf den historischen Jesus zurückgehen, überliefert sind. Davon gehören acht Worte dem apokryphen Thomas-Evangelium an. Das biblische Johannes-Evangelium mit seinem hochstilisierten Christusbild hingegen geht leer aus ( Gerd Lüdeman,Jesus nach 2000 Jahren, Klampen-Verlag Lüneburg ,2000 , John Dominic Crossan,The Birth of Christianity! "Jesus-Seminar", eröffnet von Robert Funk 1985; Andrew Phillip Smith, Die verborgenen Worte Jesu, Lüchow-Verlag 2006, S. 24f ).Hält man sich streng an historische Standards, lassen sich keine Spruchweisheiten auffinden, die eindeutig auf Jesus zurückzuführen sind. Im übrigen griffen die Evangelisten Spruchweisheiten aus den Traditionen des Nahen Ostens und des Hellenismus auf. Viele der angeblichen Aussprüche Jesu weisen deutliche Parallelen zu anderen Religionen und philosophischen Lehren seiner Zeit auf (Smith a.a. O. S.19).
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