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Linguistik: nicht wohlgeformte (ungrammatische) Derivation
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thinca
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 30 Mai 2007 - 21:12:45    Titel: Linguistik: nicht wohlgeformte (ungrammatische) Derivation

Ich habe folgende Frage: Warum sind die folgenden Derivationen nicht wohlgeformt (ungrammatisch) ?

* Bekommer, * Faller, * Einschläfer , *Sterber

Wie kann man das erläutern?

Ich kann es nur so erklären, dass es zu jedem schon ein Wort gibt (Empfänger, Fallender, Sterbender usw.)

Aber gibt es da nich eine etwas fachgerechtere Lösung?

Ich wäre für jeden Hinweis dankbar.
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 30 Mai 2007 - 23:53:19    Titel:

Interessante Frage.
Schau hier mal nach, unter Derivation. Aber das klingt alles sehr abstrakt.

http://hypermedia.ids-mannheim.de/pls/public/termwb.ansicht?v_app=g&v_id=58

Zu den Wörtern, die du da untersuchen sollst, habe ich folgende Vermutungen oder Anmerkungen:

Die Worbildungen, die da in Ähnlichkeit zu anderen, manchmal genauso sinnlosen, aber häufig in Verkehr gebracht und volkssprachlich in Gewohnheit stehende Vergleichwörter sind, und hier durch die Fragestellung "erprobt", also beurteilt werden sollen, sind ungewöhnlich, weil sie nicht verwendet werden; denn sie sind zwar theoretisch möglich und sinnvoll zu erschließen, aber sie sind nicht in den üblichen Wortschatz übergegangen.

Alle Wörter habe ich im Grimmschen Wörterbuch gefunden; teilweise in anderer Bedeutung als die normale Worter, die einen guten, sinnvollen Ersatz bieten und keine Neubedeutung erzwangen oder nahelegten - aber jeweils als sehr selten "gebucht" wurden.

Z. B. "Faller" ist erklärbar in abgeleiteter, metaphorischer Bedeutung für den "fallenden Rhythmus", nämlich den Trochäus (als Gegensatz zum steigenden Rhythmus (Jambus).

"Einschläfer" ist wohl zu ungewöhnlich, weil eher poetisch oder euphemistisch, als Nominalbildung zu "einschlafen" oder "einschläfern". Hier könnte man argumentieren, dass Missverständisse oder eigenartige Konnotationen bei der ernsten Wortbedeutung "sterben" vermieden werden sollen; außer, wenn es bewusst ironisch-komisch sein sollte in der Intention.

Warum welche Wortbildungen nicht abgeleitet werden, obwohl es vergleichbare Derivate als Vorbilder gibt, ist ein eigenartiges Geheimnis.

Fehlende Wörter oder Fehlwörter sind im Deutschen ulkig.
"Mitlächtern" - hat das Verb einen Sinn? Oder: "nicht mitlächtern"? Man kommt kaum drauf, was es meinen könnte.

Und was könnte "jemanden anduden" heißen?
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2007 - 00:04:50    Titel:

Interessante Frage!

Schau hier mal nach, unter Derivation. Aber das klingt alles sehr abstrakt.

http://hypermedia.ids-mannheim.de/pls/public/termwb.ansicht?v_app=g&v_id=58

Zu den Wörtern, die du da untersuchen sollst, habe ich folgende Vermutungen oder Anmerkungen:

Die Wortbildungen, die da in Ähnlichkeit zu anderen, manchmal genauso sinnlosen, aber häufig in Verkehr gebracht und volkssprachlich in Gewohnheit stehende Vergleichwörter sind, und hier durch die Fragestellung "erprobt", also beurteilt werden sollen, sind ungewöhnlich, weil sie nicht verwendet werden; denn sie sind zwar theoretisch möglich und sinnvoll zu erschließen, aber sie sind nicht in den üblichen Wortschatz übergegangen.

Alle Wörter habe ich im Grimmschen Wörterbuch gefunden; teilweise in anderer Bedeutung als die normalen, nicht befremdlich klingenden Wörter, die einen guten, sinnvollen Ersatz bieten und keine Neubedeutung erzwangen oder nahelegten - aber jeweils als sehr selten "gebucht" wurden.

Z. B. "Faller" ist erklärbar in abgeleiteter, metaphorischer Bedeutung für den "fallenden" Rhythmus, nämlich den Trochäus (als Gegensatz zum steigenden Rhythmus (den Jambus).

"Einschläfer" ist wohl zu ungewöhnlich, weil eher poetisch oder euphemistisch, als Nominalbildung zu "einschlafen" oder "einschläfern". Hier könnte man argumentieren, dass Missverständisse oder eigenartige Konnotationen bei der ernsten Wortbedeutung "sterben" vermieden werden sollen; außer, wenn es bewusst ironisch-komisch sein sollte in der Intention.

Warum welche Wortbildungen nicht abgeleitet werden, obwohl es vergleichbare Derivate als Vorbilder gibt, ist ein eigenartiges Geheimnis.

Fehlende Wörter oder Fehlwörter sind im Deutschen ulkig.
"Mitlächtern" - hat das Verb einen Sinn? Oder: "nicht mitlächtern"? Man kommt kaum drauf, was es meinen könnte.

Und was könnte "jemanden anduden" heißen?
thinca
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2007 - 06:46:54    Titel:

danke für deine Antwort Smile
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