Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Gedichtinterpretation! Kann jemand helfen?
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Gedichtinterpretation! Kann jemand helfen?
 
Autor Nachricht
amrid
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2007 - 20:59:27    Titel:

Zitat:
Zitat:
2. Wir machen euch nicht die Hausaufgaben. Wenn ihr dabei Probleme oder Fragen habt, stellt bitte euren bisher erarbeiteten Lösungsansatz vor.

3. Anfragen ohne Vorleistung werde ich in Zukunft kommentarlos löschen.


Sorry mir waren solche Regeln nicht bekannt!

Die Antworten waren bisher alle schon sehr hilfreich. Danke! Ich werde es demnächst alleine versuchen und meine Ergebnise präsentieren. Hoffe dass mein Thread bis dahin nicht gelöscht wird.

Gruß amrid
phantz
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 1315

BeitragVerfasst am: 31 Mai 2007 - 21:46:23    Titel:

el_pablissimo hat folgendes geschrieben:

Leitthese für die folgende Analyse und die sich ihr anschließende Interpretation

Ich krieg echt Blitzherpes, wenn ich die Begriffe Leitthese/Deutungshypothese lese...
el_pablissimo
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 37
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 01 Jun 2007 - 15:14:25    Titel:

ja, so ist das halt in Deutsch.^^

Literatur interessiert mich echt stark, aber die Richtlinien zur Analyse...

uwähhh!!!
phantz
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 1315

BeitragVerfasst am: 01 Jun 2007 - 22:26:52    Titel:

el_pablissimo hat folgendes geschrieben:
ja, so ist das halt in Deutsch.^^

Literatur interessiert mich echt stark, aber die Richtlinien zur Analyse...

uwähhh!!!


So muss es aber nicht zwingend sein - meiner Meinung nach!

Ich finde, eine Deutungshypothese ist ein Freifahrtschein für das beschränkte Denken.... Rolling Eyes
el_pablissimo
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 37
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 02 Jun 2007 - 15:32:54    Titel:

oder sie ist eine orientierungshilfe für einen in sich schlüssigen Text.
Ob es einem so gerfällt oder nicht, bleibt dahin gestellt.
Eine gute Note erreichst du aber einfacher, wenn du dich an diese Muster hälst.
in der Freizeit kann jeder Sprache als Kunst- und Ausdrucksform sehen. Dann sind keine Grenzen mehr gesetzt. Wink
phantz
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 1315

BeitragVerfasst am: 02 Jun 2007 - 16:06:37    Titel:

el_pablissimo hat folgendes geschrieben:

Eine gute Note erreichst du aber einfacher, wenn du dich an diese Muster hälst.


Ja? Also in meinem Bundesland (NRW) zumindest wird das Herausstellen einer Deutungshypothese in den zentralen Klausuren nicht zwangsläufig gefordert und auch nicht zwangsläufig gefördert....
el_pablissimo
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.05.2007
Beiträge: 37
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 02 Jun 2007 - 16:56:59    Titel:

damit das nicht zu sehr in Richtung Offtopic geht, möchte ich noch den Tipp anbringen, dass selbstverständlich eine Leithypothese nicht genau durch diesen Terminus gekennzeichnet werden muss.
Also ein Satz nach dem Motto: "Die Leithypothese der folgenden Analyse bezieht sich auf die Wahrnehmung, wenn Wahrnehmung wahrgenommen wird."
Ein guter Textfluss macht da mehr her, jedoch kann in den geschickt eine solche Hypothese eingearbeitet werden.
phantz
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 1315

BeitragVerfasst am: 02 Jun 2007 - 19:40:03    Titel:

Eine möglichst früh herausgestelle Thematik, ja, unbedingt, aber direkt zu Beginn eine präzise fokusierte Hypothese? Halt ich für verkehrt, zumal sich die Deutungsperspektive mit dem Textfluss, den Du ansprichst, immer mehr öffnet....
amrid
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 02 Jun 2007 - 22:03:37    Titel:

Also ich finde ihr solltet eure Unterhaltung im PN fortsetzen.^^

Analyse zum Gedicht „Gespräch mit einem Überlebenden“, E. Fried:

Das Gedicht „Gespräch mit einem Überlebenden“, verfasst von Erich Fried, Veröffentlichungsort und –datum nicht bekannt, befasst sich mit der Problematik der Schuldfrage. Es richtet sich auf die Aufgaben des Lebens in der Vergangenheit, bis hin zur Gegenwart, die bewältigt werden müssen, jedoch teils nicht wahrgenommen werden.

Das Gedicht gehört der Neuzeit an. Die dafür charakteristischen Merkmale sind sowohl das nicht vorhandene Reimschema, als auch die Rhythmik, die nicht auffällig vorgezeigt wird. Ebenso unterliegt das Gedicht keiner strengen Gliederung der Strophen.
Es beinhaltet 25 Zeilen, die in sechs Strophen unterteilt wurden. Die Strophen haben keine eingängige Zeilenanzahl, sondern variieren zwischen drei und fünf Zeilen.

Fried lässt in seinem Gedicht eine Art Gespräch von zwei Personen aufkommen. Er lässt den Protagonisten Fragen stellen, die alle eine Schuldbetroffenheit mit sich tragen und den Antagonisten mit philosophischen Antworten reagieren. Das lyrische Ich des Gedichtes nimmt eine besondere Position ein, da während des Gedichtes nicht deutlich wird, ob es sich mit einer weiteren Person unterhält und einen Dialog führt, oder ob es in Monologform sich selbst die Fragen stellt.

Strophe eins, welche die ersten drei Zeilen umfasst, stellt die erste, stark an die Schuld angelegte Frage „Was hast du damals getan, was du nicht hättest tun sollen?“ [Z. 1f.]. Sie beinhaltet eine Anapher, da beide Zeilen mit dem gleichen Wort beginnen. Mit der Frage spricht das lyrische Ich direkt die andere Person an, greift die Vergangenheit auf und möchte herausfinden, was die Person aus ihrer Vergangenheit bereut. Die darauf folgende Antwort „Nichts“ [Z. 3], zeigt durch ihre Kürze und direkte Art, dass sich der Antagonist seines Lebens, eventuell sogar seiner Schuld bewusst ist und sie nicht rückgängig machen möchte. Der Autor macht hier bereits die Thematik des Gedichtes deutlich, bestätigt die Überschrift, da er das Gespräch mit dem Frage/Antwort-Prinzip festigt und charakterisiert die zwei Welten der handelnden Person – die Eine, die interessiert und schuldbewusst die Fragen stellt und die Andere, die ohne Reue antwortet.
Strophe zwei, die Zeilen vier bis acht, zeigt zuerst eine Antithese, da das lyrische Ich die Frage im umgekehrten Sinne wiederholt, ebenso befolgt er den Chiasmus, da es nach dem System, die zwei Sätze zu überkreuzen, vorgeht. „Was hast du nicht getan, was du hättest tun sollen?“, Zeile 4/5, ist die Entgegensetzung zur ersten Strophe, verleitet jedoch dem lyrischen Ich weiterhin den interessierten, schuldbewussten Charakter. Der Antagonist antwortet nun sowohl mit den zwei Gegenüberstellungen „Das und das“ (Z. 6) und „dieses und jenes“ (Z. 7), aber auch mit der verschleierten, ihm weiterhin bewussten, Antwort „Einiges“ (Z. Cool. Fried verwendet hier Ellipsen, unvollständige Sätze, um den Leser vorerst im Unbewussten, Leeren stehen zu lassen und lässt den Antagonisten als kühle, geheimnisvolle Person präsentieren.
Auch Strophe drei, Zeilen neun bis zwölf, beinhaltet zwei Anaphern, die jedoch gekreuzt werden. Zeile neun und elf beginnen jeweils mit dem Wort „Warum“, zehn und zwölf sogar mit den beiden Worten „Weil ich“. Fried befolgt sein Frage/Antwort-Schema, beruht jedoch hier nicht auf einer, sondern auf zwei Fragen und ebenso deren Antworten. Mit der Frage „Warum hast du es nicht getan?“ (Z. 9) probiert das lyrische Ich weiterhin etwas aus dem Gesprächspartner zu kristallisieren. Mit der Antwort „Weil ich Angst hatte“ (Z. 10) zeigt sich der Antagonist zum ersten Mal im Gedicht als unvollkommen, beschreibt eine Gefühlsform von sich und probiert damit sein Tun zu begründen. Dem lyrischen Ich reicht jedoch diese Antwort nicht und fragt somit durch die reflektierende Frage „Warum hattest du Angst?“ (Z. 11) nach, um nun die Antworten zu bekommen, die es erwartet. Die Antwort „Weil ich nicht sterben wollte“ vertieft die Angstposition der antwortenden Person und greift das Schuldgefühl, dem es sich anscheinend stark bewusst ist, auf und leitet sogar das Ende seines Lebens, den Tod ein, den er auf Grund von seinen Taten noch umgehen konnte. Somit leitet Fried in Strophe drei anstatt der kühlen Stimmung eine nachdenkliche, teils düstere Atmosphäre ein und verleiht dem Gedicht anderen Ausdruck.
Strophe vier führt das Thema der vorigen Strophe weiter aus. Sie beinhaltet die Zeilen 13 bis 16 und führt in den ersten zwei Zeilen abermals eine Antithese voran. „Sind andere gestorben, weil du nicht sterben wolltest?“, die Gegenüberstellung des Todes anderer mit dem eigenen, ist eine Frage an die antwortende Person, die abermals das Gefühl der Schuld verdeutlichen soll. Fast zaghaft antwortet die Person „Ich glaube“ (Z. 15), leitet dann eine Pause ein und führt mit dem Wort „Ja“ (Z. 16) weiter. Unsicherheit, Trauer und Wehmut werden hier vorgeführt. Das lyrische Ich bekommt hier eine herrschende Rolle, probiert durch seine Nachfragen über den Antagonist zu bestimmen, eventuell auch über das fortlaufende Leben zu entscheiden, bzw. es zumindest zu beeinflussen. Die Überschrift wird verdeutlicht, da die anderen Menschen, um den Antwortenden, wohl bereits das Ende des Lebens fanden, er jedoch überlebte.
Strophe fünf, die die Zeilen 17 bis 20 umfasst, ist charakterisiert durch die Einleitung des Endes des Gesprächs. Abermals wird eine Gegenüberstellung von Gedanken verwendet, ein Gegensatz wird deutlich. Die Zeilen 17 und 18 mit dem Wortlaut „Hast du noch etwas zu sagen zu dem, was du nicht getan hast?“ enthalten ebenfalls wieder eine Antithese, machen ebenso durch ihre herrschenden, lauten Worte eine richterliche Haltung aus. „Hast du noch etwas zu sagen zu dem, [...]“ hat den Charakter eines Beschlusses, der vollzogen wurde und gibt dem Antagonisten das letzte Wort. Jedoch wirken sie paradox, da sie mit den Worten „[...], was du nicht getan hast?“ fortgeführt werden und somit einen Widerspruch dem Leser klar machen. Es wirkt, wie als wenn der Antwortende des Gesprächs auf eine Strafe sich vorbereiten müsste, jedoch auf eine Strafe dafür, dass er etwas Bestimmtes nicht begangen hat. Darauf antwortet der Antagonist, passend zur Tragik der Frage, „Ja: Dich zu fragen – was hättest du an meiner Stelle getan?“. Die Verzweiflung von ihm wird deutlich und er zeigt, im Vergleich zum Anfang des Gesprächs, nun klares Bewusstsein gegenüber seiner Schuld, obwohl er dies durch eine Gegenfrage probiert zu vermindern. Somit wird in Strophe fünf ein Wendepunkt deutlich, da nun die Position der Schuld wechselte und das lyrische Ich an Kraft dazu gewonnen hat.

Also, hier wie versprochen die bisherigen Ergebnisse (Noch nicht ganz fertig). Bitte um Korrektur!
Lena1986
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 993

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 13:36:14    Titel:

also ich kann jetzt ja nur tipps nach meiner persönlichen meinung geben. aber ich versuchs mal, war damit im deutsch lk ganz erfolgreich.

Zitat:
Analyse zum Gedicht „Gespräch mit einem Überlebenden“, E. Fried:

Das Gedicht „Gespräch mit einem Überlebenden“, verfasst von Erich Fried, Veröffentlichungsort und –datum nicht bekannt, befasst sich mit der Problematik der Schuldfrage. Es richtet sich auf die Aufgaben des Lebens in der Vergangenheit, bis hin zur Gegenwart, die bewältigt werden müssen, jedoch teils nicht wahrgenommen werden.


ich geh mal davon aus, dass der Satz:,,es richtet sich auf die aufgaben..." deine hypothese sein soll. die ist erstens nicht so schön formuliert und zweitens sehr waage. vielleicht eher:Das Gedicht beschäftigt sich mit den Aufgaben vor die die Menschheit in der Vergangenheit und in der Gegenwart gleichermaßen gestellt werden, die jedoch als unlösbar erscheinen. (ist nur ein richtungsvorschlag, da man das gedicht in viele richtungen interpretieren kann).

Zitat:
Das Gedicht gehört der Neuzeit an. Die dafür charakteristischen Merkmale sind sowohl das nicht vorhandene Reimschema, als auch die Rhythmik, die nicht auffällig vorgezeigt wird. Ebenso unterliegt das Gedicht keiner strengen Gliederung der Strophen.
Es beinhaltet 25 Zeilen, die in sechs Strophen unterteilt wurden. Die Strophen haben keine eingängige Zeilenanzahl, sondern variieren zwischen drei und fünf Zeilen.

Fried lässt in seinem Gedicht eine Art Gespräch von zwei Personen aufkommen. Er lässt den Protagonisten Fragen stellen, die alle eine Schuldbetroffenheit mit sich tragen und den Antagonisten mit philosophischen Antworten reagieren. Das lyrische Ich des Gedichtes nimmt eine besondere Position ein, da während des Gedichtes nicht deutlich wird, ob es sich mit einer weiteren Person unterhält und einen Dialog führt, oder ob es in Monologform sich selbst die Fragen stellt.


das ist im ansatz schon gut. ich würde vielleicht noch weiter ausführen, dass in der moderenen literatur häufig dialoge benutzt werden, um das geschehen lebendiger zu machen und bilder vor dem inneren auge des lesers entstehen zu lassen.

Zitat:
Strophe eins, welche die ersten drei Zeilen umfasst, stellt die erste, stark an die Schuld angelegte Frage „Was hast du damals getan, was du nicht hättest tun sollen?“ [Z. 1f.]. Sie beinhaltet eine Anapher, da beide Zeilen mit dem gleichen Wort beginnen. Mit der Frage spricht das lyrische Ich direkt die andere Person an, greift die Vergangenheit auf und möchte herausfinden, was die Person aus ihrer Vergangenheit bereut. Die darauf folgende Antwort „Nichts“ [Z. 3], zeigt durch ihre Kürze und direkte Art, dass sich der Antagonist seines Lebens, eventuell sogar seiner Schuld bewusst ist und sie nicht rückgängig machen möchte. Der Autor macht hier bereits die Thematik des Gedichtes deutlich, bestätigt die Überschrift, da er das Gespräch mit dem Frage/Antwort-Prinzip festigt und charakterisiert die zwei Welten der handelnden Person – die Eine, die interessiert und schuldbewusst die Fragen stellt und die Andere, die ohne Reue antwortet.
Strophe zwei, die Zeilen vier bis acht, zeigt zuerst eine Antithese, da das lyrische Ich die Frage im umgekehrten Sinne wiederholt, ebenso befolgt er den Chiasmus, da es nach dem System, die zwei Sätze zu überkreuzen, vorgeht. „Was hast du nicht getan, was du hättest tun sollen?“, Zeile 4/5, ist die Entgegensetzung zur ersten Strophe, verleitet jedoch dem lyrischen Ich weiterhin den interessierten, schuldbewussten Charakter. Der Antagonist antwortet nun sowohl mit den zwei Gegenüberstellungen „Das und das“ (Z. 6) und „dieses und jenes“ (Z. 7), aber auch mit der verschleierten, ihm weiterhin bewussten, Antwort „Einiges“ (Z. Cool. Fried verwendet hier Ellipsen, unvollständige Sätze, um den Leser vorerst im Unbewussten, Leeren stehen zu lassen und lässt den Antagonisten als kühle, geheimnisvolle Person präsentieren.
Auch Strophe drei, Zeilen neun bis zwölf, beinhaltet zwei Anaphern, die jedoch gekreuzt werden. Zeile neun und elf beginnen jeweils mit dem Wort „Warum“, zehn und zwölf sogar mit den beiden Worten „Weil ich“. Fried befolgt sein Frage/Antwort-Schema, beruht jedoch hier nicht auf einer, sondern auf zwei Fragen und ebenso deren Antworten. Mit der Frage „Warum hast du es nicht getan?“ (Z. 9) probiert das lyrische Ich weiterhin etwas aus dem Gesprächspartner zu kristallisieren. Mit der Antwort „Weil ich Angst hatte“ (Z. 10) zeigt sich der Antagonist zum ersten Mal im Gedicht als unvollkommen, beschreibt eine Gefühlsform von sich und probiert damit sein Tun zu begründen. Dem lyrischen Ich reicht jedoch diese Antwort nicht und fragt somit durch die reflektierende Frage „Warum hattest du Angst?“ (Z. 11) nach, um nun die Antworten zu bekommen, die es erwartet. Die Antwort „Weil ich nicht sterben wollte“ vertieft die Angstposition der antwortenden Person und greift das Schuldgefühl, dem es sich anscheinend stark bewusst ist, auf und leitet sogar das Ende seines Lebens, den Tod ein, den er auf Grund von seinen Taten noch umgehen konnte. Somit leitet Fried in Strophe drei anstatt der kühlen Stimmung eine nachdenkliche, teils düstere Atmosphäre ein und verleiht dem Gedicht anderen Ausdruck.
Strophe vier führt das Thema der vorigen Strophe weiter aus. Sie beinhaltet die Zeilen 13 bis 16 und führt in den ersten zwei Zeilen abermals eine Antithese voran. „Sind andere gestorben, weil du nicht sterben wolltest?“, die Gegenüberstellung des Todes anderer mit dem eigenen, ist eine Frage an die antwortende Person, die abermals das Gefühl der Schuld verdeutlichen soll. Fast zaghaft antwortet die Person „Ich glaube“ (Z. 15), leitet dann eine Pause ein und führt mit dem Wort „Ja“ (Z. 16) weiter. Unsicherheit, Trauer und Wehmut werden hier vorgeführt. Das lyrische Ich bekommt hier eine herrschende Rolle, probiert durch seine Nachfragen über den Antagonist zu bestimmen, eventuell auch über das fortlaufende Leben zu entscheiden, bzw. es zumindest zu beeinflussen. Die Überschrift wird verdeutlicht, da die anderen Menschen, um den Antwortenden, wohl bereits das Ende des Lebens fanden, er jedoch überlebte.
Strophe fünf, die die Zeilen 17 bis 20 umfasst, ist charakterisiert durch die Einleitung des Endes des Gesprächs. Abermals wird eine Gegenüberstellung von Gedanken verwendet, ein Gegensatz wird deutlich. Die Zeilen 17 und 18 mit dem Wortlaut „Hast du noch etwas zu sagen zu dem, was du nicht getan hast?“ enthalten ebenfalls wieder eine Antithese, machen ebenso durch ihre herrschenden, lauten Worte eine richterliche Haltung aus. „Hast du noch etwas zu sagen zu dem, [...]“ hat den Charakter eines Beschlusses, der vollzogen wurde und gibt dem Antagonisten das letzte Wort. Jedoch wirken sie paradox, da sie mit den Worten „[...], was du nicht getan hast?“ fortgeführt werden und somit einen Widerspruch dem Leser klar machen. Es wirkt, wie als wenn der Antwortende des Gesprächs auf eine Strafe sich vorbereiten müsste, jedoch auf eine Strafe dafür, dass er etwas Bestimmtes nicht begangen hat. Darauf antwortet der Antagonist, passend zur Tragik der Frage, „Ja: Dich zu fragen – was hättest du an meiner Stelle getan?“. Die Verzweiflung von ihm wird deutlich und er zeigt, im Vergleich zum Anfang des Gesprächs, nun klares Bewusstsein gegenüber seiner Schuld, obwohl er dies durch eine Gegenfrage probiert zu vermindern. Somit wird in Strophe fünf ein Wendepunkt deutlich, da nun die Position der Schuld wechselte und das lyrische Ich an Kraft dazu gewonnen hat.


auch insgesamt ok aber du führst oft stilmittel auf ohne zu erklären, was sie für eine wirkung haben. zudem sprichst du in deiner deutungshyptohese davon, dass es um vergangenheit und gegenwart geht. bis zu diesem punkt hast du davon noch nichts aufgeworfen. wenn dieses hier nur der stilistische teil sein soll, dann überarbeite ihn lieber noch mal dahingehend, dass wirklich noch keinerlei andere interpretation drin ist. ansonsten ist es für den stilteil ok. das was ich unterstrichen hab passt meiner ansicht als wort an der stelle nicht hin.

zur einleitung noch was.. aus deiner deutungshyptohese entnehm ich, dass es um gegenwart und vergangenheit geht. aber es gibt nur eine einleitung in den stilistischen hauptteil, keinerlei in die weitere interpretation, die sich ja hoffentlich noch auf die bedeutung für vergangenheit und gegenwart bezieht.


so.. das war jetzt das was mir so aufgefallen war.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Gedichtinterpretation! Kann jemand helfen?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum