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Vorsatz
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Athene
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Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beiträge: 74
Wohnort: auf dem Mond

BeitragVerfasst am: 05 Jun 2007 - 18:59:46    Titel: Vorsatz

hi leute,
könnt ihr mir bei diesen Fällen helfen? Ich weiß nicht, wie ich vorgehen soll.Mir wurde nur gesagt, dass man sie im Gutachtenstil lösen soll...
Es würden auch kurze Antworten reichen.

Fall 1: Trinker T hat wieder einmal zu tief ins Glas geguckt und auf einem Weihnachtsmarkt ganze 3 große Becher Glühwein getrunken. Da T keine Lust hat mit der Bahn nach Hause zu fahren und am nächsten Tag wieder sein Fahrzeug abzuholen, entschließt es sich, noch zu fahren. Unterwegs gerät er in eine Verkehrskontrolle. Der Polizeibeamte P will den T zum Anhalten bringen. Dieser fährt jedoch „langsam“ auf P zu. P kann sich in letzter Sekunde durch einen Sprung in den Straßengraben retten. Der Promillegehalt (BAK) von T betrug zur Tathandlungszeit 1,96 ‰. Handelte T mit Tötungsvorsatz?


Fall 2 (BGH Beschluss v. 31.1.01 – 3 StR 537/00): A sticht dem B mit einem Messer (Klingenlänge 30 cm) kräftig in den Unterleib. A hofft, dass B nicht daran stirbt. Tötungsvorsatz bei A?

Fall 3: B liegt hilflos auf dem Boden. A kommt des Weges und erkennt dieses. Er will endlich mal seinen Frust herauslassen und schlägt dem B mit einem Gartenrechen mehrmals heftig auf den Kopf. Vorsatz?


Fall 4: Vorsätzliche Körperverletzungshandlung gegeben, wenn der HIV-Infizierte mit seiner Freundin schläft?
Wenn er weiß, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr gefährlich ist?
Abwandlung: Tötungsvorsatz?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 13:17:38    Titel:

zu Fall 1: Trinker

Wüßte gar nicht, was das "langsam", da es in Anführungsstrichen steht, im Sachverhalt zu suchen hat. Man kann weder eine konkrete Geschwindigkeit daraus entnehmen, noch weiß man, ob es überhaupt irgendwie gewertet werden kann.
Ein nüchterner Autofahrer wird wohl spätestens dann mit einem Zusammenstoß rechnen, wenn der Wagen durch Bremsen nicht mehr vor dem Menschen gestoppt werden kann.
Da der Polizist "in letzter Sekunde" weggesprungen ist, nehm ich mal an, daß der Wagen schon den erforderlichen Bremsweg überschritten hatte.
Bei nem betrunkenen Fahrer könnte vielleicht die Wahrnehmung etwas gestört sein, so daß der vielleicht denken würde, daß er noch mehr Zeit hat, bevor er bremsen muß. Der Fahrer hat aber überhaupt nicht gebremst, noch steht bezüglich seiner Wahrnehmung, außer der Alkoholkonzentration, etwas näheres im Sachverhalt.

Der Fahrer rechnet meines Erachtens nach hier mit einem Zusammenstoß. Da Autos meist mehr als 800kg können auch langsam fahrende Autos tödliche Verletzungen hervorrufen.
Darauf, daß der Polizist wegspringt, kann der Fahrer sich nicht verlassen. Selbst wenn er wegspringt, könnte der vielleicht stolpern oder ist zu langsam. Der Sachverhalt deutet auch nicht darauf hin, daß der Faher sich denkt, daß schon alles gutgehen würde.

So ist zu dem Zeitpunkt in dem der Täter denkt, daß er nicht mehr rechtzeitig zum stehen kommen kann, zumindest Eventual-Vorsatz bezüglich des Tötungsdeliktes gegeben.

(Könnte vielleicht jemand aber auch anders sehen...)
Keksdose
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 15:48:01    Titel:

...

Zuletzt bearbeitet von Keksdose am 03 Sep 2008 - 10:41:16, insgesamt einmal bearbeitet
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 17:58:40    Titel:

Keksdose hat folgendes geschrieben:
Fall 2:

Ich würde sagen, hier liegt kein Vorsatz vor, da der Täter ernsthaft darauf vertraut, dass der Erfolg nicht eintritt. ("Es wird schon gutgehen") Hier liegt jedoch bewusste Fahrlässigkeit vor, nach der Billigungs- und Einwilligungstheorie zum Eventualvorsatz.

Nein. Der Täter muss fest darauf vertrauen können, dass der Erfolg nicht eintritt. Das anzunehmen bei einem solchen Messer ist schon lebensfern.

Das sind aber alles absolute Standarddinger, die in jedem guten Lehrbuch behandelt sein müssten.
Athene
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Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beiträge: 74
Wohnort: auf dem Mond

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 18:20:19    Titel:

Danke erstmal für die vielen Beiträge....

Also bei Fall 1 hatte ich mir überlegt, ob die 1,96 % eine relevante Rolle spielen, weil ich nicht nachvollziehen kann, ob man mit der Promille noch mit Wissen und Wollen handelt..
Und ich hatte auch den Gedanken, dass man ihm zum Vorwurf machen könnte, mit der Trunkenheit noch Auto zu fahren. Also er entschließt sich noch mit dem Auto zu fahren, obwohl er voraussehen kann, dass etwas Schlimmes passieren kann..
Mit dem "langsam" kann ich auch wenig anfangen..Wahrscheinlich konnte er die Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen oder war zu leichtsinnig..oder wusste nicht wo die Bremse ist Laughing

Hmm..Fall 3 klingt etwas seltsam, weil ich seine Tat nicht wirklich nachvollziehen kann..Aber da handelt er durch Vorsatz, weil er weiß, was er in dem Moment tut und er will es auch..Da wäre er gemäß § 224 I Nr.2 strafbar.
Athene
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Anmeldungsdatum: 30.04.2007
Beiträge: 74
Wohnort: auf dem Mond

BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 - 22:52:24    Titel:

schreibt nix mehr...ist zu spät jetzt Smile
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