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Don Carlos - help zu einem auszug
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d0gg
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Anmeldungsdatum: 07.06.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 07 Jun 2007 - 15:51:38    Titel: Don Carlos - help zu einem auszug

Könnt ihr mir bitte helfen diesen abschnitt von akt 4 9.auftritt zu analysieren??

ist sehr wichtig!!

DANKE im vorraus


König.
Kurz also
Und ohne Hinterhalt, Madame! – Ist’s wahr,
Noch wahr, dass sie mit niemand dort gesprochen?
Mit niemand? Ist das wirklich wahr?

Königin.
Mit dem Infanten
Hab’ ich gesprochen. Ja.

König.
Ja? – Nun, so ist’s
Am Tage. Es ist offenbar. So frech!
So wenig Schonung meiner Ehre!

Königin.
Ehre, Sire?
Wenn Ehre zu verletzen war, so, fürcht’ ich,
Stand eine größre auf dem Spiel, als mir
Kastilien zur Morgengabe brachte.

König.
Warum verleugneten sie mir?

Königin.
Weil ich
Es nicht gewohnt bin, Sire, in Gegenwart
Der Höflinge, auf Delinquentenweise
Verhören mich zu lassen. Wahrheit werde
Ich nicht verleugnen, wenn mit Ehrerbietung
Und Güte sie gefordert wird. – Und war
Das wohl der Ton, den eure Majestät
Mir in Aranjuez* zu hören gaben?
Ist etwa die versammelte Grandezza
Der Richterstuhl, vor welchem Königinnen
Zu ihrer stillen Taten Rechenschaft
Gezogen werden? Ich gestattete
Dem Prinzen die Zusammenkunft, um die
Er dringend bat. Ich tat es, mein Gemahl,
Weil ich es wollte – weil ich den Gebrauch
Nicht über Dinge will zum Richter setzen,
Die ich für tadellos erkannt – Und ihnen
Verbarg ich es, weil ich nicht lüstern war,
Mit eurer Majestät um diese Freiheit
Vor meinem Hofgesinde mich zu streiten.

König.
Sie sprechen kühn, Madame, sehr –

Königin.

Und auch darum,
Setz’ ich hinzu, weil der Infant doch schwerlich
Der Billigkeit, die er verdient, sich zu
Erfreuen hat in seines Vaters Herzen –

König.

Die er verdient?

Königin.
Denn warum soll ich es
Verbergen, Sire? – Ich schätz’ ihn sehr und lieb’ ihn
Als meinen teuersten Verwandten, der
Einst wert befundne worden, einen Namen
Zu führen, der mich mehr anging – Ich habe
Noch nicht recht einsehn lernen, dass er mir
Gerade darum fremder sollte sein,
Als jeder andre, weil er ehedem
Vor jedem andern teuer mir gewesen.
Wenn ihre Staatsmarime Bande knüpft,
Wie sie für gut es findet, soll es ihr
Doch etwas schwerer werden, sie zu lösen.
Ich will nicht hassen, wen ich soll – und, weil
Man endlich doch zu reden mich gezwungen –
Ich will es nicht – will meine Wahl nicht länger
Gebundne sein –

König.
Elisabeth! Sie haben
In schwachen Stunden mich gesehen. Diese
Erinnerung macht sie so kühn. Sie trauen
Auf eine Allmacht, die sie oft genug
An meiner Festigkeit geprüft. – Doch fürchten
Sie desto mehr. Was bis zu Schwächen mich
Gebracht, kann auch zur Raserei mich führen.

Königin.
Was hab’ ich denn begangen?

König (nimmt ihre Hand).
Wenn es ist,
Doch ist – und ist es denn nicht schon? – Wenn ihrer
Verschuldung volles, aufgehäuftes Maß
Auch nur um eines Atems Schwere steigt –
Wenn ich der Hintergangne bin –

(Er lässt ihre Hand los.)

Ich kann
Auch über diese letzte Schwäche siegen.
Ich kann’s und will’s – Dann wehe mir und ihnen,
Elisabeth!

Königin.
Was hab’ ich denn begangen?

König.
Dann meinetwegen fließe Blut –

Königin.
So weit
Ist es gekommen – Gott!

König.
Ich kenne
Mich selbst nicht mehr – ich ehre keine Sitte
Und keine Stimme der Natur und keinen
Vertrag der Nationen mehr –

Königin.
Wie sehr
Beklag’ ich eure Majestät –

König. (außer Fassung).
Beklagen!
Das Mitleid einer Buhlerin –

Infantin (hängt sich erschrocken an ihre Mutter).
Der König zürnt,
Und meine schöne Mutter weint.

König.(stößt das Kind unsanft von der Königin).

Königin. (mit Sanftmut und Würde, aber mit zitternder Stimme).
Dies Kind
Muss ich doch sicher stellen vor Misshandlung.
Komm mit mir, meine Tochter!

(Sie nimmt sie auf den Arm.)

Wenn der König
Dich nicht mehr kennen will, so muss ich jenseits
Der Pyrenäen Bürgen kommen lassen,
Die unsre Sache führen.

(Sie will gehen.)
König.(betreten).
Königin?

Königin.
Ich kann nicht mehr – Das ist zu viel –

(Sie will die Tür erreichen und fällt mit dem Kind an der Schwelle zu Boden.)

König. (hinzueilend, voll Bestürzung).
Gott! Was ist das? –

Infantin (ruft voll Schrecken).
Ach, meine Mutter blutet!

(Sie eilt hinaus.)

König.(ängstlich um sie beschäftigt).
Welch fürchterlicher Zufall! Blut! Verdien’ ich,
Dass sie so hart mich strafen? Stehn sie auf!
Erholen sie sich! Stehn sie auf! Man kommt!
Man überrascht uns – Stehn sie auf! Soll sich
Mein ganzer Hof an diesem Schauspiel weiden?
Muss ich sie bitten aufzustehen?

(Sie richtet sich auf, von dem König unterstützt.)
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