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Der Zerbrochene Krug
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ciara_kroatien
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Anmeldungsdatum: 10.06.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 10 Jun 2007 - 17:58:23    Titel: Der Zerbrochene Krug

Hi Leute,
ich komme aus Kroatien und studiere duetsche Sprache und Literatur.
In zwei Wochen muss ich eine Seminararbeit zum Thema "Humor im Zerbrochenen Krug" schreiben und ich hab einige Probleme damit.
Kann mir jemand, der dieses Werk kennt, helfen? Hat jemand vielleicht dieses Thema schon bearbeitet? Alle Informationen sind willkommen. Vielen Dank....Ciara
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 11 Jun 2007 - 00:23:40    Titel: Re: Der Zerbrochene Krug

ciara_kroatien hat folgendes geschrieben:
Kann mir jemand, der dieses Werk kennt, helfen? Hat jemand vielleicht dieses Thema schon bearbeitet? Alle Informationen sind willkommen.


Hi Ciara!

So geht das nicht!

    Auf solche Generalfragen, die das ganze Werk betreffen, kann man schlecht pauschal antworten.

    Du wirst dich im Studium an ein höheres Niveau gewöhnen müssen.

    Hier im Forum wird ein bisschen Eigenleistung gefordert. Ich würde mir einfach mal eine Szene erarbeiten. Ich erinnere mich z.B., dass die Stelle mit den zerbrochenen Scherben den Kleistschen Humor ganz gut widerspiegelt.
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 11 Jun 2007 - 05:21:17    Titel:

Man kann schon Hilfen anbieten, besonders bei diesem komischen Stück, das häufig als die einzige Komödie der deutschen klassischen Literatur gilt. (Wobei man Wielands und Grabbes Satiren tunlichst vergisst.)

Lies diesen Text sorgfältig durch; gib einen Überblick über den „Tatverlauf“ und erkläre die Anspielungen der folgenden Wörter: die Namen „Licht“ und „Adam“; die Begriffe “Gevatter“ und „Ältervater“; „Fleisch“ und „Fall“ (auch: „Aufschlagen“); „Aufstehen“ und „Bett“. – Welche real-faktischen und welche religiösen Dimensionen sind hier gemeint?

*
Kleist: Der zerbrochene Krug (Erster Auftritt)

(Adam sitzt und verbindet sich ein Bein. Licht tritt auf. )

Licht: Ei, was zum Henker, sagt, Gevatter Adam!
Was ist mit Euch geschehn? Wie seht Ihr aus?

Adam: Ja, seht. Zum Straucheln brauchts doch nichts als Füße.
Auf diesem glatten Boden, ist ein Strauch hier?
Gestrauchelt bin ich hier; denn jeder trägt
Den leid'gen Stein zum Anstoß in sich selbst.

Licht: Nein, sagt mir, Freund! Den Stein trüg jeglicher -?
Adam: Ja, in sich selbst!

Licht: Verflucht das!

Adam: Was beliebt?

Licht: Ihr stammt von einem lockern Ältervater,
Der so beim Anbeginn der Dinge fiel,
Und wegen seines Falls berühmt geworden;
Ihr seid doch nicht -?

Adam: Nun?

Licht: Gleichfalls -?

Adam: Ob ich -? Ich glaube -!
Hier bin ich hingefallen, sag ich Euch.

Licht: Unbildlich hingeschlagen?

Adam: Ja, unbildlich.
Es mag ein schlechtes Bild gewesen sein.

Licht: Wann trug sich die Begebenheit denn zu?

Adam: Jetzt, in dem Augenblick, da ich dem Bett
Entsteig. Ich hatte noch das Morgenlied
Im Mund, da stolpr ich in den Morgen schon,
Und eh ich noch den Lauf des Tags beginne,
Renkt unser Herrgott mir den Fuß schon aus.

Licht: Und wohl den linken obenein?

Adam: Den linken?

Licht: Hier, den gesetzten?

Adam: Freilich!

Licht: Allgerechter!
Der ohnehin schwer den Weg der Sünde wandelt?

Adam: Der Fuß! Was? Schwer! Warum?

Licht: Der Klumpfuß?

Adam: Klumpfuß!
Ein Fuß ist, wie der andere, ein Klumpen.

Licht: Erlaubt! Da tut Ihr Eurem rechten unrecht.
Der rechte kann sich dieser - Wucht nicht rühmen,
Und wagt sich ehr aufs Schlüpfrige.

Adam: Ach, was!
Wo sich der eine hinwagt, folgt der andre.

Licht: Und was hat das Gesicht Euch so verrenkt?

Adam: Mir das Gesicht?

Licht: Wie? Davon wißt Ihr nichts?

Adam: Ich müßt ein Lügner sein - wie siehts denn aus?

Licht: Wie's aussieht?

Adam: Ja, Gevatterchen.

Licht: Abscheulich!

Adam: Erklärt Euch deutlicher.

Licht: Geschunden ists,
Ein Greul zu sehn. Ein Stück fehlt von der Wange,
Wie groß? Nicht ohne Waage kann ichs schätzen.

Adam: Den Teufel auch!

Licht (bringt einen Spiegel): Hier! Überzeugt Euch selbst!
Ein Schaf, das, eingehetzt von Hunden, sich
Durch Dornen drängt, läßt nicht mehr Wolle sitzen,
Als Ihr - Gott weiß wo? - Fleisch habt sitzen lassen.

Adam: Hm! Ja! 's ist wahr. Unlieblich sieht es aus.
Die Nas hat auch gelitten.

Licht: Und das Auge.

Adam: Das Auge nicht, Gevatter.

Licht: Ei, hier liegt
Querfeld ein Schlag, blutrünstig, straf mich Gott,
Als hätt ein Großknecht wütend ihn geführt.

Adam: Das ist der Augenknochen. - Ja, nun seht,
Das alles hatt ich nicht einmal gespürt.

Licht: Ja, ja! So gehts im Feuer des Gefechts.

Adam: Gefecht! Was? - Mit dem verfluchten Ziegenbock
Am Ofen focht ich, wenn Ihr wollt. Jetzt weiß ichs.
Da ich das Gleichgewicht verlier, und gleichsam
Ertrunken in den Lüften um mich greife,
Fass' ich die Hosen, die ich gestern abend
Durchnäßt an das Gestell des Ofens hing.
Nun fass' ich sie, versteht Ihr, denke mich,
Ich Tor, daran zu halten, und nun reißt
Der Bund; Bund jetzt und Hos und ich, wir stürzen,
Und häuptlings mit dem Stirnblatt schmettr ich auf
Den Ofen hin, just wo ein Ziegenbock
Die Nase an der Ecke vorgestreckt.

Licht (lacht): Gut, gut.

Adam: Verdammt!

Licht: Der erste Adamsfall,
Den Ihr aus einem Bett hinaus getan.
(...)
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