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Jugendliche und Literatur
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Foren-Übersicht -> Deutsch-Forum -> Jugendliche und Literatur
 
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neofelis
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Anmeldungsdatum: 20.12.2006
Beiträge: 642

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 10:31:57    Titel:

tokyob hat folgendes geschrieben:
Persoenlich finde ich es auch etwas schade, wenn es nur um deutsche Literatur geht. Nachdem ich 'Apocalypse now' gesehen hab, hab ich z.B. auch die Roman'vorlage' von Joseph Conrad gelesen und war begeistert. Englische, franzoesische, etc. Literatur wuerde doch auch zu einer allgemeinen Literalitaet gehoeren. Vielleicht eine 'abendlaendischer Kulturkanon' ?

Schön wäre es sicherlich, wenn sich jeder mit einer möglichst großen Bandbreite an Literatur, nach Möglichkeit aus wirklich verschiedenen Kulturkreisen (sprich: nicht nur Westeuropa und Nordamerika) beschäftigen würde. Aber da es schon problematisch zu sein scheint den durchschnittlichen Jugendlichen heutzutage zum Lesen überhaupt irgendeines Buches zu animieren, ist die deutsche Literatur wohl zunächst einmal ein guter Anfang.

=> Einem unwilligen Schüler dürfte es sowieso egal sein ob Du ihn mit Brecht oder Gide "quälst". Twisted Evil Wink
shanesun
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Anmeldungsdatum: 09.05.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 13:23:19    Titel:

Naja, man kann auch sehen, dass Deutschland von jeher ein Land der Bauern und Arbeiter ist. Diese Bevölkerungsgruppen haben von jeher nicht viel gelesen, konnten es zumeist auch nicht - Warum auch? Bildung ist ja etwas für die 'da oben'. Das hat sich durch noch heute gültige Erziehungsmuster gehalten. Allerdings muß ich persönlich sagen, dass mir keine Literatur für 9 - 17-jährige einfällt, die 'altersgemäß' und aktuell wäre.

Die üblichen Verdächtigen wie Hesse, oder etwa Enid Blyton lasse ich hier mal aussen vor. Hesse ist ein verhärmter Sonderling und seine Thesen sind nur nicht veraltet, da sie nie an die Wirklichkeit angeknüpft haben... . Blyton kann man nicht als Literatur bezeichnen, eher als Groschenromane.

P.S.: Groschenromane haben übrigens in Deutschland mit Abstand die höchste Verbreitungsrate; weit vor Zeitungen und vor jedem Bestseller der Listen. ...was ja einiges über den Geisteszustand der Deutschen aussagt.
neofelis
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Anmeldungsdatum: 20.12.2006
Beiträge: 642

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 13:48:51    Titel:

shanesun hat folgendes geschrieben:
Naja, man kann auch sehen, dass Deutschland von jeher ein Land der Bauern und Arbeiter ist.

(...)

P.S.: Groschenromane haben übrigens in Deutschland mit Abstand die höchste Verbreitungsrate; weit vor Zeitungen und vor jedem Bestseller der Listen. ...was ja einiges über den Geisteszustand der Deutschen aussagt.


Laughing Laughing Laughing

Das lass mal bloß keinen Politiker hören, der vollmundig die Errungenschaften des "Wissenschaftstandortes Deutschland" erläutert. Very Happy
Taddy
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Anmeldungsdatum: 15.07.2007
Beiträge: 241

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2007 - 22:12:29    Titel:

Hallo,
interessante diskussion muss ich sagen.
das thema die jugend und die literatur ist sicherlich spannend.
ich selbst lese für mein leben gerne.
meien frage aber: warum sollten die jugendlichen mehr lesen?
um sich zu bilden? bin ich wirklich mehr gebildet, wenn ich den besuch der alten dame gelesen habe als wenn ich harry potter lese?
sollte lesen nicht vor allem eins: spaß machen.
wenn ich lese, will ich vor allem eins: abtauchen, die welt um mich ehrum vergessen und einfach schöne stunden verbringen.
ob ich das kann, wenn ich beim lesen des ödipus auf alle möglichen rhetorischen mittel achten muss...? ich habe da meine zweifel.
es gibt so viele bücher, meienr meinung nach sollte die schule das lesen einfach mehr fördern. sagen, dass jeder schple pro monat ein buch von denen, die der lehrer vorschlägt oder mitbringt, lesen soll.
ich stehe dazu, dass ich nicht alles wo goethe oder schiller drauf steht, mir automatisch gefallen muss oder ich es gut finden muss. schließen waren da auch nur menschen...
toroa
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 165

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2007 - 13:05:28    Titel:

Auch ich finde die Diskussion echt interessant, ob sie langsam Off-Topic ist... kann sein Confused

Zitat:
meien frage aber: warum sollten die jugendlichen mehr lesen?


Um sich aufbauend auf die Beschäftigung mit dem Buch eine Meinung zu bilden (die nicht die des Autors sein muss), eigene Gedanken zu machen. Um nicht (so sehr wie sonst) durch die Meinungen anderer manipuliert zu werden. Um kritischer zu werden.

Zitat:
bin ich wirklich mehr gebildet, wenn ich den besuch der alten dame gelesen habe als wenn ich harry potter lese? sollte lesen nicht vor allem eins: spaß machen.


(Klar: heute soll alles immer Spaß machen...)
Hm. Ob das generell zu beantworten ist, weiß ich nicht. Bei Belletristik bestimmt. Aber dass Literatur vor allem Spaß machen soll, würde ich nicht behaupten. Ich empfinde Literatur oft als eine andere Herangehensweise an die Philosophie. Es werden doch häufig an Fallbeispielen bestimmte Fragestellungen beantwortet bzw Antwortmöglichkeiten gezeigt. (Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.)

Frage: Wenn es um Jugend und Literatur geht, welche zeitgenössischen Bücher sind dann zu empfehlen? Jetzt nicht Grass, Handke oder Walser, sondern jüngere Autoren? Vielleicht ist der Einstieg über diese einfacher, wenn die Handlung im 21. bzw Ende des 20. Jhds spielt und so „näher an der Zielgruppe liegt“.
neofelis
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Anmeldungsdatum: 20.12.2006
Beiträge: 642

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2007 - 13:25:12    Titel:

toroa hat folgendes geschrieben:
(Klar: heute soll alles immer Spaß machen...)
Hm. Ob das generell zu beantworten ist, weiß ich nicht. Bei Belletristik bestimmt. Aber dass Literatur vor allem Spaß machen soll, würde ich nicht behaupten. Ich empfinde Literatur oft als eine andere Herangehensweise an die Philosophie. Es werden doch häufig an Fallbeispielen bestimmte Fragestellungen beantwortet bzw Antwortmöglichkeiten gezeigt. (Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.)

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exphysiker
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Anmeldungsdatum: 12.04.2007
Beiträge: 1102

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2007 - 14:25:35    Titel:

Zitat:
Frage: Wenn es um Jugend und Literatur geht, welche zeitgenössischen Bücher sind dann zu empfehlen? Jetzt nicht Grass, Handke oder Walser, sondern jüngere Autoren? Vielleicht ist der Einstieg über diese einfacher, wenn die Handlung im 21. bzw Ende des 20. Jhds spielt und so „näher an der Zielgruppe liegt“.


Da kann man eigentlich nur blogs empfehlen. Wenn man über Jugendkultur in den 80er lesen würde, das würde mir zumindest ziemlich lächerlich vorkommen. Und davor der Kalte Krieg? Ich weiss nicht, ob das besser ist, als irgendwas vor 150 Jahren..

Man kann übrigens auch bei Belletristik viel lernen, grad wenn sie in einer andern Zeit spielen. Viele Autoren recherchieren sehr gut und machen dann zwar eine fiktive Handlung, aber in einem ziemlich realen Umfeld.
toroa
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Anmeldungsdatum: 22.11.2006
Beiträge: 165

BeitragVerfasst am: 02 Aug 2007 - 16:59:35    Titel:

Vlt hab ich die Frage falsch formuliert. Es ging mir nicht um das Thema Jugend und Literatur, sondern einfach um empfehlenswerte Gegenwartsliteratur, egal welches Thema sie hat.
LaChatte
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 1479

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2007 - 08:34:04    Titel:

Zitat:
ber dass Literatur vor allem Spaß machen soll, würde ich nicht behaupten.


Vielleicht nicht. Aber tödlich ist es, wenn Literatur langweilig, langatmig, öde und moralisierend, und das trifft leider gerade für deutsche Literatur immer wieder mal zu. Wenn es hingegen etwas Action gibt und die philosophisch-pädagogische Seite elegant im Vorbeigehen mitgenommen wird, und es nicht allzu viel unerlösten Weltschmerz drin gibt... dann kann das Lesen auch Spass machen.

JK Rowling hat Harry Potter-Fans dazu gebracht, die Bücher so genau nach Hinweisen so genau zu durchforsten, nachzulesen, verschiedene Theorien aufzustellen, am Text nachzuprüfen, solche Begeisterung vermögen Sprachlehrer selten zu wecken.

Zitat:
wenn ich aber informationen und wissen aus den büchenr ziehen möchte, warum nehme ich mir dann nicht gleich ein sachbuch?


Wegen dem Unterhaltungswert. "Shogun" von James Clavell ist die Lektüre der Wahl, wenn ich etwas über das Japan um 1600 lernen möchte, die Sachbücher und Wiki etc brauche ich dann nur noch, um herauszufinden, wo Clavell sich geirrt hat oder eine zu persönliche Färbung reingebracht hat, als Ergänzung.

Zitat:
ich meine, es muss odch etwas anderes gegeben sein, damit ich ein buch gut finde.


Ja klar. Action, ein solider Plot, gerne auch historische Details (anderes Beispiel: Eco, der Name der Rose - Mittelalter vom Schönsten), oder auch eine Fantasy-Welt mit liebevollen Details, Humor, der Sinn fürs Detail, und ein (mehr oder weniger) Happy-End. "Im Namen der Rose" ists OK, dass die Abtei abbrennt, der Bösewicht wurde gefunden und ist tot.

Faust I hat all das, Faust II wird aber langweilig und langatmig, sobald Mephisto gerade keinen Auftritt hat.

Zitat:
und wer legt eigentlich fest, was weltliteratur ist?


Das frag ich mich auch. Gehören Jules Verne und Alexandre Dumas zur Weltliteratur? Ich glaub schon, obwohl sie zu ihrer Zeit ungefähr den gleichen Anspruch wie Harry Potter hatten, nämlich in erster Linie zu unterhalten. Ebenso Charles Dickens, dessen Romane als Fortsetzungsgeschichten erschienen, als Vorläufer der Fernsehserie sozusagen.
Beau
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Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 6875
Wohnort: Frankreich

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2007 - 09:07:27    Titel:

Ich habe schon mal hier meine Erfahrungen aus meinem langen (sehr langen) Leben erzählt. Vor 40 Jahren mußte ich einen Roman lesen, daß man oft als Parallele zu Fontanes "Effi Briest" betrachtet: Madame Bovary von Gustave Flaubert. Das schien mir so langweilig: die Geschichte einer Frau mit langweiligen, langen Beschreibungen ihrer états d'âme (Seelenzuständen?) ! Und dann - etwa 30 Jahre später - lese ich das Buch wieder: ein passionierendes und faszinierendes Meisterwerk! Wie ich bereut habe, es nicht eher gelesen zu haben!

Jetzt, während Eurer Jugend, sollt Ihr das Maximum lesen - und alles, was Euch in die Hände fällt - zwingt Euch dazu - es lohnt sich! Später ist es zu spät... man hat keine Zeit! Ich bin überzeugt, daß Ihr alle Thomas Manns "Buddenbrooks" gelesen habt: ein passionierendes und faszinierendes Meisterwerk!

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