Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Problem beim Diebstahl
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Problem beim Diebstahl
 
Autor Nachricht
abi
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 13:39:30    Titel: Problem beim Diebstahl

Vielen Dank an Marina85, die folgenden Fall gelöst hat:

Ein Dieb bricht in eine Villa ein und will ein Bild klauen.
Das Bild ist aber nicht da.
Und dann trinkt er eine Flasche Bier.

Ciao


Zuletzt bearbeitet von abi am 23 Jul 2007 - 18:24:46, insgesamt 4-mal bearbeitet
Marina85
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 17:13:42    Titel:

Das Problem nennt sich Objektwechsel (bzw. Vorsatzwechsel) beim Diebstahl.

A. § 242 I
I. OTB
1. Fremde, bewegliche Sache => Flasche Bier (+)
2. Wegnahme (der SV ist hier etwas mager)
II. STB
--> Vorsatz, ZA (+)
III. RWK, Schuld (+)
IV. Strafzumessung
1. § 243 I 2 Nr. 1 (+)
2. Ausschluss wegen Geringwertigkeit, § 243 II?
--> Täter müsste geringwertige Sache gestohlen haben (bis ca. 50 €). Dabei muss nicht unbedingt objektive Geringwertigkeit gegeben sein, sondern es genügt auch subjektive (nach Vorstellung des Täters).

Täter wollte hier ursprünglich eine hochwertige Sache (Bild) stehlen (auch hier ist der SV wieder etwas dünn, aber ich denke, das war gemeint). Da das Bild aber nicht da ist, nimmt er eine geringwertige Sache mit (sog. Objektwechsel bzw. Vorsatzwechsel beim Diebstahl). Da sich die subjektive Vorstellung des Täters bzgl. der Geringwertigkeit nicht durchgängig auf eine geringwertige Tat bezieht, kommt ein Ausschluss nach § 243 II nicht in Betracht.
--> § 243 II (-)

V. Erg.: Strafbarkeit nach §§ 242 I, 243 I 2 Nr. 1 (+)

Du musst das "Problem" (ist das so ein großer Streitstand? Ich glaube nicht. Man muss es einfach erkennen.) also im Rahmen der Geringwertigkeits-Prüfung (§ 243 II) ansprechen.
Hauptprobleme dieser Konstellation sind allerdings, dass
1. man ihn erkennt und v.a.
2. man nicht versuchten Diebstahl am Bild und vollendeten Diebstahl an der Flasche annimmt. Es handelt sich nämlich um einen einheitlichen Diebstahlsvorsatz (insoweit ist die Bezeichnung "Vorsatzwechsel" nicht ganz korrekt). Laut Aussage meines Profs machen das wohl immer viele falsch.
abi
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 17:37:27    Titel:

Wow super, vielen Dank für deine Arbeit.

Ciao


Zuletzt bearbeitet von abi am 23 Jul 2007 - 18:15:33, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2007 - 18:34:43    Titel:

Du kannst den versuchten Diebstahl am Bild anschließend prüfen, wenn du noch Zeit hast. Dieser scheitert jedoch schon am Tatentschluss, da die Tat vollendet ist, da der Täter seinen Wegnahmeentschluss nicht aufgibt, sondern mit der Flasche Bier in die Tat umsetzt. Ist m.E. allerdings nicht zwingend erforderlich.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Problem beim Diebstahl
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum