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Hausarbeit in Anfängerübung Strafrecht
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cysdog
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2007 - 14:02:11    Titel: Hausarbeit in Anfängerübung Strafrecht

Hallo zusammen,
ich wollt mich hier mal bezüglich einer Fallkonstellation in meiner Hausarbeit erkundigen und hoffe mir kann geholfen werden.
Ich denk ich schilder mal die problematische Stelle des Falls:

A ist mit B liiert. B flirtet mit einer anderen (nicht weiter wichtig im weiteren Fallverlauf), weshalb die A ihren absoluten Besitzanspruch an diesen als gefährdet ansieht, worauf diese gegen ein Honorar von € 1.000 ihren Kommilitonen C anheuert, damit dieser den B, den dieser auch kennt, ausschaltet.
Als sie dies dem C bezahlt, beginnt dieser mit der Tat, allerdings verwechselt er seit Beginn seines Studiums schon den B mit dem D, worauf er diesen, im Glauben das sei der B, erschießt.

Soviel zum Fall. Hier stellt sich dann für mich die Frage, welche Delikte hier (richtig) zu prüfen sind. Momentan bin ungefähr hierbei:

Strafbarkeit des C
I. Totschlag an D gem. § 212
II. Versuchter Mord an B gem. §§ 211, 212

Strafbarkeit der A
I. Anstiftung zum Mord gem §§ 26, 211, 212
II. Beihilfe zum Mord gem. §§ 27, 211, 212

Nun meine Frage, ob diese Überlegungen richtig sind? Problematisch ist wohl der Vorsatz des B hinsichtlich der Tötung des D, da er ja glaubte, dies sei der B. Vermutlich handelt es sich dabei um einen unbeachtlichen Tatbestandsirrtum (er wollte einen Menschen töten, dieser Erfolg ist eingetreten), oder irr ich mich?
Wäre für Ratschläge dankbar.
dragonfly
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Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 164
Wohnort: Konstanz

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2007 - 15:11:29    Titel:

Zitat:

Strafbarkeit des C
I. Totschlag an D gem. § 212


Sehe ich auch so.
Dass der C den D mit dem B verwechselt ist ja gerade der klassische Fall des error in objecto vel persona - die Objekte sind gleichwertig - somit unwesentlich.

Zitat:
II. Versuchter Mord an B gem. §§ 211, 212


Sehe ich anders.
Der Vorsatz des C hat sich auf den D konkretisiert, somit ist er bezüglich der Tötung des B nicht ins Versuchsstadium gekommen.

Zitat:
Strafbarkeit der A
I. Anstiftung zum Mord gem §§ 26, 211, 212
II. Beihilfe zum Mord gem. §§ 27, 211, 212


Wäre die Verwechslung nicht gewesen, wäre die A ja Anstifterin zum Totschlag (eventuell Mord) des B.
Es ist also zu fragen inwieweit sich der error in persona des C auf die A auswirkt.
Dabei gibt es mehrere Ansichten:

- Der error in persona des Haupttäters ist auch für den Anstifter unwesentlich, es sei denn die Verwechslung liegt außerhalb jeder Lebenserfahrung.
Die A wäre somit wegen Anstiftung zur vollendeten Tat strafbar.

- Gemäß einer anderen Ansicht liegt für den "Anstifter" bei einer solchen Fallkonstellation nur eine aberratio ictus vor.
Hierbei geht man dann von einer fahrlässigen Tatbegehung am tatsächlichen Opfer aus.
Mitunter wird vertreten, dass weiterhin auch eine Strafbarkeit wegen Anstiftung zur versuchten Tatbegehung bezüglich des ursprünglichen Tatobjekts gegeben ist - was aber schwierig ist, weil der Täter bezüglich des ursprünglichen Tatobjekts eigentlich nicht ins Versuchsstadium gekommen ist.
In Frage käme dann nur eine versuchte Anstiftung.

- Die letzte (mir bekannte) Ansicht stellt darauf ob sich die Verwechslung für den Anstifter als eine wesentliche oder unwesentliche Abweichung vom vorgestellten Kausalverlauf darstellt.
Hier geht es vorwiegend darum inwieweit der Anstifter dem Täter die Individualisierung des Opfers überlassen hat.
cysdog
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 13 Aug 2007 - 12:53:29    Titel:

Danke, das hilft mir schon. Very Happy
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