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Notwehr Flugzeugunfall
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Kabak
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2007 - 18:19:50    Titel: Notwehr Flugzeugunfall

Hallo
Ich bin Franzose und studiere auch Deutsches Recht. Ich soll eine Hausarbeit schreiben in Straf recht aber ich hab eineige Schwierigkeiten. Der Sachverhalt:

Eine Familie fährt mit dem Pkw auf der Autobahn. Die schnurgerade Trasse führt durch ein Hochwaldgebiet. Mutter (M) lenkt den Wagen, die beiden 8- und 10-jährigen Kinder sitzen im Fond des Fahrzeugs. Vater (V) – von Beruf Radartechniker - sitzt neben M auf dem Beifahrersitz. Auf seinem Schoß hat er ein neu entwickeltes Gerät, mit dem man vom Boden aus die Steuerungselektronik eines Flugzeugs beeinflussen kann. Plötzlich sieht V, dass aus der Ferne ein Passagierflugzeug auf ihn – d. h. auf den Pkw der Familie – zugeflogen kommt und offenbar zur Notlandung auf der Autobahn ansetzt. An Bord des Flugzeugs hatte es zuvor eine Explosion gegeben, weshalb sich der Kapitän zur Notlandung gezwungen sah. Käme es zu der beabsichtigten Landung auf der Autobahn, würde der Pkw der Familie mitsamt der Insassen von dem Flugzeug zermalmt, die Fahrzeuginsassen würden also getötet werden. V erfaßt die Gefahr zutreffend und reagiert schnell. Mit Hilfe seines Radargeräts lenkt er das Flugzeug von seinem Kurs ab und bewirkt, daß es neben der Autobahn in den Wald stürzt. Wie von V erwartet, explodiert das Flugzeug sofort. Alle 250 Flugzeugpassagiere sowie die Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Hätte V diese Maßnahme nicht ergriffen, wären er, seine Frau und seine beiden Kinder ums Leben gekommen. Eine Möglichkeit, dies abzuwenden und zugleich den Tod der Flugzeuginsassen zu vermeiden, bestand nicht.

In einem Gutachten ist zu prüfen, ob sich V aus § 212 StGB wegen Totschlags strafbar gemacht haben.

Also:
bj. Tatbestand +
subj. Tatbestand + (billigend in Kauf genommen) ->
Rechtswidrigkeit: +
-§ 32 - -> kein rechtswidriger Angriff????
- § 34 - -> keine Abwägung Leben gegen Leben (geschütztes Rechtsgut müsste verletztes Rechtsgut wesentlich überwiegen, ist zu verneinen)
Schuld -
§ 35 +
- Notstandslage=
- gegenwärtige, nicht anders abwendbare Gefahr
- für eigenes Leben oder Leben eines nahen Angehörigen +
- subjektive Voraussetzungen
- Wissen um die Notstandslage
- Rettungswille


Aber ich hab einen Problem: Wieso ist der Angriff bei Notwehr nicht rechtswidrig? Es liegt aber einen gegenwärtigen rechtwidrigen Angriff vor, da kein Notstand des Pilots gibt (entschuldigender Notstand, aber trotzdem rechtswidrig) , und vorsatz liegt auch vor, wegen bewusste fahrlässigkeit, oder?

Aber wenn in disem Fall eine Notwehr vorliegt, gibt es ein Problem bei Notwehrhandlung, da es nicht gegen Dritten sein muss, also hier nicht gegen den Passagieren.

Was denken sie? Danke für ihre Hilfe
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2007 - 18:37:17    Titel:

Notwehr gibt immer nur eine handhabe gegen den Angreifer. Das mag der Pilot sein, weil dieser pflichtwidrig handelt. Von Seiten der Passagiere liegt jedoch kein Angriff vor, so dass 212 zu Lasten der Passagiere nicht an 32 scheitert.

Desweiteren ist herauszuarbeiten, dass keine rechtfertigende Pflichtenkollision vorliegt (liegt nur bei 2 Handlungspflichten vor)
Kabak
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Anmeldungsdatum: 11.08.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 13 Aug 2007 - 14:44:00    Titel: Pflichtenkollision

Danke für ihre Antwort, aber ich verstehe nicht, wo Sie eine Pflichtenkollision finden, es nicht zwei Pflichthandlung vorliegen.

Ich würde so machen:

Strafbarkeit des V wegen Totschlag des Pilots:
1- tatbestand (+)
2- Rechtswidrigkeit:
a) Notwehr (+)
Also nicht rechtswidrig

Strafbarkeit des V wegen Totschlag der Passagieren:
1- Tatbestand (+)
2- Rechtswidrigkeit:
a) Notstand (-) weil AbwÄgung Leben gegen Leben
3- Schuld:
Entschuldigender Notstand (+)

Was denken Sie?

Danke für ihre Hilfe
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 14 Aug 2007 - 09:54:32    Titel:

so wuerde ich es auch machen; ich dachte nur daran event. zu schreiben, dass eine pflichtenkollision gerade nicht vorliegt, weil gerade keine zwei handlungspflichten bestehen
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