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Lehramt unbedingt zu Ende studieren?
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Junimond
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Anmeldungsdatum: 12.09.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 11:58:38    Titel: Lehramt unbedingt zu Ende studieren?

Hallo zusammen ...

ich habe ein Problem und zwar weiß ich nicht, was ich machen soll.
Ich weiß, dass ich keinen ultimativen Rat von euch bekommen kann, aber vielleicht schießen euch ja irgendwelche Gedanken durch den Kopf, die ihr mir mitteilen wollt. Smile
Ich würde mich über einige Meinungen freuen.

Zu meinem Problem:
Ich bin Lehramtsstudentin, schreibe gerade meine Zulassung für die Examensprüfungen und werde im Herbst des nächsten Jahres fertig sein, wenn alles gut geht.
Seit ca einem Jahr ist mir jedoch klar geworden, dass der Lehrerberuf überhaupt nichts für mich ist. Es war zwar immer mein Traum, aber es ist klar, dass man bestimmte Eigenschaften mitbringen muss, um in dem Beruf bestehen zu können. Dazu gehören meiner Meinung nach z.B., dass man gerne vor Menschen/Jugendlichen spricht und sich auch auf sie einlassen kann. Dazu denke ich, dass man ein dickes Fell braucht, denn dass die Jugend heutzutage nicht immer leicht ist, ist in meinen Augen nunmal fakt. Und genau diese beiden Eigenschaften besitze ich überhaupt nicht. Bin schüchtern und auch leicht verletzbar.
Jeder, der mich kennt, müsste eigentlich wissen, dass ich im falschen Beruf bin, nur hat anscheinend niemand den Mut mich auf den Boden der Tatsachen zu holen, weil es eben seit Jahren machen wollte.
Ich glaube auch nicht, dass man es lernen kann mit Freude vor Menschen zu sprechen. Vielleicht im gewissen Maße, aber nicht so extrem, wie ich es tun müsste.

Da ich ja schon seit einem Jahr diese Gedanken habe, fragen sich vielleicht einige warum ich damals nicht abgebrochen habe und wahrscheinlich auch zurecht:
Zum einen dachte ich mir, dass ich es die letzten beiden Jahre auch noch schaffen werde, damit ich zumindest einen Abschluss habe. Mehr und mehr merke ich aber wie kräfteraubend es ist für etwas zu Arbeiten, das eigentlich zum Scheitern verurteilt ist und nun stehen die harten Zeiten ja auch erst an.
Zum anderen habe ich mir immer wieder eingeredet, dass ich es in der Schule schon irgendwie schaffen werde. Aber das ist illusorisch.

Ein weiteres ganz großes Problem ist, dass mir meine Eltern das Studium finanziert haben, weil mir keinerlei Bafög zusteht.
Ich habe mit ihnen darüber noch nicht gesprochen und ich denke, dass sie mir Vorwürfe machen werden, weil ich ihr Geld zum Fenster rausgeworfen habe und das könnte ich natürlich verstehen.
Allerdings müssten sie genauso gut wissen, dass das nicht mein Beruf ist und sie eigentlich froh sein müssten, wenn ich mich nicht quälen muss. Ich weiß, dass ein Gespräch mit ihnen über meine Zweifel angebracht ist, aber es kostet extreme Überwindung.

Natürlich stellt sich dann die Frage, was ich sonst machen kann. Da ist das Problem ja auch, dass alle Ausbildungen bereits angefangen haben und das gerade erst. Und jetzt noch einen Studienplatz zu finden, für einen Studienplatz dürfte auch schwer sein.

Soll ich mich also auf den Arsch setzen und mich durch das letzte Jahr und die Prüfungen quälen, wobei ich gar nicht 100% sagen kann, dass ich diese bestehen werde? Natürlich wäre das auch mit Kosten verbunden, da alleine die Studiengebühren eine Menge ausmachen. Klar ist auch, dass ich das Referendariat dann wohl zu nicht machen werde.
Oder soll ich das Studium abbrechen, jobben und bis aufs nächste Jahr warten und mir in der Zwischenzeit ernsthaft darüber klarwerden, was ich wirklich will und vor allem auch kann?
(Hierbei quält mich aber die Tatsache, dass ich bald 24 werde und keine abgeschlossene Ausbildung habe.)
Andererseits denke ich, dass es wichtig ist den richtigen Beruf für sich zu finden, da man den ja die nächsten zig Jahre noch ausüben muss.

So, das erstmal zu meinem Problem.
Wäre für jeden Ratschlag/Kritik/Gedanken/etc. dankbar.
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 13:43:29    Titel:

Hi,

Du solltest die Prüfung machen. Danach steht Dir die Berufswelt offen. Denkbar wäre eine Aufgabe in der Personalabteilung einer größeren Firma, eine Arbeit als Coach auf freiberuflicher Basis, oder etwas völlig anderes.

Wichtig ist aber, daß Du (irgendeinen) Studienabschluß vorweisen kannst, sonnst nimmt Dich niemand ernst.

Habe selbst Jura studiert und mache nun auch was anderes.
Larisschen
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Anmeldungsdatum: 11.06.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 14:43:18    Titel:

Hey,

ich würde auch sagen, dass Du versuchen solltest, deinen Abschluss zu machen.
Dann hast Du schließlich schon mal was und kannst Dir dann neu überlegen, ob Du etwas machst, was wenigstens so etwa in die Richtung geht oder ob Du was ganz anderes machst.
Aber Du hast dann wenigstens schon mal etwas, dass Du vorzeigen kannst.

Liebe Grüße und halte durch!
*Melli*
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Anmeldungsdatum: 20.08.2007
Beiträge: 1692

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 15:02:31    Titel:

Spannend wäre, welche Fächer Du hast.
Der Aufwand, auf ein Staatsexamen noch einen Magister zu setzen ist mit den vielen Scheinen, die Du schon hast, relativ erträglich und kostet nur etwas mehr Zeit. Mit dem Magister haste dann auch ohne Ref einen vollwertigen Abschluss...
Gut, Religion und Sport wären jetzt nicht so die super Voraussetzungen, um in der Wirtschaft zu starten, aber ich kenne auch Politikler mit erstem Staatsexamen und besagter Vita, die erfolgreich in der Erwachsenenbildung, Beratung oder ganzwoanders gelandet sind.
Dafür müsstest Du jetzt auch parallel mit guten Praktika in Deinem Zielgebiet anfangen. Dann seh ich da bei genügend Grips und Engagement keine großen Probleme, einen eleganten Schwenk mit wenig Zeitverlust hinzulegen.
Die Studiberatung ist da sicherlich ein guter Ansprechpartner, wenns um Abschlusswechsel und Details vor Ort geht.
orange77
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 18:30:50    Titel:

Hallo,

ich würde dir auch dazu raten, das erste Staatsexamen zu machen und dann einen anderen Studiengang oben drauf zu setzen z.B. einen Master zu machen. Die Studienberatung hilft dir da sicherlich weiter.

Oder du nimmst dir ein Urlaubssemester und überlegst dir in der Zeit ganz genau, ob du das Studium durchziehst und dann was anderes machst oder ob du direkt wechselst in ein Gebiet, wo du einiges deiner Studienleistungen anrechnen lassen kannst, so dass du nicht mit 0 dastehst.

Aber eine FRage habe ich noch und hoffe, du verstehst mich nicht falsch: Hattest du denn nicht die Möglichkeit, dich in verschiedenen Praktika zu erproben? Zu sehen, wie du mit den Schülern im UNterricht klarkommst?

Und doch, man kann lernen vor anderen Menschen zu sprechen und Verletzlichkeit nicht so zu zeigen, dass die anderen dies sofort ausnutzen.
Kommunikationstraining bzw Rhetorikkurse helfen da sehr, spreche hier aus eigener Erfahrung
Junimond
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Anmeldungsdatum: 12.09.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12 Sep 2007 - 19:58:30    Titel:

Danke für die vielen Antworten. Smile

Melli,
meine Fächer sind Geschichte und Mathe. Ich verstehe was du meinst und ich kenne auch ein paar, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen und das wussten sie sogar schon zu Beginn ihres Studiums. Jedoch sind das Studenten für das Lehramt an Gymnasien, ich studiere für Haupt- und Realschule (habe ich vergessen zu erwähnen). Hier gibt es schon große Unterschiede in den Anforderungen.
Ich kann mir auch schwer vorstellen eines der Fächer auf Magister zu studieren, denn ich glaube nicht, dass mich ein Beruf ansprechen würde, der ein solches Studium voraussetzt. Man kann sagen, dass ich den Studiengang wegen des Berufs und nicht wegen der Fächer gewählt habe.

Orange,
das mit dem Urlaubssemester wäre gar keine schlechte Idee. Nur ist es eben so, dass ich im Moment meine Zulassung für die Examensprüfungen schreibe und da darf ich mich nicht beurlauben lassen.
Außerdem würde dann ja noch mehr Zeit vergehen ohne, dass ich etwas vorzuweisen hätte.
Und ein Wechel dürfte nun ja auch schon zu spät sein, da alle Anmeldefristen abgelaufen sind. Und wie gesagt, kann ich mir nicht vorstellen in einem Beruf zu arbeiten, bei dem einer meiner Fächer Gegenstand sein könnte. Und wenn doch, dann eher etwas mathematisches, aber was könnte das sein?
Ich finde deine Frage ist absolut gerechtfertigt: Natürlich hatte ich die Möglichkeit Praktika zu absolvieren und habe das auch getan. Dennoch finde ich, dass man es aus mehreren Gründen nicht mit der Realität vergleichen kann:
Zum einen war es meistens so, dass wir zu zweit unterrichten mussten und somit hatte man eine gewisse Stütze dabei (eine ziemlich unrealistisches Unterrichten, da man als Lehrer auch alleine steht, aber es wurde eben so gewünscht).
Zum anderen sitzen im Klassenraum auch Lehrer und so sind die Schüler immer unter Kontrolle, weil eben eine Aufsichtsperson vorhanden ist.
Ich muss sagen, dass ich einige Praktikas hinter mir habe und es im Nachhinein auch immer gut geklappt hat und auch irgendwo Spaß gemacht hat, aber ich weiß auch, dass man das nicht mit der späteren Realität gleichsetzen kann.
Im nächsten Semester steht auch noch ein Praktikum in Geschichte an. Trotz der guten Erfahrungen wird mir ganz schlecht, wenn ich daran denke und ich würde es am liebsten gar nicht machen, wenn es freiwillig ist. Und alleine an dem Gedanken kann man ja sehen, dass etwas zwischen meinem Beruf und mir nicht stimmt.
Über die von dir angesprochenen Kurse werde ich nachdenken und nicht nur wegen des Lehrerberufs. Ich glaube es würde mir auch so nicht schaden.

Mittlerweile bin ich wieder etwas motivierter mein Studium zuende zu bringen.
Vor allem, wenn ihr sagt, dass das abgeschlossene Studium auch andere Möglichkeiten für mich offen hält. Bloß ist es eben so, dass ich wohl eine ganz andere Richtung einschlagen wollen würde.
Es wäre eben interessant herauszufinden, in welchen Berufen man mit meinem Abschluss auch Chancen hätte.
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2007 - 18:53:58    Titel:

Zitat:
meine Fächer sind Geschichte und Mathe


na also, Mathe ist doch super.

Am besten du ziehst das Jahr noch durch. Um z.b. in die freie Wirtschaft zu gehen, wäre es vieleicht eine Idee, einen Bachelor oder Master in Mathe zu machen.
Du könntest z.b. das an der Fern Uni Hagen machen, die würden Dir mit dem Staatsexamen sicher fast alles anrechen. Nebenbei könntest du z.b. Praktika in einem Bereich machen, der dich interesiert.

[/u]
Charmin-Bär
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Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2007 - 18:54:55    Titel:

Hi,


habe ein ähnliches Problem. Ich fange gerade erst an, Lehramt zu studieren. Ich studiere Deutsch und Philosophie, werde wohl auch noch in irgendeinem Fach en Erweiterungsprüfung machen.

Das Problem vor dem ich jetzt stehe ist, dass ich weiß, dass ich eine gute Lehrerin werden kann und der Job mir auch Spass machen wird. Dennoch stehe ich einem Problem gegenüber, dass mich wurmt und mir das Studium vermiest.

Ich glaube einfach, dass ich nicht mein GANZES LEBEN in der Schule verbringen kann. Ich werde 40 Jahre lang berufstätig sein, davon könnte ich mir locker vorstellen, auch 20 oder 30 Jahre Lehrerin zu sein. Dennoch will ich auch einmal im Leben einen anderen Job machen. Die Frage ist: Wie stelle ich es am besten an, dass mir die Berufswelt tatasächlich offen steht und ich die Chance habe, noch eines Tages einen anderen Beruf zu machen. Das ist nicht irgendeine Laune von mir, es ist mir wichtig. Denn wenn ich wüsste, dass ich mit meinem Lehramtstudium für alle Ewigkeit gebunden wäre, müsste ich mir nochmal überlegen, ob ich nicht besser was anderes studiere, auch wenns mir irgendwo Leid täte, da Lehrerin für mich schon ein toller Beruf ist.

Kann zum Beispiel jemand was dazu sagen, ob man mit einem Lehramtsstudium sich weiterbilden lassen kann, sodass man irgendwann auch Lehrerfortbildungen oder sowas leiten kann? Oder Kindergärtnerin? Oder irgendwas anderes (egal was!). Welche Möglichkeiten gibts da? Ich bin wirklich ratlos, bitte helft mir!!!
HoLa
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Anmeldungsdatum: 14.02.2007
Beiträge: 761

BeitragVerfasst am: 19 Sep 2007 - 19:22:43    Titel:

Gott. Quarterlife-Krisis halt. Wenn du fertig bist und ein paar Jahre im Lehrerberuf bist, vielleicht die ersten Kinderchen kommen schätzt du die Sache mit Sicherheit anders ein.
Gibt sicher Möglichkeiten was anderes zu machen, wenn du Kindergärtnerin vorschlägst willst du nur inhaltliche Abwechslung und nicht Karriere und Geld. Da tuts auch Ehrenamtliche Tätigkeit oder z.B. Engagement in der (Bildungs-)Politik,..
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