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Immer weniger Ingenieure in Deutschland?
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Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:15:57    Titel:

Ich denke, dass sich ein Studium auf jeden Fall auszahlt im technischen Bereich. Das Problem in unserem Land ist meiner Meinung nach, dass im Bildungssystem zu sehr auf Selektion anstatt auf wirkliche Ausbildung gesetzt wird. Auf der einen Seite gibt es zu wenig Ingenieure, die Unternehmen, Politiker und Medien klagen in den höchsten Tönen. Auf der anderen Seite ist der Einstieg (NC), und die Beratung und Betreuung an den Universitäten und Fachhochschulen zum Teil mangelhat.
Wenn es wirklich mehr Ingenieure geben soll, warum sorgt der Staat nicht dafür, dass mehr Leute ihren Abschluss schaffen? Natürlich nicht durch Herabsetzen der Prüfungsanforderungen sondern durch Betreuung, Unterstützung und Förderung, denn es gibt viele Leute die sehr interessiert sind und auch intelligent, trotzdem aber am Ingenieurstudium scheitern. Es müssen einfach mehr Leute durchgezogen werden, und Abbruchsraten von 70% und Prüfungen mit mehr als der Hälfte Durchfallern sollten vermieden werden, indem neben den reinen Vorlesungen und Übungen auch eine individuelle Förderung stattfinden sollte, um eben nicht die zu selektieren, die das meiste vorher schon können.
Gruwe
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Anmeldungsdatum: 24.03.2004
Beiträge: 5286
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:17:07    Titel:

J.C.Denton hat folgendes geschrieben:

Den Abschluß zum Ingenieur gibt es so auch nicht mehr. Das heißt doch nun Bachelor. Darum achtet mal im Text darauf.


Unsinn!

Es gibt den Abschluß zum Diplom-Ingenieur nicht mehr. Ein Ingenieur bleibt man weiterhin, wenn man einen naturwisschenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengang abgeschlossen hat.

Die Bezeichnung Bachelor ist nur die Abschlussart.

Um mal einen Vergleich zu einer Ausbildung zu ziehen:

Ich habe Energieelektroniker gelernt mit dem Abschluss des Facharbeiters IHK.
Wenn mich jemand fragt, was ich von Beruf bin sag ich ja auch (so wie jeder andere wohl auch) dass ich Elektroniker bin und nicht, dass ich Facharbeiter bin.
Weil mit dem Begriff Facharbeiter kann man soooooo viel verbinden.

Ein Bachelor der Fachrichtung Maschinenbau wird daher wohl auch immer ein Maschinenbauingenieur bleiben, unabhängig davon ob er nun mit Diplom-Ingenieur oder Bachelor/Master of Engineering abgeschlossen hat.


MfG
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:19:58    Titel:

Zitat:
Es würde wohl niemand hingehen und sagen: "Mach keinen Schulabschluss/Mach keine Lehre, denn auch damit kannst du später arbeitslos werden, etc


eben. Mann kann immer ein paar nicht - repräsentative Fälle heranziehen, wo jemand mit niedriger Bildung viel verdient. Ein Ungelernter Hilfsarbeiter verdient bei VW im Rahmen des 5000 mal 5000 Projektes mehr als viele gelernte Facharbeiter woanders.

Der Durchschnitt sieht gantz anders aus.

Daher sollten alle die meinen, dass es sich nicht lohnt, die Tipps von dönis und gruwekarl befolgen und mal einen Job als Arbeiter annehmen

Außerdem schaut euch Tarifverträge und Gehaltsstatistiken an, oder auch Mittelwerte, Standardabweichungen, Varianzen etc. ( das sollte für Akademiker doch kein Problem sein )

klar, mehr könnte es immer sein, aber als Ingenieur ( ob Bachelor oder Master ) oder studierter Informatiker kann man doch eigentlich zufrieden sein, auch im Verhältnis zum Aufwand
Gruwe
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Anmeldungsdatum: 24.03.2004
Beiträge: 5286
Wohnort: Saarbrücken

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:22:59    Titel:

Justav hat folgendes geschrieben:
Ich denke, dass sich ein Studium auf jeden Fall auszahlt im technischen Bereich. Das Problem in unserem Land ist meiner Meinung nach, dass im Bildungssystem zu sehr auf Selektion anstatt auf wirkliche Ausbildung gesetzt wird. Auf der einen Seite gibt es zu wenig Ingenieure, die Unternehmen, Politiker und Medien klagen in den höchsten Tönen. Auf der anderen Seite ist der Einstieg (NC), und die Beratung und Betreuung an den Universitäten und Fachhochschulen zum Teil mangelhat.
Wenn es wirklich mehr Ingenieure geben soll, warum sorgt der Staat nicht dafür, dass mehr Leute ihren Abschluss schaffen? Natürlich nicht durch Herabsetzen der Prüfungsanforderungen sondern durch Betreuung, Unterstützung und Förderung, denn es gibt viele Leute die sehr interessiert sind und auch intelligent, trotzdem aber am Ingenieurstudium scheitern. Es müssen einfach mehr Leute durchgezogen werden, und Abbruchsraten von 70% und Prüfungen mit mehr als der Hälfte Durchfallern sollten vermieden werden, indem neben den reinen Vorlesungen und Übungen auch eine individuelle Förderung stattfinden sollte, um eben nicht die zu selektieren, die das meiste vorher schon können.


Hallo,

also ein NC in den Ingenieurswissenschaften ist ja in der Regel ein Witz.
Bei uns gabs fürs WS07/08 in E-Technik garkein NC und mein Kumpel hat nen Studienplatz für Maschinenbau mit nem Abschlusszeugnis-Durchschnitt von 3,2 erhalten.
Ich denke, dass es da im Rest von Deutschland (Elite-Unis und so mal aussen vor) ähnlich aussieht.


Bei dem Rest muss ich dir Recht geben.

An unserer FH läuft nen Mathe-Prof rum, der verteilt mit Vorliebe 0 Punkte und rühmt sich dann noch damit.
Du kannst alles richtig und korrekt haben, sofern du nicht nach genau dem Lösungsweg vorgehst, den der Prof sich wünscht, gibts für die komplette Aufgabe 0 Punkte.
Die meisten müssen dann immer noch zu nem anderen Prof gehen, der dann in der Regel oft noch auf zumindest 8 Punkte kommt.

Naja, dem Prof kanns ja egal sein, ob seine Leute so schlecht abschneiden. Er hat ja Beamtenstatus und ihm kann nichts passieren.
Nun wurde vor 2 Monaten für die nächsten Jahre ein Leistungsbudget für die Hochschulen im Saarland eingeführt, nachdem diese für gute Leistungen (hohe Absolventenzahlen etc.) zusätzlich Geld erhalten sollen.
Mal sehen wie sich das auswirken wird...
MAA
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Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 375

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:39:55    Titel:

Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:
duale Studiengänge gibt es z.b.in BaWü seit den 80ern.


Ich räumte ja auch ein, dass ich mich besser hätte informieren können.

Zitat:
Und haben sich die Akademikergehälter, also für Ings und Informatiker, sich so verschlechtert ? klar, zum 2000er Boom konnte man noch sehr viel mehr verdienen.


Ich rede ja von den 1970er und 1980er Jahren, als die Generation meiner Eltern in den Beruf eintrat. Damals war -- nach Aussage aller Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe -- der Netto-Abstand zwischen Akademikern und Nichtakademikern extrem.

Als meine Mutter Anfang der 1980er Jahre ihr Medizinstudium abgeschlossen hatte, fing sie als Betriebsärztin in einem Stahlunternehmen an. Da hat sie schon damals über 40000 DM für eine Halbtagsstelle bekommen. Die Inflation seit damals beträgt über 100% (3% Jahresdurchschnitt seit 1980), den Betrag kann man also annähernd 1:1 in Euro umrechnen. Dieses Gehalt könnte man heute inflationsbereinigt überhaupt nicht mehr realiseren.

Sprich doch mal mit älteren Arbeitnehmern, die werden Dir ähnliche Geschichten erzählen. Ein heutiges Einstiegsgehalt von 40000 Euro für eine Vollzeitstelle reißt jedenfalls keinen von denen vom Hocker.

Zitat:
Genauso könnte man ja sagen, als BWLer verdient man über 1 Mio im Monat, denn ich kenne eien Schweizer der bei der Deutschen Bank arbeitet und der verdient soviel Smile


Ich halte es durchaus für legitim, sich auf die Erfahrungen anderer Menschen zu stützen.
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 15:49:34    Titel:

mag sein, dass man in den 70ern als Akademiker mehr hatte.

Aber : Wer in den 70ern oder anfang der 80er mit dem Studium fertig war, hat Ende der 60er oder anfang der 70er mit dem Studium begonnen.

Damals gab es noch kaum FHs, kaum Fachabi, erst Mitte der 70er wurde eine höhere Bildung für breite Teile der Bevölkerung erst möglich.

Damals studierten etwa 15 % eines Jahrgans, heute etwa 35 %.
Früher war der Regelabschluß der Volksschulabschluß nach 8 Jahren Schule.

Damit konnte man in den 60ern sogar eine Banklehre machen.
Das Abitur war oft nur für Kinder, deren Eltern auch Akademiker waren.
Kaum ein Arbeiterkind ging aufs Gymnasium, das kam eben erst später, genauso wie das Fachabi, auch Bafög kam erst später.

Dadurch stieg natürlich das Angebot an Akademikern auf dem Arbeitsmarkt, und dadurch wäre es schon realistisch, dass man damals mehr verdient hat.

Aber früher hat eben eine kleine Oberschicht soviel verdient, heute ist ein Studium für viele möglich.

Trotzdem lohnt sich ein technisches Studium nach wie vor
MAA
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Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 375

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 16:07:05    Titel:

Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:
Dadurch stieg natürlich das Angebot an Akademikern auf dem Arbeitsmarkt, und dadurch wäre es schon realistisch, dass man damals mehr verdient hat.

Aber früher hat eben eine kleine Oberschicht soviel verdient, heute ist ein Studium für viele möglich.


Wie kommt es dann, dass Akademiker im Ausland trotz höherer Akademikerquoten oftmals mehr verdienen? Nicht ohne Grund wandern ja viele hochqualifizierte Akademiker ab.

Zitat:
Trotzdem lohnt sich ein technisches Studium nach wie vor


Wenn es sich aus Sicht der Studienanfänger lohnen würde, dann wären die Anfängerzahlen nicht jahrelang rückläufig gewesen. Es stimmt zwar, dass die Zahlen in letzter Zeit wieder leicht zunehmen, aber das ist ein Wachstum von einer niedrigen Ausgangsbasis.
J.C.Denton
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6279

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 16:13:00    Titel:

In anderen Ländern gibt es keine Berufsausbildung und keine berufliche Weiterbildung. Da muß man eben zum College für den Beruf. Deshalb ist die Akademikerquote nicht aussagekräftig.
E-Engineering-Student
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Anmeldungsdatum: 28.07.2006
Beiträge: 1607
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 16:24:18    Titel:

Der Grund für den niedrigen Stand bei den Studienanfängern in den Ingenieurwissenschaften ist doch der, dass den Abiturienten seit Mitte der 90er Jahre davon abgeraten wurde ein Ingenieursstudium anzufangen. Des Weiteren ist, durch die schlechte Ausbildung in unseren Schulen, die Angst bei vielen sehr groß, solch ein Studium überhaupt erfolgreich zu absolvieren.

In der Studie der OECD, die heute veröffentlicht wurde, wird doch eine Sache überhaupt nicht berücksichtigt, nämlich dass in vielen Ländern Berufsausbildungen als Studium zählen welche hierzulande als Ausbildung im Dualen System gelten, wie z.B die Ausbildung zum Krankenpfleger/in.

Auch wenn unser Schulsystem nicht gerade das beste ist, unser Berufsausbildungssystem ist es, denn selbst andere Länder sind gerade dabei uns in dem Bereich zu kopieren.
KingUltra
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Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 18 Sep 2007 - 16:36:19    Titel:

Solange es in Deutschland immer noch 24.000 arbeitslose Ingenieure gibt,
kann von einem Mangel überhaupt nicht die Rede sein. Dass die Wirtschaftslobbyisten einen Mangel herbeireden, wo keiner ist, verwundert überhaupt nicht.
Die Forderung von Industrie- und Wirtschaftsverbänden, die Zuwanderungshürden für Migranten
deutlich herabzusetzen um den angeblichen Fachkräftemangel abzuschwächen, ist so alt wie die Menschheit selber und basiert auf einer einfachen Rechnung:
Je mehr potentielle Arbeitnehmer es gibt, desto mehr konkurrieren sie untereinander und desto stärker können die Arbeitgeber die Lohnschraube nach unten drehen.
Quelle:http://www.careers4engineers.de/index.php;do=shown/news_id=6838/site=c4e


Zuletzt bearbeitet von KingUltra am 18 Sep 2007 - 16:40:37, insgesamt einmal bearbeitet
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