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Drittschaden
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Bierfuchs
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Anmeldungsdatum: 03.09.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 28 Sep 2007 - 16:24:38    Titel: Drittschaden

Sachverhalt:
Tochter (T) unterzieht sich in der Klinik (K) einer Unterleibsoperation. Eine Woche nach verlassen der Klinik stellen sich starke Unterleibsblutungen ein, welche nicht zu stoppen sind. Die Mutter (M) fährt ihre Tochter (T) sofort in die selbe Klinik (K). Dort wird aufgrund der nicht enden wollenden Blutung eine Notoperation vorbereitet. Während dieser Vorbereitung werden Mutter und Tochter jedoch alleine in einem Vorbereitungsraums gelassen. Genau in diesem Zeitraum bäumt sich die stark geschwächte Tochter voller Verwirrung und sichtlicher Orientierungslosigkeit auf um die Situation zu begreifen. Dabei wird sie ohnmächtig und fällt von der Liege. Die Mutter hechtet geistesgegenwärtig zu ihrer Tochter um sie vor dem drohenden Sturz zu bewahren, kann sie aber nicht halten. Die Tochter fällt auf ihre Mutter, welche sich eine komplizierte Rückenfraktur zuzieht. Aufgrund dieser Verletzung fällt sie ein halbes Jahr bei der Arbeit aus und muss sich zudem im Haushalt auf 400 €-Basis helfen lassen.
Welche Rechte hat M ?


Meine Überlegung geht hin zur Drittschadensliquidation. Die Mutter hat einen Schaden aber keinen Anspruch. Die Tochter wäre ohne die Mutter wahrscheinlich schwer gestürzt und hätte evtl. einen Anspruch gegen die Klinik. Nur stellt sich die Frage welchen Anspruch?
Vernachlässigung gebotener Sorgfalts- und Verlehrssicherungspflichten (§ ?) ?
Sie wurde ja alleine gelassen, obwohl eine Notoperation in Vorbereitung war.

Gibt es evtl. auch einen Schadensersatz, den die Mutter direkt gegen die Klinik stellen könnte?

Danke für jedwege Art von Hilfe!
Alberthold
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 195

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2007 - 12:48:00    Titel:

Du musst mal in einem Kommentar nachgucken, ob ein PAtient eine Gefahrenquelle darstellt, vor welcher das Krankenhaus abschirmen muss.
Man könnte sich ja auch vorstellen, dass das Krankenhaus in Bezug auf einen HIV-positiven Patienten eine solche Pflicht hätte.
Im vorliegenden Fall könnte ich aus dem Bauch raus keine eindeutige Entscheidung fällen.

Falls Du dazu kommst, dass die Mutter sowohl gegen die Tochter, als auch gegen die Mutter einen SE-Anspruch gemäß § 823 I BGB hat, kommst Du zu dem Problem der gestörten Gesamtschuld wegen der Haftungsprivilegierung nach § 1664 BGB.
Andererseits, wenn der Mutter kein SE- Anspruch zugestanden wird gegen das Krankenhaus, dann hat sie ja vielleicht dem Grunde nach einen gegen die Tochter. Dieser entfällt dann wegen § 1664 BGB.
Bei einer DSL müsstest Du dann abermals darauf eingehen, in welchen Risikobereich der Schaden fällt hinsichtlich § 1664 BGB.


Ich glaube aber eher das es hier darauf hinausläuft, dass Mutter und Tochter beide einen Anspruch gegen das Krankenhaus haben, aber wie schon gesagt, lieber mal im Kommentar bezüglich der Verkehrssicherungspflicht nachgucken.
Alberthold
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 195

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2007 - 13:51:31    Titel:

Das mit dem § 1664 war wohl schwachsinn. Der gilt dem Wortlaut nach nur für SE-Ansprüche des Kindes gegenüber der Eltern. Sorry
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 02 Okt 2007 - 20:41:53    Titel:

Die Drittschadensliquidation dürfte jedenfalls an dem Erfordernis der zufälligen Schadensverlagerung scheitern.

Der Sachverhalt bietet aber Anlass zur Prüfung diverser anderer Anspruchgrundlagen der Mutter gegen das Krankenhaus.
In Betracht kommen bspw. ein Vetrag mit Schutzwirkung zu Gunsten Dritter oder eine GoA (insoweit wäre der Fremdgeschäftsführungswille wegen 1626 I problematisch).
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