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Journalistin sucht Meinungen über Zukunftsfähigkeit von BWL
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einefrage
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Anmeldungsdatum: 03.10.2007
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 03 Okt 2007 - 19:03:43    Titel: Journalistin sucht Meinungen über Zukunftsfähigkeit von BWL

Ich bin freie Journalistin und schreibe einen Artikel zu der Frage: „Was kann man eigentlich, wenn man BWL studiert hat?“ Das ist durchaus ernst gemeint und steht im Zusammenhang mit der Diskussion darüber, welche Art von Ausbildung die zukünftige Generation der Manager und Unternehmer bräuchte, um im globalen Wettbewerb/in der Wissensgesellschaft zu bestehen. Also, eure Meinung ist gefragt: Was kann man, wenn man BWL studiert hat? Freu mich über originelle, aber ernsthafte Antworten. Die interessanteste Antwort würde ich - wenn's recht ist - mit Usernamen zitieren.
hakes1701d
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 270

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 12:52:17    Titel:

Nichts! Man hat ein Diplom und ist für die Arbeitswelt vollkommen uninteressant! Denn was die haben wollen ist Erfahrung!!!!!

Imho denke ich, dass es nicht entscheidend ist ein tiefes Wissen zu haben, dass kann man sich im Job später aneignen. Vielmehr geht es darum komplexe Sachverhalte zu verstehen und zu bewerten, um so Lösungen entwicklen zu können. Denn oft ist es doch so, dass eine Abteilung gewisse Arbeitsabläufe haben möchten und die nächste schreit auf, so können wir nicht arbeiten und die andere braucht andere Anforderungen an die Abläufe....
MNC
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Anmeldungsdatum: 02.07.2006
Beiträge: 57

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 12:57:38    Titel:

Meiner Meinung nach dient das Studium dazu sich in möglichst vielen Fragen erstmal eine generelles Skill Set zu erwerben auf dessen Basis man später im berufsleben reflektierte Entscheidungen treffen kann, die dann (hoffentlich) mehr Wert schaffen als bloße "aus dem Bauch" Entscheidungen oder durch punktuelle Schwerpunkte administrative Fähigkeiten in ein Unternehmen einzubringen, die so noch nicht vorhanden sind.
K&K
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Anmeldungsdatum: 10.01.2006
Beiträge: 191
Wohnort: Münster/Westf.

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 13:18:19    Titel:

hakes1701d hat folgendes geschrieben:
Nichts! Man hat ein Diplom und ist für die Arbeitswelt vollkommen uninteressant! Denn was die haben wollen ist Erfahrung!!!!!

Imho denke ich, dass es nicht entscheidend ist ein tiefes Wissen zu haben, dass kann man sich im Job später aneignen. Vielmehr geht es darum komplexe Sachverhalte zu verstehen und zu bewerten, um so Lösungen entwicklen zu können. Denn oft ist es doch so, dass eine Abteilung gewisse Arbeitsabläufe haben möchten und die nächste schreit auf, so können wir nicht arbeiten und die andere braucht andere Anforderungen an die Abläufe....


Prinzipiell kann man tasächlich mit dem Hochschulabschluß in BWL allein nicht viel machen! Deshalb finden Alternativangebote (Praxis und Theorie) vergleichbar der PKW Fahrschule immer mehr an Bedeutung. Bei praktisch orientierten Betriebswirten wie BA Betriebswirt, VWA Betriebswirt, Staatlich gepr. Betriebswirt (SGB) und IHK Betriebswirt ist der Vorteil gegeben, dass sie bereits am "Steuer" gesessen haben, da kann viel besser zwischen theoretischem Ballast und wichtigen theoretischen Passagen unterschieden werden. Erst wenn der Universitäts Absolvent die praktischen Defizite kompensiert, ist er oft auf der Überholspur, wenn er seinem Ruf gerecht wird. Das Problem heutzutage ist allerdings, dass Firmen sich den Luxus von überteuerten Trainee programmen nicht mehr in dem Umfang wie früher leisten und das ist die Chance der zu erst genannten Betriebswirte, sie haben eigentlich das was man für die Praxis benötigt, der Weg ist allerdings auch nur dann erfolgversprechend, wenn die Persönlichkeit auch stark gewinnend positiv ausgerichtet ist und eine gewisse Empathie bereits vorhanden ist!
_________________
Es ist immer wieder schön zu sehen wie klein die Welt eigentlich ist.

Die großen Augenblicke im Leben kommen unvermutet. Es hat keinen Sinn, auf sie zu warten.
leviathan1981
Junior Member
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Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 13:24:04    Titel:

Ich als Volkswirt seh in einem abgeschlossenen Studium heutzutage nur noch ein Signal an die Arbeitgeber, dass man über mehrere Jahre bereit war ein hohes Opfer einzugehen, um später eine höhere Position begleiten zu wollen. Das vermittelte Wissen spielt nur bedingt eine Rolle im späteren praktischen Einsatz, da für die tatsächliche Tätigkeit das Wissen nicht vertieft genug ist und zudem viel Zeug vermittelt wird, was nie wieder gebraucht wird.
Wozu musste ich z.B. Controlling-Klausuren belegen? Sinnlos. Warum wird meine Bekannte mit Klimageografie-Studium Leiterin von 4 Discount-Filialen, einem typischen BWL-Posten? Sinnlos.
Rolling Eyes
Gottesschaf
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Anmeldungsdatum: 13.03.2007
Beiträge: 2025

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 18:27:33    Titel:

Ein Studium ist wie leviathan schon sagte auf jeden Fall ein guter Indikator zur Leistungsbereitschaft, nicht umsonst würden McKinsey und die BostonConsultingGroup und sonstige Strategieberater Absolventen jeder Richtung einstellen.

Allgemein ist in der BWL wohl ein Abschluss alleine nicht mehr viel wert, weil es einfach eine zu große Konkurrenzsituation gibt, da im Moment 130.000 Studenten dies studieren und man sich andersweitig abheben muss.

Wenn es einen in die typischen Manager- und Unternehmerabläufe zieht halte ich viel mehr von den Privaten Hochschulen (WHU, ebs, die üblichen Verdächtigen), weil diese auf die Wirtschaft und den Erfolg in eben dieser angewiesen sind. Deswegen bilden sie extrem praxisnah aus und versuchen den Studenten in erster Linie ein Netzwerk zu vermitteln, da dieses später eine größere Bedeutung haben kann, als die eigene Qualifikation.
Wer Wert auf akademische Forschung legt, kann meiner Meinung nach in der BWL ohnehin nicht viel erforschen.

Meiner Meinung nach kann man nach einem Studium höchstens finanztechnische bzw. wirtschaftliche Zusammenhänge besser erkennen und überlegen, ob sich bestimmte Situationen wirklich rechnen. Je nach Spezialisierung kann man natürlich auch noch andere Abläufe besser erkennen und mitarbeiten (Stichwort: Marketing, Personaler). Der Rest kommt über die Arbeit selbst. Verfolgt man die Geschichte des Handels und der Manager zurück, sind sie im Endeffekt dazu da, andere Leute zu führen, zu kontrollieren und zu leiten und nicht um mit ihren Fachwissen zu überzeugen.

Vielleicht irre ich mich auch, ich bin nur Schüler und das ist meine Sichtweise auf die Betriebswirtschaftslehre.
Tomahawk
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 874

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 20:04:39    Titel:

Ihr habt nichts im Studium gelernt? Nicht gut. Den Schilderungen hier zu Folge ist ein Studium verschenkte Zeit und der AG könnte einen normalen Abuturienten gleich einstellen, da die Abitnote ebenfalls die Bereitschaft etwas zu lernen signalisiert.

Was man im BWL-Studium lernt?
Dazu guck dir einfach wir Lehrpläne an. Das vermittelte Fundament ist sehr ähnlich.
pml
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Anmeldungsdatum: 09.04.2006
Beiträge: 1372
Wohnort: Ingolstadt

BeitragVerfasst am: 04 Okt 2007 - 23:19:16    Titel:

Aus meiner Sicht lernt man in BWL sich in einen Großteil der wichtigsten Gebiete für zukünftige Führungskräfte einzudenken und ein gewisses Denkmuster zu entwickeln.

In meinen Augen ganz wichtige Schlagworte, die einem Abiturienten so nicht klar sind, sind Opportunitätskosten und Zeitwert des Geldes. Diese beiden Begriffe sollen hier beispielhaft für eine ganz besondere Denkrichtung stehen, die man erlernt.

Man lernt die Grundlagen einer Volkswirtschaft (Handel, Wirtschaftspolitik, Bedeutung von Währungen und Zentralbanken etc.), Recht (man lernt die Grundzüge und weiß ungefähr wo Gefahren lauern und wie Juristen argumentieren, Aufabu von Gutachten etc.) und natürlich die reine BWL, wo es doch etliche Fächer gibt, die recht nah an der Praxis sind u.a. Rechnungswesen, Controlling, Steuern, Finanzierung.

Dabei ist es logisch, dass später nicht jeder alles in seinem Beruf braucht, da man auf einer Hierarchieebene anfängt, wo ein begrenztes Arbeitsfeld wartet. Gepaart mit Soft Skill Trainings (in Form von Präsentation, Fremdsprachenkursen, Case Studies oä.) ergibt das eine gute Basis.

Ferner lernt man sich schnell in verschiedene Themen einzuarbeiten, da man verschiedenste Fächer belegt und diese alle möglichst zeiteffizient erlernen muss.

Ich habe in meiner Stiftung öfter mit Geisteswissenschaftlern und anderen Nicht-BWLern kleine Gruppenarbeiten auf Seminaren gemacht. Die Herangehensweise ist deutlich verschieden. Der Geisteswissenschaftler verliert schneller das Ziel aus den Augen und schweift ab, während der BWLer eher stringent und rational vorgeht und zunächst Zeit, Ressourcen etc. prüft und dann das grobe Ziel skizziert und zur Tat schreitet.
Tomahawk
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 874

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 00:13:37    Titel:

Vielleicht sollte man noch die Anbindung zur Informatik erwähnen: Einige Unis bieten verpflichtend Betriebsinformatik an, so dass BWLer als Allround-Leute auch damit umgehen können.

Ferner ist das BWL-Studium sehr formal gehalten, so dass BWLer, wie bereits pml erwähnte, ziemlich zielorientiert denken. D.h. man hat ein Ziel, und versucht dieses "optimal" zu erreichen.
einefrage
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Anmeldungsdatum: 03.10.2007
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 11:01:34    Titel:

Vielen Dank für eure Kommentare. Interessant finde ich, was ihr über die erlernte Denkrichtung und Zielorientierung sagt. Könnte das umgekehrt auch heißen, dass Geisteswissenschaftler, wenn sie abschweifen, manchmal auf Dinge stoßen, auf die BWLer auf dem geraden Weg nicht stoßen würden? Und könnte es sein, dass damit die Innovationsfähigkeit gesenkt wird?

Außerdem ist mir aufgefallen, dass viele Leute (nicht nur hier im Forum) die Frage: was kann ein BWLer? Ganz schnell in „was kann ein BWLer werden?“ übersetzen.
Interessant wäre dann zum Beispiel, ob man mit einem WHU-Abschluss deshalb mehr werden kann, weil man mehr kann oder weil man ein besseres Netzwerk hat. Und was bedeutet das dann wiederum für die Qualitäten der Leute, die klassischerweise nach oben kommen?

K&K sagt, dass die Persönlichkeit auch stark gewinnend positiv ausgerichtet sein muss und eine gewisse Empathie bereits vorhanden sein muss. Kann man so etwas in einem BWL-Studium auch lernen? Bzw. wäre es sinnvoll, dass man so etwas lernt?

hakes1701d betont, dass vor allem praktische Erfahrungen gefragt sind. Woran liegt es dann, dass in den Führungsetagen ein sehr hoher Anteil an Promovierten sitzt?
The Hoff
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Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 149

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 13:08:02    Titel:

einefrage hat folgendes geschrieben:
Interessant finde ich, was ihr über die erlernte Denkrichtung und Zielorientierung sagt. Könnte das umgekehrt auch heißen, dass Geisteswissenschaftler, wenn sie abschweifen, manchmal auf Dinge stoßen, auf die BWLer auf dem geraden Weg nicht stoßen würden? Und könnte es sein, dass damit die Innovationsfähigkeit gesenkt wird?


Ja, nicht umsonst wird Diversität der Angestellten in Unternehmen heutzutage groß geschrieben, nicht nur, was die Herkunft oder den kulturellen Hintergrund betrifft, sondern eben auch das Studium (man denke an Investmentbanking und die Möglichkeit, wer dort alles einsteigen kann, bei entsprechendem GPA). Dennoch stellt die Diversität hinsichtlich des kulturellen Hintergrundes den Großteil dar, denke ich.

einefrage hat folgendes geschrieben:
Außerdem ist mir aufgefallen, dass viele Leute (nicht nur hier im Forum) die Frage: was kann ein BWLer? Ganz schnell in „was kann ein BWLer werden?“ übersetzen.

Das liegt m.M. nach daran, dass insbesondere BWL ein zweckgebundes Studium ist: die Studenten studieren BWL eben nicht des Studierens wegen, sondern des Jobs wegen, den sie irgendwann einmal haben wollen - natürlich gilt das nicht für jeden, aber für den Großteil der Studenten, würde ich sagen. Ich denke das kommt daher, dass BWL eben nicht so "wissenschaftlich" ist, wie z.B. die Physik, was man z.B. an der Anzahl der Forschenden in diesen Feldern festmachen kann, oder den wissenschaftlichen Veröffentlichungen, oder ähnlichem. Deswegen gibt es eben nicht so eine Faszination für das Fach an sich - zumindest gilt das für mich.

Gruß
Gottesschaf
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Anmeldungsdatum: 13.03.2007
Beiträge: 2025

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 13:44:30    Titel:

einefrage hat folgendes geschrieben:
hakes1701d betont, dass vor allem praktische Erfahrungen gefragt sind. Woran liegt es dann, dass in den Führungsetagen ein sehr hoher Anteil an Promovierten sitzt?

Von den Promovierten haben aber die wenigsten tatsächlich BWL studiert (zu diesem Zweck meine Liste: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/125027,30.html) sondern etwa ein unternehmensbezogenes Fach (bspw. MAN / Ingenieur), da diese sich besser mit der Kultur identifizieren können und es auch das Unternehmen besser präsentiert, wenn der Vorstand Ahnung von der Arbeit hat und nicht ein externer Finanzprofi ohne Bindung zum Unternehmen ist.

Ich nehme mal an das die Doktoranden ebenfalls in erheblichen Maße von Kontakten profitiert haben und durch den Titel viel Eindruck gewonnen haben. So haben die Leute die für die Besetzung des Vorstandes zuständig sind, wahrscheinlich einen besseren Eindruck von einem Doktoranden bei gleichem Ergebnis als von einem normalen Diplom-Absolventen.

Ich finde die Frage, bezogen auf die WHU, schon interessant. Ich denke es ist eine Mischung aus beiden, wie der Name schon sagt ist die Schule eine Hochschule für "Unternehmensführung" sprich eine reine Managementschule, die möglichst praxisnah Manager ausbilden will. Und auch das ist in der Wirtschaft gefragt, da die Unis wohl kaum so praxisnah ausbilden können, da sie auch das theoretische Hintergrundwissen vermitteln wollen. Durch die starke Nachfrage ist sehr schnell ein ausgezeichnetes Netzwerk entstanden, das gar kein Urteil über die Nachfrage der heutigen Zeit entstehen lassen kann.
Schludrigkeit
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1015

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 14:02:27    Titel:

BWL ist eher pragmatisch ausgerichtet. Sicher gibt es auch Bereiche, die hochtheoretisch sind, aber große Teile der BWL versuchen sich eher der Praxis zu nähern und durch entsprechende theoretische/wissenschaftliche Grundlagen einen Bezug zum Business zu schaffen. Wissenserwerb nicht um des Wissens Willen, sondern häufig mit klarem Anwendungsbezug.

Da ich auf jeden Fall eher Pragmatiker als Theoretiker bin, kommt mir der Studiengang schon sehr entgegen.

Ausgehend von dieser Annahme (BWL = Anwendungsbezug, Vorbereitung auf die Praxis) kann man deine Fragen fast alle beantworten:

Warum BWL´er im Blick haben, was sie werden können? Weil der Anwendungsbezug von vornherein der Punkt ist, um den sich ein Großteil des Studiums dreht. BWL´er stehen nicht wirklich auf brotlose Kunst.

Ob Empathie für BWL´er wichtig ist? Klar. BWL´er werden aller Voraussicht nach Führungspositionen einnehmen. Da man in so gut wie jedem Berufsfeld mit Menschen zu tun hat, ist Empathie immer wichtig. Ob man das während des Studiums lernen kann? Beschränkt. Auch wenn BWL an der Praxis ausgerichtet ist, ist ein Studium an einer Uni immer noch relativ theoretisch. Ein Studium kann nie die Praxis 1:1 abbilden. Ich persönlich glaube auch, dass es Führungspersönlichkeiten gibt oder eben nicht gibt. Entweder man kann mit Menschen umgehen oder man kann es eher nicht.

Warum es so viele Doktoren in den Vorstandsetagen großer Unternehmen gibt? BWL ist immer auch etwas Etikette. Wenn man in diesen Kreisen verkehrt, solchen Leuten etwas verkaufen möchte, dann wollen diese Leute meistens jemanden haben, mit dem sie auf Augenhöhe sprechen können. Kurzum: man möchte einfach gezeigt bekommen, dass man von anderen Akademikern behätschelt und betätschelt wird. So werden wahrscheinlich eine Menge großer Geschäfte abgeschlossen. In vielen Unternehmen gilt es einfach als chic, in anderen sogar als unabdingbar (allerdings nur für gewisse Positionen. Ausnahmen bestätigen aber die Regel!). Das sind aber vor allem Führungskräfte älterer Generationen, das wird sich in Zukunft meines Erachtens deutlich verändern.

Dennoch möchte ich nochmals betonen, dass man meine Auffassung von BWL nicht teilen muss. Es gibt sicher auch Studenten, die sehr theoretisch arbeiten wollen und bspw. in die Forschung gehen. Ich neige jedoch zu der Annahme, dass dieser Typ Student eher seltener als der Pragmatiker im Hörsaal zu finden ist.
makro3
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 951

BeitragVerfasst am: 05 Okt 2007 - 14:17:43    Titel:

Schludrigkeit hat folgendes geschrieben:
BWL ist eher pragmatisch ausgerichtet. Sicher gibt es auch Bereiche, die hochtheoretisch sind, aber große Teile der BWL versuchen sich eher der Praxis zu nähern und durch entsprechende theoretische/wissenschaftliche Grundlagen einen Bezug zum Business zu schaffen. Wissenserwerb nicht um des Wissens Willen, sondern häufig mit klarem Anwendungsbezug.



Das ist von Hochschule zu Hochschule verschieden. Ich sehe keinen Grund darin Studenten das, was sie später im Berufsleben ohnehin lernen werden, an der Uni vorzukauen. Lieber mal Hintergrundwissen vermitteln, Zusammenhänge die man sonst nicht versteht erklären, die Studenten intellektuell fordern und sie zu Menschen machen, die auch mal das große Ganze sehen und belastbare Aussagen zu Mechanismen treffen können. Sonst können wir die Universitäten gleich in Berufsschulen und das Studium in Berufsausbildung umbenennen. Zum Glück gibt es auch Universitäten in Deutschland die diesem Muster folgen. Die Möglichkeiten anspruchsvolle Theorie-Sachen zu lernen und kompetente Ansprechpartner zu haben hat man nach dem Studium nie wieder.

Und wie oben schon einmal angesprochen: Vorwissen brauchst du im Job später fast nicht.
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