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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 13:07:39 Titel: "Die Befreiung des Menschen vom Arbeitszwang" |
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Hallo,
habe gestern im Handelsblatt über das Buch "Einkommen für alle" von Unternehmer Götz Werner gelesen. Vielleicht kennt ihr seine Ideen schon. Für die, die sie noch nicht kennen, hier ein kurzer Überblick:
- jeder, vom Säugling bis zum Renter, soll bedingungslos ein Grundeinkommen von 1500 Euro als "Kulturminimum" erhalten
- im Gegenzug werden jegliche staatl. Sozialleistungen abgeschafft
- Finanzierung durch Wegfall der Sozialleistungen und drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer auf bis zu 50%, die alle anderen Steuern ersetzt
Argumente für Einführung des Grundeinkommens:
--> Grundbedürfnisse aller Bürger lassen sich dank technischem Fortschritt mit geringem Aufwand befriedigen
--> folglich weniger Erwerbsarbeit
--> Ziel d. Vollbeschäftigung deswegen utopisch
--> Hartz IV sei "vergleichbar mit offenem Stafvollzug" --> Verstoß gegen § 1 d. Grundgesetzes
- Unattraktivere Tätigkeiten müssten höher bezahlt oder automatisiert werden
- kein Zwang mehr eine Arbeit zu übernehmen, um die Existenz zu sichern
Was haltet ihr davon? Leider habe ich den Artikel noch nicht im Netz gefunden. |
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sidi Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 1687
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 13:15:27 Titel: |
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| Nicht pol. durchsetzbar, zu viele Variablen um überhaupt eine halbwegs ernsthafte Prognose abzugeben, nicht finanzierbar etc. Außerdem wird wiederum versucht das Glück einer Gesellschaft durch mehr Geld (Grundeinkommen) zu steigern. Die Glücksforschung widerspricht meines Wissens diesem Gedanken. |
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michael.wi Senior Member

Anmeldungsdatum: 18.07.2007 Beiträge: 802
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 14:03:51 Titel: |
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ich fand die Idee immer sehr interessant.
Was in dieser Diskussion jedoch gar nicht aufkommt, ist eine Parallele zum Sozialismus. Dass ein solches Grundeinkommen Gleichheit für eine große Gesellschaftsgruppe garantiert, widerstrebt dem Menschen meiner Meinung nach.
Klar, niemand baut eine Mauer auf, wenn wir ein Land mit Grundeinkommen sind. Aber allein die Zuwanderung wäre ganz ganz heftig, dann hält jeder wahrscheinlich Deutschland erstmal für die rosa Insel in Europa.
An sich widerspricht die Idee meinen Vorstellungen nicht, aber ob die Idee in der Realität sich positiv entwicklen kann - ich weiß es nicht.
Mir wäre auch recht, diese ganzen Idiotenleistungen wie ALG, BaFöG, etc. zu streichen, denn mit Leistungen, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind, schafft man immer Ungerechtigkeit. Wer z.B. als Sohn/Tochter einer Mittelstandsfamilie geboren wurde, die wegen 200 Euro Zuviel-Verdienst kein BaFöG bekommt, kann ein Lied davon singen.
Ich halte die Idee aber insgesamt für aktuell indiskutabel. Das viel wichtigere Thema ist gegenwärtig, Kindern eine grundeinkommens-ähnliche Sicherung zu garantieren.
Wenn man sieht, wie sich die soziale Schere entwickelt .... ich denke, dass Kindern Schulbildung, Essen und ein kindgerechtes Umfeld garantiert werden muss & das nicht durch Zahlungen von Symbolbeträgen an die Eltern, sondern durch die Bildungsinstitution selbst. Und dieser Betrag unabhängig vom elterlichen Verdienst, denn das heimische Problemumfeld kann im Großbürgertum wie in der Unterschicht-Familie vorhanden sein. "Startschuss Abi" heißts in manchen Magazinen, in Deutschland ists doch aktuell "Startschuss Geburt". |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 14:24:55 Titel: |
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| michael.wi hat folgendes geschrieben: |
Wenn man sieht, wie sich die soziale Schere entwickelt .... ich denke, dass Kindern Schulbildung, Essen und ein kindgerechtes Umfeld garantiert werden muss & das nicht durch Zahlungen von Symbolbeträgen an die Eltern, sondern durch die Bildungsinstitution selbst. |
Vorweg muss ich sagen, dass ich mich von den recht radikalen Ideen Werners distanziere. Doch anhand von deinem genannten Beispiel erkennt man, wie schleppend und wie langsam Probleme angegangen werden. Das Problem ist kein neues, die Debatte darüber dauert auch schon lange an (vgl. Debatte über Ganztagsschulen). Passiert ist jedoch noch beinahe nichst. Das Land Nordrhein-Westfalen (wenn ich mich richtig entsinne) hat für die Umsetzung diese Ziele einen Betrag zur Verfügung gestellt, der nicht im Entferntesten flächendeckend die Ziele verwirklicht hätte.
Zum Thema: Wenn man von der polit. Umsetzbarkeit absieht, ist es dennoch interessant dieses Gedankenmodell durchzuspielen. Kann die o.g. "drastische Steuererhöhung" und der "Wegfall der Sozialleistungen" ein Grundeinkommen für Jeden finanzieren? Vielleicht hat jemand Zahlen diesbezüglich (Stat. Bundesamt, Bundeshaushalt etc.), mit denen wir eine kleine Überschlagsrechnung machen könnten. |
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coffeinjunky Senior Member

 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 16:05:58 Titel: |
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| mtobi hat folgendes geschrieben: | | Zum Thema: Wenn man von der polit. Umsetzbarkeit absieht, ist es dennoch interessant dieses Gedankenmodell durchzuspielen. Kann die o.g. "drastische Steuererhöhung" und der "Wegfall der Sozialleistungen" ein Grundeinkommen für Jeden finanzieren? Vielleicht hat jemand Zahlen diesbezüglich (Stat. Bundesamt, Bundeshaushalt etc.), mit denen wir eine kleine Überschlagsrechnung machen könnten. |
Jegliche Zahlen, die man produzieren kann, sind einfach falsch. Bei Umsetzung der Idee hätten wir einen massiven Strukturbruch auf wirklich allen Ebenen. Prognosen kann man in einem unbekannten Rahmen allerdings nicht machen.
Beste Grüße
coffeinjunky
ps: im Politik-Bereich gibt es einen ausführlichen Thread zu dem Thema. _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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deserter Senior Member

Anmeldungsdatum: 28.02.2007 Beiträge: 445
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 17:20:15 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von deserter am 28 Jan 2012 - 13:05:01, insgesamt einmal bearbeitet |
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Markus22 Senior Member

Anmeldungsdatum: 04.02.2007 Beiträge: 1785
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 17:24:26 Titel: |
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kollektivismus-individualismus...mehr muss ich ja nicht sagen... _________________ bei der Uni/Fh/Schule/IHK angerufen?
Google benutzt? Lehrer/o.ä. gefragt?
DANN erst in blöden Foren posten  |
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Matoser Full Member

Anmeldungsdatum: 17.10.2005 Beiträge: 201 Wohnort: Gerolzhofen
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 18:57:35 Titel: |
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Naja , die Idee hört sich nach dem Sozialismus oder Kommunismus an.
Alle kriegen Geld, niemand muss arbeiten.
Das finde ich falsch,
Jeder sollte sich sein Leben erarbeiten, denn Geschenke machen die Wirtschaft kaputt
(siehe bestimmte Entwicklungsländer (Nicht-Hunger Regionen), die kostenlose Nahrungstransporte bekommen,
da kann ein Landwirt in der Gegend nicht mithalten....), somit entsteht kaum Wirtschaft,
tja die gute Wirtschaft, und das böse Sozialwesen mal von der anderen Seite gesehen.
Außerdem, wenn niemand mehr bei der Müllabfuhr arbeiten will, oder sonstwo, woher kommen die Produkte zum kaufen? (DDR?...)
Denen gibt man halt mehr Geld!
Aber wer gibt?
Effekt meiner Meinung: Wirtschaft schrumpft,geht zu Grunde, alles wird teurer, unbezahlbar............
Ich halte nichts davon. |
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Gottesschaf Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.03.2007 Beiträge: 2025
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 19:19:02 Titel: |
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Ich finde wie Matoser es anspricht im Gegensatz die Idee sehr schön, aber leider wird sie wohl ähnlich fantastisch wie die Umsetzung des Kommunismus sein.
Der Grundgedanke ist, das die Leute die mit ihrem Lebensstandard nicht zufrieden sind, anfangen zu arbeiten um sich mehr zu gönnen und dann hängt es von sozialtechnischen Komponenten ab, wie sich das entwickelt.
Vielleicht sind die 1500 irgendwann so wenig, das trotzdem jeder arbeiten muss, um sich über Wasser halten zu müssen. Ab da würde das System Sinn machen. |
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N-tropie Senior Member

Anmeldungsdatum: 08.06.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Ein Dorf am Rhein
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 19:25:04 Titel: |
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| Die Steuer hat sich der gute Mann wohl bei Tobin abgeschaut, insgesamt halte ich das Konzept für utopisch. Wo bliebe denn da der Innovationsdruck? |
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Foerster Senior Member

 Anmeldungsdatum: 08.01.2007 Beiträge: 848 Wohnort: Oestrich
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 20:22:25 Titel: |
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lol.....
die 1500€ würde ich dann aber im Ausland ausgeben.......
50% Mehrwertssteuer sind echt zu heftig. |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 06 Okt 2007 - 22:22:18 Titel: |
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Ich denke, dass das Thema zumindest diskutabel ist. Denn der Ideengeber ist keineswegs ein völlig abgehobener Kommunist oder Derartiges.
Zur Person schreibt Wikipedia u.a.:
| Zitat: | Götz Wolfgang Werner (* 5. Februar 1944 in Heidelberg) ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von dm-drogerie markt mit der Firmenzentrale in Karlsruhe, Professor der Universität Karlsruhe, Aufsichtsratmitglied der GLS Gemeinschaftsbank, Vorsitzender der Initiative Unternimm die Zukunft und Präsident des EHI Retail Institute e.V. (EHI). [...]
2006 gab es 1.720 Filialen in neun europäischen Ländern. Das Unternehmen beschäftigt rund 24.500 Mitarbeiter, die 2005/06 einen Umsatz von 3,67 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Sein Vermögen wurde 2005 von manager magazin auf € 1,05 Mrd. geschätzt und er lag damit auf Platz 78 der reichsten Deutschen. |
Also wir haben es hier in der Tat mit einem Unternehmer zu tun und sollten sachlich diskutieren und pauschalisierende Kommunisparolen, um es überspitzt zu sagen, außen vor lassen. |
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hbr Senior Member

 Anmeldungsdatum: 03.03.2006 Beiträge: 1787
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 00:16:54 Titel: |
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Das Problem ist bei dem Grundeinkommen, dass jegliche Leistungsanreize verloren gehen. Warum soll man noch produktiv arbeiten wenn es so oder so Geld gibt? Wenn aber kaum noch jemand arbeitet, ist das ganze nicht mehr zu finanzieren. Ein Sozialsystem kann nur funktionieren, wenn es Anreize zur Leistung gibt.
Im Endeffekt finde ich das Grundeinkommen eine nicht tragfähige Utopie |
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michael.wi Senior Member

Anmeldungsdatum: 18.07.2007 Beiträge: 802
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 09:19:11 Titel: nur mal so am Rande |
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Ist eigtl. schon jmd. aufgefalen, dass in D ein gesellschaftliches Leitmilieu sehr stark von der Anthroposophie beeinflusst ist?
So sehr gegen diese Strömung hab ich nichts, aber wie häufig die "Zeit" über Götz Werner, zwischen den Zeilen über die Uni Witten-Herdecke (anthroposophische Medizin) berichtet, ist schon auffällig. Ich denke, es wird oft völlig zweitranging wie realitätsfest solche Ideen sind, wenn sich in strahlenden Worten die Vorzüge ausbreiten lassen. |
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McCoy Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.06.2006 Beiträge: 501
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 10:01:20 Titel: |
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| hbr hat folgendes geschrieben: | Das Problem ist bei dem Grundeinkommen, dass jegliche Leistungsanreize verloren gehen. Warum soll man noch produktiv arbeiten wenn es so oder so Geld gibt? Wenn aber kaum noch jemand arbeitet, ist das ganze nicht mehr zu finanzieren. Ein Sozialsystem kann nur funktionieren, wenn es Anreize zur Leistung gibt.
Im Endeffekt finde ich das Grundeinkommen eine nicht tragfähige Utopie |
Wer sagt denn, dass sämtliche Leistungsanreize verloren gehen. Es gibt ja verschiedene Ideen wie man ein Grundeinkommen gestaltet. Wenn man jedem Bundesbürger nur soviel Geld bis zum Existenzminimum gibt, dann sind die Menschen, mit ihren vielen Konsumwünschen, immer noch gezwungen arbeiten zu gehen.
Statt die Mehrwertsteuer auf 50% anzuheben, wäre es sinnvoller eine Flat-Tax von mit einem Brutto-Steuersatz von 50% einzuführen.
So hätte man immerhin wieder einen progressiven Verlauf der durchschnittlichen Steuerbelastung, was auch unter sozialpolitischen Gesichtspunkten gerecht wäre. |
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PatrickHH Senior Member

 Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1568 Wohnort: Norderstedt
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 10:14:11 Titel: |
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| michael.wi hat folgendes geschrieben: | Wer z.B. als Sohn/Tochter einer Mittelstandsfamilie geboren wurde, die wegen 200 Euro Zuviel-Verdienst kein BaFöG bekommt, kann ein Lied davon singen.
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Du beschwerst dich, dass du diesen einen Cent Bafög nicht bekommst, weil deine Eltern 200€ zu viel verdienen?
Du kannst von einem Cent leben?
Du brauchst sicherlich mehr als einen Cent, zum Leben mininum 350€ plus Miete. Also verdienen deine Eltern icht 200€ zu viel sondern 550€ plus Miete.
Aber wenn deine Eltern die Schulen drückt, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, dann ist das nicht der Fehler des Bafög-Systems sondern das deiner Eltern. Sie wissen doch, dass Bildung Geld kostet, also hätten sie statt dem Haus auch in deine Bildung investieren können. _________________ Alles Banane! |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 12:38:23 Titel: |
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Ich sehe das ähnlich wie McCoy: 1500€ bei einem Mehrwertsteuersatz von 50% befriedigen bei Weitem nicht alle Bedürfnisse des Menschen. Dennoch bieten sie ein "Kulurminimum", wie es genannt wurde.
Die Frage ist doch nur, ob sowas finanzierbar ist. Dafür müsste man aber ein bisschen rechnen mit verlässlichen Zahlen, ansonsten ist das hier nur "Glauben". Der eine glaubt, es sei finanzierbar, der andere nicht - das kann nur schwer Argumentationsgrundlage sein. |
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coffeinjunky Senior Member

 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 13:10:20 Titel: |
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Um die Diskussion einmal zu versachlichen:
Werner plädiert für die komplette Substituierung aller Steuern durch die Mehrwertsteuer. Er sieht (im Einklang mit der Theorie) Steuern als verzerrend an und will die Verzerrung daher möglichst gering halten. Daher plädiert er dafür die gesamten Steuern klar, präzise und einfach in der Mehrwertsteuer zu bündeln. Andere Steuern gibt es dann nicht mehr.
Die 50% ergeben sich dann nach irgendwelchen Berechnungen im Rahmen einer kontrafaktischen Analyse. Die Idee einer einzigen Steuer (die für alle gleich wäre und somit eine Flat-Tax darstellt) ist prinzipiell durchaus diskutabel.
Ferner: die 1.500€ sind ein "first guess". Werner selbst nannte mal einen Betrag in Höhe von etwa 600€ "bereits jetzt" finanzierbar, da dies auch in etwa die durchschnittliche Transferrate zur Zeit sei.
Ein weiteres diskussionswürdiges Element des Konzeptes: die faktische Abschaffung des Großteils des Staates. Unzählige Ämter würden ihre Daseinsberechtigung verlieren und die dort ansässigen produktiven Kräfte könnten mit der Verwaltung aufhören und produktiv sein.
Vielleicht wäre es also sinnvoll die Diskussion weg von numerischen Werten auf die Konzepte zu gehen? Denkt einfach nicht mehr an 1500€ sondern, wie wir es gewohnt sind, an "x".
Beste Grüße
coffeinjunky _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Hochschläfer Full Member

Anmeldungsdatum: 10.02.2007 Beiträge: 209
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:36:29 Titel: |
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Um alle Steuern derart zu bündeln, müsste man aber das komplette Staats- und Wirtschaftssystem umstürzen, ja die ganze Gesellschaft wäre eine ganz andere. Ich bin sehr dafür, denn ich glaube sowieso, dass sich unser jetziges System nach mittlerweile über 60 (!) friedvollen Jahren langsam in vielerlei Hinsicht selbst die Grundlage entzieht und in 20 - 30 Jahren nicht mehr bestehen kann.
aber ich frage mich allen Ernstes, wo Produktivkräfte noch produktiv werden wollen. Wo früher zehn Landwirte, da heute einer. Wo zehn Buchhalter, da heute einer usw. Diese Tendenz könnte sogar noch steigen, letztlich sogar "zum Wohle aller", weil die Maschinen so produktiv sind! Wo ist mein Denkfehler? _________________ keep sleeping! |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:50:11 Titel: |
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| Ich denke, dass Kirchhoff einiges Positives mit sich gebracht hätte mit seiner Flat-Tax. Produktion sollte in Zukunft nicht mehr das große Thema sein, sondern Dienstleistung (ist schon lange der dominierende Sektor). |
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sidi Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 1687
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:56:27 Titel: |
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| Hochschläfer hat folgendes geschrieben: | Um alle Steuern derart zu bündeln, müsste man aber das komplette Staats- und Wirtschaftssystem umstürzen, ja die ganze Gesellschaft wäre eine ganz andere. Ich bin sehr dafür, denn ich glaube sowieso, dass sich unser jetziges System nach mittlerweile über 60 (!) friedvollen Jahren langsam in vielerlei Hinsicht selbst die Grundlage entzieht und in 20 - 30 Jahren nicht mehr bestehen kann.
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"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 20:05:56 Titel: |
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| sidi hat folgendes geschrieben: |
"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
Wie kommt man darauf, dass unser System in dieser Form weiterhin bestehen kann? Bei Anblick der demographischen Entwicklung, der Sozialausgaben, der Rentenproblematik.... |
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sidi Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 1687
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 20:20:16 Titel: |
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| mtobi hat folgendes geschrieben: | | sidi hat folgendes geschrieben: |
"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
Wie kommt man darauf, dass unser System in dieser Form weiterhin bestehen kann? Bei Anblick der demographischen Entwicklung, der Sozialausgaben, der Rentenproblematik.... |
Er meinte mit seinem Post doch einen Systemwechsel? Darum geht es doch in diesen Thread (...zumindest für mich). Das es Veränderungen bzw. Modfikationen am jetzigen System geben wird ist normal. Das gab es schon immer und ist nichts neues. |
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Kölner_VWLer Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.08.2007 Beiträge: 1593
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 23:13:31 Titel: |
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Sehr toll finde ich die Idee, dass man möglichst viele Steuern in der Ust bündeln soll. Das würde eine Menge Bürokratie weniger bedeuten und damit effektiv ein Nutzenvorteil für die Gesamtwirtschaft.
Auch ist die Ust als indirekte Steuer ja tatsächlich am wenigsten verzerrend. Insbesondere sollte Arbeit nicht mehr besteuert werden.
2.
Den Gedanken vom Grundeinkommen und "frei vom Zwang zu Erwerbsarbeit" zu sein, finde ich jedoch falsch. Ich denke schon, dass jeder eine Verantwortung trägt über das Lebene gesehen für sich selbst zu sorgen. (Klar als Kind und als Alter Mann nicht mehr, aber dafür eben in den Erwerbsjahren überproportional).
Die These, dass nicht mehr genug Arbeit für alle da sein soll, aufgrund der Substitution von Arbeit durch Maschinen bzw. Allgemein Kapital teile ich ebenfalls nicht.
Die menschlichen Bedürfnisse sind (Gott sei Dank) ungebrenzt. Dies bedeutet auch eine theoretische unbegrenzte Nachfrage nach Arbeit. Die Form der Arbeit unterliegt zwar in ständigen Veränderung, aber es gibt immer genug zu tun.
Man glaubte ja bereits mit der Entwicklung des Mähdräschers, dass der Großtteil der Bevölkerung keine Arbeit mehr hätte, stattdessen taten sich ganz andere Beschäftigungsmöglichkeiten in Fabriken etc.. auf, da plötzlich weit mehr Bedürfnisse gedeckt wurden wie früher.
Auch als der PC eingeführt wurde, galt er als Jobkiller, da er einfache Verwaltungstätigkeiten viel effizienter und mit wenigeren Leuten zu bewerstelligen ließ.
Heute ist die IT Industrie eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Welt.
Nein der technische Fortschritt vernichtet langfristig keine Arbeit und schafft auch langfristig keine Arbeit. Ich bin der Meinung, dass technischer Fortschritt sich langfristig neutral auf die Arbeitsnachfrage auswirkt.
Er bewirkt jedoch eine immer höhere Produktivität des Faktors Arbeit und damit immer höhere Löhne und eine immer bessere Deckung der Bedürfnisse.
Wie gesagt:
Einige Ideen sind gut, das Grundeinkommen selber, halte ich jedoch nicht für glücklich. |
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Alias18 Full Member

Anmeldungsdatum: 20.12.2005 Beiträge: 236
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 23:56:41 Titel: |
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Ich finde, dass allein den Titel und den Begriff "Arbeitszwang" Abbild einer Fehlleitung ist. Arbeit ist kein "Zwang", sondern der einmalige Möglichkeit sich mit den eigenen Stärken und Schwächen an der Schaffung des gesellschaftlichen Wohlstandes zu beteiligen, positiv tätig zu werden und die eigenen Ressourcen nicht sinnlos durch Untätigkeit zu verschwenden. Und es ist nun mal so, dass mit Ausnahme weniger Problemfelder, möglichst friktionslos funktionierende Märkte zu einem möglichst effizienten Einsatz des Faktors Arbeit führen.
Der Vorschlag macht nun zweierlei: Zum einen Drückt er aus, dass Arbeit keine Möglichkeit der positiven Entfaltung ist, sondern eben eine Last. Zum anderen setzt er sämtliche Marktmechanismen unterhalb dieser Mindestgrenze außer Kraft. Beides sind Entwicklungen, die ich nicht begrüße.
Letztendlich sagt der Vorschlag doch folgendes aus: Jeder hat die Wahl, entweder
- reichen dir 1500 €, dann machst du einfach gar nichts mehr und lebst auf Kosten der Anderen
- sie reichen dir nicht, dann arbeitest du und wirst dabei gezwungen, denen denen das Geld reicht, dieses zu finanzieren. Warum dies in irgendeiner Art und Weise gerecht sein soll, leuchtet mir nicht ein.
Ein kleiner Kommentar noch zur Umsatzsteuer: Das Ungerechte an dieser Steuer ist, dass sie die leistungsfähigkeit in keiner Weise berücksichtigt, d.h. jeder muss sie in göleicher Höhe bezahlen, vom Kleinverdiener bis zum Investmentbanker. Auch das Argument, dass der Investmentbanker ja mehr konsumiert zieht nicht: Prozentual am Einkommen gemessen ist der Konsum statistisch gesehen bei den kleinen und mittleren Einkommen am höchsten - sie werden durch solch eine Steuerreform also am stärksten belastet. Und wer behauptet, dass das Einziehen der Mehrwertsteuer keine Arbeit bedeutet, sollte mal einige Mehrwertsteuerbescheide ausfüllen und eine Mehrwertsteuerprüfung mitmachen... |
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Kölner_VWLer Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.08.2007 Beiträge: 1593
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Verfasst am: 09 Okt 2007 - 09:03:41 Titel: |
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Zum Einwand zur Mwst:
Man bräuchte nat. gestufte Mehrwertsteuersätze, die alltägliche Konsumgüter geringer besteuern als andere Güter.
Der Erhebungsaufwand würde insgesamt sicherlich sinken, denn heute gibt es unzählige verschiedene Steuern mit völlig unterschiedlichem Erhebungsverfahren. Dies alles könnte so vereinfacht und vereinheitlicht werden. |
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