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PatrickHH Senior Member

 Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1568 Wohnort: Norderstedt
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 10:14:11 Titel: |
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| michael.wi hat folgendes geschrieben: | Wer z.B. als Sohn/Tochter einer Mittelstandsfamilie geboren wurde, die wegen 200 Euro Zuviel-Verdienst kein BaFöG bekommt, kann ein Lied davon singen.
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Du beschwerst dich, dass du diesen einen Cent Bafög nicht bekommst, weil deine Eltern 200€ zu viel verdienen?
Du kannst von einem Cent leben?
Du brauchst sicherlich mehr als einen Cent, zum Leben mininum 350€ plus Miete. Also verdienen deine Eltern icht 200€ zu viel sondern 550€ plus Miete.
Aber wenn deine Eltern die Schulen drückt, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, dann ist das nicht der Fehler des Bafög-Systems sondern das deiner Eltern. Sie wissen doch, dass Bildung Geld kostet, also hätten sie statt dem Haus auch in deine Bildung investieren können. _________________ Alles Banane! |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 12:38:23 Titel: |
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Ich sehe das ähnlich wie McCoy: 1500€ bei einem Mehrwertsteuersatz von 50% befriedigen bei Weitem nicht alle Bedürfnisse des Menschen. Dennoch bieten sie ein "Kulurminimum", wie es genannt wurde.
Die Frage ist doch nur, ob sowas finanzierbar ist. Dafür müsste man aber ein bisschen rechnen mit verlässlichen Zahlen, ansonsten ist das hier nur "Glauben". Der eine glaubt, es sei finanzierbar, der andere nicht - das kann nur schwer Argumentationsgrundlage sein. |
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coffeinjunky Senior Member

 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 07 Okt 2007 - 13:10:20 Titel: |
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Um die Diskussion einmal zu versachlichen:
Werner plädiert für die komplette Substituierung aller Steuern durch die Mehrwertsteuer. Er sieht (im Einklang mit der Theorie) Steuern als verzerrend an und will die Verzerrung daher möglichst gering halten. Daher plädiert er dafür die gesamten Steuern klar, präzise und einfach in der Mehrwertsteuer zu bündeln. Andere Steuern gibt es dann nicht mehr.
Die 50% ergeben sich dann nach irgendwelchen Berechnungen im Rahmen einer kontrafaktischen Analyse. Die Idee einer einzigen Steuer (die für alle gleich wäre und somit eine Flat-Tax darstellt) ist prinzipiell durchaus diskutabel.
Ferner: die 1.500€ sind ein "first guess". Werner selbst nannte mal einen Betrag in Höhe von etwa 600€ "bereits jetzt" finanzierbar, da dies auch in etwa die durchschnittliche Transferrate zur Zeit sei.
Ein weiteres diskussionswürdiges Element des Konzeptes: die faktische Abschaffung des Großteils des Staates. Unzählige Ämter würden ihre Daseinsberechtigung verlieren und die dort ansässigen produktiven Kräfte könnten mit der Verwaltung aufhören und produktiv sein.
Vielleicht wäre es also sinnvoll die Diskussion weg von numerischen Werten auf die Konzepte zu gehen? Denkt einfach nicht mehr an 1500€ sondern, wie wir es gewohnt sind, an "x".
Beste Grüße
coffeinjunky _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Hochschläfer Full Member

Anmeldungsdatum: 10.02.2007 Beiträge: 209
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:36:29 Titel: |
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Um alle Steuern derart zu bündeln, müsste man aber das komplette Staats- und Wirtschaftssystem umstürzen, ja die ganze Gesellschaft wäre eine ganz andere. Ich bin sehr dafür, denn ich glaube sowieso, dass sich unser jetziges System nach mittlerweile über 60 (!) friedvollen Jahren langsam in vielerlei Hinsicht selbst die Grundlage entzieht und in 20 - 30 Jahren nicht mehr bestehen kann.
aber ich frage mich allen Ernstes, wo Produktivkräfte noch produktiv werden wollen. Wo früher zehn Landwirte, da heute einer. Wo zehn Buchhalter, da heute einer usw. Diese Tendenz könnte sogar noch steigen, letztlich sogar "zum Wohle aller", weil die Maschinen so produktiv sind! Wo ist mein Denkfehler? _________________ keep sleeping! |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:50:11 Titel: |
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| Ich denke, dass Kirchhoff einiges Positives mit sich gebracht hätte mit seiner Flat-Tax. Produktion sollte in Zukunft nicht mehr das große Thema sein, sondern Dienstleistung (ist schon lange der dominierende Sektor). |
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sidi Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 1687
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 19:56:27 Titel: |
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| Hochschläfer hat folgendes geschrieben: | Um alle Steuern derart zu bündeln, müsste man aber das komplette Staats- und Wirtschaftssystem umstürzen, ja die ganze Gesellschaft wäre eine ganz andere. Ich bin sehr dafür, denn ich glaube sowieso, dass sich unser jetziges System nach mittlerweile über 60 (!) friedvollen Jahren langsam in vielerlei Hinsicht selbst die Grundlage entzieht und in 20 - 30 Jahren nicht mehr bestehen kann.
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"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
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drohdeifl Inaktiver Account

Anmeldungsdatum: 27.11.2006 Beiträge: 2241
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 20:05:56 Titel: |
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| sidi hat folgendes geschrieben: |
"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
Wie kommt man darauf, dass unser System in dieser Form weiterhin bestehen kann? Bei Anblick der demographischen Entwicklung, der Sozialausgaben, der Rentenproblematik.... |
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sidi Senior Member

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 1687
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 20:20:16 Titel: |
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| mtobi hat folgendes geschrieben: | | sidi hat folgendes geschrieben: |
"Unser jetziges System" kann nicht mehr bestehen? Wie kommt man auf so etwas? |
Wie kommt man darauf, dass unser System in dieser Form weiterhin bestehen kann? Bei Anblick der demographischen Entwicklung, der Sozialausgaben, der Rentenproblematik.... |
Er meinte mit seinem Post doch einen Systemwechsel? Darum geht es doch in diesen Thread (...zumindest für mich). Das es Veränderungen bzw. Modfikationen am jetzigen System geben wird ist normal. Das gab es schon immer und ist nichts neues. |
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Kölner_VWLer Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.08.2007 Beiträge: 1593
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 23:13:31 Titel: |
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1.
Sehr toll finde ich die Idee, dass man möglichst viele Steuern in der Ust bündeln soll. Das würde eine Menge Bürokratie weniger bedeuten und damit effektiv ein Nutzenvorteil für die Gesamtwirtschaft.
Auch ist die Ust als indirekte Steuer ja tatsächlich am wenigsten verzerrend. Insbesondere sollte Arbeit nicht mehr besteuert werden.
2.
Den Gedanken vom Grundeinkommen und "frei vom Zwang zu Erwerbsarbeit" zu sein, finde ich jedoch falsch. Ich denke schon, dass jeder eine Verantwortung trägt über das Lebene gesehen für sich selbst zu sorgen. (Klar als Kind und als Alter Mann nicht mehr, aber dafür eben in den Erwerbsjahren überproportional).
Die These, dass nicht mehr genug Arbeit für alle da sein soll, aufgrund der Substitution von Arbeit durch Maschinen bzw. Allgemein Kapital teile ich ebenfalls nicht.
Die menschlichen Bedürfnisse sind (Gott sei Dank) ungebrenzt. Dies bedeutet auch eine theoretische unbegrenzte Nachfrage nach Arbeit. Die Form der Arbeit unterliegt zwar in ständigen Veränderung, aber es gibt immer genug zu tun.
Man glaubte ja bereits mit der Entwicklung des Mähdräschers, dass der Großtteil der Bevölkerung keine Arbeit mehr hätte, stattdessen taten sich ganz andere Beschäftigungsmöglichkeiten in Fabriken etc.. auf, da plötzlich weit mehr Bedürfnisse gedeckt wurden wie früher.
Auch als der PC eingeführt wurde, galt er als Jobkiller, da er einfache Verwaltungstätigkeiten viel effizienter und mit wenigeren Leuten zu bewerstelligen ließ.
Heute ist die IT Industrie eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Welt.
Nein der technische Fortschritt vernichtet langfristig keine Arbeit und schafft auch langfristig keine Arbeit. Ich bin der Meinung, dass technischer Fortschritt sich langfristig neutral auf die Arbeitsnachfrage auswirkt.
Er bewirkt jedoch eine immer höhere Produktivität des Faktors Arbeit und damit immer höhere Löhne und eine immer bessere Deckung der Bedürfnisse.
Wie gesagt:
Einige Ideen sind gut, das Grundeinkommen selber, halte ich jedoch nicht für glücklich. |
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Alias18 Full Member

Anmeldungsdatum: 20.12.2005 Beiträge: 236
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Verfasst am: 08 Okt 2007 - 23:56:41 Titel: |
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Ich finde, dass allein den Titel und den Begriff "Arbeitszwang" Abbild einer Fehlleitung ist. Arbeit ist kein "Zwang", sondern der einmalige Möglichkeit sich mit den eigenen Stärken und Schwächen an der Schaffung des gesellschaftlichen Wohlstandes zu beteiligen, positiv tätig zu werden und die eigenen Ressourcen nicht sinnlos durch Untätigkeit zu verschwenden. Und es ist nun mal so, dass mit Ausnahme weniger Problemfelder, möglichst friktionslos funktionierende Märkte zu einem möglichst effizienten Einsatz des Faktors Arbeit führen.
Der Vorschlag macht nun zweierlei: Zum einen Drückt er aus, dass Arbeit keine Möglichkeit der positiven Entfaltung ist, sondern eben eine Last. Zum anderen setzt er sämtliche Marktmechanismen unterhalb dieser Mindestgrenze außer Kraft. Beides sind Entwicklungen, die ich nicht begrüße.
Letztendlich sagt der Vorschlag doch folgendes aus: Jeder hat die Wahl, entweder
- reichen dir 1500 €, dann machst du einfach gar nichts mehr und lebst auf Kosten der Anderen
- sie reichen dir nicht, dann arbeitest du und wirst dabei gezwungen, denen denen das Geld reicht, dieses zu finanzieren. Warum dies in irgendeiner Art und Weise gerecht sein soll, leuchtet mir nicht ein.
Ein kleiner Kommentar noch zur Umsatzsteuer: Das Ungerechte an dieser Steuer ist, dass sie die leistungsfähigkeit in keiner Weise berücksichtigt, d.h. jeder muss sie in göleicher Höhe bezahlen, vom Kleinverdiener bis zum Investmentbanker. Auch das Argument, dass der Investmentbanker ja mehr konsumiert zieht nicht: Prozentual am Einkommen gemessen ist der Konsum statistisch gesehen bei den kleinen und mittleren Einkommen am höchsten - sie werden durch solch eine Steuerreform also am stärksten belastet. Und wer behauptet, dass das Einziehen der Mehrwertsteuer keine Arbeit bedeutet, sollte mal einige Mehrwertsteuerbescheide ausfüllen und eine Mehrwertsteuerprüfung mitmachen... |
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Kölner_VWLer Senior Member

Anmeldungsdatum: 09.08.2007 Beiträge: 1593
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Verfasst am: 09 Okt 2007 - 09:03:41 Titel: |
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Zum Einwand zur Mwst:
Man bräuchte nat. gestufte Mehrwertsteuersätze, die alltägliche Konsumgüter geringer besteuern als andere Güter.
Der Erhebungsaufwand würde insgesamt sicherlich sinken, denn heute gibt es unzählige verschiedene Steuern mit völlig unterschiedlichem Erhebungsverfahren. Dies alles könnte so vereinfacht und vereinheitlicht werden. |
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