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Übernahmen/Privatisierung
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EinstürzendeNeubauten
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Anmeldungsdatum: 29.08.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 07 Okt 2007 - 21:57:45    Titel: Übernahmen/Privatisierung

Hallo,

könntet ihr mir Grundsätzlichen zu Unternehmensübernahmen darlegen?

Was geschieht bei einer Übernahme einer Personen- oder Kapitalgesellschaft (keine Aktiengesellschaft!!)? Wird einfach ein Preis für das Unternehmen festgelegt (bspw. 1 Millionen), so dass das Unternehmen praktisch das Eigentum einer anderen Person ist ?

Wie sieht es bei einer Aktiengesellschaft aus? Hier erfolgt die Übernahme doch über Aktienkäufe, oder? Gilt hierbei, dass mehr als die Hälfte alle Aktien (51 Prozent) gekauft werden müssen? Ist das Unternehmen dann ebenfalls komplett in den Händen der Person (Investor) und könnte dieser frei über das Unternehmen entscheiden, Leute entlassen, etc. ?

Wie sieht das im Moment mit der geplanten Privatisierung der Bahn aus? Wie sind die genauen Pläne bzgl. Übernahme?
Was ist im Moment noch in den Händen des Staates? Weshalb werden trotzdem Gewinne gemacht? Ist die Bahn noch ein Staatsunternehmen?
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2007 - 16:10:05    Titel:

Hallo,

Übernahme einer kapitalgsellschaft, die nicht Aktiengesellschaft ist, da bleibt nur dei GmbH. Es gibt Bewertungen nach den vorhandenen Vermögenswerten oder nach den Ertragswerten. Ggf. eine Mischung aus beidem.

Personengesellschaften können nicht recht übernommen werden, da sie am Steuersubjekt der ntürlichen Person hängen. Aus einer Müller KG wird nie eine Meier KG werden können. Wäre systemwidrig.

Eine AG übernimmst Du, indem Du die Aktien kaufts. 50,01 % hilft dann schon viel. Dan bist Du Anteilseigner aber nicht Geschäftsführungsorgan. Du kannst nicht für das Unternehmen handeln, also auch niemanden entlassen.

Die Bahn als solche soll als AG an der Börse platziert werden. Unverständlich ist, warum Staatsunternehmen keine Gewinne machen sollen. Müssen sie doch sogar, ist ein erheblicher Einnahmeposten im Bundeshaushalt. Sonst müssen Steuern stark erhöht werden. Denk an die Bundesbank. Oder die Landesbanken. Wenn die, wie derzeit in Sachsen, Defizite machen, sind die bald pleite und der Steuerzahler muß die Schulden übernehmen = höhere Steuern.
EinstürzendeNeubauten
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Anmeldungsdatum: 29.08.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2007 - 17:38:05    Titel:

woodstock. hat folgendes geschrieben:
Hallo,

Übernahme einer kapitalgsellschaft, die nicht Aktiengesellschaft ist, da bleibt nur dei GmbH. Es gibt Bewertungen nach den vorhandenen Vermögenswerten oder nach den Ertragswerten. Ggf. eine Mischung aus beidem.

Personengesellschaften können nicht recht übernommen werden, da sie am Steuersubjekt der ntürlichen Person hängen. Aus einer Müller KG wird nie eine Meier KG werden können. Wäre systemwidrig.

Eine AG übernimmst Du, indem Du die Aktien kaufts. 50,01 % hilft dann schon viel. Dan bist Du Anteilseigner aber nicht Geschäftsführungsorgan. Du kannst nicht für das Unternehmen handeln, also auch niemanden entlassen.

Die Bahn als solche soll als AG an der Börse platziert werden. Unverständlich ist, warum Staatsunternehmen keine Gewinne machen sollen. Müssen sie doch sogar, ist ein erheblicher Einnahmeposten im Bundeshaushalt. Sonst müssen Steuern stark erhöht werden. Denk an die Bundesbank. Oder die Landesbanken. Wenn die, wie derzeit in Sachsen, Defizite machen, sind die bald pleite und der Steuerzahler muß die Schulden übernehmen = höhere Steuern.


Vielen Dank für deine Ausführungen!

Was kann man als Anteilseigner denn dann genau durchführen bzgl. der Geschäftsplanung? Oder hat man "lediglich" die Möglichkeit, die Unternehmensführung unter "Druck" zu setzen mit dem Argument, man sei großer Investor?

Bleiben die Gewinne der Bahn denn auch in diesem Unternehmen?

Wie viele Aktienanteile der Bahn hat denn derzeit der Bund?
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 09:51:11    Titel:

Als Mehrheitsaktionär kannst du dann natürlich alles durchdrücke, Du bestimmst zunächst, wer in den Aufsichtsrat kommt. das ist das Kontrollorgan einer AG. Mittelbar bestimmst Du dann den Vorstand der AG, das ist das handelnde Organ. Wie gesagt, beides mittelbar. Theoretisch könntest Du aber Mitglied einer der beiden Organe werden, wenn Du magst, ist aber nicht nötig.

Die Gewinne eines jeden Unternehmens bleiben im Unternehmen (nach Abzug der Steuern). Falls eine Ausschüttung gewünscht ist, beschließt darüber der Eigentümer, zB bei der AG die Mehrheit der Aktionäre. Man kann immer nur maximal einen Gewinn ausschütten, nie das Betriebskapital.

Meiner (nicht verbindlichen) Meingung nach besitzt der Bund (zumindest mittelbar) 100% der Bahnanteile. Die Bahn macht aktuell noch Verlust, so daß der Bund nachschießen muß.
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3497

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 11:42:26    Titel:

woodstock. hat folgendes geschrieben:
Die Bahn macht aktuell noch Verlust, so daß der Bund nachschießen muß.

Äh, nein. Die Deutsche Bahn AG macht Gewinne (mal abgesehen davon, dass manche Leute behaupten, dass sei nur schöngerechnet und davon, dass es ohne öffentliche Auträge anders aussähe [aber das täte es bei Hochtief und Volkswagen auch]).
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 13:17:10    Titel:

Du irrst, die Bahn als Gesamtheit mach Verlust, wegen des Streckennetzte und der imensen Instandhaltung. Gewinn macht der Fahrbetreib, deswegen soll der ja separat platziert werden.
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3497

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 13:48:02    Titel:

Auch die Bahn AG macht Gewinne, zumindest wenn man ihrere eigenen Website (http://www.db.de/site/bahn/de/unternehmen/investor__relations/kennzahlen/kennzahlen__2007__1__halbjahr.html) trauen darf: "Ergebnis vor Ertragssteuern 911 491"
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
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BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 13:52:08    Titel:

Genau wie ich sage, die Bahn AG (Fahr- und Betriebsgesellschaft) ohne das Schienennetz (Bahn Immobiliengesellschaft).
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3497

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 13:59:17    Titel:

Warum das? DB Netz ist eine 100%ige und konsolidierte Tochtergesellschaft der Bahn AG. (Die Bahn hat neulich eine Immobiliengesellschaft verkauft, das waren aber nicht-betriebsnotwendige Grundstücke).
Hier (http://www.db.de/site/bahn/de/unternehmen/investor__relations/ir__news/zwischenbericht__2007.html) steht auch: "Die deutlichsten Ergebnissteigerungen erzielten die Geschäftsfelder Netz (plus 147 Millionen Euro bzw. plus 100 Prozent auf 294 Millionen Euro), Schienengüterverkehr (plus 66 Millionen Euro bzw. plus 49 Prozent auf 200 Millionen Euro) und Stadtverkehr (plus 41 Millionen Euro bzw. plus 82 Prozent auf 91 Millionen Euro)."
Hast Du Belege, dass das Netz nicht enhalten ist?
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3497

BeitragVerfasst am: 09 Okt 2007 - 14:17:12    Titel:

woodstock. hat folgendes geschrieben:
Du irrst, die Bahn als Gesamtheit mach Verlust, wegen des Streckennetzte und der imensen Instandhaltung. Gewinn macht der Fahrbetreib, deswegen soll der ja separat platziert werden.

Übrigens: Akutell soll der Fahrbetreib gerade nicht separat plaziert werden. Der Erhalt der Integrierten Struktur ist ja _das_ Ziel von Mehdorn und Tiefensee. Sehr viel unabhängige Beobachter fordern gerade das Gegenteil, nämlich dies strikte Trennung von Netz und Betrieb. Das ist das entscheidende an den aktuellen Plänen, dass auf diese Weise der integrierte Konzern aufrechterhalten werden (und teilprivatisiert) werden soll. Ginge nur der Betrieb an die Börse und die Bahn bekäme ein Wettbewerber wie andere auch, wäre die ganze Diskussion nicht so erbittert.
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