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Strafrecht: frage zum notwehrrecht eines diebes!
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kaet
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Anmeldungsdatum: 17.08.2006
Beiträge: 46

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 17:39:27    Titel: Strafrecht: frage zum notwehrrecht eines diebes!

hey, kann mir vielleicht jemand helfen?
sitze gerad an meiner HA und weiß nicht weiter! wie sieht es aus, wenn ein dieb(d) der gerade ware im kaufhaus gestohlen hat, von einem anderen kunden(k) dabei beobachtet wird und dieser d daraufhin erpresst. d fühlt sich bedrängt und will flüchten und sieht nur den ausweg den k niederzuschlagen! meine frage: steht d ein notwehrrecht ggü k zu?
gundsätzlich ist es ja so, dass jmd der einen dieb stellt und ihn festhält, zwar einen angriff begeht, dieser jedoch nicht rechtswidrig ist und eine notwehr somit nicht gerechtefertigt wäre.
hier ist jedoch auch das verhalten des k rechtswidrig und eine notwehr gerechtfertigt?
ich habe keine ahnung! wäre echt nett, wenn mir jemand weiterhelfen könnte!! danke
Kslaughter
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Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 213

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 17:59:45    Titel:

ich muss jetzt gleich weg aber wenn ich heute abend noch dran denke dann schreib ich mehr dazu.

vorneweg ist aber zu sagen das es wohl auf keine Notwehr hinauslaufen wird. Ob es nun am mildesten Mittel oder am Angriff selbst scheitert ist dann noch Prüfungssache
Kslaughter
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Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 213

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 20:01:27    Titel:

Lassen wir den Kram des obj. Tb und vorallen den Subj. Tb. mal als erfüllt im Raume stehen. D hat ja offensichtlich eine KV begangen (§223 StGB, weiteres kann man aufgrund des SV nicht erschließen)

Eine Erpressung nach §253 liegt hier seitens des K schonmal so nicht vor. Da der SV nicht ganz geklärt ist. Eine restriktive Auslegung des Falls würde darauf hinauslaufen das man K nicht unterstellen kann sich selbst bereichern zu wollen (wie es eine Vorraussetzung für §253 wäre).

Von einer Nötigung (§240) kann hier aber ausgegangen werden da D sich bedrängt fühlt und von K zu irgendetwas genötigt wird.
Dann würde K also auch rechtswidrig handeln.

_____________________________


Das als Vorabstory.

Ein Angriff ist eine Bedrohung von Rechtsgütern.

Aus dem Text lässt sich indirekt schließen das K irgendetwas von D will. Also ein Fordern nach Rechtsgütern (Rechtsgut: Eigentum).

Sollte es aber so sein das K den D außerhalb des Kaufhauses anspricht und die gestohlene Ware verlangt. Dann ist keine Notwehrlage gegeben (es ist ja nicht Ds Eigentum, abstrakt gesehen könnte man zwar argumentieren das D somit das Eigentum des Kaufhauses schützen möchte, aber das wird wohl kein Richter glauben...).

Wenn K aber die Brieftasche des D verlangt (im Kaufhaus), dann ist ein konkretes Rechtsgut angegriffen und salopp gesagt liegt eine Notwehrlage vor (ggw und rw +).
Die Notwehrhandlung allerdings (gegen die Rg. des Täters, erforderlich und evtl. Rg.-Abwägung) stellt hier ein Problem da.

Zwar geht der Schlag des Diebes eindeutig gegen ein Rg. des K, aber die Erforderlichkeit ist hier nicht gegeben.

Erforderlichkeit splittet sich in "geeignet" und "mildestes Mittel".

geeignet: zur sofortigen und endgültigen Abwehr geeignet (+)
mildestes Mittel: bei mehreren geeigneten Mitteln, muss der Verteidiger jenes wählen welches den Angreifer am wenigsten schädigt

Und das ist der springende Punkt.

Mitten im Kaufhaus hatte D sicherlich andere Möglichkeiten sich zu verteidigen. Es hätte gereicht mit dem K zu reden da er ihm kein körperliches Übel angedroht hatte. Oder um Hilfe schreien hätte auch schon genügt. Unabhängig davon ob er sich dann selbst strafbar macht.



Keine Gewähr.

Ich hoffe ich konnte dir helfen. Der Sachverhalt ist aber ein wenig unklar.....
Lord Pride
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Anmeldungsdatum: 04.08.2005
Beiträge: 221
Wohnort: Bei Frankfurt/Main

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 20:49:22    Titel:

Wenn ein HA-SV, der in der Regel mindestens eine engbeschriebene Seite lang ist, hier in 4 Zeilen dargestellt wird, kann man so gut wie gar nichts dazu diskutieren. Das müsste doch einleuchten Rolling Eyes
Kslaughter
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Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 213

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 20:52:51    Titel:

hat mich auch gestört (siehe letzte Zeile)

Man kann da einfach zu viel hineininterpretieren.....
Parallelwertung
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Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 21:20:26    Titel:

Müsste eigentlich einiges an Literatur zum Problem geben:

z.B. Kindhäuser/Neumann/Paeffgen, § 32 Rn. 33 mit einigen weiteren Nachweisen

Prinzipell besteht ein Notwehrrecht. Probleme werden zum Teil bei der Gegenwärtigkeit gesehen und beim Umfang des Notwehrrechts. In jedem Fall sind Handlungen gerechtfertigt, die die Beweise des Erpressers vernichten, körperliche Gewalt gegen den Erpresser ist umstritten, Tötung des Erpressers ist nicht gerechtfertig. Ansonsten natürlich die üblichen Einschränkungen bei "Geieignetheit" und "Erforderlichkeit".
kaet
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Anmeldungsdatum: 17.08.2006
Beiträge: 46

BeitragVerfasst am: 17 Okt 2007 - 22:41:09    Titel:

hier mal ein teil aus dem sachverhalt! sorry, dass ich es so kurz zusammengefasst habe, aber ich dachte das würde ausreichen! danke für eure antworten!

Nach dem Verlassen des Supermarktes tritt Detlef plötzlich der Kunde Udo (U) entgegen, der in der Schlange hinter ihm stand und
alles beobachten konnte. Udo, der daraus Profit schlagen möchte, konfrontiert Detlef mit seiner
Beobachtung und behauptet dabei zur Unterstützung seines Ansinnens wahrheitswidrig,
dass er bei dem Supermarkt als Hausdetektiv angestellt sei und daher Anzeige erstatten müsse.
Aus „Kulanzgründen“ werde jedoch der Supermarkt gegen Zahlung einer Aufwandspauschale
von 25 € und Rückgabe der Rasierklingen auf die Erstattung einer Anzeige verzichten.
Für Detlef, der Udo tatsächlich für einen Privatdetektiv hält, scheint dieses Angebot unattraktiv.
Um einem drohenden Zugriff durch Udo zuvorzukommen und damit den Verlust der Rasierklingen
sowie die Zahlung der 25 € zu verhindern, schlägt Detlef Udo blitzschnell mit der
Faust ins Gesicht und macht sich aus dem Staub
Shafirion
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 18 Okt 2007 - 08:43:59    Titel:

Der Sachverhaltsausschnitt entspricht genau dem 2. Tatkomplex der Fortgeschrittenenklausur bei Heinrich, JuS 1997, 367. Ein Blick in die (ohnehin dogmatisch wie didaktisch hervorragende) Falllösung dürfte sich für dich also lohnen. Wink
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