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Wirtschaftssprachen
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Zeitgeist#
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Anmeldungsdatum: 12.07.2007
Beiträge: 281

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 13:48:20    Titel: Wirtschaftssprachen

Hi!
Was ich immer schon mal loswerden wollte, ist folgendes:
Ich kann den Hype um asiatische Sprachen absolut nicht nachvollziehen. Die Asiaten, mit denen man später zu tun haben wird, werden auch Englisch sprechen. Nicht umsonst sieht man jedes Jahr Abertausende von Asiaten auf englischen Privatschulen und Universitäten. Deswegen verstehe ich nicht, warum viele Leute einen Studiengang mit asiatischen Sprachen wählen, da sie, soweit ich das mitbekommen habe, nur zu einem kleinen Prozentsatz überhaupt nach dem Studium in der Lage sind, etwas vollständig mit ihren asiatischen Geschäftspartnern zu verhandeln. Mehr als Smalltalk soll da nicht drin sein. Und dafür lerne ich nicht 3 Jahre eine schwere Sprache, die sich vollkommen von unseren Sprachsystemen unterscheidet...
Jedenfalls bin ich im Moment noch Schüler, in 3 Monaten auch Abiturient und da ich später mal in der EU oder einer anderen europäischen Institution arbeiten möchte, liegt es mir am Herzen, noch eine weitere Fremdsprache zu lernen (außer Englisch, Französisch und Latein).
Dabei verspreche ich mir von Spanisch zum Beispiel mehr.
Könnt ihr das bestätigen oder bin ich komplett auf dem Holzweg?

mfg
LazyJay
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Anmeldungsdatum: 01.06.2006
Beiträge: 345
Wohnort: Tokyo

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 14:42:18    Titel:

Bei der Betrachtungsweise, die du anstellst, hast du sicher in (fast) allen Punkten recht. Rein von der Häufigkeit her, die du es wahrscheinlich benutzen wirst, kommst du mit Spanisch oder Französisch sicher besser weg.

Was die Aussage angeht, man könne nach seinem Studium sich nicht vernünftig unterhalten, muss ich dir wirklich widersprechen. Ich habe einige Kommilitonen, die nach nur einem Jahr Unterricht und dann 3 monatigem Praktikum jetzt bereits ein vernünftiges Japanisch oder gar Chinesisch sprechen. Okay, klar werden viele Fehler gerade in Punkto Höflichkeitsformen gemacht, aber solange man eher zu höflich als zu unhöflich spricht.. (Lesen und Schreiben ist natürlich ein GANZ anderes Thema)
Auch würde ich den Respekt nicht vergessen, den dein asiatischer Verhandlungspartner vor dir haben wird, wenn du zumindest einfache Sätze formen kannst. Asien ist nicht Europa und dein Gegenüber wird es dir sehr hoch anrechnen, dass du dich mit seiner Kultur auseinander gesetzt hast.

Auch die Vorstellung, sehr viele Asiaten könnten Englisch sprechen und verstehen, ist eher mit Vorsicht zu genießen. Ich habe selber gerade im Sommer ein 3monatiges Praktikum in Japan in einem Nikkei 225 Unternehmen gemacht und es ist schon so, dass man gänzlich ohne Japanisch Kenntnisse in Tokyo verhungern könnte (okay, gäbe es keine Konbinis oder Vending Machines an jeder Ecke ;-)).

Ganz zum Schluß wäre noch die spannende Herausforderung zu nennen, eine Sprache zu lernen, die wenig mit unseren Sprachen hier zu tun hat. Mal ehrlich: Spanisch, Italienisch, Deutsch, Englisch, Französisch.. am Ende des Tages doch alles eine Suppe. Dann fang mal an eine Sprache wie Japanisch zu lernen, die anstatt 30 Zeichen im Alphabet, knapp über 2000 nutzt (und tausende mehr kennt), die keine Artikel hat, keinen Plural kennt, und nicht zwischen Futur und Präsens unterscheidet, dafür aber verlangt, dass du mit Muttern andere grammatische Formen nutzt als wenn du mit Sohnemann sprichst. Oder Chef, oder Freunden...

Das bockt!

Nein, aber mal ehrlich: Spanisch oder Franz lernen ist echt ne gute und sinnvolle Sache!! Wollte nurmal ne Lanze für die Asiaten brechen ;-)

vg!

J
Kölner_VWLer
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Anmeldungsdatum: 09.08.2007
Beiträge: 1593

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 16:44:17    Titel:

jep 100% agree. mir reichts schon mehr als aus mich mit englisch auseinandersetzen zu müssen.

wäre gern in amiland oder england geboren dann hätte ich den mist nicht und könnte mich auf MEIN fach konzentrieren!
Gottesschaf
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Anmeldungsdatum: 13.03.2007
Beiträge: 2025

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 16:58:43    Titel:

Ich stimme dem Threadersteller und über weite Strecken auch LazyJay zu.

Der Hype vor allem um Chinesisch kann ich absolut nicht nachvollziehen. Warum sollten wir alle anfangen so eine schwere Sprache zu lernen, damit wir dann mit einem einzigen Land besser handeln können.

LazyJay hat auch mit seiner Betrachtung der japanischen Sprache Recht. In Japan konnte keiner der normalen Straßenpassanten Englisch, ´nur die öffentlichen Angestellten, zB U-Bahn-Leute etc. konnten Englisch.

Außerdem finde ich Japanisch Recht spannend, aber nur jetzt Chinesisch zu lernen, weil es alle lernen? Da finde ich Französisch und Spanisch um einiges leichter. Zumal beide lustigerweise "synergieeffekte" auf Italienisch geben, sodass man sich zur Not verständigen kann... Very Happy
Zeitgeist#
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Anmeldungsdatum: 12.07.2007
Beiträge: 281

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 17:05:02    Titel:

Gut, die Argumente stimmen schon, aber ich lerne nicht volle 3 Jahre eine aufwendige Sprache, um mich mit Leuten auf der Straße unterhalten zu können. Und ich glaube, dass die Leute, die mit einem verhandeln, auch Englisch sprechen können. Wahrscheinlich sehen die Geschäftsleute es gerne, wenn man in ihrer Sprache mit ihnen sprechen kann und was von ihrer Kultur versteht, andererseits gehts beim Geschäft auch nur ums Geschäft. Very Happy
Laralu
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Anmeldungsdatum: 19.10.2007
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 19 Okt 2007 - 17:07:39    Titel:

NEIN, Chinesen udn Japaner, Asiaten, Mexikaner, franzosen usw sprechen NICHT automatisch englisch, sobald sie im Berufsleben stehen. Zwischen "ich besuche Englischkurse" und "ich kann mich auch auf englisch unterhalten" liegen Welten, meine lieben Studenten, Welten.

Ich habe es selber miterleben muessen. Jemanden aus dem nicht-englischen Raum zu finden, der so englisch spricht, dass man sich mit ihm unterhalten kann, ist verdammt schwierig, wenn nicht gar unmoeglich, es sei denn dieser jemand hat mindestens 3 Jahre in den USA gearbeitet, und das sind verdammt wenige.
Kölner_VWLer
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 09.08.2007
Beiträge: 1593

BeitragVerfasst am: 20 Okt 2007 - 00:23:43    Titel:

richtig, ich könnts auch net, mich vernünfitg auf englisch unterhalten. zumindest noch nicht.
J.C.Denton
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6282

BeitragVerfasst am: 20 Okt 2007 - 07:48:15    Titel:

Sprachen aus Osteuropa werden durch die EU und Wirtschaftsbeziehungen immer wichtiger. Darum bringt das mehr als chinesisch. Grade Russland hat wirtschaftliches Potential.
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Der Mensch ist mit zwei Gütern gesegnet- der Hoffnung und der Unkenntnis der Zukunft. Letzteres ist sogar noch wertvoller.[N.Lakoba]
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Dirty Sánchez
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Anmeldungsdatum: 05.12.2006
Beiträge: 914

BeitragVerfasst am: 20 Okt 2007 - 18:42:35    Titel:

... und Russisch ist um im Vergleich zu Chinesisch doch noch um einiges leichter - aber auch nicht leicht. Man sollte jedenfalls nicht vergessen, dass Russisch in Osteuropa lange Zeit die erste Fremdsprache war (und teilweise noch ist). Auch sind die ganzen slawischen Sprachen dem Russischen recht ähnlich.
Laralu
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Anmeldungsdatum: 19.10.2007
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 22 Okt 2007 - 22:27:36    Titel:

aber hilft es einem, wenn die eine Sprache der anderen aehnlich ist? protugiesisch ist dem spanishen auch aehnlich, verstehen tue ich trotzdem nichts...
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 1526
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2007 - 09:00:07    Titel: Re: Wirtschaftssprachen

bs89 hat folgendes geschrieben:
Die Asiaten, mit denen man später zu tun haben wird, werden auch Englisch sprechen. Nicht umsonst sieht man jedes Jahr Abertausende von Asiaten auf englischen Privatschulen und Universitäten.

Richtig, aber z.B. deutsche Firmen wollen gerade auch in China deutsche Landsleute einstellen. Nicht nur um den Chinesen "auf die Finger" zu sehen, sondern auch wegen Kontinuitaet. (erfahrungsgemaess kuendingen Chinesen sehr schnell und gehen zur Konkurrenz.)

bs89 hat folgendes geschrieben:
Deswegen verstehe ich nicht, warum viele Leute einen Studiengang mit asiatischen Sprachen wählen, da sie, soweit ich das mitbekommen habe, nur zu einem kleinen Prozentsatz überhaupt nach dem Studium in der Lage sind, etwas vollständig mit ihren asiatischen Geschäftspartnern zu verhandeln. ...


Stimmt auch, aber meist sind die Sprachkurse "knueppelhart" (bei uns ueber 50 % Durchfallquote), aber es geht ja nicht nur um die Sprache, sondern auch um das ganze Nebenbei : Kultur, Wirtschaft, Recht, etc. Ein deutscher Manager, der Sinologie studiert hat und dabei ein, zwei Semester in China war, hat ganz andere Einblicke, als jemand der einfach (ohne Vorwissen) dahin versetzt wurde.
tokyob
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Anmeldungsdatum: 19.06.2006
Beiträge: 1526
Wohnort: Tokyo, Japan

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2007 - 09:16:05    Titel:

bs89 hat folgendes geschrieben:
Gut, die Argumente stimmen schon, aber ich lerne nicht volle 3 Jahre eine aufwendige Sprache, um mich mit Leuten auf der Straße unterhalten zu können.

Die Sprache, das Land und die Kultur (dazu gehoren auch Essen, Klima...) sollten einem schon Spass machen. Viele Leute, die ich (in Tokyo) kenne, haben dann auch einen Japaner/Japanerin geheiratet.

bs89 hat folgendes geschrieben:
Und ich glaube, dass die Leute, die mit einem verhandeln, auch Englisch sprechen können. Wahrscheinlich sehen die Geschäftsleute es gerne, wenn man in ihrer Sprache mit ihnen sprechen kann und was von ihrer Kultur versteht, andererseits gehts beim Geschäft auch nur ums Geschäft. Very Happy


Ja, aber bei aehnlichen Produkten nehme ich doch lieber die Firma, die den besseren Service liefert. Und dazu gehoeren auch Landesprache, Sitten, etc. Z.B. einen Antialkoholiker nach China zu schicken, wo man regelmaessig mit den Geschaeftspartnern in Karaokebars etc. geht, waere wohl keine gute Idee.
J.C.Denton
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Anmeldungsdatum: 10.12.2006
Beiträge: 6282

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2007 - 18:29:10    Titel:

Dirty Sánchez hat folgendes geschrieben:
... und Russisch ist um im Vergleich zu Chinesisch doch noch um einiges leichter - aber auch nicht leicht. Man sollte jedenfalls nicht vergessen, dass Russisch in Osteuropa lange Zeit die erste Fremdsprache war (und teilweise noch ist). Auch sind die ganzen slawischen Sprachen dem Russischen recht ähnlich.


So einfach ist das nicht. Diese Sprachen haben eine Zukunft in der globalisierten Welt.
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IB@M
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 296

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2007 - 18:51:11    Titel:

Also ich denke, dass die Asiaten, die mit Europäern Geschäfte machen wollen auch Englisch sprechen. Sicher wird nicht jeder Arbeiter oder Angestellte Englisch sprechen, aber das muss er ja auch nicht.

Wenn sich jemand mit der Kultur und vielleicht einigen einfachen Sätzen eines Landes auseinandergesetzt hat, dann kann das nie schaden, egal ob in Asien, Amerika, Russland, etc. Ich denke, dass einige grundlegende Verhaltensweisen und Umgangsformen des Landes (gerade in Asien) wichtiger sind als die Sprache.

@ bs89

Mit Spanisch machst Du auf jeden Fall nichts falsch. Neben Spanien gibts ja noch weite Teile Lateinamerikas in denen Du die Sprache nutzen kannst. In meinen Augen ist Spanisch neben Englisch eine der europäischen Sprachen, mit der man am meisten anfangen kann.

MfG
Laralu
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Anmeldungsdatum: 19.10.2007
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 23 Okt 2007 - 19:02:56    Titel:

IB@M hat folgendes geschrieben:
Also ich denke, dass die Asiaten, die mit Europäern Geschäfte machen wollen auch Englisch sprechen. Sicher wird nicht jeder Arbeiter oder Angestellte Englisch sprechen, aber das muss er ja auch nicht.

Wenn sich jemand mit der Kultur und vielleicht einigen einfachen Sätzen eines Landes auseinandergesetzt hat, dann kann das nie schaden, egal ob in Asien, Amerika, Russland, etc. Ich denke, dass einige grundlegende Verhaltensweisen und Umgangsformen des Landes (gerade in Asien) wichtiger sind als die Sprache.

@ bs89

Mit Spanisch machst Du auf jeden Fall nichts falsch. Neben Spanien gibts ja noch weite Teile Lateinamerikas in denen Du die Sprache nutzen kannst. In meinen Augen ist Spanisch neben Englisch eine der europäischen Sprachen, mit der man am meisten anfangen kann.

MfG


ich kann nur fuer die lateinamerikaner sprechen, aber selbst wenn die GEschaefte mit den Amis oder Europaern machen, sprechen sie nicht zwangslaeufig englisch, zumindets nicht so viel, um fliessend sprechen zu koennen
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