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Anspruchsbegründung = Klageerwiderung?
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mondscheintarif
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Anmeldungsdatum: 09.11.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 20:59:05    Titel: Anspruchsbegründung = Klageerwiderung?

Hallo,

wüsste gerne ob die Anspruchsbegründung dasselbe ist, wie die Klageerwiderung. Wenn nicht, welche Unterschiede gibt es?

Gruß,

Mondscheintarif
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 21:19:45    Titel:

Nein. Die Anspruchsbegründung (= im Prozess Klagebegründung) ist Teil des Streitgegenstandes (Klageantrag + Klagebegründung = Streitgegenstand), also Teil der Klage nach § 253 ZPO. Diese kommt also vom Kläger. Die Klageerwiderung (§ 277 ZPO) kommt vom Klagegegner, stellt mithin das Gegenstück zu Klage dar. Der Unterschied ist also, dass die Klagebegründung darlegt, warum der geltend gemachte Anspruch besteht, während die Klageerwiderung (unter anderem) die gegen das Vorliegen eines Anspruchs sprechenden Tatsachen enthält.
mondscheintarif
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Anmeldungsdatum: 09.11.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 21:28:21    Titel: s. oben

Hallo noch mal,

ich wurde vom Gericht aufgefordert mitzuteilen, ob ich mich gegen die Klage verteidigen will, habe dies in einem Satz getan. War das richtig?

Habe auf einem Beiblatt gelesen, was in der Klageerwiderung stehen muss, das habe ich nicht getan: War das ein Fehler? :/

Desweiteren muss ich auf eine Anspruchsbegründung innerhalb einer Frist erwidern. Was muss in dieser Anspruchsbgeründung stehen?


Vielen Dank im voraus,

Mondscheintarif
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 21:35:19    Titel:

Das ist nicht schlimm. Diese Mitteilung der Verteidigungsabsicht musst du nur zur Fristwahrung machen, du hast ja ab dann (mindestens) weitere zwei Wochen Zeit, die Klage zu erwidern. Hier musst du wahrheitsgetreu (!), substantiiert (!) und samt Beweisangeboten (!) darlegen, dass dem Kläger der geltend gemachte Anspruch nicht zusteht.

Hier muss ich aber leider einen Schnitt machen, Rechtsberatung ist gemäß unserer Forenregeln unzulässig. Wenn der Fall nicht sonnenklar ist (und das meine ich genau so), rate ich dringend zu einem Rechtsanwalt. Mit Zivilklagen ist nicht zu spaßen, ohne Rechtsanwalt bringt man sich da schnell in Teufelsküche. Der Richter "ermittelt" nämlich nicht von sich aus und gibt auch keine Ratschläge, sondern stützt sein Urteil allein darauf, was die Parteien ihm "an Futter" geben.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 22:07:51    Titel:

Wobei den Richter bei Parteien ohne RA erweiterte Hinweispflichten treffen. Aber auch ich kann nur zu anwaltlicher Vertretung raten, da Zivilprozessrecht ist selbst für gestandene Juristen ein Minenfeld, man muss als Laie schon todesmutig sein, das alleine zu durchschreiten. Wobei man als Beklagter natürlich in einer angenehmeren Position ist als der Kläger. Wenn es sich nicht gerade um eine neg. Feststellungsklage handelt. Very Happy
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 22:16:21    Titel:

Zwischen erweiterten Hinweispflichten und dem möglichen Vorwurf der Befangenheit liegt eine Haaresbreite... Mehr als ein "Das ist aber verdaaaaaaammt lange her!" und verklausulierten Hinweiszetteln ist da nicht zu erwarten.

Den Hinweis, dass man sich als Beklagter in einer angenehmeren Position befindet, kann ich so pauschal nicht unterschreiben. Ganz im Gegenteil, so mancher mag genau wegen dieser - im Strafrecht natürlich stimmigen - Einschätzung gescheitert sein. Als Laie kann man die Beweisanforderungen und Beweislastprobleme oft gar nicht durchschauen, selbst als RA hat man damit ja immer wieder Probleme ("Herr Richter, wie sehen Sie denn hier die Beweislast?"). Ist also nur mit äußerster Vorsicht zu genießen... Insbesondere wenn es einer der (häufigen) Fälle ist, in dem man kraft eigener "Rechtskenntnis" irgendwelche Geldbeträge zurückhält (Werklohn, Mieten...). Da kann man froh sein, wenn man später noch mit einem Vergleich davon kommt.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 22:20:28    Titel:

Naja, aber als Kläger hat man ja idR als Laie überhaupt keine Chance, eine schlüssige Klage zu formulieren.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 09 Nov 2007 - 22:31:16    Titel:

Nun, wir wissen ja nicht, ob die Klägerseite anwaltlich vertreten ist. Wenn sie es ist, wird die Klage schlüssig sein, sodass es spätestens dann gefährlich wird. Ohne Anwalt fast ein Glücksspiel.
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