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Wer kennt sich mit Mediation aus
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wer kennt sich mit Mediation aus
 
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Jen(Jurastudi)
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Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 03 Dez 2007 - 18:10:39    Titel: Wer kennt sich mit Mediation aus

Hallo Leute..ich bin zur Zeit etwas verzweifelt...ich schreibe an einer Siminararbeit und scheine nicht voran zu kommen..das Thema ist: Mediation zum Werk Michael Kohlhaas. Ich hab schon viel in Bücher zur Mediation gelesen, aber schlau werde ich nicht richtig. Ich hoffe einer von euch kennt sich mit Mediation aus und kann mir weiterhelfen. Mein größtes Problem ist, dass egal was ich mir als Lösung überlege immer das Problem bleibt , dass Michael Kohlhaas die gerichtliche Zurechtweisung des Junkers Tronka von Wenzel aufgrund seines absoluten Rechtsgefühls will. Auch scheidet laut Werk eine bloße Entschuldigung aus, da Michael Kohlhaas diese zumindest scheinbar nicht möchte. Er wird bis zur letzten Sekunde seine Lebens von Rache und einem Gerechtigkeitswahn gesteuert. Wie soll ich denn das über Mediation lösen? :
Jen(Jurastudi)
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Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 13:00:13    Titel:

Ich find es schön, dass sich laut den Zugriffen so viele für das Thema interessieren.Aber find es echt schade, dass sich scheinbar keiner damit auskennt!!! Crying or Very sad
Gibt es denn wirklich niemand, der mir helfen kann? Sad
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 13:07:24    Titel:

Vielleicht solltest du mal genauer schildern, was du überhaupt machen sollst (genaue Aufgabenstellung?). Aus dem oben genannten äußerst kurz angerissenen Sachverhalt kann man außerdem ja nicht wirklich schlau werden Confused .
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 16:11:54    Titel:

Kenn das Werk nicht. Soweit ich das mitgekriegt hab, ist der Mann ja tot, dann hat sich sein Problem wohl erledigt.

Davon mal abgesehen, glaub' aber auch, daß die Streitschlichtung durch Vermittlung dann an ihre Grenze stößt, wenn zumindest eine Partei Argumenten nicht mehr zugänglich ist. Diese müßte dann ggfls. zeitlich früher einsetzen.

Indes für's Denken des Mittelalters kein besonders Problem, da Gott am Ende aller Tage richtet.

Vielleicht könnte man Wege und Denkanstöße für eine gütliche Vermittlung im Investiturstreit erkennen. Glaub mich zu erinnern, daß man dort sozusagen den Streit umgangen hat, indem man die Macht gedanklich aufteilte, in die weltliche und die geistliche.

Naja .. mehr als eine gute Auseinandersetzung mit dem Problem kann von dir aber auch nicht verlangt werden, denk ich mal.
Jen(Jurastudi)
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Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 18:51:16    Titel:

Eine so direkte Aufgabenstellung gibt es nicht.Aber nach eingen Nachfragen beim Prof, soll herausgefunden werden, an welchen Stellen eine Mediation sinnvoll wäre und ob es im Werk Mediationsansätze gibt.

Und nun zur Geschichte für die, die dieses Werk nicht kennen:
Die Geschichte dreht sich um einen Roßhändler aus Brandenburg, der eigentlich einer der rechtschafenden Bürger seiner Zeit war bis zu dem Zeitpunkt als er an der Burg des Junkers Wenzel von Tronka in Sachsen vorbeikommt und dieser unter dem Vorwand Kohlhaas bräuchte einen Passierschein um Pferde nach Sachsen einzuführen, von ihm als Pfand 2 seiner Pferde verlangt. Tatsächlich exisiert eine solche Regelung nicht. Kohlhaas erfährt dieses nach Erledigung seiner Geschäfte und kehrt zu der Burg zurück. Die Pferde wurden jedoch runtergewirtschaftet und sein Knecht, den er zu Pflege der Tiere zurückließ, vertrieben. Kohlhaas spricht den Junker und den Verwalter Burg drauf an und diese verspoten ihn und meinen er sei ein Taugenichts und soll froh sein, dass die Tiere etwas Futter bekommen haben. Draufhin kehrt Kohlhaas ohne die Pferde nach Hause zurück und erfährt vom seinem schwer verwundeten Knecht, dass dieser ohne Grund vertrieben wurde. Kohlhaas reicht eine Klage auf Wiederherstellung und Schadensersatz für die Sachen des Knechts in Dresden ein. Diese scheitert, da der Junker Verwandschaft am sächsischen Kurfürstenhof hat und Kohlhaas soll seine Pferde wieder beim Junker abholen. Auch ein Bitteschreiben an den brandenburgischen Kurfürsten scheitert, da der Junker auch dort Verwandschaft hat. Seine Frau wird getötet bei dem Versuch ein Bittschreiben an den Kurfürsten von Brandenburg persönlich zu übergeben. Trotz ihrer Bitte, dass Kohlhaas dem Junker vergeben soll, brennt dieser nach ihrer Beerdigung zusamm mit seinen Knechten die Burg nieder und tötet dabei einge Menschen, jedoch kann der Junker fliehen. Es beginnt eine Hetzjagd auf den Junker, wobei Kohlhaas Brandanschläge auf einen Stift in erlabrunn, die Stadt Wittenberg (3mal) und Leipzig verübt, wo er den Junker jeweils vermutete. Versuche ihn und seine Anhänger millitärisch zu stoppen scheitern. Luther wendet sich draufhin mit einem "Anschlag" an ihn und Kohlhaas besucht draufhin Luther erzählt ihm alles. Daraufhin wendet Luther sich auf dessen Bitten an den Kurfürsten von Sachsen und bitten diesen um Amnestie für Kohlhaas.Der Kurfürst willigt ein, wenn Kohlhhaas seine Bande auflöst und es soll die Klage gegen den Junker wieder aufgenommen werden. Dieses Vorhaben scheitert jedoch als Kohlhaas in Dresden von einem ehemaligen Anhänger seiner aufgelösen Truppe einen Brief erhält und dieser Kohlhaas aus Dresden "Befreien" will, damit Kohlhaas wieder die "Plündertruppe" anführt. Der Kurfürst wusste von dem Brief und fing die Antwort von Kohlhaas an seinen Anhänger ab (Zustimmung zum Plan---Grund niemand traute Kohlhaas mehr aufgrund des Anhängerbriefes... vor Antwort schon Bruch der Amnestie durch vorgeschriebene Bewachung und keine freie Bewegung des Kohlhaases ). Woraufhin die Amnestie des Kohlhaas aufgehaben und vom Dresdner Gerichtshof zum Tode verurteilt wird. Der Kurfürst von Brandenburg hat von Kohlhaases Geschichte gehört und bewirkt die Überstellung nach Brandenburg, womit der Kurfürst von Sachsen nicht einverstanden ist und den Kaiser in Wien benachrichtigt. Kohlhaas wird in Berlin unter Anklage des kaiserlichen Vertreters wegen Bruch des Landfriedens zum Tode verurteilt und gleichzeitig wurde die Klage in DD gegen den Junker wiederaufgenommen und Kohlhaases Wunsch Wiederherstellung der Pferde und Schadensersatz für den Knecht entsprochen. Kohlhaas hat in seinem Besitz einen Zettel einer Wahrsagerin, auf dem steht, wer der letzte Thronfolger aus dem Geschlecht des Kurfürsten von Sachsen ist und warum und wann....Der Kurfürst von Sachsen erfährt davon, doch seine Versuche dessen Besitz zu erlagen scheiter. Trotz der Bitte der Wahrsagerin, dass Kohlhaas verzeihen soll....Isst er den Zettel kurz vor seiner Exikution vor den Augen des Kurfürsten von Sachsen auf!


    Zuletzt bearbeitet von Jen(Jurastudi) am 06 Dez 2007 - 00:40:25, insgesamt 4-mal bearbeitet
    Jen(Jurastudi)
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    Anmeldungsdatum: 03.12.2007
    Beiträge: 18

    BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 18:52:40    Titel:

    Ach ja was noch wichtig sein könnte: Kohlhaas wird in der Klage- bzw. Bittschriftablehnung als Störenfried bezeichnet
    Jen(Jurastudi)
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    Anmeldungsdatum: 03.12.2007
    Beiträge: 18

    BeitragVerfasst am: 06 Dez 2007 - 00:43:15    Titel:

    Ach ja was vielleicht für die Beurteilung noch interessant wäre, die Geschichte spielt Mitte des 16. Jahrhunderts.
    Liegt hier eigentlich ein Betrug des Junkers vor, auch wenn er selbst die Schuld nicht einsieht? Denn die Idee mit dem Passschein stammt ursprünglich von seinem Verwalter und er hat die Sache nicht aufgeklärt und dem Pfand zugestimmt.
    Pandur
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    Anmeldungsdatum: 16.03.2006
    Beiträge: 849

    BeitragVerfasst am: 06 Dez 2007 - 11:43:16    Titel:

    Ohne den SV jetzt im einzelnen durchgelesen zu haben.
    Wenn du schon einige Bücher zur Mediation durchgelesen hast, weißt du wo der Schwerpunkt der Mediation liegt, nämlich in der Interessensfindung.

    Versuch doch daher erst mal eine Aufstellung der "wahren" Interessen der einzelnen Beteiligten zu machen. Dann sollte sich absehen lassen, an welchen Stellen sich eventuelle Gemeinsamkeiten ergeben und ob eine Mediation zur Streitschlichtung geeignet gewesen wäre.

    Gruß Pandur
    Jen(Jurastudi)
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    Anmeldungsdatum: 03.12.2007
    Beiträge: 18

    BeitragVerfasst am: 06 Dez 2007 - 14:30:58    Titel:

    Das mit den Interessen habe ich schon gemacht
    Kohlhaas: Postion: Wiederherstellung der Pferde und Schadensersatz
    Gründe: Verletzung seiner Ehre, Verletzung seines Gerechtigkeitsgefühls, fühlt sich aus Gesellschaft verstoßen
    Interessen: Wiederherstellung der Gerechtigkeit
    Junker: Postion: Erkennt den Anspruch nicht an
    Gründe: Adilger Status, Fehlendes Schuldbewusstsein
    Interessen: Verletzung der Familienehre verhindern


    Und genau treten da treten die Probleme auf, Kohlhaas will die Gerechtigkeit wiederhergestellt sehen und nicht lediglich das der Junker es vertuscht oder eine nicht öffentliche gütliche Regelung. Er will auch damit indirekt seine Ehre wiederherstellen. Kohlhaas fühlt sich gedemütigt und das was er möchte lässt sich nur erreichen durch ein öffentliches Urteil bzw. Zugeständnis des Junkers. Hier liegt aber genau das Problem...Kohlhaas wird sich nicht mit einer lediglichen Entschuldigung zu frieden geben oder dem Abkauf der Pferde. Der Junker ist aufgrund seiner Stellung in der Gesellschaft bis zum Schluss nicht bereit ein Schuldanerkennung von sich aus zu machen. Zudem würde das immer wieder dem Ansehn seiner Familie schaden. Im ganzen Werk spielen der Junker und seine Verwandten das Geschehen runter. Der Junker schiebt die Schuld auf den Verwalter..stellt sich damit als Opfer hin. Worin soll da die Gemeinsamkeit liegen? Das utopische Gerechtigkeitsbild des Kohlhaas wird man nur durch Einschreiten einer höheren Macht gerecht. Sein Rache gibt er bis zum Tode nicht auf.. womit eine Mediation erheblich erschwert wird. Oder? Außerdem ist die Mediation zwischen 2 Gerechtigkeitsvorstellung so gut wie unmöglich und scheint hier ausgeschlossen! Oder irre ich da?
    hani125
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    Anmeldungsdatum: 24.01.2006
    Beiträge: 1205
    Wohnort: Köln

    BeitragVerfasst am: 06 Dez 2007 - 15:59:05    Titel:

    Tja, das ist die Frage (leichtes Grinsen) ...

    Aber mal ehrlich, deshalb muß man sich doch nicht unbedingt verrückt machen. Deine Argumentation, daß es in dieser Situation zu keinem Interessenaustausch kommen kann, wäre doch nachvollziehbar. Der Aufgabensteller muß sich dieser Meinung nicht anschließen, aber, wenn de gewichtige Gründe zu Untermauerung deiner Ansicht nennst, kann man dir nicht vorwerfen, dass de das Problem nicht gesehen hast.

    Vielleicht ist es unbefriedigend, daß der Konflikt nicht gelöst werden kann oder aber es eine Lösung gibt, diese aber nicht einfällt. Taktisch gesehen, müßte sich aber eine Ansicht, die sich als eine Lösung des Problems darstellt, wahrscheinlich einen Ansturm von Argumenten entgegenstellen. (Wär wohl schwer zu vertreten.)

    Die Frage ist vielleicht auch, zu welchen Zeitpunkt, welcher Ansatz Sinn verspricht. So wie ich das sehe, sind zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nur allein die Interessen des Junkers und des Kohlhass betroffen.
    Also nicht verzweifeln.
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