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belucci
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Anmeldungsdatum: 28.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 19:28:37    Titel: Floskel

Was bedeutet die Formulierung "im Lichte der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts"?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 20:42:06    Titel:

Ich kenne diese Formulierung im Zusammenhang mit den Grundrechten (Auslegung "im Lichte" der Grundrechte). Ist eigentlich nur ein erfundener Begriff, mit dem ausgedrückt werden soll, dass man ein juristisches Problem "unter Berücksichtigung" der Grundrechte bzw. in deinem Fall unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des BVerfG löst.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 23:25:01    Titel:

Was ist denn ein "erfundener Begriff"? Auch und gerade im Lichte einer Abgrenzung zu nicht erfundenen Begriffen? Wink
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 23:35:01    Titel:

Och, so lustig finde ich das eigentlich gar nicht Confused .

Mit einem "erfundenen" Begriff meine ich einen solchen, der nirgendwo im Gesetz steht, sondern von der Rechtsprechung ins Leben gerufen wurde und deshalb in Klausuren auch erwartet wird.

Und "im Lichte" ist auch noch sowas völlig Überflüssiges, was einfach nur gut klingen soll. Man hätte auch genauso gut darauf verzichten können.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 23:48:16    Titel:

Nein, der Begriff ist Sinnbild unserer dynamischen Sprache. "Im Lichte der Meinungsfreiheit" ist beispielsweise überaus ausdrucksstark. Wenn man sich den Scheinwerfer als Grundgesetz und den Spot als Meinungsfreiheit vorstellt, wird schnell klar, was gemeint ist: Man kann verschiedene Sachverhalte aus völlig unterschiedlichen Sichtweisen betrachten. Will man dem besonders hohen Stellenwert der Meinungsfreiheit Rechnung tragen, muss man eben den Filter "Meinungsfreiheit" einschalten. Man muss eine Situation eben "im Lichte" der Meinungsfreiheit sehen. Ein großartiger, fast poetischer Ausdruck. Wink

Oft wird er aber eher wichtigtuerisch benutzt. Der Ausdruck "im Lichte der Rechtsprechung" ist zum Beispiel durchaus Geschmacksache... Aber immerhin besser als z.B. "unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung". Klingt doch hölzern. Smile
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 00:13:11    Titel:

Tobi, dass du generell auf abgefahrenen Begriffe stehst, ist mir bekannt! Smile Ich habe mir schon vor meinem Beitrag gedacht, dass du darauf etwas Gegensätzliches anwortest Confused .
Ich lehne sowas eher ab, aus dem von dir bereits genannten Grund, dass es nicht gerade selten etwas wichtigtuerisch rüberkommt. (Jaja, ich weiß, der Korrektor findet sowas ganz toll Wink .)
Entscheidend sind jedenfalls nicht die Begriffe, sondern dass man weiß, was dahinter steht.

Aber das Bild mit dem Scheinwerfer... nicht schlecht, das werd ich mir auf jeden Fall merken Wink .
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 00:22:28    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Och, so lustig finde ich das eigentlich gar nicht Confused .

Mit einem "erfundenen" Begriff meine ich einen solchen, der nirgendwo im Gesetz steht, sondern von der Rechtsprechung ins Leben gerufen wurde und deshalb in Klausuren auch erwartet wird.

Und "im Lichte" ist auch noch sowas völlig Überflüssiges, was einfach nur gut klingen soll. Man hätte auch genauso gut darauf verzichten können.


Ich kann deine Mäkelligkeit nicht wirklich nachvollziehen. "Im Lichte" ist lediglich eine Redewendung, wo soll die im Gesetz auch eine Stütze finden? - und ob man das nun stilistisch gelungen findet? Darüber kann man kaum streiten, mir ist diese Wendung jedenfalls eingängiger als der "erfundene Begriff".
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 00:29:16    Titel:

Und ich verstehe ehrlich gesagt dein Problem nicht, Schwarze Strümpfe. Ich wollte damit nur sagen, dass die Redewendung "im Lichte der Grundrechte" vom BVerfG "ausgedacht" ist - nicht mehr und nicht weniger.
Und ob man das Überflüssig findet oder nicht, ist eben Geschmackssache. In der Juristerei ist jedenfalls viel Wichtigtuerei. Hauptsache man hat eine völlig neue Sprache, die kein Leihe mehr verstehen kann Rolling Eyes . Aber gut, da könnten wir jetzt lange drüber diskutieren.
belucci
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Anmeldungsdatum: 28.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 16:36:39    Titel:

Entschudligung - bin erst jetzt wieder im Netz!

Jedenfalls Danke erstmal für die Antworten.
Anhand einer solchen Aufgabenstellung sind keine Prüfungsschemaartigen Voraussetzungen zu beachten, sondern es geht wohl darum anhand der betreffenden Rechtsprechung einen Sachverhalt/Aufgabenstellung zu beurteilen?!
Aber das seht ihr wohl auch so... Cool
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 21:46:36    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Und ich verstehe ehrlich gesagt dein Problem nicht, Schwarze Strümpfe. Ich wollte damit nur sagen, dass die Redewendung "im Lichte der Grundrechte" vom BVerfG "ausgedacht" ist - nicht mehr und nicht weniger.
Und ob man das Überflüssig findet oder nicht, ist eben Geschmackssache. In der Juristerei ist jedenfalls viel Wichtigtuerei. Hauptsache man hat eine völlig neue Sprache, die kein Leihe mehr verstehen kann Rolling Eyes . Aber gut, da könnten wir jetzt lange drüber diskutieren.


Die Redewendung "dann erscheint das in einem ganz anderen Licht" gibt es aber schon länger. Und deine Kritik, dass man dann eine ganz andere Sprache habe, kann ich nicht teilen. Natürlich hat man dann eine andere Sprache, denn die juristische Fachsprache ist das Werkzeug des Juristen. Alltagssprache kann das nicht leisten, denn sie ist viel zu unpräzise, der Jurist braucht bei seiner Arbeit das Skalpell, im Alltag reicht das Buttermesser. Deshalb ist eine juristische Fachsprache notwendig und ein Zeichen einer hohen Rechtskultur.
Sobald ein Laie die juristische Fachsprache vollständig versteht, ist das ein Zeichen für den Niedergang unsres Rechtssystems, denn das hieße, dass die Präzision verloren gegangen ist.
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