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Fristlose Kündigung unwirksam wg. BGB § 242 ? Bitte um Rat !
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Foren-Übersicht -> Handwerkskammer -> Fristlose Kündigung unwirksam wg. BGB § 242 ? Bitte um Rat !
 

Ist diese Form der fristlosen Kündigung bei Vorliegen der genannten Umstände voll rechtsgültig?
JA, die Kündigung ist im Sinne des Gesetzes!
83%
 83%  [ 5 ]
NEIN, die Kündigung ist auf jeden Fall anfechtbar!
0%
 0%  [ 0 ]
UNSICHER, welche der beiden Parteien im Recht ist bzw. letztlich zu ihrem Recht kommen wird!
16%
 16%  [ 1 ]
Stimmen insgesamt : 6

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Investmentfondskaufmann
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2007 - 19:22:56    Titel: Fristlose Kündigung unwirksam wg. BGB § 242 ? Bitte um Rat !

Sehr geehrte Damen und Herren der Handwerkskammer,

ich schreibe Ihnen in einer sehr schwierigen, aber traurigen Angelegenheit, weil es letzte Woche zu einer fristlosen Kündigung meiner Person seitens der Geschäftsführung kam, die ich - obgleich der Probezeit - für rechtsunwirksam halte, da die Umstände in diesem Fall sehr speziell angelagert sind und die Glaubwürdigkeit der Begründung dieser Kündigung höchst fragwürdig ist (auch für jeden Juristen/Richter)!


ÜBERBLICK:
Vorab zu meiner Person ein kleiner Überblick: Ich stehe seit dem 15.08.2007 in einem Berufsausbildungsverhältnis zum Investmentfondskaufmann bei einer namhaften KAG (= Kapitalanlagegesellschaft) mit dem Namen - nennen wir sie mal - "Invest KAGmbH" - in der Stadt - nennen wir sie mal - Musterstadt. Diesen Ausbildungsplatz in meinem Alter zu bekommen, war sehr schwierig, jedoch konnte ich anhand meiner im Einstellungstest gezeigten Leistungen und meiner überzeugenden Selbstpräsentation im Interview gegenüber der Geschäftsführung punkten und den Platz für mich entscheiden. Nun arbeite ich seit dem 15. August '07 mit 2 Azubi-Kollegen zusammen bei dieser Invest KAG und durchlaufe in dieser Zeit jeweils verschiedene Abteilungen in unterschiedlichen Turnussen. Laut schriftlich niedergelegtem Ausbildungsvertrag beträgt die Probezeit 4 Monate, ergo endet diese zum 15.12.2007.


AUSBILDUNGSAUFBAU UND -ABLAUF BISHER:
Die Ausbildung ist so aufgebaut, daß man in sinnvollen Wochenabschnitten - jedoch nicht immer nur 1 Woche, sondern auch mal 2, 3 Wochen oder länger - in bestimmten Abteilungen eingesetzt wird, deren Kenntnisse laut der Ausbildungsverordnung bzw. dem vorgegebenen Rahmenplan der IHK im ersten Ausbildungsjahr zu vermitteln sind. So hat jeder von uns 3 Azubis seinen eigenen individuellen Einzelversetzungsplan bekommen (lediglich die Berufsschulphasen sind bei jedem von uns überlappend). Wir haben vom vertraglich fixierten Geschäftsführer auch 3 Paten zugewiesen bekommen, die allesamt Inhaber der Prokura sind und in ständigem Kontakt mit uns stehen was die Führung durch die Ausbildung anbelangt: Das sind einmal der Leiter des Quality Managements, die Leiterin der Abteilung Recht (welche zugleich auch Assistenz der Geschäftsführung macht) und noch die leitende Personalfachkauffrau der Personalabteilung. Diese 3 Paten sind unsere ständigen Ansprechpartner zu allem was unsere Belange betrifft. Fachliche Sachen sind an den Herrn Quality Manager zu richten, wiederum Organisatorisches was die Abteilungen, den Ablauf oder die Berufsschulphase anbelangt, ist die Frau Personalfachkauffrau zu kontaktieren. Mit der Leiterin der Abteilung Recht haben wir in der Regel gar keinen Kontakt, außer einem "Hallo" auf dem Korridor. Diese Paten sind diejenigen, die uns direkt betreuen. Die Geschäftsführung ist die Ebene, die uns eingestellt hat und direkt über uns wacht, aber nicht direkt aktiv mit uns im Ausbildungsgeschehen involviert ist. An für sich haben wir alle drei primär nur mit der Frau Personalkauffrau direkten Kontakt. Herrn Quality Manager sehen wir nur dann, wenn wir unsere Ausbildungsnachweise unterschreiben lassen wollen/müssen.
Es sind zu jeder Abteilung Ausbildungsnachweise zu verfassen, deren Anzahl sich nach der Zahl an Wochen, die man in jener Abteilung zugebracht hat, richtet. In einem Turnus von ca. 4 Wochen sollte man seine gesammelten Nachweise dann jeweils beim Herrn Quality Manager vorlegen, um sie prüfen und unterzeichnen zu lassen. Vorab erfolgt natürlich noch eine Prüfung der Berichte durch die jeweiligen Abteilungsleiter. Gegen Ende einer jeden Abteilungsphase gibt es in der Regel auch ein Feedbackgespräch zwischen dem Azubi und dem Abteilungsleiter, in dessen Abteilung dieser Azubi aktuell eingesetzt war. In diesem Feedbackgespräch werden dem Azubi anhand seiner gezeigten Leistungen seine Defizite und Stärken mit Verbesserungsvorschlägen attestiert. Zudem wird von jedem Abteilungsleiter unabhängig ein Beurteilungsbogen - also ein vorgefertigtes Formular - ausgefüllt, das anschließend der Geschäftsführung vorgelegt und der Personalakte beigefügt wird. Dieser Bogen gestaltet sich in der Form, daß vorwiegend Kreuze zu machen sind---> Es gibt die Hauptpunkte "Fachkompetenz, Persönliche Kompetenz, Sozialkompetenz, Intellektuelle Kompetenz und Methodenkompetenz", die sich wiederum nochmals in mehrere Unterpunkte zu den jeweiligen Überschriften aufgliedern (ich beschreibe jetzt nicht weiter). Rechts neben diesen Unterpunkten sind 5 Spalten mit jeweils einem Kästchen zum Ankreuzen zu finden. Die Kreuzeverteilung lautet von links nach rechts wie folgt:

"Die Anforderungen an den Auszubildenden wurden...
1) ...deutlich unterschritten.
2) ...leicht unterschritten.
3) ...voll und ganz erfüllt.
4) ...leicht übertroffen.
5) ...deutlich übertroffen."

Wobei die Spalte "voll und ganz erfüllt" die neutrale und vollauf befriedigende Erfüllungsleitlinie markiert, die wenn einmal erreicht, voll und ganz als normkonfom im Hinblick auf die Anforderungen und Leistungen gilt. Interessant sind lediglich alle Kreuze, die rechts oder links vom Kästchen "voll und ganz erfüllt" stehen, also von der Richtnorm abweichen.

Zu meinen bisherigen Abteilungen muß man zum Verständnis des Sachverhalts vorab wissen:
In der ersten Phase meiner Berufsausbildung war ich zunächst mit meinen 2 Kollegen 7 Wochen lang an der Berufsschule.
Vom 08.10.07 bis 19.10.07 war ich 2 Wochen im Aktienfondsmanagement,
und vom 22.10.07 bis 26.10.07 für 1 Woche im Rentenfondsmanagement eingeteilt.

Danach kam eine 3wöchige Phase vom 29.10.07 bis 16.11.07 in einer extern gelegenen Depotbank, die zwar noch zur gleichen Konzernmutter gehört, aber unabhängig an einem anderen Ort - nennen wir die Stadt mal Fabelstadt - lokalisiert ist. Von diesen 3 Wochen hatte ich die erste Woche komplett Urlaub, sodaß ich nur die übrigen 2 Wochen vom 05.11.07 bis 16.11.07 hinging. In diesen 2 Wochen galt es nun volle 4 Abteilungen zu durchlaufen, die jeweils nochmal in unterschiedliche Sachgebiete aufgegliedert sind. Jede Abteilung hat einen Gruppenleiter und jedes Sachgebiet einen eigenen Sachgebietsleiter. Hier war es nun in dieser Phase nicht mehr möglich mit jedem einzelnen Gruppen- oder Sachgebietsleiter ein eingehendes Feedbackgespräch zu führen oder den Beurteilungsbogen zusammen zu besprechen. Hier verhielt es sich jeweils so, daß ich nur meinen wöchentlichen Ausbildungsnachweis schrieb, ihn von irgendeinem Gruppenleiter durchsehen und unterzeichnen ließ und nach Hause ging.

Nach diesen 2 Wochen bei der Depotbank, kam nun wieder eine 2wöchige innenbetriebliche Phase im Hause der Invest KAG in Musterstadt, die vom 19.11.07 bis 30.11.07 gehen sollte. Diese Zeit habe ich voll gearbeitet und innerhalb dieser Zeit nichts mehr von einer Rückmeldung der Depotbank in Fabelstadt vernommen. Ich wunderte mich schon weshalb die Beurteilungen so lange auf sich warten ließen und weshalb niemand den Dialog mit mir suchte oder mir die Feedbacks mal vorlag...denn von allen bisherigen Beurteilungsbögen hatte ich von den Abteilungsleitern auch immer eine Kopie für meine eigenen Unterlagen erhalten. Habe aber bewußt keinen meiner Paten danach gefragt, weil ich niemanden wegen sowas stören oder ungeduldig rüberkommen wollte. Ich nahm an, man würde mir schon zeitig Bescheid geben, sobald eine offzielle Rückmeldung aus Fabelstadt vorlag.

Nun kam es am letzten Tag meiner innenbetrieblichen Phase am Freitag, den 30. November '07 zu einem Zwischenfall und zu einer fristlosen Kündigung, die laut Geschäftsführung nicht auf diesem Zwischenfall beruhen soll. Der nachfolgende Sachverhalt bezieht sich also auf den 30.11.07 (letzte Woche!).


VORFALL UND SACHVERHALT ZUR KÜNDIGUNG:
Am Freitag, den 30. November '07 fuhr ich wie immer mit der Bahn zur Arbeit. Ich ging die Rolletreppe der S-Bahnstation hinauf und war geradewegs auf dem Weg zur Arbeit. Zwischen Arbeitsstätte und S-Bahnstation lief vor mir ein Herr mit einem anderen Herren von einer externen Firma. Beide liefen nebeneinander, der von meiner Firma mit dem Rücken zu mir rechts und der von der externen Firma demnach links. Es stellte sich heraus, daß die rechte Person ein mir noch nicht bekannter Abteilungsleiter des Unternehmens war, in welchem ich meine Ausbildung absolvierte. Der Herr, der zu meiner Firma gehörte, lief also vor mir her, sich mit dem externen Mitarbeiter zu seiner Linken unterhaltend und rauchte dabei noch zugleich eine Zigarette, welche er mit der rechten Hand festhielt und seitlich zur Seite abschnickte, (ohne sich umzudrehen). Ich lief gerade rechts an der Seite des Herrn - nennen wir ihn mal - "Schuster" und wollte gerade an ihm vorbeigehen, als dieser mir plötzlich die Zigarettenasche seiner Zigarette, die er gerade rauchte, gegen meinen teuren Mantel schnickte. Als ihn höflich darauf hinwies, daß er mich getroffen hat und daß dies nicht sein müsse, wurde er übelst unfreundlich und aggressiv zu mir. Er ging sofort in die Defensive und sagte mir wortgetreu, daß ich ja auch auf der andern Straßenseite hätte laufen können und ich mich nicht so anstellen solle, und daß ich Arschloch besser weitergehe. Und während er dies zu mir sagte, drückte er mir mit voller Absicht die Spitze seiner Zigarette gegen die Hand. Ich spürte sofort den heißen Stich auf der Haut und schlug instinktiv im Reflex die Zigarette weg, sodaß sie ihm aus der Hand flog. Als ich verärgert weiter zum Eingang meiner Arbeitsstätte ging, lachte er mir nur lautstark hinterher. Der Mann der externen Firma links von ihm lachte auch mit. Ob dieser jedoch mitbekommen hat, wie Herr Schuster mir seine Zigarettenspitze gegen die Hand gedrückt hat, glaube ich nicht, da Herr Schuster genau zwischen uns beiden stand.
Etwa 5min später, als ich dann im Büro der innenbetrieblichen Verwaltung stand - wo gerade nur eine Dame der Sachbearbeitung zugegen war -, und ich gerade meinen Mantel ausziehen und mich hinsetzen wollte, tauchte urplötzlich Herr Schuster erneut in der Tür auf, diesmal noch aggressiver und mit erhobenem Zeigefinger, mit der Aufforderung, daß ich ihm ganz schnell meinen Namen sagen solle, weil ich vorhin auf der Straße Arschloch und Wichser zu ihm gesagt haben solle. Ich wunderte mich zunächst über die Art der Sachverhaltsverdrehung und mußte schwer schlucken mich zusammenzunehmen, da es ja eigentlich genau umgekehrt war: ICH wurde von ihm beleidigt und ICH wurde mit der Zigarette genötigt! An seiner überzeugenden Art jedoch wurde mir immer mehr klar, daß es sich offenbar um ein hohes Tier der Invest KAG handeln muß, dem jeder Glauben schenken wird, wenn er sich über mich beschwert. Ich fühlte mich in dieser Situation zusätzlich vor der Dame für die Sachbearbeitung diskreditiert und verleumdet. Und so erklärte ich Herrn Schuster sehr höflich und mit ruhiger Stimme, daß dieses Büro wohl nicht der richtige Ort für derlei Gespräche sei. Daraufhin bot er mir sofort an, daß wir auch zu ihm ins Büro gehen könnten. Ich folgte dieser Aufforderung sofort und ging mit ihm mit. In seinem Büro angekommen stellte sich heraus, daß dieser Mann den Bereich Fondsreporting leitete und offenbar auch noch eine Station innerhalb meiner Berufsausbildung für mich darstellte. Er sagte mir klipp und klar, daß er mein Verhalten nicht dulden würde und daß es falsch von mir gewesen sei ihm die Zigarette aus der Hand zu schlagen. Als ich ihm daraufhin meine Sichtweise des Vorfalls erklärte und ihm darlag weshalb ich so reagiert hatte, verwies er wiederum auf den Mann der externen Firma, der vorhin neben ihm lief und alles bezeugen wird, was er selbst zu Protokoll gibt. Ich hatte in dieser Situation Angst und fühlte mich in jeder Hinsicht meiner Rechte und Fairneß beschnitten. Als ich ihm nach mehrmaliger Aufforderung meinen Namen nannte, sagte er, daß er sich das bereits gedacht habe, weil es nicht viele Leute im Unternehmen gäbe, die er noch nicht persönlich kenne. Anschließend drohte er mir, daß wenn er die Geschäftsführung über diesen Vorfall unterrichten würde, mein Ausbildungsverhältnis unverzüglich beendet wäre. Ich entschuldigte mich daraufhin bei ihm, wir verabschiedeten uns (mit Händedruck) und ich verließ den Raum.
Um ca. 14 Uhr kam dann plötzlich die zuständige Personalfachkauffrau, die auch meine Patin ist, wie eine Furie in das Büro der innenbetrieblichen Verwaltung hereingestampft - wo ich gerade meinen letzten Tag Station hatte - und sagte mir, daß mich der Geschäftsführer um 16:45 Uhr in der Konferenzetage des 6. OG sehen wolle. Als dieser Termin erreicht war, erhielt ich vom Vorsitzenden der Geschäftsführung - im Beisein der Frau Recht und Frau Personalfachkauffrau - eine fristlose Kündigung mit Angabe zahlreicher anderer Begründungen, aber ohne Benennung des Vorfalls vom selben Morgen. Der Sprecher der Geschäftsführung - der mich auch persönlich für diese Ausbildung in seinem Haus auserwählt und eingestellt hatte - berief sich auf Leistungsnachweise, vorwiegend jene aus Fabelstadt (die ich bis dato nicht gesehen habe), und darauf, daß sich angeblich Defizite im Bereich der Sozialkompetenz wie ein roter Faden durch meine bisherige Probezeit gezogen haben sollen. Als ich fragte, ob der Vorfall vom selben Morgen der Grund für diese Maßnahme sei, stellten sich alle 3 Anwesenden unwissend und betonten ausdrücklich nicht zu wissen was ich meine, mit der Bitte es ihnen zu erörtern. Ich sagte klipp und klar, daß falls es so wäre, daß sie nichts wüßten, ich die Kündigung vermutlich nicht anfechten könne, jedoch, wenn sie etwas wüßten, aber dies bewußt verschwiegen, ich mich dahingehend kundig machen würde, ob Möglichkeiten bestehen gegen diese Kündigung Berufung einzulegen. Der Geschäftsführer drückte sich gerne groß und breit rhetorisch aus und betonte in all seiner Überzeugungskraft, daß wenn er als Führer dieses Hauses mir versichere, daß er nicht wisse wovon ich "mit heute morgen" rede, ich ihm dies ruhig glauben und ihm erklären könne, um was es dabei ging. Mich ließ diese Art der Rhetorik jedoch absolut kalt, da das Ergebnis im Endhinein das gleiche war...nämlich die Kündigung. Als ich fragte wie dieser Zufall anders zu erklären sei und wieso gerade der 30. November '07 (also mein letzter Tag in der innenbetrieblichen Verwaltung) zum Tag "X" auserkoren wurde, um mir zu kündigen, obgleich man die benannten Defizite auch früher im Laufe der ersten 3,5 Monate schon hätte lokalisieren und beheben können, erklärte er mir, daß heute den ganzen Tag eine Geschäftsführersitzung im Raum nebenan stattgefunden habe, in der dieser Beschluß einstimmig gefaßt worden sei. Und Geschäftsführersitzungen seien nicht jeden Tag. Hinzu käme außerdem, daß erst vor etwa 3 Tagen die Beurteilungsbögen aus Fabelstadt, die meine Leistungen innerhalb meiner Zeit bei der Depotbank dokumentieren, zurückgekommen seien. Ich betonte ausdrücklich immer wieder, daß ich die Beurteileungsbögen aus Fabelstadt nie gesehen habe und ich, selbst wenn es so ist, daß es hier und da mal kleinere Definzite gab, nicht nachvollziehen könne weshalb diese bei einem Azubi gleich zur Kündigung führen müßten, wo dieser doch diesen Beruf erst noch lernen muß um sich gewisse Fertigkeiten und Kenntnisse anzueignen! Ein Azubi ist schließlich kein "fester Mitarbeiter", der schon studiert und Ausbildung gemacht hat und sofort in seinem Fachgebiet alles können muß, sondern jemand, der diesen Beruf und alles was es dazu erfordert erst noch lernen muß. Zudem konnte ich auch nicht glauben, daß die Entscheidungsfindung erst 3,5 Monate gebraucht hat, bis die Geschäftsführung - die mich innerhalb der Ausbildung überhaupt nie gesehen hat - auf den Trichter kam, daß ich ihnen von meiner Kompetenz her nicht genüge. Ich kam mir in höchstem Maße auf den Arm genommen vor, zumal ich zwischen meinen ersten Beurteilungsbögen - insbesondere denen von Aktien- und Rentenfondsmanagement - eine deutliche Steigerung in Bezug auf das Kreuzeverteilungssystem erkennen kann. Auch waren meine beiden Azubikollegen nicht viel besser als ich, sondern höchstens auf gleichem Niveau. Und über die Bögen, die aus den 2 Wochen Fabelstadt resultieren kann ich nichts sagen, da diese mir vorenthalten wurden. Als ich darum bat mir diese zu zeigen, winkte man ab es sei nicht mehr notwendig, da es nichts mehr an der Entscheidung ändern würde.
Die Geschäftsführung bei dieser Invest KAG besteht aus 4 Männern, von denen ich lediglich mit dem Vorsitzenden - der mich auch eingestellt hat - 1 Gespräch zu Beginn meiner bisherigen Ausbildung hatte und die übrigen Geschäftsführer bis auf ein "Guten Morgen" auf dem Korridor sonst nie gesehen habe. Und dieses Gremium soll angeblich kompetent, allein von Beurteilungsbögen ausgehend, mein bisheriges Leistungsniveau und mein Sozialverhalten insofern einschätzen können, als daß sie sich sicher gewesen seien, daß sich diese Defizite nicht abstellen lassen können würden und sie die Zusammenarbeit nach 3,5 Monaten lieber noch in der Probezeit beenden wollen. Man erklärte mir weiterhin, daß deutliche Warnsignale seitens der ersten Abteilungsleiter an mich bilateral weitergegeben wurden, aber ich lediglich nicht im Stande gewesen sein soll richtig zwischen den Zeilen zu lesen...jedoch bin ich nach wie vor fest der Auffassung, daß die ersten Feedbacks, sowie Beurteilungsbögen keinen derartigen Gefahrenherd zum Anzeichen gegeben haben, der in einer so harten Maßnahme hätte münden können. Der vorsitzende Geschäftsführer wusch seine Hände in Unschuld und stellte sich selbst lediglich als den Übermittler der "frohen Botschaft" dar. Er selbst betonte ausdrücklich, daß er immer große Stücke auf mich gehalten habe, aber nun die A-Karte gezogen habe, weil seine Kollegen einstimmig gegen mich entschieden hätten und er sich nicht dagegen stellen könne. Selbst kraft seines Amtes als Vorsitzender der Geschäftsführung hätte es in seinem Dafürhalten keinen Sinn gemacht, wenn er auf den Tisch gehauen und mich entgegen dem Mehrheitsbeschluß und aller Bedenken seiner Kollegen und Abteilungsleiter dabehalten hätte...und ich solle doch bitte verstehen, daß er in dieser Situation keine andere Wahlmöglichkeit gehabt hätte, als der Entscheidung aus der heutigen Geschäftsführersitzung Rechnung zu tragen und im Interesse des Unternehmens zu handeln. <---kurzum: Ein richtiger Heuchler, der offenbar jahrelang an Seminaren teilgenommen haben muß, wie man seine Mitarbeiter bei einer Kündigung nach Strich und Faden verarscht!!!
Mit diesen Worten und der Empfehlung zu einem Studium verabschiedete sich der Geschäftsführer auch schon von mir per Händedruck und überließ den beiden Damen (Recht + Personal) das Wort. Die Damen setzten mich daraufhin sofort unter Druck ihnen doch zu erzählen was sich am Morgen ereignet haben soll, weil sie ja angeblich von nichts wüßten. Doch ich behielt es bewußt für mich.

Am nächsten Arbeitstag versuchte ich wieder wie gewohnt mit meiner Access-Magnetkarte - die auch gleichzeitig für die Zeiterfassung zum Stechen benutzt wurde - in das Gebäude zu kommen, weil ich meinen Schreibtisch aufräumen und noch einige Wertgegenstände von mir, so wie teure Bücher der Finanzwirtschaft etc. abholen wollte. Doch siehe da,...man hat keine Zeit verloren und meine Zutrittskarte augenblicklich gesperrt. In der Empfangshalle wurde ich auch schon nach Passieren der Außentür von der Sicherheitsmitarbeiterin, die den Empfang betreut, abgefangen und aufgefordert zu warten bis die Personalfachkauffrau käme. Sie sagte, daß sie eine klare Arbeitsanweisung habe mich auf keinen Fall ins Haus zu lassen und stattdessen sofort die Personalfachkauffrau zu rufen. Daraufhin ging ich wieder raus und versuchte den vorsitzenden Geschäftsführer telefonisch zu erreichen, doch am Telefon erklärte mir seine Sekretärin dann, daß er die ganze Woche Urlaub hätte. Sogar mein Online-Log-In in meinen firmeninternen Webmail-Account wurde bereits gesperrt, sodaß ich nicht mal mehr meine Mails checken kann. Man hat mich quasi vom einen auf den nächsten Arbeitstag komplett vom Firmennetzwerk ausgeschlossen. Diese Konsequenz korrespondiert in meinem Dafürhalten so gar nicht mit dieser achso bedauernden Miene des Herrn Geschäftsführer, der am 30.11.07 noch meinte keine andere Wahl gehabt zu haben und um Verständnis bei mir bat. Dieses achso hastige und konsequente Sperren meines Webmail-Accounts, sowie meiner Zugangskarte, als auch das Instruieren des Sicherheitsdienstes mich nicht ins Haus zu lassen, deuten entschieden darauf hin, daß bei der Entscheidungsfindung mich aus dem Unternehmen zu entfernen weitaus mehr im Argwohn gelegen haben muß, als lediglich meine bisherigen Beurteilungsbögen (die sich allesamt sehen lassen können)! Wenn man mir schon vom einen auf den andern Tag Hausverbot erteilt, muß es einen Grund dafür geben, daß man mich behandelt, als hätte ich "goldene Löffel" gestohlen! Daher nun mein Verdacht, daß die Geschäftsführung wohl doch ein wenig mehr wußte, als sie vorgab zu wissen. Der Vorfall mit Herrn Schuster wäre eine bzw. die einzige mit Abstand plausibelste Erklärung für dieses eklatante Vorgehen mir gegenüber.


MEINE FRAGEN ZUR KÜNDIGUNG:
Man kann sich sicherlich denken, daß ich unverzüglich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht konsultiert hab. Diesem habe ich den Fall genau so dargelegt, wie er hier drin ausgeschildert steht. Zudem habe ich ihm alle nötigen Unterlagen, samt Arbeitsvertrag etc. überreicht. Er ist der Auffassung, daß es schwierig wird die Wirksamkeit der Kündigung aufzuheben dahingehend, daß das Unternehmen sich bei seiner schriftlichen Niederlegung auf das Recht zur fristlosen Kündigung ohne Begründung beruft, welches während der Probezeit für beide Seiten besteht. Wiederum ist er optimistisch in Bezug auf § 242 BGB, was die 'Treuwidrige Kündigung' anbelangt, da nicht ICH Herrn Schuster mit der Zigarette genötigt hat, sondern selbst derjenige bin, der genötigt wurde und ergo auch derjenige sein müßte, der - sofern er das überhaupt wolle - kündigen könnte. Sofern also die Kündigung tatsächlich die Folge des Zusammenpralls mit Herrn Schuster gewesen ist, hätten wir gute Chancen, nur ist dann immer noch das Problem, daß wir es nicht belegen könnten. Wir müßten wirklich beweisen, daß sich der Konflikt mit Herrn Schuster tatsächlich so zugetragen hat, wie ich ihn darlege. Und Herr Schuster hat vermutlich noch diesen wohlwollenden Herren von der externen Firma, der links neben ihm lief und sich aller Voraussicht nach solidarisch und keinstenfalls objektiv zu diesem Vorall auf der Straße äußern wird, falls es vor Gericht käme. Die Geschäftsführung leugnet sehr geschickt jedes Wissen von diesem Vorfall ab und beruft sich allein auf meine bisherigen Leistungen und die mangelnde Sozialkompetenz innerhalb der ersten 3,5 Monate Probezeit. Spätestens vor Gericht wird die Firma ihre Beurteilungsbögen offenlegen müssen, um zu beweisen, daß ihre Maßnahme gerechtfertigt gewesen ist. Mein Anwalt hat die Befürchtung geäußert, daß die Firma die Bögen notfalls auch fälschen könnte, um ihren Standpunkt zu rechtfertigen...dem stünden dann jedoch immer noch meine ersten beiden Bewertungsbögen entgegen, die sehr gut waren, die zudem auch eine deutliche Steigerung meiner Leistungen erkennbar machen und im Extremfall nicht mehr mit den "schlechten Beurteilungen" aus Fabelstadt korrespondieren würden, falls sie's darauf anlegten, was wiederum jeden Richter stutzig machen müßte, der sich den Vorgang objektiv zu Gemüte führt. Das hieße mit andern Worten: Auch wenn wir nicht beweisen könnten, daß der Zusammenprall mit Herrn Schuster dentlich zu dieser sehr abrupten Kündigung mit sofortigem Ausschluß und Hausverbot geführt hat, ginge es vor Gericht letztlich doch wieder nur um Glaubwürdigkeit, Menschlichkeit und das Befinden des Richters zu diesem Fall.

In erster Instanz steht jedoch nicht eine Klage auf Unwirksamkeit der Kündigung auf dem Plan, sondern zunächst der Schlichtungsversuch mit Hilfe des dafür zuständigen Schlichtungsausschusses der IHK. Mein Anwalt will ein Schreiben aufsetzen und beide - IHK und Arbeitgeber - anschreiben, nach dem Motto "hier, so gehtz aber nicht". Dann wird ein Einigungsversuch unternommen mit dem Ziel, daß ich meine Ausbildung wieder aufnehmen darf, und erst sofern dieser Schritt scheitert, würden wir vor Gericht gehen müssen.


Mich würde nun vorab interessieren wie die Chancen tatsächlich stehen, daß das Unternehmen sich dazu breitschlagen läßt sich gütlich zu einigen und mich meine Tätigkeit fortsetzen zu lassen? Aus dem was man so hört und den Statistiken entnimmt, weiß ich, daß die meisten arbeitsrechtlichen Streitigkeitsfälle per Geldvergleich gelöst werden und die wenigsten unwirksam gekündigten Menschen wieder im selben Unternehmen an ihren alten Arbeitsplatz zurückkommen.

Das Unternehmen fordert mich dazu auf einen Teil des bereits an mich überwiesenen Gehalts an sie zurückzuüberweisen (obwohl sie diejenigen, die mich fristlos entlassen haben). Kann es das?

Wie kann eine handvoll Geschäftsführer, die mich während der Ausbildung nie betreut oder beobachtet haben, anhand von nur einer einzigen Sitzung kompetent beurteilen, ob meine Leistungsmerkmale und meine Sozialkompetenz eine Kündigung rechtfertigen? Gibt es hier drin, abgesehen von mir, sonst noch jemanden, der die interne Glaubwürdigkeit der Umstände anzweifelt? Die Geschäftsführung sieht mich nie, aber entscheidet nach 3,5 Monaten am 30.11.07 - nur wenige Stunden nach einem schweren Konflikt mit einem Abteilungsleiter -, daß wir nicht zusammen passen würden und sperrt unverzüglich meinen Zugang zum firmeninternen Mail-Postfach und in das Gebäude, und informiert den Sicherheitsdienst, daß ich Hausverbot hätte? Hält das hier drin irgendjemand für einen Zufall? Ist es eurer Meinung nach tatsächlich möglich, daß die 2 Damen und der Herr Geschäftführungsvorsitzende von nichts wußten und die anschließenden Maßnahmen reine Standardprozedur sind?

Eine andere Frage: Ist diese Kündigung überhaupt wirksam in Anbetracht der Umstände? Oder läßt sich das aufgrund der Komplexität in der dieser Fall angelagert ist, nicht eindeutig beantworten, sondern hängt letztlich von der individuellen Meinung eines jeden Richters ab?


Ich würde mir wirklich, wirklich gerne wünschen, daß mir einige von euch mal ihre Denkweise hierzu vortragen und mich dahingehend inspirieren was ich von alledem halten soll und was das beste Vorgehen in diesem Fall für mich wäre. Denn so wie es aussieht hat man mir ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk unterbreitet, ich hänge quasi ab sofort zu Hause rum, kann nicht zur Arbeit gehen, meine Einkommensquelle ist weggebrochen und ich muß mich wieder vollkommen neu orientieren und zusehen, daß ich mich bis Mitte Januar für einen Studiengang, eine Uni oder eine FH entschieden habe, an der ich mich einschreiben und für teures Geld studieren kann, weil mir nun auf die Schnelle keine andere Wahlmöglichkeit mehr bleibt...ich habe nicht mehr die Kraft nochmal hunderte von Bewerbungen rauszuschicken, die Bewerbertreffs, Assessment Centers, Interviews, etc. mitzumachen, um dann wieder ein Jahr zu verlieren und dann mit ach und krach vielleicht wieder einen Job zu kriegen, den ich nächstes Jahr möglicherweise wieder auf ähnliche Art und Weise verliere...vondaher denke ich auch, daß ein Studium zur Zeit das Beste für mich wäre, mit dem Problem, daß ich dazu einen Job bräuchte, weil das Geld hierzu nicht vom Himmel fällt. Ich hege immer noch die Hoffnung, daß die Invest KAG ein Einsehen hat und mich wieder einstellt, jedoch muß ich realistisch sein, denn einen solchen Traumjob bekommt man nicht 2mal. =(


Lieber Gruß
Investmentfondskaufmann
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 11:53:40    Titel:

lol


wieso unterliegt der Beruf eigentlich der Handwerkskammer?
orange77
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 11:59:45    Titel:

Hi,

das ist zwar traurig, was dir passiert ist, aber: ich denke nicht, dass du irgendeine Chance haben wirst.

Denn wie du und auch dein Anwalt ja schon sagt, innerhalb der Probezeit braucht es nun mal überhaupt keinen Grund zu kündigen. Wenn dir also ein Grund genannt wird, den du nicht nachvollziehen kannst, ist es nur natürlich, dass du den hinterfragst. Aber: die hätte auch einfach: "das wars, tschüss" sagen können, damit sie dich los werden.

Ich würde an deiner Stelle die Schlichtungsstelle bei der Kammer anrufen und schauen, ob sich dadurch etwas an der Situation ändert. Wenn nicht, würde ich es dabei beruhen lassen, denn soviel ich weiß zahlt jede Partei beim Arbeitsgericht seine eigenen Unkosten (auch wenn man gewinnen sollte).
Und mal im Erst, in so einem Laden, der sich auch bei der Schlichtung nicht umentscheidet, da hättest du dann mit Sicherheit einen schweren Stand.

Und zu der Sache mit dem Ausschluss aus dem Firmenkomplex: das halte ich für selbstverständlich. Es ist ganz normal, dann Menschen, die nicht mehr zur Firma gehören, nicht mehr per ID-KArte reinkommen und nicht mehr an den E-mailaccount können. Aus Sicht der Firma könntest du da nämlich -aus Rache- ne Menge Schaden anrichten.
Merle87
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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 111

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 12:01:48    Titel:

Du solltest dich vielleicht mal ans Jura-Forum wenden. Die wissen da sicher bescheid! Wink

Liebe Grüße Merle
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 12:59:30    Titel:

Im Forum ist Rechtsberatung unzulässig, weshalb du dich weiterhin an deinen Rechtsanwalt halten solltest. Was jemand - außerhalb juristischer Einschätzung - über deinen Fall "denkt", dürfte völlig unerheblich sein. Trotzdem natürlich viel Glück im Rechtsstreit, die einzig mögliche Lösung über § 242 BGB dürfte ein hartes Stück Arbeit mit ungewissen Erfolgsaussichten werden, du sagst es ja selber.
Investmentfondskaufmann
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 13:02:26    Titel:

Hallo orange77,

vielen Dank für die rasche Rückmeldung. Ich habe deinen Post mit Interesse gelesen, und würde sehr gerne kurz den Dialog mit dir zu deinem Statement suchen:

Es ist stimmig, daß die Probezeit für beide Seiten gilt, um sich zu besser kennenzulernen und daß beide Seiten in dieser Zeit fristlos ohne Angaben von Gründen kündigen "könnten", allerdings mußt du dich auch fragen WARUM mein Fachanwalt diesen Fall dann überhaupt angenommen hat? In dieser Situation gibt es durchaus unterschiedlich angelagerte Ungereimtheiten, die die Chancen - bei genauerem Hinsehen - schon wieder anders oder zumindest ungewiß aussehen lassen: Ich habe gerade auch das Schreiben (in Kopie) von meinem Anwalt erhalten, in welchem er den Schlichtungsausschuss der IHK zur kurzfristigen Anberaumung eines Termins für die Schlichtungsverhandlung anruft. Da steht unter anderem auch drin:

"Da wir hier nicht von einem ,,Zufall´´, sondern von einer vorsätzlichen, mutwilligen und treuwidrigen Schädigung ausgehen, war es geboten den Schlichtungsausschuss anzurufen, um dem Antragsteller eine berufliche Zukunft zu ermöglichen, die ihm verbaut werden würde, wenn die Kündigung Bestand hätte. Und dies nur deshalb, weil sich ein Einzelner aus persönlicher Eitelkeit dazu hinreißen ließ, ein unglückliches privates Zusammentreffen durch berufliche Santionen zu kompensieren.
[...]
Auch bei Kündigungen innerhalb der Probezeit muß ein Mindestmaß an sozialer Rechtfertigung bestehen, damit die Kündigung wirksam ist. Dies ist aber hier nicht zu erkennen.
Dementsprechend ist die Kündigung unwirksam und das Berufsausbildungsverhältnis besteht fort."


Der Schlichtungsausschuss hat in Kopie die grundlose Kündigung, die Nachweise meiner bisherigen überdurchschnittlichen Leistungen und den Ausbildungsvertrag erhalten.
Darüber hinaus mußt du bedenken, daß die Gründe, die der Betrieb mir nannte auch auf meine 2 Azubi-Kollegen zutreffen könnte, deren bisherige Leistungen nicht annähernd so gut waren wie meine. Nur mit dem Unterschied, daß die beiden nicht derart ad hoc gekündigt worden sind, sondern sich in genau dieser Sekunde am Arbeitsplatz befinden, wo sie auch hingehören. Man kann mir als Azubi nicht erzählen, daß die Geschäftsführung erst nach 4 Monaten Arbeitszeit gaaaanz kurz vor Ablauf der Probezeit mal eben so aus heiterem Himmel auf den Trichter gekommen wäre, daß meine Leistungen und Verhaltensmerkmale in Bezug auf die Sozialkompetenz für einen Fortlauf der Ausbildung nicht ausreichen würden, um auf ihr Firmenprofil zu passen. Wo bitte gibtz denn so einen Schwachfug?!? Sie haben sich doch bewußt für mich entschieden, nachdem sie mich in den Tests und Interviews bereits kennengelernt hatten!
Zudem habe ich außerdem auch gestern extra nochmal mit der Depotbank aus Fabelstadt - auf deren Beurteilungsbögen sich die Geschäftsführung primär stützt, welche sie "mir" aber bewußt vorenthält - telefoniert, weil ich das ja noch machen kann, da die noch nix von meiner Kündigung wissen und mich neutral behandeln. Und hab einfach mal höflich bei einem Sachgebietsleiter nachgefragt wie dieser mich in der Zeit, die wir zusammen hatten, wahrgenommen hat und wie die Beurteilungen dort konkret zu Stande kommen. Er hat mir erklärt, daß ich ihm sehr viel Arbeit abgenommen hab und sehr gut mitgearbeitet habe und daß die Beurteilungsbögen zusammen ausgefüllt werden, so in dem Stil, daß sich alle Sachgebietszuständigen, die Kontakt mit dem Azubi hatten, mit dem Abteilungsleiter (der den Bogen ausfüllt) zusammenfinden und ihre Eindrücke schildern und der Abteilungsleiter anhand dessen dann ein umschließendes Beurteilungskonstrukt erstellt, in welches er die verschiedenen Meinungen und Eindrücke miteinfließen läßt. Wie gesagt: Spätestens vor Gericht müßte mein Betrieb diese Bögen offenlegen, jedoch besteht laut meinem Anwalt immer noch die reelle Gefahr, daß sie diese entscheidenden Beurteilungen einfach fälschen könnten und dazu noch Rückendeckung aus Fabelstadt erhalten würden.

Was letztlich dabei herauskommt, wird die Zeit erst zeigen müssen. Jedoch halte ich es für falsch den Kopf jetzt schon in den Sand zu stecken, denn anders als Du - orange77 - werde ich bis zuletzt klagen und vor das aller höchste Gericht gehen, das meine Klage annimmt, sofern dies erforderlich ist! Und es ist sicherlich auch ganz nett von Dir, wenn du so praktisch denkst, daß du den finanziellen Verlust dieses Kreuzzugs für dich selbst minimieren wollen würdest, falls Du derjenige wärst, der klagen will...aber darum gehtz hier mal grade nicht, sondern es geht eher um meine berufliche Zukunft, weil ich nicht tatenlos daheim rumsitzen oder mich für Hartz IV anmelden will! Und ich will mich außerdem auch nicht Jahre später noch fragen müssen, ob ich mit einer Klage irgendwas erreicht hätte, FALLS ich sie gemacht hätte, sondern stattdessen sofort tätig werden so lange es die Zeit dazu ist!
Es ist richtig, daß vor dem Arbeitsgericht jede Partei ihre eigenen Unkosten trägt, doch hast du offensichtlich die Tragweite dieses Falls nicht gänzlich erkannt. Denn hier geht es nicht darum, daß ich so wenig Geld wie möglich verlieren darf ... du weißt offensichtlich noch nicht was für eine hoch qualifizierte und fundierte Berufsausbildung das ist und welch eine überlegene berufliche Zukunft einem diese Ausbildung in Aussicht stellt! Nur so ein kleiner Tip für Dich: Guck dir mal die Gehaltstarife für Investmentfondskaufleute an und schau mal, was man als ausgelehrte Kraft später in den höchsten Tarifen verdienen wird. Das Geld, das ich dafür ausgebe, um alles dafür zu tun meine Arbeit wieder aufnehmen zu können, ist - falls überhaupt - ein minimaler Tropfen auf den heißen Stein! Eine KAG verwaltet ganz andere Dimensionen von Geldern, das kannst du mir glauben!
Und genau diese berufliche Zukunuft - die bis letzten Freitag noch meine war - steht und fällt mit den Entscheidungen der Gerichte! Selbstverständlich werde ich alles in meiner Macht stehende tun, um eine ungerechtfertigte Kündigung außer Kraft zu setzen und meine Ausbildung wieder fortzuführen. Daß aber selbst eine "fristlose Kündigung während der Probezeit" einer gewissen Form und gewisser sozialer Rahmenbedingungen bedarf, hast Du jetzt sicherlich nicht gewußt, deshalb glaubst du auch man könne so einfach "das war's, tschüß" sagen. Dem ist jedoch nicht so! Und erst recht nicht in einem derart komplex angelagerten Fall, wie ich ihn hier geschildert habe. Ich meine, ich möchte jetzt nicht mit dir diskutieren oder dich von deiner Meinung abbringen oder so, nein, um Himmels Willen. Ich akzeptiere deine Meinung so wie Du sie vertrittst und habe ja auch darum gebeten, daß mir die Leute ihre Denkweise zu diesem Fall schildern. Aber glaub mir bitte auch, wenn ich dir sage, daß in dieser Angelegenheit noch lange nicht das letzte Wort gefallen ist!

Und zu der Sache mit dem Hausverbot: Hmmm, ich habe lange über deine Worte nachgedacht und kann jetzt sogar ein Stück weit nachvollziehen, wenn man jemandem, dem gekündigt wurde, die Zugangsberechtigungen unverzüglich sperrt, damit dieser im Haus keinen eventuellen Schaden anrichten kann. Ein Stück weit kann ich es nachvollziehen...aber nur bis zu einem gewissen Punkt...denn dieses eklatante Vorgehen, welches überhaupt nicht mit den leidvollen Tönen des Vorsitzenden Geschäftsführers korrespondiert, steht immer noch im Raum. Mir gegenüber hat er sich als derjenige gegeben, der die A-Karte gezogen hätte, weil er mir diese Entscheidung ja nur mitteilen müsse und daß es ihm ja so leid täte und er gar keine andere Wahlmöglichkeit hätte als der Entscheidung aus der Geschäftsführersitzung Folge zu leisten, und bla bla bla....und siehe da, schon am Vormittag des darauffolgenden Arbeitstages ist mein Online-Account gesperrt, meine Magnetkarte gesperrt und der Sicherheitsdienst in der Empfangshalle hat klare Anweisung erhalten mich nicht ins Haus zu lassen, sofern ich aufschlagen sollte---->So geht man doch mit jemandem um, der fristlos gekündigt wurde, weil er "goldene Löffel" geklaut hat und voraussichtlich noch eine Anzeige von der Firma zu erwarten hat, oder nicht? Aber "ich" hatte mir doch überhaupt nichts zu Schulden kommen lassen! Und diese Kündigung hat mich derart überraschend getroffen wie ein Donnerschlag! Das mit Herrn Schuster am selben Tag kann kein Zufall gewesen sein! Und mal ehrlich, orange77: Meinst du nicht auch, daß bei diesem derart konsequenten Vorgehen des "Ausschlusses" schon am nächsten Tag ein klein wenig mehr im Argen liegen muß, als einfach nur "mangelnde Leistungen" während der Ausbildung, was überhaupt nicht stimmt? Meinst du nicht auch, daß ein Herr Schuster hier der entscheidende Faktor zu allem war?

Ich verlange gar keine verläßliche Antwort hierauf, weil mir diese sowieso niemand geben kann. Denn diesen Fall wird das Gericht nun prüfen und bewerten. Mich interessiert hier drin nur die ganz persönliche Denkweise der Leute, die sich meinen Fall vor Augen führen. Und selbstverständlich werde ich das Board über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Lieber Gruß
Investmentfondskaufmann
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 13:28:05    Titel:

@woodstock:
Nun, vermutlich hast du recht und ich sollte mich vielleicht mit einem Administrator dieser Website kurzschließen, um meinen Eintrag zu verschieben?! Möglicherweise kann er aber auch genau da bleiben wo er gerade ist, da dies sowieso unerheblich ist und nichts an den Tatsachen ändert...kurz gesagt: Es gibt Wichtigeres im Leben, als die Frage, ob dieser Fall der Handwerkskammer unterliegt oder nicht.

@StR-Tobi:
Auch Dir danke ich für deinen Hinweis. Nun, ob eine "Rechtsberatung" in diesem Forum zulässig ist, kann ich nicht beurteilen, da ich die Gepflogenheiten und üblichen Rituale hier drin noch nicht in seiner Gesamtheit studiert habe und auch, weil ich selbst bisher noch NIE hier drin um eine "Rechtsberatung" ersucht habe! Ich wiederhole: Eine Rechtsberatung hat hier in diesem Thead keiner verlangt! Das dürfte dir auch klar geworden sein, wenn du dir meinen ersten Eintrag gänzlich durchgelesen hast.
Auch gebe ich dir recht dahingehend, daß es erstmal unerheblich ist, was andere Mitglieder hier drin zu meinem Fall denken, so lange es keine direkte juristische Einschätzung darstellt. Aber darum ging's an für sich in erster Linie auch gar nicht. Ich habe nicht um eine Expertenmeinung gebeten! Für juristische Einschätzungen habe ich meinen Anwalt und ich habe mich auch nicht an dieses Forum gewandt, um einen Ersatz für ihn zu finden, oder dergleichen. Ich habe hier drin lediglich, als ich erstmals auf diesen Forum kam, viele ähnliche Anfragen um Rat und Hilfe von Leuten in ähnlicher Situation vorgefunden, wo andere Mitglieder sich über diesen und jenen Aspekt ihrer Kündigung hier drin erkundigten. Und so kam mir die Idee auch meinen Fall publik zu machen, und um Meinungsäußerung zu bitten, denn warum sonst steht die Umfragefunktion hier drin kostenlos zur Verfügung? Wenn du allerdings jedem Mitglied verbieten wolltest sein Problem publik zu machen und hier drin um Meinungen anderer zu bitten, bräuchte man genau genommen gar nichts mehr hier drin zu posten, weil ja "die Meinungen anderer Leute" deiner Meinung nach sowieso unerheblich sind, so habe ich dich verstanden?
An für sich ging ich auch gar nicht davon aus, daß die Denkweise von jemand anderem irgendeine direkte Bewandtnis für meinen Fall haben könnte, sondern wollte mich nur darüber austauschen und mir Meinungen anderer dazu anhören, so wie es zig andere Mitglieder dieses Forums auch tun. Wenn ich das aber laut der Forumsleitung nicht darf, so wird mir das sicherlich noch jemand mit entsprechender Funktion hier drin mitteilen...dann entschuldige ich mich vielmals und werde diesen Thread von einem Administrator unverzüglich entfernen lassen...es könnte durchaus sein, daß ich im Eifer des Gefechts die Gesinnung dieses Forums fehlgedeutet habe, was allerdings keine böse Absicht von mir gewesen ist.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 13:36:30    Titel:

Deinen Beitrag habe ich ehrlich gesagt nur überflogen. Es sei mir die Anmerkung gestattet, dass er meiner Meinung nach für ein Forum auch ungeeignet lang ist. Eine etwas gestrafftere Schreibe würde dir zumindest im Internet nicht schaden, da du dann mehr Leser findest, die sich deinem Problem widmen. Aber das nur am Rande.

Meine Aussage stand in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorschlag Merles, die eine Verschiebung ins Jura-Forum anregte. Dort würde dein Thread allerdings bald mit Hinweis auf die Forenregeln geschlossen werden. Nichts anderes wollte ich ausdrücken, du kannst über dein Problem quatschen mit wem du willst.

Nebenbei erwähnt finde ich dann allerdings doch schon allein den Hinweis auf die einschlägige Vorschrift im Thementitel merkwürdig. Würdest du hier eine Laienwiese wünschen, hättest du hier auch anders formulieren können. Mit § 242 BGB oder gar dem Wortlaut der Vorschrift kann sicherlich kaum ein Laie auch nur ansatzweise etwas anfangen. Man studiert mehrere Jahre, um diese Vorschrift vollumfänglich zu begreifen. Auch die Art der Fragestellung (z.B. "Ist diese Kündigung überhaupt wirksam in Anbetracht der Umstände?") legt den Verdacht nahe, dass hier mehr gewünscht ist, als ein bloßer "Meinungsaustausch" unter Laien. Aber mag auch sein, dass ich mich täusche. Des Forenusers Wege sind unergründlich. Möglicherweise suchst du aus purer Langeweile einfach wen zum quatschen, das ist dir auch völlig unbenommen.
Diskordianisches Prinzip
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Anmeldungsdatum: 15.11.2007
Beiträge: 970

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 13:43:34    Titel:

Angenommen das Gericht gäbe der Klage statt und das Ausbildungsverhältnis bestünde fort. Inwieweit nimmst du an, dass du diese Ausbildung im Unternehmen im Beisein eines kruden Geschäftsführers, der eine Niederlage im Streit mit einem einfachen Azubi erlitten hätte, beenden könntest? Das Arbeitsklima wäre im höchsten Maße vergiftet. Zudem täte der Geschäftsführer sein Möglichstes, um dir nach Ende der Probezeit zu kündigen.

Du musst abwägen, was dir mehr wert ist: Die Suche nach einem anderen Arbeitgeber oder eine schlimmstenfalls zum Burnout-Syndrom führende Ausbildung bei deinem derzeitigen AG.

Im Übrigen bezweifel ich die Erfolgsaussichten des Gerichtsprozesses. Dennoch wünsche ich dir viel Glück und Erfolg. Aus moralischer Sicht liegst du jedenfalls, sofern der Sachverhalt wahrheitsgetreu geschildert wurde, im Recht.
orange77
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 358

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2007 - 16:32:23    Titel:

Hi,

du hast nach Meinungen zur Einschätzung gefragt und ich habe dir gesagt, wie ich das sehe.

Du hast verdammt viel Pech gehabt. Es geht immer wieder anderen Azubis so wie dir, dass sie am Ende der Probezeit gekündigt werden, obwohl ihnen vorher gesagt wurde, wie toll sie seien, ins Team passen und gute Arbeit machen.

Gerecht geht anders, fair auch. Passiert leider aber manchen.

Selbstverständlich kannst du versuchen, dagegen anzugehen. Ich glaube nur nicht, dass das viel bringt. Aber dein Anwalt wird schon wissen, was er tut und ich wünsche dir viel Erfolg.
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