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Aufbaufrage: Diebstahl/Unterschlagung: Zueignungabsicht (-)
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Aufbaufrage: Diebstahl/Unterschlagung: Zueignungabsicht (-)
 
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Daniel42
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Anmeldungsdatum: 06.10.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 09 Dez 2007 - 19:42:19    Titel: Aufbaufrage: Diebstahl/Unterschlagung: Zueignungabsicht (-)

Wie soll ich das in der Hausarbeit aufbauen:

Habe beim Diebstahl die Zueignungsabsicht verneint (da Sache nach Benutzung wieder zurückgebracht wird).
Wollte jetzt im Anschluss Unterschlagung prüfen. Weiß aber auch schon, dass ich den Zueignungswillen verneinen werde (derselbe Grund). Im Grunde kann ich ja immer auf oben verweisen. Schreibe ja eigentlich nix Neues.
Ist es überhaupt sinnvoll Unterschlagung anzuprüfen, oder ist das verschenkte Zeit und Mühe? [/b]
Daniel42
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Anmeldungsdatum: 06.10.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 13:33:37    Titel:

Kann mir denn keiner helfen, das Problem zu lösen?????????????ß
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 13:39:32    Titel:

Entweder ein Satz im Urteilsstil ("Auch eine Unterschlagung nach § 246 BGB kommt mangels Zueignungswillen nicht in Betracht") oder - so würde ich es machen - gleich ganz weglassen. Du begutachtest einen Fall ja nicht, um Evidenzen aufzuzeigen, sondern um alle aufgeworfenen Rechtsfragen erschöpfend zu beantworten. Ist aber Geschmacksache, im Zweifel kann man wohl einen Satz dazu schreiben.
Jen(Jurastudi)
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Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 19:15:42    Titel:

Denk dran...es ist ein Gutachten...das heißt wenn es nicht gerade absolut abwägig ist..solltest du es ansprechen. Ist ja ne Hausarbeit und keine Klausur. Also sollte es nicht zu kurz sein..zumindest wurde mir das mal angekreidet!
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 20:22:38    Titel:

Genau diese Einstellung ("wenn nicht gerade absolut abwegig") finde ich grundfalsch. Juristisch hervorragendes Arbeiten zeichnet sich gerade dadurch aus, dass man Unproblematisches als solches erkennt und entsprechend dünn darstellt. Du hast in deiner Hausarbeit wahrscheinlich einen Punkt kurz abgehandelt, der gar nicht so unproblematisch war, und das war dein (leider i.d.R. schwerwiegender) Fehler. Zugegeben, dieses Aussieben gehört zu den m.E. schwierigsten Punkten einer Hausarbeit und man braucht dafür auch ein bisschen Mut. Und sicherlich liegt man da auch nicht immer richtig. Aber es gibt in meinen Augen nichts schlimmeres, als in einer Hausarbeit inkonsequente Schwerpunktsetzung zu betreiben...
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 10 Dez 2007 - 20:29:32    Titel:

Ach, diese 1-Satz-Geschichten sind Peanuts. Über solche Sachen darf man sich wirklich nicht unnötig den Kopf zerbrechen (ich weiß, leichter gesagt...). Entscheidend in HA ist, dass man die Schwerpunkte erkennt.

Wenn man Dinge weglässt, die man in einem Satz und offensichtlich verneinen kann, wird das niemand ankreiden.
Ich habe in meiner ersten HA allerdings auch alle offensichtlich nicht einschlägigen Delikte (die jedoch anzudenken wären), in einem Satz abgelehnt (waren bestimmt 5 Delikte), weil ich es irgendwie immer "vollständig" haben will/wollte. Ich wollte dem Korrektor zeigen, dass ich weiß, warum die Delikte abzulehnen sind.
Das wurde mir ebenfalls nicht angekreidet. Ist also meiner Ansicht nach völlig egal, wie man es macht. Geschmackssache.
Low-Rider
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 13:58:48    Titel:

Ich würde mir eher Gedanken machen, ob die eigene Lösung korrekt ist.

Nur weil du einen Diebstahl verneinst, heisst es nicht zwangsläufig, dass auch eine Unterschlagung ausscheidet.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Vorsatz und Zueignungsabsicht im Zeitpunkt der Wegnahme nach § 242 StGB nicht vorliegen. Dadurch scheidet § 242 aus und auch ein versuchter Diebstahl.
Hingegen kann hier sehr wohl eine Unterschlagung vorliegen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 15:36:49    Titel:

Low-Rider hat folgendes geschrieben:

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Vorsatz und Zueignungsabsicht im Zeitpunkt der Wegnahme nach § 242 StGB nicht vorliegen. Dadurch scheidet § 242 aus und auch ein versuchter Diebstahl.
Hingegen kann hier sehr wohl eine Unterschlagung vorliegen.


Wie soll das denn möglich sein? Für die Unterschlagung ist ebenfalls ein Zueignungswille nötig (Enteignungs- und Aneignungskomponente). Die Enteignungskomponente (= zumindest billigende Inkaufnahme, den Besitzer dauerhaft aus seiner Position als Eigentümer zu verdrängen) ist offensichtlich nicht gegeben, wenn er das Fahrrad später zurückbringen will.
Unterschlagung kann dann relevant werden, wenn keine Wegnahme vorliegt.
Low-Rider
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Anmeldungsdatum: 07.02.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 21:25:24    Titel:

Diese Konstellation, die ich angesprochen habe, ist möglich und gar nicht so selten.

Ich kenne den Sachverhalt nicht, aber man sollte nicht glauben, dass nur weil ein Diebstahl am subjektiven TB-Merkmal scheidet, scheide damit auch eine Unterschlagung aus.
Mehr wollte ich nicht sagen.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 23:52:07    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Low-Rider hat folgendes geschrieben:

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Vorsatz und Zueignungsabsicht im Zeitpunkt der Wegnahme nach § 242 StGB nicht vorliegen. Dadurch scheidet § 242 aus und auch ein versuchter Diebstahl.
Hingegen kann hier sehr wohl eine Unterschlagung vorliegen.


Wie soll das denn möglich sein? (...)

Das ist schon denkbar (und wohl auch in der Praxis gar nicht so selten, um sich Beweisproblemen zu entziehen). Vor allem in Fällen, in denen Wegnahme und Vorsatz/Zueignungsabsicht zeitlich auseinanderfallen. Beispiel: T steckt im Baumarkt einen Zollstock in seine Tasche, um damit etwas auszumessen. Später will er den Zollstock zurücklegen, bevor er den Laden verlässt. Zuhause angekommen bemerkt er, dass er den Zollstock in seiner Tasche vergessen hat. Da sich eine Rückfahrt seiner Meinung nach nicht lohnt, legt er den Zollstock in seinen Werkzeugkoffer und lässt die Sache auf sich beruhen.
Kein Diebstahl, da zum Zeitpunkt der Wegnahme keine Zueignungsabsicht vorliegt. Spätestens dadurch, dass er den Zollstocks in seinen eigenen Werkzeugkoffer gelegt hat, hat er sich allerdings einer Unterschlagung schuldig gemacht.
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