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Mindestlohn- gesetzlich oder tariflich?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Mindestlohn- gesetzlich oder tariflich?
 
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maverick007
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 12:33:48    Titel: Mindestlohn- gesetzlich oder tariflich?

Tariflich und Gesetzlich vereinbarte Mindestlöhne: das sind ja zwei unterschiedliche "Paar Schuh", sag ich mal.

Wovon ist aktuell in der Diskussion um den MIndestlohn (z.B. bei Post) die Rede? Gesetzlich oder tariflich?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 12:44:48    Titel:

Gesetzlich.
maverick007
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 12:48:36    Titel:

dann verstehe ich das hier nicht:
Zitat:
Ein Postzusteller mit Mindestlohn in den neuen Ländern erreicht dann 86 Prozent des ostdeutschen Durchschnittslohns von 10,51 Euro, so die Dresdner Wirtschaftsforscher. Sein Kollege in den alten Ländern kommt laut diesen Angaben immerhin auf 65 Prozent des westdeutschen Durchschnitts von 15,08 Euro. Der Bundestag will am kommenden Freitag über die Festlegung auf den tariflich vereinbarten Mindestlohn entscheiden, der Bundesrat am 20. Dezember.


Quelle:http://www.welt.de/wirtschaft/article1444895/Mindestlohn_gefaehrdet_eine_Million_Arbeitsplaetze.html
aufblau
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Anmeldungsdatum: 20.11.2007
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 13:05:30    Titel:

Die Tarifparteien Post und Gewerkschaften (der Post-Angestellten) haben bisher einen tariflichen Mindestlohn ausgehandelt. Am 20.12. wird darüber entschieden, dieses Lohnniveau branchenweit als Mindestlohn festzulegen. Im Osten waren Post-Konkurrenten aktiver, weil dort das Lohnniveau historisch gewachsen generell niedriger war. Zur Erinnerung: Nach 89 hat der Staat angefangen Entgelte in Ost-und Westkategorien zu verhandeln. Nachdem diese Unsitte eingerissen ist, hat sich das auch die Wirtschaft zunutze gemacht. Die Pin-Group ist einer dieser exzessiven Auswüchse davon.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 13:06:41    Titel:

Der Bundestag und der Bundesrat entscheiden über ein Gesetz, nicht über einen Mindestlohn im Tarifvertrag! (Tarifvertragsparteien sind nur Arbeitgeber(verbände) und Gewerkschaften, § 2 I TVG)

Entschieden wird hier, ob der im Tarifvertrag vereinbarte Mindestlohn als gesetzlicher Mindestlohn festgelegt werden soll - also künftig durch Tarifvertrag nicht mehr abgesenkt werden kann. Das ist auch dem von dir verlinkten Artikel zu entnehmen.
maverick007
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 14:36:31    Titel:

also haben die Briefzusteller bereits ihre 9,80€ im Tarifvertrag selbst ausgehandelt (und diese auch bereits bekommen?) und nun wird das Ganze nur noch gesetzlich als "Mindestlohn" verankert?

Der Staat sichert also die bisherigen "Errungenschaften" (bezüglich des Lohns) der Post-Gewerkschaften durch ein Gesetz und lässt die gesamte Branche dran teilhaben (an den Errungenschaften)?
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:30:21    Titel:

maverick007 hat folgendes geschrieben:
also haben die Briefzusteller bereits ihre 9,80€ im Tarifvertrag selbst ausgehandelt (und diese auch bereits bekommen?) und nun wird das Ganze nur noch gesetzlich als "Mindestlohn" verankert?

Der Staat sichert also die bisherigen "Errungenschaften" (bezüglich des Lohns) der Post-Gewerkschaften durch ein Gesetz und lässt die gesamte Branche dran teilhaben (an den Errungenschaften)?


Das wäre ein Weg es auszudrücken.
Ein anderer wäre zu sagen, der Noch-Monopolist Deutsche Post vereinbart mit dem de-facto Kartell verdi einen derart hohen Lohn, dass alle noch nicht etablierten Anbieter aus dem Markt gedrängt werden und das Monopol weitgehend erhalten bleibt. Die Gewinner ist die Deutsche Post (insbes. der Vorstandsvorsitzende Zumwinkel) und die Briefträger, die bei der Post arbeiten.
Verlierer dagegen sind die Verbraucher, die höhere Preise/niedrigere Qualität hinzunehmen haben, die neugegründeten Konkurrenten der Post sowie Arbeitnehmer, die aufgrund des zu hohen Mindestlohns entlassen werden oder (wahrscheinlich die Mehrheit) gar nicht erst eingestellt werden...
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24256

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:37:13    Titel:

Hintergrund ist das Entsendegesetz, welches die deutsche Wirtschaft/ einige ausgewählte Wirtschaftszweige im Rahmen der europäischen Öffnung vor ausländischer Konkurenz (größtenteils osteuropäischer) mit Dumpinglöhnen schützen soll.

Bei der Post ging es gerade darum auch den Sektor der Briefzustellung in dieses Gesetz mit aufzunehmen.

Konkretes Beispiel: Die Raumpfleger sind durch das Gesetz durch einen Mindestlohn von 7,87€/Stunde (West) bzw. 6,36€ (Ost) geschützt, welcher in einem Tarifvertrag zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, der mindestens 50% aller in D in diesem Segment Beschäftigten abdeckt, festgelegt wurde.


Cyrix
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24256

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:38:54    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:

Verlierer dagegen sind die Verbraucher, die höhere Preise/niedrigere Qualität hinzunehmen haben, die neugegründeten Konkurrenten der Post sowie Arbeitnehmer, die aufgrund des zu hohen Mindestlohns entlassen werden oder (wahrscheinlich die Mehrheit) gar nicht erst eingestellt werden...


Das die Preise für den Verbraucher dadurch nicht fallen werden, ist recht klar. Warum allerdings Arbeitsplätze verloren gehen sollten, ist mir unklar, oder werden jetzt weniger Briefe verschickt?


Cyrix
maverick007
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 11 Dez 2007 - 16:39:22    Titel:

Zitat:
Warum allerdings Arbeitsplätze verloren gehen sollten, ist mir unklar, oder werden jetzt weniger Briefe verschickt?


Die PIN-Group ist doch ein Beispiel dafür, dass Arbeitsplätze verloren gehen.
naja und wenn Jobkosten bedingt durch die höheren Löhne steigen, dann muss das entweder dadurch aufgefangen werden, dass auf Gewinne verzichtet wird, oder Leute entlassen werden.


Eine Frage noch:
Zitat:
Die Gewinner ist die Deutsche Post (insbes. der Vorstandsvorsitzende Zumwinkel) und die Briefträger, die bei der Post arbeiten.


Verstehe ich es richtig, dass die Briefzusteller der DEUTSCHEN POST, noch nicht die 9.80 bekommen haben, obwohl es im Tarifvertrag so ausgehandelt wurde? Kurz gesagt: kriegen die POST'ler schon länger ihre 9.80 oder ist das auch ganz frisch?[/quote]


Zuletzt bearbeitet von maverick007 am 11 Dez 2007 - 16:44:33, insgesamt einmal bearbeitet
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