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Selbstgeschriebene Gedichtanalyse - bittte bewerten (HELP)
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Jume
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Anmeldungsdatum: 29.12.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 29 Dez 2007 - 16:34:49    Titel: Selbstgeschriebene Gedichtanalyse - bittte bewerten (HELP)

Ich grüße alle User vom Uni-Protokol Forum !!!!!!
Das hier ist mein erster Thread überhaupt (obwohl man wegen meines Alters erwarten würde).

Folgendes:
Bin dabei mein Abtiur zu machen (13 Jg) habe allerdings in D-LK nur eine durchscnittliche Note (3) und würde wirklich ALLES tun um mich schriftlich zu verbessern !!!!

Da Ihr allgemeine Analyse/Interpretationshilfen wahrscheinlich genau so satt habt wie ich Evil or Very Mad (mir haben sie nie wirklich geholfen) Evil or Very Mad

Bitte ich euch meine folgende Gedichtanalyse zu lesen und kritisch zu kommentieren, vielleicht könnt ihr mir ja Verbesserungsvorschläge machen.

Ps: Falls es keine Widerstände gibt werde ich euch ab jetzt in regelmäßige Abständen meine Analysen / Erörterungen in das Forum posten. Jeder von euch kann über meine Beiträge frei verfügen und damit machen was er/sie will.

Ich hoffe/denke/glaube dass ich nicht der Einzigste sein werde der von eurer Mitarbeit profitiert.

THX Wink



Gedichtanalyse – Expressionismus

Georg Heym (1887 - 1912): Berlin VIII

Schornsteine stehn in großem Zwischenraum
Im Wintertag, und tragen seine Last,
Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast.
Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.

Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus,
Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt,
Und auf vereisten Schienen mühsam schleppt
Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.

Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
Die Toten schaun den roten Untergang
Aus ihrem Loch. Er schmeckt wie starker Wein.

Sie sitzen strickend an der Wand entlang,
Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein,
Zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.


Gedichtinterpretation

Georg Heyms Gedicht Berlin 8 stammt aus der Epoche des Frühexpressionismus und ist gegliedert in zwei Quartette und zwei Terzette. Das gesamte Gedicht ist offensichtlich in der Form eines Sonetts geschrieben und erscheint deshalb zumindest nach Außen hin klar und übersichtlich. Der somit entstandene epochenübergreifende Bezug auf den Barock lässt bereits Rückschlüsse auf den wenn auch zunächst wirr dargestellten Inhalt zu. So kritisiert Heym die Verelendung und Niedergang des Menschen über seinen Tot hinaus durch die Versklavung der Gesellschaft in Form von der Kirche und der Industrie.
Dabei beschreibt die Allegorie „dunkler Palast“ in Vers 3 die Großstadt als ersten Schauplatz des Gedicht.
Der „schwarze Himmel“ symbolisiert die von dem Ruß der Industieresschornsteine eingehüllten Stadt Berlin, die offenbar das Machtzentrum also den „Palast“ der Großkapitalisten darstellt. Der paradoxe Vergleich „Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum “ beschreibt dabei die „niederen“ also die armen Randgebiet der Stadt. Die „goldene Stufe“ als Zeichen für Reichtum und sozialen Aufstieg wird hierbei durch das Wortfeld brennen negiert. Die Hoffnung von Einwanderern aus ländlichen Gebieten könnte damit gemeint sein. Voller Zuversicht in der Großstadt Berlin durch die dort vorhandenen Arbeitsplätze Glück und Wohlstand zu erlangen, müssen die ehemaligen Dorfbewohner erkennen dass ihre Vorstellungen illusorisch waren und sie in Wirklichkeit durch die harte Arbeit nur körperlich ausgenutzt bzw. missbraucht werden und dadurch wie bei beispielsweise Verbrennungen eines Feuers mit zu nehmender Zeit immer stärkere körperliche Schäden erleiden. Auch der negative Einfluss der Großstadt auf seine nähere Umgebung ist unvermeidbar.
So sind „kahlen Bäume“ Produkte der Energiegewinnung für die Herstellung von Konsumgütern der Großkapitalisten, welche durch einen „langen Güterzug“ in die Welt transportiert werden. Dabei sind die Schienen „vereist“ und wenn selbst ein Zug unter solchen Umständen nur „mühsam“ vorwärts kommt, müssen die Lebensbedingungen für die Menschen ungleich schwerer sein. Die Natur also die Bäume sind verschwunden, die Umwelt ist für die Menschen lebensfeindlich geworden.
Trotz dieser Weltuntergangsstimmung finden die Menschen auch durch ihren Glauben keinen Schutz. Haben die Armen ein frommes Leben geführt durften sie deshalb an der Armenkirche begraben werden. Und Trotzdem erwartet sie der rote Untergang ein Synonym für den Weg in die Hölle. Dabei ist der Verfall der Gesellschaft unter anderem durch die Ideologie der Kirche herbeigeführt worden, wie durch den Kreuzreim von Vers 9 bis 11 deutlich wird, der den Versinhalt miteinander verbindet. Wie die Wirkung von übermäßigem Weingenuss, der zwangsläufig die Sinne und den Verstand vernebelt so sollen auch die Lehre der Kirche den gleichen Effekt haben.
„Mützen aus Ruß“, wobei der „Ruß“ als ein Symbol der Industrie zu verstehen ist, repräsentieren die Abhängigkeit der Menschen von der Großindustrie und zwar keine notwendige oder gar freiwillige Abhängigkeit, sondern eine anhand des strophenübergreifenden Reimes zu erkennende, von der Kirche eingeführte illusorische unabdingbare Abhängigkeit. Die Arbeiter sind zu entscheidungsunfähigen, lenkbaren Sklaven der Mächtigen geworden.
Das nackte Schläfenbein beschreibt dabei den Sklavendienst der Bevölkerung weit über ihren Tot hinaus bis hin zum Jenseits. Dabei werden die Mächtigen als Teufelsdiener gebrandmarkt und nur der Sturmgesang Marseille verleiht den Industriearbeitern Hoffnung auf die Befreiung von ihrer monotonen Arbeit des Strickens durch eine gewaltsame Revolution.
Letztlich scheint es demnach doch noch eine Möglichkeit für die geschundenen, ausgebeuteten Menschen zu geben sich aus dem gesellschaftlichem Netz der Ungerechtigkeit zu befreien. Ein direkter Widerstand gegen die Blut- und Geldsaugenden Institutionen der Kirche, welche die Sinne vernebelt oder der Fabrik, welche den Lebensraum des Menschen zerstören und seine körperlichen Kräfte aufzehrt, ist unmöglich.
Nur der Krieg vermag nach Heym das einzigste Befreiungsmittel zu sein.
*Fleur*
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Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 29 Dez 2007 - 16:55:58    Titel:

Hey Jume!
Also ich finde deine Interpretation schon ganz gut. Du hast versucht alle rhetorischen Figuren/Stilmittel erklärt und versucht sie mit dem Inhalt in Beziehung zu setzen. Ich kenne mich aber mit dem Expressionismus leider gar nicht aus, weswegen ich nicht genauer auf deine Analyse eingehen kann. Sorry.
Im Übrigen kann man "einzig" nicht mehr steigern.

LG Fleur
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 29 Dez 2007 - 18:45:38    Titel:

Hallo Jume!

Meiner Meinung nach bist du mit deiner Gedichtanalyse viel zu schnell. Ich würde dir empfehlen, viel methodischer vorzugehen und deine Analyse Schritt für Schritt abzuarbeiten. Zum Beispiel die Einleitung besteht bei dir nur aus einem halben Satz:

Jume hat folgendes geschrieben:
Georg Heyms Gedicht Berlin 8 stammt aus der Epoche des Frühexpressionismus und ist gegliedert in zwei Quartette und zwei Terzette.


Und mit der zweiten Hälfte des Satzes bist du schon bei der Form. War das etwa schon alles? Da wird einmal kurz der Begriff "Frühexpressionismus" in den Raum geworfen und man soll schon wissen, was gemeint ist. Die Jahreszahl des Erscheinens, der Kontext (warum Berlin VIII?), vielleicht ein paar Anmerkungen zum Autor, eine kurze Einordnung und vor allem eine kurze Anmerkung dazu, worum es in dem Gedicht überhaupt geht, wären doch ungemein dienlich. Du kannst nicht davon ausgehen, dass der Leser schon alles weiß. Und danach eine kurze, aber dennoch detaillierte Inhaltsangabe des Gedichts, Vers für Vers, damit man weiß, was in dem Gedicht überhaupt drinsteht.

Du dagegen kommst zu erstaunlich guten Interpretationsansätzen, quasi ganz ohne Analyse, so dass man gar nicht weiß, wie du dazu gekommen bist. Man könnte fast denken, ihr habt das Gedicht bereits im Unterricht besprochen und du hast die Ergebnisse nur noch zusammengefasst. So wird das aber nicht in der Klausur funktionieren. Mit diesen Ansätzen kannst du das Drei- bis Vierfache aus dem Gedicht herausholen und dann kommst du auch locker auf 14/15 Punkte. Aber so wirkt alles nur angerissen und oberflächlich.
weaver
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 2472

BeitragVerfasst am: 29 Dez 2007 - 19:09:27    Titel: Re: Selbstgeschriebene Gedichtanalyse - bittte bewerten (HEL

Jume hat folgendes geschrieben:


Ich hoffe/denke/glaube dass ich nicht der Einzigste sein werde der von eurer Mitarbeit profitiert.


das muss "der einzige" heißen. denn einziger als einzig geht nicht. oder bist du der 0,73te?
kater1922
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Newbie


Anmeldungsdatum: 29.12.2007
Beiträge: 14
Wohnort: Österreich

BeitragVerfasst am: 29 Dez 2007 - 21:38:22    Titel:

Ich hab deine Interpretation nur etwas überflogen, aber kann es sein, dass sie etwas .. holprig wirkt? Ich meine eine Art Aufzählung?
Ich denke du bist einer gewissen Anleitung gefolgt? Einige Fragen dazu beantwortet? Im Grunde sehr gut geschrieben, nur ich bin eher ein Freund des aspektorischem Verfahrens...
Der Inhalt wirkt vielversprechend und gut.
Ich kann dir (vielleicht) einen kleinen Tip geben, so habe ich mich immer bei Interpretationen orientiert:
Nicht Stück für Stück abgearbeitet, sondern die Grundidee herausgearbeitet und dadurch auf die verschiedenen Symbole geschlossen, wirkt etwas flüssiger. Ich würde dir gern ein Beispiel dazu schreiben, aber ich hab heute leider nicht mehr genug Zeit dazu, tut mir leid ...
Liebe Grüße,
Kater
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