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SE: abstrakter Marktwert oder Preis für konkreten Rückkauf?
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Christoph84
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Anmeldungsdatum: 08.01.2008
Beiträge: 1
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2008 - 02:31:57    Titel: SE: abstrakter Marktwert oder Preis für konkreten Rückkauf?

Hallo zusammen,

ich mache mir gerade Gedanken zu folgendem SV, wobei mit klar ist, DASS Schadensersatz zu zahlen ist. Jedoch bin ich mir bei der Schadensberechnung unsicher.

- K kauft von V bei einer Auktion ein Gemälde (Unikat) zum Preis von 1.000 Euro. Kaufvertrag wurde wirksam geschlossen.
- V teilt sodann mit, er könne nicht leisten, da er parallel zur Auktion an D verkauft und das Eigentum übertragen hat. V hatte vergessen, die laufende Auktion zu stoppen.
- D teilt K mit, er sei bereit, das Gemälde für 50.000 Euro an ihn zu übereignen. Unter diesem Betrag kann K das Eigentum nicht erlangen.
- Der durch einen Gutachter geschätzte Wert für das Gemälde liegt bei 5.000 Euro.

Nun hänge ich am Thema der SE-Berechnung. Ist der durch den Gutachter ermittelte Wert zu zahlen oder der Betrag der notwendig ist, um schließlich in den Besitz des Gemäldes zu kommen? Meine Vermutung geht in Richtung der 2. Lösung, also der 50.000 Euro aus § 249 II, wenn ich die Naturalrestitution richtig verstehe (Zahlung des zur Herstellung des ursprünglich geschuldeten Erfolgs nötigen Geldbetrags).

Falls ihr das genauso seht, sind hier Grenzen vorstellbar (bspw. das Doppelte, das 5-fache, das 10-fache etc. des abstrakten Marktwerts)?

Wenn der Geschädigte so zu stellen ist, wie er stünde, wenn das schädigende Ereignis nicht eingetroffen wäre, bezieht sich das auf seine wirtschaftliche Stellung? Also im Ergebnis vielleicht doch auf den abstrakten Marktwert einer Sache, die ihm vom Schuldner nicht mehr übereignet werden kann?

Weiß jemand Rat? Rolling Eyes
Marina85
Senior Member
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 08 Jan 2008 - 09:21:47    Titel:

K ist so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Vertrag ordnungsgmäß erfüllt worden wäre (positives Interesse). Nach § 249 I BGB gilt der Grundsatz der Naturalrestitution: V müsste ihm also das Bild übereignen. Dies ist aber nicht mehr möglich (müsste man weiter oben in der Prüfung festgestellt haben), weshalb nach § 249 II BGB Wertersatz für das Bild zu leisten ist, also: 5000 €.

50.000 € auf keinen Fall. Mit diesem Angebot des D hat der Schaden des K (wegen Nichterfüllung des V) doch überhaupt nichts zu tun. Dieser Hinweis im SV hängt damit zusammen, ob subjektive Unmöglichkeit vorliegt und somit § 283 BGB einschlägig ist.
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