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Mindestlohn
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Seit ihr für einen Mindestlohn?
Ja, unzwar für einen gesetzmäßigen, flächendeckenden Mindeslohn über 7,50€ pro Stunde
45%
 45%  [ 16 ]
Ja, unzwar für einen gesetzmäßigen, flächendeckenden Mindeslohn von/unter 7,50€ pro Stunde
5%
 5%  [ 2 ]
Ja, allerdings branchenspezifisch( nicht flächendeckend)
17%
 17%  [ 6 ]
Nein, ich bin gegen jegliche Art von Mindestlohn
31%
 31%  [ 11 ]
Stimmen insgesamt : 35

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Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 14:45:52    Titel:

J.C.Denton hat folgendes geschrieben:
Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:


also z.b. in den Semesterferien vor 1 Jahr hatte ich als Lagerhelfer 9 Euro die Stunde, eben Sachen ein - und ausräumen etc.

Aber auch andere Ungelernte kommen auf 8 bis teilweise 12 Euro, irgendwo als Ungelernter am Band können es gut 10 - 12 werden, 12 Euro / h z.B. wenn man nachts arbeitet.


Das haben im Osten nichteinmal Facharbeiter mit Berufsausbildung. Diese werden schon mit 8€/h abgefertigt.


klar, das ist schon übel.

Aber wie gesagt, die Mauer gibt es nicht mehr. Es kann jeder nach Bayern oder Baden - Württemberg. Gerade Facharbeiter im Metall oder Elektrobereich werden gesucht
Gesperrter User
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 12.01.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 16:32:11    Titel:

Mindestlohn ist ein Muss. Ich war ziemlich überrascht, dass es sowas hier im Industrieland Deutschland nicht gab.
Einer meinte darauf: Früher hat es Deutschland nicht nötig gehabt soweit seine Löhne und Gehälter zu senken.
Ich lass es mal so stehen und finde es unverantwortlich Menschen für 1€ oder 2,5€ zu beschäftigen und dann noch kund zu tun, es wäre Marktwirtschaftlich.
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 16:37:49    Titel:

Gesperrter User hat folgendes geschrieben:
Mindestlohn ist ein Muss. Ich war ziemlich überrascht, dass es sowas hier im Industrieland Deutschland nicht gab.
Einer meinte darauf: Früher hat es Deutschland nicht nötig gehabt soweit seine Löhne und Gehälter zu senken.
Ich lass es mal so stehen und finde es unverantwortlich Menschen für 1€ oder 2,5€ zu beschäftigen und dann noch kund zu tun, es wäre Marktwirtschaftlich.


was hindert so jemanden ( wo werden solche Gehälter in Deutschland gezahlt ? da zahlen die in Polen einem Arbeiter teilweise noch mehr )

daran, nach Baden - Württemberg oder Bayern zu gehen wo er deutlich mehr bekommt ?

außerdem : so wenig muss niemand verdienen. Man hat Anspruch auf ALG 2
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 17:11:05    Titel:

Ich finde insgesamt nutzen Mindestlöhne sowohl den guten Unternehmen, als auch den Bürgern.
"Gute" Unternehmen, also erfolgreiche mit ordentlichen Betriebsstrukturen zahlen ihren Mitarbeitern ohnehin mehr als einen Mindestlohn (der meiner Meinung nach Branchenspezifisch, aber nicht zu hoch sein sollte - ja nach Branche 9-12 Euro z.B.), haben also nichts zu befürchten. Da viele Leute aber mehr Geld in der Tasche haben, wird auch mehr ausgegeben, sodass diese Unterhmen auch mehr Aufträge haben.
Leidtragende sind eigentlich nur die "Sklaventreiber" - Unternehmen die weder unserer Volkswirtschaft noch ihren Mitarbeitern nutzen, und zum Großteil auch aus dem osteuropäischen Ausland operieren. Das sind Unternehmen, auf die können wir hier gut verzichten.

Beispiel aus dem Handwerk: Ich kenne einen guten Elektro-Meisterbetrieb hier in der Gegend, mit mehreren Meistern und Monteuren, und 4-5 Azubis.
Der Betrieb ist für exzellente Qualität und Ordentlichkeit bekannt, gerät aber in öffentlichen Aufträgen immer mehr unter Preisdruck, weil Dumping-Firmen die Löhne drücken, die billige polnische Arbeiter, kaum Arbeitsschutz und schlechte, ungeprüfte Maschinen haben. Darauf schauen die Auftraggeber aber nicht immer - denen ist oft egal, welcher Lohn gezahlt wird. Würde nun ein Mindestlohn eingeführt, sodass dieser Betrieb mehr zahlen müsste, und würden entsprechende Kontrollen der Berufsgenossenschaft gemacht, die mangelnden Arbeitsschutz sanktionieren, so nähern sich die Preise an, und es leidet nur das Unternehmen darunter, welches vorher sehr schlecht gezahlt hat. Solche Betriebe brauchen wir hier aber nicht, die sollen ihre schlechte Arbeit woanders, oder besser gar nicht, verrichten.
Unternehmen, die faire Löhne zahlen und akkurate Arbeit machen, haben nichts zu befürchten.
Mat86
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Anmeldungsdatum: 01.12.2007
Beiträge: 1105

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 17:13:52    Titel:

Zitat:
außerdem : so wenig muss niemand verdienen. Man hat Anspruch auf ALG 2


Stimmt schon, bedingt durch Hartz 4 haben wir für einen alleinstehenden einen Mindestlohn von ungefähr 3,70€/h bei 40h Woche. Sobald noch eine Ehefrau und ein Kind im Spiel sind, steigt dieser "Mindestlohn" auf über 8 Euro die Stunde.


Sehe auch das Problem beim Mindestlohn, das er bei denen, auf die er zutrifft für eine Lohnsteigerung sorgen soll, und nicht gegen ein Aksinken der Löhne.
Wirtschaftsinformatiker
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Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 17:27:53    Titel:

3,70 ? wenn man eben die Rund 700 Euro durch 160 Stunden teilt, kommt etwa 4 Euro netto raus

Brutto bräuchte man wohl so 900 Euro für 700 netto.

Also etwa 5 - 6 Euro Brutto die Stunde.

Allerdings : man kann ALG2 schlecht auf die Stunde umrechnen. Denn man bekommt das ja, wenn man nichts tut.

Wenn man ALG2 durch Stunden fürs bewerben und Amtsbesuche teilt, kommt ein Spitzen Stundenlohn raus Wink

Bei Familien steigt der ALG 2 Stundenlohn ( auf eine 40 h Woche verteilt ) sicher über 10 Euro pro H

Beispiel : nach der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung erhält eine 4 köpfige Familie inkl. Sachleistungen rund 2000 Euro netto im Monat ALG2.

Wenn man nun unterstellt, dass nur einer Vollzeit arbeitet und der andere sich um die beiden Kinder kümmert, käme man auf folgenden Stundenlohn

Gesamt = 2000
- 2 * 150 Kindergeld
= 1700 Euro netto bei Stk 3

entspricht nach www.nettolohn.de etwa 2300 Euro Brutto

bei 40 H pro Woche wären das 2300 / 160

= 14,38 pro Stunde

also fast das Doppelte von den geforderten 7,50
Mat86
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Anmeldungsdatum: 01.12.2007
Beiträge: 1105

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 17:44:18    Titel:

@Wirtschaftsinformatiker


Stimmt du hast recht, ich habe Netto gerechenet, mein Fehler. Und insgesamt zu wenig Leistungen angerechnet.
aloa5
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Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 17:56:29    Titel:

Wirtschaftsinformatiker hat folgendes geschrieben:
also fast das Doppelte von den geforderten 7,50

Was folgern wir also daraus: die Diskussion wird falsch geführt. Wobei das Beispiel mit der 4-köpfigen Familie eine vermutlich verzerrende ist.... und der Vergleich mit den Zahlen der Stiftung nicht korrekt. Ich schätze das diese für die z.B. für alle "Sachleistungen" in Form von Krankenversicherung eingerechnet hat - was auch den Familienangehörigen eines Arbeitnehmers angerechnet werden müsste. Außerdem erhält der Arbeitnehmer dafür einen Rentenanspruch (auch wenn dies wenig sein mag).

In der Tat wäre ein Lohn der dieses Kriterium erfüllt vermutlich bei 12 Euro/Monat anzusetzen.

Exakt darum kommt man um einen Umbau des Sozialversicherungs-Systemes nicht herum. Ein Mindestlohn kaschiert nur ein paar Dinge für kurze Zeit - das war es dann aber auch. Erst wenn mehr Netto verdient wird und weniger Arbeitslose da sind (Beides ist erforderlich und wirkt wechselseitig), dann ändert sich dauerhaft etwas.

12 Euro Brutto minus 20%SV sind nun einmal 9,60 Netto (StKlIII). Sind es nur noch 15% oder 10%SV, dann benötigt man um diese 9,60 Euro netto heraus zu bekommen eben einen Euro weniger (11 Euro). Der ist bei weniger Arbeitslosen nach dem Marktprinzip von Angebot/Nachfrage dann auch leichter zu erreichen - denn die Arbeitskräfte sind knapper.

Ich halte den erreichbaren "Marktpreis" der Arbeit für derzeit etwa bei 7 bis 8 Euro - dies aber bei geringeren Abzügen, so das es heutigen 8Euro und mehr entspräche wenn wir in die Puschen kommen würden bei der Gesetzgebung/einem Umbau.

Einzig sind es frohe Wünsche - an unsere Polit-Hampelmänner in Berlin gerichtet. Bis "wir" so weit sind dauert es zu lange - auch wenn es rasant vorwärts geht. Nur die Hoffnung, das in Berlin die Juristen, Gewerkschafter und Lehrer Razz (oder einfach: Politiker) ein Verständnis für Wirtschaft entwickeln ist recht gering.

Grüße
ALOA
Gesperrter User
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 12.01.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 18:54:02    Titel:

Zitat:
außerdem : so wenig muss niemand verdienen. Man hat Anspruch auf ALG 2


Das stimmt nicht in jeden Fall. Beispiel sind z.B. Studenten.

Ich hab einen Bekannten, der hat bei einen Call-Center für 2,5€ gearbeitet. Als ich fragte warum er das nicht aufgibt, war seine Antwort: Was solle er da dann machen? Er brauche das Geld.
Wirtschaftsinformatiker
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Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 30.06.2006
Beiträge: 7083

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 19:01:56    Titel:

Gesperrter User hat folgendes geschrieben:
Zitat:
außerdem : so wenig muss niemand verdienen. Man hat Anspruch auf ALG 2


Das stimmt nicht in jeden Fall. Beispiel sind z.B. Studenten.

Ich hab einen Bekannten, der hat bei einen Call-Center für 2,5€ gearbeitet. Als ich fragte warum er das nicht aufgibt, war seine Antwort: Was solle er da dann machen? Er brauche das Geld.


2,5 die Stunde ? ??? da kann man ja gleich Pfandflaschen sammeln gehen. Eine ist ja immerhin 25 Cent wert.

Aber bei Studenten gilt : entweder sie sind bafög berechtigt und bekommen Bafög oder die Eltern verdienen genug
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