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Zitat von Egon Erwin kisch
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Tomda
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Anmeldungsdatum: 03.01.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12 Jan 2008 - 12:38:02    Titel: Zitat von Egon Erwin kisch

Hi,
da mein anderer Beitrag anscheinend nicht so großen Anklang fand, dacht ich mir, dass ich es mit was andere probiere.
Es handelt sich um ein Zitat von Egon Erwin Kisch. Nun versuche ich aus dem Zitat herauszuarbeiten, was man über seine Einstellung und Schreibstil erfährt.

„Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist fantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres in der Welt gibt es, als die Zeit, in der man lebt."
(Vorwort aus Der rasende Reporter von Egon Erwin Kisch)

Jetzt meine Meinung: Ich denke, dass er durch diesen Satz deutlich macht, dass es ihm sehr wichtig war den Inhalt seiner Reportagen richtig rüberzubringen und dass das drumherum eher Nebensache war. Zudem befasste er sich besonders mit aktuellem Geschehen der Welt.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr eure Meinung sagen würdet.

PS: "Der rasende Reporteter" ist doch ein Buch, welches aus Reportage besteht", oder?
Tomda
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Anmeldungsdatum: 03.01.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 14 Jan 2008 - 18:38:46    Titel:

Ich versteh nicht wieso einfach absolut keiner etwas zu meiner Frage schreibt. Meine ersten 2 Posts wurden auf Grund mangelnder Vorarbeit innerhalb kürzester Zeit gelöscht und nun warte ich hier vergeblich auf Antworten.

Kann mir jemand sagen was der Grund dafür ist?
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2008 - 01:12:42    Titel:

Was du vorher geschrieben hattest, war kein Gegensatz.

Mit dem Sinn für Realitäten und politiicher oder kultureller Wahrhaftigkeit (z. B. bei Affairen) war Kisch eine Ausnahme in der Weimarer Zeit; sein Stil war prägend für die Neue Sachlichkeit; anders als z. B. Joseph Roth, mit seinen Reportagen aus Frankreich oder Polen oder vom Balkan (neben seinen teils verwirrenden Romanen....

Was Kisch beschrieb, im beginnenden Medien-Zeitalter, im Kulturkampf gegen Nazis und konserative Mitäufer, war unbeliebt bei Konservativen, bei Romantikern, bei Nazis...

Hier, das kennst du wohl schon:

https://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/kisch/index.html

Dass er, wie hier genannt, "dezidiert marxistisch" war, kling sehr schief, wenn man den Verfall des Sozialismus seit der Stalinzeit damit assoziiert.
Es sind nachtarägliche, politische Bewertungen, mit denen man Kisch neben den anderen Erzählern der 20er - bis 50er Jahr abwertet.

http://cicero.de/97.php?item=1131&ress_id=0

Kennst du Kischs Reportage über die Hinrichtung von Karl Hermann Frank?
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2008 - 02:58:44    Titel: Re: Zitat von Egon Erwin kisch

Tomda hat folgendes geschrieben:
Ich denke, dass er durch diesen Satz deutlich macht, dass es ihm sehr wichtig war den Inhalt seiner Reportagen richtig rüberzubringen und dass das drumherum eher Nebensache war. Zudem befasste er sich besonders mit aktuellem Geschehen der Welt.


Dieser Satz ist sowas wie eine Journalisten-Ethik. Impliziert liegt darin ein Gegensatz: der traditionelle/zeitgenössische Journalismus sucht nach dem Exotischen, Aufregenden, Ausgestalteten, Fantasievollen - in Wirklichkeit liegt der Wert des Journalismus jedoch im Gegenteil, also im Lokalen, in der Recherche, im Einfachen, in der wirklichkeitsgetreuen Darstellung, in der genauen journalistischen Arbeit.

Im Grunde ist es ein Aphorismus, der einfach dem Leser als wahr und allgemeingültig hingestellt wird. Der Satz allein beweist ja noch nichts (im Gegenteil: wäre ein schönes Erörterungsthema). Er ist sein "Credo", das für seine Arbeit gelten soll und das er auch anderen Journalisten/Interessierten als richtig vorstellt. Als Beispiel fügt Kisch im Buch eine Sammlung eigener Reportagen an, die seinen Leitsatz belegen sollen. Willst du seinen Schreibstil untersuchen, musst du seine Reportagen unter die Lupe nehmen.
Tomda
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Anmeldungsdatum: 03.01.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2008 - 15:39:17    Titel:

Danke, dass ihr geantwortet habt !
Nun stellt sich mir aber noch eine wichtige Frage...

Es handelt wieder um die literarische Reportage und die Neue Sachlichkeit.

Ich habe herausgearbeitet, dass man in der literarischen Reportage versucht hat eine subjektive Perspektive mit reinzubringen, jedoch ohne die Wirklichkeit zu vernachlässigen. Auch wird das typische Grundmuster einer Reportage (Aufmacher - Berichtkern – Schlusspointe) ästhetisch gemacht.

Bei der Neuen Sachlichkeit hingegen hat man versucht alles objektiv, also sachlich zu sehen und hat stilisierte Formen abgewandelt.

Egon Erwin Kisch soll beide Begriffe vertreten haben, aber nach meiner Auffassung widersprechen sich literarische Reportage und Neue Sachlichkeit..

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn wer versuchen würde mir das ganze in eigenen Worten zu erklären, also was ich da jetzt falsch verstehe.

Danke

PS: In meiner Präsentation werde ich "Feldpost nach dem Sturm" vorstellen, da mir die Reportage wirklich gut gefällt.
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 15 Jan 2008 - 18:53:27    Titel:

Die Reportage kenne ich noch nicht.

Empfehlen wollte ich dir das:
Kischs
"Rettungsgürtel an einer kleinen Brücke"
- über den Tod der Rosa Luxemburg (und Karl Liebknechts) im Berliner Landwehrkanal.

Aber man findet ja wenig von Kisch im Netz.

Das zeigt auch "wiki":

http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Erwin_Kisch

Aber da gibt's den Hinweis auf "hagalil"
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