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Wie ist die Rechtslage beim Containern / Müll Klauen?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wie ist die Rechtslage beim Containern / Müll Klauen?
 
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ALexaaa8
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Anmeldungsdatum: 18.01.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 04:53:34    Titel: Wie ist die Rechtslage beim Containern / Müll Klauen?

Hallo Forum

Habe ein Problem und hoffe hier bei den Fachläuten auf hilfe.


Erst einmal zum Thema Containern, was ist Containern, für die, dies noch nicht wissen.

: COntainern ist die entnahme von Waren aus der Mülltonne zb im Supermarkt.

Und hier beginnt mein Problem, wo ich über jede Hilfe dankbar bin.
Evtl. auch sagen, ob ich einen Anwalt nehmen muss oder nicht.


Zu mir, Ich verdiene Geld (bin sogar selbstständig und im Aufbau meiner Firma)
Ich habe das ganze Jahr sehr viel zu tun, verdiene aber aufgrund der Wetterlage in den 3 Wintermonaten kein Geld (trotz Arbeit in der Winterzeit Telefon/Büroarbeit).


Ich verdiene ca. 15.000 Euro im Jahr und bin Alleinverdiener.
Tendenz zum Glück langsam steigend!
Wir haben 3 Kinder.

Wir haben sehr viele Nebenkosten, so das aufwändiger Urlaub oder so noch nicht drin ist.

Unsere Kinder (und das ist mir wichtig) stehen anderen Kindern in nichts nach.


und letzteres geht durch das "Containern" besser.

Natürlich kann ich auch so Ware einkaufen, das mache ich auch.
Klar ist aber bei mir z.Z. noch, das ich mich zur Saison hin immer wieder verschulde. - Stichwort Nebenkosten.
Klar kann man es nun so auslegen, das ich durch "Container" weniger Schulden mache und somit auch die Wirtschaft schädige, denn die Bank freut sich natürlich über die Zinsen.


Ich gehe davon aus, das ich in 2 -3 Jahren in der Saison genug Geld verdiene um auch locker über den Winter zu kommen.
Aber im Moment ist das halt nicht so.

Dadurch, das ich beim Container auch mal Lebensmittel finde, die ich mir so auf keinen Fall leisten würde ( z.B. Aal / Roastbeef usw.)
werde ich diese, dann wenn das Geld da ist sicher auch Konsumieren, denn ich bin ja nun auf den Geschmack gekommen.

Ich habe ja schließlich nicht vor, diese ungemütliche und auch peinliche Sache länger als notwendig zu machen.


Fakt: so gesehen hätte ich es nicht nötig, denn ich habe die alternative mich zu stärker zu verschulden!
So gesehen, bin ich dann aber ärmer, als der bemitleidete "Landstreicher" der zwar nix hat, aber auch keine Schulden.

Ich versuche als "Jäger und Sammler" im Winter das zu machen, was meiner Familie das Leben verbessert. Und zwar ohne jemanden wirklich irgendwie weh zu tun!

Ich sammle im Winter auch hin und wieder Pfandflaschen.

Beide Tätigkeiten sind ganz sicher nichts, was mir Spaß macht, ganz im Gegenteil finde ich es echt schlimm.

Aber noch schlimmer fände ich es, wenn meine Frau arbeiten gehen müsste und sich dadurch weniger um die Erziehung unserer 3 kleinen kümmern könnte.( zumal im Haushalt mehr als genug Arbeit vorhanden ist und sie mir auch im Büro hilft)





Diese alles um mein "Containern" evtl. nachvollziehen zu können, so wenn man es will und oder versucht zu wollen.


Rechtsituation soweit mir bekannt:
Es ist nicht erlaubt, genauso wenig wie das sich am Sperrmüll bedienen.

Ob es gleichstark bestraft wird weiß ich nicht.
Grundsätzlich würde ich sagen: Beim Sperrmüll, werden von der Müllfirma noch "gute" Sachen weiterverkauft, somit ist der Schaden irgendwie zu errechnen, der dabei je nach "Fund" entwendet wird.

Bei "Mülltonnen" wird der Inhalt so oder so entsorgt und hat somit einen direkten Restwert von 0,- Euro.


Verboten ist aber grundsätzlich beides und nach logischem Aspekt müsste der Sperrmüll - Diebstahl wenn überhaupt sogar härter bestraft werden, das aber sicher nur die Theorie!


Angerichteter Schaden: ( nebst der Zinsschulden, die ich weniger an die Bank zahlen muss oder hin und wieder mal n paar Liter Milch, die ich sonst sicher in einem Laden hätte Kaufen müssen) 0,- Euro und etwas mehr Platz in der Tonne des Supermarktes.

Rechtslage: Ich weis nicht welches der Streitwert bei Müll ist ?

Grundsätzlich: interessiert so etwas eigentlich keinen vernünftigen Menschen (hatte ich gedacht)- so ist es mehr als normal, jemand beim durchstöbern von Sperrmüll zu sehen ( auch Tagsüber) und ohne schlechtes Gewissen. Ich bin sogar der Meinung, das ein Großteil der Leute gar nicht wissen, das sie einen Diebstall dabei begehen.
Auch ich weiss es erst seit kurzem.

Und die Polizei, so dachte ich, hat wichtigeres zu tun, als bei einem 0-Wert teure Arbeitszeit zu investieren.
Und die Staatsanwaltschaft auch.


Unmögliche Gedanken: Irgendwo in einem Armenviertel, direkt an einer Mülldeponie spielt ein Mädchen und hüft auf einem altem Sofa rum, welches auf dem Schrott vor sich hingammelt.
Die Polizei stellt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung!?

Ich gehe durch die Stadt und finde mitten in der Einkaufspassage eine Einwegflasche.
Ich hebe sie auf und lasse Ihn in eine Stätische Mülltonne Plumpsen.
Klirr macht es und irgendetwas drinnen geht dadurch zu Bruch -> Anzeige wegen Sachbeschädigung?


Pech beim Containern: oft passiert es, das schon jemand anderes vor mir da war. Teilweise sehe ich tagsüber schon Leute, die sich ohne Scharm bedienen.
Manchmal duckt sich jemand peinlich berührt vor der Tonne die ich gerade aufsuchen will.

Hin und wieder kam auch schon die Polizei, die nach Anbruch der Dunkelheit nach dem rechten schauen will (verständlich).
Mit einem Schmunzeln fahren diese dann weiter oder wir Plaudern ein wenig.




Doch anders vor ca. 2 Wochen und somit komme ich nun zu der Situation, wo ich mich über wirkliche Erfahrungen und Rechtsexperten -hilfe freuen würde.


Ich fahre in der kalten Jahreszeit ca. 1 mal die Woche los.
2-3 Läden werden angefahren. Alle, und das unterscheidet mich von den Vergleichsfällen, haben weder einen Zaun, eine Absperrung noch ein Verbotsschild, welches etwas besagt wie : Privatgelände außerhalb der Öffnungszeiten ist das betreten verboten -oder so ähnlich.

am drittem Laden angekommen (Penny) wird in der Mülltonne gesucht und einige Dinge in meine Kisten eingepackt ( die Leihkisten sind von Harrybrot und ich habe diese schon seit Jahren auch für das normale Einkaufen im Kofferraum. Ich weiß nicht mehr ob ich diese Leihkisten mal beim Containern mitgenommen habe oder diese in unserer Garage gefunden habe)

Polizei kommt.
Personalausweiss Überprüfung .
Sachen die ich in der Hand hatte sollte ich gleich wieder zurückbringen.
(im geschlossenem Kofferraum waren schon 2 Kisten mit Waren von den anderen Läden und eine mit Waren von diesem Penny)

Nach der Prüfung und meiner bitte, mir die Sachen doch zu lassen, da sie niemand vermissen wird ging es weiter.

Taschenkontrolle,
Frage nach Drogen, frage nach Waffen , Portemonnaie - Kontrolle, Taschenkontrolle, Durchsuchung am Körper.

Ich habe mir nie was zuschulden kommen lassen, ( vor über 10 Jahren mal den Führerschein für 10 Monate abgeben müssen ist alles und war schon hart genug)
Ich kam mir echt vor, wie ein Schwerverbrecher.


Der Kofferraum sollte geöffnet werden.

Die 2 Jungen Polizeibeamten wussten nicht was Sie machen soll und ruft Vorgesetzten an.



Die drei Kisten mit Lebensmitteln wurden beschlagnahmt.
Auch Sachen, die nicht vom Containern sind. Hatte z.B. noch ein großpacket Tempos (Erkältung) in einer der Kisten liegen.

Mir wurde versprochen, das ich die Lebensmittel morgen wieder abholen könne, wenn der Penny sie nicht wieder haben möchte.

Ich hoffte darauf, das die Ware kühl gelagert wird und nicht bis zum nächstem Tag verdorben ist.(also mal ziemlich naiv und an Menschlickeit und Freund und Helfer glaubend)


Gute 2 Wochen keine Reaktion und nun ein Schreiben der Polizei:

Vorladung / Verhör - Vorwurf "Hausfriedensbruch und sonstiger Diebstahl ohne erschwerende Umstände" !!

Nun bin ich wohl ein elender Dieb und ein Rowdy und der erste Schritt in die Kriminalität ist geebnet.

Und das mir, der noch nicht mal zur Kinderzeit ( als einer der wenigen in unserer Schulklasse) je ein Kaugummi oder Lutscher irgendwo entwendet hat.


Nun mein Hilfegesuch:

Was soll ich machen? Am Mittwoch ist der Termin und ich kann mir vorstellen, das ich da sicher unter Druck gesetzt werde.


Ich möchte mein Handeln aber nicht als derartiges Verbrechen stehen lassen.

Kann es überhaupt Diebstahl sein, wenn die Ware gar nicht mitgenommen wurde? ( da die Polizei ja den einen Teil gleich an sich genommen hat. Das andere sollte ich ja gleich wieder in die Tonne schmeißen.)
Kann es überhaupt Hausfriedensbruch sein, wenn ich nur das Gelände betrete ohne das es mir per Schild oder sonstwie verboten wurde und kein Zaun mir den Weg versperrt?


Ich bitte um Hilfe von Leuten, die sich etwas in der Rechtslage auskennen, den im Internet finde ich wirklich keinen Fall in der Art ( die 2-3 gefundenen Fälle Deutschlandweit hatten alle zur Grundlage, das die Tonnen eingeschlossen, umzäunt o.ä. waren.)



Vorletzte Frage und ich gebe zu ein etwas bösartiger Gedanke..aber ich bin ja nun so oder so schon zu einem Bösewicht geworden:



Muss die Polizei bei einer gemeldeten Straftat anrücken wenn diese noch zu vereiteln ist?

Böser Grundgedanke: Sicher hat jeder von euch schon einmal gesehen, wie etwas vom Sperrmüll entwendet wird.
Die von euch, die hin und wieder den Bereich Ihres Supermarktes im Sichtfenster haben an dem die Tonnen stehen, wird sicher auch Regelmäßig sehen, wie dort „Containert“ wird( oft auch am Tag)
Dazu zählen auch die Wochenmärkte, in denen schlechteres Obst und Gemüse zur Entsorgung liegenbleiben.

Auch sind gerade bei dem besagtem Penny abends öfter Jugendliche. Scheint so eine Art Treffpunkt und lässt mich in solchen Fällen immer wieder ohne "Beute" abrücken- weil peinlich.
Aber auch diese haben ja dann schon Hausfriedensbruch begangen?

Ich denke es ist leicht, unsere liebe Polizei 8-9 mal an Tag anzurufen, wenn ich sehe , das ein derartiges Verbrechen verübt wird.
Ist nur theoretisch , aber müssen die dann rauskommen und sich der Sache annehmen. ( klar, das im kleinem 3 Mann Präsidium dann neue Mitarbeiter benötigt werden.)


Wenn mir wirklich durch die Polizei bewusst gemacht wird, das dass eine Straftat ist, ist es dann nicht sogar meine Pflicht solche Dinge als Augenzeuge zu melden ?

Ich könnte auch Sperrmüll anmelden und brauche nur ein Paar Sek. warten, wenn ich neben Augenscheinlichem Schrott auch noch einen schönen Monitor oder PC dazustelle bis dieses "geklaut "wird, ich denke da sind wir uns einig, oder?




Und in diesem Zusammenhang komme ich auch schon zu meiner letzten Frage: Verlocke ich nicht mit derartigen "Ködern" den Normalbürger dazu eine Straftat zu begehen ?

Verlockt der Supermarkt nicht mit ähnlichen Ködern mich an der Tonne zu bedienen?


Wird es vor den Gesetz in anderen Fällen anders gewertet, wenn z.B. die Polizei einem süchtigem Menschen Drogen verkauft ( ihn also ködert) dann kann Sie ihn doch auch nicht deswegen anzeigen oder doch?

Ich sehe mich durch das Wissen der tauglichen Lebensmittel in einer unverschlossenen Tonne auf einem offensichtlich nicht für mich verbotenem Supermarkthof ebenso geködert.

Ein kleines Schild vor dem Supermarkt oder ein Zettel an der Tonne auf dem Steht , Müllentnahme ist verboten oder unerwünscht, würde mich dagegen schon zum aufhören an diesem Ort bewegen.


Sicher wäre alles einfacher und bestimmt hätten die meisten nichts dagegen, wenn ich im Laden vorher Frage.
Wäre ich Single ohne Kinder würde ich das auch sicher so machen.
Das Ansehen vor der Öffentlichkeit in dem Fall würde aber sicher den Kindern und meiner Frau nicht gut tun.




Hoffe ich bekomme hier wirklich ein paar Tipps und Hilfe.


Lg
Alex
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 06:15:03    Titel:

Wende dich an einen Anwalt deines Vertrauens, wenn du Rechtsberatung brauchst. Andererseits hast du hier dein Tun sehr ausführlich beschrieben. Die Rechtslage ist dir bekannt.
Ich habe meinen Kindern beigebracht, daß sie fragen müssen, bevor sie sich etwas nehmen.

Viele Händler unterstützen die Tafeln in ihren Städten sehr großzügig. Wende dich besser dorthin!

Du fährst mit dem eigenen Auto die Mülltonnen ab um dich zu bedienen? Klingt extravagant.
Falls du mit deinem "Selbstbedienen" öfter Probleme hast, könntest du dich auch von einem Psychologen beraten lassen.

Viel Erfolg
ALexaaa8
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Anmeldungsdatum: 18.01.2008
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 06:30:04    Titel:

@dornbusch,

dir schon einmal ein Herzliches dankeschön für deine freundliche Art und versuchte Hilfeleistung.

Wünsche dir nie in die situation zu kommen, wie Hunderttausende in deutschland..alleine in Berlin wird mit ca. 125.000 Containersammlern gerechnet.
Tafel kenne ich, die bekommen nix aus der Tonne.
Und die von mir besuchten Läden geben nichts an die TAfel sondern schmeissen es weg.

Andere Hilfsoranisationen kenne ich auch, setze mich auch für andere ein.
Letztes Beispiel: Köln 3 TAge bei mistwetter vor Weihnachten Sammeln für das Johanishilfswerk, den in Köln lebt JEDES FÜNFTE KIND IN ARMUT !!!
Schick deren Eltern doch einfach in die Klappse, wenn du Sie dabei siehst, wie sie Waren aus der Tonne hohlen, um Ihren Kindern andererseits mehr finanzieren zu können.

Hoffe weiterhin auf jemanden, der mir evtl. die ein oder andere gestellte Frage beantworten kann.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 09:59:22    Titel:

Entscheidend ist, ob man das Einlagern von Abfall in Müllcontainern als Dereliktion (Eigentumsaufgabe; "Es ist mir egal was mit dem Müll passiert!") oder als Übereignungsangebot an die jeweiligen Entsorger sieht ("Die Müllabfuhr soll das abholen, niemand anders!"). Konstruktiv möglich wäre auch noch ein Übereignungsangebot an jedermann, das will ich erstmal außen vor lassen. Würde man ersteres annehmen, wäre der im Container lagernde Müll nicht mehr fremd, womit man keinen Diebstahl daran begehen könnte. Würde man allerdings ein Übereignungsangebot an den Entsorger annehmen, wäre auch der im Container befindliche Müll noch eine fremde Sache, da sie (noch) im Eigentum des Einfüllenden, später im Eigentum des Entsorgers steht. Somit könnte man - gleich seines Wertes, auch objektiv wertlose Sachen sind geschützt - einen Diebstahl daran begehen.

Ob eine Eigentumsaufgabe vorliegt, bestimmt sich nach einer an der Verkehrsauffassung orientierten Auslegung. Ich würde bei Supermärkten keine Eigentumsaufgabe annehmen. Diese wollen üblicherweise nicht, dass man sich aus den Containern bedient. Entweder der Kunde soll Ware kaufen oder sich zumindest an eine Hilfestelle wenden. Erst recht will man keine "Müllwühler" am Laden, zumindest nicht tagsüber. Weiß man sogar von einem entsprechenden Willen des Supermarkt(leiters), ist die Sache noch eindeutiger: Dann wird das Pendel eindeutig zum Übereignungsangebot schlagen.

Folglich würde ich eher zu einem Übereignungsangebot an die Müllbetriebe tendieren, erst recht wenn ein dementsprechender Wille, keinen Müll zu entnehmen, bereits geäußert und bekannt ist (dann ist die Sache eindeutig, der juristische Argumentationsspielraum nähert sich dem Nullpunkt an). Ein Diebstahl an dem Müll wäre folglich möglich.


Zuletzt bearbeitet von StR-Tobi am 18 Jan 2008 - 10:10:36, insgesamt einmal bearbeitet
woodstock.
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Anmeldungsdatum: 08.08.2007
Beiträge: 2336
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 10:08:14    Titel:

neben der Sorge um das Wohlergehen der Kinder und deren Ausstattung auch mit angemessener Kleidung etc. ist für diese Kinder eben auch die Vorbildfunktion der Erziehungsberechtigten entscheident.

Möchtest Du, daß Dich Deine drei Kinder hier zum Vorbild nehmen?

(Ja ich habe selbst Kinder, um das vorgeweg zu nehmen)
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 10:22:59    Titel:

Ergänzend: Zu dem Vorfall mit der Polizei kann in diesem Forum keine Stellung bezogen werden, da hier Rechtsberatung unzulässig ist (vgl. Forenregeln). Du bist allerdings Beschuldigte in einem Strafverfahren, das einzig sinnvolle ist hier die Einschaltung eines Rechtsanwaltes, der nach einer Einsicht in die Strafakte auf eine zumindest weitestgehend folgenlose Einstellung der Sache hinwirken kann. Dort kannst du dann auch deine übrigen Fragen loswerden.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 12:22:24    Titel:

StR-Tobi hat folgendes geschrieben:
Entscheidend ist, ob man das Einlagern von Abfall in Müllcontainern als Dereliktion (Eigentumsaufgabe; "Es ist mir egal was mit dem Müll passiert!") oder als Übereignungsangebot an die jeweiligen Entsorger sieht ("Die Müllabfuhr soll das abholen, niemand anders!"). Konstruktiv möglich wäre auch noch ein Übereignungsangebot an jedermann, das will ich erstmal außen vor lassen. Würde man ersteres annehmen, wäre der im Container lagernde Müll nicht mehr fremd, womit man keinen Diebstahl daran begehen könnte. Würde man allerdings ein Übereignungsangebot an den Entsorger annehmen, wäre auch der im Container befindliche Müll noch eine fremde Sache, da sie (noch) im Eigentum des Einfüllenden, später im Eigentum des Entsorgers steht. Somit könnte man - gleich seines Wertes, auch objektiv wertlose Sachen sind geschützt - einen Diebstahl daran begehen.

Ob eine Eigentumsaufgabe vorliegt, bestimmt sich nach einer an der Verkehrsauffassung orientierten Auslegung. Ich würde bei Supermärkten keine Eigentumsaufgabe annehmen. Diese wollen üblicherweise nicht, dass man sich aus den Containern bedient. Entweder der Kunde soll Ware kaufen oder sich zumindest an eine Hilfestelle wenden. Erst recht will man keine "Müllwühler" am Laden, zumindest nicht tagsüber. Weiß man sogar von einem entsprechenden Willen des Supermarkt(leiters), ist die Sache noch eindeutiger: Dann wird das Pendel eindeutig zum Übereignungsangebot schlagen.

Folglich würde ich eher zu einem Übereignungsangebot an die Müllbetriebe tendieren, erst recht wenn ein dementsprechender Wille, keinen Müll zu entnehmen, bereits geäußert und bekannt ist (dann ist die Sache eindeutig, der juristische Argumentationsspielraum nähert sich dem Nullpunkt an). Ein Diebstahl an dem Müll wäre folglich möglich.


Möglich wäre es hier aber über einen Irrtum über ein normatives Tatbestandsmerkmal nachzudenken und das als Argumentationshilfe zu verwenden, warum hier nach § 153 StPO eingestellt werden soll. So einen Deal macht aber am besten ein versierter Strafverteidiger.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 12:43:01    Titel:

Den letzten Satz finde ich entscheidend. Wenn man ohne Rücksprache mit einem Rechtsanwalt zur polizeilichen Vernehmung geht - womöglich auch noch aus einer Art inneren Verpflichtung heraus, es dem Rechtsstaat doch mal wieder so richtig zu zeigen - braucht man sich nicht zu wundern, wenn plötzlich eine Einstellung unter Geldauflage oder gar ein Strafbefehl ins Haus flattert. Das war dann mal wieder am falschen Ende gespart.
Hüsi
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Anmeldungsdatum: 05.08.2006
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 16:52:58    Titel:

Erst gestern habe ich einen Bericht bei Galileo gesehen, der sich auf Sperrmüll bezog. Dort wurde erklärt, dass die Sachen, die man rausstellt, immernoch im Eigentum verbleiben, bis sie bestimmungsgemäß- also vom Entsorgungsunternehmen- abgeholt werden. Wer die Sachen ohne Einwilligung des Eigentümers mitnimmt, begeht folglich Diebstahl.
Ich denke, das gleiche gilt für die Mülltonnen von Supermärkten und ebenso für die Mülltonnen von privaten Haushalten.
Wenn diejenigen, die den Müll wegwerfen, nicht damit einverstanden sind, begehst du Diebstahl. Und da sogar die Polizei eingeschritten ist, scheint es offenkundig zu sein, dass die Supermärkte nicht einverstanden sind.
Wahrscheinlich wollen sie damit keinen schlechten Eindruck hinterlassen, dass sie das Durchstöbern ihrer Mülltonnen dulden.

Und zu dem Hausrecht: Kein Zaun, okay. ABER der Supermarktbesitzer erklärt sich ja nur damit einverstanden, dass du sein Gelände betrittst, um dort einzukaufen. Verwendest du diese Erlaubnis nicht "bestimmungsgemäß", hat er natürlich die Möglichkeit, sein Hausrecht auszuüben und dir das Betreten seines Geländes zu verbieten.

Alles in allem: Es ist zwar sauungerecht, aber du begehst tatsächlich Straftaten, wenn du dir Lebensmittel aus dem Container holst, die sowieso weggeworfen werden.
Crying or Very sad
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 18 Jan 2008 - 19:29:00    Titel:

Parallelwertung hat folgendes geschrieben:
Als einschlägiges Beispiel für Dereliktion wird dagegen das Bereitstellen von Sachen für die Abfuhr von (Sperr-)Müll angesehen. Kindhäuser/Neumann/Paeffgen, Strafgesetzbuch, § 242 Rn. 22
a.A. Galileo (...)

A.A. zumindest für den vorliegenden Fall auch StR-Tobi, s.o. Die letztgenannte Fundstelle macht es deutlich: Entscheidend ist der Wille des Mülleigentümers. Dieser bestimmt sich - wenn nicht ausdrücklich erklärt - nach der Verkehrsauffassung (§§ 133, 157 BGB). Beim Privatmann kann man annehmen, diesen interessiere die Zukunft seines Mülles nicht (insoweit würde ich nicht Galileo, sondern der im Nomos-Kommentar wiedergegebenen Meinung folgen). Anders beim Einzelhandelskaufmann, der seinen (meist ja gar nicht so schlechten, sonst gäbe es dieses Problem hier nicht) "Müll" nicht in fremde Hände geben will, um keine Streuner hinter dem Laden zu haben und keinen Umsatz einzubüßen.
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