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Problem der Abgrenzung Aberratio ictus <-> error in pe
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Realic
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Anmeldungsdatum: 28.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 18:53:08    Titel: Problem der Abgrenzung Aberratio ictus <-> error in pe

Hallo,
wäre sehr nett, wenn mit jemand hierbei weiterhelfen würde,
kurz zum SV:

A will B töten, er lässt deshalb eine Feuerwerksrakete so präparieren,
dass sie direkt explodiert, und lässt sie den durch X bei B abliefern.
Es kommt aber anders: Der Sohn S zündet die Rakete und findet hierdurch sofort den Tod.

Liegt hier ein unbeachtlicher error in persona vel objecto oder eine folgenschwere aberratio ictus (versuchs-, fahrl.strafbarkeit) vor?
Viele verweisen mich hier auf den Autobombenfall, wo es ebenso als eip gewertet wird vom BGH, aber ist das wirklich die selbe Situation? Ich dachte, nicht...

vielen dank schonmal!
MfG
Realic
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 19:05:51    Titel:

Ein kniffliger Fall, aber ich denke, dass hier aberratio ictus vorliegt und zwar deshalb, weil sich der Tötungsvorsatz des A auf den B hinreichend konkretisiert hat und er gerade nicht das Ziel hatte, den erstbesten zu töten, der die Rakete benutzt.

Daher bleibt nach meiner Lösung eine Strafbarkeit nach §§ 211 II, 212 I, 22, 23 I StGB und § 308 I, III StGB.
Parallelwertung
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Anmeldungsdatum: 17.09.2007
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 20:40:09    Titel:

Eine Konkretisierung nimmt man (sofern man überhaupt der Meinung ist, dass die Konkretisierung auf ein bestimmtes Tatobjekt Auswirkungen auf den Vorsatz hat) eigentlich nur an, wenn das Opfer irgendwie sinnlich wahrgenommen wird. Ein ähnlicher Fall (A baut Bombe und schickt sie mit der Post an O. Allerdings nimmt B das Päckchen entgegen und löst die Bombe aus), war bei uns in der Vorlesung das Beispiel für einen gerade nicht konkretisierten Tötungsvorsatz. Soweit zumindest meine Erinnerung ...
Realic
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Anmeldungsdatum: 28.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 20:43:20    Titel:

wie ist es mit dem bombenlegerfall:
Hier baut der Täter eine Autobombe ins auto des A, doch B steigt versehentlich ein und explodiert, hier wird nach ganz h.M. ein error in persona angenommen, einige sagen das wäre der selbe fall.


wie siehts damit aus?
ps: ich habe auch die ab. ictus angenommen bis hierhin...
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 20:51:40    Titel:

Parallelwertung hat folgendes geschrieben:
Eine Konkretisierung nimmt man (sofern man überhaupt der Meinung ist, dass die Konkretisierung auf ein bestimmtes Tatobjekt Auswirkungen auf den Vorsatz hat) eigentlich nur an, wenn das Opfer irgendwie sinnlich wahrgenommen wird. Ein ähnlicher Fall (A baut Bombe und schickt sie mit der Post an O. Allerdings nimmt B das Päckchen entgegen und löst die Bombe aus), war bei uns in der Vorlesung das Beispiel für einen gerade nicht konkretisierten Tötungsvorsatz. Soweit zumindest meine Erinnerung ...


Gutes Argument, aber ich schätz mal, dass auch meine Version vertreten wird. Aber das ist natürlich ein gutes Argument, um aberratio ictus abzulehnen. Würd ich dann wohl auch so machen.
Realic
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Anmeldungsdatum: 28.01.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2008 - 03:07:43    Titel:

Parallelwertung hat folgendes geschrieben:
Eine Konkretisierung nimmt man (sofern man überhaupt der Meinung ist, dass die Konkretisierung auf ein bestimmtes Tatobjekt Auswirkungen auf den Vorsatz hat) eigentlich nur an, wenn das Opfer irgendwie sinnlich wahrgenommen wird. Ein ähnlicher Fall (A baut Bombe und schickt sie mit der Post an O. Allerdings nimmt B das Päckchen entgegen und löst die Bombe aus), war bei uns in der Vorlesung das Beispiel für einen gerade nicht konkretisierten Tötungsvorsatz. Soweit zumindest meine Erinnerung ...


Also nimmst du den error in persona an?
Sarah_Muc
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Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beiträge: 52
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16 Feb 2008 - 14:49:30    Titel:

Hallöchen, ich hätt zu dieser HA auch mal eine Frage, auch wenn ihr wahrscheinlich schon damit fertig seid...

Behandlet ihr P als Täter oder Teilnehmer? Einerseits steht der "gemeinsame Tatplan" im Sachverhalt, auf der anderen Seite macht er ja nicht wirklich viel... Sieht er die Tat "aus Freundschaft" als seine eigene an oder als fremde?

Vielen Dank für eure Antworten!

Gruß,
Sarah
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