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A und B töten C...
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MarenK
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beiträge: 222

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2008 - 14:34:44    Titel:

Saint hat folgendes geschrieben:

@ Marina: Warum verneinst Du die Kausalität? Das leuchtet mir nicht ein... Rolling Eyes


Auch wenn ich nicht Marina bin Wink : Wenn du mal anfängst den A durchzuprüfen und an dem Punkt der Kausalität bist, müsstest du ja feststellen, dass der Schuss des A nun kausal für den Tod des C ist...aber eben dies kannst du ja nicht mit Gewissheit sagen, weil nicht eindeutig ist, ob nicht vllt. doch der Schuss des B zum Tod des C geführt hat.
Saint
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Anmeldungsdatum: 20.05.2005
Beiträge: 100

BeitragVerfasst am: 19 Feb 2008 - 14:43:02    Titel:

thx Very Happy
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 8988

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2008 - 02:54:37    Titel:

Ok, dann mal was noch pathologischeres:

A und B sind total perfide und bauen eine besondere Guillotine. Besonders, weil sie einen bestimmten Auslösemechanismus hat: Beide müssen einen eigenen Hebel ziehen, damit das Beil runterfällt. Wenn nur einer seinen Hebel zieht, dann passiert nichts. Nun kidnappen sie C, legen ihn in die Guillotine und ziehen ihre Hebel. C wird enthauptet und stirbt (wie überraschend). Haben sich jetzt beide des Mordes schuldig gemacht? 2 Täter, aber nur ein Opfer? Da gibts doch bei Juristen den gemeinschaftlichen Mord, oder? Immerhin wird dieser Vorsatz durch die besondere Konstruktion der Maschine bestätigt.
Marin2008
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Anmeldungsdatum: 01.02.2008
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2008 - 03:28:34    Titel:

Das ist Mittäterschaft kombiniert mit mittelbarer Täterschaft: das Opfer bringt sich selbst um, ist aber nicht wegen Totschlags an sich selber strafbar, weil 212 die Tötung eines anderen voraussetzt. Cool

Es gibt auch Nebentäterschaft (was anderes als Mittäter), vor allem bei Fahrlässigkeitsdelikten: ein Gastwirt hindert einen Betrunkenen nicht an der Autofahrt, bei dem der Betrunkene einen Dritten überfährt: Gastwirt strafbar wegen fahrlässiger Tötung (222) in Nebentäterschaft neben dem Betrunkenen (222). Beispiel aus Haft, AT.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2008 - 10:17:05    Titel:

Saint hat folgendes geschrieben:
Kurze orthografische Klarstellung: Kugeln wirken tödlich, aber nicht tötlich Laughing

@ Marina: Warum verneinst Du die Kausalität? Das leuchtet mir nicht ein... Rolling Eyes


Sorry wegen des "orthografischen Fehlers" Rolling Eyes , es musste gestern schnell gehen; hab im Moment nicht so viel Zeit.

Die Kausalität wird immer verneint, wenn nicht nachgewiesen kann, ob die Kugel des Täters das Opfer tödlich getroffen hat. Denn eine vollendete Tat setzt voraus, dass die Handlung für den Erfolg ursächlich war. Wenn aber nicht festgestellt werden kann, ob der Schuss tatsächlich ursächlich für den Tod war, ist Kausalität nicht gegeben.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 20 Feb 2008 - 10:38:18    Titel: Re: A und B töten C...

Neben der Info, dass ich meine unverzeihlichen Rechtschreibfehler und Buchstabendreher korrigiert habe, nun noch etwas zu den Fällen (2) und (3) von oben:

Whoooo hat folgendes geschrieben:

(2) Wie (1), nur dass diesmal eine Platzpatrone dabei ist, zufällig gegen die scharfe Patrone in einer der Waffen getauscht. Ändert sich dadurch was am sachverhalt? Immerhin ist nun eine der Waffen nicht tödlich, selbst wenn man "eigentlich" treffen würde.


Hier machen sich auch beide nur wegen versuchter Tötung strafbar, da die Kausalität (wie oben) nicht nachgewiesen werden kann.
Wie oben schon gesagt wurde, handelt es sich bei der Waffe mit Platzpatrone um einen strafbaren untauglichen Versuch. Von daher ist es egal, wer nun die ungefährliche Waffe verwendet hat, sofern der Vorsatz von beiden sich auf eine echte Waffe erstreckt hat.

Whoooo hat folgendes geschrieben:

(3) Wie ist es nun, wenn A und B sich zufällig eines von zwei Fläschchen nehmen, von denen eines mit Gift und eines mit Wasser gefüllt ist? Sie verabreichen C "ihr" Fläschchen in kurzer Folge, so dass auch hier nicht festgestellt werden kann, wer der Mörder ist.


Wenn beide den C töten wollten, also Vorsatz bzgl. des Gifts und des Todes hatten, machen sich wiederum beide wegen strafbarem (untauglichen) Versuchs strafbar.
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