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Versuch bei Mittäterschaft (HA Satzger/Volk LMU)
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Babilonya
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Anmeldungsdatum: 27.02.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 03 März 2008 - 10:32:32    Titel:

Es gibt ja nicht "den" Autobombenfall; er ist konstruiert und daher gibt es auch mehrer Varianten:

1. A beobachtet über längere Zeit hinweg eine Person, die jeden morgen das Auto benutzt und hält sie für C. A bringt eine Bombe am Auto an, um die gedachte C umzubringen. In Wirklichkeit ist es jedoch B, die jeden Tag das Auot benutzt und die von der Bombe tödlich getroffen wird.
=> error in persona

2. A beobachtet über längere Zeit hinweg C, der jeden morgen das Auto benutzt. Als A die Bombe anbringt, steigt aber unerwartet B ins Auto und wird tödlich getroffen.
=> aberratio ictus
(hier gibt es ein paar Meinungen, die trotzdem eine error in persona annehmen wollen, die es aber nicht begründen...)

Damit es bei unserem Fall also zu einem error in persona kommen müsste, müsste der Fall so gelagert sein:
S hatte schon immer die Rakete gezündet, A unterlag nur einer falschen Information. Oder vielleicht noch (diskutierbar): S sollte dieses Jahr zum ersten Mal die Ehre haben, am Silvesterabend mit den Gästen in sicherem Abstand die Rakete zu zünden.
Beim Autobombenfall realisiert sich das erhoffte Konstrukt in einer anderen Besetzung als erhofft. In unserem Fall realisiert sich noch nicht einmal das erhoffte Konstrukt. S zündet die Rakete irgendwann nachmittags wohl heimlich und zwar nicht am Silvesterabend mit den Gästen in sicherem Abstand und all den Dingen, die sich A vorher überlegt hat. Wür müssen A doch gutschreiben, dass er nicht einfach einen explosiven Fresskorb vor die Türe stellt, sondern dass er sich ganz genau einen Plan ausklügelt, der auf B zuegschnitten ist. Er hat B so gut es geht für ein Distanzdelikt anvisiert. Dass S getroffen ist, ist in ungefähr so, als würde S durch die Schußlinie laufen. Ein klassicher Fall der aberratio ictus.
Polle
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Anmeldungsdatum: 01.03.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 03 März 2008 - 12:55:51    Titel:

Nochmal kurz das genau Zitat aus dem BGH Fall:

"Bei Herstellen einer Autobombe mag zudem eine Konkretisierung des Tötungsvorsatzes durch den Täter von vornherein
nur auf diejenige Person erfolgen können, welche zuerst das Auto benutzt (Prittwitz GA 1983, 110, 130; Zielinski in AK
StGB §§ 15, 16 Rdn. 63; s. a. Geppert Jura 1992, 163, 165)."

Wie die Autobombe ist unsere Rakete wohl auch eine Sprenfalle. Aus meiner Sicht kann man daraus folgenden etwas allgemeineren Grundsatz ableiten:

Bei der Herstellung einer Sprengfalle konkretisiert sich der Tötungsvorsatz auf diejenige Person, welche die Falle zuerst auslöst.

Aber ich glaube mit den richtigen Argumenten kann man beides vertreten.
Sarah_Muc
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Anmeldungsdatum: 15.02.2008
Beiträge: 52
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 03 März 2008 - 21:18:25    Titel:

Das heißt also, Babilonya, dass du prüfst:

A
212, 25II (-) wegen fehlendem gemeinsamen tatplan, also bezogen auf X
211, 25 I Alt. 2 (-) wegen aberatio ictus
222 (+)
211, 25 I Alt. 2, 23 (+)

B
211, 25II (-) zwar mittäter, aber auch aberatio ictus
222 (+)
211, 25II, 23 (-) wegen akzessorietätslockerung
212, 25II, 23 (+)

???
Babilonya
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Anmeldungsdatum: 27.02.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 03 März 2008 - 23:15:28    Titel:

Sarah_Muc hat folgendes geschrieben:
Das heißt also, Babilonya, dass du prüfst:

A
212, 25II (-) wegen fehlendem gemeinsamen tatplan, also bezogen auf X
211, 25 I Alt. 2 (-) wegen aberatio ictus
222 (+)
211, 25 I Alt. 2, 23 (+)

B
211, 25II (-) zwar mittäter, aber auch aberatio ictus
222 (+)
211, 25II, 23 (-) wegen akzessorietätslockerung
212, 25II, 23 (+)

???



???
Ist das (D)eine komplette Prüfung?
Wieso ist P Mittäter? Wo hat er denn sein Plus am Tatplan? Und was soll hier die Akzessorietätlockerung? Wo differenzierst Du nach Opfern?Wo diskutierst Du die Teilnahme am Fahrlässigkeitsdelikt? ...?
Also ich prüfe das ganz anders, auch nach Tatomplexen, nicht nach Personen. Will jetzt nicht meine komplette Gliederung ins Forum stellen.
Glamsy7
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Anmeldungsdatum: 20.02.2008
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 06 März 2008 - 16:28:19    Titel:

also die diskusion um die aberatio ictus versteh ich nicht. is meines erachtens ein ganz klarer fall und nie im leben error in persona. babilonya wieso bist du denn so stark gegen das prüfen nach personen? wenn ich nach tatkomplexen prüfe wird das immer total wirr bei mir. und wie sie diese ha gerecht bewerten wollen frag ich mich auch. da korrektoren normalerweise immer sehr eng an der musterlösung arbeiten, bin ich da mal gespannt.
gnomi84
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Anmeldungsdatum: 04.01.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 20 März 2008 - 19:23:19    Titel:

Zu der Diskussion um aberratio ictus bzw. error in persona:
Es sind hier durchaus beide Lösungen möglich. Laut Roxin kommt man zur Prüfung eines Versuchs neben einer fahrlässigen Tötung über die Annahme eines in solchen Fällen beachtlichen error in persona oder über die Interpretation als aberratio ictus.
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