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Diebesfalle- Diebstahl, Gewaltanwendung, Flucht und Rücktrit
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Diebesfalle- Diebstahl, Gewaltanwendung, Flucht und Rücktrit
 
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Kräuterkäse
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Anmeldungsdatum: 05.09.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 29 Feb 2008 - 01:51:45    Titel: Diebesfalle- Diebstahl, Gewaltanwendung, Flucht und Rücktrit

Hallo, habe da ein Problem...

S steckt in einem Kaufhaus eine Kamera ein, ohne zu wissen, dass es sich um eine Diebesfalle
handelt --> also Diebstahl (-), wegen Einverständnis, versuchter Diebstahl (+)

Im Rahmen der Diebesfalle soll er von einem Detektiv D, der die Kamera beobachten sollte nach passieren der Kasse ergriffen werden; S schlägt den D aber nieder und kann fliehen. Gerade, als er durch die Eingangstür des Kaufhauses gelangt bekommt er aber Gewissensbisse und geht zu D zurück, sagt "Tut mir leid", steckt D die Kamera zu und verschwindet...


Liegt hierin ein Rücktritt? Wenn ja, vom versuchten Diebstahl oder vom versuchten räuberischen Diebstahl oder ??? Komme da irgendwie nicht weiter...


Bin für jede Antwort dankbar.
Gruß Ele
Kräuterkäse
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Anmeldungsdatum: 05.09.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 01 März 2008 - 15:48:49    Titel:

Hmm... hat keiner eine Idee dazu???
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 04 März 2008 - 10:00:10    Titel: Re: Diebesfalle- Diebstahl, Gewaltanwendung, Flucht und Rück

Kräuterkäse hat folgendes geschrieben:

S steckt in einem Kaufhaus eine Kamera ein, ohne zu wissen, dass es sich um eine Diebesfalle
handelt --> also Diebstahl (-), wegen Einverständnis, versuchter Diebstahl (+)

Im Rahmen der Diebesfalle soll er von einem Detektiv D, der die Kamera beobachten sollte nach passieren der Kasse ergriffen werden; S schlägt den D aber nieder und kann fliehen. Gerade, als er durch die Eingangstür des Kaufhauses gelangt bekommt er aber Gewissensbisse und geht zu D zurück, sagt "Tut mir leid", steckt D die Kamera zu und verschwindet...


Denk daran, ggf. auch eine Anstiftung zum Diebstahl zu prüfen, die am Vorsatz bzgl. der Vollendung scheitert ("agent provocateur").

Ob ein Rücktritt vom Diebstahl oder vom Räuberischen Diebstahl vorliegt, hängt davon ab, ob der Diebstahl des S schon vollendet ist. Bei Vollendung kommt kein Rücktritt mehr in Betracht.
Man muss sich also die Frage stellen: Ist der Diebstahl bei Verlassen der Eingangstür schon vollendet? Dazu sind SV-Infos dann sehr wichtig. Kriterium ist u.a., ob vor dem Geschäft noch Verkaufsstände aufgestellt sind, dann eher (-).
Kräuterkäse
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Anmeldungsdatum: 05.09.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 04 März 2008 - 18:07:30    Titel:

Erstmal danke, für deine Antwort!!!
Anstiftung zum Diebstahl... da meinst du dann, dass D den S angestiftet haben könnte, oder? Müssen aber nur die Strafbarkeit des S prüfen.

Das mit der Vollendung ist ja gerade mein Problem... es liegt ja nur ein versuchter Diebstahl und auch nur ein versuchter räuberischer Diebstahl vor... bis wann kann er denn dann zurücktreten?
Vom Diebstahl doch eigentlich, solange er die Beute noch nicht gesichert hat, also auch noch- wie hier am Ausgang des Kaufhauses.
Aber vom räuberischen Diebstahl kann er doch nach Gewaltanwndung nicht mehr zurücktreten, weil er die Verletzung nicht rückgängig machen und auch nicht mehr verhindern kann, oder???
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 05 März 2008 - 17:27:12    Titel:

also ich würde am Gewahrsam anknüpfen. Bei der Diebesfalle hat der Täter Gewahrsam nicht gebrochen wegen Einverständnis des Gewahrsamsinhaber vertreten durch den Kaufhausdetektiv. Versuch der Tatbestandsvollendung dauert an. Jetzt könnte man sich fragen ob der Täter mit Niederschlagen oder spätestens mit Verlassen des Kaufhauses gesicherten Gewahrsam erlangt hat, dann wäre der Tatbestand vollendet.

Normalerweise. Aber da S hier vorher "aufgeflogen" ist würde ich in dem Fall nicht davon ausgehen das der Gewahrsam schon "gesichert" ist. Man stelle sich nur mal vor, die brüllen ihm nach und ein Kunde hält ihn fest etc.

Von daher würde ich Rücktritt vom Versuch also freiwilliges aufgeben der Tatvollendung bejahen, das liegt ja hier auch im Normzweck.

Zitat:

Aber vom räuberischen Diebstahl kann er doch nach Gewaltanwndung nicht mehr zurücktreten, weil er die Verletzung nicht rückgängig machen und auch nicht mehr verhindern kann, oder???



für den räuberischen Diebstahl brauchst du erstmal einen vollendeten Diebstahl.252 ist doch Qualifikation (Wortlaut)

Wenn der nicht vorliegt, s.o. bleibt eben 240, ggf 223 etc. die müssteste zwar bei vollendeten 242, 252 auch prüfen würden aber bei den konkurrenzen rausfliegen(konsumtion und spezialität)
Kräuterkäse
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Anmeldungsdatum: 05.09.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 05 März 2008 - 17:54:14    Titel:

Danke für die Antwort- das mit dem Rücktritt hört sich eigentlich ganz gut an, aber meiner Meinung nach, liegt hier ein untauglicher Versuch vor, weil S den Gewahrsam ja nicht brechen kann, wegen dem Einverständnis.
Dann müsste er also nicht freiwillig aufgeben, sondern sich ernsthaft bemühen, die (vermeintlich mögliche) Vollendung zu verhindern oder sehe ich das falsch?

Wenn dann ein untauglicher Diebstahlsversuch vorliegt kann man auch §§ 252, 22 prüfen, zumindest habe ich schon öfters gelesen, dass das beim untauglichen Diebstahlsversuch möglich ist- und da habe ich wieder mein Problem, ob ein Rücktritt vom räuberischen Diebstahl nach Gewaltanwendung möglich ist...

Hat da noch wer eine Idee zu???
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 06 März 2008 - 14:18:47    Titel:

Hallo,

Also ich hätte erst gesagt, das kein untauglicher Versuch vorliegt, weil Tatbestandsvollendung nicht von vornherein , sondern nur durch Zufall (Aufdeckung und konkl. Einverständnis) unmöglich wurde. Aber anscheinend hast du recht

http://de.wikipedia.org/wiki/Diebesfalle


Zitat:
Grundsätzlich ist der untaugliche Versuch im deutschen Strafrecht ebenso strafbar wie der taugliche Versuch; allerdings kann das Gericht nach § 23 Abs. 3 StGB von einer Strafe absehen, wenn der Täter die Untauglichkeit seines Versuchs aus grobem Unverstand verkannt hat


http://de.wikipedia.org/wiki/Untauglicher_Versuch

Zitat:

Dann müsste er also nicht freiwillig aufgeben, sondern sich ernsthaft bemühen, die (vermeintlich mögliche) Vollendung zu verhindern oder sehe ich das falsch?


nach 24 I 2. Hat er doch aber hier würd ich sagen. Dann hängts natürlich davon ab wann die Tat nach Vorstellung des Täters vollendet ist aber auch dazu ist ja "sicheres" Gewahrsam nötig. Innerhalb des Ladens würd ich das nur bei Nichtentdeckung bejahen ("Gewahrsamsenklave")


Zitat:

Wenn dann ein untauglicher Diebstahlsversuch vorliegt kann man auch §§ 252, 22 prüfen, zumindest habe ich schon öfters gelesen, dass das beim untauglichen Diebstahlsversuch möglich ist- und da habe ich wieder mein Problem, ob ein Rücktritt vom räuberischen Diebstahl nach Gewaltanwendung möglich ist...


achso, nur Versuch der Qualifikation, ob man dazu vollendetes Grunddelikt braucht, versuchtes Grunddelikt oder nur unmittelbares Ansetzen zu beiden (in gleicher Handlung). Ich habe mir gerade den Satz ergoogelt "Versuch der Qualifikation nicht vor Versuch des Grunddelikts möglich"..
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 06 März 2008 - 14:24:46    Titel:

Zitat:
nach 24 I 2. Hat er doch aber hier würd ich sagen. Dann hängts natürlich davon ab wann die Tat nach Vorstellung des Täters vollendet ist aber auch dazu ist ja "sicheres" Gewahrsam nötig. Innerhalb des Ladens würd ich das nur bei Nichtentdeckung bejahen ("Gewahrsamsenklave")



sekunde, wenn es nur auf seine Vorstellung ankommt, war der versuch ja schon bei ansichnahme im laden vollendet. dann wär kein rücktritt mehr möglich.
Kräuterkäse
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Anmeldungsdatum: 05.09.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 06 März 2008 - 15:44:50    Titel:

Vielen Dank für deine Antwort!!!

Kann man denn annehmen, wenn im Sachverhalt keine Angaben dazu gegeben sind, dass der S weiß, dass er bereits im Laden Gewahrsam begründen kann?
Angenommen, der Versuch wäre mit Ansichnahme vollendet, dann würde der Rücktritt schon ausgeschlossen sein? Kommt es da nicht auf Beendigung an?

Wie sieht das denn mit räuberischem Diebstahl aus? Ist da nach Gewaltanwendung überhaupt noch ein Rücktritt möglich?
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 06 März 2008 - 17:40:12    Titel:

Zitat:

Kann man denn annehmen, wenn im Sachverhalt keine Angaben dazu gegeben sind, dass der S weiß, dass er bereits im Laden Gewahrsam begründen kann?


Grundsatz: Niemals was hineininterpretieren in den SV.

Aber das tun wir ja hier nicht. Sondern andersherum vertrauen wir gerade dem SV- wenn S sich schon gedacht hätte, das er beobachtet wird müsste das ja drinstehen.

Ob er Gewahrsam begründen kann im Rechtssinne, musste er nicht wissen: Parallelwertung in der Laiensphäre. Der Täter muss grds. Vorsatz nur bzgl der Verwirklichung der Tatbestandsmerkmale, nicht bzgl der rechtlichen Bewertung haben. Sonst könnten sich ja nur Juristen strafbar machen. Und S wusste das er was fremdes wegnimmt (klaut) , An- und Enteignungswillen im Zeitpunkt der Wegnahme das reicht für Tat/Versuchsvorsatz


Angenommen, der Versuch wäre mit Ansichnahme vollendet, dann würde der Rücktritt schon ausgeschlossen sein? Kommt es da nicht auf Beendigung an?

also in 24 steht vollendet.

mfg
derjim
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