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verwahrungsverträge und 812 / 823
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> verwahrungsverträge und 812 / 823
 
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derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
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BeitragVerfasst am: 11 März 2008 - 13:18:33    Titel:

Zitat:

Ok, das wusste ich nicht. Welchen Zweck erfüllt der Hinterleger dann, wenn er dem Verwahrer den Besitz überträgt?


gute Frage. In dem Fundfall wäre der Zweck, den Altbesitzer die Rückgabe zu ermöglichen. Aber was wäre generell der Zweck den der Hinterleger erfüllt? es erfüllt nur der Verwahrer einen Zweck eben die Verwahrung. Weil es ja ein einseitig verpflichtender Vertrag ist. Bei der Schenkung erfüllt ja der Beschenkte auch keine (Hauptlstgs-) Pflicht / Zweck, nur der Schenker.



Zitat:
Wenn du im Punkt "Erlangtes Etwas" (d.h. ob der Verwahrer etwas Vermögenswertes vom Hinterleger erlangt hat! - das prüft man bereits in diesem Punkt) den Besitz als Vermögensposition bejahst, darfst du "fremdes Vermögen" doch in der Leistung nicht mehr problematisieren (darfst du ohnehin nicht)... Diese Logik verstehe ich nicht so ganz.


stimmt, das wäre auch unlogisch.


Was ich meinte war: der Besitz ist als solcher ein vermögenswertes Etwas, einverstanden (dewegen nicht Prüfungspunkt "erlangtes"). Aus der Übergabe kann normalerweise geschlossen werden das der Übertragende daher auch das Vermögen des Empfängers mehren will.
Aber bei der Verwahrung? wo will er den vermögenswerten Besitz da in fremdes Vermögen einverleiben wenn der Empfänger damit nichts machen darf, was Besitzer sonst so machen dürfen?

Vielleicht ist mein Begriff des Vermögensmehrens anscheinend zu weit? oder falsch? Es wird nur auf das konkrete Rechtsgut (Besitz) abgestellt und darauf ob das objektiv eine vermögenswerte Position ist und der Übertragende das wusste (bewusst und zweckgerichtet übertrug) nicht ob er einen erfolg des vermögensmehrens beabsichtigte!?

naja irgendwie ist mir das noch nicht ganz klar.


Wie siehst du das mit 861 und mittelbaren Besitz Marina? Das ist der letzte Punkt den ich am Fall auch nicht verstehe. Hach so viele offene Frage und so wenig Zeit
Wink

mfg
derjim
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 11 März 2008 - 21:51:54    Titel:

derjim, derjim, mit dir ist es nicht einfach! Smile Smile

Also nochmal von vorne:
A = Verwahrer
B = Hinterleger

Wir sind uns einig, dass der Besitz als "Erlangtes" ein vermögenswertes Etwas ist. Im Gutachten müsste man schreiben: B hat von A den Besitz und somit ein vermögenswertes Etwas an der Sache erlangt.

Wenn doch jetzt B dem A die Sache übergeben hat, undzwar bewusst, dann wollte er ihm doch auch den Besitz verschaffen. Logisch, oder? Und wenn er ihm den Besitz verschaffen wollte, dann wollte er ihm auch eine vermögenswerte Position verschaffen (denn der Besitz ist eine vermögenswerte Position), also fremdes Vermögen (nämlich das des A) mehren.

Wenn du im erlangten Etwas den Besitz als Vermögensposition ansiehst, dann darfst du in der Leistung nicht eine andere Vermögensposition ansehen (also Wert des Besitzes für A oder so)! Das tust du aber gerade die ganze Zeit. Und wenn du den (objektiven) Besitz tatsächlich nicht als Vermögenswert ansiehst, dann müsstest du das sofort im erlangten Etwas ablehnen, nicht erst in der Leistung, denn dort prüfst du, welche Vermögensposition vorliegt.

derjim hat folgendes geschrieben:

Vielleicht ist mein Begriff des Vermögensmehrens anscheinend zu weit? oder falsch? Es wird nur auf das konkrete Rechtsgut (Besitz) abgestellt und darauf ob das objektiv eine vermögenswerte Position ist und der Übertragende das wusste (bewusst und zweckgerichtet übertrug) nicht ob er einen erfolg des vermögensmehrens beabsichtigte!?
derjim


Diesbzgl. habe ich ja schon gesagt, dass ich das nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann. Aber ich gehe davon aus, da meines Wissens allein die Besitzposition schon eine Vermögensmehrung darstellt.
Mir ging es jetzt aber eher darum zu zeigen, dass deine Gedanken etwas inkonsequent waren.

Zu dem anderen Problem schreibe ich noch was, das habe ich mir aber noch gar nicht angeschaut. Hab mir den genauen Fall noch nicht durchgelesen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 11 März 2008 - 22:02:21    Titel:

derjim hat folgendes geschrieben:

gute Frage. In dem Fundfall wäre der Zweck, den Altbesitzer die Rückgabe zu ermöglichen. Aber was wäre generell der Zweck den der Hinterleger erfüllt? es erfüllt nur der Verwahrer einen Zweck eben die Verwahrung. Weil es ja ein einseitig verpflichtender Vertrag ist. Bei der Schenkung erfüllt ja der Beschenkte auch keine (Hauptlstgs-) Pflicht / Zweck, nur der Schenker.


Also, mal überlegen... B übergibt dem A eine Sache zur Verwahrung. Fraglich ist im Prüfungspunkt Leistung, welchen Zweck er damit erfüllt. Vertragserfüllung kommt nicht in Betracht, da B als Hinterleger durch den Verwahrungsvertrag nicht verpflichtet wird.
Also muss ein anderer Zweck als die Erfüllung einer Vertragsschuld vorliegen.
Hm... Kann der Zweck nicht die Verwahrung selbst sein? Er überreicht ihm die Sache, damit A sie für ihn verwahren kann. Ja, das ist m.E. ein Zweck.

Edit: ODER der Zweck hängt immer davon ab, warum der Gegenstand zur Verwahrung gegeben wird! (in deinem Beispiel, wie du schon gesagt hast, Rückgabe an den ursprünglichen Besitzer)
Oder man kombiniert es: Zweck = Verwahrung, weil...
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 11 März 2008 - 22:37:30    Titel:

Zitat:

Wenn doch jetzt B dem A die Sache übergeben hat, undzwar bewusst, dann wollte er ihm doch auch den Besitz verschaffen. Logisch, oder? Und wenn er ihm den Besitz verschaffen wollte, dann wollte er ihm auch eine vermögenswerte Position verschaffen (denn der Besitz ist eine vermögenswerte Position), also fremdes Vermögen (nämlich das des A) mehren.


grds. ja ist ja richtig


Zitat:

Wenn du im erlangten Etwas den Besitz als Vermögensposition ansiehst, dann darfst du in der Leistung nicht eine andere Vermögensposition ansehen (also Wert des Besitzes für A oder so)!

das nicht.


Zitat:

Das tust du aber gerade die ganze Zeit.




ich seh doch niemals nicht die Vermögensposition verändert, sondern ich seh nur nicht, wo nach Vorstellung des A in diesem Fall das vermögenswerte am Besitz (nicht der Besitz selbst das ist klar) hier in das Vermögen des B übergeht! ! *heul jammer kreisch fußstampf* Very Happy

bei licht besehen bedeutet das ein auseinanderfallen von Besitz als Vermögensposition objektiv und subjektiv. Vielleicht hab ich da was getrennt was man nicht trennen darf weil der Besitz ja nunmal selbst schon vermögenswert ist und basta. das Problem ist nur:für mich macht das Sinn bis jetzt..

naja zumindest weiß ich das ich das in der Examensklausur dann wohl besser für mich behalte.oder doch nicht? vielleicht habe ich ja gar ein tolles Dissertationsthema entdeckt Surprised

Zitat:

Mir ging es jetzt aber eher darum zu zeigen, dass deine Gedanken etwas inkonsequent waren.


also wenn, dann kannst du mir glaube ich nur vorwerfen, das ich was zusammengehöriges (Besitz als vermögenswerte Position) in seine Bestandteile zerlegt habe.

Zitat:


Also, mal überlegen... B übergibt dem A eine Sache zur Verwahrung. Fraglich ist im Prüfungspunkt Leistung, welchen Zweck er damit erfüllt. Vertragserfüllung kommt nicht in Betracht, da B als Hinterleger durch den Verwahrungsvertrag nicht verpflichtet wird.
Also muss ein anderer Zweck als die Erfüllung einer Vertragsschuld vorliegen.
Hm... Kann der Zweck nicht die Verwahrung selbst sein? Er überreicht ihm die Sache, damit A sie für ihn verwahren kann. Ja, das ist m.E. ein Zweck.


hmm aber der Zweck muss die Erfüllung betreffen. solvendi causa hast du ja selbst gesagt Cool das ist zur Abgrenzung zur bloßen Leistungsweiterreichung (zbsp Banküberweisung) soweit ich weiß. Und der Hinterleger muss nix erfüllen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 11 März 2008 - 22:57:31    Titel:

Nein! Solvendi causa ist doch nicht die einzige Möglichkeit für einen Zweck. Es ist eine von vielen... Werde dazu gleich mal was nachlesen.

Zu dem anderen: Ach ja... bald geb ich auf... ZWECKlos Wink

Also, du verstehst nicht, was aus Sicht des A die Vermögensmehrung ist. Wieso aus Sicht des A? Entweder es liegt eine objektive Vermögensmehrung vor oder nicht. Und du sagst selbst: Sie liegt im Besitz. Das ist eine Vermögensmehrung. Punkt, fertig, aus. Und da B dem A Besitz verschafft, hat er sein Vermögen gemehrt. Zu prüfen ist das im erlangten Etwas. In der Leistung prüfst du, ob diese Vermögensmehrung bewusst und zweckgerichtet erfolgt ist. Nur wenn bewusst oder zweckgerichtet (-), kommt eine NLK in Betracht.

Und doch, es werfe dir widersprüchliches Verhalten vor Wink : Im erlangten Etwas sagst du, A hat eine vermögenswerte Position erhalten, undzwar den Besitz. In der Leistung sagst du dann, A hat keine Vermögensposition erhalten, weil es auf den Besitz alleine nicht ankommt (zumal man diesen Punkt in der Leistung gar nicht mehr prüft). Also entweder so oder so, DAS ist jedenfalls ein Widerspruch.
So, jetzt schließe ich diese Kiste.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 12 März 2008 - 00:21:36    Titel:

vielleicht hast du Recht Marina. Ich lese nochmal nach mal sehen ob ich nicht doch etwas dazu finde. wär schon wenn du zu dem Rest noch Ausführungen machst bei Gelegenheit. ich hab nämlich nicht mehr viel Zeit und muss das alles noch raffen auf die schnelle Crying or Very sad

Also jetzt nicht schlecht schlafen wegen mir Cool
Marina85
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BeitragVerfasst am: 12 März 2008 - 08:22:55    Titel:

Zu den anderen Sachen mache ich noch Ausführungen, allerdings bin ich im Besitzrecht ganz und gar nicht fit, von daher kann ich das erst heute nach dem Praktikum bearbeiten.

Zum Leistungsbegriff habe ich mal nachgelesen und es ist in der Tat alles etwas missverständlich. In die Leistung gehört natürlich per definitionem auch der Punkt "Mehrung fremden Vermögens", aber m.E. kann das keinen Unterschied zum Punkt "erlangtes Etwas" machen. Es wird in meinem Lehrbuch zwar als Voraussetzung für die Leistung aufgeführt, aber nicht mehr extra geprüft.

Ich verstehe jetzt allerdings dein Problem. Für das erlangte Etwas ist kein Vermögenswert erforderlich, sondern nur eine Vermögensverschiebung. Für die Leistung ist dagegen eine Vermögensmehrung erforderlich. Meiner Ansicht nach muss diese Vermögensmehrung aber mit der zuvor geprüften Vermögensverschiebung gleichgesetzt werden, sonst wäre alles etwas widersprüchlich.
Ist natürlich nur meine Meinung. Aber nach Alpmann-Schmidt (deine Rep-Unterlagen) liegt ja offenbar auch unproblematisch eine Leistung vor.

Der Zweck liegt bei § 812 I 1 Alt. 1 BGB auch in der Regel bei der Erfüllung einer Verbindlichkeit, wie ich nachgelesen habe.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, handelt es sich in deinem Fall aber um eine Zweckverfehlungskondiktion (§ 812 I 2 Alt. 2 BGB), für die gerade kennzeichnend ist, dass (noch) keine Verbindlichkeit besteht (Schwarz/Wandt, Gesetzliche Schuldverhältnisse, § 10, Rn. 55).

Warum scheitert der Kondiktionsanspruch eigentlich?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 12 März 2008 - 22:23:47    Titel:

derjim hat folgendes geschrieben:

und eben, warum 823 gar nicht geprüft wird.


Zu § 823: B verlangt von A Herausgabe, keinen Schadensersatz. Nur weil es sich hier um Geld handelt, würde ich nicht an § 823 denken, wenn nicht danach gefragt ist.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 13 März 2008 - 23:52:29    Titel:

derjim hat folgendes geschrieben:

Meine zweite Frage ist , ob 861 (Besitzstörung) nur unmittelbaren Besitz erfasst?

Denn 861 wird wg. fehlender verbotener Eigenmacht abgelehnt. Das träfe für den unmittelbaren Besitz zu weil A den selbst übergibt. Aber der mittelbare Besitz? Wird mit dem Verwahrungsvertrag nicht ein BMV nach 868 vereinbart? und nach hM wird mit der Weigerung des unmittelbaren Fremdbesitzers die Besitzmittlung beendet (nach MM dann Nebenbesitz) und A verlöre seinen mittelbaren Besitz. Das wäre doch aber eine Besitzstörung? und im Sachenrecht gilt doch der Grundsatz das mittelbarer Besitz dem unmittelbaren gleichzustellen ist?


Die Definition der verbotenen Eigenmacht dürfte deine Frage schon beantworten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verbotene_Eigenmacht
(= Beeinträchtigung des unmittelbaren Besitzes durch widerrechtliche Entziehung oder Störung)

Man sollte immer zuerst die Definition nachschauen, wenn man sie nicht kennt und dann gucken, ob die Voraussetzungen hier vorliegen.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 13 März 2008 - 23:56:45    Titel:

Hallo Marina,



nachdem mich der Fall nicht in Ruhe ließ (und ich kann nicht was anderes lernen wenn ich was davor nicht begriffen habe) ,das Problem mit Verwahrungsverträgen und dem Leistungsbegriff, dann 861 bei mittelbaren Besitz und warum 823 nichtr geprüft wurde habe ich mich heute nachmittag ausschliesslich damit herumgeschlagen.Zumindest nicht ganz erfolglos, wie ich meine. hab im Schmidt nachrecherchiert .

Wir haben da offensichtlich verschiedene Sachen durcheinander gebracht demnach gilt folgendes:


Zuerst einmal muss unterschieden werden das man für die Leistung das Leistungsbewusstsein braucht und zum anderen die Zweckgerichtetheit
(bewusste zweckgerichtete Mehrung...)

Leistungsbewusstsein fehlt, wenn dem Leistenden das Bewusstsein fehlt.
als beispiel wir der schusselige Hausmeister genannt, der nicht weiß das er mit der eigenen Farbe den fremden Zaun anstreicht.

Bei unseren Verwahrfall liegt Leistungsbewusstsein fraglos vor. A wusste das er B den Besitz überträgt. Hatte ich nicht bezweifelt.

jetzt zitiere ich:

Zitat:
Weiter muss der Leistende einen bestimmten Zweck mit seiner Leistung verfolgen. Durch das Kriterium der Zweckgerichtetheit unterscheidet sich die Leistung von der bloßen Zuwendung (etwa Schenkung). bei der es sich zwar auch um eine bewußte Mehrung fremden Vermögens handelt, nicht aber um eine zweckgerichtete.


demnach hatte ich zumindest soweit recht, das mein Problem nicht beim erlangten etwas liegt. Wenn ich jetzt subsumiere, frage ich mich (und dich Very Happy): wenn der Schenker nicht leistet, sondern bloß zuwendet, warum soll dann der Hinterleger zweckgerichtet leisten? Zweck = Verwahrung sagst du. ok und bei der Schenkung Zweck=Schenkung? Dann müsste 516 auch eine Leistung sein.


Und frage ich mich natürlich, wie man den Zweck von der Zuwendung abgrenzt?

dazu schreiben sie weiter:
Zitat:

"Die Zweckgerichtetheit ergibt sich aus der ausdrücklichen oder konkludenten Tilgungsbestimmung. Ber der condictio indebiti besteht der Leistungszweck in der Erfüllung einer vermeintlichen Verbindlichkeit ggü. dem Leistungsempfänger"


Welche Verbindlichkeit sollte A hier getilgt haben bzw welche Verbindlichkeit ggü B soll er erfüllt haben wenn der Verwahrungsvertrag keine begründet?

Ich sehe nur in dieser Fallkonstellation die besondere Möglichkeit, das als Zweck die Möglichkeit der Wiedereinräumung des Besitzes ggü. dem "Verlierer" (Altbesitzer der die Sache verloren hat). Da hätte man den Zweck und dann sähe ich die LK ein. Aber wäre das hier nicht, generell sehe ich das bei der Verwahrung nicht. Aber wie gesagt, ich weiß ja auch nicht wie die zweckfreie "Zuwendung" und "zweck" abgrenzen. Letztlich macht ja niemand was ohne Zweck? (ausser vielleicht Babys und geisteskranke usw nach § 20 StGB Cool )

Zitat:

Entweder es liegt eine objektive Vermögensmehrung vor oder nicht.


so einfach ist das beim Leistungszweck nicht, denn es kann ja sein das für den empfänger was anderes rüberkommt als was sich der leistende gedacht hat.


Zitat:

Warum scheitert der Kondiktionsanspruch eigentlich?


LK scheitert ganz banal daran daran das der Rechtsgrund (Vertrag) nicht unwirksam ist. jetzt wirds aber noch interessant. geprüft wird als nächstes condictio ob rem 812 I 2 Alt. 2 wegen Wegfallen eines verfolgten ZWECKS (ja da isser wieder, wie schön Cool ) . Jetzt prüfen die Alpmänner (imho richtig): bezweckter Erfolg=Herausgabeanspruch gegen B?Nein denn darauf besteht schon vertraglicher Anspruch und was vertragsanspruch ist kann gerade nicht condictio ob rem anspruch sein sondern es muss ein "dem Rechtsgeschäft zugrunde gelegter Zweck" sein. so und das könnte jetzt wie Möglichkeit der Wiedereinräumung des Besitzers an den Alteigentümer sein. AHA denkt man sich na da ham wers ja. Aber Fehlanzeige: Dieser Zweck, die bloße Möglichkeit, wurde erreicht, indem B den Schein 8 Monate verwahrte. Der Verlierer hätte ihn abholen können. Also auch keine condictio ob rem.

NLK wird nicht geprüft - wobei ich mich eben wieder frage:NLK Ausschluss (Subsidiarität ggü LK) erfordert Vorrang der Leistungsbeziehung - aber wenn keine Leistung vorliegt?

im Ergebnis würde ich dann Lstg wegen hier gesetzter Zweckbestimmung (Wiedereinräumung ggü Alteigentümer) bejahen dann also hier Ausschluss NLK. Wenn aber das im SV fehlen und normaler 688 vorliegen würde müsste ich dann konsequenterweise LK ablehnen und NLK bejahen
Zitat:


Wenn ich dich richtig verstanden habe, handelt es sich in deinem Fall aber um eine Zweckverfehlungskondiktion (§ 812 I 2 Alt. 2 BGB), für die gerade kennzeichnend ist, dass (noch) keine Verbindlichkeit besteht (Schwarz/Wandt, Gesetzliche Schuldverhältnisse, § 10, Rn. 55).


Kann ich nach dem Wortlaut "mit einer Leistung nach dem Inhalt des Rechtsgeschäfts bezweckte Erfolg nicht eintritt." nicht nachvollziehen, der geht doch gerade von vorgenommenen Rechtsgeschäft aus. Ausserdem greift bei nicht bestehender Verbindlichkeit schon die "normale" LK oder NLK. mein Schmidt meint

Zitat:

Raum für einen Bereicherungsanspruch wegen Nichteintritts des bezweckten Erfolgs besteht nur dort, wo jemand eine Leistung erbringt, um den Empfänger zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen, auf das der Leistende keinen Anspruch hat - und dieser Erfolg nicht eingetreten ist.


dieses "bestimmte Verhalten" ist hier Anzeige ans Fundbüro und Bereithalten der Sache zur Wiederherausgabe an Alteigentümer. Das sieht der normale Verwahrungsvertrag als Leistungsanspruch nicht vor.

So, genug davon. jedenfalls von mir Cool


zu 861:

Das "Problem" mit dem 861 habe ich inzwischen raus: zwar gilt laut Sachenrecht mittelbarer Besitz gleichrangig mit unmittelbaren, aber es besteht schon rein faktisch ein Exklusivitätsverhältnis wegen des Merkmals der verbotenen Eigenmacht: Wenn ein BMV besteht, kann der unmittelbare Besitzer nie verbotene Eigenmacht geübt haben.

Ich bin durcheinandergekommen weil ich dachte hier könnte durch Beenden des mittelbaren Besitzes Besitzstörun oder Besitzentziehung vorliegen. Da aber beides verbotene Eigenmacht erfordert kommt das nicht in Betracht. Insofern ist diese Frage für mich gelöst.


zu 823:

Da gehe ich davon aus das sie Mist gebaut haben. In der Abwandlung (identisch es kommt nur noch dazu das B das Geld nach 8 Monaten sich aneignet und in die Kasse legt, Vermischung 947 Eigentumsverlust nach Sachtheorie (nicht nach Geldwerttheorie) SchE anspruch) bejahen sie kurzum den 831 (Supermarktleiter als Verrichtungsgehilfe) - Eigentumsverletzungshandlung eben dieses Vermischen.

Im Ausgangsfall kommt diese Handlung zwar nicht in Betracht. Hier liegt mE aber 831 durch Unterlassen der Herausgabe vor. Für Unterlassen brauchen wir eine Handlungspflicht, die kann sich aus Vertrag, Gesetz, Ingerenz oder Verkehrssicherungspflicht ergeben. Hier aus Vertrag, 688, da A jederzeit aus diesem sein Besitz (und inzw. Eigentum, 973 I) herausverlangen kann.

Da er das im SV auch tut und B sich weigert ist diese Weigerung wg. der Vertragspflicht zur Herausgabe imho Eigentumsverletzung durch Unterlassen und somit 831.


Zitat:


Zu § 823: B verlangt von A Herausgabe, keinen Schadensersatz. Nur weil es sich hier um Geld handelt, würde ich nicht an § 823 denken, wenn nicht danach gefragt ist.


823 geht aber auch auf Herausgabe auf der Rechtsfolgenseite. Über die Naturalrestitution, 249 I. sozusagen sogar erste wahl erst danach kommt ja 249 II 252 253


-----


Im übrigen haben die Alpmänner sich an einer anderen Stelle imho noch vertan falls dich das noch interessiert. Cool Und zwar prüfen sie den Eigentumsverlust wegen Vermischung und da gibts ja die Geldwerttheorie (=bei Vermischung Geld mit Geld Herausgabe noch möglich kein Untergang da es auf den Geldschein als sache nicht ankommt) und die Sachtheorie (oder wie man die nennen will).

und jetzt wirds noch komlizierter man muss nämlich 948 beachten der auf 947 insgesamt verweist auch auf dessen Abs. 2:

Zitat:

(2) Ist eine der Sachen als die Hauptsache anzusehen, so erwirbt ihr Eigentümer das Alleineigentum.


jetzt prüfen Sie : man könnte meinen alle Teile (Geldscheine) seien gleich also keine Hauptsache vorhanden. Aber Hauptsache wird auch bei mengenmäßigen Überwiegen bejaht deswegen sagen sie Hauptsache vorhanden folglich wegen 947 II
Zitat:

(2) Ist eine der Sachen als die Hauptsache anzusehen, so erwirbt ihr Eigentümer das Alleineigentum.


Eigentum verloren.


Ist ja auch ok. aber zur anderen Ansicht (Kassenbestand keine Hauptsache) erklären sie das das nicht schlimm wäre dann wäre A Miteigentümer und könnte den Herausgabeanspruch seines Eigentums ja leicht realisieren.

Und hier liegen sie imho falsch denn sie haben (richtigerweise) nicht die Geldwerttheorie bejaht sondern die Sachtheorie. A müsste sich also genau "seinen" Geldschein herausangeln, nur an dem hat er Eigentum er kann nicht irgendeinen Fuffi rausnehmen. Und wie sollte er "seinen" Fuffi in der Kasse erkennen - da bräuchte man eben die vorher abgelehnte Geldwerttheorie.


Puuuuuhhh das wars erstmal von mir. Was für ein Brocken. Noch ein paar solche Fälle und ich bin reif für die Klapper. in der Zeit die ich brauch um sowas zu kapieren kann ich 3 Klausuren schreiben


beste grüße
derjim

tschuldigung das es so lang geworden ist.. Rolling Eyes
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